Himalaya-Chronik 1981

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Trevor Braham, Lausanne

Ziel unserer Chronik ist es, die Höhepunkte der alpinen Tätigkeit des vergangenen Jahres im Gebiet des Himalaja, des Karakorums und von Zentralasien aufzuzeichnen. In diesen Gegenden können Expeditionen nur mit Einwilligung der jeweiligen Regierungen, also derjenigen von Nepal, Pakistan, China oder Indien durchgeführt werden.

Von einem rein geographischen Standpunkt aus mag der Titel dieser Chronik nicht ganz korrekt sein. Die Leser werden uns verzeihen, wenn wir hier den Namen « Himalaja » in seinem weitesten Sinn verwenden, die verschiedenen Hauptketten des asiatischen Hochlandes als Ganzes erfassend. Der Alpinismus hat im Laufe der Jahre in diesem Gebiet rasch an Bedeutung gewonnen. Allein in den letzten 4 Jahren nahm er um 300% zu. Mit über 200 Expeditionen im vergangenen Jahr scheint mir die Zeit gekommen, da diese Chronik neu gestaltet werden sollte. Aus diesem Grund wird das Hauptgewicht auf denjenigen Expeditionen liegen, die aus einem besonderen Grund erwähnt zu werden verdienen, wie Erstbesteigungen, neue Routen, Besteigungen von Achttausendern, Besteigungen im alpinen Stil, technisch schwierige oder unter ausserordentlichen Bedingungen erfolgte Expeditionen. Alle übrigen werden in dieser Chronik nur kurz erwähnt, um dennoch eine einigermassen vollständige Übersicht über das Jahresgeschehen zu vermitteln.

In der heute wettkampforientierten Atmosphäre, in der das Gewicht immer mehr auf ein hohes technisches Niveau gelegt wird, stossen grossangelegte, kostspielige Expeditionen auf bereits erforschten Routen - ungeachtet der persönlichen Befriedigung der Beteiligten - nur noch auf geringes Interesse. Mehr als je zuvor zählt deshalb die Qualität der Besteigung. Und nicht nur das - es zählt auch die Art und Weise, wie eine Expedition geführt wird, und der Einfluss, den sie auf die unmittelbar betroffene Gegend hat. Es wäre gewiss eine triste Entwicklung unserer alpinistischen Tätigkeit, wenn diese in bisher unberührten Gegenden zu ernsthaften sozialen und ökologischen Veränderungen führen würde, zur Zerstörung von traditionellen Lebensgewohnheiten in den Dörfern, zu einer unfairen Ausnutzung der beschränkten lokalen Brennstoff- und Lebens-mittelreserven der Bevölkerung. Mit der wachsenden Anzahl der Expeditionen werden diese Probleme eine neue Bedeutung erhalten. Es wird immer wichtiger, dass sich jede Expedition dieser Probleme bewusst ist und von sich aus einem fundamentalen Verhaltenskodex gehorcht, bevor die betreffenden Behörden mit strengen Gesetzen und folgenschweren Strafmassnahmen einschreiten müssen.

Nepal. 1981 gaben die nepalesischen Behörden 37 neue Gipfel für ausländische Expeditionen frei und erhöhten damit die Anzahl der zugänglichen Gipfel auf 122. 77 Expeditionen aus 20 Ländern besuchten Nepal, darunter 4 Winterexpeditionen und 3 kommerziell organisierte Expeditionen. Wie üblich beherrschten die Japaner mit 24 Teams die Szene. Man schätzt heute die Anzahl Japaner, die jedes Jahr das asiatische Hochgebirge besuchen, auf 800. In diesem Jahr verunglückten 36 japanische Bergsteiger tödlich in China, Indien, Nepal und Pakistan.

Pakistan. 33 Expeditionen ( davon t 1 japanische ) besuchten Pakistan. Nur deren 12 erreichten ihr Ziel. Heftige Stürme beherrschten die wichtigsten Berggebiete dieser Gegend im August und September.

Indien. In Indien belief sich die Anzahl der vom IMF ( Indian Mountaineering Foundation ) registrierten, eigenen Expeditionen auf total 141, wovon 77 auch ausländische Mannschaften dabei hatten. Einige wenige erwähnenswerte Besteigungen wurden durchgeführt, wie z.B. der Shivling über den Ostpfeiler ( von den Engländern ) und der Nanda Devi über die Nordostwand ( von den Tschechen ). Viele dieser Expeditionen bestanden aus kleinen Gruppen, die weniger wichtige Gipfel in Kaschmir, Ladakh, Kulu, Lahul und in Garhwal, als beliebteste Gegend, erstiegen. Es gab 37 Todesfälle, darunter 15 Japaner ( die 19 Expeditionen gestartet hatten ). Zehn Inder verunglückten tödlich, fünf von ihnen bei der Fall-schirmspringer-Expedition auf den Nanda Devi. Um bei den Alpinisten vermehrte Wachsamkeit für die Erhaltung der Natur zu wecken, veröffentlichte die IMF eine Broschüre, die eine Liste der Dinge enthält, welche Alpinisten und Trekkingtouristen tun oder lassen müssen. Ferner hat sie kürzlich alle Expeditionen zu vermehrten Anstrengungen aufgerufen, um die Einhaltung aller grundlegenden Verhaltensregeln zu erwirken. Dies ist zweifellos ein erster Schritt in die richtige Richtung, aber man ist sich vielleicht nicht ganz bewusst, dass hier, wie überall im Himalaja, 90% des ökologischen Schadens durch die Bevölkerung selbst verursacht wird, für welche das Holz die einzig verfügbare Brennstoff-Quelle ( zu Koch-und Heizzwecken ) darstellt.

China. 1981 waren in China etwa 30 Expeditionen unterwegs, wovon 15 aus Japan. Während die CMA ( Chinese Mountaineering Association ) weiterhin eine Flut von Gesuchen aus vielen Ländern erhält, muss gesagt werden, dass auch heute die Kosten für eine Expedition in China weit grosser sind als in anderen Ländern. Die Erfahrung lehrt, dass bei jeder Budgetierung etwa noch 20% hinzugefügt werden müssen. Man behauptet, China habe 1981 mehr als 3,3 Mio. US-Dollars damit verdient, dass es seine Gipfel für ausländische Bergsteiger « freigegeben » habe. Diese offenere Politik hatte auch zur Folge, dass verschiedene « Trekking»- und Touristen-Gruppen nach China reisten, um Tibet und die früher « verbotene » Stadt Lhasa zu besuchen.

Die Behörden, die alle lokalen Reisevorbereitungen sehr gut organisieren, erlauben keinerlei Abweichungen vom streng vorgeschriebenen Ab- lauf der Expeditionen und reagieren sehr empfindlich auf nachträgliche Spezialwünsche oder Abänderungen von bereits genehmigten Abmachungen.

Die Änderungen in der Ortographie von Ortsund Bergnamen waren in vielen Fällen von Änderungen der Gipfelhöhe einiger Berge begleitet. Die offiziellen chinesischen Landeskarten sind mit modernen Mitteln aus der Luft erstellt worden, und die neuen Höhenangaben können somit als gültig erachtet werden.

Die CMA hat 4 bedeutende Gipfel des Karakorums für Besteigungen von Norden her freigegeben: den K 2, den Broad Peak und die Gasherbrums i und 2. Damit sind nun über 30 Gipfel für ausländische Bergsteiger zugänglich. Die JMA ( Japanese Mountaineering Association ) hat die Erlaubnis erhalten, 1982 den K2 ( Mount Qogir genannt ) über den Nordgrat zu besteigen. M. Konishi wurde zum Leiter der Bergsteigerequipe ernannt. Im September/Oktober 1981 rekognoszierte er mit zwei anderen Alpinisten das Gebiet. Die Expedition von 1982 besteht aus 12 Bergsteigern und wird unweigerlich zu den « Belagerungs-Expeditionen » gehören, jedoch ohne Einsatz von Sauerstoff. Mit einem Basislager auf dem K2-Gletscher auf etwa 4900 Metern beträgt der Höhenunterschied 3700 Meter mit einer durchschnittlichen Neigung von 45 bis 50 Grad. Die Kosten dieser Expedition werden auf etwa 500000 US-Dollars veranschlagt '.

1 Der Autor dankt hier allen, die ihm Informationen geliefert haben, insbesondere: Naseerullah Awan, Erich Beaud, Pierre Beghin, S. Belak, Peter Boardman, Chris Bonington, R. Boutellier, G. Bumann, H. Adams Carter, C. Chandler, J. Cheney, J. Guell, Miss E. Hawley, Tsunemichi Ikeda, H. Kapadia, A. Kunaver, Reinhold Messner, Piotr Mlotecki, Bernard Muller, J. Paytubi, Doug Scott, Yannick Seigneur, Dr. V. Stallbohm, Hermann VVarth.

NEPAL

Everest ( 8848 m ) ( 1 Misserfolg einer grossangelegten japanischen Expedition über den Westgrat auf der 1979 eröffneten Route der Jugoslawen von Lho La her ( 19 Mitglieder der Meiji-Universität in Japan, dazu 2 Sirdars und 21 Sherpas ). Basiscamp auf 5350 Meter am 24. März 1981 und Camp IV auf 7500 Metern am 5.Mai 1981, von wo aus 4 Gipfelbesteigungen versucht wurden. Höchster von 2 Japanern am 20.Mai 1981 erreichter Punkt: 8750 Meter. Die erfolgreiche Besteigung der Jugoslawen im Jahre 1979 war zwischen dem 31. März und dem 15. Mai, in einer um 2 Wochen kürzeren Zeitspanne, vollbracht worden.

Das britische Winterbesteigungsteam, bestehend aus 8 Alpinisten, hatte die gleiche Route zwischen dem 6.Dezember 1980 und dem 2.Fe-bruar 1981 ohne Sherpa-Begleitung versucht.

( 2Versuch einer superleicht ausgerüsteten Neuseeländer-Equipe auf dem Westgrat über die Amerikaner-Route von 1963 musste auf etwa 7650 Metern am 5. Oktober 1981 wegen stürmischen Winden aufgegeben werden. Die beiden Bergsteiger ( Leiter Russell Brice ) schlugen 4 Camps auf und waren völlig auf sich allein gestellt. Sie hatten keinen Sauerstoff bei sich. Vermutlich die kleinste Expedition, die den Everest je in Angriff genommen hat, abgesehen von früheren oder heutigen « Einzelgängern ».

( 3 ) Grossangelegte amerikanische Expedition: 13 Bergsteiger und 2 medizinische Forscher, von 40 Sherpas und etwa 400 Trägern begleitet, erreichten den Gipfel, wobei jedoch vom South Col an Sauerstoff eingesetzt wurde.Von der Westschlucht ( W. Cwm ) zum South Col vermieden die Bergsteiger die Lhotse-Wand und folgten einer Linie zwischen der polnischen Südpfeiler-Route von ig8o und dem Genfer Sporn. Von Camp V, oberhalb des South Col auf 8050 Metern, erreichten C. Kopczynski und Sherpa Sundare den Gipfel am 2i.Oktober 1981 ( dies war Sundares zweite Everest-Besteigung ). Dr. Chris Pizzo und Sherpa Ang Tenzing taten es ihnen am 24. Oktober gleich. Am selben Tag erstieg Dr. Peter Hackett ( Canadadessen Sherpa gleich nach dem Verlassen des South Col umkehrte - den Gipfel allein und kehrte um 20 Uhr ins Camp V zurück.

Kangchenjunga ( 8598 m ) Yalungkang ( 8433 m ) Eine Doppelbesteigung dieser beiden Gipfel vollbrachten japanische Bergsteiger gleichentags, am 9. Mai 1981. Der Plan, die beiden Achttausender über einen Grat von etwa 2,5 Kilometern Länge zu überschreiten, wurde fallengelassen. Diese überaus grossangelegte Expedition dauerte 2 % Monate und umfasste 21 Bergsteiger und 15 Sherpas ( Leiter K. Yamamori ). Die Expedition bediente sich der klassischen « Belagerungs-Taktik », verwendete Sauerstoff und folgte der ursprünglichen Route der Engländer von 1955, die über die Südwestwand hinaufführt. Camp IV wurde am 20. Mai auf dem Great Shelf auf 7850 Metern aufgeschlagen. Von da aus erstellte das Kangchenjunga-Team, der Engländer-Route folgend, sein Camp V am 7. Mai 1981 auf 8300 Metern. Das Yalungkang-Team folgte der Österrei-cher-Route von 1975 und errichtete Camp V am gleichen Tag auf 8250 Metern. Die beiden Teams brachen miteinander am 9. Mai 1981 um 4 Uhr morgens jedes zu ihrem Gipfel auf. Tiefer Pulverschnee zwang sie zu einem langsameren Tempo, und sie erreichten den Gipfel erst nach 8!/2 Stunden harter Arbeit. Die Bergsteiger, 5 Japaner und ein Sherpa auf dem Kangchenjunga ( 6. Besteigung ) sowie 5Japaner auf dem Yalungkang ( 3.Besteigung ), erreichten ihre Gipfel um etwa 12.30 Uhr. Beide Gruppen stiegen noch am gleichen Tag wieder ins Camp II ab.

Kangchenjunga ( 8598 m1 ) Die tschechoslowakische Expedition hatte ebenfalls ein Doppelziel. 9 Bergsteiger, von A.

Blazeij geführt, erstiegen den Jannu, weitere 15 Bergsteiger, geführt von Ivan Galfy, bestiegen den Kangchenjunga ( 7. Besteigung ) über die Nordwand, wobei sie der japanischen Route von 1980 folgten. Oberhalb dem Basiscamp gingen sie ohne Sherpas und verwendeten keinen Sauerstoff. Von Camp V aus, auf etwa 8000 Meter in der Nähe des japanischen Camp IV gelegen, erreichten J. Psotka und L. Zahoransky den Gipfel am 20.Mai 1981.

