Furka - Paradies der Bergsteiger

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Paradies der Bergsteiger

Heinz Bächli, Volketswil

Es dürfte ausgesprochen schwerfallen, ein zweites Gebiet im Alpenraum zu nennen, in welchem auf vergleichbarer Fläche eine ebenso unerschöpfliche Konzentration klassischer Bergfährten, Klettereien aller Schwierigkeitsgrade und Skitouren zu finden ist. Tatsächlich bietet das Furkagebiet nahezu allen Ansprüchen sämtlicher Kategorien von Bergsteigern eine Fülle von Möglichkeiten: Genussklettereien, schwierigste Touren in schroffen Wänden, problemlose, aber landschaftlich überaus reizvolle Anstiege, rassige Skitouren, einsame und grosszügige Überschreitungen. Die Tourenmöglichkeiten insbesondere in der nördlichen Gruppe ( Rhonegletscherbecken-Winter-stock— und Müeterlishornkette ) sind beinahe unerschöpflich. Die südliche Gruppe ( Lucendro-Rotondo-Nufenen ) ist für den Skitouristen und vor allem für Hochgebirgswanderungen und -touren in mittleren Höhenlagen interessant. Für den Sommeralpinismus bieten sich hier jedoch weniger Möglichkeiten. Es fehlen in dieser Gruppe anspruchsvolle Eis- und Gletschertouren sowie schwierige Klettereien, von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen.

Die nachfolgende Zusammenstellung der Touren ist bei weitem nicht vollständig. Die Auswahl beschränkt sich auf die lohnendsten Anstiege, von denen die meisten über zuverlässigen Fels führen; einige rühmen sich sogar des schönsten Granits weit und breit, der lediglich noch von den monolithischen Aufschwüngen des Salbitschijen übertroffen wird.

KARTEN UND FÜHRER Das gesamte Gebiet wird kartographisch von der Landeskarten-Zusammensetzung « Gotthard », Blatt 5001, Massstab 1:50000, erfasst. Die nördliche Region ist auf dem Blatt 255, « Sustenpass », 1:50000, dargestellt, die südliche Gruppe auf Blatt 265, « Nufenenpass », 1:50000.

Im Massstab 1125000 deckt Blatt 1231, « Urseren », das gesamte Gebiet mit Ausnahme der Westumrahmung des Rhonegletschers. Dieser fehlende Teil ( Gerstenhörner—Hintere Gelmerhörner—Tieralplistock ) befindet sich auf dem westlichen Anschlussblatt 1230, « Guttannen ». Südlich des Passes dürfte Blatt 1251, « Val Bedretto », genügen, sofern der westliche Ausläufer ( Mittaghorn—Blasenhorn ) nicht aufgesucht wird.

Der SAC-Führer « Urner Alpen West » beschreibt das ganze Tourengebiet nahezu vollständig. Einige Kletterrouten neueren Datums ( zumeist in den oberen Schwierigkeitsgraden ) sind darin noch nicht publiziert. Vor allem fehlt eine Aufstellung der vielen zum Teil kurzen, aber ausserordentlich genussreichen Fahrten im Kessel des Sidelengletschers.

Eine Auswahl der schönsten und lohnendsten Skitouren findet man im SAC-Skitourenführer « Alpine Skitouren, Band I, £entralschweiz » TOPOGRAPHIE DER NÖRDLICHEN GRUPPE ( Rhonegletscherbecken- Winterstock- und Müeterlishornkette ) Nördlich der Furka-Passhöhe setzt der von Süden nach Norden verlaufende hochalpine Hauptkamm Galenstock-Dammakette an. Über die zerborstenen Burgen der Furkahörner, des Side-len- und Galengrates schwingt sich die Kette zum dominierenden Gipfel der Region auf, dem Galenstock, 3583 Meter.

Weiter nördlich, beim Angelpunkt des Tiefenstocks, 3515 Meter, stösst die Gletschhorn—Winter-stockkette gegen Osten vor. Nach dem Übergang der Winterlücke findet diese Kette ihre Fortsetzung in der durchschnittlich 3000 Meter hohen Lochberg—Müeterlishornkette, welche endlich gegen Andermatt in den weniger hohen Spitz Bergen ausstreicht.

