Gebrüder Kümmerly: Distanzenkarte des Berner Oberlandes

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E. Wagner: Carte des Alpes Fribourgeoises, publiée sous les Auspices de la Section Moléson S.A.C. Fribourg, librairie Josué Labastrou.

Albert Barbey, X. Imfeld et Louis Kurz: La Chaîne du Montblanc.

Auch neben den Schlußpublikationen der Alpinen Blätter des Sieg-fried-Atlas nehmen die oben genannten Karten unter den Schweizer Publikationen von 1896 einen sehr ehrenvollen Rang ein. Die Distanzenkarte ( Preis roh Fr. 3, aufgezogen in Taschenformat Fr. 4. 50, als Wandkarte mit Stäben Fr. 6 ) ist bearbeitet auf Grundlage der Karte von W. H. Kutter und R. Leuzinger. Maßstab 1: 200,000. „ Sie enthält neben einer ausführlichen topographischen Darstellung des Wegnetzes, der Gewässer und Gebirge die Distanzenangaben zwischen sämtlichen Ortschaften und allen wichtigern Punkten, als Bädern, Bahnstationen, Berggipfeln, Hotels, Clubhütten, Pässen. Die Distanzen sind durch rote Linien und Zahlen markiert, im Gebirge ist überall Steigen gerechnet. Die Marschstunde auf ebenem Terrain ist zu 4,8 km. gerechnet; auf Wegen von über 15 °/o Steigung sind 400 Meter Steigung = 1 Marschstunde. Auf bewachsenem, weglosem Terrain sind 300 Meter Höhendifferenz = 1 Marschstunde. Auf Fels und Gletscher ist der Distanz-berechnung nicht der Höhenunterschied zwischen zwei Punkten, sondern die zur Ersteigung unter normalen Verhältnissen erforderliche Zeit zu Grunde gelegt. " Diese Erklärungen, die auf der Rückseite der Karte abgedruckt sind, habe ich bei Nachprüfung der vielen mir bekannten Strecken durchgehends richtig befunden, und ich kann die gut aussehende und leserliche Karte bestens zum Gebrauch „ im Felde " und zum Projekt-rechnen zu Hause empfehlen.

Die Carte des Alpes Fribourgeoises ist nach den amtlichen Materialien des eidgenössischen topographischen Bureaus unter der Leitungvon Simon Crausaz, Léon Glasson und Hubert Labastrou 1896 entworfen und von dem Kartographen E. Wagner in Zürich recht sauber, mit Schraffen und einem braunen Reliefton, graviert. Maßstab 1:100,000. Vor der als Beilage zu Jahrbuch XII S.A.C. erschienenen Leuzinger-karte der Freiburger Alpen hat die neue den Vorzug einer etwas größeren Ausdehnung des dargestellten Gebietes und modernisierte Nomenklatur etc. Dagegen fehlt neben den Kurven auch die Leuzingersche Feinheit der Felsdarstellung. Der Preis der Wagnerschen Karte ist nur 80 Cts ., und das ist sie reichlich wert.

Ein Prachtwerk und doch zum praktischen Gebrauche handlich ist die Montblanc-Karte, die M. Barbey im Selbstverlag herausgegeben hat. Sie ist auf seine Veranlassung und Kosten gezeichnet worden von X. Imfeid nach den Aufnahmen, Messungen und Namensbestimmungen von L. Kurz und nach den besten existierenden Karten. Sie ist im Maßstab von 1: 50,000. Stich und Druck in Relieftönen sind von Gebrüder Kümmerly in Bern, die Felszeichnung ist das letzte Meisterwerk R, Leuzingers. Das äußere Umrißbild ist nicht gerade schön wegen der Ähnlichkeit mit einem Schlauch, aber alle Einzelheiten sind von wunderbarer Wirkung. Die Kurven fehlen. Ich möchte nicht so weit gehen wie Prof. Heim, zu behaupten, daß dies im Montblancgebiet gleichgültig sei, aber ich begreife, daß M. Barbey, wenn er mit seinem Werke herauskommen wollte, was bei der darin steckenden Masse von Arbeit und Geld begreiflich ist, nicht auf eine neue Triangulation warten konnte, die in diesem Jahrhundert schwerlich fertig wird. Und mit dem Material der alten französischen und italienischen Karten war kein Kurvennetz zu zeichnen, das eine Nachprüfung vertragen hätte. Die Zuverlässigkeit dieser Karte hängt auch in Beziehung auf Höhenquoten und Nomenklatur teilweise von altem Material ab, immerhin haben die an derselben Beteiligten in langen Jahren so viel Studien in dem Gebiete gemacht, daß sie mindestens auf das Zutrauen Anspruch machen können, das man seiner Zeit Mieulet und Adams O'Reilly entgegengebracht hat. In der alpinen Litteratur des letzten Jahres habe ich nur Anerkennendes gelesen, für meine Zwecke habe ich immer Belehrung gefunden und so darf ich wohl glauben, daß für einige Zeit diese Karte das Beste sein wird, was wir über das Montblancgebiet besitzen. Mögen daher die Clubgenossen der Herren Barbey und Kurz vor allem durch Ankauf dafür sorgen, daß die Herren den Lohn für ihre mühevolle Leistung nicht nur in ihrem Innern suchen müssen.Redaktion.

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