( 2 ) Die achte Besteigung des Kangchenjunga ( und die erste der Nachmonsunzeit ), war vom tragischen Tod des Leiters einer französischen 5-Mann-Equipe überschattet. ( Jean-Jacques Ri-couard stürzte ab, als er vom Gipfel - er hatte ihn mit Michel Parmentier am 15. Oktober erklommen - zum höchstgelegenen Camp abstieg. ) Sie benützten die Route der Briten von 1955 über die SW-Wand, und oberhalb des Basislagers wurden nur 3 Camps mit Hilfe von 2 Sherpas aufgestellt.

Yalungkang ( 8433 m ) Im April und Mai wurde dieser erstrangige Gipfel von einer ungewöhnlich kleinen Expedition in Angriff genommen: Sie bestand nur aus den zwei Amerikanern Dr. Chris Chandler und Miss Chérie Bremerkamp. Sie folgten der japanischen Route von 1980 über die Nordwand des Kangchenjunga, auf der sie sich ( teilweise ) mit der tschechischen Expedition trafen. Sie errichteten im Laufe eines Monats unter einem Felsvorsprung auf etwa 6300 Metern ein Lebensmitteldepot. Am 1. Mai wurde diese Reserve von einer Lawine überrollt. Sie sammelten in ihrem Basislager für ca. 6 Tage Lebensmittel und stellten eine improvisierte Ausrüstung zusammen. Dann gelangten sie mit letzter Kraft erneut über den Nordgrat auf 6500 Meter. Nachdem sie weiter oben ( über 6500 m ) noch 7 Biwaks aufgestellt hatten, erreichten sie am 19. Mai eine ungefähre Höhe von 8000 Metern, das heisst das Felsband unter dem Gipfelaufbau des Berges. Hier wurde der Rückzug jedoch unumgänglich.

Jannu ( 7710 m ) ( 1 ) Vierte Besteigung am 7. Mai durch 6 Mitglieder einer spanischen Expedition ( Leiter Mari Abrego ) mit den beiden Sherpas Ang Kami und Ang Nima über die ursprüngliche Südgrat-Route der Franzosen von 1962. Start von einem Basislager aus, das am 27. März 1981 auf 4450 Metern errichtet wurde. Camp VI am 4. Mai 1981 auf 7300 Metern, das man mit Hilfe von 6 Sherpas erstellte. Die Route wurde mit nahezu 2200 Metern Fixseil gesichert.

( 2Einer Equipe von 8 Tschechen gelang nochmals unter der Leitung von Ivan Galfy ( Leiter der gesamten Expedition ) am 23.Mai die fünfte Besteigung über die schwierige Südwest-grat-Route, die sie als erste 1979! erkundet hatten. Die Equipe von 1979, die sich auf 7450 Metern geschlagen geben musste, hatte 5 Camps erstellt und der ganzen Route entlang Fixseile montiert. Die diesjährige Mannschaft stellte 7 Camps auf. Oberhalb des Basislagers wurden keine Sherpas eingesetzt. Die drei Bergsteiger Robert Galfy, Ivan Vozarik und Dr. Lauren Divald erreichten den Gipfel. Bis zu diesem Tag ist der Jannu auf drei verschiedenen Routen erstiegen worden.

( 3 ) Eine Equipe von 3 Japanern mit 3 Sherpas gab am 20. Oktober auf 7400 Metern auf. Sie waren mit leichter Ausrüstung der ursprünglichen Route der Franzosen gefolgt, aber die heftigen Herbstwinde erschöpften ihre Kräfte.

Lhotse ( 8511 m1 ) Die jugoslawische Besteigung der 3000 Meter hohen Südwand des Lhotse muss als einen der Höhepunkte des Jahres 1981 gewertet werden. Nach der Rekognoszierung durch 2 jugoslawische Alpinisten im Jahre 1980, nahm ein verhältnismässig junges Team erfahrener und hart trainierter Kletterer, geführt von Ales Kunaver, diese Wand in Angriff, die vorher japanische und italienische Expeditionen hatte scheitern lassen. Reinhold Messner, Mitglied der letzteren, nannte die 1 Siehe Himalaja-Chronik igyg, Bild Nr. 32.

Südwand eine der höchsten und schwierigsten Wände der Welt, « ein Problem für das Jahr 2000 ».

Das Basislager wurde auf dem Lhotse-Glet-scher auf 5200 Metern am 16. März 1981 erstellt. Mit Hilfe von 12 Sherpas wurden Camp I und II im unteren noch den Lawinen ausgesetzten Wandteil errichtet. Man schlug deshalb Plattformen für die Zelte ins Eis, um die Sicherheit zu erhöhen. Camp III auf 6800 Metern am 15. April unter dem grossen Felsüberhang, und Camp IV auf 7350 Metern am 22.April; beide bestanden lediglich aus einem Zelt und einer Schneehöhle. Ein Felsband oberhalb Camp IV konnte nach fünf Versuchen erklommen werden. Camp V auf 7850 Metern ( 1. Mai 1981 ) war zu wenig lawinensicher und wurde nicht mehr benützt, sobald man Camp VI auf 8050 Metern ( 8. Mai 1981 ) auf der darüberliegenden beherrschenden Felsschulter errichtet hatte. Es bestand aus einem 3-Mann-Zelt. Am io. und 14. Mai wurde je ein Versuch gestartet, den zentralen Felsgrat, der direkt zum Gipfel führt, zu erklimmen. Beide Versuche scheiterten auf etwa 8250 Metern wegen des schlechten Wetters und den angetroffenen Kletterschwierigkeiten. Es stand somit nur noch ein Team zur Verfügung, um einen letzten Versuch zu wagen: 2 Bergsteiger verliessen Camp VI am 18. Mai 1981 um 5 Uhr morgens und durchquerten das Eisfeld gegen links. Das steile und unsichere Gelände verlangsamte ihr Tempo erheblich. Um 6 Uhr abends erreichten sie den höchsten Punkt des Grates westlich des Hauptgipfels auf 8100 Metern und blickten in die West-Schlucht ( W. Cwm ) hinunter. Im Zweifel, ob eine sichere Rückkehr auf der von ihnen benützten Route möglich sei, zogen sie zunächst in Betracht, über diese Schlucht abzusteigen. Schliesslich kehrten sie am 19. Mai 1981 um 4 Uhr morgens in die Geborgenheit von Camp IV zurück. Eine erstaunliche Leistung. Während der 63 Tage, welche diese Expedition in der Wand verbracht hatte, blieben nur 4 Tage ohne Schneefall. Auf der ganzen Länge der Route wurden in der Wand Fixseile befestigt; einige wurden sogar zwischen 8150 und 8250 Metern angebracht. Oberhalb Camp VI wurde Sau-erstoffeingesetzt.

( 2 ) Der ersten bulgarischen Expedition nach Nepal gelang die fünfte Besteigung des Lhotse auf der üblichen Westwand-Route.

Von der bulgarischen Bergsteigervereinigung finanziell unterstützt, beteiligten sich an der Expedition ig Mitglieder und 7 Sherpas, die auch oberhalb des Basislagers eingesetzt wurden. Der Leiter, C. Prodanov, verliess Camp IV am 30. April um 7 Uhr morgens ohne Sauerstoff. Zwei andere zogen 45 Minuten später mit Sauerstoff los. Der Leiter erreichte den Gipfel allein um 13.55 Uhr. Er kehrte um 18 Uhr ins Camp IV zurück. Die beiden anderen Bergsteiger hatten Schwierigkeiten mit ihren Sauerstoffgeräten und kehrten auf einer Höhe von 8200 Metern um.

( 3Eine kleine spanische Equipe, bestehend aus 4 Alpinisten, unter der Leitung von X. Erro versuchte eine noch unerstiegene Route in der Südwand des Lhotse Shar während der Monate April/Mai 1981. Sie errichteten zwei Lager und zwei Biwaks oberhalb des Basislagers. Stürmische Winde und grosse Kletterschwierigkeiten zwangen sie jedoch auf etwa 7500 Metern zur Rückkehr. Nachdem der Leiter erkrankt war, bestand die Equipe zudem nur noch aus 3 Mann.

Lhotse Shar ( 8398 m ) Eine grosse Schweizer Expedition von 6 Bergsteigern ( 5 Führer und i Instruktor ) sowie ein Arzt, 2 Photographen und 5 Forscher der physiologischen Abteilung der Universität Genf beabsichtigten, 3 Monate in der Lhotse-Gegend zu bleiben. Der Leiter Joseph Fauchère ( 35Jährig ) hatte 1978 bereits versucht, über den Ostgrat auf den Lhotse zu steigen. 1981 war dies zum Hauptziel geworden. Man wollte den Gipfel des Lhotse Shar erreichen, von wo aus es möglich schien, den noch unberührten, 1 Kilometer langen Felsgrat zu überschreiten, der über die beiden mittleren Gipfel zum Hauptgipfel führt. Das medizinische Forschungsteam hatte verschiedene Versuche auf dem Programm, um zu ergründen, welche physiologischen Faktoren beim Menschen in grossen Höhen einen Leistungsabfall verursachen. Die Expedition verliess die Schweiz Ende August und errichtete am i 6. September ihr Basislager auf der Südseite des Lhotse auf 5200 Metern. Vier weitere Lager wurden entlang dem Ostgrat mit Hilfe der 5 Sherpas aufgestellt und die Route wurde mit Fixseilen gesichert. Die Alpinisten benützten Sauerstoff. Am 16. Oktober um 4.30 Uhr verliessen 4 Schweizer und 2 Sherpas Camp IV auf 7150 Metern, um zum Gipfel aufzusteigen. Um 14 Uhr auf etwa 8150 Metern beschlossen Philippe Petten ( 24 ) und Pierre Favez ( 39 ) mit den Sherpas Pasang Rita und Ang Tsering umzukehren. Um 16.45 Uhr erreichten Jean Hauser und Daniel Bruchez den Gipfel des Lhotse Shar auf einer ähnlichen Route wie 1970 die Österreicher. Die beiden Bergsteiger stiegen um 04.30 Uhr zum Camp IV ab, wo sie die Nacht vom 16.Oktober verbrachten. Als sie am 17. Oktober zum Camp III hinunterkamen, fanden sie nur die beiden Sherpas vor. Die Leichen der beiden Schweizer wurden 2 Tage später in der SW-Wand des Lhotse Shar auf 6000 Metern gesichtet, konnten aber wegen der Lawinen- und Eisschlag-Gefahr nicht geborgen werden. Am 24. Oktober verliess die Expedition das Basislager, um heimzukehren. Zwei Tage später verlor der Leiter Joseph Fauchère wegen eines Sturzes aus 30 Metern Höhe auf dem Rückweg sein Leben.

Nuptse ( 7879 m ) Zwei Expeditionen gingen diesen Berg gleichzeitig an, die eine wie die andere jedoch erfolglos. Eine sieben Mann starke kanadische Expedition ( unter J. Elzinga ) versuchte die Südwand über 2 Routen zu durchsteigen, wobei es sich hier um die beiden britischen Routen von 1961 und 1975 handelt. Sie beabsichtigte auch, den SW-Pfeiler zu bezwingen und erreichte anfang Oktober die Höhe von 6400 Metern.

Eine schottische 4-Mann-Expedition ( Chef: Malcolm Duft ) versuchte im alpinen Stil, ohne feste Lager, eine neue Route über den Westgrat. Ihr ursprünglicher Plan bestand darin, den Westgipfel zu erklimmen und von da auf den Hauptgipfel zu gelangen. Anschliessend wollten sie über die Nordwand in die westliche Schlucht ( W. Cwm ) hinabsteigen. Sie wurden aber von den heftigen Stürmen Ende September stark behindert und mussten am t o. Oktober auf dem Westgrat ( auf 6700 m ) aufgeben.

Makalu ( 8481 m1 ) Die achte Besteigung auf der ursprünglichen Route der Franzosen ( 1955 ) von Nordwesten her wurde von Robert Schauer am 25. April 1981 von einem Hochlager auf etwa 7800 Metern aus im Alleingang durchgeführt. Er war Mitglied einer 4-Mann-Expedition aus Österreich, Leiter Hanns Schell. Sie benützten keinen Sauerstoff. Ein anderes Mitglied der Mannschaft, G. Bachler, schaffte es am 1 7. Mai, bis auf 50 Meter an den Gipfel heranzukommen.

( 2 ) Eine ausserordentliche Leistung vollbrachte J. Kuckucka, der die Westwand in 4 Tagen im Alleingang ohne Sauerstoff bezwang und am 5.Oktober den Gipfel erreichte ( 9. Besteigung ). Die Linie, die er wählte, unterscheidet sich von vorherigen Versuchen, da er den Verbindungspunkt zum Nordwestgrat erst auf 7600 Metern erreichte. Er war ein Mitglied des dreiköpfigen anglo-polnischen Teams ( mit Alex Mclntyre ), das bereits vor der Monsunzeit einen früheren Versuch unternommen hatte. Dieses war in der Nordwand bis auf 7800 Meter gekommen, bevor es in der Westwand auf 6800 Metern hatte aufgeben müssen. Eine amerikanische Expedition, die erste, die 1970 die Westwand bezwang, beschrieb sie als eine der schönsten und technisch anspruchsvollsten Routen des Himalaja. Der Makalu wurde bisher auf 6 verschiedenen Routen bestiegen.

( 3Eine 9 Mann starke Tiroler-Expedition wurde am 8. Oktober auf 7000 Metern auf der ursprünglichen Route der Franzosen ( 1955, NW ) vom Sturm zur Umkehr gezwungen.

( 4 ) Der bekannte Bergsteiger Ivan Ghirardini aus Chamonix versuchte eine Winterbesteigung im Alleingang über die schwierige Route des Westpfeilers. Ende Januar 1982 versuchte er noch über die ursprüngliche Franzosenführe ( NW ) aufzusteigen, wurde hier aber auf 6900 m durch stürmische Winde abgewiesen.

