Eine seltsame Monte Rosa-Fahrt

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Von Eberhard Haffner.

Süss ist der Weg unserer Erinnerung. Manchmal, wenn wir fern allem Schönen und Grossen sind, das uns umgab, fern dem silbernen Leuchten unserer Heimat, dann führt sie uns in ihre seligen Gefilde. All unser gegenwärtiges Sinnen, Sorgen und Hoffen wird klein vor dem abgeklärten Mass des Geschehenen, das hinter uns liegt und lebendig vor unser inneres Auge tritt. Sinn finden wir in allen unseren Wegen, die wir schon gegangen, und auch Sinn in der unbekannten Strasse vor uns.

Eine seltsame Fahrt, wie ich sie in früheren Jahren noch nie erlebte. Die meisten werden sie als « unbergsteigerisch » und als « unlohnend » betrachten. Viele werden ihren Sinn nicht verstehen, wie wir ihn vielleicht selbst nie ganz verstanden. Und doch war es eine Fahrt wie alle, die wir gehen: voll unserer eigenen Unvollkommenheit und Leichtsinns, aber mehr noch voll von Glück-lichkeit und Reinheit und Glauben an das Schöne. Sie sollte keine extreme Fahrt sein, auch keine Erstbegehung. Wenn sie uns dann doch Wege führte, die zum Teil wohl noch nie oder nur sehr selten begangen waren, so danken wir dies ihr noch mehr und freuen uns ihrer Schönheit.

Es war etwa 8 Uhr, als wir unter dem ersten steilen Stück, das zum Grat der Dufourspitze hinaufführt, eine kurze Rast einschalteten. Dies ist der Beginn unserer seltsamen Fahrt. Hier entschliessen wir uns plötzlich, an diesem schönen Tage nun doch nicht den gewöhnlichen Weg zu gehen, sondern über den Silbersattel Nordend und Dufourspitze zu erreichen. Da mein Freund, der sich an diesem Tage nicht wohl fühlte, keine Lust zu diesem Weg hat, schliesst er sich einer andern Seilschaft an, während wir uns zu dritt mit zwei Seilen zum Einstieg des Silbersattels begeben. Der Silbersattel ist der schmale Sattel, der Dufourspitze und Nordend trennt, und ist neben Nordwestpfeiler der einzige nicht zu schwierige Zugang zum Nordendgipfel. Er ist nach der Beschreibung im Clubführer von Westen leicht, von Osten nur sehr schwierig zu erreichen.

Himalayan Journal, 1937, 95-99 ( H.W. Tilman: The Zemu Gap ).

450EINE SELTSAME MONTE ROSA-FAHRT.

Wir seilen gegen 10 Uhr an. Bald merken wir jedoch, dass der Einstieg zum Sattel gar nicht einfach zu finden ist, und da der direkte Anstieg von hier zum Nordend einen sehr verlockenden Eindruck macht, beschliessen wir nach kurzer Unterredung das schöne Wetter unseres letzten Tages noch auszunützen und den Grat zum Nordend möglichst nahe beim Gipfel, direkt von Nordwesten zu erreichen. Meines Wissens und was ich später darüber hörte, ist dieser Weg noch nicht gemacht worden, und ich frage mich heute wieder, was es war, das uns damals so leichtfertig den Entschluss fassen liess, der uns auch an diesem Tage noch Gefahr, Abenteuer und alle Schönheit der Berge schenkte, der uns noch einmal alles gab, was wir dann in diesem Jahre für immer lassen mussten.

Das erste Stück unseres geplanten Weges scheint von unten nicht steil. Ein Eishang von 35—40 Grad führt zur Randkluft und steigt hinter ihr, steiler und steiler werdend, nach einigen Seilhängen zu mehreren schrägen Platten und dann zum Beginn der Felsen, deren Steilheit und Höhe von unten vorerst nicht genau zu schätzen ist. Über diese Felsen und eine anschliessende kurze Eisrinne muss der Nordwestgrat nicht allzuweit vom Gipfel erreicht werden können.

