Neue Bergfahrten in den Schweizer Alpen 1903

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Mont Blanc-Gebiet.

Mont Blanc vom Glacier du Dôme aus ( Variante ). 7. August. HH. Ed. Pichl und Aem. Hacker verließen die Cabane du Dôme um 3 Uhr 10 Min. morgens und gelangten auf der gewöhnlichen Dômeroute auf das oberste Plateau des Domegletschers, wandten sich dann aber rechts und erstiegen die Scharte in dem zersägten Felsgrat, der den Aiguilles Grises östlich parallel läuft ( 10 Uhr 25 Min. ). Diesen Grat aufwärts steigend und einige Felstürme teils überkletternd, teils umgehend, erreichten sie in anstrengender Arbeit bei Sonnenuntergang den zu Punkt 4103 hinaufleitenden Schneegrat. Einer Fußspur folgend kamen sie im Mondschein auf der Schneecalotte des Dôme du Goûter und um 10 Uhr abends in der Vallothütte an. Sie verließen die Hütte am andern Morgen um 7 Uhr, waren um 9 Uhr 40 Min. auf dem Gipfel, traten um 11 Uhr 25 Min den Abstieg an und erreichten um 7 Uhr 30 Min. abends Chamonix. Ö.A.Z. 2)1904, pag. 13 ff.

L' Aiguillon ( 3508 m ), zwischen Col de l' Eboulement und Col de Leschaux. 29. August. M. Emile Fontaine mit Camille Ravanel und Léon lournier. Von Montanvert über die Mer de Glace zum Glacier de Leschaux, dann das enge Couloir, das vom Col de Leschaux kommt, ungefähr 2/3 hinauf, dann über die Felsen auf dessen rechtem Ufer ( links im Anstieg ) über ein breites rotes Band hinauf bis zum Col. Von diesem direkt ohne Schwierigkeiten über den Grat zum Gipfel. Im Abstieg traversierte man in halber Höhe zwischen Aiguillon und Col in der Ostwand zum Col de l' Eboulement hinüber, von dem man leicht zum Glacier de Leschaux abstieg. Zeiten: Aufstieg 6Stunden, Abstieg 4 Stunden 35 Minuten, Halte inbegriffen.

Tour Bocheuse oder Aiguille Croulante im Südosten der Courtes. 8. September. M. E. Fontaine mit Joseph Bavanel und Léon lournier. Über die Mer de Glace und den Glacier de Talèfre an den Fuß der Courtes und des östlichsten der von den Courtes herabkommenden langen Couloirs. Dieses hinauf bis über den Bergschrund, dann schräg nach rechts traversieren, um die gebrochenen Felsen der Südseite der Wand zwischen den Courtes und dem Punkt 3692 Kurz zu erreichen. Über diese hinauf zur Höhe der Wand. Den Kamm in der Richtung der Courtes verfolgen, etwas bevor man zu dem nach Norden überhängenden Felsturm kommt, nach rechts ( Norden ) zu einem kurzen Schneekamm und über diesen an den Fuß des Hauptturms, der direkt über die Südseite erstiegen wird. Abstieg durch das lange Couloir auf den Talèfre-gletseher hinunter. Zeiten: Aufstieg 6 Stunden 45 Minuten; Abstieg 5 Stunden.

Petites Aiguilles du Triolet und Pointes Isabella. 31. August. M. E. Fontaine mit Jean Bavanel und Léon lournier erstiegen vom Col du Triolet aus die beiden kleinen Aiguilles gleichen Namens ohne Schwierigkeit; die „ Pointe orientale " schien noch unerstiegen. Auf den Col de Triolet zurückgekehrt, erstiegen sie die Punta Isabella, und über die wackeligen Blöcke des Gipfelgrates die beiden nächsten ( anscheinend unbetretenen ) Spitzen in der Richtung des Col du Piolet, von denen eine der Punkt 3747 Kurz ist. Zeiten: Hin 10 Stunden 40 Minuten, zurück 4 Stunden 45 Minuten. R. A. L. 1903, pag. 343/45.

Aiguille Mummery = Punkt 3692 Kurz zwischen dem Triolet und den Courtes. 16. Juli. M. E. Fontaine mit Joseph Bavanel erreichten vom Glacier de Talèfre aus die Scharte zwischen den beiden Spitzen des Doppelgipfels und von da aus meistens über den Nordgrat die südliche Spitze.

Grand Gendarme des Aiguilles Bouges du Dolent zwischen Punkt 3691 und 3626 Kurz. 29. Juni. M. Emile Fontaine mit Joseph und Jean Bavanel. Von Lognan den ganzen Glacier d' Argentière hinauf bis zum Couloir, das sich in nordöstlicher Richtung zwischen Punkt 3626 und Punkt 3584 erhebt. Durch das Couloir auf den Grat, dann längs demselben über Punkt 3626 und die Scharte, Punkt 3551, an den Fuß des Gendarmen, der auf der Westseite durch einen schräg laufenden Kamin erstiegen wird. Rückweg direkt vom Fuß des Gendarmen auf den Glacier d' Argentière hinunter. Zeiten: Lognan bis Gipfel 7 Stunden 50 Minuten, Gipfel bis Lognan 3 Stunden 35 Minuten.