Chamlang Central ( 7010 m ) Das Massiv wird von einem 8 Kilometer langen Grat gebildet, dessen Höhe auf der ganzen Länge mehr oder weniger gleich bleibt, und der vom Hauptgipfel ( 7319 m ) über zwei weitere Gipfel von 7205 und 7010 Metern zum Ostgipfel ( 7290 m ) führt. 1962 erkletterte eine japanische Gruppe den P. 7319 von Südwesten her. Die erste Route von Norden her wurde wahrscheinlich von Reinhold Messner und Doug Scott begangen, die Mitte September auf dem unteren Barun-Glet-scher auf 4800 Metern ein Basislager errichteten. Von da fanden sie einen Durchgang, um den Chamlang-Gletscher zu überqueren. Am 22. September kampierten sie auf 6000 Metern unterhalb der Nordwand des Chamlang mit den Sherpas Pasang und Ang Dorji. Am 25. September kletterten Scott und Messner von einer Eisgrotte auf 6600 Metern aus entweder direkt oder steile, mit instabilen Pulverschneemassen angefüllte Ein-kehlungen traversierend, die Nordwand hinauf. Sie erreichten den Gipfelgrat auf 6990 Metern und arbeiteten sich mühsam zum Gipfel auf 7010 Meter empor. Danach stiegen sie auf derselben Route innerhalb des gleichen, langen 16-Stun-den-Tages wieder hinab! Messner musste an diesem Punkt die Expedition verlassen, was bedeutete, dass das Hauptziel der Expedition, nämlich den Südwestgrat des Makalu zu besteigen, aufgegeben werden musste. 1954 war ein erster Ver- 62 Lhotse ( 8511 m ): Die Südwand mit eingezeichneter Route und der Lagerkette der jugoslawischen Expedition.

( Das Basislager « B » ist unten auf der Photo zu sehen. ) A: 8100 Meter ( der am 18. Mai 1981 erreichte Punkt ) B: 8230 Meter ( der Punkt unterhalb des Hauptgipfels ) Plic.lo: A.Kunavi-r 63 Annapurna I ( 8ogi m ): Südwand A: Route der Engländer ( Mai 1970 ) B: Route der Japaner ( Oktober ig8i ) C: Route der Polen ( Mai igßiPhom: CBomiiRiim 64 Manaslu ( 8156 m ): Westwand Die Lagerkette der französischen Expedition Pholo: Pierre Beginn such unternommen worden und am 23. Mai 1970 wurde dieser Grat von einer japanischen Expedition zum erstenmal bestiegen. Der Grat überwindet eine Höhendifferenz von 3700 Metern und ist etwa 10 Kilometer lang. Das japanische Team benötigte 69 Tage für seinen Aufstieg. Am 24. Mai 1976 wiederholte eine spanische Expedition diese Besteigung. Scott hatte am 19.Oktober 1980 auf diesem Grat bei einem Versuch in alpinem Stil eine Höhe von 8100 Metern erreicht. Ersah vor, mit einem der 3 Sherpas einen neuen Versuch zu starten, aber keiner von ihnen erklärte sich bereit, obschon jeder eine Kletterausrüstung im Wert von nahezu Fr. 4000. erhalten hatte.

Scott und Messner bemerkten, wie übrigens polnische und australische Expeditionen vor ihnen, einen Flugkörper ( UFO ), der als glänzend-strahlender schachteiförmiger Gegenstand, ähnlich einem Stern, schnell und geräuschlos etwa 1200 Meter über den Chamlang-Grat hinwegflog.

Baruntse ( 7220 m ) Fünfte Besteigung am 24. April 1981 durch 1 Japaner und 1 Sherpa und am 25. April 1981 durch 2 Japaner und 1 Sherpa über die ursprüngliche Südgrat-Route ( 1954 ). Es handelte sich dabei um eine 1 o-Mann-Expedition der Chiba-Uni-versität, Japan, Leiter H. Yoshinaga. Fünf Sherpas halfen 4 Lager oberhalb des Basislagers zu errichten.

Ama Dablam ( 6856 m ) ( 1 ) Am 28. April 1981 von 3 Spaniern und 3 Sherpas und nochmals am 1. Mai von 3 Spaniern und 1 Franzosen ( Jean Clemenson ) bestiegen. Dritte Besteigung des Südgrates und des Pfeilers. Camp III auf 6231 Metern am 25. April 65 Dhaulagiri ( 8167 m ): Jugoslawendiretissima über die Südwand ( Oktober 1981 ). Diese Route erreicht den Südostgrat oberhalb des sechsten BiwaksPhoto: s. Beiak 66 Dhaulagiri ( 8167 m ): Die Überschreitung durch die Jugoslawen ( Oktober 1981 ). Die Aufstiegsroute ( oberhalb des sechsten Südwandbiwaks ) über den Südostgral ( links im Bild ). Dann die Abstiegsroute über den Nordostgrat. Rechts die noch unberührte NordwandPhoto: s.Bdak 67Ganesh III ( 7132 m ): Die Nordwand mit der von rechts her kommenden ( gestrichelten ) Route der Expedition U'arth über den Nordgrat bis zum Lager III ( 6300 m ).

\'on unten: der Nordostauf stieg der Japaner bis zum Lager IIIPholo: Hermann Warth 1981. ( Eine neunköpfige spanische Expedition unter der Leitung von R. Bramona. ) ( 2 ) Am 15. Mai 1981 von 3 Australiern, L. Hall, A. Henderson und T.McCartney-Snape erstiegen. Dritte Besteigung über die Nordgrat-Route.Vier Lager und ein Biwak oberhalb des Basislagers. Keine Sherpas. ( Australische Expedition mit 9 Mann, Leiter K. McMahon. ) ( 3 ) Vierte Besteigung am 5. Oktober 1981 von 3 Amerikanern, John Michaud, John Tuckey, Scott Johnson über den Südgrat. 3 Lager oberhalb des Basislagers. Keine Sherpas. Der Leiter dieser Expedition mit 9 Mann, Gary Neptune, erreichte den Gipfel am 12.Oktober im Alleingang vom Basislager aus.

Kanguru ( 6981 m ) Erstiegen auf einer neuen Route über die Südwestwand. Von sechs japanischen Bergsteigern ( Leiter S. Kobayashi ) erreichten fünf am 27. und 28. April den Gipfel, wobei sie von ihrem dritten Camp auf 6500 Metern starteten und von 3 Sherpas begleitet waren.

Pumori ( 7145 m ) Erste Winterbesteigung durch eine Gruppe von 4 Amerikanern. Drei von ihnen, darunter der Leiter Ned Gillette, erreichten am 6. Januar den Gipfel. Sie kletterten über die Ostwand ( neue Route ) zum Nordostgrat.

Cho Oyu ( 8153 m ) Dieser wurde 1954, 1958 und 1964 dreimal über seine Westwand ( relativ leichte Route ) bestiegen; danach wurde dieser Berg für Expeditionen gesperrt. Eine gemeinsame Expedition von 24 Japanern und 8 Nepalesen erhielt am 14. April 1981 die Erlaubnis, eine neue Route über die Ost- 68 Masherbrum: Linker Gipfel ( 7806 m ) und rechter Gipfel ( 7820 m ). Die Route der Polen führt mitten durch die Südostwand bis auf die Einsattelung zwischen den beiden Gipfeln Photo: Volker Slallbohm 69 Qomolangma oder Everest ( 8848 m ): Die Ostwand vom Basislager auf dem Kangshung-Gletscher gesehen. Links der Südsattel. Rechts der sich gegen den Horizont abhebende NordostgratPhoto: Amerikanische Expedition wand zu versuchen. Infolge Lawinengefahr wich die Expedition auf den Südostgrat aus und errichtete 5 Lager. Auf 7220 Metern wurde ein letzter Lagerplatz gefunden, aber nie besetzt.

Numbur ( 6954 m ) ( 1Eine Expedition von 10 Franzosen ( Eric Laroche ) wiederholte die Besteigung über den Südwestgrat. Fünf der Teilnehmer erreichten den Gipfel vom zweiten Camp auf etwa 6100 Metern aus: Am 14.Oktober waren es 2 Franzosen und der Sherpa Mingma, dann am 27. Oktober 3 weitere Franzosen, der Leiter der Expedition inbegriffen.

( 2 ) Eine kleine Expedition von 5 Schweizern ( Guido Bumann ) versuchte eine neue Route über den Nordgrat, die sich sowohl als technisch schwierig wie auch als lawinengefährdet erwies. Nachdem sie am 24. November ein zweites Lager auf 5750 Metern errichtet hatten, beschlossen sie umzukehren.

Dorje Lhakpa ( 6990 m ) Dieser Gipfel, der höchste des Jugal Himal und nur den gemeinsamen nepalesisch-ausländischen Expeditionen offen, wurde am 18. Oktober über den Westgrat von 4 Japanern und einem Sherpa bezwungen. Die Expedition bestand aus 5 Japanern ( Leiter K. Kataoka ) und 3 Sherpas, von denen 2 die Expedition Ende September verliessen, nachdem sie sich über das Essen beklagt hatten. Dies ist vermutlich eine Erstbesteigung, obschon 2 andere Expeditionen diese Erstbesteigung ( inoffi-ziellfür sich beanspruchten.

Langtang Ri ( 7230 m ) Die Besteigung dieses unberührten Gipfels, des zweithöchsten im Langtang Himal ( östlich der Ganesh-Gruppe gelegen ), wurde von 6Japanern und 3 Nepalesen gemeinsam über den Südgrat durchgeführt. 3 Japaner und ein Sherpa erreichten am 10. Oktober und 2 Japaner am 11. Okto- 70 Kongur ( 771g m ): Bergsteiger auf dem Ostgrat ( oberhalb 7000 m ). Unmittelbar dahinter: der Gipfelgrat Pholo: Britische Expedition 71 Shivling ( 6540 m ): Die Route über den Ostpfeiler ( Erstbegehung in der £eit vom 3. bis ig. Juni ig8i ) G. Child 72 Shivling ( 6540 m ): Aufstieg im oberen Abschnitt des Ost-pfeilersPhoto: Doug Scott ber den Gipfel. Es war ein bemerkenswert rascher Aufstieg: Basislageram 20.September, Campili am 2.Oktober mit unfreiwilligen Ruhepausen zwischendurch wegen stürmischen Wetters.

Langtang Lirung ( 7246 m ) Dritte Besteigung durch eine g-Mann-Expedi-tion ( Leiter T. Yoshida ) über dieselbe Route ( von Süden her über den Südostgrat ) wie die erfolgreiche japanische Expedition im Oktober 1980. Von Camp IV erreichten 1 Japaner und 1 Sherpa am 26. April und 3 Japaner am 28. April den Gipfel.

HiMALCHULi ( 7893 m ) Dieser wurde zweimal ( i960 und 1978 ) von Japanern bezwungen. Zwei japanische Expeditionen versuchten nun auf neuen Routen, über den Südgrat und den Südwestgrat, zum Ziel zu gelangen.

Eine Gruppe von 11 Personen ( Leiter H. Nishi-gori ) gelangte am 4. Mai auf 6900 Meter und eine andere von 9 ( K. Hashimoto ) am 24. Oktober auf 7600 Meter. Beide mussten 5 bis 6 Lager entlang dieser langen und schwierigen Route errichten. Die zweite Gruppe verbrachte mehr als 60 Tage auf diesem Berg und hatte gegen heftige Winde zu kämpfen.

Der westliche Himalchuli wurde am 7. Mai 1978 vonJapanern bezwungen, der nördl. Himalchuli ( 7371 m ) ist jedoch immer noch unberührt.

Ganesh III ( 7132 m1 ) Nach 6 vorangegangenen Versuchen zwischen 1953 und 1980 wurde dieser Berg am 16. Oktober zum erstenmal von Dr. Hermann Warth des deutschen freiwilligen Hilfsdienstes in Kathmandu und den Sherpas Ang Chepal, Nga Temba und Nima Tenzing über den Nordgrat, den Nordsporn und die Nordwand bestiegen. Die Expedition bestand aus Herrn und Frau Warth sowie 3 Sherpas. Sie mussten 3 Lager oberhalb des Basislagers errichten, das höchste auf 6300 Metern.

( 2 ) Am 16. Oktober erfolgte die zweite Besteigung durch die 3 Japaner, N. Kuwahara, G. Nakamura und N. Hase sowie die beiden Sherpas Tendi und Kirke. Ihre Mannschaft, bestehend aus 4 Japanern und 3 Sherpas, erreichte die Nordwand über den Nordostsporn; ihr drittes Lager befand sich jedoch neben dem der ersten Expedition, und auf dem letzten Abschnitt waren beide Routen gleich.

Manaslu ( 8156 m ) ( 1 ) Neunte Besteigung über die ursprüngliche Route ( von 1956 ), die durch die Nordwand führt. « Kommerzielle » Expedition mit 31 Personen, die meisten Schweizer oder Deutsche, in zwei Gruppen von 14 und 17 Personen aufgeteilt und begleitet von 13 Sherpas. Fünf Lager oberhalb des Basislagers. Gesamthaft erreichten 6 Deutsche, 5 Schweizer, 2 Österreicher und 2 Sherpas den Gipfel. Zur ersten Gruppe, der es gelang ( am 7. Mai ), gehörten der Schweizer Leiter Hans von Känel ( dessen fünfter Achttausender dies war ), Jürgen Mecke ( Westdeutschland ) und der Sherpa Wangchu. Am 19. und 20. Mai fuhren 2 Schweizer auf Skiern von einem Punkt 30 Meter unterhalb des Gipfels in einem Zug bis zur Schneegrenze beim Camp I hinunter. Einer der Deutschen, die den Gipfel erreichten, Andreas Löffler, ist mit 62 Jahren der älteste Mann, der einen Achttausender bezwungen hat.

