Himalaya-Chronik 1985

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Trevor Braham, Lausanne

Die Himalaya-Länder im Überblick Nepal Seit Nepal 1949 den ersten ausländischen Expeditionen seine Tore öffnete, brachte es dieses Land in 35 Jahren insgesamt auf 650 Expeditionen. Wenn diese weiterhin in dem Masse zunehmen wie bisher, so wird es nur sieben bis acht Jahre dauern, bis Nepal bereits die nächsten 650 Expeditionen verzeichnet haben wird.

1985 wurden insgesamt wieder etwa 330 Expeditionen verzeichnet; bedeutend mehr Gruppen beabsichtigten in diesem Jahr jedoch, zwei oder gar drei Gipfel zugleich zu besteigen. Die ( bekannten ) Gipfel, insbesondere die sogenannt deichten ) Achttausender, wurden eindeutig bevorzugt. Zudem scheint die Tendenz zu grossen, kommerziell organisierten Expeditionen ständig zuzunehmen. Abgesehen von einer ausserordentlich hohen To-desfallrate in Nepal ( wo ungewöhnlich stürmisches Herbstwetter herrschte ) scheint die Zahl der Todesfälle - es sind ungefähr 45 - in diesem Jahr im Vergleich zur Anzahl Bergsteiger nicht übermässig hoch zu sein. Zu bemerken ist, dass es weniger Todesfälle infolge von Lawinen oder Gehirn- und Lungenödemen gab, dafür aber mehr infolge von Abstürzen.

Die grössten Leistungen von 1985:

1. Yalungkang: Erstbesteigung von Norden her ( durch Jugoslawen ).

2. Nanga Parbat: Erste vollständige Besteigung des Südpfeilers ( durch Polen ).

3. Gasherbrum IV: Besteigung im alpinen Stil der 3000 m hohen Westwand durch Voytek Kurtyka und Robert Schauer.

4. Lhotse: Neue Route in der Südwand bis auf 8200 m ( durch Polen ).

5. Dhaulagiri: Ostwand; neue Routen durch Jugoslawen ( Herbst ) und Schweizer ( Winter ).

6. Dhaulagiri/Cho Oyu: 21 Januar 1985; 15. Februar 1985: Erste Winterbesteigung der beiden Gipfel durch Jerzy Kukuzka.

7. Annapurna: Neue Route über die Nordwestwand ( 24. April ) und anschliessend noch über den Nordostgrat in 21/2 Tagen ( 15. Mai ). Beide Besteigungen erfolgten durch R.M.essner und H. Kammerlander.

8. Gasherbrum I: Nordwestwand über eine neue Route.

Gasherbrum II: Besteigung im alpinen Stil innerhalb von 2 Tagen ( durch Italiener ).

Die sonst beliebte und am meisten frequentierte Nach-Monsunzeit zeigte sich dieses Jahr mit langen Sturmwetterperioden bis anfang November von der schlechtesten Seite. 49 Herbstexpeditionen erreichten insgesamt nur 15 Gipfel, und es gab 20 Tote, wovon zehn durch Abstürze und sechs durch Lawinen. Bei insgesamt 91 Expeditionen sind total 28 Todesfälle zu verzeichnen, davon 16 infolge von Abstürzen. Grosse Expeditionen herrschen weiterhin vor; zwei Drittel aller Unternehmungen gehören zu dieser Gruppe. Jede sechste Expedition ist eine japanische. In der Winterperiode ( die offiziell vom 15. Dezember bis 15. Februar andauert ) zählte man 16 Expeditionen; zehn davon hatten Achttausender zum Ziel, einschliesslich den drei verschiedenen koreanischen Unternehmungen zum Everest, wobei drei verschiedene Routen benützt wurden. Sieben Expeditionen zum Everest kamen von Süden her über Nepal und weitere sieben von Norden her über China; zwei von jeder Seite erreichten den Gipfel. Eine starke sowjetische Expedition soll 1988 im Himalaya alle Grenzen des Bisherigen sprengen: Geplant ist ein Aufstieg in der Südwand des Lhotse, von da die Traversierung zum South Col des Everest, dann über den Everest-Gipfel und seinen Westgrat zum Lho La. Derartige Monsterpro-jekte werden wahrscheinlich nur von stark subventionierten Gruppen realisiert werden können. Man hofft, dass in Zukunft wieder kleinere Gruppen vorherrschen werden, so dass sich das Bergsteigen im Himalaya wieder in derselben Form geniessen lässt, wie dies in den letzten 60 Jahren in den Alpen geschah.

Pakistan Von Seiten der pakistanischen Behörden werden Bergsteiger und Trekker auch weiterhin in ihren Bestrebungen gefördert. Ab Mai 1986 wird der Khunjerab-Pass ( ca. 4800 m ) geöffnet sein, so dass es dann möglich ist, die ganze Karakorum-Hochstrasse zwischen Pakistan und China zu benützen. Während des sehr strengen Winters in den nördlichen Regionen, wo die Verbindung zwischen den Dörfern häufig unterbrochen wird, werden Anstrengungen unternommen, auch Winterexpeditionen vorzusehen. Dies wird aber vermutlich auch höhere Kosten mit sich bringen.

In der Hauptsaison, von Mai bis September, erreichten 54 Expeditionen mit ungefähr 400 Bergsteigern 62 Gipfel. Acht Gruppen erhielten eine doppelte Bewilligung, d.h. für die Be- steigung von zwei Gipfeln gleichzeitig. Drei dieser Gruppen gelang es, ihr Ziel zu erreichen: den Japanern am Masherbrum und Broad Peak sowie den Franzosen und Italienern am Gasherbrum I und II. Von zwölf japanischen Expeditionen bestanden sechs nur aus kleinen Gruppen, und insgesamt acht davon waren erfolgreich: Dies ist ein gutes Ergebnis mit wenigen Opfern auf immerhin zwei Siebentausendern, dem Peak Pasu ( 7284 m, zweite Besteigung ) und dem Malangutti II ( 7200, Erstbesteigung ). Es gab acht Todesfälle zu beklagen, zwei aufgrund von Ödemen und drei infolge von Abstürzen. Der K2 wurde zum ersten Mal in der gleichen Jahreszeit von drei Expeditionen, nämlich einer japanischen, einer schweizerischen und einer französischen, bezwungen. Die beiden letzteren spannten auf den obersten Abschnitten zusammen. Zehn Gruppen ( fünf davon französische ) hatten den Gasherbrum II zum Ziel; neun davon gelang es ihn zu bezwingen ( darunter vier französischen ). 26 Expeditionen mit ungefähr 220 Bergsteigern und 1500 Trägern befanden sich zur gleichen Zeit auf dem oberen Baltoro-Gletscher. Zwölf Gruppen hatten den Nanga Parbat zum Ziel, aber nur vier von ihnen waren erfolgreich. Fünf Gruppen versuchten es von der Diamir-Seite her. Der erste Versuch, die Diamir-Wand zu erklimmen, war übrigens bereits vor 90 Jahren vom englischen Bergsteiger A. F. Mummery unternommen worden: Er erstieg, von nur einem Gurkhasoldaten begleitet, den unteren Teil im alpinen Stil. Der erste Abstieg durch die Wand wurde 1970 von den Brüdern Messner gemacht.

Die Anzahl Trekkergruppen ( die Gipfel bis 6000 m ersteigen dürfen ) verdoppelte sich gegenüber dem Vorjahr von 79 auf 174. Die Versicherungsprämien für die Träger stiegen um mehr als 100 Prozent an. Höhenträger erhalten heute eine Grundausbildung durch die Schule des Pakistan Alpine Club in Nilt. Für das Jahr 1986 haben die Behörden bereits 49 Expeditionen genehmigt, sieben davon mit Doppelzie-hen. Wieder ist eine überwältigende Anzahl von Gruppen dabei, die auf den oberen Bal-toro-Gletscher wollen, um von dort aus auf die ( beliebten ) Gipfel Broad Peak ( zehn Gruppen ), K2 ( sieben Gruppen ), Gasherbrum II ( sechs Gruppen ) und Gasherbrum I ( fünf Gruppen ) zu gelangen.

China Uns kamen Informationen über 33 Expeditionen zu. Davon stammte fast die Hälfte aus Japan. Von sieben Versuchen auf den Qomolangma -wozu auch ein zweiter japanischer Winterbesteigungsversuch gehörte - hatten nur zwei Erfolg. Alle drei Gruppen die sich dem Xixabangma zuwandten, erreichten den Gipfel. Drei Expeditionen wurden auf den Muztagata und den Anyemaqen unternommen, von denen nur je eine zum Ziel gelangte: die italienische, von Arturo Bergamaschi geleitete Expedition zum Anyemaqen sowie eine kommerziell organisierte Gruppe auf den Muztagata. Hier werden in erster Linie mehr touristische Gruppenreisen bevorzugt, wobei die Anzahl Personen jährlich nahezu 10000 beträgt. Die Chinesen feiern den 25. Jahrestag ihres Einmarsches in Tibet mit dem Bau von zwei grossen Hotels im Zentrum von Lhasa. Ausserdem planen sie, den Touristenstrom in diesem Gebiet nach und nach auf 100000 Personen im Jahr zu erhöhen.

Indien In diesem Land werden weiterhin ausserordentlich viele Expeditionen durchgeführt. Allerdings haben 1985 im Vergleich zum letzten Jahr die ausländischen Gruppen zugenommen ( insgesamt 62 ), während die rein indischen leicht zurückgingen. Der Grund für den Anstieg bei den ausländischen Gruppen liegt in der steigenden Popularität für leichte Equipen ( mit weniger als sechs Teilnehmer ), denen es auf diese Art gelingt, kurze kostengünstige Kletterferien zu verbringen. Über die Hälfte aller ausländischen Expeditionen, nämlich 34Teams, umfasst solche Gruppen; 14 von ihnen erreichten ihr Ziel. Von 15 japanischen Gruppen war die Hälfte , und das von ihnen bevorzugte Gebiet war die Kulu-Lahul-Re-gion, wo zehn Gruppen ihre Ziele auf Gipfel zwischen 6000 und 6500 m erreichten. Die indischen Expeditionen sind möglicherweise wegen der von der obersten zuständigen Behörde, der Indian Mountaineering Foundation in Dehli, erlassenen neuen Gesetze zurückgegangen. Diese verlangen nämlich, dass indische Expeditionen ihre Teilnehmerzahl auf zwölf Personen beschränken ( indische Expedi- tionen haben eher die Tendenz, zu gross zu sein - von 90 Expeditionen waren nur sieben ( kleine ) ). Dazu kommt die Auflage, dass 70 Prozent der Teilnehmer eine Grundausbildung in einer anerkannten Bergsteigerschule absolviert und 30 Prozent vorher bereits zwei Expeditionen mitgemacht haben müssen. 1985 hat die indische Regierung gemeinsame in-disch-ausländische Expeditionen ( unter indischer Leitung ) im östlichen Karakorum zugelassen, mit u.a. den Rimo-, Saser-, Teram-, Apsarasas-Gruppen, die immer noch mehrere unbegangene Siebentausender aufweisen. Es werden ausserdem ebenfalls auf 20 Personen beschränkte Gruppen ( Trekker ) unter indischer Leitung in gewisse Teile von Süd- und Ost-Sikkim zugelassen. Die Sikkim-Gipfel indessen, mit ihren vielen unbegangenen Bergen, bleiben für alle ausländischen Bergsteiger weiterhin gesperrt.

Nepal Everest, 8848 m Zwei Winterversuche wurden hauptsächlich von stürmischen Winden und starkem Schneefall zurückgeschlagen. ( 1 ) Der erste wurde von einer achtköpfigen französischen Expedition ( unter der Leitung von Eric Dossin ) über den Lho La und den Westgrat unternommen, wo man am 15. Januar auf 7500 m umkehrte. Eine 13köpfige koreanische Equipe, die den zweiten Versuch unternahm, scheiterte, noch bevor sie den South Col über die Normalroute erreichte. ( 2 ) Arne Naess ( junior ) führte eine Gruppe von zehn Norwegern, einem Schweden, einem Engländer und zwei Amerikanern ( der texani-sche Ölmillionär R. Bass sowie D. Breashears ). Es wurden 32 Sherpas oberhalb des Basislagers eingesetzt, wovon fünf den Everest bereits bezwungen hatten. Aufstieg über die Normalroute, Camp IV auf dem South Col. Insgesamt 17 Personen ( neun Teilnehmer und acht Sherpas ) erreichten am 21., 29. und 30. April in drei unabhängigen Gruppen den Gipfel. Darunter befanden sich auch A. Naess, C. Bonington ( 51 ), R. Bass ( 56 ) sowie D. Breashears ( dem damit bereits seine zweite Besteigung des Everest gelang ). Die letzten beiden benützten Sauerstoff. Bei den Sherpas, die den Gipfel erreichten, war es Sundares vierter, Ang Ritas und Pertembas dritter sowie Pema Dorjes zweiter Erfolg am Everest. Diese Frühlings-Expedition ist die erste, die vor dem 1. Mai den Gipfel erreichte und dabei brachte sie noch die bisher grösste Teilnehmerzahl ei- ner Gruppe auf dem Gipfel. Ausserdem soll R. Bass - abgesehen davon, dass er der älteste ( Gipfelstürmer ) der Gruppe war - nur zwölf Tage für den Aufstieg benötigt haben. ( 3 ) Eine grosse amerikanische Expedition ( Leitung D. Saas ) mit 20 Bergsteigern und 12 Hochgebirgs-Sherpas versuchte direkt über den Lho La zum Westgrat zu gelangen. Es wurde Sauerstoff benützt. Am 6. Mai machten R. Anderson und P. Athens von Camp V aus einen Gipfelversuch, der jedoch auf 8500 m abgebrochen wurde. Ein weiterer Versuch am 10. Mai durch R. Anderson und J. Smith scheiterte auf 8600 m.

( 4 ) Eine 34köpfige Expedition der indischen Armee, zu der auch fünf Nepalesen gehörten, und die von offizieller Seite in grosszügiger Weise finanzielle Unterstützung genoss, wurde mit einer ganzen Reihe Unglücksfällen konfrontiert, die fünf Todesopfer forderten. Keines ihrer ehrgeizigen Vorhaben, die Südwestwand und den Südostgrat über den South Col gleichzeitig zu besteigen, konnte verwirklicht werden. Sie erreichten am 7. Oktober einen Punkt auf 8100 m in der Südwestwand. Am selben Tag gelangte eine andere Gruppe parallel über den South Col auf eine Höhe von 8725 m, direkt unterhalb des Südgipfels. Ein Mitglied dieser Gruppe stürzte dabei zu Tode, und vier weitere erfroren am South Col während des nachfolgenden, vier Tage dauernden Sturmes.

( 5 ) Eine zwölf Mann starke japanische Gruppe ( Leitung: K. Yagihara ) übernahm das indische Vorhabens, nachdem diese Gruppe umgekehrt war. Sie erreichte den South Col am 28. Oktober, und sieben ihrer Teilnehmer stiegen am 30. Oktober zum Gipfel auf: der Leiter Yagihara, N. Yamada ( sein zweiter Aufstieg, diesmal ohne Sauerstoff ), H. Nazuka, M. Sato, T. Saegusa, E. Akutsu ( 47 ) und S. Ko-moto.

( 6 ) Drei voneinander unabhängige koreanische Winterexpeditionen: je eine über den Westgrat, die Südwestwand und den South Col. Die Gruppe am Westgrat mit 16 Teilnehmern ( Leitung: K. H. Kim ) beschloss, ihr Vorhaben am 21. Dezember 1985 infolge zu stürmischer Winde aufzugeben. Auch die beiden anderen Teams scheiterten: Das eine erreichte über den South Col am 22. Dezember 1985 8500 m, das andere über die Südwestwand am 13. Januar 1986 7700 m.

