Einladung zum Biwakieren

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Jacques Laufer, Lausanne

Wir dreizehn, Männer und Frauen, steigen Ende März auf 2865 Meter auf, um hier oberhalb Aroila, westlich des Mont Dolin und gegenüber dem zerrissenen Tsijiore Nuove-Gletscher, eine Ski- und Biwakwoche zu verbringen '.

Die vielen, meist orangefarbenen Zelte werden im Umkreis einer weiten Terrasse rund um ein grosses, blaues Zelt aufgeschlagen: dies ist unsere Küche, unser Speisesaal, unser « Bistrot ». Hier verbringen wir die Abende und wärmen uns am duftendheissen Kaffee, der in einem grossen Becher von Hand zu Hand gereicht wird. Wenn es stürmt, schneit und die Kälte unsere Glieder durchdringt, taucht dann etwa die bange Frage auf, ob die Zeltschnüre der Belastung wohl standhalten. Dennoch plaudern, singen und träumen wir vor uns hin, lernen uns näher kennen, werden einander vertraut. Wir hören von unvergesslichen Touren und entdecken über vielerlei Umwegen diese tiefe, stille und dauerhafte Freundschaft, die Seilkameraden verbindet; sie, die zu zweit bis an die Grenze des Möglichen gehen, die schwierigsten Wände bezwingen und dabei stets auf den Partner zählen können und müssen.

Nach dem Kaffee empfängt uns draussen wieder die Kälte, unser grimmigster Gegner. Ob vom Mondlicht durchflutet oder von der Dunkelheit umhüllt, ob allmählich sich einnistend oder beissend uns ins Gesicht springend, immer ist sie da. In all den Nächten, wo die Aussentemperatur vielleicht auf-12 bis-15 ° und die Innentemperatur auf etwa -4 bis -9 ° fällt, hält sie uns beharrlich die Treue. Gewiss handelt es sich hier noch nicht 1 Diese Clubwoche der SAC-Sektion Les Diablerets, vom 27. März bis 4. April 1982, wurde von Marcel Bovigny und 101 Jean-Claude Masson geplant, durchgeführt und geleitet.

99 In den Karpaten: der Südgrat des Negoiu 100 In den Karpaten: die Podagru-Hütte ( 2136 m ) 101 In den Karpaten: See und Hütte von Bilea ( 2034 m ) l' h,>tos:R. Baiici, NE um polare, sibirische, finnische oder auch nur jurassische Temperaturen. Aber schlüpfen Sie einmal, klamm und schlotternd, in ein von Reif be-schlagenes Zelt und strecken sich - selbst im guten Daunenschlafsack - auf einer Matratze aus, die von Kondenswasser glänzt! Trotzdem schlafen wir alle einigermassen gut und jeder wird auf seine Weise mit dieser unvermeidlichen, erwarteten oder erwünschten Lehrzeit fertig...

Kerzenlöschen, die richtige Lage finden, klare Nacht, Lachen im Nachbarzelt, Windstösse, Muskelkater im Rücken, unendliche Stille, gute Nacht!

Vor allem am Morgen früh wird die Kälte zur harten Prüfung. Reif überzieht die Zeltwände und eisige Luft umgibt uns, kaum tauchen wir aus dem Schlaf und dem Schlafsack auf. Man muss die Zähne zusammenbeissen, um sich anzuziehen und sich auszurüsten. Gewiss sollte man meinen, das gehe von selbst, doch allmorgendlich empfinden wir es aufs neue als Zumutung, die klammen Füsse in die grässlichen, vor Kälte starren Skischuhe zu stecken. Kaum bereit, stolpern wir hinaus, wo zischendes Wasser, Tee, Kaffee oder heisse Schokolade, uns aufs freundlichste empfangen. ( Haben wir dem Kameraden, der zuerst aufgestanden ist, um den Schnee zu schmelzen und uns Halberfrorene mit dem herrlich wärmenden Trunk zu begrüssen, auch genügend dafür gedankt ?) Es lebe diese karge Natur, der Nordwind mit seinem Verheissen ebenso wie der Südwind mit seinem Drohen, der düster lastende Nebel ebenso wie der spielerisch glitzernde Schnee und der weite stahlblaue Himmel, vor dem sich die teils weichen, teils zackig-felsigen Formen der Berge abheben.

Der Freitag sorgt bei strahlendstem Sonnenschein für den Höhepunkt unserer Woche: die Traversierung des Pigne d' Arolla ( 3796 m ). Ein guter und langer Aufstieg, der von frohen Rufen, kleineren Zwischenfällen oder langem, gewichtigem Schweigen begleitet wird. Die Skier folgen dabei dem Rhythmus der Kolonne, links, rechts, links, rechts... und reissen den von dieser unsäglichen Weisse halb benommenen Fahrer mit sich. Harmonie und Wohlbefinden umfängt uns. Schritt für Schritt geniessen wir das einmalige Erlebnis. Diese Freude auf dem Gipfel. Händeschütteln, Lächeln, Sonne. Wir werden von einem Gefühl ungeheurer Weite erfasst: die unzähligen Berge und Täler, die sich vor uns ausbreiten, die dunklen Runsen der Bergbäche und die hellen Flecken der Weiler; unser Land, ein Zipfel Frankreichs, ein Stückchen Italien, eine Hütte, zwei Hütten, das Picknick, Erinnerungen, neue Pläne... Welche Fülle!

Der Abstieg, in unmittelbarer Nähe des Glet-

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