Wir steigen ein. Oben an der Randkluft schlagen wir die ersten Stufen. Ich überschreite dann den hier nicht sehr breiten Spalt und kann die schrägen Platten über dem zweiten Eishang erreichen. Ich bin nun sehr froh, die Felsen erreicht zu haben, da hier wieder eine absolute Sicherung möglich ist, die wir gerade heute mehr denn sonst zu schätzen wissen. Wir merken dies auch bald und ziehen vor, für ausreichende Sicherung nicht an Zeit zu sparen.

Unterdessen ist auch die Sonne über den Grat gekommen, und eine wohltuende Wärme verbreitet sich überall. Dies verleitet uns, auf unserem abschüssigen kleinen Platz eine kurze Rast zu machen und in den tiefblauen Mittagshimmel zu schauen, der fast wolkenlos ist. Wir mussten hier unserer Schätzung nach gut 4300 m hoch sein, denn auf gleicher Höhe mit uns steigen gerade einige Führerpartien zum Grat der Dufourspitze ein.

Unsere nächste Seillänge ist noch einmal Firneis, bis wir den rötlichen Fels unterhalb eines kühn aufragenden Turmes erreichen, der die linke Seite der Gratscharte zu begrenzen scheint. Der erste Teil der Felskletterei bietet keine nennenswerte Schwierigkeit, weshalb wir auch unsere Eisen anlassen. Wir sehen dann, dass wir richtig gehandelt haben, denn nach zwei Seillängen müssen wir wieder zum Eis zurück, das sich nun rinnenartig verengert, weil die folgenden Felsen äusserst glatt sind. Ich quere zur Rinne hinüber und finde den Aufstieg darin leidlich gut, bis nach einiger Zeit die Firnschicht ganz aufhört und ein Stück Wassereis beginnt, wo Stufen mit Sorgfalt zu schlagen waren. Sollte der Ausstieg zum Grat doch noch ernstere Schwierigkeiten bringen? Ich bin gerade im Begriff, die letzten Meter meines Seils auszugehen, es war wohl nur noch 3—4 Seillängen unter der Scharte, als ich, auf einem Stück schwarzen Wassereis stehend, ich war mit Stufenschlagen beschäftigt, zum darunterliegenden sehr glatten Fels durchbreche, über ihn abrutsche und mit wachsender Geschwindigkeit die etwa 45 Grad steile Rinne hinabfahre. Gerade sehe ich noch meinen Pickel mit abwärts gesenkter Haue an mir vorbeisausen, dann spüre ich den Ruck des Seils und befinde mich auf einer glatten Platte.

Meine Kameraden haben gut gesichert, von meiner hängenden Lage aus kann ich zu den Felsen hinüberqueren. Die Lust an der Eisrinne ist mir jedoch vergangen. Wir fassen den Entschluss, über die viel schwereren, aber auch sichereren Felsen hinaufzukommen.

Sehr traurig bin ich allerdings über den Verlust meines Pickels, bald verstehe ich aber sehr gut, warum ich ihn verlieren musste: er gehörte eigentlich nicht mir, sondern einem unbekannten andern, und im Grund genommen, gehörte er dem Berg. Es war derselbe Pickel, den ich eine Woche vorher in der Matterhorn-Ostwand gefunden und den ich, um seine Eigenschaften kennen zu lernen, zur Probe auf diese Tur mitgenommen hatte. Sein Schicksal war es, da sich der richtige Eigentümer nicht finden wollte, zum zweiten Male zum Berge zurückzukehren.

