Mont Sneffels. Eine Skitour in den Colorado-Rockies

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Photos P. Zvengrowski, Galgary

3 Aussicht vom Sneffels-Ostgrat 4Eiszapfen oberhalb Camp Bird Mine 5Abfahrt von der Hochebene. Hinten der Potosi Peak Grössere Kältegrade bleiben den Höhen über 3500 Meter vorbehalten. Das absolute Minimum auf der Sphinx /Jungfraujoch, 3574 Meter, trat mit —36,9 Grad am 14. Februar 1940 auf — wiederum ein 14.Februar!

In der Regel werden keine Angaben über die höchsten Temperaturminima publiziert.

Nochmals aus dem gleichen Zeitabschnitt für den Grossen St. Bernhard, welcher gleichwohl einen wenn auch etwas lückenhaften Einblick über mehr als ein volles Jahrhundert vermittelt, seien einige dieser höchsten Tiefstwerte eines Monats vom Minimum-Thermometer bekanntgegeben ( oC ):

3.426. Aug. igh 3,3i.Juli 1928 3,21 i.Juli 1911 2,829. Juli 1904 2.53-Juli Dass diese Werte ohne Ausnahme den sehr warmen Sommermonaten entnommen werden konnten, ist einleuchtend. In ganz besonderem Masse zeichneten sich Juli und August 1911 aus, welche in einigen weiteren meteorologischen Belangen nie mehr erreichte Rekordwerte erzielten.

Als Pendant sei das tiefste Temperaturmaximum des Hochwinters notiert: +6,5 Grade vom 17. und 18. Januar 1841.

Wir dürfen das eben Gesagte so zusammenfassen: Frostfreie Monate in rund 2500 Meter Höhe sind als sehr selten zu bezeichnen und beschränken sich, von ganz ausserordentlichen Ausnahmen abgesehen, auf Juli und August.

Vom Säntis abschliessend nur den höchsten Temperatur-Minimumwert: 1,5 Grad am 17. August 1911, womit auch hier die im bescheideneren Ausmasse auftretende Wärme des Alpsteingipfels gegenüber dem Grossen St. Bernhard dokumentiert wird.

Die längste frostfreie Periode war die Zeit vom 29.Juni bis 16. September 1911 mit 80 Tagen so- wohl für den Grossen St. Bernhard als auch für den Säntis. 1947 verhinderte ein kleiner Kälteeinbruch am 10. Juli einen noch längern Zeitraum ohne Frost.

Aus den gemachten Angaben ist zu erkennen, dass die in jenen Höhen noch vorhandene Vegetation auch im Hochsommer praktisch jederzeit einem deutlichen Frost die Stirn zu bieten imstande sein muss.

Mont Sneffels

Eine Skitour in den Colorado-Rockies Peter Zmngrowski, Sektion Uto SAC, Calgary ( Alberta ) Durch einige berühmte Skigebiete ist der amerikanische Bundesstaat Colorado weltbekannt; weniger bekannt ist die Tatsache, dass es in Colorado über siebzig Viertausender gibt. Wegen des warmen und trockenen Klimas wachsen die Bäume hier bis auf eine Höhe von 3600 Metern über Meer, und von Vergletscherung kann kaum die Rede sein. Im Sommer sind die meisten Berge alpinistisch wenig interessant, doch im Winter bieten sie viele schöne Möglichkeiten für einsame Skiausflüge in meist herrlichem Pulverschnee.

Der Mount Sneffels, 4240 Meter über Meer, im Südwesten des Bundesstaates gelegen, zählt zu den imposantesten Bergen Colorados. Sein Name stammt aus dem Roman « Eine Reise zum Mittelpunkt der Erde » des französischen Schriftstellers Jules Verne.

Anfangs Februar 1970 versuchten wir zum erstenmal, diesen Berg zu besteigen; es ist uns aber nicht geglückt. Jetzt, ungefähr vier Wochen später, nehmen Chuck Cooper, Laura Jasch und ich ein verlängertes Wochenende frei für einen zweiten Versuch. Da wir in Illinois wohnen, haben wir eine Anfahrt von 2250 Kilometern im Auto vor uns. Am Donnerstag — es ist der 12. März — ist es endlich soweit: Um 18 Uhr geht es in der « Rush Hour » von Chicago los, und nach 24 Autostunden kommen wir schliesslich in dem kleinen Dorf Ouray, im südwestlichen Teil Colorados, an. Diese Ortschaft liegt 2340 Meter hoch in einem sehr romantischen Tal, weit weg vom Rummel des Massentourismus. Die Einheimischen gaben ihm den Namen « the Switzerland of America ».

Im Winter sind hier allerdings keine Touristen anzutreffen. Wir finden Unterkunft in einem Motel und brauchen für Küche, Esszimmer, zwei Schlafzimmer und Toilette in dieser Jahreszeit nur Fr. 8. pro Person zu bezahlen. Beim Sheriff müssen wir uns anmelden.

Während Laura ein schmackhaftes Abendessen kocht, rüsten Chuck und ich unser Auto mit Schneeketten aus, weil wir die nächsten 10 Kilometer bis Camp Bird Mine auf steiler, schmaler und vereister Strasse fahren müssen. Nach dem Essen, bevor wir uns schlafen legen, wollen wir auch noch die Felle auf die Bretter schnallen, die Rucksäcke packen und alles Notwendige im Auto verstauen.