( 2 ) Die zehnte Besteigung über eine neue, technisch schwierige Route in der Westwand wurde in der relativ kurzen Zeit von 4 Wochen von einer leicht ausgerüsteten französischen Gruppe von 4 Alpinisten vollbracht ( Leiter Pierre Beghin ). 2 Sherpas wurden eingesetzt, um zwei Höhenlager zu errichten, Sauerstoff hingegen wurde nicht benützt. Am 12. September von einem vorgerückten Lager auf 4800 Metern am Fuss der Westwand aus startend, benötigten sie 3 Tage, um Camp I auf 5800 Metern zu errichten. Dies nachdem sie auf sehr steilen Schnee- und Eishängen 1200 Meter Fixseil angebracht hatten. Erst da- nach folgte der härteste Teil: goo Meter Eis und Fels mit einer Neigung von 70 Grad, den schwierigsten Nordwänden der Alpen vergleichbar. Darüber, auf 6700 Metern, wurde am 26. September Camp II errichtet. Nach einer stürmischen Wetterperiode, während der die Gruppe abstieg, kehrten am 4. Oktober 3 Bergsteiger ins Camp II zurück. Am 6. Oktober verliessen Pierre Beghin und Bernard Muller schwerbeladen Camp II. Sie bewältigten die letzte technische Schwierigkeit, ein 50-Grad-Couloir, ähnlich dem Whymper-Couloir an der Aiguille Verte, und errichteten auf dem Gipfelplateau auf 7400 Metern ein Biwak. Entfesselte Winde während der Nacht und auch am nächsten Tag ( 7.Oktober ), als sie um Mittag den Gipfel erreichten. Sie kehrten für die Nacht zu ihrem Biwak zurück und stiegen am 8. Oktober 1981 ins Camp II ab.

( 3 ) Elfte Besteigung über die ursprüngliche Nordostwand-Route. 4 Japaner, 4 Sherpas. Kein Sauerstoff, relativ rascher Aufstieg vom Basislager am 1. Oktober mit 3 höher gelegenen Lagern. Der Gipfel wurde am 12.Oktober vom Japaner J. Ozaki und am 14. Oktober von zwei weiteren, Y. Kato und M. Tomita, erreicht.

Annapurna I ( 8091 m ) Korrektur unserer Himalaja-Chronik ig8o ( 1 ) Der Leiter der deutschen Expedition L. Greissl teilt mit, dass das Ziel der Gruppe der Middle Peak ( 8051 m ) war, der am 3. Oktober 1980 auf einer teilweise neuen und sichereren Route über den Nordgrat, zwischen dem Aufstiegsweg der Holländer ( von 1977 ) und demjenigen der Spanier ( 1974 ), bezwungen worden war. ( 2 ) Versuch über den 7 Kilometer langen noch unbegangenen Ostgrat, von der Südwestflanke des Glacier Dôme ausgehend. Der Dôme wurde am 5. und 12.Mai erklommen, der Roc Noir überquert ( 13.16. Mai ) bis zum Fuss des Ostgrates, der zum Ostgipfel der Annapurna führt. Höchster erreichter Punkt: 7500 Meter. Sieben Lager oberhalb des Basislagers mit Hilfe von 4 Sherpas. Schwedische Expedition von io Personen ( Leiter T. Sandberg ).

( 3 ) Ungewöhnlich schöne Besteigung ( elfköpfi-ges polnisches Team, Leiter R. Szafirski ) der Südwand zum Middle Peak ( 8051 m ). Der Aufstieg durch diese 3500-Meter-Wand enthielt sehr steile und schwierige Kletterpassagen ( Grad IV und V und verschiedenenorts auch künstliche Kletterei ). 5 Camps mussten oberhalb des am 30. März 1981 auf 4300 Metern aufgestellten Basislagers errichtet werden. Kein Sauerstoff und keine Sherpas, es wurden jedoch 3000 Meter Fixseil für den Aufstieg in der Wand angebracht. Vom höchsten Lager auf 7750 Metern aus und nach Ausharren in einem 4ostündigen Sturm, erreichten M. Berbeka und B. Probulski den Gipfel ( 8051 m ) am 23. Mai 1981. Die polnische Route liegt östlich der englischen von 1979 in der Südwand, über die D. Haston und D. Williams zum Hauptgipfel auf 8091 Metern gelangt waren.

( 4 ) Südwand. Die zweite vollständige Besteigung gelang einer zwölfköpfigen japanischen Expedition ( H. Yoshino ), die eine Route zwischen derjenigen der Engländer von 1970 und der polnischen Vormonsun-Route gewählt hatte. 5 Camps wurden mit Hilfe von 6 Sherpas oberhalb des Basislagers errichtet. Am 29. Oktober erreichten 2 Japaner, H. Aota und Y. Yanagisawa, den Gipfel. Am 3 I. Oktober machten zwei weitere Japaner, Y. Kato und H. Endo, einen Versuch, auf den Gipfel zu gelangen, der aufgegeben wurde, nachdem Kato tödlich abstürzte. Mit diesem tragischen Ausgang wurde eine Expedition abgebrochen, die einen bemerkenswerten Erfolg verzeichnet hätte.

( 5 ) Eine neue Route über den Nordwestpfeiler wurde von einer starken französischen Equipe, bestehend aus 9 Bergführern, geleitet von Jean-Paul Vion der ENSA in Chamonix, in Angriff genommen. Vom Höhenlager auf 7150 Metern aus erreichten A. Durieux und R.Girod-Roux etwa 7400 Meter. Am 28. September wurde die Expedition abgebrochen, nachdem Lawinen zwei Lager zerstört und zwei Franzosen, A. Durieux und Y. Favre, sowie die beiden Sherpas Tshering aus Thami und Ang Nima aus Panboche, getötet hatten.

Glacier Dôme ( 7193 m ) Auf dem langen Ostgrat des Annapurna I gelegen, wurde dieser Gipfel am t o. Oktober 1981 von 3 Italienern und einem Sherpa bezwungen. Sie gehörten zu einer italienischen Expedition von 6 Männern. Der Dôme war 1964 zum erstenmal von einem japanischen Team bestiegen worden; dann von einer schwedischen Gruppe im Mai 1981. Die Besteigung der Italiener war die erste von Norden her.

Annapurna IV ( 7525 m1 ) Der Österreicher Franz Kröll, der im Oktober 1980 mit einer grossen deutschen Gruppe auf der Normalroute über den Nordwestgrat aufgestiegen war, kehrte zum gleichen Berg und auf die gleiche Route mit einer kommerziell organisierten Expedition von 7 Deutschen zurück. Er und A. Musiol ( BRD ), von 2 Sherpas begleitet, erreichten den Gipfel am 25. April 1981. Drei Sherpas halfen 4 Lager oberhalb des Basislagers zu errichten.

( 2 ) Erste Winterbesteigung am 22.Dezember 1981 durch die britischen Zwillingsbrüder Adrian und Alan Burgess und Roger Marshall, über den Nordostgrat, wo 3 Höhenlager errichtet wurden. Sie waren Mitglieder eines 8-Mann-Teams aus Kanada, das von Gordon Smith geleitet wurde.

Annapurna II ( 7939 m ) Eine japanische Gruppe von 9 Männern ( N. Kuwahara ) gab ihr Vorhaben, auf einer neuen Route in der Südwand zum Ziel zu kommen, auf 7400 Metern auf, nachdem einer der Japaner am I I. Oktober tödlich abstürzte. Sie berichteten, dass oberhalb dem von ihnen erreichten höchsten Punkt keinerlei technische Schwierigkeiten mehr zu erwarten seien.

Annapurna III ( 7555 m ) Beim Versuch der Eröffnung einer neuen Route über den Südostpfeiler in alpinem Stil scheiterte ein Team von 3 Engländern ( Leiter T. Leach ) am 18. Oktober auf 6700 Metern. Sie hatten nur 1 Lager oberhalb des Basislagers errichtet und behalfen sich ohne Sherpas.

Annapurna Süd ( 7273 m ) Diese wurde von einer Gruppe von 5 Koreanern und 7 Sherpas bezwungen. Den Gipfel erreichten am 25. Oktober 3 Koreaner und ein Sherpa. Eingeschlagene Route: über die Nordostwand zum Nordgrat.

Gangapurna ( 7454 m ) ( 1 ) Vier Kanadier ( Leiter John Lauchlan ) gelang die fünfte Besteigung über eine neue Route, die die 1650 Meter hohe Südwand hinaufführt. Expedition in alpinem Stil, ausgehend von einer vorgeschobenen Basis unterhalb der Wand auf etwa 5800 Metern. Keine Sherpas oberhalb des Basislagers. Die 4 Bergsteiger, alle berufsmässige Instruktoren in einer Kletterschule, begannen den Aufstieg am 23. April und biwakierten 2 Tage lang während eines Sturms auf einem Eishang von 55 Grad in 6700 Metern. Am 26. April mussten 2 Bergsteiger infolge Erkrankung ins Basislager zurückkehren. Die anderen beiden, J.Lauch-lin und J. Blench, benötigten noch 3 weitere Biwaks, erkletterten lange, ausgesetzte Felspassagen und überwanden steiles Eis und kombiniertes Gelände. Sie erreichten den Gipfel am 30. April in einem elektrischen Gewitter. Der Rückweg auf der gleichen Route nahm 2 V2 Tage in Anspruch.

( 2 ) Ein japanischer Versuch über den noch unbegangenen Nordwestgrat endete mit einer Katastrophe, als 2 Mitglieder der 6 Personen umfassenden Expedition im Camp II auf 6750 Metern am 29. September 1981 von einer Lawine begraben wurden.

HiUNCHULi ( 6333 m ) Dieser südlich der Annapurna gelegene Gipfel wurde zum zweitenmal von einer amerikanischen Gruppe, geleitet von Eric Simonson, über die Route der ersten amerikanischen Besteigung im Jahre 1972, bestiegen. Der Gipfel wurde von Camp III ( 5700 m ) erreicht.

NiLGiRi Nord ( 7061 m ) ( 1 ) Erstbesteigung durch Lionel Terray und seine Expedition im Jahre 1962. Zweite Besteigung 1981 durch eine japanische Expedition ( Leiter N. Shiraishi ) über eine neue Route, die zuerst den Nordgrat zum P. 6496 zwischen Tilicho und Nilgiri-Nord hinaufführt, dann dem Ostgrat entlang, wobei eine 4 Kilometer lange Traversierung bewältigt werden musste. Am 30. April verliessen E. Hino, T. Miyazaki und Sherpa Ang Pasang die Basis auf 3850 Metern und erreichten den Gipfel am 7. Mai nach fünfmaligem biwakieren.

( 2Eine Equipe von 5 Franzosen ( Leiter B. Moreau ) versuchte Ende Oktober die Route von 1962 über die Nordwand und den Westgrat und gelangte unterhalb dieses Grates auf etwa 5900 Meter. Dort mussten sie vor der Kälte und dem tiefen Schnee kapitulieren.

Tilicho ( 7132 m ) Winterbesteigung durch die erste, private nepalesische Expedition mit 3 Bergsteiger-Sherpas ( Leiter Dawa Gyalzen der Sherpa-Vereinigung von Kathmandu ), 2 Sherpas für das Basislager sowie einem Verbindungsoffizier. Das Basislager wurde am 17.Januar 1982 errichtet und der Gipfel ( mit allen 3 Bergsteiger-Sherpas ) erreicht ( 24.Januar 1982 ). Insgesamt wurden 3 Lager aufgestellt.

NiLGiRi Süd ( 6839 m ) Versuch von 3 Japanern eine neue Route über die Südwestwand zu eröffnen. Leiter S. Suzuki. Sie erreichten am 12.Oktober einen Punkt auf 6100 Metern.

DHAULAGIRI I ( 8167 mi ) Zehnte Besteigung durch eine verhältnismässig kleine Gruppe von 4 Kanadiern und 2 Engländern. Normalroute über den Nordostgrat. Zwei Höhenträger oberhalb des Basislagers. Von Camp V aus erreichten die beiden Zwillingsbrüder aus England, Adrian und Alan Burgess, den Gipfel am 17. Mai 1981.

( 2 ) Elfte Besteigung über die gleiche Route am 2.Juni durch den Japaner H. Kamuro. Er wurde am 27. Mai von einem japanischen Freund und einem Sherpa bis ins Basislager auf 5000 Meter begleitet. Er benützte die Fixseile der anglo-ame-rikanischen Expedition, um den Grat zu erklettern, errichtete jedoch keine festen Lager. Von seinem sechsten Camp auf 7600 Metern aus benötigte er 13 Stunden im Alleingang, um auf den Gipfel zu gelangen. Kein Sauerstoff.

( 3 ) Dritter argentinischer Versuch ( die ersten beiden wurden 1954 und 1956 unternommen ) den Nordwestgrat ( Pear Route ) zu erklettern. Eine Route, auf der 1953 und 1958 bereits zwei Schweizer Versuche, ein deutsch-schweizerisches Team 1955, 1979 eine starke polnische Gruppe und eine amerikanische Frauenexpedition im Jahre 1980 gescheitert waren. Die technischen Schwierigkeiten dieser Route liegen hauptsächlich in ihrem oberen Teil, wo sie in den Westgrat einmündet, während der untere Teil sehr lawinengefährdet ist. Die 13 argentinischen Bergsteiger wurden von M. Serrano angeführt. Mit Hilfe von to Sherpas wurden 6 Höhenlager errichtet. Am 22. Mai bezog eine « Gipfel-Vorstoss-gruppe » Camp VI auf 7600 Metern. Alle Teilnehmer dieser Gruppe, mit Ausnahme des Leiters, stiegen am folgenden Tag wegen Schlechtwettereinbruchs ins Lager V ab. Serrano biwakierte allein auf etwa 7400 Metern, wo er - dem Sturmwind und der Kälte zu lange ausgesetzt - in der Nacht auf den 24. Mai starb.

