Neue Bergfahrten in den Berner Alpen

Hinweis: Questo articolo è disponibile in un'unica lingua. In passato, gli annuari non venivano tradotti.

Berichtigungen und Ergänzungen.

Von Hans Lauper.

Seheidegg-Wettcrhorn, 3414 m.

Die erste Partie erstieg nicht noch das Wetterhorn, sondern stieg über den Hühnergutz- und Krinnefirn direkt zur Glecksteinhütte ab. ( « Alpine Journal » 42, Seite 12. ) Unter « Variante » müsste die Route der zweiten Partie: Mr. W. G. Standring mit Joseph Georges le Skieur, 2. August 1930, erwähnt werden. ( Vergleiche « Alpine Journal » 43, Seite 175-177. ) Erst diese Partie vollendete den Aufstieg vom Scheidegg-Wetterhorn ( Gustav Haslers « Grindelwald Dru » ) zur Hasli-Jungfrau.

Miss M. Fitz Gibbon, mit Joseph Georges als Führer, machte am 14. August 1934 die vierte Begehung, nachdem Dr. A. Bauer mit Hermann Steuri den dritten Aufstieg am 28. Juli 1934 ausgeführt hatte. ( Vergleiche « Alpine Journal » 47, Seite 154.sji :i I! c n li o r 11 - Ostgrat.

Die Route Otto Brügger mit Hans Kohler vom 5. September 1932 verläuft wie folgt:

Obersteinberg ab 300 Uhr, Bergschrund am Fusse der Südwand um 630 Uhr. Nun wurde der Sattel zwischen Gspaltenhorn und Tschingelspitz erstiegen. Von dieser Furche wurde der Ostgrat verfolgt bis an den Fuss des ersten Gratturmes, der im Süden umgangen wurde ( ungefähr auf der Abstiegsroute Mottet-Gysi, S.A.C.- Jahrbuch 1918, Seite 67 ). Von hier stieg die Partie hinab in das Südwand-Couloir, das Gustav Hasler mit H. von Allmen ( Lenihans ) und Fritz von Allmen am 2. September 1902 zum Aufstieg benutzt hatte. ( « Alpine Journal » 21, Seiten 232/233. ) Dieses Couloir leitete auch Kohler und Brügger wieder auf die Höhe des Ostgrates oberhalb ( westlich ) des zweiten Gratturmes. Von hier wurde wiederum der Ostgrat begangen, der in 30 Minuten zum Gipfel führte. ( Vergleiche Routen 7, 8 und 9 der Gspaltenhorn-Monographie in « Der Bergsteiger », 4. Jahrgang 1933/34, Seite 618. ) Hier muss auch die Route Im Obersteg-Hermann angeführt werden, die den obern Gratturm nördlich umgeht: O. Im Obersteg und Ernst Hermann stiegen am 18. August 1934 von der Gspaltenhornhütte über die Gamchilücke zum Tschingelfirn. Vom Tschingelfirn wurde der Sattel zwischen Tschingelfirn und Ostgrat des Gspaltenhorns erreicht und in einer halben Stunde der Tschingelspitz erstiegen. Nach Rückkehr in den Sattel verfolgten die beiden Bergsteiger den Ostgrat des Gspaltenhorns über viele kleinere Grattürme bis zum Fusse des ersten Gratturmes. In der Ostwand dieses Turmes, es ist ein eigentlicher Gipfel ( 3318 m, neue Kote ), wurde um 17 Uhr an zwei Sicherungshaken ein Biwak bezogen. Am 19. August wurde um 630 Uhr der Weitermarsch angetreten. Mittels Abseilens ( 35 Meter ) und Wiederaufstieg wurde Punkt 3318, der erste Gratturm im Süden, umgangen. Der zweite Gratturm ( 3348 m, neue Kote ) wurde erst direkt erklettert, äusserst schwierig und des scheusslich brüchigen Gesteins wegen ausserordentlich gefährlich. Als Überhänge und lose Felsen ein Weiterkommen verunmöglichten, wurde ein wenig abgestiegen und dann waagrecht in der Nordflanke gequert ( zwei Haken, äusserst schwierig und gefährlich ). Nach 3 Stunden schwierigster Arbeit gelangte die Partie westlich des Turmes oder Gratgipfels 3348 m wieder auf den Ostgrat und erreichte über diesen den Gspaltenhorngipfel 3437 m neue Kote um 13 Uhr. Einschliesslich des Besuches des Tschingelspitz wurden von der Hütte zum Gipfel 32 Stunden benötigt, wovon 13 i/2 Stunden auf das Freilager entfallen. Dieser Aufstieg stellt eine Verbindung der oben erwähnten Routen 7, 8 und 9 dar, und nur die Umgehung des zweiten Gratturmes ist neu. Eine direkte Übersteigung der beiden grossen Türme ( P. 3318 und P. 3348 ), die dem Gspaltenhorn-Ostgrat das charakteristische Aussehen geben, scheint wegen der Brüchigkeit der Felsen ausgeschlossen. Auch sonst ist eine Wiederholung der Begehung des Ostgrates gerade wegen dieses Umstandes nicht empfehlenswert, so sehr auch das wilde Aussehen dazu verlocken möchte.

