Eine Traversierung der Oetztaler Alpen mit Ski

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Mit 5 Bildern ( 102—106Von August Bommer

( Zug ) Jeden Frühling, wenn die Tage länger werden und der Schnee sich immer mehr in die höheren Regionen zurückzieht, erwacht in manchem Bergsteiger der Wunsch, noch einmal eine grosse Fahrt zu machen. Und wenn wir einmal ein Ziel ins Auge gefasst haben, lässt uns dieser Wunsch nicht mehr los, wir beschaffen uns Karten, stöbern in alten « Alpen » nach Literatur über das ausgewählte Gebiet, und ist dann die Abkömmlichkeit vom Beruf noch geregelt, geht 's los — meist auf gut Glück, denn der Wettergott koordiniert leider seine Pläne nicht immer mit unseren festgesetzten Urlaubstagen.

Nachdem 1947 die « Haute Route » von Zermatt nach Fionnay und im Frühling 1949 das Ortlergebiet Beachtung gefunden, wurden wir 1950 durch die von der Sektion Bernina organisierten Touren auf die otztaler Alpen aufmerksam. Nicht zuletzt waren es die Gerüchte über die fabelhafte Verpflegung in den ständig bewirteten Hütten der österreichischen Alpen, welche in uns die Illusion aufkommen liessen, einmal eine Tour ohne schwere Säcke machen zu können.

So bestiegen wir mit leichtem Sack am B. Mai, morgens 6 Uhr, den Zug — mit leerem Magen — da das Frühstück der Eile zum Opfer gefallen war! Das Wetter war seit Freitag unbeständig geworden, und schon in Ziegelbrücke entleerte sich aus den grauen Wolkenvorhängen, die jede Sicht auf die Voralpen verhinderten, das von den Alpinisten so unbeliebte Nass. In Sargans wechselten wir von den soliden Bänken dritter Klasse unserer SBB in die schwellenden Polster des Arlbergexpress. Dieser brachte uns in gleichmässiger Fahrt nach ötz, wo wir infolge des fesselnden Gespräches mit einem Innsbrucker Industriellen und der Kürze des Aufenthaltes wegen beinahe noch das Aussteigen verpassten. Wir glaubten nun, das versäumte Morgenessen um Mittag 1 Uhr nachholen zu können — aber schon stand der Autobus der österreichischen Kraftpost da, ziemlich gefüllt mit den in farbigen Trachten des Tales gekleideten Teilnehmern eines Jugendsingens. Der im Fonds des reichlich alten Wagens ergatterte Platz war infolge der schwingenden Bewegungen nicht das Richtige für unsere leeren Magen. Der urchige Fahrer in kurzen Tirolerhosen fuhr auch gleich « urchig » los, so dass wir bald einen Zustand erlebten, der an die hohe See gemahnte. Zu den harten Stossen, die uns herumwarfen, gesellte sich bald auch noch das Wasser, das durch das undichte Verdeck in unsere Kragen rann. Der Fahrer zeigte kein Erbarmen mit uns, denn er hielt in jeder Ortschaft des über 50 km langen Tales nur kurze Zeit an. So waren wir auch reichlich schwach, als wir gegen 4 Uhr in Zwieselstein, der Endstation der Kraftpost, ankamen und uns endlich das Morgenessen in Form von Schinken mit Ei und einem Schöppli zuführen konnten.

Zu unserm Tagesziel Gurgl führt im Winter normalerweise noch ein Pferdeschlitten, der aber zu dieser Zeit infolge des wechselnden Zustandes des Strässchens nicht mehr geführt wurde Zusammen mit drei weiteren Alpinisten konnten wir aber einen waghalsigen Jeepfahrer auftreiben, der uns mit einer tollen Fahrt durch Wasserpfützen, über Schneewächten und Gräben nach Gurgl brachte.