Cornes du Chamois ( zirka 3100 m ), auf dem Grat zwischen der Aiguille de Trèlaporte und den Grands Charmoz. 2. September. M. E. Fontaine mit Jean und Alfred Ravanel stiegen den Firn in der Mitte des Glacier de Trèlaporte bis über den Bergschrund hinauf, traversierten hierauf nach rechts und gewannen den Kamm in der zweiten Scharte östlich von der Aiguille de la République.Von hier erstiegen sie zuerst den nächsten Gipfel nach Westen, dann, unter Verzicht auf die höchste Erhebung, den nächsten Gipfel im Osten der Scharte. Zeiten: Aufstieg 5 Stunden 30 Minuten, Rückweg, die zweite Ersteigung inbegriffen, 6 Stunden. R. A. L. 1903, pag. 372 — 73.

Punkt 3679 nördlich vom Col du Talèfre.? Aug. M. A. Brun mit Jean und Alfred Bavanel.

Aiguille de VM, über die Nordwestwand.? August. M. E. Fontaine mit J. Ravanel. Details fehlen. E.d.A.. 1903, pag. 421.

Aiguille du Chardonnet, vom Col du Chardonnet aus. ( Variante. ) 5. September. Fräulein Eug. Rochat mit Jean Ducroz und einem Träger. S.A.C. XXXIX, pag. 24 ff.

Mont Blanc vom Glacier du Dôme aus ( Variante)1 ). 26. Juli. HH. M Stöcklin-Müller und Dr. F. L. Fankhauser. Jahrbuch S.A.C. XXXIX, pag. 56 ff.

Penninische Alpen.

Tour de Créton 1 Becca de Créton It.K.. ). 29. August. Mr. G. Yeld und François Pession verließen Prarayé um 3 Uhr morgens, passierten die oberste Bellazahütte, Les Caves genannt, ließen den Grand Glacier de Bellaza zur Linken und erreichten den Gletscher, welcher zwischen der Tour de Créton und dem Château des Dames herunterkommt. Einen anscheinend ungemütlichen Kamin links oberhalb des Gletschers beiseite lassend setzten sie ihren Marsch den Gletscher hinauf fort, stiegen dann links über unschwieriges Terrain empor zu dem Rücken ( über welchen die Ersteigung von Val Tournanche gewöhnlich gemacht wird ), der von der Tour de Créton zum Mont Blanc de Créton streicht. ( Ein Teil dieser Route über den Mont Blanc-de Creton-Rücken scheint neu zu sein. ) Sie erreichten den Gipfel in etwas weniger als 6 Stunden ( Marschzeit ) von Prarayé aus. Sie stiegen dann zu der Scharte zwischen Tour de Créton und Mont Blanc de Créton ab, erstiegen den letztern und nach einem kurzen Abstieg noch den Château des Dames. Rückkehr über Col de Vorrede, Lago de Dragone und Col de Val Cornera nach Prarayé, das um 6 Uhr 35 Min. abends erreicht wurde. A.J., Nr. 162, pag. 557.

Lyskamm über die Südostwand. 5. September. Miss Grace Filder mit G. B. Pellissier und Antonio Curta verließen die Gnifettihütte um 4 Uhr morgens, erreichten das Plateau der Vincentpyramide, wandten sich dort rechts zum Schneebassin am Fuß der Südostwand des Lyskamms. Nach Überschreitung des Bergschrundes und eines steilen Eishanges hielten sie sich an die Felsen der vierten Rippe von der Cresta Sella her, kletterten 1 Stunde 30 Min. gerade aufwärts. Nach Überschreitung eines Couloirs ( Steinschlag !), noch einmal gerade aufwärts und schließlich auf die Schweizerseite ungefähr 45 m. vom Südgrat oder Cresta Sella. Der Gipfel wurde um Mittag erreicht. R.M. 1903, pag. 470, und A.J., Nr. 162, pag. 558.

Lyskamm, Variante im Abstieg zum Felikgletscher. 26. August. MM. E. Eullmann und C.A. Bd. mit Adrien Crettex. Alp. 1903, pag. 168.

Dent d' Hérens, neuer Anstieg über die Südwand. 3. September 1902. Dr. R. Helüing mit Träger Imboden ( näherer Bericht fehlt ). A.A.C.Z. 1902, pag. 13.