Nur vier Stunden Schlaf verbleiben uns bis zur Tagwache um 01.30 Uhr, und nach einem schnellen Frühstück kann das Abenteuer beginnen. Die Wetterlage ist sehr unstabil, im Augenblick der Himmel aber noch klar. Die Fahrt bis Camp Bird Mine schafft mein alter Rambler ohne Zwischenfall im ersten Gang. Zum Glück sieht man im Dunkeln nicht, wie steil die Wand des Canyons ist, dem sich die Strasse entlangwindet. Ein Stück führt durch eine zwei Wochen alte Lawine, durch die ein Tunnel gebohrt worden ist, und die 15 Meter hohen Schneewände sehen im Licht der Scheinwerfer ganz gespentisch aus.

Camp Bird Mine ist ein Bergwerk, wo während des ganzen Jahres auf einer Höhe von 2800 Metern Kupfer, Gold, Silber und Blei zutage gefördert werden. Weil es hier ziemlich viele Wachhunde gibt, steigen wir möglichst lautlos aus dem Auto.

Bald knirschen die Felle auf dem hartgefrorenen Schnee bei minus 15 Grad Celsius. Der Mond ist schon untergegangen, aber die Sterne beleuchten den Weg so gut, dass wir nur selten unsere Stirnlampen anzünden müssen.

Nach ein paar Stunden fällt das erste Licht des Tages ein; hoch oben taucht der eindrucksvolle Stony Mountain auf.Ich versuche, nichtdaran zu denken, dass dieser Berg, der von hier aus so ungeheuer hoch erscheint, fast 400 Meter niedriger ist als unser Ziel. Obwohl wir ständig in Bewegung sind, schleicht sich allmählich die Kälte in unsere Glieder. Doch bald erglühen der Mount Sneffels und sein Nachbar, der Mount Gilpin, im ersten Sonnenlicht. Wir kommen ins Yankee Basin, ein offenes Hochtal, wo wir einen kurzen Halt einschalten, bevor der Anstieg im herrlichen Pulverschnee wieder aufgenommen wird. Sobald uns die Sonnenstrahlen erreichen, müssen wir die warmen Pullover ausziehen. Ziemlich steil führt die Route an den letzten Bäumen vorbei, und auf 3600 Meter gelangen wir auf die Hochebene zwischen dem Mount Gilpin und dem Mount Sneffels. Hier bläst der Wind so giftig, dass wir wieder etwas Wärmeres überziehen müssen. Ich lege die Spur bis zu einer kleinen Mulde, wo wir uns, geschützt vor dem Wind, bei einem zweiten Frühstück eine Pause gönnen.

Um 11 Uhr stehen wir wieder auf den Brettern; die Route verläuft jetzt durch ein grosses, sonnen- io-; beschienenes Couloir, wo das Thermometer 18 Grad Wärme zeigt und der Schnee schwer und mühsam ist.

Nicht weit unter dem Ostgrat schnallen wir die Ski von den Schuhen und seilen uns an. Weil die Spurarbeit schwierig ist, wechseln wir häufig in der Führung ab. Laura gelangt als erste auf den Grat. Durch ein enges, verschneites Couloir mit einer Neigung bis 40 Grad, wo der Schnee oft bis zu den Hüften reicht und jeder Schritt unheimlich viel Kraftaufwand erfordert, schleichen wir langsam wie die Schnecken in die Höhe.

Aber auch Schnecken kommen vorwärts, und schliesslich ist das perfide Couloir zu Ende; doch noch stehen wir nicht am Ziel: 40 Meter unter dem Gipfel finden wir einfach keine Möglichkeit weiterzukommen. Ich muss auf der linken Seite den Fels zu überlisten versuchen. Chuck sichert, während ich die verschneiten Griffe abtaste und einige lockere Steine löse. Diese nächsten 20 Meter lassen sich nur mit Vorsicht überwinden. Chuck und Laura kommen nach, und das letzte Stück erweist sich als schöne Kletterei auf ver-wächtetem Grat.

Wir haben ihn erreicht, den Gipfel, und geniessen die Aussicht bei warmem Wetter; doch der Himmel hat sich schon ein wenig überzogen — ein schlechtes Zeichen.

Es ist 16 Uhr, also Zeit für den Abstieg. Glücklicherweise ist jetzt alles einfacher, und bald stehen wir wieder bei unserem Skidepot. Abfahrt! Die Hänge sind ideal - aber unsere Beine nicht mehr. Mit Mühe würgen unsere « ausgeleierten » Knie einige Stemmbogen; zudem leidet Laura unter einem ganz kräftigen Sonnenbrand, und bald wird es auch so dunkel, dass wir es vorziehen, unsere Ski die meiste Zeit auf dem Buckel zu tragen.

Weiter unten, in den Wäldern von Yankee Boy Basin, halten wir Rast, ziehen unsere Daunenjacken über und schlafen augenblicklich ein. Aber nach ein paar Stunden zwingt uns das Wetter wieder auf die Beine; denn der Himmel ist nun vollständig bedeckt. Und die Rechnung geht auf:

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