Kangchenjunga, 8586 m ( 1 ) Am 15. Januar 1985 starb der amerikanische Arzt Dr. Chris Chandler in der Nordwand auf etwa 7500 m an einem Gehirnödem. Seine australische Frau Chérie Bremerkamp und Tamang Mangal Singh verbrachten dreieinhalb Tage damit, in verzweifelter Anstrengung wieder über die Wand abzusteigen. Dabei erlitten sie beide gefährliche Erfrierungen. Im Mai 1981 hatten Chandler und Bremerkamp die gleiche Route mit leichter Ausrüstung versucht und beim Traversieren zum Yalungkang fast 8000 m erreicht.

( 2 ) Ein amerikanischer Versuch auf der North Col/Nordgrat-Route ( derjenigen der Engländer von 1979 ) aufzusteigen, scheiterte am 13. Mai auf 7900 m, nachdem der Leiter der sechsköpfigen Gruppe, John Roskelley, Anzeichen eines Gehirnödems zeigte und sofort ins Basislager gebracht werden musste. Drei Lager oberhalb des Basislagers. Keine Sherpas.

( 3 ) Versuch einer grossen polnischen Equipe ( Leitung: Andrzej Machnik ), die erste Winterbesteigung durchzuführen. Zu dem starken Team gehörte auch Jerzy Kukuczka und Krzyszof Wielicki ( denen die erste Winterbesteigung des Everest im Jahre 1980 gelang ). Sie folgten der Erstbesteigungsroute über die Südwestwand und erreichten am 11. Januar 1986 den Gipfel. André Czok ( 37 ), ein erfahrener Alpinist, starb auf 7250 m an einem Lungenödem.

Kumbhakarna, 7710 m ( Jan nu ) Am 9. Dezember 1984 erfolgte die erste Winterbesteigung durch den Koreaner Kim Ki Heyg und die Sherpas Ang Dorje und Lhakpa Gelbu über die Erstbesteigungsroute von Südwesten her mit einer Variante über einen Sporn in der Südwand.

Yalungkang, 8505 m Eine Gruppe von 14 jugoslawischen Alpinisten unter der Leitung von Anton Skarja gelang die erste Besteigung von Norden her. Vom Basislager ( 25. März ) in Pangpema auf 5050 m folgte ihre Route zuerst derjenigen der Japaner von 1980, zweigte dann aber nach links ab, um auf jene von H. Warth und der Schweizer im Jahre 1983 einzuschwenken. Dann traversierte sie diagonal rechts das grosse Eisplateau oberhalb 7500 m und gelangte auf die Krete des Ostgrates des Yalungkang, die sich auf etwa 8250 m befindet. Diese Krete erkletterten sie auf ihre Südseite, wo der Fels fester war, und erreichten den Gipfel über den letzten Schneegrat: Am 22. April um 16.30 Uhr gelang dies T. Cesen ( unter Verwendung von Sauerstoff ) und B. Bergant, die um 06.30 Uhr von Camp IV auf 8100 m aufgebrochen waren. Beim Abstieg durch ein tiefes Schneecouloir ungefähr 200 m oberhalb von Camp IV rutsche Bergant aus und stürzte tödlich ab. Cesen schaffte es nicht, in Dunkeln eine Reihe von Spalten zu überqueren, und musste die Nacht auf einer exponierten Eisterrasse oberhalb Camp IV verbringen. Die Schwierigkeiten auf diesen 3500 m langen Aufstieg bewegen sich zwischen dem III. und IV. Grad, wobei es einzelne Stellen im VI. sowie 75° steiles Eis zu überwinden gibt. Sechs Sherpas waren oberhalb des Basislagers dabei. Der steilste Teil der Wand wurde zwischen 6700 und 7350 m mit Fixseilen versehen. Die Expedition hatte ursprünglich vorgehabt, der sehr steilen und exponierten Nordschulter entlang direkt auf den Gipfel zu steigen. Diese Idee wurde dann in Anbetracht der objektiven Gefahren aufgegeben.

Kirat Chuli, 7365 m ( Tent Peak ) Erstbesteigung im Juli 1939 durch den Schweizer E. Grob und die beiden Deutschen Schmaderer und Paider. Sie hatten eine Route Links im Bild der Kirat Chuli ( oder Tent Peak, 7365 m ). In der Mitte der Nepal Peak ( 6910 m ).

von Osten ( Sikkim ) her zuerst über den Nepal Peak ( Erstbesteigung im Alleingang von Westen durch Erwin Schneider, 1930 ), dann entlang des 1 Vz km langen Verbindungsgrates zwischen den beiden Gipfeln gewählt, dessen Traversierung zwei Tage in Anspruch nahm. Die gleiche Route war bereits 1936 von der von Paul Bauer geleiteten vierköpfigen Mannschaft versucht worden. Diese war allerdings gezwungen gewesen, nach dem Aufstieg von Osten her über den Nepal Peak wegen Lawinengefahr auf dem stark verschneiten Verbindungsgrat umzukehren. In diesem Jahr versuchte nun eine gemeinsame britisch-nepale-sische Militärexpedition mit 31 Teilnehmern, die Zweitbesteigung dieses Gipfels von Westen her über den langen Nepal-Tent-Grat durchzuführen. Der Versuch musste jedoch auf dem Südwestgrat des Nepal Peak auf etwa 6700 m ( der Leiter Major Michael Kef-ford, K. Spencer und N. Williams erreichten am 17. Oktober diese Höhe ) infolge Sturmwetters und dichten Schneefalls abgebrochen werden.

Ohmi Kangri, 6829 m Obenstehende Höhenangabe ist die offizielle nepalesische Höhe dieses Gipfels. Über die wirkliche Höhe herrschen immer noch Zweifel. Dieser Berg, früher unter dem Namen bekannt, war im Jahre 1949 zum ersten Mal Gegenstand eines Versuchs durch eine Schweizer Expedition ( Wyss-Dunant, Dittert und andere ), die auf erwa 6500 m auf seinem Westgrat gelangten. Marcel Kurz gab die Höhe dieses Berges mit 7018 m an, die er später auf 7028 m korrigierte.

1982 gelang einer japanischen Expedition der Aufstieg über den Südwestgrat: Deren Teilnehmer erreichten den Südost- und Mittelgipfel auf dem langen Gipfelgrat. Sie konnten jedoch keine endgültigen Schlüsse über die Höhe ziehen. Eine Gruppe von zehn Schweizern mit drei Nepalesen ( Sherpas ) unter der Leitung von R.M.eier wiederholte den Aufstieg von Südwesten her und erreichten den Nordostgipfel, von dem sie glauben, dass er der höchste ist. Diese Gruppe schätzte seine Höhe auf 7045 m. Sie folgten einer Route durch die Westwand und über den Südwestgrat, für die sie vom Basislager auf 5130 m ( 23. März 1985 ) drei Wochen benötigten. Sie errichteten dazu noch drei weitere Camps und richteten insgesamt 420 m mit Fixseilen aus. Zwischen dem 14. und dem 20. April erreichten neun Schweizer und zwei Sherpas den Nordostgipfel. Die Gesamtkosten für diese Expedi- tion waren sehr hoch: Fr. 160000. ( im Vergleich zu einer 14köpfigen jugoslawischen Expedition, der die Eröffnung einer neuen Route von Norden zum nahegelegenen Yalungkang ( 8505 m ) gelang und deren Kosten sich lediglich auf Fr. 85000. beliefen ).

Makalu, 8463 m ( 1 ) Dem französischen Ehepaar Maurice und Liliane Barrard gelang weder der Versuch, den Gipfel über die normale Route zu erreichen, noch die Abfahrt auf Skiern. Sie erreichten am 10. und 11. Mai in zwei Vorstossen eine Höhe von 8430 m, mussten aber beide Male wegen heftigen Windes umkehren.

( 2 ) Vier Italiener und zwei Spanier taten sich zusammen, um gemeinsam über die normale Nordwestgrat-Route aufzusteigen. Folgende Teilnehmer erreichten am 1. Oktober den Gipfel, nachdem sie bis auf eine Höhe von 7400 m vier Camps erstellt hatten: der Spanier José San Sebastian und die drei Italiener F. di Stefani, A. Giampisi und F. Stedile.

Der Gipfelgrat des Ohmi Kangri ( 6829 m ). Von rechts nach links: Ostgipfel, Mittelgipfel ( Japaner, 1982 ), Westgipfel ( Schweizer, 1985 ).

( 3 ) Zwei unabhängige Winterversuche: Eine japanische Gruppe mit sieben Teilnehmern erreichte am 23. Dezember eine ungefähre Höhe von 7500 m, kehrte dann aber wegen des schlechten Wetters wieder um. Reinhold Messners Gruppe scheiterte am 12. Februar 1986 wegen stürmischer Winde ebenfalls auf 7500 m.

Makalu II ( Kangchungtse ), 7678 m ( 1 ) Drei Mitglieder einer fünfköpfigen Gruppe aus Grenoble ( Leitung: R. Jessup ) erreichten am 22. April den Gipfel über die übliche Route durch die Westwand und über den Südgrat.

( 2 ) Eine holländische Gruppe von zehn Alpinisten ( Leitung: Ronald Naar ) folgte der normalen Route zum Makalu Pass, dann über den Südgrat. Drei Höhenlager. Der Gipfel wurde am 11. Oktober von Naar, W. Teenwisse, E. Wesker und Sherpa Nawang sowie am 13. Oktober von F. Meienberg und Sherpa Ang Pasang erreicht. Meienberg und W. Roos verliessen dann das Basislager, um über den West-Pass und den Sherpani-Pass czurückzu-trekkem. Sie hatten für nur drei Tage Lebensmittel bei sich und wurden nie mehr gesehen.

( 3 ) Sechs französische Alpinisten ( Leitung: Pierre Demolombe ) folgten der gleichen Route.Vier von ihnen versuchten am 1. November einen Gipfelangriff, der indessen misslang. Zwei Alpinisten stiegen anschliessend wieder ab, und die anderen beiden, der Leiter Demolombe und Denis Margaine, verblieben im Camp IM auf 6700 m und versuchten am 2. November noch einmal, auf den Gipfel zu gelangen. Die beiden kehrten nicht mehr zurück, und die Suche per Helikopter gab keinerlei Aufschluss über ihren Verbleib.

Lhotse, 8516 m 1981 wurde von einer jugoslawischen Expedition eine schwierige Route in der 3000 m hohen Südwand des Lhotse eröffnet und erklettert, der Gipfel jedoch nicht erreicht. 1984 eröffnete eine tschechische Gruppe eine etwa gleich schwierige Route in der Südwand des Lhotse Shar.

Am 30. August 1985 errichtete die starke elfköpfige polnische Expedition unter der Leitung von Janusz Majer, mit u.a. Jerzy Kukuczka und Krzysztof Wielicki, ihr Basislager auf 5200 m nahe am Fuss der Südwand. Die ersten vier Lager zwischen 5800 und 7200 m errichteten sie bei anhaltend schlechtem Wetter zwischen dem 6. und 25. September, entlang der tschechischen Route von 1984. Dann schwenkten sie nach links und installierten Camp V am 3. Oktober auf 7400 m sowie Camp VI am 21. Oktober auf 7800 m. Dabei wurden Fixseile bis auf 7600 m Höhe angebracht. Am 22. Oktober machten sie ihren ersten Gipfelversuch: Sie erkletterten auf dem Südgrat über 8000 m Höhe einen Kamin ( im V. Schwierigkeitsgrad ) und gelangten noch bis 8200 m. Ein zweiter Versuch am 25. Oktober endete auf 8100 m. Beim Abstieg rutschte R. Cholda ( 28 ) aus und stürzte zu Tode. Angesichts der technisch schwierigen Stellen im letzten Teil des Aufstiegs wurde ein siebtes Lager als notwendig erachtet. Indessen musste sich die Expedition nach einem letzten Versuch am 1. November geschlagen geben. Nach zwei Monaten strengster Kletterarbeit unter äusserst schlechten Wetterbedingungen waren sie völlig erschöpft. In der Zwischenzeit hatten zwei vom Thamserku und Imja Tse zurückgekehrte französische Bergsteiger, Michel Fauquet und Vincent Fine am 23. Oktober den Mittelpfeiler der Südwand zu ersteigen begonnen. Am 24. Oktober wurde Fauquet von einem Stein an den Lippen verletzt. Am 25. Oktober beobachteten die beiden R. Chol-das Absturz in der Wand. Zu diesem Zeitpunkt waren sie auf ungefähr 7250 m angelangt, und Fauquet beschloss, wieder hinunterzusteigen. Fine hingegen stiess zu den Polen, um bei ihrem letzten Gipfelversuch vom I. November mitzumachen, der auf etwa 8100 m abgebrochen wurde.

Reinhold Messner - der bereits vor zehn Jahren behauptete, die Südwand des Lhotse sei eine Idealroute für alle folgenden Bergsteigergenerationen - hofft selbst diese Route 1986 zu begehen. Er gab allerdings zu, dass er den Plan aufgegeben hätte, wenn die Polen zum Ziel gelangt wären.

Ama Dablam, 6812 m Tawoche, 6501 m Cholatse, 6440 m Eine Gruppe mit sieben Bergsteigern des Sangaku Doshikai Club Tokio unter der Leitung von Naoe Sakashita ( Kanchenjunga-Nordwand im Jahre 1981 und K2-Nordgrat 1982 ) hatte vor, in der Khumbu-Region ein ( Frühlingslager> als Basis für die Besteigung von drei Gipfeln sowie den Cho Oyu zu errichten. Die Kosten wurden auf Fr. 55000. reduziert, indem vollständig auf Träger und feste Lager verzichtet und im alpinen Stil mit Biwakausrüstung aufgestiegen wurde. Der Tawoche wurde am 24. April von Sakashita und drei an- deren über die Südostwand bezwungen, der Cholatse am 19. April von M. Ishibashi und zwei anderen über den Südgrat ( 1982 von Schweizern begangen ). Beim Abstieg erlitt der jüngste, der 21jährige H. Shibuya, ein Gehirnödem, konnte aber gerettet werden. Der Ama Dablam wurde am 2. Mai von Sakashita und M. Ariate bezwungen, denen die Erstbesteigung der steilen und gefährlichen Westwand gelang ( Peter Hillary und sein Neuseeländer Team hatten 1979 in dieser Wand einen Unfall erlitten ). Sie stiegen über den Südwestgrat wieder ab. Am 3. Mai gelang Ishibashi und H. Toyoda ein anderer Aufstieg über den Südwestgrat. Beim Abstieg stürzte am 4. Mai Ishibashi ( 32 ) zu Tode. Unangeseilte Auf- und Abstiege scheinen bei den Japanern an der Tagesordnung zu sein. Der Versuch auf den Cho Oyu wurde dann aufgegeben.

Tawoche, 6501 m Erste Winterbesteigung am 12. Januar 1986 über die Südwand durch H. Y. Yo ( Südkorea ) und Sherpa Ang Phurba, die zu einer Gruppe von sieben Japanerinnen und fünf Koreanerinnen gehörten. Am 5. Januar 1986 stürzte die Japanerin A. Kadamoto am Südgrat auf 5200 m tödlich ab.

Thamserku, 6623 m ( 1 ) Fünf Franzosen unter der Leitung von Vincent Fine ( 24 ) versuchten, die Nordwand zu erklimmen. Nach zwei Biwaks gaben Fine und Fauquet am 3. Oktober auf 6300 m auf. Ihr nächstes Ziel war der Island Peak oder Imja Tse ( 6183 m ). Fine, Fauquet und Marie-Odile Martine bezwangen am 15. Oktober diesen Gipfel, worauf sich die beiden erstgenannten zur Südwand des Lhotse begaben.

( 2 ) Eine zweite Expedition mit sieben Franzosen unter der Leitung von Marc Batard bestieg den Thamserku über eine neue Route, dem langen und sehr scharfen Westgrat entlang. Sie benötigten zwei Camps und ein Biwak. Der Gipfel wurde am 30. Oktober vom Leiter Batard und François Poissonnier erreicht.