Der Hauptkamm kulminiert nördlich des Tiefenstocks im 3630 Meter hohen Dammastock. In jähen Wänden und schmalen Eisrinnen bricht die Ostseite dieses Kammstückes ( Winterberge ) gegen das Göschener Tal ab, während auf der Westseite sanfte Hänge in die ausgedehnten Firnbecken des Rhone- und Triftgletschers leiten. Die Ostanstiege auf die Gipfel nördlich des Tiefenstocks sind nicht mehr im engeren Sinne als Touren im Furkagebiet zu verstehen. Ungeübten und unerfahrenen Alpinisten sei ausdrücklich davon abgeraten, einen Abstieg über diese Seite nach der Göschener Alp zu wagen. Die meisten Routen in dieser Flanke sind von grosser objektiver Gefährlichkeit ( Wächten, Steinschlag ) und verlangen nebst richtiger Routenwahl ein hohes Mass von Trittsicherheit.

Der Rhonegletscher wird westlich durch die ebenfalls von Norden nach Süden verlaufende Kette des Tieralplistocks, der Hinteren Gelmerhörner und der Gerstenhörner eingerahmt. Die Touren auf der Süd- und Ostseite dieses Kammes haben ihren Ausgangspunkt am Furkapass. Die Westseite der Gruppe fällt in Steilkaren gegen den Grimselpass ab.

Südöstlich des Galenstocks lehnen sich die sekundären, touristisch aber nicht minder interessanten Gipfel der Bäelenhörner an ( Gr.Büelenhorn, P. 3206.8, und Kl.Büelenhorn, P. 2940 ).

Die Gipfel der Galenstock-Dammakette sind stark vergletschert, das gleiche gilt auch für die Gletschhorn-Winterstockkette und für die Gipfel der Westumrahmung des Rhonegletschers, die zum Teil nur Too bis 200 Meter aus den Firnhängen auftauchen.

Die zerfurchten Grate auf der Nordseite der Lochberg-Müeterlishornkette fussen zwischen steilen Firnfeldern und kleinen Kargletschern. Die Südseite ist, von einigen Firnfeldern abgesehen, unvergletschert.

TOPOGRAPHIE DER SUDLICHEN GRUPPE ( Lucendro - Rotondo - Nufenen ) Das Gebiet umfasst die Gipfel zwischen Furka-, Gotthard- und Nufenenpass.

Der das Bedrettotal nördlich flankierende, vom Pizzo Lucendro über den Pizzo Rotondo zum Pizzo Gallina verlaufende Hauptkamm ist das Rückgrat der Gruppe. Die Gipfel westlich des Chüebodenhorns werden jedoch von der Nufenenpass-Seite aus begangen. Im touristischen Sinne eng zum Furkagebiet zugehörig muss aber die nördlich vorgeschobene Gruppe der Muttenhörner betrachtet werden, welche denn auch häufig vom Furkapass aus bestiegen werden.

Verschiedene Sekundärgrate ohne bedeutende Gipfelbildungen sind von geringerem Interesse.

In bezug auf die Gipfelhöhen ( um 3000 Meter ) ist die Vergletscherung in dieser Gruppe recht bedeutend. Der allgemeine Gletscherrückgang hat sich jedoch verschiedenerorts durch die Freigabe von Schutt- und Moränenhängen unangenehm bemerkbar gemacht.

ERSCHLIESSUNGSSTAND Als Nachfahren im dritten und vierten Glied unserer ruhmreichen alpinen Ahnen können wir nur noch die Schritte ihrer wagemutigen Fahrten nachziehen. Wo bleibt der Griff, der nicht schon von Menschenhand berührt, wo der Tritt, auf dem nicht schon Dutzende von Füssen gescharrt? Und väterlich mahnen die Senioren: Genug der Kletterei; was noch bleibt, sind Varianten, Haken-rasseln...! Nun denn, noch ist genügend Neuland zu finden, nicht aussergewöhnliches vielleicht, aber schöne Fahrten in festem, ausgesetztem Fels über blendenden Gletschern.