( 4 ) Einem sechsköpfigen jugoslawischen Team, geleitet von S. Belak, gelang die erste Traversierung. Es benötigte 9 Tage für die Besteigung des Südostgrates bis auf 7950 Metern und 5 Tage -praktisch ohne Essen und Trinken und unter extrem schlechten Witterungsbedingungen - für den Abstieg auf dem Nordostgrat. Der Aufstieg, der im alpinen Stil zwischen dem 15. und 28. Oktober von 3 Jugoslawen ( S. Belak, C. Bercio und E. Tratnik ) durchgeführt wurde, erforderte 3 Biwaks. Oberhalb 7300 Metern stiessen die Bergsteiger auf Fixseile, die von der japanischen Expedition im Jahre 1978 zurückgelassen worden waren. Sie versuchten nicht, vom erreichten Punkt ( 7950 m ) aus den Gipfel zu erklimmen, da heftige Winde tobten und ihnen Brennstoff und Nahrungsmittel ausgegangen waren. Sie gaben ein ausgezeichnetes Beispiel für Mut, Können und erfahrenes Beurteilungsvermögen. Bis heute haben jugoslawische Bergsteiger einige wichtige Erstbesteigungen, wie die Südwand des Makalu ( 1975 ), die Westwand des Trisul ( 1976 ), den Südwestgrat des Gasherbrum I ( 1977 ), den Westgrat des Everest ( 1980 ) und die Südwand des Lhotse ( 1981 ), vollbracht.

PAKISTAN

K2 ( 8610 m ) ( 1 ) Nach zwei Versuchen durch britische Seilschaften ( 1978 und 1980 ) gelang einer Expedition von 14 Japanern ( Leiter T. Matsuura ) die Erstbegehung des Westgrates ( 5. Besteigung des Berges ). Die Alpinisten verwendeten die « Belagerungs»-Methode, und Sauerstoff wurde oberhalb 7500 Metern eingesetzt. Das Basislager wurde am 19. Juni auf 5350 Metern auf dem Savoyer-Glet-scher und Camp I am 22.Juni auf 5850 Metern errichtet. Wegen einer Folge von Schlechtwettereinbrüchen, begleitet von heftigen Schneefällen, konnte Camp V auf 8050 Metern nicht vor dem 3. August errichtet werden. Am 5. Juni wurden bis auf eine Höhe von 8300 Metern Fixseile angebracht. Am 6. August brachen E. Ohtani, M. Yamashita und der Pakistani Nazir Sabir vom Camp V auf. Die sich vor ihnen erhebende Steilwand umgehend, traversierten sie nach rechts in Richtung des Südwestgrates. Weiter oben — bei einer schwierigen Felspassage - wurden Sauerstoffzylinder zurückgelassen, und die Mannschaft verbrachte die Nacht auf 8500 Metern in einer Schneehöhle. Am 7. August 1981 setzten die drei Bergsteiger den Aufstieg fort. Yamashita fühlte sich aber später unwohl und Nazir Sabir und Ohtani erreichten den Gipfel um 11.30 Uhr morgens. Die Gruppe stieg anschliessend auf 8250 Meter ab, wo ein Unterstützungstrupp einen Biwakplatz vorbereitet hatte.

( 2 ) Ein Versuch in alpinem Stil ohne Sauerstoff wurde zwischen dem 16. Mai und dem 28.Juni von Yannick Seigneur ( Leiter ), Jean Affanassieff, Reinhard Karl, Hans-Martin Götz und Donald Morkamp ( Arzt ) unternommen. Sie versuchten eine neue Route in der Südwand zu eröffnen. Oberhalb ihrem Basislager auf 5000 Metern errichteten sie zwei Höhenbiwaks auf 6400 und 7000 Metern. Das fortgesetzte schlechte Wetter veranlasste sie auf etwa 7400 Metern zur Umkehr.

Gasherbrum I ( 8068 m ) Die ursprüngliche Südostgrat-Route der amerikanischen Erstbesteigung von 1958 wurde von einer japanischen 11-Mann-Expedition ( 6.Be-steigung ) unter der Leitung von M. Maezawa wiederholt. Von einem Basislager auf dem Abruz-zen-Gletscher am 12.Juni aufbrechend, machten sie einen ersten Versuch von Süden her, unterbrachen die Besteigung jedoch während 9 Tagen, um bei Rettungsarbeiten auf dem Gasherbrum IV zu Gunsten eines anderen japanischen Teams mitzuhelfen. Am 21 Juli wurde Camp IV auf6900 Metern errichtet. Von dort brachen H. Azuma, K. Shimotori und Y. Toji am 3.August um 2.30 Uhr morgens auf. Toji gab um t 16.00 Uhr auf 7700 Metern auf, und die andern beiden erreichten den Gipfel um 17.35 Uhr. Sie kehrten auf 7700 Meter zurück, wo alle drei Bergsteiger biwakierten, um am 4. August ins Camp IV abzusteigen.

Gasherbrum II ( 8035 m ) a ) Neunte Besteigung am 28.Juni durch die Brüder Franz und Gerhard Neumayer. Österreichische Expedition von sechs Männern und einer Frau ( Gabriele Binder als Leiterin ). Ursprüngliche österreichische Route ( 1956 ) über den Südwestgrat. Basislager auf 5000 Metern am 4. Juni 1981. Am 28.Juni Camp III auf 7300 Metern. Shah Jehan, ein pakistanischer Alpinist, war eingeladen worden und gesellte sich zu der Gruppe.

b ) Zehnte Besteigung durch eine Schweizer Expedition von fünf Alpinisten ( Leiter Romolo Nottaris ), die die Route über den Südwestgrat benützten. Den Gipfel erreichten: Der Leiter und R. Zünd am 3. August 1981.

c ) Drei junge Bergsteiger, Erich Beaud, P. Grenier und C. Janin, von Major Sher Khan ( Verbindungsoffizier ) begleitet, erkletterten den Südwestgrat in echt alpinem Stil. Sie verliessen ihr Basislageram. August 1981 und biwakierten auf 5600 Metern. Zweites Biwak auf 6500 Metern am 2.August. Drittes Biwak auf 6900 Metern am 3. August. Alle vier Bergsteiger erreichten am 6. August den Gipfel in zwei Seilschaften zu je zwei Mann. Abstieg am 7. und B. August. Diese Bergsteiger, ohne vorherige Himalaja-Erfahrung, verglichen die Besteigung mit einer sehr langen « Sentinelle Rouge»-Route in der Brenva-Wand mit steilsten Abschnitten von 60 Grad. Es war die elfte Besteigung und die erste einer wirklich leicht ausgerüsteten Gruppe.

Gasherbrum IV ( 7980 m ) Ein Versuch in der Westwand durch eine japanische Expedition mit fünf Mann ( Leiter K.Ta-kebe ), endete am 7.Juli mit einer Katastrophe, als eine Lawine eine Transport-Gruppe von fünf Japanern in etwa 6100 Metern Höhe zwischen Campi und II überrollte. Drei der Bergsteiger wurden in den Tod gerissen, als die Fixseile rissen. Der stellvertretende Leiter, der diese Gruppe anführte, entkam und der zweite, T. Usaka, erlitt einen Beinbruch.

Masherbrum NO ( 7820 mi ) Versuch über die Nord wand und den Westgrat auf 5500 Metern nach einem Lawinenniedergang aufgegeben. Überschreitung des Masherbrum Süd, um zum Gondokoro-Gletscher zu gelangen. Privat organisierte Expedition von sieben Amerikanern ( Chef C. Macquarie ) im Mai/Juni 1981. Erster Versuch vom Baltoro-Gletscher aus.

( 2 ) Dr. Volker Stallbohm aus Westdeutschland, von einem Träger aus Hushe, Abdul Karim, begleitet, machte einen Versuch im Alleingang über die Südostwand. Vor den Polen Anfang August angekommen, stieg er am t 5.September mit ihnen zu ihren Lagern IV und V auf. Am 17. kletterte er mit Abdul Karim bis auf etwa 7400 Meter in Richtung des Nordostgipfels. Ein mutiges Unterfangen auf einem schwierigen Berg.

Masherbrum SW ( 7806 m1 ) Eine Gruppe von acht Engländern der Royal Air Force ( Leiter Sq.Ldr. E.J.M.Tho-mas ) folgten der Erstbesteigungsroute der Amerikaner von i960. Basislager am g.Juni auf 4120 Metern, unterhalb des Serac-Gletschers. Camp VII am 29.Juni auf 7130 Metern in der Südostwand. Nach 7 Tagen ununterbrochenen schlechten Wetters gaben sie am 6.Juli auf. Kosten der Expedition sFr. 50000..

( 2 ) Erstbesteigung durch eine Gruppe von acht Polen ( Leiter P. Mlotecki ). Sie wollten zuerst den Südostgrat erklimmen. Stattdessen folgte die Expedition der ursprünglichen Route in der Südostwand. Basislager am 13.August. Während des Monats August und den zwölf ersten Septembertagen gab es nur vier schöne Tage. Der Aufstieg vom Basislager auf 4250 Meter bis zum Camp IV erwies sich als unwahrscheinlich mühsam und nahm einen Monat in Anspruch. Von diesem Camp IV ( auf 6800 m ) brachen am 16.Septem-ber um 03.00 Uhr drei Polen, M. Malatinski, P. Nowacki und Z. Heinrich, bei wolkenlosem Wetter auf, um den Südwestgipfel zu erklimmen. Sie erreichten um 17.00 Uhr den höchsten Punkt des Couloirs, ein zwischen zwei Gipfeln gelegener Pass auf etwa 7700 Metern. Sie biwakierten hier in einem Schneeloch. Am t 7.September, dem Grat folgend, erreichten die drei Alpinisten den Südwestgipfel um 15.30 Uhr bei ausgezeichnetem Wetter, jedoch erst nach einer schwierigen sechsstündigen Kletterpartie. Beim Abstieg, etwa auf halbem Weg zu dem Pass, rutschten Malatinski und Nowacki aus und fielen auf der westlichen Seite des Grates etwa 12 Meter in die Tiefe. Obschon sie durch das von Heinrich am Grat befestigte Seil gesichert waren, schienen sie zu erschöpft zu sein, um die 50 Grad steile Schneewand hinaufzuklettern, die zum Grat führte. Sie verbrachten die Nacht, die inzwischen vom Sturm beherrscht wurde, in der Wand, und am nächsten Morgen waren beide tot. Sie hatten ihre Daunenjacken im unteren Biwak gelassen. Am 18. September stieg Heinrich allein im dichten Nebel ins Camp IV hinab und überlebte auf etwa 7500 Metern einen 300-Meter-Sturz in der Eiswand. Dieser Aufstieg, der zwar als brillanter Erfolg begann, zeigt aber zugleich auch das extreme Engagement, mit dem solche Klettertouren im alpinen Stil in den höchsten Bergen verbunden sind, wenn erschöpfte oder sich in höchstem Spannungszustand befindende Bergsteiger auf keinerlei Unterstützung oder Verbindung von unten rechnen können.

Broad Peak ( 8047 m ) Er wurde am 5. August 1981 von E. Pujol und M. Hernandez, Teilnehmer einer vierköpfigen spanischen Expedition ( Leiter A. Sors ) bestiegen. Fünfte Besteigung über die ursprüngliche Route ( Westsporn und Nordgrat ). E. Pujol verletzte sich bei einem Unfall während des Abstiegs und wurde mit dem Flugzeug nach Rawalpindi verbracht.

Paiju ( 6600 m ) Im Juli/August gelang einer Gruppe von vier Italienern ( Leiter C. Calcagno ) vermutlich die zweite Besteigung dieses Bergs ( Erstbesteigung 1976 durch ein pakistanisches Armeeteam ).

Kanjut Sar ( 7760 m ) Die zweite Besteigung ( die erste erfolgte durch die Westwand ) gelang einer Gruppe von zehn Japanern ( Leiter M. Fujii ). Am 5. August erreichten M. Teramoto und H. Sakai den Gipfel. Am 6. August taten es ihnen drei weitere Teilnehmer, darunter der Leiter, gleich.

Yutmaru Sar ( 7100 m ) Neu bestimmte, nicht bestätigte Höhe von 7330 Metern. Eine Expedition von vier Franzosen ( Leiter Claude Jager ) stellte fest, dass der Aufstieg über den Südosten von den Hispar- und Yut-maru-Gletschern aus überaus stark von Lawinen gefährdet war. Sie stiegen dann über den nächsten, östlich davon gelegenen Gletscher, den Kani Basa, und von dort auf einen 6181 Meter hohen Gipfel, der oberhalb seiner rechten Begrenzung liegt.

Sosbun Brakk ( 6413 m ) Besteigung am 4.Juli durch H. Hashimoto und N. Matsumoto, Teilnehmer einer zehnköpfigen japanischen Expedition, über die Südwand-Route.

Batura I ( 7785 in ) Einer der ersten Winterbesteigungs-Versuche dieses Berges, einer der höchsten des Karakorums, wurde von einem 4-Mann-Team aus Österreich, unter der Leitung des Bergführers Edi Koblmüller unternommen. Sie scheiterten an einer Reihe von Umständen: Sehr schlechtes Wetter, Lawinengefahr und die technischen Schwierigkeiten auf der gewählten Route über die Südwand. Die Expedition setzte nur für den Aufstieg zum Basiscamp zwanzig Höhenträger ein. Dieses wurde am O. Januar 1981 auf 4000 Metern errichtet. Sie mussten eine lange und schwierige Route wählen, nachdem eine Lawine ihr glücklicherweise leeres Lager auf 4600 Metern auf einer scheinbar leichteren Route zur Linken zerstört hatte. Während 42 der 46 Expeditionstage herrschten Schneefall und dichte Bewölkung. Die Temperatur schwankte zwischen -20 ° und —40 °, mit z.B.29 °, die in ihrer höchstgelegenen Schneehöhle auf 6200 Metern gemessen wurden. Die anderen Schneehöhlen wurden auf 5000 und 5500 Metern gegraben. Am 22. Februar, nachdem sie auf 6300 Metern angelangt waren, beschlossen sie, umzukehren. Sie waren der Meinung, die Fortsetzung des Unternehmens hätte sie Erfrierungen, Lawinengefahr und einer unsicheren Abstiegsroute ausgesetzt - alles Umstände, die vernünftigerweise eine Umkehr rechtfertigten. Während eine wertvolle Wintererfahrung gewonnen werden konnte, wurde damit wieder einmal deutlich, wie sehr jede Winterbesteigung eines hohen Karako-rum-Gipfels weitgehend von guten Wetterverhältnissen abhängig ist.