Zinal Bothorn vom Triftjoch aus. 22. August. Mr. Edward A. Broome mit Alois ( jun. ) und Heinrich Pollinger erstiegen vom Trifthotel aus das Triftjoch, traversierten das Triftborn, den langen namenlosen Rücken zwischen Trifthorn und südlichem Rothornjoch, ebenso die plattige kleine Spitze der Pointe de Mountet, stiegen etwas ab zum nördlichen Rothornjoch und dann über den Südwestgrat des Rothorns hinauf zur Gabel, wo der gewöhnliche Südostweg erreicht und bis zum Gipfel verfolgt wurde. Im allgemeinen wurde immer der Grat selbst verfolgt, die Felsen waren meist gut, aber namentlich an der Nordseite der Pointe de Mountet und zwischen Rothornjoch und Gabel recht schwierig. Zeiten: Trifthotel bis Triftjoch 3x/4 Stunden, Triftjoch bis nördliches Rothornjoch 4V2 Stunden, Rothornjoch bis GabelStunden. A.J., Nr. 162, pag. 557.

Westlicher Vizzo d' Antigine oder Spähnhorn. Traversierung und neuer Abstieg über die Nordwand. 16. August. S1 Alberto und Aldo Bonacossa gelangten von Macugnaga in 4 Stunden auf den Monte Moropaß, gingen unter dem Joderhorn hin in */« Stunde nach dem Mondellipaß und erreichten in 1 l[% Stunde von hier über den leichten Südkamm den Gipfel des Spähnhorns ( 11 Uhr 45 Min. ). Vom Signal aus stiegen sie unter Benützung eines Kamins und plattiger Felsen ( an einem Satz von zirka 10 m. mußten sie ihr Seil opfern ) in 4 Stunden auf den Ofentalgletscher, traversierten denselben in Y^stündiger Stufenarbeit, überschritten den Bergschrund und waren um 5 Uhr 30 Min. am Ende des Gletschers. Rutschpartien und Schutthalden brachten sie etwas oberhalb der Distelalp auf den Monte Moroweg. Um 7 Uhr 45 Min. waren sie auf der Paßhöhe, um 11 Uhr in Macugnaga. R.M. 1903, pag. 444.

Berner Alpen.

Klein lorrenthorn ( 3001 m, ein Felsturm nordöstlich vom Torrenthorn ). 1. August. Herr G. Hasler ( allein ). Ein steiler Felswall führt vom Mayinggletscher zu der höchsten Scharte im Südwestgrat, welcher bis zum Gipfel verfolgt wird ( 20 Minuten vom Gletscher ). Der Grat ist sehr schmal und zerrissen.

Mauerhorn ( 2948 m ) und Mannlihorn ( 2932 m ) Siegfried. 2. August. Der nämliche erstieg den letztgenannten Punkt in 1/i Stunde vom Ober-ferdenpaß, stieg in südöstlicher Richtung etwas ab über Schutthalden, traversierte schräg nordöstlich und erreichte den zweiten Gipfel in 3/* Stunden vom Mauerhorn. Der Abstieg wurde durch ein schwieriges Couloir direkt zum Oberferdengletscher genommen.

Tschingclhorn über den Südwestkamm. 27. August. Fräulein H. Kuntze und Herr G. Hasler mit J. v. Allmen ( Lenihans ) verfolgten von dem Schneeplateau des Petersgrates den untern Teil des Felsgrates ohne besondere Schwierigkeiten zu finden bis zu einem auffälligen Felsgipfel, dem Kleinen Tschingelhorn ( zirka 3510 m ). Von da wurde durch einen schwierigen Abstieg auf der Nordseite des Berges die gewöhnliche Route kurz vor dem Gipfel erreicht ( 41/* Stunden von der Mutthornhütte ).

Spitzhorn ( traversiert ). 28. August. Die nämlichen erstiegen diesen Gipfel leicht in 1 Stunde vom Obersteinberg über den Südwestgrat und stiegen über zwei fast senkrechte Felswände zum „ Tanzboden " ab.

Morgenhorn über den Ostgrat. 31. August. Die nämlichen. Von der Mutthornhütte aus in die Nähe des Tschingelpasses ( 20 Minuten vom Südfuß des Mutthornsüber steilen Schnee und ein Couloir wurde der Ostgrat ungefähr 1000 m. westlich vom Gipfel bei einem auffälligen horizontalen Schneekamm erreicht. Dann folgten sie durchaus dem Grat über viele, zum Teil schwierige Felstürme zu einem Schneegipfel, dem Kleinen Morgenhorn ( 51/2 Stunden von der Clubhüttevon da in 3/i Stunden über einen Schneegrat zum Gipfel.

Eigerhörnli. Das felsige Nordostende des Mittellegigrates zerfällt in fünf verschiedene Punkte, von Nordost nach Südwest gerechnet: 1. Punkt 2706, von Sir Seymour King 1887 erstiegen; 2. nach einer tiefen Kluft folgt ein nicht kotierter Doppelgipfel; der ansteigende Grat führt 3. zu dem pyramidenförmigen Punkt 2866 und 4. zu dem auffälligen Felsturm Punkt 2929, welcher in Grindelwald vorzugsweise Eigerhörnli genannt wird und in nordwestlicher Richtung ein senkrechtes Außenwerk des Hauptkammes vorstellt. Hinter diesem kommt erst der höchste Punkt des Felsgrates, ein Doppelgipfel ( 3004 m und 3069 m ), von welchem ein Schneegrat ohne weitere Einschnitte bis zum Eiger allmählich ansteigt ( die Punkte 2-5 waren vor 1903 noch unbetreten ).