Im Winter ist ein ansehnlicher Teil der Routen bereits begangen. Trotzdem verbleiben noch viele Wände, Grate und Pfeiler. Die grossen Überschreitungen sind im Winter noch nicht gemacht. Noch lockt das Abenteuer...

JAHRESZEITLICHER ÜBERBLICK Zwei Faktoren kennzeichnen den Hochgebirgscharakter der höheren Regionen des Gebietes: einmal die recht bedeutenden Gipfelhöhen ( der 3500 Meter hohe Galenstock liegt 1600 Meter über Realp, der Gipfel des 3600 Meter hohen Dammastocks 2000 Meter über der Göschener Alp !), sodann die Exposition zu den von Norden und Süden einfallenden Schlechtwetterfronten. Die kalten Höhenstürme aus Nordwesten lassen die Temperaturen oft auch im Hochsommer empfindlich fallen.

Bei ausgesprochenen Föhnlagen stecken die Gipfel nicht selten tagelang in dichten Nebelschwaden; anderseits ist das Gebiet eine Wetterscheide ( hauptsächlich Nord/Süd ), was zur Folge hat, dass vielfach ganz unerwartet und im Gegensatz zu den angrenzenden Gebieten Aufhellungen eintreten, die zu kürzeren Touren ausgenützt werden können. Viele Routen sind infolge ihrer Steilheit und Südexposition ohnehin rasch schneefrei und trocken.

Im Frühjahr sperren gewaltige Schneemassen den Furkapass. Mit fortschreitender Ausaperung und Räumung der Strasse können im Mai und Juni die Skitourengebiete des Tiefen- und Rhonegletschers aufgesucht werden. Früher im Jahr sind die Stützpunkte geschlossen ( Furka-Belvé-dère ) oder müssen von Realp aus erreicht werden ( Albert-Heim-Hütte ). Im März und April, bei sicheren Schneeverhältnissen auch im Hochwinter, bieten aber die Gipfel der südlichen Gruppe ( Lucendro - Rotondo - Nufenen ) eine Fülle schönster Skitouren.

In verschiedenen der Sonne ausgesetzten Wänden der nördlichen Gruppe ( Gletschhorn - Winterstock - Lochberg - Müeterlishornkette sowie Büelenhörner ) kann bereits im Frühjahr geklettert werden, wobei in der Regel ein Skidepot angelegt wird.

Ab Mitte Juni etwa können die höheren Gipfel auch zu Fuss aufgesucht werden. Da die Gipfelgrate der Hochregion oft bis Mitte Juli stark ver- wachtet sind, ist diesem Umstand namentlich in Rinnen und wächtenbedrohten Wanddurchstiegen Rechnung zu tragen.

Mit fortgeschrittener Saison ( September ) erschweren an einigen Stellen Spalten und Bergschründe die üblichen Anstiege. Für den geübten Alpinisten treten dabei aber praktisch nirgends eigentliche Probleme auf.

Die Sommersaison wird zumeist durch die ersten massiven Schneefälle ( Ende September—An-fang Oktober ) abgebrochen. Gewöhnlich folgt dann aber noch eine Reihe schönster Spätherbsttage, welche unvergessliche Touren unter tiefblauem Himmel ermöglichen.

Mit dem Winter kehren auch Stille und Einsamkeit zurück, und mit dem Winterbergsteigen hält der Alpinismus in seiner ursprünglichen Form wieder Einzug...

HÜTTEN UND ZUGANGE Albert-Heim-Hütte, 2541.6 Meter ( nördliche Gruppe ) Diese herrlich gelegene SAC-Hütte befindet sich auf einem Felskopf östlich des Tiefengletschers. Sie ist der Ausgangspunkt für unzählige Fahrten rund um den Tiefengletscher. An schönen Wochenenden ist sie allerdings meist recht gut besetzt.