Ama Dablam, 6812 m ( 1 ) Fünfte Begehung des Nordgrates am 23. April durch alle sechs Teilnehmer einer italienischen Expedition ( Leitung: C. Ferrari ), die am 16. April ihren Aufstieg begann und auf der ganzen Route filmte.

( 2 ) Neue Route über die Ostwand durch eine amerikanische Expedition. Lager ober- halb des vorgeschobenen Basislagers, dann vier Biwaks während des Aufstiegs. Der Gipfel wurde am 7. November von H. Aprin, R. Harrington und M. Zabaleta erreicht.

( 3 ) Normale Südgrat-Route mit zwei Camps und fünf Höhensherpas. Zwischen dem 30. Oktober und dem 4. November gelangten fünf Italiener, fünf Österreicher ( u.a. W. Nairz ), zwei Franzosen und ein Kanadier ( Roger Marshall, am 4. November im Alleingang ) auf den Gipfel. Es handelte sich hier um eine internationale Expedition mit 20 Mann unter der Leitung von Renato Moro aus Mailand.

( 4 ) Eröffnung einer neuen schwierigen Route über die Nordostwand ( zugleich zweite Winterbesteigung ). Der Gipfel wurde am 7. Dezember durch Carlos Bühler und Mike Kennedy, Mitglieder zweier zusammenge-schlossener Expeditionen mit Amerikanern, Kanadiern, Neuseeländern und Engländern erreicht. Drei weitere Mitglieder gelangten am 7. November über die Ostwand auf den Gipfel. Abstieg über den Südgrat. Damit zugleich erste Nord-Süd Überschreitung.

Baruntse, 7132 m ( 1 ) Kommerzielle V. Gruppe mit 15 Teilnehmern, wovon u.a. drei Italiener, ein Holländer und ein Schweizer ( C. Lucas ), geführt von H. Tauber. Normale Route über den Südostgrat, zwei Camps oberhalb des Basislagers. Zehn Teilnehmer stiegen am 1. und 2. November zusammen mit einem Sherpa und einem Tamang auf den Gipfel.

( 2 ) 13 Alpinisten, gemeinsam geführt von C. Jaccoux aus Chamonix und Michel Vincent aus Belgien, die 16 Tage später starteten, um die gleiche Route zu versuchen, wurden von heftigen Schneefällen blockiert und erreichten das Basislager nie.

Kusum Kanguru, 6367 m H. Aota aus Japan bestieg die Nordwand am 14. und 15. April im Alleingang von einem vorgeschobenen Basislager auf 4800 m unterhalb des Nordgrates aus ( ein Biwak ). Anschliessend stieg er über den Nordgrat wieder ab. Sein einziger Begleiter T. Kurasawa war oberhalb des vorgeschobenen Basislagers krank geworden. Dieser Berg wird von den Behörden als eingestuft.

Cho Oyu, 8201 m ( 1 ) Achte Besteigung und erste im Winter am 12. Februar 1985 durch M. Berbeka und M. Pawlikowski, beides Teilnehmer an einer polnisch-kanadischen Expedition unter der Leitung von Andrzej Zawada ( ohne Verwendung von Sauerstoff ). Südostwandroute ( erster Versuch im Dezember 1982 durch R.M.essner ). Am 15. Februar wiederholten Jerzy Kukuczka und Zygmunt Heinrich den Aufstieg. Damit war Kukuczka der erste Alpinist, dem es gelang, im gleichen Winter zwei Achtausender zu bezwingen und der insgesamt acht Achttausendergipfel erreicht hatte.

( 2 ) Zehnte Besteigung durch eine spanische Expedition mit neun Mann ( Leitung: Xavier Garcia ), die die Route der spanischen Expedition von 1984 ( sowie von Messner 1983 ) von Südwesten her benützte.Vier Camps oberhalb des Basislagers. Keine Höhensherpas. Vier Teilnehmer erreichten am 15. Mai den Gipfel, und weitere drei, einschliesslich des Leiters, folgten am 17. Mai. Sie fanden auf dem Gipfel eine chinesische Fahne, die mit dem Datum vom 1. Mai 1985 versehen war. Sie war der Beweis der neunten Besteigung, die einem chinesisch-tibetanischen Team gelungen war. Ihre Route hatten sie anscheinend vom westlich gelegenen Gyabrang-Tal her ( Erstbesteigungsroute ) gewählt.

Die Südostwand des Cho Oyo ( 8201 m ) mit der Januar/ Februar 1985 von polnischen und kanadischen Bergsteigern eröffneten Route ( Camp I oberhalb des Lungsampa-Gletschers auf 5400 m, Camp V auf 7500 m ) ( 3 ) Die gleiche Route wurde von einer Expedition mit zehn Polen und zwei Amerikanern ( Leitung: Waclaw Otreba ) begangen. Am 28. Mai erreichten Miroslaw Gardzielewski und Jacek Jezierski den Gipfel in einem ununterbrochenen sechstägigen Aufstieg mit Biwaks. Die Gruppe hatte zuerst einen Versuch über den Ostgrat von einem Pass auf fast 7700 m aus gemacht, der den Cho Oyu vom Ngojumba Kang trennt. Diese Route war bereits im Mai 1985 versucht worden.

( 4 ) Erster japanischer Aufstieg am 3. Oktober durch M. Kitamura und T. Mitani, die zu einer vierköpfigen Gruppe unter der Leitung von K. Kanazawa gehörten. Das Basislager wurde am 21. September errichtet und der Gipfel nach zwölf Tagen über die normale Route von Westen her erreicht.

( 5 ) Zweite Winterbesteigung am 5. Dezember 1985 durch die beiden Tschechen Dusan Becik und Jaromir Stejskal, Mitglieder einer Expedition, der noch zwei Amerikaner und zwei Kanadier angehörten. Weitere Gipfelversuche von zwei anderen Mitgliedern, Burgess und Marshall, über die Normalroute scheiterten infolge starker Winde. ( Zwei Biwaks auf 6500 m und 7400 m ) Kangtenga, 6779 m Erste Winterbegehung mit einer neuen Route über die Südostwand und den Südgrat durch eine zehnköpfige koreanische Gruppe. L. D. Seok und der Sherpa Hug Dorje erreichten am 31. Dezember 1985 den Gipfel.

Ngojumba Kang, 7743 m Zwei amerikanische Teilnehmer einer polnischen Cho-Oyu-Expedition, Mark Richey und Richard Wilcox, stiegen in der Südwand auf und errichteten auf etwa 7700 m auf dem zum langgestreckten Ostgrat des Cho Oyu führenden Sattel ein Lager. Da ihnen der Grat zu schwierig und zu gefährlich erschien, wählten sie eine Route etwa 60 m rechts oberhalb des Sattels und vollbrachten am 22. Mai die zweite Besteigung des Ngojumba Kang ( Erstbesteigung 1982 ).

Pumori, 7161 m ( 1 ) Die beiden Amerikaner R. Pierce und R. Wilson erreichten den Gipfel am 13. Dezember vermutlich über den Südgrat, starben aber beide beim Abstieg.

( 2 ) Der Südwestgrat ( von Schweizern 1978 begangen ) wurde am 21., 23., und 26. April erneut bezwungen, diesmal von sieben Teilneh- mern einer achtköpfigen österreichischen Expedition unter der Leitung von Arthur Haid. Auch der Sherpa Ang Lakhpa erreichte den Gipfel. Drei weitere Sherpas halfen oberhalb des Basislagers drei Camps zu errichten.

( 3 ) Drei Mitglieder einer vierköpfigen spanischen Equipe ( Leitung Pere Rodez ) stieg am 9. Mai durch die Südostwand zum Gipfel auf. Keine Sherpas und nur ein Camp oberhalb der Basis.

Langtang Lirung, 7234 m Die beiden Amerikaner Daniel Newell und Elliot Spake sowie der Sherpa Gyalgen wurden am 18. Oktober von einer Lawine in den Tod gerissen, als sie sich auf ungefähr 4900 m auf einer zum Nordostgrat führenden Schulter befanden.

Dor je Lhapka, 6966 m Dritter Aufstieg auf dem Westgrat von einer gemeinsamen Expedition mit sechs Japanern ( Leitung Y. Nakano ) und drei Nepalesen. Drei Camps oberhalb des Basislagers. Gipfel am 3. Oktober ( 1984 ) von zwei Japanern und zwei Nepalesen sowie am 4. Oktober von drei weiteren Japanern erreicht.

Gaurishankar, 7134 m ( 1 ) Zwei Japaner, K. Sakai ( 28 ) und T. Ohi-zumi ( 24 ), versuchten, in der steilen Südwand aufzusteigen. Am 9. Mai, als sie auf 6100 m angelangt waren, fiel Sakai 35 m in die Tiefe. Er trug eine scheinbar schwere Kopfwunde davon. Die beiden versuchten dann wieder abzusteigen, aber Sakai stürzte ein zweites Mal, diesmal in den Tod. Es ist nicht ganz klar, ob sie auf den Südgipfel des Gaurishankar ( 7010 m, dessen Südostwand 1983 zum ersten Mal begangen wurde ) wollten oder durch die noch unbegangene Südwand des Haupt-(Nord- ) Gipfels.

( 2 ) Eine koreanische Fünfergruppe musste im Oktober auf dem Südwestgrat aufgeben.

( 3 ) Erste Winterbegehung am 16. Januar 1986 durch den Koreaner C. H. Jo über die Westwand mit Sherpa Ang Kami, der die gleiche Route bereits im Mai 1984 mit W. Culbreth ( USA ) begangen hatte.

Chobuje, 6685 m Dieser Berg liegt im Rolwaling-Gebiet. Zweite Besteigung am 10. Mai über den Südwestgrat mit vier Biwaks oberhalb des Basis- lagers durch fünf Neuseeländer unter der Leitung von John Nankervis. Alle fünf erreichten den Gipfel.

Ganesh I, 7429 m Dieser wurde erst einmal ( 1955 ) von R. Lambert, C. Kogan und E. Gauchat begangen; 1960 wurde der letzte Versuch auf diesen Berg unternommen, danach wurde er für Expeditionen gesperrt. Seit kurzem ist er jetzt wieder für gemeinsame einheimisch(d.h. nepale-sisch)-ausländische Expeditionen geöffnet. Drei Koreaner und drei Sherpas versuchten über den Westgrat zum Gipfel zu gelangen, nachdem die Route über den Südgrat nicht bewilligt worden war. Zwei Koreaner und zwei Sherpas erreichten am 11. November eine Höhe von 6200 m auf dem steilen und schwierigen Grat, als ein Sherpa eine Ladung Eis-und Felshaken 1000 m die Wand hinunterfallen liess ( die Koreaner nehmen an, es sei absichtlich geschehen ). Die Koreaner waren daraufhin gezwungen, umzukehren.

Ganesh IV, 7052 m Drei polnische Bergsteiger, die versucht hatten, die Route über die Südwand und den Ostgrat ( Route der japanischen Erstbesteigung von 1978 und des französischen Abstieges von 1980 ) zu begehen, kehrten nie von ihrem Gipfelversuch zurück, den sie am 5. November von ihrem Camp II auf 6300 m aus gestartet hatten. Bei den drei handelte es sich um den Leiter, K. Sopicki, B. Janczala und K. Przystal. Ein weiteres Mitglied war eine Ärztin, die jedoch das Basislager nie verlassen hatte.

Himalchuli ( Ost ), 7893 m ( 1 ) Einer Gruppe von zwölf ungarischen Alpinisten unter der Leitung von Pal Geza Orban gelang die vierte Besteigung. Sie hatten vorgehabt, die Nordostwand zu durchsteigen, wählten schliesslich aber die Route über den Südwestgrat. Wie ihre amerikanischen Vorgänger 1984, errichteten auch sie vier Camps oberhalb des Basislagers, das höchste auf 7200 m. Den Gipfel erreichten am 23. Mai Laszlo Voros, Joszef Csikos und Sherpa Pemba Norbu. Zwei Bergsteiger, S. Csanadi ( 36 ) und P. Greskovits ( 35 ), verschwanden am 16. Mai, als sie Lasten zwischen Camp II und IM transportierten. Sie waren vermutlich von den Sturmwinden, die mit 160 km/h über den Grat fegten, in die steile Südwand hinabgeworfen worden. Der Anmarsch erfolgte vom obersten Dordikhola-Tal aus. Das Basislager auf 4550 m wurde westlich des Baudha-Gip-fels errichtet. Für den Aufstieg wurden 29 Tage benötigt und 29 Höhenträger eingesetzt.

( 2 ) Ein Team von sechs Japanern unter der Leitung von N. Takeda folgte der gleichen Route und machte am 16. Oktober die fünfte Besteigung. Dabei erreichten Takeda, H. Okamoto und Motilal Gurung den Gipfel bei völlig unsichtigem Wetter. Sie verbrachten zwei Nächte während des Abstiegs in Biwaks, da sie Camp IV nicht mehr finden konnten. Gurung erlitt dabei ernsthafte Erfrierungen an den Zehen.

Himalchuli ( West ), 7540 m Eine amerikanische Expedition mit sechs Teilnehmern unter der Leitung vn R. Palmer gab am 11. Oktober auf 4875 m ihr Vorhaben, über den Südwestgrat aufzusteigen, infolge sehr schlechten Wetters auf.

Himalchuli ( Nord ), 7371 m Erstbesteigung am 27. Oktober durch Koreaner und zweite Besteigung am 1. November durch Polen.

( 1 ) Acht Koreaner unter der Leitung von Lee Kyu Jin sowie sechs Sherpas errichteten drei Camps in der Nordwand, durch die eine beeindruckende Route führt. Lee Jae Hong biwakierte anschliessend allein auf 6800 m in einer Schneehöhle und war der erste, der den Gipfel erreichte. 30 Minuten später stiessen die vier Sherpas Lhakpa Norbu, Pasang Dawa, Ang Pasang und Zangbu zu ihm.

( 2 ) Die von einer zwölfköpfigen polnischen Expedition ( Leitung W. Panejko ) gewählte Route führte über den Südwestgrat und die Südwestwand. Es wurde nur ein Lager oberhalb der vorgeschobenen Basis sowie zwei Biwaks ( das höchste auf 6600 m ) errichtet. Vom letzten Biwak aus erreichten Z. Jakubowski und J. Klincewicz den Gipfel. Sie verbrachten insgesamt 42 Tage im Basislager sowie im vorgeschobenen Basislager mit Warten auf besseres Wetter, das dann erst Ende Oktober eintrat.

Manaslu, 8163 m ( 1 ) Eine achtköpfige österreichische Expedition unter der Leitung von Wilfried Studer, der auch der Schweizer Bergsteiger Kornelius Hug aus St. Gallen angehörte, wählte eine Route, die den Aufstieg über den Ostgrat mit der Nordostwand kombinierte. Der Ostgrat war bereits Ziel von sechs früheren Versuchen gewesen, einschliesslich demjenigen von W. Studers Gruppe im Jahre 1982; sein oberster Teil ist allerdings noch immer unbegangen. Basislager am 1. April auf 4500 m auf der Nordseite. Drei weitere Lager auf 5500, 6000, und 6500 m. Zwischen Camp I und II wurden 800 m Fixseil angebracht. Vier der Alpinisten machten am 28. April einen ersten Gipfelversuch, nachdem sie von Camp III über die Nordostwand traversiert hatten und auf Skis auf 7200 gelangt waren. Ein zweiter Versuch wurde am 29. April in Angriff genommen. Am 30. April verliessen Studer und Sherpa Ang Kami um 22 Uhr bei Mondschein Camp IM und errichteten dreieinhalb Stunden später auf 7000 m ein Biwak. Von diesem aus erreichten sie am 1. Mai um 15 Uhr den Gipfel. Studer fuhr von einer Höhe von etwa 7200 m auf Skis ins Tal und erreichte das Basislager um 22 Uhr. Ang Kami der allein abstieg, erreichte Camp II um 20 Uhr. Während des zweiten Gip-felversuches, der von drei anderen am 4. Mai unternommen wurde, rutschte Thomas Juen ( 27 ) auf ungefähr 7000 m aus und löste eine Lawine aus, die ihn in den Tod riss. Er war Bergführer und hatte 1984 den Baruntse bestiegen.