Nun geht es also an die Felsen. Wir haben nur eine Möglichkeit, und diese ist, ein über uns liegendes Band zu erreichen, von dem aus der Weiterweg klar vor uns liegt. Dieser Durchstieg scheint gar nicht einfach, denn das Band liegt über einem Überhang, und der Einstieg zum ersten Wandstück ist grifflos. Mit Hilfe eines Sicherungshakens, den ich zufällig von einer früheren Felsfahrt noch bei mir habe, gelingt es mir, nach einigen vergeblichen Versuchen, über den Einstieg hinwegzukommen, ein längerer Quergang unter dem Überhang fordert nochmals hohe Kraftanstrengung, dann aber ist der hervorragende Sicherungsblock am Rand erreicht und die andern können nachkommen Ich brauchte für das verhältnismässig kurze Stück zum Band sehr lange. So sind wir nach etwa 2 Stunden wieder vereint auf dem Band, und sogar mein Mauerhaken ist gerettet. Nun wagt doch einer, ich glaube es war heute das erstemal — die Frage nach der Zeit zu stellen, und derjenige, der den Mut hat seine Uhr zu ziehen, muss zu aller Erstaunen feststellen, dass es nun doch etwas später ist, als wir zuerst dachten, es ist gegen 6 Uhr nachmittags. Verwundert über unser « langsames Gehen », bemerken wir, dass wir nun doch etwas schneller steigen müssten, wenn wir Zermatt an diesem Tage noch erreichen wollten. Der Ausstieg zum Grat, den nun Dr. S. führt, kostet uns nochmals zu dritt eine halbe Stunde, und die Sonne ist schon sehr tief, wie wir in der schmalen Scharte stehen.

Die behagliche Wärme, die unsern ganzen Aufstieg begleitete, ist plötzlich zu Ende, sobald wir über die Scharte kommen Ein eisiger Nordwind lässt unser nasses Seil sofort erstarren und bläst uns den feinen Pulverschnee der Gratgwächten ins Gesicht. Einsam stehen wir auf dem Grat und schauen die wenigen hundert Meter zu unserem Einstieg hinab, wo gerade die letzten Sonnenstrahlen über den Riesenspalten verglühen. Er sieht wie ein Kinderspiel aus, der lange Weg dieser Stunden, und wie ein Kinderspiel auch, ein Sprung hinab. Aber unser Weiterweg? Werden wir unser Ziel noch erreichen oder nicht? Und wie wir unsere Zeit zusammenrechnen, merken wir doch allmählich die betrübliche Tatsache, dass wir der Nacht nicht entfliehen können. Auch Hunger macht sich bemerkbar, wir kommen auf den Gedanken, einmal etwas zu essen, was wir nämlich seit unserem Aufbruch noch nicht Die Alpen — 1937 — Les Alpes.38 getan hatten; und da müssen wir feststellen, dass unsere Vorräte, wenn wir heute noch unseren Hunger stillen wollen, schwerlich bis zum nächsten Tag reichen werden. Wir haben nur wenige Büchsen ölsardinen, etwas Speck und Schokolade dabei.

So beschliessen wir, zum Nordwestpfeiler abzusteigen, so weit wie möglich. Wir haben dort doch noch mehr Aussicht auf einen geeigneten Biwakplatz als hier im tiefen Gwächtenschnee. Und so fahren wir dem Wind entgegen, die Pulverschneehänge hinunter. Drüben hinter der Mischabel stehen einige zarte gelbrote Wolken, und auch an der Dent Blanche, wo die Sonne tiefer und tiefer sinkt, sind leuchtende Nebel. Wir wissen nicht, was die Nacht und der nächste Tag bringen wird, die Stimmung aber dieses beginnenden Abends ist wunderbar. Die Runde um uns weitet sich ins Ungeheuerliche, das tiefe Blau ferner Gipfel steht in einem starken Kontrast zum leuchtenden Gelb und Rot der Nähe. Unter uns in den Schrunden des Gornergletschers ist schon Nacht, sie kommt höher und höher, nun ist sie auf dem Monte Rosa-Gletscher, und ihre Boten, die Schatten, haben uns schon erreicht, wie wir auf dem letzten steilen Firnhang über dem ersten schroffen Turm des Pfeilers stehen. Auf dem schmalen Gratstück zu diesem Turm geben wir weiteren Abstieg auf und sehen uns nach einem geeigneten Biwakplatz um.