Zugang von Tiefenbach ( Postauto ): Über Alpetli, längs des Tiefenbaches in die Moränenmulde südlich der Hütte und von Westen auf die Hüttenfelsen, 1 Stunde.

Automobilisten befahren zumeist das schmale Fahrsträsschen, welches unmittelbar hinter dem Weiler Tiefenbach auf den Tatsch führt ( Parkplätze ). Von hier auf breitem Pfad ungefähr auf der Höhenkurve 2400 nach Norden in die Moränenmulde südlich unter den Hüttenfelsen, 3/4 Stunden.

Der Zugang von Realp ist wesentlich anstrengender ( 3 Std. ). Der Weg führt über dem Bannwald vorerst südlich, dann nördlich des Lochberg- Baches unter die Felsen von Sunnig Berg und in weitem Bogen an den Westfuss der Hüttenfelsen. Die Skiabfahrt führt auf dem erwähnten Sommerweg oder über P. 2591 zum Tatsch. Von hier zum Hotel Galenstock ( P. 1995 ) und steil über den Osthang von P. 1891.9 nach Realp ( Markierungsstangen ).

Sidelenhütte ( nördliche Gruppe ) Standort auf 2710 Meter, genau südlich des Gr.Büelenhorns ( P. 32o6.8),am oberen Moränenende des Sidelen Gletschers. Die Hütte ist nicht allgemein zugänglich. Sie ist Eigentum der Alpinen Sportschule Andermatt.

Alphütten in der nördlichen Gruppe Auf der Südseite der Müeterlishorn-Spitz-Berg-Kette findet man zur Alpzeit einfache Unterkünfte, wodurch die zum Teil recht langen Zustiege aus dem Tal vermieden werden können.

Unterkünfte an der Passstrasse Die verschiedenen Hotels ( Galenstock, Tiefenbach, Passhöhe, Belvédère ) sind bewirtschaftet, sobald die Strasse offen und durchgehend befahrbar ist. In der übrigen Zeit bleiben sie geschlossen.

Ein beachtlicher Teil der Touren ( vor allem im Sidelenkessel ) kann direkt von den verschiedenen Parkplätzen an der Furkastrasse aus begangen werden.

Rotondohütte, SAC, 2571 Meter ( südliche Gruppe ) Die Hütte steht auf den Felsen über der Nord-moräne des Witenwasserengletschers. Zugang von Realp durch das Witenwasserental, 3 Vi Stunden. Der Winterweg, welcher gut markiert ist, ist nach einer Schönwetterperiode auch im Hochwinter relativ lawinensicher.

Das Tourengebiet erstreckt sich vom Pizzo Lucendro über den Pizzo Rotondo bis zum Chüebodenhorn. Über Leckihorn und Muttenhörner ist eine Verbindung zum Furkapass möglich.

ÜBERGÄNGE IN DER NÖRDLICHEN GRUPPE'Mgelisgrätli, 2661 Meter Kürzeste Verbindung zwischen Furka und Grimsel. Lohnender und häufig begangener Weg, welcher zugleich den Zugang zu den Süd- und Ostanstiegen des Vorderen Gerstenhorns vermittelt. Eine gewisse Spaltengefahr auf dem Rhonegletscher besteht lediglich im Vorsommer bei Restschneebedeckung.

Gelmerlimmi, ca. 3050 Meter Hochalpiner Übergang von der Furka zur Gelmerhütte ( Handegg ). Den einfachsten Durchgang zwischen den Türmen der Hinteren Gelmerhörner vermitteln die Lücken nördlich und südlich von P. 3100. Die Lücke nördlich des Hinteren Gerstenhorns ( P.3172.6 ) ist auf ihrer Westseite schlechter begehbar.

Triftlimmi, ca. 3080 Meter Diese Firneinsattelung ( Untere Triftlimmi ), nordwestlich des Tieralplistocks trennt den Rhonegletscher vom Triftkessel. Das prächtige Skitourengebiet um die Trifthütte wird mit einer Überschreitung der Triftlimmi ( in Verbindung mit einer Besteigung des Damma- oder Tieralplistocks ) am bequemsten erreicht.

