Joachim Knobel : Illustrierter Reisebegleiter über den Pragelpaß

Hinweis: Questo articolo è disponibile in un'unica lingua. In passato, gli annuari non venivano tradotti.

Prof. F. Becker: Über den Klausen auf neuer Gebirgsstrasse zwischen Ur- und Ostschweiz. Glarus 1900.

Prof. F. Becker: Reliefkarte der oberitalienischen Seen mit ihrem Exkursionsgebiet. Ausgeführt von der topographischen Anstalt J. Schlumpf in Winterthur. 1901.

Die beiden Reiseführer haben das Gemeinsame, daß sie auf Veranlassung oder unter Mitwirkung des Verkehrsvereins von Glarus heraus- gekommen und von dem gleichen Photographen, Herrn Joachim Knobel, illustriert worden sind. Das erstgenannte soll ein Beitrag zur Förderung der Pragelstraße sein, das zweite den Verkehr auf der neugebauten Klausenstraße fördern. Beide dienen diesem Zwecke sehr gut, und man braucht nicht zu fragen, welchem man den Vorzug geben soll, da man sie ja eventuell alle beide braucht. Die Haltung der „ Klausenstraße " ist, wie es sich für I. Klasse geziemt, vornehm, offiziell, vielleicht ein ganz klein bißchen steif, was ja innere Tüchtigkeit nicht ausschließt. Der „ Pragelpaß " ist einfacher, ungebildeter, gemütlicher, und kommt damit in unserer Sympathie nicht zu kurz.B.eide sind etwas ausschweifend, d.h. sie ziehen benachbarte Gebiete, die nicht notwendig dazu gehören, in den Kreis der Betrachtung, der eine die Berge als Exkursionsgebiet der Klausenstraße, der andere den Walensee als Anhängsel des Kantons Glarus. Die Texte geben Auskunft über alles für einen Durchreisenden Wünschenswerte, Prof. Becker hat dem touristischen Teil zwei Abschnitte: Geographisch-Historisches und Technisch-Baugeschichtliches, vorangestellt und eine Reliefkarte, die nördlich bis über Zürich, südlich bis über Disentis, östlich bis über Chur, westlich bis über Luzern hinausreicht, beigegeben.

In ähnlicher Manier gehalten wie diese, aber feiner ausgeführt, ist des nämlichen Reliefkarte der oberitalienischen Seen. Von dem Gedanken ausgehend, daß die Kurvenkarte allein nicht genüge, die plastische Gestalt des Bodens zur Anschauung zu bringen, und nach einer als Schweizermanier bekannten, von andern und Prof. Becker selbst schon mehrmals angewendeten Methode werden Kurven und Relieftöne verbunden und die verschiedenen Höhenschichten durch ein der Natur möglichst angepaßtes Kolorit angedeutet. Der Maßstab ist 1: 150,000, die Beleuchtung von Südosten. Ob hierin wirklich ein Fortschritt im Sinn größerer „ Natürlichkeit " liege, wie die Befürworter dieser Änderung meinen, wage ich nicht zu entscheiden. Konventionell bleibt auch diese Beleuchtung, und die Wirkung auf das Auge scheint mir nicht freier von Irrtümern als bei der bisherigen Methode. Sonst aber muß ich zugeben, daß die Karte einen gefälligen Eindruck macht, das Landschaftsbild klar und sauber hervortritt und die Gebirgszeichnung scharf ist. Sicherlich wird die Karte dazu beitragen, dem von Bergtouristen noch viel zu wenig gekannten Gebiete, in dem es noch Neues giebt, Freunde zu erwerben. Auch zur Demonstration in der Schule als Wandkarte eignet sie sich. Der Preis ist unaufgezogen gefalzt Fr. 2. 50.

Redaktion.

Feedback