Gletscherbeobachtungen 1936 in der Schweiz

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Zusammenfassung.Von p _L Mercanfon.

Das nivometrische Jahr 1935/36 ( 1. Oktober bis 30. September ) zeichnete sich durch meist zu hohe mittlere Monatstemperaturen aus, einzig der Juli war etwas zu kalt, der Januar dafür ausserordentlich warm, besonders im Mittelland. Die Folge hievon war, dass die Niederschläge bis gegen 2500 m hinauf hauptsächlich in Form von Regen fielen. Erst von dieser Höhenlage an erhielten die Schneefälle Bedeutung. Oberhalb 3000 m machte sich dann in bezug auf den Firnzuwachs der etwas zu kühle Sommer besonders geltend. Als Dicke der neuen Firnschicht wurde im Herbst 1936 festgestellt: Diablerets 1,3 m, Silvrettapass 1,6 m, Clariden ( 2700 m ) über 3 m, Jungfraufirn über 4 m. Die Messungen an der Schneeskala auf Diablerets ergab eine Zunahme von 2,5 m, am Eiger 8 m usw. Die hochgelegenen Totalisatoren hatten im Berichtjahr mehr Niederschlag zu verzeichnen als im Vorjahr. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der Schneebestand der Alpen eine Zunahme erfahren hat, hauptsächlich wegen der zu geringen sommerlichen Abschmelzung.

Die Kontrolle der Gletscher, die hauptsächlich durch die kantonalen Forstbeamten, ferner durch Mitglieder der Schweizerischen Gletscherkommission und durch Alpinisten erfolgte, blieb im Jahr 1936 auf eine Auswahl von 69 beschränkt. Man hat neben finanziellen Gründen die Zahl in erster Linie deshalb vermindert, weil durch den ständigen Rückgang der Gletscher deren Enden sich heute zum Teil an steilen Abstürzen befinden, wodurch genaue Messungen verunmöglicht werden. Wir möchten an dieser Stelle allen unseren Mitarbeitern den verbindlichsten Dank aussprechen, insbesondere den Kraftwerken Oberhasli und den Bernischen Kraftwerken, die seit Jahren speziell am Unteraargletscher sorgfältige Messungen vornehmen. Diese " ' .( "

Messungen sind deshalb besonders wertvoll, weil die Gletscherkommission seit 1936 in Ausführung ihres Programmes an diesem Gletscher Sondierungen über seine Tiefe durchführt. Diese Sondierungen geschehen mittels Sprengschüssen und die Aufzeichnung der durch diese hervorgerufenen Erschütterungen des Eises. Diese Arbeit muss im Laufe der nächsten Jahre über die ganze Gletscherzunge hin ausgedehnt werden. Der S.A.C. hat hiefür pro 1937 eine ansehnliche Subvention in Aussicht gestellt, für welche ihm der herzlichste Dank gebührt. Die Eistiefen, die bis jetzt im unteren Teil des Unteraargletschers gefunden wurden, bewegen sich um 200 m.

Wie aus den Tabellen hervorgeht, ist die Mehrzahl der schweizerischen Gletscher ständig im Zurückweichen begriffen. Bei einigen der bedeutendsten von ihnen, wie Gorner-, Aletsch-, Morteratsch- und Unteraargletscher kann man diesen Rückgang bereits seit mehr als 50 Jahren verfolgen. Die Rückzugserscheinungen zeigen sich übrigens allgemein in den Alpen, ebenso in Skandinavien und auch sonst fast überall auf der Erde.

Für das Jahr 1936 kann zusammenfassend gesagt werden: Von den Gletschern in der Schweiz befanden sich 84 % im Rückzug, 7 % blieben stationär und nur 9 % zeigten einen deutlichen Vorstoss.

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