Untere Büelenlücke, ca. 2880 Meter Leichter Übergang vom Furkapass zur Albert-Heim-Hütte. Der sanfte Firnhang auf der Nordseite ist nahezu spaltenlos. Die Untere Büelenlücke stellt den schnellsten Zugang von der Albert-Heim-Hütte zum Sidelen Gletscher dar.

Tiefensattel, 3335 Meter Der nördliche Tiefensattel vermittelt den kürzesten und sichersten Übergang vom Tiefengletscher ( Albert-Heim-Hütte ) zum Firnbecken des Rhonegletschers. In Verbindung mit einer Bestei- gung des Tiefenstocks ergibt sich für den erfahrenen Skialpinisten ein überaus lohnender Zugang zum Tourengebiet der Trifthütte.

Winterlücke, 2854 Meter Diese Lücke dient als Übergang von der Albert-Heim-Hütte zur Dammahütte. Die Nordseite bietet dem geübten Alpinisten keine Schwierigkeiten ( bei Vereisung des Couloirs über die Winteregg ).

Lochberglücke, 2815 Meter, und Aelpergenlücke, 2782 Meter Häufig begangene, unvergletscherte Hochpässe zwischen Göschener Alp und Urserental ( Wegspuren ). Die Lochberglücke vermittelt den Übergang von der Albert-Heim-Hütte ins Göschener Tal; die Aelpergenlücke verbindet das Göschener Tal mit Realp. Beide Lücken sind mit Ski begehbar.

Die weiter östlich gelegenen Lücken in der Müeterlishorn-Mittagstock-Spitz-Berg-Kette sind als eigentliche Übergänge ohne Bedeutung. Sie werden jedoch bei der Begehung der Gratrouten dieser Gruppe im Auf- oder Abstieg berührt.

ÜBERGÄNGE IN DER SÜDLICHEN GRUPPE Aus der Vielzahl der Übergänge in dieser Gruppe seien nur die wichtigsten erwähnt. Sie sind, obwohl teilweise vergletschert, vom Geübten ohne Schwierigkeiten begehbar, auch mit Ski. Als selbständige Tourenziele fallen sie im allgemeinen weniger in Betracht. Meistens werden diese Übergänge mit einer Gipfelbesteigung verbunden.

Passo d' Orsino, ca. 2580 Meter, und Gatscholalücke, 2528 Meter ( Passo d' Orsirora ) Diese beiden Pässe südlich des Winterhorns verbinden das Urserental mit der Gotthard-Pass-höhe. In Verbindung mit dem Passo di Lucendro, 2524 Meter, kann in schöner Hochgebirgswanderung ins vordere Bedrettotal abgestiegen werden.

Passo di Cavanna, 2613 Meter, und Hüenersattel ( Ronggergrat ), 2695 Meter Beide Lücken bieten einen leichten Übergang von Realp ( Rotondohütte ) ins Val Bedretto.

Witenwasserenpass, 281g Meter Dieses Gletscherjoch im Herzen der Gruppe, zwischen Witenwasserenstock und Leckihorn, verbindet einerseits den Rotondopass mit der Rotondohütte, anderseits ermöglicht es aus dem Tourengebiet dieser Hütte einen direkten Abstieg nach Oberwald. ( Das Gerental ist ausserordentlich lawinengefährdetPasso di Rotondo, 2J64 Meter Zwischen Chüebodenhorn und Pizzo Rotondo gelegener Pass, welcher als Übergang von All'Acqua ( Val Bedretto ) nach Oberwald und in Verbindung mit dem Witenwasserenpass nach Realp benützt wird. ( Da das Gerental sehr lawinengefährdet ist, kann die Abfahrt nach Oberwald nur selten gewagt werden. ) Leckipass, 2892 Meter Der Pass liegt am Nordfuss des Leckihorns und dient als Übergang von der Rotondohütte zu den Muttenhörnern. In Kombination mit der Schwär-zilücke ( nördlich P. 2808 ) im Kamm der Stotzigen Firsten kann die Verbindung zur Furka-Passhöhe oder zur Haltestelle Furka der Furka-Oberalp-Bahn hergestellt werden.