Wir balancierten uns mit Gepäck und Ski durch Schlamm und Pflotsch zu der uns empfohlenen Pension Jenewein, wo wir trotz Saisonende gut aufgehoben waren. Der Besitzer ist der Führerobmann des Tales, so dass er uns manchen guten Rat geben konnte. Der Höhepunkt seiner Ausführungen war unbestreitbar die Mitteilung, dass die in unserem Programm vorgesehenen Hütten nur in der Hauptsaison bewirtet sind und dass nur der Winterraum mit einem Schlüssel zugänglich sei, der nur Führern und Mitgliedern des österreichischen Alpenvereins von der Zentralstelle ausgehändigt werde. Er stellte allerdings die Möglichkeit in Aussicht, dass diese oder jene Hütte noch geöffnet sei, da noch zwei Führerpartien unterwegs waren. Diese trüben Aussichten zwangen uns, am anderen Morgen nach einem Laden für Proviant Ausschau zu halten, was jedoch nicht so einfach war, da wir die Besitzerin des Ladens erst gegen 9 Uhr ausfindig machen konnten. Nach einem Blick in das Warenlager dieser Handlung durften wir uns die Verpflegung für die nächsten Tage nur frugal vorstellen, denn ausser dem kraftlos schmeckenden Fladenbrot dieser Gegend, einer von Mäusen angefressenen Dauerwurst, etwas Butter und einer Konserve konnten wir nichts auftreiben. Und dabei hatten wir von Wienerschnitzeln und Kaiserschmarren auf 3000 m Höhe geträumt.

Gegen 10 Uhr schnallten wir unsere Ski an und setzten uns am verlassenen Skilift vorbei Richtung Gurglferner in Bewegung. Zusehends klarte der Himmel auf, und schon nach einer Stunde stiegen wir bei gleissender Sonne bei der Schönwieshütte am Eingang des Rotmoostales vorbei gegen die neue Karlsruher Hütte ( 2430 m ) an. Die Hänge sind nicht sehr steil, doch machten uns die ungewohnten Säcke und die im Zenit stehende Sonne etwas Mühe. Zu gern hätten wir in der Hütte etwas gerastet, doch war diese geschlossen, und von allen Seiten schoben sich Wolken über die Gipfel. So stiegen wir gleich durch hüfttiefen weichen Schnee die 200 m zum Gurglferner ab, den wir dann nach einem kurzen Imbiss in Angriff nahmen. Der Anfang ist mässig steil, doch bald stellt sich der Abbruch in den Weg. Er war stark verschneit und verfirnt, so dass wir auf kürzestem Weg einen zwar etwas steilen Durchschlupf finden konnten, der uns zugleich die Richtung nach unserm Tagesziel, dem Hochwildehaus ( 2853 m ), wies, das wir nach 4 Uhr erreichten. Schon im langen Anstieg streckten wir unsere Hälse, um festzustellen, ob die Hütte offen sei, was sich uns bald durch ein Räuchlein kund tat. Die Hüttengäste entpuppten sich als eine schweizerische Partie, welche mit dem Söldener Führer und Wart dieser Hütte, Eberhard Kneisl, schon einige Tage unterwegs war, und eine Wiener Partie. Wir waren dadurch der Sorge um die erste Unterkunft enthoben, und bald sassen wir vor dampfenden Teetassen. Nach einem Plausch mit den fröhlichen Wienern, traten wir vor die Hütte und erlebten einen einzigartigen Bergabend: über die von der untergehenden Sonne rotgefärbten Gipfel zogen nur noch wenige graue Wolkenfetzen. Wie wir am Morgen um 6 Uhr vor die Hütte traten, waren die Gipfel und ein Teil der riesigen Gletscherfläche schon in strahlendes Licht getaucht, bei wolkenlosem Himmel. So hielten wir rasch kurzes Frühstück und fuhren dann auf hartgefrorenem Hang auf den Gurglferner hinunter, der anschliessend ganz flach überquert wurde.