( 2 ) Eine japanische Gruppe mit neun Teilnehmern ( Leitung: I. Tsushima ) versuchte, diese gleiche Route über den Ostgrat und die Nordostwand zu begehen. Infolge heftiger Schneefälle gelangten sie jedoch am 9. Oktober nicht höher als 6200 m.

( 3 ) Fünf Spanier ( F. Uriarte ) und sieben Japaner ( Y. Furuhata ) versuchten gleichzeitig auf der normalen Nordostwandroute aufzusteigen. Die Spanier erreichten am 5. Oktober 6300 m und die Japaner am 23. Oktober 7200 m. Am 25. Oktober wurden vier Japaner und vier Sherpas im Camp II von einer Lawine erfasst, wobei Sherpa Nima Norbu tödlich verunglückte.

( 4 ) Zwei Mitglieder einer japanischen Winterexpedition, N. Yamada und Y. Sato, erreichten am 14. Dezember den Gipfel in alpinem Stil ( ohne Sherpas und Camps ) über die normale Nordostwand/Nordgrat-Route.

Annapuma I, 8091 m ( 1 ) Eine Koreanerin und vier Sherpas, worunter Sirdar Pasang Norbu, behaupten, am 7. Dezember 1984 die erste Winterbegehung von Norden her über die Route der Holländer von 1977 gemacht zu haben. Es bestehen jedoch ernsthafte Zweifel, ob diese Gruppe wirklich den Hauptgipfel erreichte. Der Sirdar und einer der anderen Sherpas stürzten beim Abstieg tödlich ab. Es wurden noch zwei weitere Winterbegehungen von Franzosen und von Japanern versucht, die beide scheiterten.

( 2 ) Reinhold Messner und Hans Kammerlander gelang es, die Erstbesteigung der Nordwestwand zu machen. Sie errichteten ihr Basislager auf 4100 m. Bei den Vorbereitungen für den ersten Teil der Route wurden sie von R. Schiestl und R. Patscheider unterstützt. Diese Route führte durch einen ausgedehnten Eisfall und eine 50-90° steile Wand ( die einen Schwierigkeitsgrad wie die Droites-Nordwand aufweist ). Zwei Camps auf 5100 m und 6000 m sowie zwei Biwak auf 7200 m und 7500 m. Den Gipfel erreichten sie am 24. April. Ein Biwak und ein Camp wurden auf dem Rückweg über die gleiche Route wieder benützt, wobei sie durch schlechtes und stürmisches Wetter behindert wurden.

( 3 ) Zwei Herbstexpeditionen scheiterten auf 8000 m. Fünf Japaner ( J. Yasumura ) in der Nordwand ( holländische Route ) gaben am 12. Oktober auf. Die beiden Schweizer Jean Troillet und Pierre-Alain Steiner wiederholten ihren Versuch vom Vorjahr in der Nordwestwand, mussten aber wegen schlechten Wetters und dichtem Schneefall umkehren.

( 4 ) Winterexpedition in der Südwand durch eine grosse bulgarische Gruppe, unter der Leitung von Bojan Atanasov. Von den vier schwierigen, bereits begangenen Routen wählten sie die polnische Route von 1981. Da dieser Winterversuch bis zum 15. Februar 1986 gescheitert war, ersuchten sie bei den Behörden um eine Bewilligung für den Frühling nach.

Annapurna II, 7937 m Acht Japaner unter der Leitung von M. Fuji unternahmen einen Versuch in der Südwand. Am 5. Oktober brachen sie vom Camp IV auf 6800 m auf und erreichten einen Punkt auf 7020 m Höhe, bevor sie durch den Sturm zum Rückzug gezwungen wurden.

Annapurna III, 7555 m ( 1 ) Am 4. Mai erreichten zwei Mitglieder einer nepalesischen Militärexpedition mitTa-mang Surya und Sherpa Ang Kami über die Erstbesteigungsroute von 1961 von Norden her den Gipfel ( vermutlich sechste Besteigung ). Fünf Camps oberhalb des Basislagers ( 25 Teilnehmer unter der Leitung von Oberstleutnant B. N. Rana ).

( 2 ) Eine fünfköpfige Expedition aus Schottland ( E. Todd ) versuchte anfangs Oktober den Ostgrat zu erreichen, gelangte aber infolge starken Schneefalls nicht einmal bis zum Basislager.

Annapurna IV, 7525 m Eine 15köpfige medizinische Forschergruppe aus Frankreich unter der Leitung von Dr. Philippe Paumier hatte vor, in 6350 m Höhe auf der üblichen Nordwestgratroute ein Laboratorium einzurichten. Starker Schneefall hinderte sie jedoch, am 7. Oktober weiter als das Basislager auf 5000 m zu gelangen. Der achtzehnjährige für den Kurrierdienst eingesetzte Sherpa Pasang Dawa starb noch unterhalb des Basislagers an Erschöpfung und Unterkühlung.

Annapurna Süd, 7219 m Zwei erfolglose Expeditionen im Oktober mit drei Todesfällen. Elf griechische Alpinisten ( M. Tsoukias ) unternahmen einen Versuch über die Ostwand-Ostgrat-Route, während sechs Deutsche ( W. Fichter ) ursprünglich über den mittleren Sporn der Südwand aufsteigen wollten, später aber auf die gleiche Route wie die Griechen schwenkten. Teilnehmer beider Expeditionen erreichten am 22. Oktober 6500 m, als eine Steinlawine einen Griechen und einen Deutschen tötete. Am gleichen Abend wurde ein weiterer Grieche von einer zweiten Lawine getötet, die zudem ihr Camp IM völlig zerstörte.

Gangapurna, 7455 m ( 1 ) Eine polnische Expedition mit zwölf Mann ( sowie der Kanadier Pierre Bergeron ) unter der Leitung von W. Maslowski wiederholte den Aufstieg über die Ostgrat-Route.Vier Camps oberhalb des Basislagers, das höchste auf 6800 m. Sieben Polen und der Kanadier erreichten in drei verschiedenen Gruppen am 23., 24. und 26. Oktober den Gipfel.

Dhaulagiri I, 8167 m ( 1 ) Am 21. Januar 1985 gelang Jerzy Kukuczka und Adrzej Czok, Teilnehmer einer polnischen Expedition unter der Leitung von Dr. Adam Bilczewski, die zweite Winterbesteigung über den Nordostgrat. Kein Einsatz von Sauerstoff. Czok erlitt Erfrierungen an den Zehen, nachdem sie gezwungen waren, beim Abstieg zu biwakieren.

( 2 ) Nach ihrer Besteigung der Annapurna I vom 24. April, gelangen Reinhold Messner und Hans Kammerlander ein ausserordentlich schneller Aufstieg im alpinen Stil - 21/> Tage ab Basislager-auf dem Nordostgrat. Nach zwei Biwaks beim Aufstieg erreichten sie am 15. Mai den Gipfel ( worauf noch ein Biwak beim Abstieg folgte ). Messner verzeichnet damit zwölf bezwungene Achttausender ( vier davon zweimal ). Für die beiden noch verbleibenden plant er eine Winterbesteigung des Makalu für 1985/86 sowie einen Aufstieg über die Südwand des Lhotse im Frühjahr 1986. Kammerlander hat fünf Achttausender bestiegen, alle als Partner von Reinhold Messner.

( 3 ) Eine amerikanische Fünfergruppe unter der Leitung von Robert Harwood unternahm in der Nordwand ( Pear-Route ) einen Versuch im alpinen Stil. Nachdem es an 34 von den für den Aufstieg benötigten 35 Tagen geschneit hatte, waren Del Fletcher und Catherine Freer schliesslich gezwungen, von einem Punkt auf 7000 m Höhe umzukehren, den sie am 24. April erreicht hatten.

Der obere Teil ( ab 5900 m ) der Dhaulagiri ( 8167 m)-0stwand, durch welche folgende Routen führen:

- Kurtyka/Macintyre ( Mai 1980, etwa im Bereich des Couloirs der Wand-mitteJugoslawen ( Oktober 1985, über die feine Schneerippe rechts der Wand-mitteSchweizer ( Dezember 1985, von rechts her über den Nordostgrat ) ( 4 ) Eine Equipe von vier Jugoslawen unter der Leitung von Stane Belak ( der 1981 mit 13 Biwaks den Südost- und den Nordostgrat des Dhaulagiri traversiert hatte ) eröffnete eine neue Route in der Ostwand, rechts von derjenigen, die im Mai 1980 von Alex Macintyre und V. Kurtyka erschlossen worden war. Auf dieser Route mussten 3500 m in kombiniertem, technisch schwierigem Gelände, davon 1800 m über einen Eisfall ( Fels mit Schwierigkeitsgrad V, und Eis mit einer Durchschnittsneigung von 50bewältigt werden. Dann folgte ein Plateau, das zu einer 1700 m hohen Gipfelwand führte, welches bei einer durchschnittlichen Steilheit von 55 ° hauptsächlich aus Eis und Schnee bestand. Der obere Teil der Route war lawinengefährdet. Das Wetter zeigte sich von seiner schlechtesten Seite ( von 45 Tagen gab es nur drei mit schönem Wetter ). Basislager am 18. September auf 4100 m. Das Camp auf dem Plateau wurde am 21. Oktober von allen vier Teilnehmern bezogen. Temperaturmessungen ergaben minus 25 °C.

Am 26. Oktober bewältigten sie 1200 m Aufstieg in der Wand und biwakierten auf über 7000 m. Am nächsten Tag benötigten sie acht Stunden für die restlichen 500 m der Wand und erreichten damit den leichten Nordostgrat der Normalroute. Am 28. Oktober - sie waren inzwischen auf 7600 m angelangt - wurde ihr Biwakzelt von einem Sturm zerstört, der mit 100 Stundenkilometer über den Gipfel fegte, worauf sie sich zur Umkehr gezwungen sahen.

( 5 ) Eine tschechische Expedition mit 18 Teilnehmern unter der Leitung von Jiri Novak ( dessen Expedition 1984 eine sehr schöne Gurja Himal, 7193 m ( 1 ) S. Kobayashi ( Leiter ), neun Japaner sowie drei Nepalesen. Basislager auf dem Kaphe Dhaulagiri ( 8167 m)-West-wand mit den beiden Tsche-chenrouten. Links diejenige von 1985. Ganz rechts der Südpfeiler ( Route der Franzosen von 1984 ). Camp I ( 5100 m Camp II ( 5900 m Camp III ( 6300 m ), Camp IV ( 6900 m ).

neue Route in der Westwand eröffnet hatte ) versuchte, eine schwierige neue Route ( 3000 m, Schwierigkeitsgrad IV bis VII ) von der Westwand zum Südwestgrat zu erschliessen. Am 25. und 26. Oktober wurden jedoch zwei Gruppen mit je zwei Alpinisten auf 7250 m wegen heftigen Windes gezwungen umzukehren. Dies nachdem vorher Peter Bozik, Zoltan Demjan und Josef Rakoncaj im alpinen Stil auf der französischen Südpfeiler-Route von 1980 auf 6800 m gelangt waren.

( 6 ) Schlechtes Wetter zwang Peter Habeier und Michel Dacher im September, ihren Versuch über die normale Nordostgratroute aufzugeben.

( 7 ) Dritte Winterbesteigung am 8. Dezember durch die Schweizer Alpinisten Erhard Loretan, Pierre Alain Steiner und Jean Troillet über die Ostwandroute ( ähnlich der Route, die Kurtyka und Macintyre 1980 benützten ). Basislager am 17. November auf 4100 m sowie 2 Biwaks am 6. Dezember auf 5700 und am 7. Dezember auf 7700 m. Eine grossartige Leistung, in der aussergewöhnlichen Zeitspanne von nur 4 Tagen.

Dhaulagiri II, 7751 m Drei von vier Mitgliedern einer japanischen Gruppe erreichten am 21. Oktober 7200 m auf dem Ostgrat bevor sie aufgaben. Diese Route war 1979 ebenfalls von jenen Japanern begangen worden, welche die Dhaulagiri-Gipfel II, III und V traversierten.

Khola sowie drei Camps auf der gewählten Route über die Nordwestwand zum Westgrat. Den Gipfel erreichten am 29. April der Leiter sowie Frau Y. Kasho, S. Ogasawara, M.Saku-rai, Sherpa Ang Temba und Nawang Chop-lang. Beim Abstieg wurde der Leiter bei einem Sturz schwerverletzt und starb noch in der gleichen Nacht. Die Gruppe gab ihre Pläne für die Besteigung der Dhaulagiri VI- und des Churen-Zentralgipfels auf.

( 2 ) Expedition von acht Rumänen und vier Nepalesen. Leitung Dr. O. Bojor. Da man sich über die Route nicht einig werden konnte, teilte man sich in zwei Gruppen auf. Die eine Gruppe errichtete vier Camps in der Nordwestwand und auf dem Westgrat und erreichte am 17. und 18. Mai den Gipfel ( Marius Marcus und 5 nepalesische Sherpas und Ta-mangs ). Die andere Gruppe wählte die Route über den Ostgrat. Am 15. Mai wurde C. Vargu-lescu jedoch auf etwa 6000 m von Steinschlag getötet, und man gab das Vorhaben auf.

Tukuche, 6920 m Der Gipfel dieses Berges wurde am 4. September von zwei Mitgliedern einer 4köpfigen koreanischen Gruppe, nämlich von L. Doo-Hee und Y. Jeong-Sawn in Begleitung der Sherpas Ang Dorje und Gelbu erreicht. Normale Route über den Nordgrat. Zwei Camps.

Sai pal, 7031 m Erstbegehung dieses Gipfels über seinen Südgrat am 21. Oktober 1963 durch Japaner. Danach fand bis zum letzten Jahr kein neuer Versuch mehr statt. Eine zwölfköpfige Expedition aus Spanien unter der Leitung von Kim Prunes konnte einen doppelten Erfolg verzeichnen: Die Spanier eröffneten zwei verschieden verlaufende neue Routen und vollbrachten die erste Überschreitung. Insgesamt erreichten 9 Alpinisten den Gipfel. Keine Träger oberhalb des Basislagers. Nach 11 Schlechtwettertagen zwischen dem 5. und 16. Oktober, nahm eine Gruppe am 18. Oktober den Westgrat in Angriff. Nach drei Camps erreichten sechs von ihnen ( darunter auch der einzige Franzose des Teams, Serge Benet ) am 22. Oktober den Gipfel. Eine zweite Gruppe stieg in der Südwestwand auf, und nach Errichtung von drei Biwaks gelangten am 24. Oktober Antoni Bros und Jordi Angles auf den Gipfel. Anschliessend stiegen sie über den Westgrat ins Camp III ab. Frederic Parera verliess am 25. Oktober Camp IM allein und stieg zum Gipfel auf, während Bros und Angles im Camp als Unterstützung warteten. Diese Ex- pedition verursachte Kosten in der Höhe von insgesamt ungefähr Fr.70000..

