Nachtrag aus dem Gebiete der Scherenspitzen

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Mit 2 Skizzen.

Von Ernst Attinger.

Das noch vor wenigen Jahren unbekannte und verlassene Gebiet des Scherenspitz im westlichen Alpstein 1 ) ist heute an jedem schönen Sonntag von Kletterern besucht. Wohl ist es noch nicht die grosse Menge wie in den Kreuzbergen und in den Silberplattenköpfen. Um so heimatlicher und gemütvoller ist das Tasten im warmen Fels und das Schauen von luftiger Spitze. Welch ein Handwerk! Der Blick von diesen Felszähnen ist von ausgesuchter Schönheit. Die Nähe wird von der bizarren Kühnheit dieser Zacken beherrscht. Das schweifende Auge verliert sich südlich am blinkenden Alpenkranz, nach Nord in der fernen Bläue des Bodensees. Heimat des Kletterers: heisser, leuchtender Fels, fernes Schimmern von Schnee und und der Blick in duftblaue Tiefe!

Westlicher Südwandweg des Turmes.

In « Die Alpen » 1932 habe ich die normale oder östliche Südwandroute als Kletterei beschrieben. Wer noch mehr Luft wünscht und weniger Griffe, dem sei die westliche Südwandroute empfohlen.

Man steigt beim gleichen Block, nahe der Ostkante des Turmes ein wie bei der Normalroute. Anstatt aber den kleinen Überhang direkt aufwärts zu erklettern, geht man vom Block in senkrechter Wand wenig ansteigend nach links, westlich, die untersten kleinen Griffe und Tritte benützend, die überhaupt diesen Quergang erlauben. Nach etwa 8-10 Metern gelangen wir in eine Rinne. Diese verfolgen wir nur wenige Meter, bis sich uns Gelegenheit bietet, mittels eines sehr weiten Schrittes um die scharfe Ecke westwärts in die senkrechte, äusserst exponierte Wand Südwand des Turmes.

Siehe iDie Alpen » 1932, Heft 5, und 1935, Heft 6.

NACHTRAG AUS DEM GEBIETE DES SCHERENSPITZ.

hinauszuspreizen. An Griffen ist hier nur das Notwendige vorhanden, und mehr bietet sich auch nicht auf den ersten Metern des anfänglich sehr schmalen Bandes, das wir nun westwärts und leicht ansteigend verfolgen. Später wird das Band breiter und leichter. Ein wackeliger Block, der das Band sperrt, muss auf seiner schmalen Kante ( immer in senkrechter Wand ) überstiegen werden. So begehen wir die Südwand bis nahe ihrer Westkante in herrlich luftigem Quergang.

Und luftig ist auch noch der letzte Teil dieses Weges, den der Schöpfer nach dem Herzen des Kletterers gebaut hat. Am Ende des Bandes findet sich ein kleiner Standplatz zur notwendigen Sicherung, denn von hier geht es durch die lotrechte, pralle Wand. Eine Andeutung von einem Risse weist in der Richtung rechts aufwärts zur Spitze. Ihn benutzen wir zur Bewältigung dieser letzten Etappe, nicht ohne im Aufstieg lachenden Herzens den Blick über diese Wand der Wände zu versenken.

über die Südwand des SdierenspHj zum Einstieg in den normalen Westwandweg.

Durch die Südwand des Scherenspitz zieht sich ein ziemlich senkrecht übereinander liegendes System von Rinnen, das oben an der Westkante des Berges endigt. Es ist der eindrucksvollste und direkteste Zugang zum Einstieg in die normale Westwandroute. Dieses Rinnensystem ist wie die ganze Südwand sehr steil, und im untersten sowie im obersten Teil zumindest im Aufstieg mehr als mittelschwer. Obschon in beiden Richtungen begehbar, eignet es sich besser für den Abstieg, da die schwierigen Stellen dann durch Abseilen überwunden werden können.

Scherenspitz Gamskopf ( von Süden ) Der Pfeil am untern Rande der Skizze bezeichnet das untere Ende des Rinnensystems, das auch auf der Zeichnung leicht durch die ganze Wand hinauf verfolgt werden kann. Mittels der Skizze wird sich der Kletterer ebensoleicht auch vor der Wand selbst orientieren können.