Da natürlich ein idealer Platz hier nicht zu finden ist, suchen wir nur nach einem Felsen, der uns vor dem Wind etwas Schutz bietet. Wir finden ihn in Gestalt einer schrägen Platte, von etwa 1,5 m Breite und 1,8 m Länge. Wir beschliessen, hier zu bleiben, und beginnen den stark gefrorenen Schnee wegzuräumen. Dr. S. hat gottseidank seinen Batistsack dabei — oder vielmehr pflegt er ihn immer mitzunehmen —, und so sind wir in dieser Hinsicht gesichert. Es fehlt nur noch ein kleiner Primus und der nötige Proviant, und die Sache wäre ein Vergnügen. So müssen wir uns mit unsern kalten ölsardinen zufrieden geben. Zuerst hüllen wir uns aber richtig in unsern Sack ein, und nachdem die Füsse im Rucksack untergebracht sind, spüren wir die Kälte nicht mehr so stark und können mit unserem Essen beginnen. Diese erste Mahlzeit dehnt sich aber nicht zu lange aus, denn wir mussten den Rest für eine zweite am nächsten Tag aufheben.

Nun ist die Nacht auch schon ganz nahe an den Hochgipfeln, die immer noch einen schwachen Lichtschimmer tragen, während wir schon ganz in der Finsternis liegen. Wir sehen die Firne in ihrer Tiefe unter uns, die uns trotzdem nahe ist, da wir von unserem einsamen Block fast keine Entfernung hinunter fühlen. Wie der Mond dann am Himmel steht, sind wir wieder in eine Märchenlandschaft versetzt, die uns alle Anstrengung vergessen lässt. Die blauen Schatten über den Gletschern bekommen ein ungeheures Ausmass, die nahen Gipfel sind hell und plastisch wie am Tage, die Sternbilder sind selten klar und führen bis in die fernsten Fernen am Horizonte, wo die letzten Gipfel in einem silbernen Nachtnebel verschwimmen. Das Matterhorn hat wieder sein tiefes Blau, es sieht so unnahbar aus, dass es ganz unverständlich scheint, wie Menschen jemals diese Gralsburg erreichen können. In diese Einsamkeit herauf tönt nur ganz selten und nur ganz ferne, wie aus einer andern Welt, das Bersten der niemals schweigenden Gletscherströme, die langsam wie es ein Leben nicht mitzudenken vermag, aber unaufhaltsam wie ein Meer, ihren Kreislauf fortsetzen, der für uns kein Ende zu nehmen scheint.

Der Morgen weckt uns wieder mit einem wilden Nordostwind, der noch stärker ist als am Tage vorher. Keiner will den Anfang machen und den warmen Zeltsack verlassen, aber schliesslich muss es doch geschehen. Da das Wetter keine Anzeichen zur dauernden Verschlechterung hat, beschliessen wir doch noch die Überschreitung der drei westlichen Monte Rosa-Gipfel und brechen auf. Der Aufstieg über die Firnhänge zum Nordendgrat kommt uns bei dem schneidenden Wind zuerst sehr schwer an, weil wir nichts im Magen haben. Wir sind froh, wie wir wieder in unserer Scharte von gestern stehen und uns dann nur noch die kurze Firnschneide vom schöngeformten Gipfel trennt. Dann sitzen wir lange in einer windgeschützten Ecke am Nordend und haben eine unbeschreiblich schöne Aussicht, und die Mittagssonne brennt in unseren stillen Winkel. Der Blick von diesem Gipfel, der dem der Dufourspitze nicht nachsteht und nur von wenigen übertroffen wird, ist ganz unerhört. Hinter der Punta Gnifetti kommen schon dunkle Wolken herauf, während West, Nord und Süd noch frei sind. Gerade hier ist die Aussicht grossartig. Die herrliche Welt der Schweiz liegt ausgebreitet vor uns in ihren schönsten Gipfeln, während der Nebel wie ein Schleier über den Tälern hängt. Hinter dem Horizont kann das Auge unter dem Meer von Dunst die deutschen Ebenen ahnen.