Blümlisalphorn ( 3671 m ) von Norden ( Variante ), O. Im Obersteg ( allein ), 10. Juni 1934. ( « Alpine Journal » 47, Seite 146; « Der Bergsteiger », 5. Jahrgang 1934/35, Seite 323. ) Von der Blümlisalphütte auf dem üblichen Wege an den Fuss der Nordwand. Noch in der Dunkelheit wurden die grossen Spalten am Fusse der Wand überwunden und etwa 50 Meter links ( östlich ) der Gipfelfallinie über einen senkrechten Einbruch in die Wand selber eingestiegen. Der weitere Aufstieg vollzog sich direkt gegen den Gipfel, wobei lotrechte, mächtige Eisbrüche und besonders ein 10 Meter hoher Überhang ( im Eis ) fast übermenschliche Anstrengungen von dem Alleingänger verlangten: für die letzten 70 Meter der fast 400 Meter hohen Eiswand wurden allein sechs Stunden benötigt, von der Hütte zum Gipfel zwölf Stunden. ( Vergleiche die Route Amstutz-Richardet-Salvisberg 1924 im « Alpine Journal » 36, Seite 399. ) Morgenhorn ( 3629 m ) von Norden. M. Aurich und E. Stauffer, 10. August 1393. ( « Alpine Journal » 47, Seite 147. ) Von der Gspaltenhornhütte über den Gamchigletscher an den Fuss des Eiskegels unter dem rechts oben in der Wand hängenden Gletscher. Nach dessen Durchstieg hielt sich die Partie nach links über stark vereisten Platten und immer links haltend über den Bergschrund auf eine Felsrippe gelangend, in deren oberem Ende ein auffälliger Riss bemerkt wurde. Durch diesen Riss ging 's über eine zweite Felsstufe und über ein Schneeband aufwärts, bis eine senkrechte Stufe den Weg versperrte. Ein Versuch, weiter links einen Ausweg zu finden, scheiterte an einem Wasserfall. Wegen eines Überhanges musste nach 15 Meter die direkte Ersteigung der Wandstufe aufgegeben werden. Rechts aber öffnete sich ein schmaler, wasserdurchspülter Kamin, der sehr schwierig erklettert wurde.Von hier wurde über Eis und lose Platten links vom Hängegletscher ein steiles Firn- und Eisfeld erreicht und direkt ansteigend eine letzte Felspartie erklettert und so der Ostgrat gewonnen. Über diesen wurde der Anstieg zum Morgenhorngipfel vollendet.

Der Aufstieg verlangte teilweise sehr schwierige Fels- und Eisarbeit und ist sehr steinschlaggefährdet. Gspaltenhornhütte—Gipfel 14 Stunden.

P. S. Beim Versuch der Wiederholung dieses Aufstieges stürzten am 1. August 1935 die Deutschen W. Stoesser und F. Seybold tödlich ab.

Mönch, 4105 m, über die Nordwand. Frau Hutton-Rudolph mit Adolf Rubi und Peter Inaebnit, 18. August 1934. ( « Alpine Journal » 47, Seite 148. ) 1 Von der Guggihütte in einer Stunde auf das Mönchsplateau, dann auf am Vorabend geschlagenen Stufen hinab auf den kleinen Gletscher zwischen den beiden Nordbollwerken des Mönchs. Dank des guten Zustandes des Schnees, der fest an den senkrechten, glatten Stufen haftete, wurde der untere Teil der Wand in kurzer Zeit erstiegen. Ungefähr von der Höhe des Nollens an wurden die Verhältnisse schlecht. Pulverschnee und vereiste Felsen stellten besonders Jungfrau 1-/66 m W60 1** 1. Route von Konkordia her.

