Im Segen der Berge

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Ich setzte alle Bequemlichkeiten und den Überfluss dieser Erde meinen Bergreisen nach. Dafür wurde ich mit Freuden und Vergnügen erfüllt. Ich erwachte aus dem Schlummer der Trägheit, ging hin zur Einfachheit der Natur und ihren Sitten, genoss dort die süsse Milch, das frische Wasser und die reine Luft.

Durch das stille Sitzen und vieles Nachdenken ward mein Leib schwer und mein Gemüt traurig. Ich setzte mich in Bewegung, schwitzte meine bösartigen und überflüssigen Feuchtigkeiten aus und kam nach Hause gereinigt und leicht wie ein Vogel.

Bei meinen Reisen nahm ich Bedacht auf alle Gegenstände, die sich meinen Sinnen darstellten: auf das Gewild, wie es flog und flatterte, wie es weidete, sprang und pfiff; wie die Pflanzen aufkeimten und blüheten; wie die Glätscher krachten; wie die Steine und Felsen, das Eis und der Schnee sich losrissen und der Tiefe zueilten. Dieses Krachen und Donnern, wie das Wachsen und Leben ergötzten mich mehr als alle Prachten und Musiken dieser Welt.

Trons in Graubünden, 12. April 1823.P. Placidus a Spescha.

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