J. Durrer: Zu- und Abnahme der Bevölkerung in den schweizerischen Gebirgsgegenden

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Die Untersuchungen über die sogenannte Klimaverschlechterung oder, richtiger gesagt, Bodenverwilderung des nutzbaren Teiles unseres Hochgebirges haben in den letzten Jahren nicht nur unsere Behörden und Räte beschäftigt, sondern auch eine ausführliche Litteratur erzeugt, und die Sache ist eine politisch und wirtschaftlich so ernsthafte, daß sie den schweizerischen Clubisten, der ja sich gerne einen vorzüglichen Patrioten nennen hört, nahe angeht. Darum habe ich den Ausführungen des Forst-wirtes Herrn Eblin in den Abhandlungen einen großen Platz eingeräumt, obschon ich mit Artikeln in allen Rubriken des Jahrbuchs überhäuft war, und zeige die obenangeführte Broschüre des nämlichen an, die den gleichen Zweck verfolgt, nämlich den Ruf „ caveant consules " zu erheben; auf den Inhalt brauche ich eben deswegen hier nicht einzutreten.

Auch die statistische Arbeit des Herrn Durrer geht von dem Gedanken aus, daß der anhaltende und erhebliche Rückgang in der Bevölkerungszahl mehrerer unserer Gebirgsgegenden den Schluß auf eine ungünstige wirtschaftliche Lage derselben nahe lege. Der Zeitraum der Erhebungen ist auf die oben genannten Jahrzehnte beschränkt worden, weil nur für diese brauchbare Zählungen vorliegen, ist aber für eine erste Beobachtung lange genug. Fraglicher ist uns die Richtigkeit der örtlichen Einschränkung auf Bezirke, deren Mittelpunkt über 1000 m hoch liegt. Denn so mußte Murren aus den Listen fortgelassen werden trotz seiner 1647 m, weil Lauterbrunnen nur 806 m hoch liegt. Anderseits ist auch Chaux-de-Fonds ausgelassen, weil es die 1000 m nicht ganz erreicht; es hätte aber diese Ortschaft, denken wir, schon wegen ihres fast ausschließlich gewerblichen Charakters nicht herbeigezogen werden dürfen.

In dem beobachteten Zeitraum hat auch in den Gebirgsgegenden im ganzen eine Zunahme der Bevölkerung stattgefunden, die aber nur xla der gesamtschweizerischen Zunahme erreicht und seit Ende der 70er Jahre

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