Der nun folgende Aufstieg zum Schalijoch war dafür sehr steil und bremste gewaltig unser Tempo. An verschiedenen grossen Spalten vorbei erreichten wir das Schalijoch, wo wir die Säcke deponierten. Überrascht standen wir vor einem Panorama mit einem weiten Kranz von Skibergen, wie wir es bei uns nur im Wallis finden und das sich auf dem Schalfkogl ( 3540 m ) noch erweiterte, so dass wir vor lauter Schauen und Photographieren die Zwischenverpflegung vergassen. Nach einigen Schwüngen über den steilen Firnhang standen wir wieder im Joch und ob dem von Felsen durchsetzten Couloir, das nach dem Schalfferner hinunterführt. Die Wiener fanden dafür den Ausdruck « lawinös » und bewerkstelligten den Abstieg zu Fuss. Wir mit unseren Kurzskis versuchten es mit vorsichtigem Abrutschen und einigen nicht ganz stilreinen Spitzkehren. Wegen des teilweise harten Schnees und der zur Vorsicht mahnenden Felspartien benötigten wir dafür länger, als sonst üblich, und waren glücklich, als wir mit heiler Haut auf dem Ferner standen. Dann aber begann eine Abfahrt mit Schwingen und Jauchzen im schönsten Pulverschnee, welche erst auf ca. 2800 m durch Bruchharsch unliebsam unterbrochen wurde. Ziemlich abgekämpft stapften wir die kurze Gegensteigung zur Hütte hinauf, wo wir zu unserer Überraschung den Winterraum offen fanden. Wir benützten die Gelegenheit zu einer ausgiebigen Verpflegung und anschliessender Siesta an einem trockenen Plätzchen vor der Hütte. Reichlich spät stapften wir dann durch etwas aufgeweichten Sulz den langen Niederjochferner in einer Geraden hinan. Plötzlich sahen wir hoch oben auf dem Gletscher zwei Punkte, die sich in direkter Fahrt ins Tal hinunterzogen. Nach einer wohl 3 km langen Schussfahrt kamen sie ziemlich plötzlich zum Stillstand und entpuppten sich bei unserem Näherkommen als zwei junge Kärntner, von denen der eine einen kapitalen Sturz tat und eben dabei war, seine abgebrochene Skispitze zu suchen. Da er kein Werkzeug bei sich hatte, war er herzlich froh um unsere Schrauben, mit denen der Schaden notdürftig behoben wurde. Nach einem herzlichen Dank fuhr er vorsichtig gegen die Samoar ab. Es ging stark gegen Abend, und um die Gipfel stauten sich wiederum die Wolken zu immer grösseren Gebirgen. Unwillkürlich verlängerten wir unsere Schritte, denn wir wollten noch vor Einbruch der Nacht die Similaunhütte erreichen. Diese steht auf italienischem Boden in 3019 m Höhe im Joch zwischen Hauslabjoch und Similaun und ist ständig bewirtet. Der Wirt, Platzgummer, wies uns nach dem freundlichen Empfang ein Zimmer mit 2 Betten und einer richtig funktionierenden Zentralheizung an, wo wir uns ausgiebig retablierten. In der niederen warmen Gaststube, in deren einer Hälfte sich die Küche befindet, umschlichen liebliche Düfte unsere Nasen: Als erstes gab es eine fabelhafte Gemüsesuppe, dann einen Kalbsbraten garniert. Dazu wurde uns ein ausgezeichneter Terlaner kredenzt. Hier lässt es sich tatsächlich wohl sein — wir waren auch gar nicht sonderlich enttäuscht, als uns ein letzter Blick vor die Hütte nur brodelnden Nebel zeigte, aus dem leise Schnee fiel. Nachdem uns auch der Hüttenwart für den nächsten Tag nichts Besseres prophezeite, krochen wir ohne weitere Pläne in die Betten.