2. Gewöhnliche Route vom Jungfraujoch her.

3. Route F. Thioly 1862.

4. » Bethmann-Hollweg 1913.

5. » ( Ostgrat ) A. Weber-H. Schlunegger 1911.

6. » Lewers-A. Rubi 1933.

an den Führenden grösste Anforderungen. Auch die Struktur der Felsen, dachziegelförmige Schichtung, erschwerte den Aufstieg, und für einen Aufstieg von ungefähr 120 Meter wurden drei Stunden benötigt. Ein direkter Anstieg und ein Quergang nach rechts dauerten zwei Stunden und brachten die Partie zu einem von Lawinen durchfegten Couloir. Dieses Couloir wurde trotz der Gefahr für kurze Zeit erstiegen, bis eine Felsrippe links davon erklettert werden konnte. Über diese wurde der Gipfel erreicht. 12% Stunden von der Hütte. Wandhöhe 1100 Meter.

Sehrecknorn, 4080 m, über die Westwand: Dr. Oskar Hug, A Simmen, W. Weckert und W. Rickenbach, B. Juli 1935.

Von der Schwarzegghütte in drei Stunden auf der Andersongratroute bis an den Fuss der Wand. Dann Einstieg in grosse Eisrinne, die zwei Drittel der Westwand durchzieht. Wegen Harteis und Steinschlaggefahr nach links auf eine Rippe und über zahlreiche, zum Teil schwierige Türme und Absätze zum Fusse der 200 Meter hohen Gipfelwand. Dieses völlig senkrechte Wandschluss-stück wäre ohne « Schlosserei » nicht zu bewältigen, worauf die Schweizer Alpinisten verzichteten. Deshalb wurde nach links ( Norden ) gequert und durch eine glatte Rinne ( ein Sicherungshaken !) der Anderson- oder Nordwestgrat gewonnen und über ihn der Schreckhorngipfel. ( 12 y2 Stunden von der Schwarzegghütte. ) Tschingclgrat, 3120 m, von Norden. Ernst Feuz, Hermann Salvisberg und Walter von Allmen, 7./8. Juli 1935.

Nach einem erfolglosen Versuch am 30. Juni wurde am 6. Juli 1935 das Lager in der Kilchbalm um 2 Uhr verlassen, eine Talstufe erstiegen und um 5 Uhr der Einstieg erreicht. Erst über eine Art Trichter nach rechts zu einer 50 Meter hohen Wandstufe, die den Zutritt zum grossen Band vermittelte. Ein Schulterstand und eine äusserst schwierige Kletterei führten auf dieses Band ( 7 Uhr ). Nun wurde über das Band die Wand gequert und auf der Höhe des mittleren Fluhabsatzes ( 2450 ) um 9 Uhr kurz gerastet. Ein direkter Anstieg endete nach sechs Seillängen um 10 Uhr in ungangbaren Felsen, und der Rückzug zum Frühstückplatz kostete eine weitere Stunde. Man verfolgte nun das Band weiter nach rechts, gelangte auf einen Firnfleck unterhalb des Tschingelspitz ( 12 Uhr ), und nun nach links oben sich wendend wurde die Wand nach der Firnhaube des Tschingelgrates hin erstiegen ( schwierig, Steinschlag ). Um 17 Uhr bezog die Partie hart unter dem Gletscher ein Freilager, das sie am B. Juli um 720 Uhr verliess. Eine kurze Kletterei führte zum Gletscher, der stufenschlagend zum Gipfel des Tschingelgrates erstiegen wurde, IO15 Uhr. ( Eine genaue persönliche Schilderung folgt. ) Vorderspitz ( Engelhörner ) über die Westwand. A. Beyerle, O. Gerecht, M. Kofler und F. R.M.arx, 7. Juli 1935. Keine Einzelheiten bekannt.

Eiger-Mönch-Jungfrau. Erste Überschreitung von der Mittellegihütte nach Stechelberg. Adolf Rubi und Hans Schlunegger, 16. Juli 1935 in 16 Stunden.