Unkotierter Doppelgipfel Nr. 2. 11. September. Herr G. Hasler mit Lenihans verließen Alpiglen und folgten einem schmalen Pfad durch Wiesen zu der Hütte ( 1725 m ), dann traversierten sie aufwärts in östlicher Richtung, zuerst über Gras, dann mehrere steile und glatte Felsplanken ersteigend zum Fuß einer auffallenden Felshöhle. Ein Loch im Dach derselben brachte sie auf besseres Terrain ( 2 Stunden von Alpiglen ). Bis dahin ist der Weg der nämliche wie für Gipfel Nr. 1, den die beiden am 2. September erstiegen hatten. Jetzt wandten sie sich nach rechts aufwärts über die Bergflanke, bis sie in einem Sattel den Kamm zwischen Nr. 2 und Nr. 3 erreichten ( l1/* Stunde von der Höhle ). Von hier mußten zwei senkrechte Wände erstiegen werden, um den westlicheren und etwas höhern Punkt des Doppelgipfels zu erreichen.

Nr. 3, Punkt 2860. 11. September. Die nämlichen erreichten von dem eben genannten Sattel aus den Gipfel über die Nordwestseite des Kamms in 8/^ Stunden.

Nr. 4 Hörnli ( 2929 m ). 6. September. Die nämlichen gingen von Alpiglen zu der Hütte ( 1725 m ). Von da traversierten sie steil aufwärts über Schutt und einige glatte, schwierige Felsen, bis sie von links nach rechts Zugang zu dem untern Teil einer tiefen Einne fanden, welche rechts, südwestlich vom Gipfelturm des Hörnli eingeschnitten ist. Diese stiegen sie nun hinauf, traversierten, bevor sie zu ihrem obern Ende kamen, Felsen nach links und erreichten so einen Höhengipfel ( hinter dem „ Hörnli " ), von wo aus sie dem Felsenrücken folgten, der zu diesem hinüberleitet. Dieser letzte Rücken ist sehr zerrissen und schmal und von einer tiefen Kluft durchsetzt, in die man mit Hülfe eines Reserveseiles absteigen muß.

Nr. 5 ( Punkt 3004 und 3069 ). 4. September. Die nämlichen stiegen von der Hütte Punkt 1725 gerade aufwärts zu der Ostseite des Hoheneisgletschers. Dann erreichten sie über schuttbedeckte Terrassen, die von steilen Felsen unterbrochen waren ( ungefähr der Ronte zum Mittellegipaß folgend ), den Mittellegirücken etwas rechts, südwestlich von dem höchsten Punkt ( 3O69 m ), welchen sie überstiegen, um dem langen fast ebenen und leichten Gratrücken nach links, Nordosten folgend, den Punkt 3004 zu erreichen ( 5 Stunden von Alpiglen ).

Grüneehhorn, Punkt 3869 ' ). 26. September. Herr G. Hasler mit P. Bernet erstiegen von der Einsenkung zwischen Groß-Grünhorn und Grüneckhorn das letztere in l/i Stunde über den Rücken seines felsigen Nordgrates. A. .T., Nr. 162, pag. 561/62.

Plattenhörner, Punkt 2837 ( Gemmi ). 14. August. Mr. G. Yeld mit François Pession erstiegen ( vom Hotel „ Wildstrubel " aus ?) den östlichen Gipfel in 2*/2 Stunden. Abstieg in etwas mehr als einer Stunde. Punkt 2837 hat zwei Gipfel; auf dem westlichen wurde ein alter Steinmann gefunden, auf dem etwa 5 Minuten entfernten östlichen und etwa zwei Meter höhern dagegen keine Zeichen eines früheren Besuchs. Die Punkte 2848 und 2859 tragen Steinmänner. A.J., Nr. 162, pag. 562.

Tschingelhorn über die Nordwestwand. 14. Juli. Dr. Oliver K Williamson mit Jean Maître und Raphael Lochmatter verließen die Mutthornhütte um 7 Uhr 50 Min. morgens, erstiegen Schneehänge in südöstlicher Richtung gegen den Col zwischen Lauterbrunner Wetterhorn und Tschingelhorn und erreichten den Fuß der Nordwestwand des letzteren um 8 Uhr 50 Min. Sie erstiegen diese zuerst über eine sehr steile Eiswand, dann über lose, aber nicht sehr schwierige Felsen. Etwas weniger steiler Schnee wurde bald erreicht, und ein kurzer Schneewall führte um 11 Uhr auf den Gipfel. Abstieg um Mittag auf dem gewöhnlichen Wege nach Südwesten und Ankunft in der Hütte um 2 Uhr 30 Min. A.J., Nr. 162, pag. 5ü2.