GIPFELBESTEIGUNGEN IN DER NÖRDLICHEN GRUPPE Einfache Besteigungen, Ski- und Gletschertouren Kl. Furkahorn von Süden Gr. Furkahorn von Südwesten Kl. Büelenhorn über Untere Büelenlücke ( Ski ) Eggstock Schneestock Dammastock Hinterer Rhonestock Tieralplistock Diese Gipfel sind über den Rhonegletscher als längere, aber unschwierige Gletschertouren durchführbar, wobei die einzelnen Gipfel auch überschritten und kombiniert werden können. Für den Skifahrer bilden sie, mit Ausgangspunkt Belvédère, herrliche Tourenziele.

Tiefenstock vom Rhone- oder Tiefengletscher ( insbesondere mit Ski etwas anspruchsvoller ) Lochberg von Westen oder Osten ( Ski, unvergletschert ) Blaubergstock von Lochberg- oder Aelpergenlücke Spitzi und Spitzigrat ( lohnende Aussichtspunkte ) Kletter- und Hochtouren in den unteren Schwierigkeitsgraden Gerstenhörner ( verschiedene, meist kurze Klettereien, hervorragende Aussichtspunkte ) Hintere Gelmerhörner ( Eine detaillierte Beschreibung dieser Kette ist noch nicht publiziert. Die verschiedenen Gipfel sind auf verschiedenen Varianten erreichbar. ) Galenstock-Südgrat ( klassische, auch mit Ski vielbegangene Hochtour, bei Vereisung schwieriger ) Sidelengrat P. 3 i 15 - Südgrat Gletschhorn - Südwestflanke ( Normalroute, Einstiegsseillänge etwas plattig ) Winterstock-Südgipfel - Südgrat Müeterlishorn-Hauptgipfel von Nordwesten oder Nordosten Kletter- und Hochtouren in den mittleren Schwierigkeitsgraden Die Möglichkeiten sind fast unerschöpflich. Besonders im Sidelenkessel und in der Winterstock- Müeterlishorn-Kette bieten viele Gratrouten, ohne besonders schwierige Kletterpassagen, herrliche Genusskletterei, sofern man sich an die Routenführung hält.

Kl. Furkahorn-Westgrat ( kurze, nette Kletterei ) Sidelenhorn P. 3217 - Südgrat Galenstock-Nordgrat ( grossartiger, auch im Frühjahr vielbegangener Anstieg ) Galenstock-Südostgrat oder Südostrippe ( beides lohnende Anstiege im dritten Grad ) Kl. Büelenhorn-Westgrat ( kurz, verschiedene Varianten ) Vorderer und Hinterer Rhonestock, Traversierung von Süden nach Norden ( empfehlenswerte, nur selten durchgeführte Fahrt ) Gletschhorn-Südgrat und -Südostrippe ( bekannte, schöne Klettereien; Südostrippe etwas anspruchsvoller, weniger häufig begangen ) Winterstock-Südwandrouten des Haupt- und Westgipfels Winterstock-Traversierung Blauberg-Traversierung Müeterlishorn-Traversierung Müeterlishorn-Westgipfel — Nordwestgrat Hinter Feldschijen von Süden ( Zugang von Albert-Heim-Hütte über Lochberglücke ) Mittagstock-Traversierung über Südwestgrat zur Mittaglücke Spitz Berg Klettertouren in den oberen Schwierigkeitsgraden:

Vorderes-Gerstenhorn - Ostgrat Vorderes-Gerstenhorn - Südwand Schwarzes Bügeleisen und Türme ( Sidelenkessel ) Via Ispano - America ( Sidelenkessel ) Via Ispano — Suiza ( Bergfalkenturm, Sidelenkessel ) Gr. Furkahorn — Ostsüdostgrat Gr. Furkahorn — Ostpfeiler Sidelenhorn P. 3217 - Ostpfeiler Galengrat P. 3252 - Südwand Galengrat P. 3252 - Südostpfeiler Galenstock — Nordwestwand Galenstock - Südwand Kl. Büelenhorn Südwandrouten ( z.Z. vier Routen ) Gr. Büelenhorn - Ostgrat Gr. Büelenhorn - Südostgrat und Südgrat Gr. Büelenhorn- Südwestwandrouten ( z.Z. fünf Routen ) Gr. Büelenhorn — Westpfeiler Tiefenstock - Südwand Dammazwillinge — Südwandrouten Gletschhorn - Ostwand ( verschiedene Varianten ) Gletschhorn - Südwestsporn Gletschhorn - Ostgratpfeiler Graue Wand und Graue Platten ( Südwandan-stiege von P. 3172 im Ostgrat des Gletschhorns ) Winterstock-Südgipfel - Südostgrat Sunnig Berg-Südwand Lochberg - Südwand Blauberg Stock - Südwestpfeiler Müeterlishorn - Direkte Südwand Müeterlishorn Hauptgipfel - Südgrat Spitz Berg - Südostkante und Südostgrat Spitzigrat P. 2694- Südostwand ( zwei Routen ) Sehr schwierige, kombinierte Touren und grosse Überschreitungen Grössere kombinierte Fahrten und schwierige Eistouren sind infolge der beschränkten Wandhöhen nicht zahlreich. Die Ostanstiege der Dammakette gehören nicht mehr zum unmittelbaren Tourenbereich des Furkagebietes; dagegen bestehen viele Möglichkeiten für lange bis sehr lange Überschreitungen.

Galenstock - Nordwestrippe ( beste Zeit Juni ) Galenstock - Ostwandcouloir ( objektiv nicht ungefährlich ) Tiefenstock — Nordwand ( grosse, sehr schwierige Tour, nur bei guter Firnbedeckung, steinschlaggefährdet. Zugang von der Albert-Heim-Hütte über das Obere Gletschjoch ) Dammazwillinge von Nordosten ( Zugang wie oben ) Überschreitung Furkahörner-Galenstock Überschreitung Galenstock-Tiefenstock-Rhone-stock— Dammas tock-Schneestock-Eggstock ( grossartige, sehr lange Tour ) Überschreitung Winterstock—Gletschhorn—Tiefenstock ( lange, kombinierte Klettertour im mittleren Schwierigkeitsgrad ) Überschreitung Blauberg—Müeterlishorn—Mittaghorn—Spitz Berg ( sehr lange, praktisch reine Felstour ) GIPFELBESTEIGUNGEN IN DER SÜDLICHEN GRUPPE Alle Gipfel sind leicht zu erreichen. Einige erfordern kurze, leichte Kletterei ( zum Beispiel die Normalrouten auf den Pizzo Rotondo, auf das Stotzig Muttenhorn und das Gr. Muttenhorn ). Die meisten Routen werden auch vom Skialpinisten begangen.

Eigentliche Klettereien findet man am Pizzo Lucendro, am Witenwasserenstock, am Pizzo Pesciora, am Pizzo Rotondo ( Südostgrat ), an der Überschreitung der Sass- und der Muttenhörner.

Schwierige Routen sind der Nordgrat des Pizzo Rotondo und der Südwestgrat des Witenwasseren-stocks. Für die schwierigen Rovino-Türme auf der Südseite des Pizzo Rotondo ist All'Acqua im Val Bedretto der geeignete Ausgangspunkt.

Eistouren sowie grössere kombinierte Fahrten fehlen in diesem Gebiet ganz. Die schwierigsten, aber kaum lohnenden Anstiege dieser Art dürften die Routen in den Nordflanken vom Stotzig Muttenhorn und Pizzo Rotondo sein.

Die Überschreitung vom Hüenerstock zum Pizzo Rotondo ist eine sehr schöne, aber ziemlich lange Tour.

Die Gipfel westlich des Chüebodenhorns gehören nicht mehr zum Tourengebiet der Rotondohütte.

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