Niederere Gipfel ( sog. ( Trekking-Gipfeh ) Gegenwärtig gibt es 18 Gipfel zwischen 5500 und 6500 m ( also unter 6600 m ) in der An-napurna-, Rolwaling und Khumbu-Gegend, die für Trekking-Gruppen zugänglich sind. Für diese ist es leichter und mit weniger Formalitäten verbunden, eine Erlaubnis zu erhalten. Zudem müssen für diese Gipfel weder Verbindungsoffiziere eingesetzt noch hohe Gebühren bezahlt werden. Im Jahre 1985 wurden von solchen Trekking-Gruppen 105 Besteigungen durchgeführt, meist im März/April und Okto-ber/November, wobei die Herbstperiode mit ihrem im allgemeinen stabilen Nachmonsun-Wetter bevorzugt wird. Allein im Oktober wurden folgende Besteigungen gemacht:

- Island Peak ( Imja Tse ) 6183 m ( Khumbu ), 18 GruppenMera Tse 6654 m ( Khumbu ), 11 GruppenPisang 6091 m ( Gandaki ), 9 GruppenChulu West 6419 m ( Gandaki ), 5 Gruppen China Qomolangma, 8848 m ( 1 ) Elf britische Kletterer unter der Leitung von Malcolm Duff unternahmen von März bis Mai auf dem noch unbegangenen Nordostgrat einen Versuch. Basislager auf dem Rongbuk-Gletscher, vorgeschobene Basis auf 6400 m, unweit des Raphu La, dann eine Schneehöhle in 7090 m Höhe auf dem Grat. Ende April wurden am ersten und zweiten Aufschwung Fixseile angebracht. Mitte Mai wurde eine Höhle auf 7850 m bezogen. Das schlechte Wetter verhinderte bis am 27. Mai ein Weiterkommen. Dann versuchte Rick Allen allein auf ungefähr 8150 m auf den ersten der drei schwierigen Aufschwünge zu gelangen. Er stiess dabei jedoch auf steiles Eis und Felsen, die von einer unsicheren Schneeschicht überdeckt waren. Dies war auch ziemlich genau der Punkt, an dem man Peter Boardman und Joe Tasker bei ihrem Aufstieg im Jahre 1982 zum letzten Male gesehen hatte. Kurt Diemberger und Julie Tullis nahmen als Kamerateam teil. Mit von der Partie war auch der Schweizer Arzt Kurt Wiget.

Die Nordwand des Everest ( 8848 m ) mit dem von links herkommenden Nordostgrat. Rechts der Westgrat. Das grosse Couloir durchschneidet die Wandmitte in der Diagonalen.

( 2 ) Vier spanische Alpinisten unter der Leitung von Mari-Abrego nahmen die North Col Route ( China 1975 ) in Angriff und errichteten am 13. März auf 5200 m auf dem Rongbuk-Gletscher ihr Basislager. Wegen der Höhenwinde gelang es ihnen nicht, vor dem 6. April ein Camp auf 7000 m auf dem North Col sowie ein weiteres am 9. Mai auf 7600 m in der Nordostwand zu errichten. Alle vier verbrachten dort drei Nächte während eines heftigen Sturms. Als dieser am 12. Mai nachliess, stiegen sie in Zweierseilschaften ab. J. Navarro und A. Zamarbide wurden von einer Lawine erfasst, die Navarro tötete und Zamarbide verletzte. Darauf gaben sie das Unternehmen auf.

( 3 ) Eine zweite spanische Gruppe mit vierzehn Teilnehmern, unter der Leitung von Conrad Fors, wählte die gleiche Route, und zwar in den Monaten Juli und August, also während der Hauptmonsunzeit. Noch vor wenigen Jahren hätte man diesen Zeitpunkt als ziemlich ungeeignet für einen Aufstieg von der Nordseite her betrachtet. Das Basislager wurde am 25. Juni bezogen. Das ausserordentlich schlechte Wetter dauerte während des ganzen Monats Juli an, und so konnte Camp IV auf dem North Col nicht vor dem 31. Juli errichtet werden. Am 6. August wurde Camp V Im obersten Teilstück des Everest-Nordostgra-tes zwischen dem ersten und dem zweiten Aufschwung auf 7750 m und am 7. August Camp VI auf 8450 m aufgestellt. Oberhalb Camp VI folgten die Alpinisten dem Nordostgrat ( d.h. der klassischen, 1924 von Mallory und Irvine eröffneten Route ). Die Schwierigkeiten, die dieser Grat an sich schon bietet, wurden durch die dicke Schneedecke noch erhöht. Am 28. August erreichten Antoni Sors, Oscar Cadiach, Carlos Vallès, der Sherpa Ang Karma, der Tamang Shambu und der Nepalese Narayan Shresha um 18.20 Uhr den Gipfel. Beim Abstieg stürzte Ang Karma 70 m in die Tiefe, blieb aber unverletzt. Er und Shambu kehrten im Dunkeln zum Zelt in Camp VI zurück, während die anderen vier auf ungefähr 8000 m biwakierten. Ang Karma, der den Everest zum ersten Mal 1973 ( damals erst 17jährig ) über den South Col erreicht hat, ist der einzige Nepalese, der diesen Gipfel von zwei Seiten bestiegen hat. Er fand die nördliche Route länger aber leichter als die südliche. Sauerstoff wurde in Camp VI zum Schlafen benützt. Es wurden 500 m Fixseil auf den Hängen zum North Col und 100 m zwischen dem ersten und zweiten ( Aufschwung ) ( first and second step ) auf dem Nordostgrat ( 8600-8700 m ) angebracht.

( 4 ) Pierre Beghin, von seiner Frau Annie und dem Arzt Dominique Chaix begleitet, versuchten zur selben Zeit über die Nordwand, auf einer Route links der japanischen von 1980 zum Gipfel zu gelangen. Basislager auf 5100 m am 15. Juli. Vorgeschobene Basis auf 5400 m am 20. Juli. Camp I auf 5800 m auf dem Rongbuk-Hauptgletscher, Camp II 1300 m unterhalb des Wandfusses am 24. Juli. Pierre und Annie Beghin errichteten anschliessend zwei Biwaks in der Wand auf 7600 und 8100 m und erreichten am 11. August eine Höhe von 8200 m auf dem ( Gelben Band ) unterhalb des Norton Couloirs. Die mit tiefem Pulverschnee bedeckte Wand erwies sich als sehr lawinengefährdet. Das Paar entschied daraufhin, auf die spanische Route überzuwechseln, auf der sie am 13. August ihr Camp IV auf dem North Col über dessen Südabhang erreichten. Anschliessend benützten sie Camp V ( der Spanier ) auf 7750 m in der Nordostwand. Zwischen dem 16. und 25. August hielt das schlechte Wetter ununterbrochen an. Sie verliessen am 29. August ihr Biwak auf 7800 m und wurden, nachdem sie knappe 100 m aufgesteigen waren, beinahe von einem Schneebrett erfasst. Sie entkamen mit viel Glück und kehrten am 30. August ins Basislager zurück.

( 5 ) Eine Gruppe von 14 Neuseeländern unter der Leitung von Austin Brookes unternahm im August und September einen Versuch über den Westgrat und gelangten bis auf 7620 m.

Xixabangma, 8046 m Kommerziell organisierte Expeditionen, eine österreichische, eine italienische, sowie eine Gruppe von 9 Schweizern brachten mehrere Teilnehmer auf den Gipfel. Alle folgten dabei der üblichen Nordroute. Die eine Gruppe von 21 Mann, deren Alter zwischen 24 und 63 Jahren lag, umfasste 16 Österreicher, 2 Deutsche und 3 Schweizer unter der Leitung von Marcus Schmuck aus Salzburg. Sie errichtete am 22. April auf 5000 m das Basislager und anschliessend vier Höhenlager. Drei Teilnehmer erreichten den Gipfel am 10. Mai, sieben weitere am 12. Mai und nochmals drei am 19. Mai. Der jüngste Teilnehmer bestieg den Gipfel gleich zweimal, und ein anderer Teilnehmer fuhr auf Skiern vom Gipfel ab. Dieser Expedition folgte zwei Wochen später die italienische Gruppe aus Mailand, der ein ziemlich rascher Aufstieg gelang. Die Schweizer Gruppe unter Markus Itten aus Ins erreichte das Basislager auf 5700 m am 6. September und folgte der gleichen Route, errichtete jedoch nur drei feste Camps. Drei Teilnehmer erreichten am 14. September den Gipfel: Marcel Rüedi, Oswald Oelz und Diego Wellig. Die Kosten dieser Expedition betrugen für jeden Teilnehmer Fr. 13500..

La lag a Ri, 6671 m Dieser in der Nähe der chinesisch-nepalesi-schen Grenze, 22 km nordwestlich vom Xixabangma entfernt gelegene, noch unbegangene Gipfel war im Mai Gegenstand eines Versuches, der von einer neunköpfigen Expedition der medizinischen Fakultät von ( wate, unter der Leitung von Y. Yasui durchgeführt wurde.Von einem Camp auf 5500 m auf dem Nordostgrat aus, biwakierten zwei Teilnehmer auf 6100 m und erreichten einen Punkt auf 6400 m bevor sie umkehrten.

Dies war eine von acht japanischen Expeditionen auf niedrigere chinesische Berge, von denen vier ihr Ziel erreichten.

Ulugh Muztagh, ca. 6987 m Nach mehreren Jahren geduldiger Bemühungen um eine offizielle Genehmigung für diesen Gipfel gelang es einer Gruppe von zehn Amerikanern, sich mit einer 43köpfigen chinesischen Expedition ( wovon nur elf Bergsteiger waren ) zusammenzutun, um an der Erstbesteigung dieses Gipfels teilzunehmen. Dieser liegt in der westlichen Provinz von Sinkiang ( Xinjiang ) und ist der höchste Gipfel in der westli- Geologische Untersuchungen Im Anschluss an Gespräche, die 1981 in Peking stattgefunden hatten, führten 26 Wissenschafter ( 14 aus China und 12 aus England sowie drei zugezogene Himalaya-Experten aus den USA und der Schweiz ) in einem gemeinsamen Forschungsprojekt von Ende Mai bis Anfang August eine 8 Wochen dauernde geologische Untersuchung durch, die die Gegend zwischen Lhasa und Golmud in der Quinghai-Provinz umfasste. Ziel dieser Traversierung war es, Struktur und Geschichte der Erdkruste zu erforschen und geologische Beweise für die Theorie der Plattentektonik zu erbringen, chen Alpinisten wenig bekannten KunLun-Kette. Die Anreise zum Basislager auf 5200 m mit 5 Jeeps und 7 Lastwagen erforderte fast zwei Wochen ( Ankunft am 2. Oktober 85 ). Die Amerikaner führten geologische und andere wissenschaftliche Versuche durch und massen u.a. auch die Höhe des bisher auf ungefähr 7700 m geschätzten Gipfels. Sie waren auch an der Rettung von zwei beim Abstieg verletzten Chinesen beteiligt. Fünf Chinesen erreichten am 21. Oktober 85 den Gipfel. Bob Bates ( Leiter ), Nick Clinch, Tom Hornbein, Pete Schoening, Peter Molnar, Clark Burchfiel, D. Hennek und J. Foott, sowie zwei Geologen waren die amerikanischen Teilnehmer. Der chinesische Leiter war Wang Zheng Hua. Drei Wochen für den Aufstieg, vier Höhencamps. Anhaltende heftige Winde.

Naino Manyi, 7694 m ( Namunani - Gurla Mandhata ) Die Daten ihrer Rekognoszierung vom April/ Mai 1984 auswertend gelang einer gemischten Gruppe von 17 Chinesen und 18 Japanern ( unter der Oberleitung von Shi Zhanchu, Vizepräsident der Chinese Mountaineering Association ) die Erstbesteigung am 26. Mai 1985 über eine Route von Norden her. Die Angaben sind skizzenhaft und man weiss nicht, ob die Route über einen Grat oder durch eine Wand führte. Am 4. Mai wurde auf 5400 m das Basislager errichtet und am 18. Mai auf 7260 m Camp IM. Von Camp IV auf 7400 m ( am 25. Mai errichtet ) aus erreichten zwei Gruppen mit vier Japanern und vier Chinesen den Gipfel. Ein 100 m hoher Felsturm oberhalb Camp IV nahm IV2 Stunden Kletterarbeit in Anspruch.

Am 28. Mai erreichten fünf weitere Chinesen in getrennten Gruppen von zwei oder drei Kletterern den Gipfel. Die Kletterführer der beiden Teams waren der Chinese Liu Dayi und der Japaner S. Atueo.

die behauptet, ein starker Zusammenprall der indischen und eurasischen Kontinente habe sowohl den Himalaya als auch das tibetanische Hochplateau entstehen lassen.

Bhutan Tserim Kang, 6800 m Eine 12köpfige Expedition unter der Leitung von Arturo Bergamaschi aus Bologna versuchte im Sommer 1984 über den Südostgrat aufzusteigen. Nach einem 4tägigen Marsch von Paro aus und mit Hilfe von 30 Lasttieren ( Ponies ) gelangte die Gruppe am 29. August ins Basislager auf 4400 m. Die Alpinisten er-reichteten zwei weitere Camps auf 4850 m und 5400 m und versuchten auf der Südseite des Berges über den Südostgrat zum Gipfel zu gelangen. Sie mussten jedoch auf 5900 m wegen Sturmwetter aufgeben. Zwei der Teilnehmer, G. Corradini und T. Nannuzzi stürzten bei einem Wächtenbruch in der Ostwand 900 m in die Tiefe und fanden dabei den Tod.

Kankar Punzum, 7541 m Dieser Gipfel - der höchste von Bhutan und noch unbegangen - war Ziel von Besteigungsversuchen von zwei Expeditionen:

( 1 ) Einer japanischen, welche die Route über den Südwestgrat wählte. Drei Höhencamps wurden bis auf 6800 m errichtet. Im oberen Teil des Aufstiegs stellte sich ein steiler und recht schwerer Felsaufschwung in den Weg.

( 2 ) Acht Amerikaner unter der Leitung von P. Trimble, zu denen u.a. auch John Roskelley, Yvon Chouinard, Rick Ridgeway gehörten, unternahmen im September einen Versuch über das Chamkar Chu-Tal. Nachdem sie bemerkten, dass dieses Tal nicht am Fusse dieses Berges endete, stellten sie ein Gesuch für einen anderen Anmarsch, was ihnen jedoch von den Behörden verweigert wurde. Daraufhin machte diese Gruppe verschiedene Erstbesteigungen auf Gipfel zwischen 5500 und 6000 m.

Pakistan K 2, 8610 m Drei Expeditionen, drei Erfolge. Es ist das erste Mal, dass dieser Berg dreimal hintereinander in der gleichen Jahreszeit bestiegen wurde. Insgesamt 11 Personen erreichten den Gipfel, eine Person fand beim Abstieg den Tod.

( 1 ) Zwei Gruppen mit französischen und schweizerischen Alpinisten scheinen sich auf dem Südwestgrat ( Abruzzi-Grat ) zusammengetan zu haben. Nach vorheriger Vorbereitung der Route bis auf eine Höhe von 8000 m erreichten die beiden Schweizer Bergsteiger M. Rüedi und N. Joos am 18. Juni als erste den Gipfel. Darauf versuchten 8 Teilnehmer am 4. Juli einen schnellen Aufstieg. Dessen letzter Teil bestand aus einer 15stündigen, teils in der Nacht unternommenen Parforceleistung unter Zuhilfenahme eines gefässerweiternden Medikamentes; geklettert wurde ohne Seil. Drei Schweizer, E. Loretan, J. Troillet, P. Morand und der Franzose E. Escoffier erreichten am 6. Juli den Gipfel. Zwei weiteren gelang am nächsten Tag das gleiche ( dem Franzosen D. Lacroix und dem Schweizer S. Schaffter ). Beim Abstieg, den die beiden - wie die anderen - unangeseilt in Angriff nahmen, verloren sie sich auf ungefähr 8200 m aus den Augen, und Lacroix wurde danach nicht mehr gesehen.

( 2 ) 3 Teilnehmer einer sechzehnköpfigen japanischen Expedition unter der Leitung von K. Tobita erreichten am 24. Juli den Gipfel. Es handelt sich um N. Yamada ( ohne Sauerstoff ), K. Yoshida und K. Murakami. Basislager am 20. Juni auf 5500 m, dann entlang der Route vier weitere Lager. Zwei weitere Gipfelversuche wurden von 6 Teilnehmern am 25. Juli und von vier Teilnehmern anfangs August unternommen; alle scheiterten.