Jungfrau, Abstieg über den Nordostgrat. 2. September. Mr. C. F. Meade mit Ulrich und Heinrich Fuhrer verließen die Konkordiahütte um 1 Uhr morgens, erreichten den Gipfel der Jungfrau um 6 Uhr 15 Min. morgens und traten sofort den Abstieg über den Nordostgrat an, der sie um 8 Uhr 15 Min abends auf den Jungfraugletscher und um 10 Uhr 15 Min. nachts zur Konkordiahütte brachte. Ein einziger ( unbedeutender ) Gendarm des Grates wurde umgangen. Der Abstieg vom ersten großen Gratturm war um 7 Uhr 45 Min., der vom vierten um 8 Uhr 30 Min. morgens beendet. Um 9 Uhr 30 Min. wurde eine halbstündige Frühstückspause gemacht und der Schneegipfel mit dem Steinmann um 10 Uhr 30 Min. erreicht. Um 11 Uhr 15 Min. passierten sie einen Schneegrat, der zum Jungfraugletscher hinunterführt und einen leichten Abstieg geboten hätte. Der Abstieg von der letzten der auffälligen Schneekuppen wurde um 11 Uhr 45 begonnen und an der Ecke eines riesigen Gendarmen von 2 Uhr 15 Min. bis 2 Uhr 50 Min. nachmittags ein zweites Mahl genommen, aber der letzte Gendarm von allen erwies sich als der schwierigste, und ein senkrechter Absturz von 25 Meter nötigte sie, ein Seil hängen zu lassen. Ein anderes hatte schon höher oben geopfert werden müssen. Im ganzen kamen etwa 100 Meter Seil zur Verwendung. Der Fuß des letzten Gendarmen wurde um 6 Uhr abends erreicht, der Grat nur noch eine kurze Strecke verfolgt und dann über die Felsen der Südostwand abgestiegen. A.J., Nr. 162, pag. 559.

Klein Nässihoni ( 3686 m ). 6. August. Messrs. B. W. Broadrick und A. F,. Field mit Alphonse Simond und Pierre Joseph Ravanel verließen die Schwarzegghütte um 4 Uhr 50 Min. morgens, seilten sich auf dem Nässifirn an um 6 Uhr 10 Min. und erstiegen den Grat, der von Punkt 3295 zum Gipfel, Punkt 3686, führt. Der letztere wurde um 9 Uhr 30 Min. erreicht. Er ist gerade nordwestlich vom Nässihorn. Sie verfolgten eine Zeitlang den Hauptgrat, der nach dem Kleinen Schreckhorn hin verläuft, aber als dieser zu zerbrochen wurde, traversierten sie in der Flanke oberhalb des Nässifirns, gewannen den Grat wieder auf einem etwas tieferen Punkt und verfolgten ihn abwärts über steilen Schnee bis zu dem Col Punkt 3420, südöstlich vom Kleinen Schreckhorn. Sie verließen diesen um 12 Uhr 15 Min. nachmittags, stiegen über leichte Schneehänge zum Nässifirn ab, legten um 2 Uhr 20 Min. das Seil an der Moräne ab und gelangten, langsam gehend, auf dem Schwarzeggweg um 5 Uhr 15 Min. nach Grindelwald.

Wellhorn. Abstieg über die Westwand. 9. August. Die nämlichen verließen die Dossenhütte um 2 Uhr 15 Min. morgens, kreuzten den Rosenlauigletscher und erstiegen das Wellhorn über den Ostgrat ( gewöhnliche Route ). Der Gipfel wurde um 4 Uhr 44 Min. erreicht und nach einem Halt von 20 Min. der Abstieg über den Südgrat angetreten. Dieser wurde bald verlassen und eine Abschweifung zur Rechten gemacht, durch ein langes Schuttcouloir hinab, welches sie in die Westwand brachte, die dem Wetterhorn gegenüberliegt. Über diese stiegen sie ab und erreichten den Schwarzwaldfirn um 8 Uhr morgens. Die Felsen waren zerklüftet und verlangten große Vorsicht. Der letzte Absturz von zirka 60 Meter wurde bewältigt durch Absteigen in einem kurzen Kamin, Abseilen an einem doppelt genommenen Reserveseil und Abstieg in einem zweiten Couloir. Sie stiegen noch vom Schwarzwaldfirn hinauf, bis sie auf den von der Dossenhütte kommenden Weg trafen, erstiegen das Wetterhorn und stiegen noch nach Grindelwald ab. A.J., Nr. 162, pag. 558.

