Mario***. Le génie des Alpes Valaisannes

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Obschon ich mir vorgenommen habe, über belletristische Litteratur aus den Alpen im Jahrbuch nicht zu referieren, um meine drückende Aufgabe nicht noch mehr zu belasten, will ich doch für dieses reizende Büchlein eine kleine Ausnahme machen, denn es enthält in einer eleganten Form eine Menge interessanter Darstellungen aus der Kulturgeschichte des Wallis, und nicht etwa in oberflächlicher Weise, sondern mit völligem Verständnis des Volkscharakters, was gar nicht so einfach ist, weil hier Deutsches und Welsches durcheinander geht. Am kürzesten wird man den Reichtum des Inhalts aus den Kapitelüberschriften ersehen. Das Buch enthält neben Introduction und Conclusion: Mythologie alpestre, das heißt Sagen und Legenden nach den besten Quellen schlichtweg erzählt; traditions et coutumes, sehr interessant; les mystères et le théâtre, wobei die Lötschthaleraufführungen gar nicht erwähnt werden; superstitions et traits de mœurs, eine ebenfalls merkwürdige Sammlung kleiner Züge und Beobachtungen, auch linguistischer Art. In seinem Schlußwort spricht der Autor die Befürchtung aus, daß der alte Walliser Volksgeist im Schwinden sei vor dem „ Fortschritt " und andern Feinden des Hergebrachten. Ich halte diese Gefahr nicht für eminent, und jedenfalls geschieht für litterarische Erhaltung dieser Kulturwerte in dem angeblich so zurückgebliebenen Lande, wie dieses Buch aufs neue beweist, viel mehr als beispielsweise in dem an Stoff so reichen, an brauchbaren Publikationen so armen Berner Oberlande.Red.

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