Broad Peak, 8047 m Auf diesen Gipfel gab es sechs Expeditionen zwischen Juni und August, von denen die meisten lange Schlechtwetterperioden gewärtigen mussten. Nur zwei Gruppen gelangten auf den Gipfel. Zwei der frühzeitig gestarteten Gruppen, ein sechsköpfiges kanadisches Team unter der Leitung von Daniel Griffith sowie eine schweizerische Gruppe mit 8 Teilnehmern und von Ruth Steinmann geführt, folgte im Mai und Juni der normalen Route von Südosten her und errichtete 3 Camps, das höchstgelegene auf 7150 m. Andauerndes schlechtes Wetter verhinderte ein Vorankommen. Das bekannte französische Bergsteiger-Ehepaar Liliane und Maurice Barrard, das anfangs August eintraf, unternahm zwei Gipfelversuche zwischen dem 10. und 20. August und erreichte einen Punkt auf 7950 m auf dem Gipfelgrat. Maurice Barrard stieg am 28. August allein in neun Stunden vom Basislager auf 4900 m zum Camp III auf 7300 m empor. Infolge Sturmwetters war er aber gezwungen umzukehren.

Eine 10köpfigen japanische Expedition hatte mehr Glück mit dem Wetter: 6 Teilnehmer erreichten während einer Aufhellung am 12. August den Gipfel. Diese Gruppe hatte vorher unter der Leitung von S. Kashu den Masherbrum von Norden her bezwungen. Der Versuch der zwei zu einer gemischten Vierergruppe ( mit einer Österreicherin und einer Schweizerin ) gehörenden Polinnen, Wanda Rutkiewicz - sie hatte im Juli bereits den Nanga Parba bestiegen - und Barabara Kozlowska wurde abgebrochen, als letztere in einem reissenden Gletscherbach stürzte und den Tod fand.

Eine sechsköpfige pakistanische Militärexpedition unter der Leitung von Major Riaz Hussain erreichte am 31. Juli nach 8stündigen Kletterei den Gipfel von einem Biwak auf 7700 m aus, das sich unterhalb des Passes zwischen Mittel- und Hauptgipfel befand. Der Leiter, Major Z. Mahmood, und Hauptmann J. Pirzada erreichten den Gipfel. Nach einer zweiten Nacht, die sie beim Abstieg im Hö-henbiwak verbrachten, trafen sie am 1. August wieder im Basislager ein. Normale Route mit drei Camps oberhalb des Basislagers.

Gasherbrum I, 8068 m Gasherbrum II, 8035 m Eine italienische Gruppe, die sich nennt, wurde mit dem Ziel gebildet, innerhalb von fünf Jahren alle Achttausender zu besteigen. Das Vorhaben wurde von der Sektion Bergamo des c.A.I ., dem Geographischen Institut der Armee, dem T.c.l. und der Sportschule ( C.O.N.I .) unterstützt und gefördert. Die Expedition, bestehend aus acht Alpinisten sowie einem Unterstützungsteam von sieben Mann, inklusive zwei Kameraleuten wurde von Agostino Da Polenza geleitet und erreichte beide Gipfel: am 6. Juni den Gasherbrum I und am 9. Juni den Gasherbrum II. Es war die erste Expedition dieser Gruppe überhaupt und wurde im alpinen Stil durchgeführt. Die Kosten, die sich auf ca. 360000 Schweizer Franken beliefen, wurden von verschiedenen Fabrikanten der Sportausrüstungsbranche übernommen. Für 1986 hat sich diese Gruppe den K2 und den Broad Peak zum Ziel gewählt. Für die Gasherbrum-Expedition setzte man 180 Träger bis zum Basislager auf dem Abruzzi-Gletscher auf 5150 m ein, das diese am 20. Mai erreichte. Die Besteigung des Gasherbrum II bewältigten die Italiener in drei Tagen - zwei Tage für den Aufstieg und ein Tag für den Abstieg. Die gewählte Route führte über den Südostgrat ( Franzosen 1975 ). Teilnehmer: G. Calcagno, G. Scanabessi und T. Vidoni. Auf den Gasherbrum I kletterten der Leiter A. Da Polenza und P. Camozzi. Sie benötigten acht Biwaks; wobei sie über eine neue, schwierige Route in der Nordwestwand ( rechts der Mess-ner/Habeler-Route von 1975 ) aufstiegen und auf der Route von 1975 wieder hinunter gelangten. Am 19. Juni erklommen auch G. Calcagno und T. Vidoni den Gasherbrum I; dabei benötigten sie drei Tage für den Aufstieg über den Gasherbrum La und die Nordwand ( deren Erstbesteigung 1982 von Deutschen gemacht wurde ). Während des Aufenthaltes oberhalb des Basislagers war das Wetter fast andauernd schlecht: nur vier wirklich klare Tage ( von insgesamt 35 ).

Dem französischen Alpinisten Eric Escoffier gelangen zwei sehr rasche Aufstiege: auf den G Il am 15. Juni mit dem französischen Bergsteiger B. Chamoux und auf den G I am 22. Juni ( im Alleingang ), beide Male benützte er die Normalroute. Anschliessend gesellte er sich zu der Gruppe, die sich am K2 befand und erreichte dessen Gipfel am 6. Juli. Danach versuchten er und S. Schaffter ( der den K2 am 7. Juli bestiegen hatte ) ohne offizielle Bewilligung den Broad Peak zu erklimmen, der zum selben Zeitpunkt Ziel einer Pakistanischen Militärexpedition war.

Von den sieben Expeditionen, die eine offizielle Erlaubnis für den Gasherbrum I besassen, erreichten einzelne Mitglieder von zwei italienischen und einer französischen Expedition den Gipfel.

Gasherbrum II, 8035 m Nachdem dieser den Ruf erworben hat, ein ( leichter Achttausender ) zu sein, ist es unvermeidlich, dass er eine steigende Anzahl von privaten und kommerziellen Expeditionen anzieht.

Insgesamt waren es 1985 zehn verschiedene Expeditionen: fünf französische, zwei italieni- sehe und je eine aus Schweden und Japan. Verschiedene Teilnehmer dieser Expeditionen erreichten den Gipfel, manchmal gemeinsam mit Mitgliedern anderer Expeditionen. Allein am 31 .Juli ( drängten ) sich hier oben zehn Personen. Mit einer Ausnahme folgten alle der normalen Route von Südwesten her. Mindestens drei dieser Expeditionen - vermutlich aber sogar mehr — waren kommerziell organisiert. Jean-Marc Boivin kletterte zweimal bis zum Gipfel, das zweite Mal am 14. Juli innert 16 Stunden vom Basislager auf 5200 m aus. Den machte er daraufhin innert 25 Minuten mit einem Hängegleiter ( Deltasegler ). Der Photograph dieser Gruppe, der Japaner T. Nakano, der während 15 Jahren in Chamonix lebte, verunglückte am 24. Juni tödlich, als er auf 6500 m 400 m in die Tiefe stürzte. Jean-Pierre Bouyges, der zu einer vom Bergführer Michel Vincent organisierten Expedition gehörte, starb auf ungefähr 7000 m an einem Gehirnödem. Am 11 .Juli erreichten zwei Bergführer, der Leiter der Expedition und Alberto Re aus Italien sowie zwei Höhenträger, der Hunza Hassan und Ibrahim aus Khapalu sowie sechs andere Mitglieder, den Gipfel. Einem von ihnen, Pierre Gevaux, gelang ein Fallschirmabsprung vom Gipfel aus. Renato Casarotto aus Bergamo und seine Ehefrau Goretta erreichten den Gipfel am 11 .Juli, eine Stunde vor ihrem Expeditionskollegen Gabriel Ubal-dini und dem Träger Muhammed Ali. Dass pakistanische Träger in die Gipfelequipen miteinbezogen werden, ist etwas Neues.

Gasherbrum IV ( 7925 m ). Die Westwand vom Gasherbrum-Gletscher ( Süd ) aus. Eingezeichnet ist die Aufstiegs-und Abstiegsroute Kurtyka/Schauer.

Zwei Mitglieder einer anderen französischen Expedition, Michel Metzger und Thierry Renard fuhren auf Skiern die steilere Südwand ab, nachdem sie über die normale Route aufgestiegen waren. Zwei Teilnehmer einer vierköpfigen japanischen Gruppe aus Yokohama erreichten den Gipfel über die normale Südwestgrat-Route: T. Kato, in Begleitung des Schweizer Bergführers François Germain ( der zu einer siebenköpfigen Expedition aus Schweden gehörte ) am 16. Juli und T.Taka-hashi am 28. Juli. Ebenfalls gelangten noch drei Mitglieder der Schwedischen Expedition, T. Sandberg, P. Bergström und P. Weng, auf den Gipfel.

Gasherbrum III, 7952 m Dieser wurde erst einmal, 1975, von einer Gruppe Polen und Polinnen über seine Südostwand von einem zum Gasherbrum II führenden Sattel aus bestiegen. 1958 rekognoszierte Riccardo Cassin den Gipfel und erachtete den Nordgrat als begehbar. Eine schottische Vierergruppe ( G. Cohen, P. Nunn, C. Rowland und D. Rubens ) hatten im Sinn, über diesen Grat aufzusteigen. Am 11 .Juli brachen sie vom Basislager ( 5200 m ) auf dem Gasherbrum Süd-Gletscher auf und fanden am 20. Juli eine Route über zwei schwierige Gasherbrum II ( 8035 m ). Links der Südwestgrat ( Normalroute ). Rechts der Südostgrat. Der Gipfel links im Bild ist der Gasherbrum IM ( 7932 m ).

Der Kanjut Sar I ( 7760 m ) in der Bildmitte mit seiner zur linken abfallenden vergletscherten Südwand. Rechts davon der Kanjut Sar II ( 6831 m ) mit seiner Westwand ( links ). Vom unteren Khani-Basa-Gletscher aus gesehen.

Eisbrüche zu Camp II auf 6000 m. Von einem Lager auf 6800 m, zwischen dem G IM und dem G IV gelegen, entschloss man sich, den Südwestgrat des G IM an Stelle des steileren und längeren Nordgrates in Angriff zu nehmen. Zwischen den Schlechtwetterphasen und nach der vorzeitigen Aufgabe von zwei Teilnehmern, richteten Cohen und Rubens zwei Biwaks in höhergelegenen Eishöhlen ein und folgten dem Südwestgrat der technisch schwierige Kletterei in kombiniertem Gelände erforderte. Am 15. August unternahmen sie von ihrem Biwak auf 7400 m aus einen Gipfelversuch, bei dem sie ungefähr 7700 m auf einem schmalen, mit Gendarmen gespickten Grat erreichten. Nachdem ihnen klar wurde, dass noch etwa vier Stunden sehr schwieriger Kletterei zwischen ihnen und dem Gipfel lagen, und in Anbetracht der Tatsache, dass sie keinerlei Biwakausrüstung mit sich führten, sahen sie sich zur Umkehr gezwungen. Die Expeditionskosten beliefen sich auf Fr. 30000..

Gasherbrum IV, 7925 m Voytek Kurtyka und Robert Schauer gelang ein aussergewöhnlicher Aufstieg im alpinen Stil durch die Westwand des Gasherbrum IV. ( Versuche in der Westwand waren schon früher von englischen, amerikanischen und japanischen Expeditionen unternommen worden ). Die beiden Bergsteiger benötigten fast zwei Wochen, um die steile Felswand emporzuklettern, die fast keine Sicherungsmöglichkeiten bot. Der Wanddurchstieg erforderte sechs Biwaks. Auf dem Nordgipfel, dem Endpunkt dieser Route angelangt, waren die beiden jedoch zu erschöpft, um den langen und exponierten Gipfelgrat zu überschreiten, der zu dem etwas höheren Südgipfel führt. ( Dieser wurde am 5. August 1958 von Walter Bonatti und Carlo Mauri zum ersten und einzigen Mal begangen ). Kurtyka und Schauer hatten anschliessend noch einen schwierigen Abstieg über den Nordwestgrat zu bewältigen ( Bonatti/ Mauri waren über den Nordostpass und den Nordostgrat aufgestiegen ).

Gasherbrum VI, 7003 m Die vermutlich erste Besteigung dieses Gipfels - er liegt südlich des Gasherbrum II - über den südlichen Gasherbrum-Gletscher wurde im Juni von einer italienischen Vierergruppe, unter der Leitung von Frau Maria Ercalani, durchgeführt. Ein einheimischer Träger aus Skardu, der diese Expedition begleitete, stürzte am 9. Mai in den Shigar-Fluss und ertrank.

Sia Kangri, 7422 m Eine Expedition mit 22 Teilnehmern, wovon sechs Frauen, organisiert von der Firma Eiselin Sport unter der Leitung von Fredy Graf, bestieg den Sia Kangri. Neun Teilnehmer erreichten den Gipfel am 6., 7. und 10. Juni über die Südwand. Der Aufstieg wurde zum grössten Teil auf Skiern durchgeführt. Die Gruppe versuchte später den Gasherbrum I über seinen Südwestsporn zu besteigen ( Erstbestei- gungsroute von 1958 ), gab dann aber nach zwei stürmischen Tagen ( 24.26. Juni ) in Camp IV auf 7400 m ihr Vorhaben auf.

Trango-Gruppe Pt.5753 m am südöstlichen Ende der Trango-Gruppe ist zweimal Gegenstand eines Versuchs durch japanische Teams gewesen. Eine 7köpfige Expedition der Hosei Universität nahm im Juni den Südwestpfeiler in Angriff und erreichte einen Punkt auf 5400 m. Diese Gruppe dislozierte anschliessend nach Norden, zum Mustagh-Gletscher und bestieg am 16. Juni den Karpogang ( 5931 m ). Eine zweite japanische Gruppe mit zwei Mann unternahm im September ebenfalls einen Versuch auf dem Südwestpfeiler des Pt. 5753 m, musste aber auf den steilen Felsen infolge Schneefalls aufgeben.

Masherbrum NordostgipfelHauptgipfel ), 7821 m Zehn japanische Alpinisten unter der Leitung von Shin Kashu aus Osaka machten die dritte Besteigung des Hauptgipfels, was zugleich dessen erste Besteigung von Norden her bedeutete. Ihre Route führte sie vom Yer-manendu-Gletscher über den Nordgrat ( der 1981 auch von Amerikanern versucht wurde ). Vier Höhenlager und Absicherung der Route mit Fixseilen. Von ihrem Biwak oberhalb des Camp IV aus erreichten alle zehn Teilnehmer den Hauptgipfel am 23. Juli, nachdem sie den Gipfelgrat zwischen dem Südwest- und dem Nordostgipfel bezwungen und die sehr steile obere Partie des Nordgrats umgangen hatten. Dabei entdeckten sie die Leiche eines der beiden Polen ( M. Malatinski und P. Nowacki ), die im September 1981 nach der Erstbesteigung des Südwestgipfels umkamen. Der Südwestgipfel wurde seither nicht mehr bestiegen.

Eine österreichische Expedition mit sechs Mann, unter der Leitung von Robert Renzier, näherte sich dem Gipfel auch von der Nordseite her. Ferner machte eine kleine englische Gruppe einen Versuch auf dem Ostgrat. Die Österreicher waren vom Mandu-Gletscher über die steile und gefährliche 3500 m hohe Nordwestwand vorgestossen, die Teilstücke mit Schwierigkeitsgrad VI enthält. Im obersten Teil folgten sie - wie die Japaner - dem Grat zwischen den beiden Gipfeln worauf sie am 24. Juli ihr Ziel erreichten.

Biarchedi, ca. 6750 m Zwischen dem Baltoro-Gletscher und dem vom Masherbrum her nach Norden fliessenden Yermanendu-Gletscher verläuft eine Nord-Süd ausgerichtete Reihe von acht Gipfeln mit einer Höhe zwischen 5600-6800 m. Einer dieser Gipfel, der auf 6750 m geschätzt wird, war das Ziel zweier spanischer Alpinisten, José Antonio Martinez und Joaqim Carril. Auf der von ihnen gewählten Route in der Nordostwand, mussten sie 2300 m in sehr steilem Eis emporklettern und drei Biwaks errichten. Am 16. Juni 1984, auf ca. 6700 m Höhe, gaben sie ihr Vorhaben kurz vor dem Gipfel auf, da J. Carril schwere Erfrierungen an den Fussen erlitten hatte. Sie hatten jedoch vorher von ihrem zweiten Biwak auf 5600 m aus den angrenzenden Gipfel von ungefähr 5880 m im Norden bestiegen.