Nach dieser Gipfelstunde heisst es nochmals die Kräfte zusammenzunehmen. Der Abstieg über den Firngrat zum Silbersattel geht rasch vorwärts. Auf dem Sattel schlägt uns der Sturm schon die ersten Wolkenfetzen ins Gesicht. Im Nu sind alle Gipfel um uns eingehüllt, und nur selten sehen wir ein Stück hellerleuchteten Gletscher tausend Meter tiefer.

Nun noch die kurze Kletterei zum Grenzgipfel, den wir in leichtem Schneetreiben erreichen. Durch die Lücken des Nebels können wir manchmal das nahe Gipfelkreuz der Dufourspitze sehen. Dort halten wir dann unsere zweite Mahlzeit, da wir nun sicher wissen, dass wir unsere Vorräte nicht mehr länger benötigen, aber keiner hat Lust, sich im Sturme lange hinzusetzen.

Als wir an unsern letzten Abstieg gehen, verdeckt Nebel die Sicht auf wenige Schritt. Aber bald ist der Grat unser, und dann lassen wir uns die folgenden Firnhänge hinabfahren. Sonne spielt manchmal wieder über den spaltenlosen Firn, über den nun unsere Schritte gleiten, fahren, haltlos — abgespannt. Die Strasse der vielen hat uns aufgenommen Unachtsam folgen wir den tiefen Spuren, die nun leichter körniger Schnee deckt. Wir denken nicht mehr an das, was hinter uns liegt, wir denken des Lagers der kommenden Nacht, unserer ersten wärmenden Mahlzeit, der vielen freien Stunden vor uns. Leise folgen wir der undeutlichen Spur im Nebel, leise — wie der Schnee fällt, und nur unsere Eisen, die wir nun nicht mehr ablegen, knirschen manchmal im Grundeis.

Dunkel will es wieder um uns werden, der Nebel ist wie eine Nacht, die uns umhüllt, keiner fragt mehr nach der Zeit, und wir folgen der einzigen Spur, gefühllos, wir könnten Tage so gehen! Da — was ist das? Sehen wir ein Traumbild vor uns, eine Fatana Morgana — oder ist es Wirklichkeit? Wie ein Vorhang, der sich öffnet, reisst der Nebel entzwei, und die untergehende Sonne wirft ihr rotes Leuchten auf die fernsten Firne. Ein reines Symbol, steht noch einmal das Matterhorn vor uns, wie wir diesen Tag beschliessen, seine Flanken sind jetzt silberweiss bestäubt.

Wir stehen wieder im Nebel, aber der Gleichtakt unserer Schritte hat einen neuen Sinn erhalten. Nicht mehr wie vorhin ist unsere Spannung aufgelöst, unser Gang maschinenmässig, mechanisch, Schritt für Schritt, das kurze Bild hat unseren letzten Weg verwandelt, unsichtbar nun unserem äusseren Auge, bleibt es in unserem Innern haften.

Wir durchqueren den Bruch, dann lösen wir das Seil, das uns viele Stunden verband. Wie im Traum steige ich die Felsen vom Plattje herab, an jeder Quelle beuge ich mich nieder und schlürfe das Eiswasser, das aus den Gletschern kommt Und wieder ist dieser Tag vorbei.

Unsere Pickel schlagen auf den kalten Stein. Manchmal sprühen Funken durch die Nacht und wir hören die Gletscherströme in der Tiefe lauter und lauter rauschen. Kein Sturm heult mehr um unsere Wangen. Alles, was wir verliessen, ruft uns wieder zurück. Unsere Abschiedsfahrt hat ihr Ende gefunden, der Kreis unserer Tat ist geschlossen. Wir treten wieder durch das Tor unserer Hütte, die uns gastlich aufnimmt, nicht zum erstenmal, hoffen wir nicht das letztemal. Immer ist sie der Platz, wo wahre Bergkameradschaft gepflegt wird.

Am nächsten Morgen blicken wir vom Gornergrat zum letztenmal auf unsern Berg, bevor wir wieder in die Täler steigen. Er ist nun nicht mehr der Berg der vielen, er ist uns Symbol für den Sinn in allen Wechselfällen unserer Wanderungen, und wir lieben nun alle Stufen unseres Weges zu ihm und von ihm!

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