Am nächsten Morgen sahen wir nichts als Nebel, so dass wir uns schleunigst wieder ins geheizte Zimmer zurückzogen. Nach dem Frühstück legten wir uns deshalb nochmals in die Federn. Um 9 Uhr hörten wir die andere Schweizerpartie mit ihrem Führer aufbrechen, und bald waren ihre Stimmen in Richtung Similaun vom Nebel verschluckt. Wir aber drehten uns auf die andere Seite und genossen den unverhofften Ruhetag, bis die fröhliche Gesellschaft gegen 11 Uhr zurückkam. Das anschliessende Mittagessen war ganz, wie wir es uns bei der Planung unserer Tour vorgestellt hatten: Schweins-braten garniert und als Nachtisch Kaiserschmarren mit PreisselbeerkompottDer Nachmittag wurde mit Lesen und Gesprächen totgeschlagen, und früh ging es in die Federn.

Am Morgen war immer noch Nebeltreiben. Doch schien er uns weniger dicht, so dass wir gegen 7 Uhr die Hütte verliessen, um mit den anderen Partien gemeinsam gegen das Hauslabjoch anzusteigen. Es lag eine dünne Schicht Pulverschnee auf harter Unterlage, plötzlich zerriss die Nebeldecke und gab den Blick frei auf den Similaun und die ihn umgebenden Berge. Unvergesslich dieser Anblick von Skibergen, welche aus den sich auflösenden Nebelfetzen auftauchten. Im Hauslabjoch ( 3279 m ) traf man sich, und trotz dem wieder einsetzenden Nebel waren alle damit einverstanden, die lockende Finailspitze ( 3514 m ) anzugehen. So lange als möglich stiegen wir auf dem ersten steilen Hang mit den Ski an, doch bald waren wir durch zunehmende Neigung und windgepressten Schnee gezwungen, die Ski zu deponieren. Der ziemlich scharfe vergwächtete Grat war bald erreicht, und im Verlauf einer halben Stunde kamen wir auf ihm ziemlich leicht zum Gipfel. Wir erlebten einen neuen Bergsteigerhöhepunkt, als sich kurz nach Erreichen der schmalen Spitze der Nebel wieder teilte und unsere Blicke in die Silvrettagruppe und das nahe Ortlergebiet schweifen liess. Der Abstieg vollzog sich in gehobener Stimmung, und bald fuhren wir übermütig in einer wohl 3 Kilometer langen Schussfahrt über den Hochjochferner ab bis auf ca. 2300 m, um dann über den vollständig aperen, von Felsen durchsetzten Südhang zum Hochjoch-Hospiz ( 2423 m ) aufzusteigen. Auch diese Unterkunft hat mit einer unserer SAC-Hütten nichts mehr gemein, denn es ist ein richtiges dreistöckiges Haus. Dank dem Schlüssel, den unser Führer mithatte, konnten wir hier kochen und uns nachher noch etwas der Ruhe hingeben. Der nun folgende Aufstieg zur Guslarspitze ( 3139 m ) ist sehr steil, und da er ganz südlich liegt, war er durch die starke Sonnenbestrahlung mehr aufgeweicht, als uns mit unseren Kurzski lieb war. Im Verlaufe des mehr als zweistündigen Aufstieges lösten sich auch einige allerdings ungefährliche Naßschneerutsche, und wir sanken mit unsern Kurzski oft bis über die Hüften ein, was von den Kameraden mit Langski nachsichtig belächelt wurde. Auch die Abfahrt nach der Vernagthütte ( 2775 m ) war nicht ganz nach unserem Geschmack, und dort wartete eine für die ganze Gesellschaft sehr unangenehme Überraschung. Die Hütte war geschlossen, trotzdem am Vortag einer unserer Führer nach Vent abgefahren war, um den Hüttenwart zu veranlassen, sie in Anbetracht der drei Partien zu öffnen und Fleisch einzukaufen! Also warteten wir in der Abenddämmerung vor der Hütte, bis der Führer aus dem Rofental heraufgeschnauft kam mit dem Bescheid, dass der Hüttenwart für einige Tage mit Gemahlin im schönen Innsbruck sei und den Schlüssel mitgenommen habe. Aber er brachte wenigstens das Fleisch mit, und mit einigen Kniffen gelangten wir vor Einbruch der Nacht auch noch in den Winterraum der Hütte. Ausser einigen Gabeln, Löffeln und defekten Tassen war jedoch kein Besteck vorhanden, so dass wir die ca. 3 kg sehniges Kuhfleisch mit einem eidgenössischem Militärmesser zu Geschnetzeltem verarbeiten mussten. Über den weiteren Verlauf der Speisung der 16 Hungrigen schweige ich mich aus. Kein Wunder, dass bald alles in den Federn lag!