Latok II, 7108 m Erst einmal im Jahre 1977 über seinen Südgrat begangen und verschiedene Male Gegenstand von Versuchen von Westen und Norden her. 1985 versuchte nun eine vierköpfige Gruppe aus Kyoto unter der Leitung von T. Yamazaki den Westgrat zu bezwingen und erreichte einen Punkt auf 6200 m Höhe.

Latok III, 6946 m Er wurde erst einmal, 1979, über seine Südschulter bestiegen. Auf diesen interessanten Gipfel gibt es mehrere schwierige Routen. Im Juli wurde ein Versuch von Westen her von einer zehnköpfigen polnischen Expedition unter der Leitung von H. Kubis durchgeführt.

Bobisghir, 6416 m Eine Gruppe von fünf Japanern ( Leitung Y. Tanikawa ) der Nihon Universität bestieg diesen Gipfel im Juli. Er liegt nördlich der La-tok- und Baintha Brakk-Gruppen. Es handelt sich vermutlich um eine Erstbesteigung.

KanjutSarll, 6831 m Erstbesteigung am 10. Juli durch drei Teilnehmer einer vierköpfigen Schweizer Expedition unter der Leitung von Toni Spirig. Das Team hatte ursprünglich vorgehabt, den Kanjut Sar I ( 7760 m, erst zweimal bezwungen ) über eine neue Route in der Südwand zu ersteigen. Sie gaben dieses Vorhaben auf 5700 m auf als sie sich auf einem 60° steilen sehr lawinengefährdeten Eisfeld befanden. Sie hatten ohnehin Glück gehabt, als eine Lawine am 10. Juli ihr Camp I erfasste und sie dabei nur einiges Ausrüstungsmaterial verloren. Vom Basislager auf 4650 m auf dem Khani Basa-Gletscher aus, wandten sie sich dann der Westseite des Kanjut Sar II zu und errichteten das erste Camp am 8. Juli auf 5800 m, dann das zweite am 9. Juli auf 6400 m. Von dort aus erreichten Toni Spirig, Ueli Stahel und Richi Ott den Gipfel. Schwierigkeiten boten u.a. ein Eisfeld von 50° Steilheit unterhalb Camp II sowie eine steile Traverse oberhalb von Camp II zu einer 70° Eisrinne ( vier Seillängen ). Nur 24 Träger wurden bis zum Basislager eingesetzt. Kosten insgesamt Fr. 34000..

Hispar-Biafo Im Juli wurde von einer sechsköpfigen englischen Gruppe ein Basislager am Snow Lake ( d.h. dem genannten grossen Eisplateau zwischen den Hispar- und Biafo-Ketten ) mit der Absicht errichtet, Gipfel in der näheren Umgebung zu besteigen. Nach Auftreten von Höhenkrankheit und einer Verletzung durch Sturz in eine Gletscherspalte verliessen vier Teilnehmer die Expedition vorzeitig, und nur zwei, M. Harber ( 37 ) und M. Morris ( 43 ), beides erfahrene Alpinisten, blieben, um den Snow Lake-Gipfel ( 6593 m ) zu besteigen. Die zwei Engländer wurden nie mehr gesehen; eine Suchaktion per Helikopter, die im August durchgeführt wurde, blieb ergebnislos. Ein isoliertes Gletscher- und Schneegebiet in der Grösse des Snow Lake, das über 6000 m liegt, kann sich bei stürmischem Wetter als sehr tückisch und gefährlich entpuppen.

Pasu-Gruppe, 7284 m Erstbesteigung von Norden her durch eine gemeinsame pakistanisch-japanische Expedition im Jahre 1978. Zweitbesteigung am 14. Juli 1985 durch K. Yamauchi, T. Nishida und zwei Höhenträger über eine ähnlich verlaufende Route wie diejenige der Erstbesteiger. Basislager auf dem Pasu-Gletscher und anschliessend drei Höhenlager entlang des Ostgrates. Gipfel Pt.6842 m auf dem Ostgrat wurde am 12. Juli sowie zwei Tage später, am 14. Juli, Gipfel Pt.7284 m bezwungen. Diese achtköpfige Gruppe unter der Leitung von I. Shinkai wechselte anschliessend zum Nanga Parbat über, wo sie einen Versuch auf der -Route unternahm.

Der Pasu I ( Shispare ), 7619 m, wurde am 21. Juli 1974 zum ersten Mal von Nordosten her von einer deutsch-polnischen Expedition bestiegen.

Malangutti- Gletscher Einer Gruppe mit fünf Teilnehmern aus Tokio unter der Leitung von T. Sugimoto gelang die Erstbesteigung des Gipfels Pt. 7025 m. Diesen erreichten am 12. August der Leiter mit K. Nakahara, Y. Muranaka und Sherpa Ang Nima. Andere Einzelheiten sind keine bekannt. Der höchste Gipfel dieser Gruppe ist 7320 m hoch und noch unbegangen.

Maidan Sar, 6600 m Zwei spanische Alpinisten, J.L-Zuloaga und Kike de Pablos verbrachten den ganzen Juli im Batura-Gebiet, wo es immer noch eine grosse Anzahl unbegangener Gipfel oberhalb der Gletscher nordwestlich und westlich des Ba-tura-Hauptgletschers gibt. Die Spanier bestiegen einen noch jungfräulichen Gipfel von ca. 6600 m Höhe. Ausserdem prüften sie eine mögliche Route auf den Batura I ( 7785 m ), der von Norden her ebenfalls noch unbegangen ist. Dieser Berg erhielt erst zwei Besteigungen, beide von Süden her.

Diran ( Minapin ), 7266 m Drei Gruppen aus Spanien ( über den Nordgrat ), Österreich und England ( über die Normalroute ) unternahmen Vorstösse auf diesen Gipfel. Erfolg hatten die beiden letzten: Eine von E. Koblmüller geführte österreichische Sechsergruppe und eine englische Expedition mit 15 Mann unter der Leitung von Doug Scott. Scotts Expedition versuchte auch auf den Rakaposhi ( 7788 m ) und auf den Nanga Parbat zu gelangen.

Rakaposhi Ostgipfel, 7010 m Erstbesteigung durch die österreichische Expedition unter E. Koblmüller, die sich nach der Besteigung des Diran Ende Juli ( mit Abstieg über eine neue Route via Nordgrat ) dem Rakaposhi zuwandte. Errichtung eines neuen Basislagers auf 3510 m nahe beim Fusspunkt des Nordgrates des Gipfels 7010 m. Dieser wurde im alpinen Stil von allen vier Teilnehmern zwischen dem 20.Juli und dem 1 .August bestiegen ( mit zwei Biwaks für den Aufstieg Diran ( 7266 m ). Aufstieg von Norden über den Westgrat. In der Bildmitte der Nordgrad.

und zwei für den Abstieg ). E. Fellner, einer der Teilnehmer, stürzte am 2. August beim Abstieg ab und starb auf 4600 m.

Chogolungma- Gletscher Eine Expedition mit 21 Teilnehmern, einschliesslich einiger Mitglieder des Alpine Club London sowie einige Gäste, verbrachten ungefähr 2-3 Wochen oberhalb Skardu. Von einem Basislager auf dem Chogolungma-Glet-scher wurden vier Gipfel von 5500 m bis 6000 m bestiegen; ein Teil davon war vermutlich zum ersten Mal begangen worden. Für diese Besteigungen müssen keine besonderen Bewilligungen eingeholt werden. Die meisten Teilnehmer der Expedition kehrten entweder über den Haramosh La und den Mani-Glet-scher im Süden oder über den Bolacha La und den Kerolungma-Gletscher im Norden zurück.

Ganchen-Gebiet Zwei englische Alpinisten, L. Griffin und C. Forrest, hielten sich während drei Wochen im August auf dem südlich des Biafo gelegenen Hoh Lungma-Gletscher in einem Basislager ( 4250 m ) auf, von wo aus sie vier noch jungfräuliche Gipfel zwischen 5000 und 5600 m erstiegen. Versuche machten sie auch auf den Ganchen II ( Hikmul ), ca. 6300 m und den Ganchen Süd, ca. 5750 m.

7010 m 4300 m Im Braldu-Tal, zwischen Dasso und Askole ist eine neue Jeep-Strasse im Bau. Im Juli wurde hier ein dreitägiger von Sylvain Saudan kommerziell organisierter Marathonlauf abgehalten, der Teilnehmer aus allen Ländern anlockte. Ausserdem wurde eine von über 400 Trägern eingesetzt.

Nanga Parbat, 8125 m Der zweite Winterversuch im November 1984 endete wie der erste im Dezember 1950 mit einem Debakel, und die Expedition wurde nach dem tödlichen Absturz auf 6000 m Höhe von H. Kameda am B. Dezember abgebrochen. Eine Gruppe von sieben Japanern des Sangaku Doshikai Clubs unter der Leitung von M. Ohmiya bestieg am 6. Oktober den Ganalo Gipfel ( 6290 m ), bevor sie am 20. Oktober auf dem Diamir-Gletscher das Basislager für den Aufstieg auf den Nanga Parbat errichtete.

1985 waren es insgesamt zwölf Sommerex-peditionen, wovon vier japanische, zwei polnische und je eine spanische, jugoslawische, amerikanische und schweizerische, die fünf verschiedene Routen benützten. Vier Gruppen erreichten den Gipfel, wobei ein polnischer Bergsteiger, P. Kalmus, den Tod fand.

Eine vierzehnköpfige Expedition der Fukuoka Universität ( Leitung M. Uematsu ) Rakaposhi ( 7788 m ). Rechts der Hauptgipfel. Links der Ostgipfel ( 7010 m ) mit der Österrei-cherroute.Vom Batura I durchstieg die Diamir-Westwand-Route. Auf 4100 m errichteten sie am 21. Mai das Basislager. Danach stellten sie fünf Camps auf, das letzte auf 7600 m, von wo aus M. Kikuci und H. Hamada am 8. Juli um 2 Uhr aufbrachen und nach 101Stunden den Gipfel erreichten. Auf der gleichen Route stieg auch das französische Bergsteigerpaar Bernard Muller und Laurence de la Ferrière auf, die ebenfalls am 8. Juli den Gipfel erreichten. Peter Habeier und Michel Dacher gelang ein sehr schneller Aufstieg über die Diamir-Wand. Nachdem sie am 10. Juli das Basislager auf 4100 m verlassen hatten, erreichten sie bereits am 13. Juli den Gipfel. Die -Route über den Südwestgrat wurde von einer Equipe mit sechs Japanern ( Leiter I. Shinkai ) in Angriff genommen. Nachdem sie am 25. Juli auf 3600 m im Rupal-Tal ein Basislager und später entlang der Route drei Lager errichtet hatten, mussten sie am 14. August auf ungefähr 7250 m ihren Versuch aufgeben. Eine andere japanische Gruppe mit acht Teilnehmern aus Sapporo unter der Leitung von K. Shimizu versuchte auf der Erstbesteigungsroute von Norden her aufzusteigen. Von ihrem letzten Lager auf 6900 m aus machten sich die fünf Kletterer am 10. Juli Nanga Parbat ( 8125 m ). Rupal-Seite mit der Polenroute und den Camps auf dem Südpfeiler.

auf den Weg zum Gipfel, kehrten aber auf 7550 m wieder um. Während des Abstiegs erklommen vier von ihnen am 11 .Juli noch den Rakhiot-Gipfel ( 7070 m ). Ein Team von sechs Jugoslawen unter der Leitung von Stok Janez kam im September während einer Schlechtwetterperiode nicht über ihr Camp II auf 6200 m in der Rupal-Wand hinaus; eine Route, die übrigens auch von einer spanischen Dreiermannschaft ( A. Garcia ) versucht wurde.

Zwei getrennte polnische Expeditionen hingegen erreichten den Gipfel. Die erste umfasste fünf Frauen sowie die Schweizer Ärztin Danielle Sierra. Diese Gruppe errichtete während einer Periode mit unstabiler Wetterlage im Juni vier Camps in der Diamir-Wand. Am 12. Juli kletterte die Leiterin, D. Wolf, allein auf 8075 m. Am 13. Juli erreichten die drei erfahrenen Alpinistinnen A. Czerwinska, K. Palmowska und W. Rutkiewicz 7900 m. Am 15. Juli gelangten dieselben drei Frauen nach mühsamer Kletterei durch tiefen Schnee endlich auf den Gipfel. Der Abstieg fand unter sehr schwierigen Bedingungen statt.

Eine 15köpfige polnische Expedition aus Krakau unter der Leitung von P. Mularz erkletterte den steilen und schwierigen Südostpfeiler ( 4400 m hoch ), der 1982 zum ersten Mal von K. Herrligkoffers Mannschaft bezwungen wurde ( zu der damals auch der Pole T. Piotrowski gehörte. Bei dieser Gelegenheit war der junge Schweizer Ueli Bühler allein auf den 8042 m hohen Südgipfel, der den Südostpfeiler abschliesst, gestiegen. ) Die diesjährige polnische Expedition auf diesem Berg meldete, sie hätten wenig Spuren ( altes Fixseil usw. ) der Route von 1982 gefunden. Diese Tatsache ist darauf zurückzuführen, dass in dieser steilen Wand sehr viele Lawinen niedergehen. Oberhalb des Basislagers wurden keine Träger eingesetzt, jedoch 4000 m Fixseile angebracht. Einer der Alpinisten, der von einer Lawine 600 m in die Tiefe gerissen wurde, blieb wie durch ein Wunder unverletzt. Ein weiterer Alpinist, Piotr Kalmus, hingegen, hatte weniger Glück: Er fand bei seinem von einer Lawine verursachten 1000-Meter-Sturz den Tod. Am 26. Mai Basislager auf 3650 m auf der Rupal-Seite. Es wurden, wie bei der Expedition im Jahre 1982, fünf Höhenlager errichtet, das höchste am 11. Juli auf 7200 m. Von da begannen am 13. Juli Jerzy Kukuczka, Zygmunt Heinrich, Slawomir Lobodzinski und ein mexikanischer Gastbergsteiger namens Carlos Carsolio, nach einem Biwak auf 7800 m den Aufstieg über den Südgipfel und erreichten Mitte des Nachmittags den Hauptgipfel. Beim Abstieg biwakierten sie wiederum auf 7800 m. Dies war Kukuczkas neunter Achttausender.

Chitral Tirich Nord, ca. 6900 m Gul LashtZom Süd, ca. 6400 m Aspe-I-Safed, ca. 6350 m Ein vierköpfiges holländisches Team errichtete anfangs Juli sein Basislager auf dem oberen Tirich-Gletscher auf ungefähr 4500 m, mit der Absicht den Tirich West ( ca. 7500 m ) zu bezwingen. Den Holländern gelangen zuerst drei andere Besteigungen: Diejenige des Aspe-I-Safed am 17. und 18. Juli über dessen Ostwand ( die effektive Kletterzeit betrug sechs Stunden ), diejenige des Gul LashtZom Süd am 21. bis 23. Juli, über die Nordostwand ( wobei man bis zu 65° steiles Eis antraf ) mit zwei Biwaks und Abstieg über den Nordgrat. Ausserdem bezwangen sie noch den Tirich-Nordzwischen dem 27. und 31 Juli. Aufstieg über die Nordwestwand, Abstieg über den Nordgrat insgesamt eine sehr schöne, kombinierte Route ( mit Schwierigkeiten die etwa der Matterhorn-Nordwand entsprechen ), vier Biwaks. Zwischen dem 7. und dem 12. August versuchten sie noch auf den Tirich-Westzu gelangen, und zwar im alpinen Stil über die Nordwestwand, mussten aber auf halben Weg wegen schlechten Wetters aufgeben.