Wellhorn, vom Vorder-Wellhorn aus über den Nordostgrat ( Welligrat, Siegfr. ). 12. Juli 1902. Miss Gertrud L. Bell mit Ulrich und Heinrich Fuhrer erreichten von Rosenlaui aus in 3x/2 Stunden Punkt 2688 im Welligrat, der auf alten Karten Schönenbühlhorn, in Rosenlaui Vorder- oder Unterwellhorn genannt wird. Von hier gingen sie um 9 Uhr 10 Min. morgens weiter, stiegen zunächst auf der Südwand etwas ab zum Fuß eines kleinen Gipfels am Welligrat, der im „ Rosenlaui Climbing book " als „ Lilys Peak " bezeichnet wird und einen ersten Zacken im Welligrat vorstellt, 15 Min. Von hier erreichten sie über steile schwärzliche Felsen den Gratrücken wieder und verfolgten ihn in südwestlicher Richtung. Der erste Gendarm wurde über die glatten Felsen seiner rechten Seite erstiegen ( 10 Uhr 35 Min. ) und der Grat über drei weitere Gendarmen ( guter Fels ) verfolgt. Vom dritten stiegen sie auf dessen Südseite ab, umgingen einen kleinen Überhang nach links und erreichten die Kammhöhe wieder um 12 Uhr 45 Min. Das nächste Stück des Kammes war sehr zerborsten und mühsam, und endigte in einen scharfen Einschnitt vor dem letzten Kammstück, das sich in steilen Felsen aufschwingt. Sie benützten zur Ersteigung zwei kleine Kamine auf der rechten oder Nordwestseite des Berges; zwischen beiden Kaminen ist eine kleine Plattform, die den nicht leichten Übergang von einem zum andern vermittelt. Vom zweiten schwierigen Kamin aus erreichten sie den Gipfel um 3 Uhr 35 Min. „ Rosenlaui Climbing book ", pag. 55 ff.

Schilthorn ( Baltschieder ) traversiert und Zenbächenlücke ( erste Überschreitung ). M. Jut. Galtet mit Abr. Müller, sen.? Juli. Alp. 1903, pag. 194.

Kanzel am Lauterbrunner Wetterhorn. 26. Juli. Frau Ethel Krumbein und Dr. M. K. Hoffmann mit Joli. v. Allmen ( Lenihans ). Alp. 1903, pag. 153.

Urner Alpen.

Gietschhorn ( 3307 m ) über den Südgrat. 22. Juli 1903. Fräulein Hei. Kuntze mit Jos. Lochmatter und dem jungen Gabriel Lochmatter. Vom Furkahotel ( ab 3 Uhr 15 Min. ) auf der Furkastraße zum Siedelenbach und an seinem linken Ufer hinauf; sodann über die Stellialp nordöstlich gegen den Bielenstock hin, der in der großen Scharte links ( also südwestlich ) vom Punkt 2883 überschritten wurde.Von hier hinab auf den Tiefengletscher und in ziemlich gerader Richtung zum Fuße des Südgrates des Gletschhorns. Es wurde sogleich etwas westlich in die Felsen eingestiegen und der Grat bis 6 Uhr 30 Min. verfolgt. Darauf warteten sie l'/s Stunde ( bis 8 Uhr ), um die Sonne auf den gänzlich verschneiten Grat einwirken zu lassen. Dann wurde der zunächstliegende Felshöcker westlich umgangen und darauf der Grat in seiner ganzen Länge unausgesetzt verfolgt. Das Gestein war durchaus solid, die Kletterei höchst interessant. Etwa 10 Minuten unterhalb der Stelle, wo Südgrat und Südostkante des Berges zusammenstoßen, boten eine vereiste Platte und ein ebensolcher Kamin größere Schwierigkeiten. Oberhalb dieser Passage bis zum Gipfel ( eine kleine Stunde noch ) machte der Neuschnee noch viel Mühe. ( Gipfel 9 Uhr 50 Min. bis 10 Uhr 40 Min. ) Der Abstieg erfolgte über den Nordwestgrat bis zum Gratabsturz, der nun nicht auf der Nordseite, wie von den Herren Helbling und de Beauclair im Aufstiege ( Alp., Jahrg. X, Nr. 2, pag. 17 ), sondern von Süden umgangen wurde. Diese Kletterei auf der Südflanke war sehr schwierig durch einige vereiste Kamine, über Überhänge und Platten, alles von tiefem Neuschnee bedeckt, an den die Sonne hier noch nicht herangekommen war. Sie kamen am Fuße der Steilstufe wieder auf den Grat, blieben aber nur noch kurze Zeit darauf und stiegen sodann in einer steilen Schneekehle, die sich tiefer unten zu einer Rinne ( 12 Uhr 50 Min. bis 1 Uhr 25 Min. ) erweitert und auf der Siegfriedkarte dem Buchstaben r in „ Gletschhorn " gegenüberliegen dürfte — obwohl diese Karte hier entschieden an Genauigkeit zu wünschen übrig läßt — zum Tiefengletscher ab. Sie hatten am Morgen in der Dunkelheit den Siedelenbach mit dem Tiefenbach verwechselt und waren dadurch auf einen Weg gelangt, der nicht beabsichtigt war, den sie aber in der Folge beibehielten, weil er wirklich gut und richtig schien. Vom Tiefengletscher nahmen sie jetzt im Abstieg Herrn Helblings Route ( Alp., Jahrg. X, Nr. 2, pag. 17 ) gegen den Alpetlistock hin und an seinen Westhängen zum Alpetli; sodann am linken Ufer des Tiefenbachs zur Furkastraße hinab, fanden aber doch, daß dies ein Umweg für alle diejenigen sei, die von der Furka kommen ( Herr Helbling kam vom Tiefenbachhotel ), und beschlossen deshalb, bei künftigen Besteigungen ihre Anstiegsroute vom Morgen beizubehalten ( Furkahotel 4 Uhr an ).