Der nächste Morgen sah uns schon früh bei strahlendem Wetter auf dem Weg nach dem Fluchtkogel ( 3614 m ), der über einen weiten Gletscherkessel leicht erreicht werden kann. Nur das kurze verwächtete Gratstück zwang uns, die Ski zu deponieren. Die, Fernsicht liess wiederum nichts zu wünschen übrig — so weit das Auge reichte verschneite Gipfel, unter denen wir sogar die Berner und Walliser Alpen erkannten. Ganz nah sahen wir das Brandenburger Haus auf 3277 m Höhe, welches aber im Winter selten besucht wird, und gerade dahinter die zweithöchste Spitze der Ötztaler Alpen, den Weisskogel ( 3747 m ). Die Abfahrt über die pulvrigen Hänge war ein Genuss und gab den Führern Anlass zur Demonstration toller Skikunststücke. Nur zu schnell waren wir wieder in der Vernagt, wo uns nun noch ein ganzer Nachmittag unter brütender Sonne zu Siesta und Kartenspielen blieb. So waren wir am anderen Morgen ziemlich ausgeruht, als wir schon früh über den hartgefrorenen Vernagtferner anstiegen. Als letztes Ziel stand die höchste Erhebung der Ötztaler Alpen, die Wildspitze ( 3774 m ), auf dem Programm. Der Himmel war wiederum wolkenlos, als wir den glitzernden Ferner hinanstiegen. Das steile Broch-koglj och wurde zum grossen Teil zu Fuss überwunden, und schon um 9 Uhr standen wir auf dem grossen Gletscherplateau vor unserm Berg. Ein langer, steiler Firnhang setzte uns noch etwas Widerstand entgegen, so dass sich unsere Kolonne bald etwas auflöste, aber auf dem Grate wieder vereinigte.Von dort stapften wir in knietiefem Pulverschnee dem nördlichen Gipfel zu. Dieser trägt ein riesiges Kreuz aus Leichtmetall, das von den Ötztaler Führern zur Erinnerung an ihre im letzten Kriege gefallenen Kameraden errichtet wurde. Gemeinsam mit den Führern gedachten wir ihrer und genossen dankbar das grossartige Panorama. Etwas wehmütig stiegen wir ab, denn es war ja unser letzter Berg der Tour. An den gewaltigen Abbruchen der südwestlichen Flanke des Berges vorbei führte uns die Abfahrt auf den Taschaferner hinunter. Dann wurde das Gleiten unliebsam durch den Aufstieg nach dem Mittelbergjoch ( 3171 m ) unterbrochen; doch nachher setzen wir die Fahrt wieder auf dem langen und ziemlich flachen Mittelbergferner fort, bis sich in der Mittagshitze nochmals ein Joch in den Weg stellt, das sehr steile Rettenbachjoch ( 2998 m ), das Schritt für Schritt zurückgelegt wurde und unsere ganze Lungenkraft verlangte — und ohne Scham benützen wir die vom Führer getretenen Spuren. Und dann begann die letzte grosse Abfahrt von 3 Kilometer Länge nach Sölden ( 1377 m ). In wunderbarem Sulz schwangen wir hinab ins Rettenbachtal, das am unteren Ende schon im vollen Blust stand. Auf Schneeresten stahlen wir uns bis ans Dorf heran. Aber dann hiess es endgültig verzichten, denn blumige Matten geboten dem Skifahren halt. Ein warmer Wind strich durch das Tal und unsere an die Höhen gewöhnten Lungen arbeiteten schwer in der uns dick scheinenden Luft des Tales.

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