Diese Wege im Gebiet des Scherenspitz ging ich mit meinem Kameraden Walter Burkhard im Mai 1937.

Neue Kletterfahrten im Alpstein.

( Seit 1933. ) 5. Silberplattenkopf, 2090 m. Ostwand. 1. Aufstieg: Hans Solenthaler und Gefährte. 1933. Sehr schwierig. e. SUberplattenkopf, 2094 m. Direkte Südwand. Arnold Duttweiler und Sämi Pulver. 30. Oktober 1938. 1 Stdn. Schwierig. Olirli, 2203 m. Nordwand. Fritz Hunziker und Heinrich Wally. 5. September 1937. 2-3 Stdn. Sehr schwierig. Altenalptttrme. Westgipfel, 2046 m. Südwestrippe. Paul Schafflützel und Paul Hell. 11. September 1938. 1 % Stdn. Sehr schwierig. Wildhauser Schafberg, 2373 m. Nordgrat. Paul Hell und Ernst Anderegg.

Pfingsten 1934. 1 y2 Stdn. Sehr schwierig und brüchig. ( Vgl. Nachtrag zum Säntisführer von G. Egloff, Seite 16. ) Geierspitz, 2262 m. Südgrat. Hans Biedermann und Heinrich Wally. 1936.

2 Stdn. ( Vgl. Nachtrag zum Säntisführer, Seite 15. ) Freiheittttrme. 1. Ost—Westbegehung des Ost- und Westgipfels. Willy Räss, Bergführer. Ca. 3 Stdn. Schwierig. ( Vgl. Nachtrag zum Säntisführer, Seite 14. ) Hundstein, 2159 m. Südwand. Paul Hell und Paul Schafflützel. B. August 1937. 3 Stdn. Sehr schwierig. Scherenspitz. Über die Südwand zum Einstieg in die normale Westwandroute.

Ernst Attinger und Walter Burkhard. Mai 1937.

Turm. Über die westliche Südwand. Ernst Attinger und Walter Burkhard. Mai 1937.

1. Kreuzberg, 1891 m.

a ) Nordostroute: 18. August 1935. Berti Lehmann und Gefährte. 2 Stdn. Sehr schwierig. ( Vgl. Nachtrag zum Säntisführer, Seite 8. ) b ) Ost-Südostroute: Sämi Pulver und Arnold Duttweiler. 31. Juli 1938. 4-5 Stdn. Sehr schwierig.

c ) Direkter Ostgrat: Paul Hell und Paul Schafflützel. 29. August 1937. 10 Stdn. Aussergewöhnlich schwierig.

2. Kreuzberg, 1969 m. Direkte Südwand. Paul Schafflützel und Paul Hell. 11. Oktober 1938. 7 Stdn. Äusserst schwierig. Teilweise neue Route von Arnold Duttweiler und Sämi Pulver. 16. Oktober 1938.

3. Kreuzberg, 2023 m. Direkte Nordwand. Paul Hell und Paul Schafflützel. 28. August 1938. 6 Stdn. Äusserst schwierig.

Im « Sport » 1939, Nr. 89, teilt Werner Schöllenberger in Winterthur mit, er habe am 31. Juli 1934 die Nordwand links der Route Hell-Schafflützel angegriffen, sei dann schrägan nach rechts geklettert zum grossen Riss. Von hier an sei sein Weg auf den Gipfel identisch mit dem direkten Aufstieg Hell-Schaf flützel.

4. Kreuzberg, 2030 m. Westwand, neue Route. Arnold Duttweiler und Sämi Pulver. 28. August 1938. 2 Stdn. Sehr schwierig.

6. Kreuzberg, 2058 m. Nordwand. Ausgeführt von zwei Zürchern. Pfingsten 1935. 1 Std. Schwierig.

7. Kreuzberg, 2069 m. Von Südosten. Carl Muggler und Fritz Luchsinger. 1937. 2 Stdn. Schwierig.

8. Kreuzberg, 2060 m. Südwand. Fritz Hunziker und Heinrich Wally. Pfingsten 1938. 1% Stdn. Schwierig.

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