Tiefenstock ( 3513 m ) über den Südostgrat. 23. Juli. Die nämlichen. Furkahotel ab 5 Uhr 10 Min. Über Furkastraße, Stellialp, Bielenstock-scharte, wie am Tage vorher, sodann Tiefengletscher, an Kristallhöhle vorbei zum Oberen Gletschjoch ( 8 Uhr 10 Min. bis 8 Uhr 20 Min. ). Heftiger Südwind, leichte Nebelbildung. ( Der Grat setzt sich aus drei durch tiefe Scharten markierten Teilen zusammen: dem zweigipfligen Vorderstück, einem langen vielgipfligen Mittelteil und dem eigentlichen, immer noch sehr langen und turmreichen Südostgrat des Berges. ) Vom Oberen Gletschjoch südlich ( links im Sinne des Aufstieges ) in der senkrechten Wand durch einen Kamin ( schwer, loses Gestein, 15 Minuten lang ) auf den Grat und über sehr brüchigen Fels hinab zur ersten Scharte ( 9 Uhr 25 Min. bis 9 Uhr 30 Min. ). Auf dem Grate über den nächsten Turm, dann wegen des immer heftiger blasenden Sturms auf die geschütztere Nordflanke und hier wenig unterhalb des Grates an den nächsten Türmen entlang und über einen letzten zu einer zweiten Bresche ( 11 Uhi- 30 Min. bis 11 Uhr 35 Min. ). Kletterei an den Türmen schwer, die unterhalb des Grates verhältnismäßig leicht. Der Wind hatte etwas nachgelassen, der Nebel dagegen sich so sehr verdichtet, daß sie stets nur das Zunächstliegende überblicken konnten; hatten sie einen Turm genommen, so tauchte immer wieder ein neuer gespenstisch im weißlich grauen Lichte vor ihnen auf. Von der zweiten Bresche ging es über einen vereinzelten Turm hinab zu einer Schneescharte, dem einzigen Schnee, dem sie auf ihrer Route begegneten. Dann beständig auf dem Grate weiter, fast unausgesetzt über schwere, zuweilen sehr schwere Passagen. Das Gestein war auf diesem Teile fest, doch gab es Stellen, wo der Granit mit auffallend weißen Schieferplatten ( an den Dachsteinmarmor im Glocknergebiet erinnernd ) überschüttet war, und diese waren äußerst morsch und brüchig. Einer der Türme ( es war der fünfte in der Reihe ) wurde von Norden durch einen äußerst schwierigen Kamin erstiegen. Es folgten ihm drei weitere Türme, von denen die letzten zwei unschwierig waren, und endlich der ebenfalls leichte Gipfel des Tiefenstockes ( 1 Uhr 55 Min. bis 2 Uhr 25 Min. ). Zeiten sehr schnell, wegen des drohenden Wetters. Der Abstieg erfolgte auf dem gewöhnlichen Wege über den Südgrat und einen Schneehang zum Tiefengletscher hinab ( Bielenstock-scharte 3 Uhr 40 Min., Furkahotel 5 Uhr ).

Anmerkung. Bemerkt sei noch, daß die tiefste Senke zwischen Tiefenstock und Galenstock in Wirklichkeit nicht da liegt, wohin die Siegfriedkarte, Ausgabe 1892, den Tiefensattel verlegt, sondern ganz bedeutend weiter nördlich, nach dem Tiefenstock zu.

Mitteilungen von Frl. H. Kuntze.

Galenstock über die Südostwand. 5. September. Mr. J. J. Withers mit Ad. Andenmatten und Andr. Anthamatten verließen das Furkahotel um 4 Uhr 40 Min. morgens. Beim Furkablickhotel wandten sie sich links von der Straße ab über Gras, Steine und Schnee zum Siedelengletscher ( 5 Uhr 40 Min. ). Der Gletscher wurde in nördlicher Richtung erstiegen bis zu einem Rücken, der vom Galenstock herkommend ihn in einen nordöstlichen und südwestlichen Arm teilt. Der letztere wurde erst verfolgt und dann nordöstliche Richtung eingeschlagen, über Hänge zu der Schneekrone des oben genannten Rückensühr 45 Min. ). Dieser Sclmeerücken wurde nach Nordwesten verfolgt, bis er in einem Felsbollwerk endigte, das aus der Ostwand des Berges heraustritt. Die Felsen zur rechten ( Nordostseite ) dieses Bollwerks wurden erstiegen, bis in ein langes, steiles und enges Couloir, das von dem Nordostarm des Gletschers heraufkommt. Dieses Couloir ( Einstieg und Ausstieg schwierig ) wurde erklettert bis zur Kammhöhe des oben erwähnten Bollwerks. Der schmale und steile Rücken wurde kurze Zeit über feste Felsen verfolgt. Ein senkrechter und glatter Fels nötigte dann zu einer Traversierung nach links, Westen, über steile Felsen zu einer kleinen Plattform in der Ostwand des Berges ( 8 Uhr 20 Min. ). Nach einer halbstündigen Rast wurden die leichten Felsen oberhalb der kleinen Plattform in nordöstlicher Richtung erstiegen, bis zu einem Schneerücken am Kopfe des genannten Bollwerks, welcher Rücken sie zu dem südlichen Hauptgrat des Berges führte. Hier betraten sie die gewöhnliche Route, auf welcher sie den Gipfel um 9 Uhr 30 Min morgens erreichten. Der neue Anstieg wird als kürzer und interessanter zuversichtlich empfohlen. A.J., Nr. 162, pag. 564.