Thaime Chish ( etwa 6400 m ) Noch unbegangen, liegt dieser Berg südlich der Batura-Wand. Versuch von 4 jungen Engländern ( Leiter John Nixon ) im Juli/August. Von einem Basislager auf 3500 Metern am Zusammenlauf der beiden Gletscher Baltar und Toltar wurde ein Versuch auf dem Nordwestgrat über einen oberhalb Camp III auf 5200 Metern liegenden Pass gemacht. Die Höhe von 6000 Metern wurde am 18. August am Fuss eines steilen, aus verschiedenartigem Gestein bestehenden Grates erreicht. Dieser Gipfel wurde zuerst von einer deutsch/ österreichischen Gruppe im Jahre 1954 angegangen, die ihn « Wildspitze » genannt hatte. Später versuchte eine französische Expedition, diesen Berg zu bezwingen. Man fand die Überreste ihres Lagers auf dem Nordwestgrat. Von dreissig auf dem Gletscher verbrachten Tagen waren nur deren sechs klar und schön.

Rakaposhi ( 7788 m ) Eine Expedition von Io Spaniern ( Leiter Jordi Güell ) verbrachte fast 4 Wochen damit, die ursprüngliche englische Aufstiegsroute ( 1958 ) über den Südwestsporn zu erklettern. Dieser Gipfel wurde bisher erst dreimal auf drei verschiedenen Routen erklommen. Die Bergsteiger schlugen ihr Basislager am 24. Juli auf 4230 Metern im Jaglot-Tal auf, nachdem sie zuerst die Probleme gelöst hatten, die in Pakistan beim Engagieren von Trägern immer noch an der Tagesordnung zu sein scheinen. ( Sie benötigten 65 Träger. ) Oberhalb des Basislagers wurden sechs weitere Camps auf dem Südwestsporn aufgeschlagen sowie Camp III zwischen « der Nadel » und « dem Mönchskopf » am 2. August auf 5775 Metern errichtet. Camp IV erstellte man am 7. August oberhalb des « Mönchskopfs ». Insgesamt wurden ungefähr 1500 Meter Fixseil entlang den schwierigsten Stellen der Route angebracht. Heftige Stürme legten jegliche Tätigkeit zwischen dem B. und 12. August lahm. 3 Spanier und ein Höhenträger versuchten am 14. August Lager V zu errichten. Sie kehrten jedoch auf 6900 Metern um, da das Sturmwetter wieder aufgezogen war und für die nächsten 7 Tage nicht mehr abflauen sollte. Die Expedition begann schliesslich vom 19. bis 2i.August mit dem Abstieg, und am 24.August waren alle Bergsteiger im Basislager angelangt. Diese Gruppe scheint einen relativ raschen Aufstieg vollbracht zu haben und ihr Pech lag vor allem bei dem andauernd schlechten Wetter, denn der obere Teil der Route weist praktisch keine technischen Schwierigkeiten auf.

Nanga Parbat ( 8125 m ) Vier Expeditionen, alle auf die Rupal- und Diamir-Flanke konzentriert. Zwei von ihnen waren erfolgreich.

( 1 ) Vier holländischen Bergsteigern gelang die achte Besteigung. Es ist die zweite auf der H.Schell-Route von 1976 über den Südwestgrat auf der linken Seite der Rupal-Wand. Die Besteigung erfolgte innert 5 Wochen während der Monate Juni und Juli. Das Basislager wurde auf 3600 Metern und Camp III auf 7050 Metern errichtet. Danach wurden 3 Biwaks auf 7500 Metern und 7600 Metern aufgeschlagen. Drei Bergsteiger gelangten bis auf 7600 Meter und zwei bis auf 7800 Meter. Ronald Naar, Leiter der Expedition, erreichte als einziger den Gipfel. Ein Teilnehmer hatte ernsthafte Erfrierungen und verlor alle Finger.

( 2 ) Dr. K. Herrligkoffer unternahm ( Mai/Juni ) mit einer anderen Gruppe seine to. Expedition auf diesen Berg. Sie umfasste vierzehn Bergsteiger und 4 Lager wurden in der Rupal-Wand aufgeschlagen, die bis auf 7500 Meter erklommen wurde, um zum Eisfeld zu gelangen, das zur Dia-mir-Seite hinüberführt. Dieses Eisfeld war kniehoch mit Schnee bedeckt. Das Wetter trug im Juni immer noch winterliche Züge und die Lawinengefahr wurde als zu gross für einen Aufstieg zum Gipfel erachtet.

( 3 ) Eine grossangelegte italienische Expedition mit 14 Alpinisten unter der Führung von A. Zanotti vollbrachte am t 19. August die neunte Besteigung über die Diamir-Nord-Nordwestwand. Es handelt sich dabei um die dritte Durchsteigung der Kinshofer-Route.

( 4 ) Eine fünfköpfige japanische Expedition unter der Leitung von M. Omiya versuchte die Ru-pal-Wand im Oktober zu ersteigen.

CHINA

QoMOLANGMA oder Everest ( 8848 mi ) Von März bis Mai fand eine grossangelegte Expedition der französischen Armee unter der Leitung von General Astorg statt, die mehr als too Personen umfasste, einschliesslich Männern aus der chinesischen Armee. Diese Expedition versuchte sich auf der Erstbegehungs-Route der Briten über den Nordpass und die Nordost-Wand. Kommandant Marmier übernahm die Führung einer Spitzengruppe von Bergsteigern, die während mehr als einem Monat mehrere Versuche unternommen hatte, auf den Gipfel zu gelangen, und das bei sehr schlechten Wetterbedingungen. Der höchste Punkt, der vom letzten Lager auf 8200 Meter aus erreicht wurde, befand sich auf etwa 8550 Meter. Die Chinesen, so sagt man, haben bis zum Fuss des Passes durch leere Sauerstoff-Zylinder den Weg regelrecht markiert.

( 2 ) Von August bis Oktober eröffnete eine starke amerikanische Gruppe, geleitet von Richard Blum mit Louis Reichardt als Führer der Kletterer, eine Route in der Ostwand ( von Kangshung ). An ihrem Fuss wurde ein Basislager errichtet. Darüber wurde ein äusserst schwieriger Felsaufschwung ( im VI. Grad ) erklettert und fast 2000 Meter Fixseil zur Sicherung des morschen und manchmal schier senkrechten Felsens angebracht. Zwei Camps wurden errichtet. Von einem Camp III oberhalb des Felsaufschwunges nahmen die Bergsteiger der Kopfgruppe ( G. Lowe, C. Jones, D. Reid und C. Borcarde ) einen zweiten Schnee-Aufschwung, der zum südlichen Gipfel führt, in Angriff. Am 4. Oktober, auf 6750 Metern beschlossen sie jedoch, die Abhänge seien einer zu grossen Schneebrettgefahr ausgesetzt und kehrten um. Sir Edmund Hillary, der die Expedition bis ins Basislager begleitet hatte, wurde krank und musste nach Lhasa evakuiert und in Spitalpflege verbracht werden. Dort traf er Tenzing, der zu der Zeit gerade einen Besuch machte.

Vier englische Bergsteiger ( C. Bonington, P. Boardman, J. Tasker und R. Renshaw ) erhielten die Erlaubnis, Anfang April 1982 den Nordostgrat von Raipu La aus zu besteigen.

XlXABANGMA ( 8046 m ) ( 1 ) Vierte Besteigung durch 8 Japanerinnen ( Leiterin Yunko Tabei ), begleitet von 12 chinesi- schen « Hilfsbergsteigern » ( wovon 2 Frauen ). Die Alpinistinnen folgten der Route der chinesischen Erstbesteigung und verwendeten Sauerstoff während des Schlafes. Oberhalb des Basislagers, am 30. März auf 5200 Metern errichtet, wurden sechs weitere Lager aufgestellt. Vom höchstgelegenen aus ( 7700 m ) erreichten die japanische Leiterin und 2 Chinesen den Gipfel. Die beiden letzteren hielten 3 Meter unterhalb des Gipfels an, um sich dem Wunsch des CMA zu beugen. Für Frau Yunko Tabei war dies der zweite Achttausender ( beim anderen handelt es sich um den Everest im Jahre 1975 ).

( 2 ) Anfang Juni erfolgte die fünfte Besteigung durch eine Gruppe von vier Alpinisten ( Reinhold Messner, Dr. Oswald Ölz, Gerd Baur und Friedl Mutschlechner ). Sie verliessen Europa Mitte April, flogen von Beijing nach Lhasa und fuhren von da per Jeep über Tingri ins Basislager. Die Expedition setzte zwei Helfer für die Errichtung dieses Lagers ein, jedoch keine Höhenträger. Wie üblich gehörte ein Dolmetscher und ein Verbindungsoffizier zur Expedition. Eine neue Route wurde in der Nordwand eröffnet, zwischen 7200 und 7600 Metern, die im halbalpinen Stil, ohne Sauerstoff und Fixseile bezwungen wurde. Oberhalb einer vorgerückten Basis auf 5800 Metern wurden zwei leichte Camps auf 6400 und 7000 Metern errichtet. Messner und Mutschlechner erreichten den Gipfel bei ihrem zweiten Vorstoss am 28. Mai 1981.

( 3 ) Zwei amerikanische Versuche scheiterten im Herbst. Der erste, von einer von G. Roach geführten Gruppe unternommen, wurde von ausgiebigen Schneefällen und heftigen Winden zurückgeschlagen. Der zweite erfolgte von einigen Mitgliedern der Expedition, die aus der Kungs-hung-Wand zurückkam, mit Louis Reichart und James Morissey. Sie versuchten im schnellen alpinen Stil voranzukommen, wurden aber ebenfalls vom schlechten Wetter zurückgeworfen.

( 4 ) Eine Mannschaft von sechs Engländern erhielt die Erlaubnis, im Frühling 1982 die Ostwand zu besteigen.

Kongur ( 7719 m ), Sinkiang ( 1 ) Vier englischen Bergsteigern ( C.Boning-ton, P. Boardman, J. Tasker und A. Rouse ) gelang die Erstbesteigung dieses Gipfels, in alpinem Stil und in einem einzigen Anlauf von neun Tagen, ohne Zelte, Fixseile oder Sauerstoff zu verwenden. Ihre Rekognoszierungstour von 1980 ergänzend, schlugen sie ihr Basislager am 28.Juli auf der Südflanke des Kongur auf 4750 Metern auf. Eine vorgeschobene Basis errichteten sie auf 5400 Metern im oberen Becken des Kongur-Glet-schers. Der erste Versuch wurde über den Südgrat unternommen, indem man in einer langen Tagesetappe ( am 25. Juni ) von der vorgeschobenen Basis aus bis zu einem auf 7250 Metern gelegenen Biwak gelangte. Am 26.Juni Aufstieg zum Gipfel des Junction Peak und Abstieg auf eine Passhöhe ( 7200 Meter ), wo sie sich in einer geräumigen Eisgrotte einrichteten. Am nächsten Tag, nach 6 Stunden Kletterei über einen messerscharfen Grat, der zum Fuss der obersten Pyramide führt, kehrten die Alpinisten in die Grotte zurück. Sie beschlossen wegen des schlechten Wetters und schwindenden Lebensmitteln ins Basislager abzusteigen. Sie kehrten auf einer anderen Route über den Südwestgrat zurück und stellten fest, dass diese Route bedeutend weniger den Lawinen ausgesetzt war als der Südgrat. Am 5.Juli verliessen die vier Bergsteiger die vorgeschobene Basis und erreichten über den Südwestgrat den Punkt 6450, wo sie in einem Schneeloch biwakierten. Am 6. und 7.Juli überquerten sie den Kongur-Pass ( 6800 m ) und gelangten zur grossen Eisgrotte ( 7200 m ). Nach einem Ruhetag, den sie dort einschalteten, überschritten die Engländer am 7.Juli den Messerschneide-Grat bis zum Fuss der obersten Pyramide. Dort angelangt, konnten sie wegen einer dünnen Pulverschneeschicht auf der harten Eisschicht nur enge « sargähnliche » Liegestellen schaffen. Sie verbrachten so vier Nächte im tobenden Sturm. Am 12.Juli brachen sie zum Gipfel auf. Sie mussten zuerst einen Felsturm umklettern, dann brüchige, steile Felsen erklimmen und schliesslich noch ein Eisfeld bewältigen. Sie erreichten den Gipfel um 20 Uhr Lokalzeit. Wind und Kälte waren fast unerträglich, aber die Aussicht auf den K 2, etwa 350 Kilometer südlich, und auf die höchsten Gipfel des Pamir, auf den Pik Lenin und den Pik Kommunismus war überwältigend. Sie verbrachten diese Nacht 30 Meter unterhalb des Gipfels unter einem schützenden Schneewall und beschlossen am nächsten Tag, den Nordostgipfel des Kongur zu bezwingen - für den Fall, dass dies der höhere der beiden Gipfel sei. Sie erklommen ihn in 2 Stunden und konnten sich von dort überzeugen, dass der erste höher aufragt. Am 13.Juli um Mitternacht kamen sie wieder in ihrer « geräumigen Eisgrotte » auf 7200 Metern an und kamen am i 4. Juli wieder in die vorgeschriebene Basis zurück.

Ein grosses Forschungsprojekt wurde von einer erfahrenen, wissenschaftlichen Gruppe mit den Doktoren M. Ward, C. Clarke, J. Milledge und Prof. E. Williams mit Erfolg durchgeführt. Sie befassten sich mit den Auswirkungen, die grosse Höhen auf den menschlichen Körper haben, insbesondere auf den Flüssigkeitshaushalt unseres Gewebes und die Vermehrung der roten Blutkörperchen als Folge von Sauerstoffmangel. Die Expedition wurde von der « Mount Everest Foundation » organisiert und von der Firma Jardine Matheson & Co. Ltd. in London gesponsort.

