Hegi und Dunzinger: Alpenflora

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Es ist eine erfreuliche Tatsache, daß die bekannte Schrötersche Taschenflora in obigem Buche einen jüngeren Bruder bekommen hat, der sich dem älteren würdig an die Seite stellt und neben ihm seine Wanderungen durch die Berge angetreten hat. In der Tat glaubt man, was die äußere Form anbetrifft, Schröters Flora in der Hand zu haben. Unser Büchlein weist jedoch eine größere Menge Illustrationen auf; auch ist die Qualität derselben den Schröterschen mindestens ebenbürtig. Die Bilder sind sehr gut, naturwahr, ohne Übertreibungen im Kolorit. Im Gegenteil ist, übrigens als einzige Ausnahme, die Tafel der Gattung Primula ( Tab. 20 ) doch zu farblos geraten. Diese in allen Nuancen vom dunkelsten Schwarzviolett bis zum leuchtendsten Rot prangenden herrlichen Alpenblumen sind hier alle mit fast demselben Trübrot wiedergegeben.

Der Text ist ausführlich und klar, jedoch wird derjenige, der nur die Schweiz durchstreift, mit bezug auf Standorts- und Verbreitungsangaben etwas enttäuscht sein. Diese sind etwas zu allgemein gehalten, und etwelche spezielle Angaben betreffen meist nur die Ostalpen, namentlich Bayern. Und ein bedauerlicher Irrtum ist die Bemerkung über das jedem Schweizertouristen wohlbekannte und unsere Alpenmatten oft auf große Strecken blau färbende Alpenveilchen, Viola calcarata L. „ nicht sehr selten " auf Weiden und Geröllhalden der höheren Alpen. Bei der Daphne striata Tratt. wäre eine kurze Angabe ihrer typischen Verbreitungsbezirke, außerhalb welcher man die Pflanze vergeblich sucht, sehr erwünscht.

Hauptsache bei einem Buch dieser Art sind schließlich die Illustrationen, und diese sind wirklich mustergültig. Man schlage nur gleich Tabelle 1 der alpinen Nadelhölzer auf. Besonders gut gefielen mir auch die sehr schwer im Bild zu charakterisierenden Saxifragen ( Tab. 14 ), die Anemonen ( Tab. 10 ) und die großen Enzianen ( Tab. 23 ).

Das Büchlein möchte ich allen Freunden der Alpenflora warm empfehlen und wünsche ihm viel Glück auf seinen Wanderungen.

Hans Dübt.

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