Gross Wannehorn, 3905 m, über den Südwest- oder Herbrigsgrat. Mr. und Mrs. G. W. Murray mit Alfred und Oskar Supersaxo, 31. August 1931. ( « Alpine Journal » 43, Seite 376. ) Vom Eggishorn in vier Stunden zwanzig Minuten an die Zunge des Wanne-horngletschers. In anderthalb Stunden Anstieg wurde der Südwestgrat erreicht, dort wo er in den Gletscher untertaucht. Die Partie stieg rechts, südlich der Felsen über Schnee hinan an den Fuss der Felswand und zum ersten von zwei auffallenden Schneecouloirs. Durch dieses eine Seillänge hinan, dann nach links über die Felsen schräg aufwärts gegen den Grat. Ein Wettersturz mit Schneefall erschwerte die Kletterei derart, dass für 500 Fuss eine Zeit von l3/4 Stunden benötigt wurde. Über den Grat wurde der Gipfel in leichter Kletterei gewonnen. ( Drei Stunden vom Couloiranfang. ) Erwähnenswert ist vielleicht noch die dritte Begehung der Lauterbrunner Breithorn-Nordwand auf teilweise neuem Wege durch Hans Haidegger und Fritz Fricker am 14. Juli 1935: Von einem Biwak am Bergschrund wurde die unterste steilste Wandpartie auf einer Route durchstiegen, die ungefähr zwischen der Route der Erstbesteiger der Nordwand ( Dr. Chervet und Dr. Richardet 1924 ) und der zweiten Partie ( Dr. Weizenbach und E. Schulze 1932 ) liegt. Wie die Route der zweiten Partie ist auch diese dritte Variante absolut unverantwortlich, weil während Stunden dem Steinschlag ausgesetzt ( die dritte Partie brauchte vom Bergschrund neun Stunden bis zur relativ sicheren Rippe, über welche die Partie Chervet-Richardet angestiegen ist ).

Hans Haidegger führte ausserdem am 11. August 1935 die zweite Begehung des Doldenhorn-Ostgrates durch: Fründenjoch-Galletgrat fünf Stunden einschliesslich eine Stunde Rast, P. 3501 bis Doldenhorngipfel: 11/1 Stunde. Kein Mauerhaken!

Am 18. August folgte die zweite Durchsteigung der Nordwand des Gross Doldenhorns durch Haidegger, wiederum allein, in 6x/2 Stunden vom Spitzstein zum Gipfel « ohne Rast, da zu steil ».

Aletschhorn, 4182 m, von Norden: Varianten L. Steinauer und H. Ellner, 18./19. Juli 1935.

Ideale, direkte und unmittelbare Nordwandrouten. H. Aufschlager und G. Mitterer.? August 1935. ( « Deutsche Alpenzeitung » 1935, Seite 331 bis 332. ) Beide Routen sind am Fusse der Wand ca. 300 m voneinander entfernt und führen über das oberste Wanddrittel in annähernd gleicher Linie zum Gipfel. Die zweite, hier angeführte Route wird in der D. A. Z. als « erste Begehung der Nordnordwestwand » bezeichnet und ist bei einer Wandhöhe von 1100 m für 650 m dem Eis- und Steinschlag unablässig ausgesetzt. Beide Routen sind nur mit ausgiebiger Eishaken-Seilzuganwendung zu machen und sind typische Beispiele moderner Hakenschlosserei unter Missachtung jeglicher Vorsicht. Es ist nicht das Verdienst der Hakenkletterer, wenn sie vom Eis- und Steinschlag verschont werden, und wenn solche unverantwortliche Unternehmungen einmal fatal ausgehen, so ist es sicher falsch, die Opfer als « Helden » zu bezeichnen.

Olmenhorn, 3318 m, Nordwand-Aufstieg, Ostwand-Abstieg. H. Aufschlager und G. Mitterer. 11. August 1935. « Deutsche Alpenzeitung » 1935, Seite 332. Keine Einzelheiten.

Klein Aletschhorn von Norden. Dieselben, 16. August 1935. Sattelhorn, 3745 m, von Nordwesten. Dieselben, 20. August 1935.

Jägihorn, nördliches, 3510 m, über die Westwand. Toni Heimbach und Sepp Weber. 29. August 1933. 24. Jahresbericht der Alpenvereinssektion Bayerland. München 1934, Seite 31.

Feedback