( 2 ) Eine ziemlich bedeutende Expedition aus Japan mit 9 Bergsteigern und II Persönlichkeiten aus Presse, Fernsehen und der Wissenschaft ( Leiter N. Takada ) machte einen Versuch im Norden. Mitte 1980 war bereits rekognosziert worden, und die ganze Gruppe hatte zuerst eine Akklimatisierungsperiode auf dem Muztagata ( 7546 m ) verbracht. Dabei waren drei Bergsteiger vom Gipfel auf Skiern abgefahren. Nachdem sie anfang Juli ihr Hauptbasislager auf 3500 Metern aufgeschlagen hatten, teilte sich die Expedition in zwei Gruppen. Die erste mit sechs Alpinisten gedachte den Ostgrat zu erklimmen, und zwar mit Hilfe der « Belagerungs-Taktik ». Sie verliessen Mitte Juli ein auf 5200 Metern gelegenes Lager auf dem Karatash Peak und stellten fest, dass der Grat viel schwieriger zu bewältigen war als erwartet. Sie kamen nur extrem langsam voran, ohne den oberen Teil erklettern zu können. In der Zwischenzeit hatte eine zweite Gruppe mit drei ausgezeichneten Bergsteigern ( Y. Teranishi, M. Shigi und S. Matsumi ) am i6.Juli auf 3700 Metern, östlich des Qurghan-Tales, ihr Basislager aufgeschlagen. Sie verliessen das Lager am i 7. mit Lebensmitteln für g Tage versehen und versuchten im alpinen Stil den Nordgrat zu erklettern. Man sah sie am 23.Juli auf etwa 6500 Metern zum letztenmal. Es folgte eine Woche ununterbrochener Stürme, und es war unmöglich, Hilfe zu organisieren. Der Aufstieg auf einem extrem langen, punkto Schwierigkeitsgrad noch unbekannten Grat, der einen Höhenunterschied von 4000 Metern aufweist, hat sich auch für drei erfahrene Bergsteiger als zu schwierig erwiesen.

Kongur TiuBiE ( 7595 m ) Dieser Gipfel, am westlichen Rande des Kon-gur-Massivs gelegen, wurde 1956 zum erstenmal von einer chinesisch-russischen Expedition bestiegen. Er wurde ein zweites Mal am i B. August von Y. Yamaguchi und S. Koga, Teilnehmer einer vierzehnköpfigen Expedition der « Japanese Defence Academy », bezwungen.

MUZTAGATA ( 7546 m ) Eine Gruppe aus Kanada und den USA ( L. Gallagner, P. Murrow und S. Beruchka ) bewältigten den Aufstieg auf diesen Berg mit den Skiern und erreichten am 16. September den Gipfel. Die Alpinisten benützten das Gletschergebiet, das südlich von demjenigen liegt, dem auch die Expedition von N. Gillette aus den USA im Juli 1980 gefolgt war.

Muztagata Nord ( etwa 7500 m ) Erstbesteigung am 7.August durch T.Saka-hara ( Leiter ) und K. Matsui, Teilnehmer einer Gruppe von vier Lehrern aus Kawasaki ( Japan ).

Die beiden andern Teilnehmer der Expedition erreichten den Gipfel ebenfalls am 14.August. Route: über den Nordwestgrat.

Anyemaqen ( 6282 m ), Provinz Qinghai Eine Zeitlang glaubte man, dieser Berg sei höher als der Everest, und zwar auf Grund von Beobachtungen, die von US Air Force-Piloten während des Zweiten Weltkrieges gemacht wurden. Die Höhe wurde später auf 7160 Meter reduziert, nachdem eine chinesische Expedition i960 bei der Besteigung eines Gipfels dieser Gruppe eine neue Messung vorgenommen hatte. Die neueste Messung des topographischen Dienstes der CMA hat die Höhe des höchsten Gipfels noch einmal herabgesetzt: auf 6282 Meter. Erstbesteigung am 22. Mai durch drei Mitglieder einer japanischen Gruppe ( Leiter Y. Tada ), und zwar handelte es sich um: Y. Yamamoto, G. Watanabe und K. Miyake. Zweitbesteigung am g.Juni durch drei Amerikaner ( G. Rowell, K. Schmitz und H. Knutson ) über den Ostgrat.

Die dritte Besteigung erfolgte am 10.Juni 1981 durch 4 Österreicher, die vierte am 13. August 1981 durch 9Japaner, die fünfte am 25.Sept. 1981 durch 9 Australier ( über den Südostgrat ).

Bogda ( 5445 m ) ( 1 ) Eine Expedition von achtzehn Japanern -es waren auch vier Frauen dabei ( Leiter I. Nakaivollbrachte die Erstbesteigung dieses Gipfels über den Nordostgrat am g.Juni, wobei sechs Bergsteiger den Gipfel erreichten. Am 10. Juni kamen noch drei weitere hinzu. Eine Frau, die dieser letzten Gruppe angehörte, verunglückte beim Abstieg unterhalb des Camps II tödlich durch Sturz in eine Gletscherspalte.

( 2 ) Die Berggruppe des Bogda wurde von fünf weiteren japanischen Expeditionsteams besucht. Eine Zwölfergruppe ( Leiter R. Uchida ) errichtete am 26.Juli ein Basislager auf 3550 Metern und bezwang den Nordgrat des Gipfels III ( 5213 m ) in einer Erstbesteigung. Am 7., 8. und I o. August erreichten alle Teilnehmer den Gipfel. Zwei Lager wurden aufgeschlagen, das höchstgelegene auf 4850 Metern.

( 3 ) Eine andere Gruppe von 22 Leuten ( Leiter K. Aoyagi ) bestieg einen namenlosen Punkt ( 4203 m ) westlich des Bogda. Zwei vorgerückte Camps; sechs Teilnehmer erreichten den Gipfel.

Gongga ( 7556 m ), Provinz Sichuan Eine grosse japanische Expedition mit 24 Mann und einer Frau ( Leiter A. Kawagoe ) versuchte eine Besteigung über den Nordwestgrat. Es wurde am 4. April ein Basislager auf 4300 Metern errichtet und am 7. Mai ein Camp V auf 6880 Metern. Von da aus brachen zwölfBergstei-ger am t o. Mai um 6 Uhr morgens Richtung Gipfel auf. Vier gaben bald wieder auf, während die anderen acht den Weg fortsetzten. Da der Grat breit und bequem war, seilte sich die Gruppe nicht an. Als sich die Spitze etwa 100 Meter vom Gipfel entfernt befand, glitt einer der Teilnehmer aus und stürzte in die äusserst steile Nordostwand ab. Eine Hilfsaktion war unmöglich, und die sieben Verbliebenen begannen um 16.45 Uhr mit dem Abstieg im dichten Nebel. Infolge ungenügender Sicherheitsmassnahmen stürzte die ganze Gruppe in die Nordwand ab, nachdem einer der Bergsteiger ausgerutscht war. Dies ist zweifellos die schlimmste Katastrophe, die je einer hochalpinen Expedition aus Japan widerfahren ist.

Gongga Shan ( 1 ) Zehn Mitglieder des « Akademischen Alpenclubs » aus Zürich ( Leiter Roman Boutellier ) verbrachten fast dreieinhalb Monate, von April bis Juli, damit zu, in einer Region östlich und südöstlich des höchsten Gipfels des Gongga das Gebirge zu erforschen und zu erklettern. Dies in einer Gegend, wo es noch zahlreiche unberührte Gipfel gibt, von denen manche wirklich schwierig scheinen. Die Expedition musste meist unter schlechten Wetterbedingungen, begleitet von Schnee- und Regenfällen durchgeführt werden.

Die Schneeverhältnisse waren dementsprechend ungünstig. Trotzdem erreichten die Bergsteiger von einem unteren Basislager ( 2950 m ) im Hai-loko-Tal aus, ohne Höhenträger, den Sun Yat San ( 6886 m ) und seinen südlichen Gipfel ( 6600 m ), ferner den Mont Tai ( 6410 m ) und drei andere Gipfel von 6150, 6100 und 6020 Metern. Dann wurden weitere Gipfel von 5400, 5200, 5050, 5030 und 5020 Metern bezwungen. Die angegebenen Höhen sind nur ungefähr, da keine Karte des topographischen Dienstes zur genauen Kontrolle zur Verfügung stand. Diese Expedition war, gesamthaft gesehen, ein sehr erfolgreiches Abenteuer, gut geleitet und zu einem sehr annehmbaren Preis durchgeführt. Nach Meinung der Teilnehmer ist der Südostgipfel des Gongga unter guten Wetterbedingungen zu bezwingen. Diesem Grat entlang gibt es noch zwei weitere schwierige Gipfel von 6684 und 6468 Metern, die noch unberührt sind.

( 2 ) Eine Gruppe von 9 Mitgliedern der englischen Armee ( Leiter Major Henry Day ) bestieg den JiAzi, auch unter dem Namen Rudshe bekannt ( gemäss der letzten Karte des topographischen Dienstes von China ist dieser Berg 6540 m hoch ). Die Höhe war vorher von den Professoren A. Heim und E. Imhof auf 7200 Meter festgesetzt worden. Die Expedition war am 2.April von Kanton nach Chengu aufgebrochen, um von da per Camion nach Kongding zu fahren. Basislager am 6. April etwa 18 Kilometer vom Ende der fahrbaren Strasse entfernt, auf 3900 Metern im Jiazi Longba, westlich des Berges. Von hier wurden die beiden Gletscher, Rudshe und Tsiburon-gri sowie der sie verbindende 5400 Meter hohe Pass, überquert. Im weiteren wurde am 16. April ein Gipfel von 5928 Metern bezwungen, der oberhalb des Rudshe-Gletschers liegt. Die Erforschung des Südabhangs des Jiazi ( 22.30. April ) verlangte einen schwierigen Anmarschweg über ein unbekanntes Tal. Aber es liess sich keine direkte Route über den Westabhang ausmachen, die eine sichere Rückkehr auf der Westseite gestattet hätte. Der östliche Gongga ( 6618 m ) sah furchtbar aus. Er wurde noch nie erforscht, aber man sagt, dass ihn eine italienische Expedition in absehbarer Zeit besteigen will. Vom 6. bis 18. Mai wurden vier Versuche unternommen, den Jiazi zu erobern, zuerst über den Nordostgrat ( 2 Varianten ), dann über den Nordwestgrat. Die drei ersten Versuche wurden im alpinen Stil durchgeführt und beim letzten auf 6250 Metern - von glashartem Eis zurückgeworfen — brachte man Fixseile an und errichtete ein Lager. Im April war das Wetter beständiger als im Mai, mit einer Nullgradgrenze auf 4000 bis 5000 Metern Höhe.

SiGUNiAN ( 6250 m ), Provinz Sichuan ( 1 ) Erstbesteigung am 28.Juli durch Teilnehmer einer Expedition von neun Japanern ( Leiter T. Wada ). Im Mai wurde zuerst ein Versuch über den Südostgrat gemacht, den man bis 5620 Metern erklimmen konnte. Ein zweiter Versuch wurde von T. Kawada im Juli über den Südostgrat angeführt. Camp VII am 27.Juli auf 5750 Metern errichtet, mit Anbringen von Fixseilen bis auf 6100 Metern. Gipfel am 28., 29. und 30.Juli von total sieben Bergsteigern bezwungen; zwei von ihnen kletterten auf den nördlichen Gipfel, um festzustellen, dass der südlichere höher ist. ( 2 ) Zweitbesteigung im Oktober durch vier Amerikaner ( K. Schmitz, J. Donini, J. Tackle und J. Kanzler ) über eine sehr schwierige Route in der Nordwand.

INDIEN

Shivling ( 6540 m ) Eine gemeinsame Expedition aus verschiedenen Ländern machte sich daran, diesen Berg zu erobern: Drei Engländer ( Doug Scott, Don Williams, Colin Downer ), zwei Australier ( Greg Child und Rich White ), ein Neuseeländer ( Merv English ), ein Amerikaner ( Stephen Sustad ), ein Franzose ( Georges Bettembourg ), zwei Inder ( Balwant Sandhu und Ratan Singh; der erstere Präsident und der zweite Chefinstruktor des « Nehru Mountaineering Institute » India ). Zu ihnen gesellten sich zwanzig junge Inder, die bei dieser Gelegenheit einen Kurs für alpine Klettertechnik absolvierten. Das Basislager wurde Mitte Mai in Tapovan errichtet, auf 4500 Metern in der Nähe des Zusammenflusses der beiden Gletscher Gangotri und Chaturangi. Die ersten zwei Wochen waren, gemeinsam mit den Kursteilnehmern, Übungen an Felsblöcken und -wänden sowie Gletscherausflügen gewidmet. In der Zeit zwischen dem 3. und i 5.Juni eroberten White, Child, Bettembourg und Scott den Ostpfeiler des Shivling ( neue Route ) und überschritten den Berg, indem sie die ursprüngliche Route über die Nordseite, die vorher von indischen und japanischen Expeditionen begangen worden war, zum Abstieg benutzten. Die gesamte Höhe der Besteigung von einem Lager am Fusse des Pfeilers aus betrug etwa 1200 Meter. Dies erforderte 60 Seillängen, ein Drittel davon auf sehr exponierten und oft gefährlichen, verschneiten Felsgraten, welche die schroff aufstrebenden Aufschwünge miteinander verbinden. Man konnte nur etwa vier oder fünf Längen pro Tag bewältigen. Zudem galt es auch, die schweren Lasten nachzuziehen. Immerhin fand man brauchbare Biwakplätze. Wegen der Art des Aufstiegs benötigte man eine besondere, den grossen Wandrouten angepasste Ausrüstung, alle alpinen Zusatzgeräte und -Werkzeuge sowie die vollständige Himalaja-Bekleidung. Eine zweite Gruppe mit Downer, Sustad, Whillans, Sandhu und Singh versuchten, nur mit einer leichten Ausrüstung versehen, eine Besteigung über die ursprüngliche Nordroute von einem Camp aus, das am 2.Juni auf 5730 Metern errichtet wurde. Der Felsgrat auf der Nordflanke wurde bezwungen und ebenfalls eine darüberliegende Eiswand bis zu einem Punkt, der too Meter unterhalb des Hauptgipfels liegt. Man schrieb den 14.Juni. Die Gruppe musste jedoch umkehren, da ein überaus heftiger Sturmwind ein Weitergehen verunmöglichte. Der Westgipfel des Shivling ist somit noch immer unbegangen.