Bindu Gol Zorn II, 6216 m Diese Gruppe liegt im Südosten des unteren Tirich-Gletschers. Der Bindu Gol Zorn I wurde 1978 von J. Kukuczka und P. Piotrowski bestiegen. Die Erstbesteigung des Bindu Gol Zorn II glückte 1979 einer japanischen Expedition. Einem italienischen Team aus Turin gelang am 3. August die zweite Besteigung über eine neue Route auf dem sehr schwierigen Nordgrat ( S. Nachdem man im ersten Teil Fixseile angebracht hatte, wurde der Gipfel anschliessend in einem dreitägigen Sturmangriff von Ribetti, Castiglia, Manera und S. Unione erreicht. Der Abstieg erfolgte mittels 40 mali-gem Abseilen über die noch unbegangene Ostwand.

Indien Bhagirati II, 6512 m ( 1 ) Vier Teilnehmer einer deutschen Expedition mit zehn Mann ( Leitung P. Muermann ) sowie ihr Verbindungsoffizier, J. S. Nayal, gelangten am 23. und 26. Mai über die relativ leichte Ostflanke auf den Gipfel. Sie machten später einen Versuch auf den Sumeru Parbat ( 6350 m ), der südlich des Kharchakund liegt und erreichten dabei am 3. Juni von Norden her einen Punkt auf 6150 m Höhe.

( 2 ) Auch die östliche Route auf den Bhagirati II wurde begangen, und zwar am 4. und 7. September von 4 Teilnehmern einer siebenköpfigen polnischen Mannschaft ( Leitung Janusz Baranek ). Die Gruppe wandte sich anschliessend einer neuen Route am steilen, noch unbegangenen Zentralpfeiler in der Westwand zu, wo vier Alpinisten neun Tage in härtester Kletterarbeit ( mit Felsschwierigkeiten V und A 1 sowie Eis von 60° Steilheit ) hinter sich brachten, die sie von 5200 m am Fusse des Pfeilers bis auf einen Punkt auf 5700 m Höhe führte.

( 3 ) Dem Vernehmen nach soll eine indische Expedition von West-Bengal den Bhagirathi II von Osten her bestiegen haben.

Bhagirathi III, 6455 m Die imposante Route über den Nordwestpfeiler ( AS ), die 1984 von einer spanischen Gruppe eröffnet worden war, wurde 1985 von den vier französischen Alpinisten Pierre Favre, C. Bouvet, J. Lemoine und G. Mevellec, erneut begangen. Sie erreichten am 6. Juni den Gipfel nach neun Biwaks.

Shivling, 6543 m Insgesamt wurden auf diesem Berg sechs Versuche durchgeführt: drei von Süden, einer über die Westwand, einer von Osten und einer von Nordwesten. Drei Gruppen erreichten den Gipfel: eine englische Gruppe ( G. M. Hornby ) über die Südwand, eine V. Gruppe mit zwölf Mann ( G. Harter ) über die Westwand ( Erstbesteigungsroute ) sowie eine vierköpfige spanische Equipe ( J. Tamayo, A. Posada, F. Davila, J. L. Fernandez ). Letztere eröffnete eine neue Route auf dem mittleren Sporn der Südwestwand und erreichte am 6. Juni in einer einzigartigen, siebentägigen Anstrengung im alpinen Stil ( 2000 m, SSden Gipfel. Im April soll ein indisches Team diesen Gipfel als Vorbereitungstour zum Everest bestiegen haben. Eine Gruppe mit drei Franzosen ( Bernard Domenech, Bruno Cormier und Dominique Die noch unbegangene Nordwestwand des Shivling ( 6543 m ) Radigue ) gelangte in der noch unbegangenen Nordwestwand auf eine Höhe von 5700 m ( wo zwei vorherige Versuche fehlgeschlagen hatten ).

Thaley Sagar, 6904 m Dieser, einen prächtigen Anblick bietende Gipfel war Anziehungspunkt für drei Expeditionen. Eine siebenköpfige spanische Expedition unternahm im Mai von Norden her einen Versuch. Sechs Japaner versuchten im Nord-west-Couloir ( Erstbesteigungsroute ) aufzusteigen. Drei andere Japaner erklommen im September die Nordwand bis auf 6400 m, worauf der Leiter K. Yokokawa beim Abseilen in den Tod stürzte.

Kedarnath Dome, 6840 m Vier englische Alpinisten, Martin Moran, Pat Littlejohn, Dave Cuthbertson und John Mothersele hatten ursprünglich vor, die eindrucksvolle 1600 m hohe Felswand zu erklettern, die eines der Wahrzeichen der Ostwand ist. Moran und Don French ( Neuseeland ) wählten dann aber stattdessen zwischen dem 10. und 13. Oktober eine Route über einen 600 m hohen Felssporn in der Ostwand, der den Namen ( Sunrise Pillar ) ( Sonnenaufgang-Pfeiler ) trägt. Nach einem Anmarsch über einen Seitengletscher des Ganohim Bamak mussten 20 Seillängen in bestem Granit ( SS mit Stellen 6a und 6b ) mit insgesamt drei Biwaks erklettert werden ( Gipfelhöhe ca. 5000 m ). Littlejohn und Mothersele machten zudem noch einen Versuch auf dem Nordwestgrat des Kharchakund ( 1980 Erstbesteigung durch Japaner, 1983 erneut durch Österreicher ), gaben aber 250 m unterhalb des Gipfels auf.

Kämet, 7756 m Eine sehr erfolgreiche gemeinsame Militärexpedition - sie könnte durchaus Beispiel für andere werden - mit acht französischen und neun indischen Teilnehmern eröffnete eine sehr schöne Route in der Nordwestflanke ( die ursprünglich von der indischen Armee 1983 rekognosziert worden war ), womit dieser Berg der vor 54 Jahren erstmals erstiegen worden war, seine erste neue Route erhielt. Sieben Franzosen und sieben Inder erreichten am 28. September den Gipfel. Die Leitung der französischen Gruppe hatte Oberstleutnant Jean-Claude Marmier vom EMHM Chamonix; die indische Gruppe wurde von Oberst Balwant Singh Sandhu geleitet, der gleichzeitig auch Gesamtleiter der Expedition war ( der Inder sein musste, da der Gipfel im Grenzgebiet innerhalb einer ( Inneren Grenzlinie ) liegt, das normalerweise den Ausländern verschlossen bleibt ). Die ausgezeichnete Zusammenarbeit zwischen den beiden Gruppen war auf zwei Vorbereitungstreffen zurückzuführen: Während des einen erhielt eine indische Gruppe in Chamonix im Januar und Februar eine alpine Winterausbildung, und umgekehrt nahmen drei französische Kletterer an einem Trai-nings-Aufstieg im März und April in Sikkim teil. Dieses Training fand vor der endgültigen Auswahl des indischen Teams statt.

Das Basislager dieser Expedition wurde am B. September auf 5300 m auf dem ( linken oder westlichen ) Pacham-Gletscher des Kämet errichtet. Sechzig Träger wurden bis zum Basislager eingesetzt, und drei oberhalb. Ein erstes Lager wurde auf 6900 m in der Westwand er- richtet, wo auch Fixseile an 70-80° steilen Eisaufschwüngen angebracht wurden. Ein zweites Lager entstand auf 7300 m auf dem Westgrat. Trotz längerer Schlechtwetterperioden erreichte diese Expedition den Gipfel in weniger als drei Wochen. Zwei weitere indische Gruppen bestiegen ihn ebenfalls über die normale Route von Südosten ( Meade-Pass ) her. Die erste Gruppe umfasste 16 Teilnehmer aus Bangalore, die ihr Unternehmen im Juli und August durchführte. Die zweite Gruppe, 15 Teilnehmer aus Neu Delhi, war im August und September am Kämet.

Nun, 7135 m Acht Gruppen wollten diesen Berg bezwingen, davon erreichten nur fünf den Gipfel: drei französische, eine spanische und eine japanische Gruppe.

Kun, 7077 m Insgesamt sechs Versuche; wobei drei Gruppen ( zwei französische und eine westdeutsche ) erfolgreich waren.

Saser Kangri II, 7513 m Einer gemeinsamen Expedition mit fünf Japanern und dreizehn Indern unter der Leitung von H. Singh, Kommandant der Grenzpolizei, gelang die Erstbesteigung über die Westwand, ausgehend vom Sakang Lungpa-Glet-scher. Vier Höhenlager. Zwei Gipfelversuche scheiterten. Am 7. September erreichten Phu Dorjee, Sonam Wangdu, Tsewang und Sherup den Gipfel. Zwischen Camp II und IM stürzte ein anderer Teilnehmer, Tshering, tödlich ab.

Sia Kangri, 7422 m Eine grosse indische Militärexpedition ( Major M. Butt ), deren Einheit in Ladakh stationiert war, soll einen Aufstieg versucht haben, bei dem sieben Soldaten am 31. Juli zum Gipfel gelangten, indem sie von Osten her über den ganzen Siachen-Gletscher aufstiegen.

Siachen-Rimo-Gebiet Eine gemeinsame Expedition mit sechs Indern und fünf Engländern unter der Leitung von Harish Kapadia ( Herausgeber des ( Himalayan Journal ) ) hatte Gelegenheit, mehr als acht Wochen inmitten des verhältnismässig wenig erforschten Gletschergebietes zwischen der Siachen und Rimo-Hauptkette zu verbringen. Sie errichteten ihr Basislager am 21. Juni auf 4300 m in der Nähe des Schnitt-punktes der Nord- und Süd-Terong und Shelkar Chorten-Gletscher. Die Expedition teilte sich in verschiedene Gruppen auf, um im Norden, Süden und Osten zu klettern und die Gegend zu erforschen. Insgesamt wurden acht Erstbesteigungen auf Gipfel über 6000 m sowie auf fünf noch unbegangene Pässe zwischen 5500 und 6200 m gemacht. Damit war der Süd-Rimo-Gletscher sowohl vom Norden als auch vom Süden her erschlossen und mit dem Süd-Terong und Shelkar Chorten-Glet-scher verbunden. Der Rimo I-Gipfel ( 7385 m ) wurde auf einer schwierigen ( AS ) Route über seinen Südwestgrat von A. Saunders und S. Venables zu erreichen versucht, die aber auf 6850 m wegen Verlustes von lebenswichtigem Material aufgeben mussten. Der Rimo IM ( 7233 m ) wurde zwischen dem 13. und 16. Juli in alpinem Stil von D. Wilkinson und J. Fotheringham bestiegen, die vom obersten Teil des südlichen Rimo-Gletschers aus auf einen Pass zwischen dem Rimo IV und dem Rimo IM kletterten. Anschliessend folgten sie seinem Ostgrat, der steile kombinierte Kletterei ( ss ) bot. Die beiden Gipfel Rimo I und II schienen, von Osten gesehen, sehr schwierig zu sein. Die Kosten konnten in bescheidenen Grenzen, d.h. auf Fr. 45 000. gehalten werden.

Aus dem Englischen übersetzt von Erica Blaser, Bern " " -UF '

Grand et Petit Muverans Inhalt Pierre Vaney Vorwort 162 Michel Ziegenhagen Erinnerungen an die Ormonts: Die Traversierung der drei T in den Waadtländer Voralpen 166 Patrick Vuilleumier Der Dérochoir des Diablerets 122 Claude und Yves Remy Bergsteigen und Klettern in den Waadtländer Alpen Herausgeber Redaktion Schweizer Alpen-Club, Zentralkomitee; Helvetiaplatz 4, 3005 Bern, Telefon 031/433611, Telex 33016.

Publikationenchef CC St. Gallen, 1986-1988 Hans-Peter Lebrument.

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Professor Pierre Vaney, 68 b, avenue de Lavaux, 1009 Pully/Lausanne, Telefon 021/287238 ( verantwortlich für den französischen, italienischen und rätoromanischen Teil ).

Graphische Gestaltung Gottschalk+Ash Int'l Layout Hans Grüninger, G+A Markus Lehmann, Stämpfli + Cie AG Anzeigenverwaltung Ofa, Orell Füssli Werbe AG, Postfach, 8022 Zürich, Telefon 01/25031 11, und Filialen.

Verantwortlich: Elisabeth Beeler, Postfach, 8050 Zürich, Telefon 01/3125085.

Druck und Expedition Stämpfli + Cie AG, Postfach 2728, 3001 Bern, Telex 32950, Postscheck 30-169.

Erscheinungsweise Monatsbulletin in der zweiten Monatshälfte, Quartalsheft in der zweiten Hälfte des letzten Quartalsmonats.

Grand et Petit Muverans Patrick Jantet 169 Michel Ziegenhagen Ausgewählte Klettertouren in den Waadtländer Alpen 174 Daniel Ruchet Die Tierwelt in den Waadtländer Alpen Preis Abonnementspreise ( Nichtmitglieder ) für Monatsbulletin und Quartalsheft zusammen ( separates Abonnement nicht möglich ): Schweiz, jährlich Fr. 42., Ausland, jährlich Fr. 58..

Quartalsheft einzeln für SAC-Mit-glieder Fr. 7., für Nichtmitglieder Fr. 10.; Monatsbulletin Fr. 2..

Allgemeine Angaben Adressänderungen: auf PTT-Formular 257.04. ( Mitglieder-Nr. beifügen !) Inhalt: Die Beiträge geben die Meinung des Verfassers wieder. Diese muss nicht unbedingt mit derjenigen des SAC übereinstimmen.

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Zugeschickte Beiträge: Beiträge jeder Art und Bildmaterial werden gerne entgegengenommen, doch wird jede Haftung abgelehnt. Die Redaktion entscheidet über die Annahme, die Ablehnung, den Zeitpunkt und die Art und Weise der Veröffentlichung.

Beglaubigte Auflage: 71 176 Exemplare.

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Pierre Vaney, Pully 121 Auf diese Frage an den Redaktor der französischsprachigen Ausgabe der ALPEN erhielten die Brüder Claude und Yves Remy, die gekommen waren, um von ihren letzten Klettertouren zu berichten, sofort eine zustimmende Antwort. Dies um so lieber, als sie auch noch ihre Absicht ankündigten, der Geschichte des Waadtländer Alpinismus von den Anfängen bis zu den letzten Eröffnungen neuer Routen nachzugehen.

So haben die Brüder Remy, nachdem sie alle Routen, die in diesem Gebiet nur möglich sind, durchklettert haben, die Klemmkeile mit der Feder vertauscht. Sie haben sich während langer Tage in Bücher, Zeitschriften und Ar-chivdokumente vertieft, haben eine umfassende Bibliographie zusammengestellt - wir können sie hier aus Platzmangel leider nicht veröffentlichen -, Quellen verglichen und auf die , ihre Vorgänger, gehört, kurz: die Arbeit von Historikern geleistet. Das Ergebnis ihrer Forschungen können wir heute den Lesern unterbreiten, die sicherlich diese Ehrung der Vorkämpfer an den Wänden und auf den Graten der Waadtländer Gipfel durch junge und hervorragende Kletterer zu würdigen wissen.

Um den Inhalt des Heftes abzurunden, haben wir einige SAC-Mitglieder um ihre Mitarbeit gebeten, die sie auch spontan zusagten: Daniel Ruchet - er hat einen Überblick über die Fauna der Waadtländer Alpen beigesteuert; Michel Ziegenhagen - über seinem humorvollen Text sei nicht vergessen, dass er ein ausgezeichneter Kletterer ist; Patrick Vuilleumier - ein Skiläufer, der auch Unmögliches vollbringt; Wir danken allen - den Autoren und jenen, die uns ihr Bildmaterial zur Verfügung gestellt haben - herzlich für ihre Mitarbeit, durch die sie das vorliegende Sonderheft ermöglicht haben, von der wir hoffen, dass sie den Schutz dieser so besonders ausgezeichneten Region unseres Landes fördern wird.

Aus dem französischen Teil. Übersetzt von Roswitha Beyer, Bern.

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