J. Hardmeyer: Die Gotthardbahn

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Das in vielen Tausenden von Exemplaren verbreitete und in mehrere Sprachen übersetzte Werklein von J. Hardmeyer ist auch für einen Alpinisten von Interesse, der es auf der langen Fahrt von Zürich oder Luzern her ins Gotthardgebiet mit Nutzen studieren mag, soweit die häufigen Tunnels eine ruhige Lektüre gestatten und er es nicht vorzieht, die prachtvolle Alpenszenerie zum Fenster des Abteils oder des Korridors hinaus zu betrachten. Denn das Büchlein enthält unter anderm einen Abschnitt: Von Göschenen über die Paßhöhe nach Airolo, pag. 59—84, den der Fußwanderer gut brauchen kann. In Verbindung damit steht ein Abschnitt: Abriß der Geschichte der Gotthardstraße, pag. 118 —121, der im ganzen und großen befriedigend ist. Immerhin könnte in einer neueren Auflage der Gedanke, pag. 119, daß die Entstehung der schwei- zerischen Eidgenossenschaft mit der ersten Anlage der Gotthardstraße im XIII. Jahrhundert in einem engen Zusammenhang stehe und deshalb früher angesetzt werden müsse, als dies die Sage tut, schärfer hervorgehoben werden; denn die neueren Forschungen über den Gotthardpaß, seitdem Arnold Nüscheler 1871 im Jahrbuch S.A.C. VII, pag. 55—84, die Regesten desselben in einer für die damalige Zeit musterhaften Weise zusammengestellt hat, lassen darüber keinen Zweifel walten. Aus der gleichen Quelle schon hätte übrigens Herr Hardmeyer ersehen können, daß seine Bemerkung auf pag. 71, „ das 1798 abgebrannte Archiv des Klosters Disentis hätte über die Anfänge des Gotthardhospizes genaueste Auskunft geben können ", schwerlich richtig ist. Denn die Gotthardhöhe hat niemals in irgendwelcher Abhängigkeit von dem Abt von Disentis gestanden. Eine andere Korrektur, die ich für eine 7. Auflage empfehle, wäre das Weglassen oder Umändern des Schlußsatzes auf pag. 122, daß „ seit 1848 der Postdienst, wie über die übrigen schweizerischen Alpenpässe, so auch über den Gotthard ein ganz vorzüglicher, mustergültiger geworden sei ". Der eidgenössische Postwagen, die „ Gotthardpost ", wie sie Meister R. Koller auf dem auf pag. 76 reproduzierten Gemälde verewigt hat, fährt ja längst nicht mehr über den Berg, sondern saust mit der übrigen Kultur unten durch das Loch. Die zahlreichen Bilder sind gut gewählt und im ganzen auch gut geschnitten; nur sind einzelne wohl infolge allzuvielen Abziehens etwas „ flau " geworden. Auf pag. 60 sollte die Bezeichnung korrigiert werden. Die Schreibung im Siegfried Kehlegletscher neben Kehlenalp ist schon sonderbar genug, nun noch ein Kehlgletscher dazu wäre vom Übel.Redaktion.

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