Nanda Devi ( 7816 m ) ( 1 ) Die Erstbesteigung der Nordwand durch eine elf Mann starke tschechische Expedition ( Leiter M. Martaus ) gelang über eine sehr schwierige Route, die 1978 zum erstenmal von einer tschechischen Expedition angegangen worden war. Die diesjährige Expedition fand zur Monsunzeit statt, und das letzte Stück wurde während einer kurzen Wetterbesserung am 16. September 1981 von fünf Bergsteigern, die den Gipfel erreichten, bezwungen. Zwei weitere taten es ihnen am 19.September gleich. Das höchste ( das vierte ) Lager wurde von einer Riesenstaub-lawine weggefegt. Aber es war zum Glück leer.

( 2Ein gemischtes Team von zwölf Indern ( Leiter Col. Balwant Singh Sandhu ), vom I.M. F. Delhi gesponsort, bestieg den Berg über die ursprüngliche Südgrat-Route. Basislager am 22. August auf 4870 Metern. Camp IV auf 7400 Metern. Gipfel am 9.September 1981 von vier Männern und drei Frauen bezwungen.

Nanda Devi ( 7816 m ) Nanda Devi Ost ( 7434 m ) Eine Mannschaft der indischen Fallschirm-springcrtruppc mit 22 Bergsteigern und einer Unterstützungsequipe von 30 Mann ( Leiter Major K. Kumar ) hatte vor, jeden dieser Gipfel und ihre Traversierung ( zum erstenmal von einer indisch-japanischen Expedition durchgeführt ) zu bewältigen. Ostgipfel am 4. Oktober von zwei Männern erreicht, die beim Abstieg tödlich abstürzten. Vier andere erreichten den höchsten Punkt am 7. Oktober, dann weitere drei am g. Oktober, wovon einer am nächsten Tag beim Abstieg zu Tode stürzte. Der Hauptgipfel des Nanda Devi wurde am 16. Oktober von drei Bergsteigern bezwungen, von denen wiederum einer beim Abstieg tödlich verunglückte. Ein weiterer fiel schliesslich zwischen Camp III und IV in den Tod. Nach diesen fünf Todesfällen auf den verschiedenen Gipfeln wurde die Überschreitung nicht mehr ver- sucht. Der Leiter habe erklärt, so sagt man, dass die meisten der Unglücksfälle auf Unterlassungs-fehler der Opfer zurückzuführen seien.

Changabang ( 6864 m ) Einer italienischen Expedition aus Turin gelang die Eröffnung einer neuen Route über den Südgrat des Changabang, der zum sechstenmal bestiegen wurde. Die Besteigung erforderte die Überwindung einer Wand von 70 Grad ( nahezu 1200 m Fixseil ).

Kalanka ( 6931 m ) Eine Gruppe von sechs Franzosen des GHM ( Chef Bernard Domenech ) wiederholte zwischen dem 15. und 19.September die ( von den Japanern durchgeführte ) Besteigung über die Südwand.

Gipfel ( 6187 m ) südlich des Changabang Über zwei verschiedene Routen bezwungen: Der Nordgrat des Gipfels ( 5822 m ) über den Ost-aufschwung zwischen dem 15. und 18. September. Der Westgrat am 27. September.

Mrigthuni ( 6855 m ) ( Erstbegehung 1958 durch eine indische Equipe von Norden her. ) Über eine neue Route in der Südwand ( vermutlich die 4. Besteigung dieses Gipfels ) durch eine vierköpfige spanische Expedition: Leiter G. Suarez, B. Rodriguez, J. Iglesias und P. Garcia, die den Gipfel alle am ^.Sep-tember erreichten. Der Aufstieg nahm 2 Wochen in Anspruch und wurde von einem Basislager auf 4950 Meter, mit drei Höhenlagern auf 5600 und 6250 Metern, gemacht.

SuDARSHAN PARBAT ( 6507 m ) Erstbesteigung am 30. Mai über den Ostgrat durch eine indisch-französische Expedition ( Leiter Harisch Kapadia ), an der sieben Inder und vier Franzosen ( « Groupe universitaire de mon- tagne et de ski », Paris ) teilnahmen. Höhenlager aufgestellt und etwa 450 Meter Fixseil auf den Blankeispassagen angebracht. Den Gipfel erreichten die vier Franzosen, ein Inder und ein Sherpa.

Am 5,Juni gelang drei französischen Bergsteigern die Erstbesteigung des Chaturbhuj ( 6655 m ) über den Nordgrat.

Saife ( 6161 m ) Zweite Besteigung über die Nordost-Wand, dann über den Ostgrat von zwei Franzosen, durchgeführt am 7.Juni; am 19. Mai von einem Franzosen im Alleingang und am 30. Mai von zwei Indern und einem Sherpa. Ebenfalls bezwungen wurden am 19. Mai über den Ostgrat der Koteshwar I ( 6080 m ) und der Koteshwar II ( 5690 m ) über den Nordwestgrat. Basislager am 12. Mai ( auf etwa 4820 m ) auf dem Rakta-varn-Gletscher errichtet, der sich mit dem Gan-gotri-Gletscher vereinigt. Die Bergsteigergruppe wurde von zwei Sherpas und vier Höhenträgern unterstützt und verbrachte etwa sechs Wochen in der Zeit vom 5. Mai bis zum 16. Juni in dieser Gegend.

Bhagirathi II ( 6512 m ) Drei englische Bergsteiger ( Ian Rea, D. Stelfox und T. Maguire ) bestiegen die Nordwand im alpinen Stil innert drei Tagen. Gipfel am to. September erreicht. Die Kletterpartie von 35 Seillängen vom Bergschrund zum Gipfel war durchgehend anstrengend und schwierig. Beim Abstieg, auf den Abhängen der Ostseite, rutschte T.Ma-guire aus und stürzte 150 Meter tief tödlich ab.

Trisul ( 7120 m ) Eine Mannschaft von 7 Japanern ( Leiter K. Sakano ) wiederholte die jugoslawische Besteigung über die Westwand. Vier der Teilnehmer erreichten am 2. Oktober den Gipfel.

Nanda Khat ( 6611 m ) Sieben Japaner wurden Ende Oktober in ihrem Lager von einer Lawine überrascht. Der einzige Überlebende der Expedition ist der Leiter M. Ojima, der sich zu der Zeit in einem tiefer gelegenen Lager aufhielt.

Kämet ( 7756 m ) Abigamin ( 7354 m1 ) Von einer Mannschaft der indisch-tibetani-schen Grenzpolizei ( 25 Mann unter der Leitung des Kommandanten Sohan Lai ) erreichten fünf Teilnehmer am 14. Mai den Gipfel. Drei von ihnen fuhren auf Skiern zu der auf 4740 Metern gelegenen Basis ab.

( 2 ) Eine andere Gruppe der indischen Armee ( 16 Mann und 4 Sherpas ) bezwangen diese beiden Gipfel über die ursprüngliche Südostroute über den Meade's Col. Der Aufstieg konnte innert 20 Tagen durchgeführt werden; 2 Gruppen von je sechs Mann erreichten am i.Juni den Gipfel.

Nun ( 7135 m ) Eine englische Gruppe von sieben Mann ( Leiter Stephen Berry ) bezwang den Nun über eine schwierige Route in der Ostwand. Von einem Lager auf 6400 Metern aus startend, erreichten sechs Bergsteiger in drei Seilschaften am 16., 19. und 22.Juni den Gipfel. Zwei der Teilnehmer bestiegen ebenfalls die White Needle ( Weisse Nadel ). Einer von ihnen war Norman Croucher ( 4ojäh-rig ), der mit Krücken aufgestiegen ist.

Kun ( 7086 m1 ) Einer Gruppe von drei Japanern ( K. Kondo, M. Nagoshi und K. Sakate ) gelang es, die schwierige Westwand nach zwölf darin verbrachten Tagen zu erklimmen ( sie wird punkto Schwierigkeit mit der Eigernordwand verglichen ). Die beiden Erstgenannten erreichten den Gipfel am G. Juli.

( 2 ) Eine andere Mannschaft von drei Japanern versuchte die Normalroute im August. Der Leiter M. Matsumoto und S. Ito erreichten den Gipfel am 27. August. M. Matsumoto, der sich beim Abstieg zweifellos verirrt hatte, stiess erst am 4. September im Basislager wieder auf seine Gefährten. Er hatte ohne Nahrung und ohne Biwakmaterial auskommen müssen und litt an schweren Erfrierungen.

Kulul I.ahullZanskarlKashmir Im Verlauf von etwa 6 Wochen ( Mai bis Juli ) begaben sich vier Damen aus Leysin, Hilary Boardman ( Engländerin ), Liliane Martin ( Schweizerin ), Danielle Sierra ( Schweizerin ) und Britt Tornquist ( Schwedin ), von Manali zu einem Berggebiet, das in der Gegend des Gletschersystems Tos/Malana liegt. Sie bezwangen dort drei Fünftausender. Anschliessend wandten sie sich gegen Norden, überschritten den Sara Umga La ( 5230 m ), um zu dem Gletscherbassin von Chota Singri zu gelangen und dann in das Chandra-Tal hinabzusteigen. Von da traversierten sie den Kanzam-Pass ( 5230 m ) ins Lahul, wobei sie oberhalb des Passes noch einen Gipfel von 5620 Metern erklommen. Dann erreichten sie über den Baralacho La die Quelle von Chandra und schliesslich über den Phirtse La ( 5435 m ) den Zanskar. Von Padam reisten sie auf der Strasse nach Kargil und später nach Srinagar. Wahrlich eine Reise, die von Unternehmungsgeist zeugt! Sie waren von fünf Ladakhi-Trägern begleitet, mit Rinzing als ihrem Führer.

Kishlwar Süd-Arjuna ( 6290 m ) Dieser wurde am 2. September von drei Teilnehmern einer polnischen Expedition bezwungen ( Leiter W. Otreba ). Sie erreichte den Ostgrat nach zwei Biwaks in einem steilen Couloir aus Fels und Eis; auf dem Grat gelangten sie dann zum Südgipfel. Von da führt der etwa 300 Meter lange Grat weiter zum Zentralgipfel ( der höchste ). Es war indessen zu spät, die Mannschaft konnte nicht mehr weitergehen. Es wurden dann zwei andere Gipfel bezwungen, beide etwa 5800 Meter hoch. Der eine, südlich des Arjuna, war eine Erstbesteigung, die mit schwierigen Passagen in kombiniertem Gelände verbunden war. Beim anderen, im Westen des Tales gelegen, handelte es sich um eine Zweitbesteigung.

Agyasol ( 6200 m ) Er wurde von einer Expedition ( 5 Engländer der Oxford University, Leiter Simon Richardson ) bezwungen. Die Route über den Ostgrat umfasste auch eine Kletterstelle im III. und I V.Schwierig-keitsgrad in Fels und Eis. Zwei Lager oberhalb des Basislagers ( 30. August ) und ein Biwak am 12. September auf 5940 Metern. Gipfel am 13. September durch R. Everett und N. Barrett erreicht; dann am 21 September durch S. Richardson und M. Harrop. Gesamtkosten der Expedition: sFr. 12 500..

Sia Kangri ( 7422 m ) Sai.toro Kangri ( 7742 m ) Man berichtet uns, dass eine Mannschaft von 54 Mann der indischen Armee ( unter Leitung von Oberst N. Kunar und von einer Filmequipe begleitet ) ein ehrgeiziges Projekt von 3 Monaten Dauer in Angriff genommen hatte. Sie brachen anfang April auf und begaben sich in das Nubra-Tal, wo sie ein Basislager in der Nähe des Siachen-Gletschers errichteten. Sie erstiegen den Gletscher bis zu seinem Ursprungsort ( teilweise auf Skiern ), besuchten den Bilafond La im Süden und bezwangen den herrlichen Salloro Kangri. Am 2. August bestiegen sie ferner den Turkestan La ( 5855 m ), der weiter im Norden liegt, dann den Indira Pass ( 6360 m ) und den Sia La ( 5700 m ). Zum Schluss bestiegen sie am 14.Juli den Sia Kangri, der auf der Wasserscheide der Flüsse, zwischen den Gletschcrgebieten von Siachen und Baltoro liegt.

Was folgt, ist wohl die längste Himalaja-Durchquerung, die je unternommen wurde, eine Strecke von 4700 Kilometern, die von zwei Neuseeländern ( Peter Hillary und Graham Dingle ) und einem Sherpa-Instruktor ( Chewang Tashi ) des Mountaineering Institute von Darjeeling in 9 Monaten durchgeführt wurde. Sie verliessen Darjeeling im Februar, überquerten den Sikkim-Berg in Nepal bis sie südlich des Kangchenjunga ankamen. Sie durchquerten anschliessend Nepal von Osten nach Westen, gelangten über die Bergkette ins Garhwal und Kumaon, dann nach Ladakh und erreichten Leh am 9. Oktober. Sie reisten mit den gängigen Transportmitteln nach Skardu weiter, dann trekkten sie bis ins Basislager des K 2. Verschiedene Male wurden sie von allen möglichen Unterstützungsmannschaften aufgesucht. Sie lebten fast ausschliesslich von den lokalen Möglichkeiten und setzten keine Träger ein. Die Expedition kam gesamthaft auf etwa sFr.24000. zu stehen und, wie Peter Hillary es ausdrückte, « vereinte die Expedition ein wenig alles auf sich: Bergsteigen, Trekking und bisweilen schlicht den Kampf ums Überleben ».

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