Siedelenstock. Erste Ersteigung und Traversierung. 24. August 1902. Dr. H. Biehly, Dr. lì. Helbling, V. de Beauclair. Von Tiefengletsch über die südlichen Flanken des Alpetlistocks zum Tiefengletscher und über diesen dicht südlich der Felsrippe, die zu Punkt 3002 führt, auf die oberen, sanfter geneigten Hänge des Tiefengletschers. Dann südlich zum Fuß eines breiten Schneecouloirs, das westlich vom quotierten Punkt 3208 nach Norden herabzieht, ungefähr bei Ziffer 3 der Quote. Hier in die östlichen Randfelsen und nach links diagonal über die Nordwand hinauf bis nahe einem deutlich markierten Abbruch im Ostgrat, dann nach rechts nördlich unterm Grat zum Gipfel ( Punkt 3206 ). Ein um wenige Meter höherer Gipfelblock, der durch eine Scharte vom erstiegenen Gipfel getrennt ist, kann ohne künstliche Hülfsmittel nicht erstiegen werden. Diese Scharte wird durch einen schwierigen Kamin erreicht, zu dem man über große Blöcke auf der Südwestflanke gelangt. Von der Scharte wurde der Abstieg direkt durch das oben erwähnte, große, vereiste Schneecouloir zum Tiefengletscher genommen.

Galenstock. Erste Begehung des nördlichen Südostgrates. 7. September 1902. Bud. Martin mit Führer Püntener. Von der Furkastraße dem östlichen Ufer des Siedelenbaches, nachher dem Fuße der westlichen Wand des Siedelenstockes ( Punkt 3208 ) entlang auf das obere Plateau des Siedelengletschers. Von diesem steigt man durch das nördliche ( linke ) der beiden markanten Schneecouloirs zur Einsattelung des Verbindungsgrates vom Siedelenstock und Galenstock, dessen nördlicher Abhang durch den obersten Rand des Tiefengletschers gebildet wird. Man folgt zunächst der Schneekante ( in schneearmen Sommern vermutlich ein Blockgrat ), weicht dann etwas rechts aus auf den Tiefengletscher und überschreitet den Bergschrund an seinem südlichen Ende, indem man gegen einen ziemlich engen, gut sichtbaren Kamin ansteigt, durch den man, unmittelbar nördlich des ersten Gratturmes, auf den eigentlichen Südostgrat des Galenstockes gelangt. Diesem Felsgrat folgend, oder doch nur wenig, bei der Umgehung von Gendarmen, von ihm abweichend ( erst links und dann rechts ) gewinnt man seinen obersten Teil, eine Firnschneide und über diese den Hauptkamm des Galenstockes zirka 5 Minuten südlich des Gipfels.

Außer dem Bergschrund am Fuße des Couloirs, das vom Siedelengletscher hinaufführt und der in schneearmen Sommern etwas Mühe kosten dürfte, nicht die geringsten Schwierigkeiten.

Zeiten: Furka Barackenlager ab 8 Uhr 15 Min., Gratlücke zwischen Siedelenstock und Galenstock 10 Uhr 30 Min., Galenstock 1 Uhr 30 Min. Die Zeiten dürfen sich bedeutend kürzen lassen, da die Tour in tiefem Neuschnee ausgeführt wurde.

Dammastock. Neuer Anstieg über die Ostwand. 6. Juli 1902. M. Helbling, li. Martin u. Dr. Funkhäuser. Vom Dammastäfeli ( zirka Punkt 2230 ) gegen den Hauptgipfel des Dammastockes ansteigend und dem Bergschrund entlang bis an den Fuß des Couloirs zwischen Hauptgipfel ( Punkt 3633 ) und Nordgipfel ( Punkt 3624 ). Hier wird der Schrund überschritten. Der Fuß des Grates, der vom Nordgipfel direkt in östlicher Richtung abfällt, wird zwischen seinen untersten Felsen und dem Bergschrund umgangen, das nördlich von diesem Grate gelegene Couloir etwas schräg ansteigend traversiert und so die untersten Felsen der Rippe gewonnen, die zur tiefsten Lücke zwischen Damma- und Selmee-stock hinaufführt. Diese Felsen werden nach rechts aufwärts erklettert und so der Grat selbst erreicht. Man folgt ihm zunächst auf seiner Nordseite, gewinnt ihn über eine hohe, steile und mit Schnee bedeckte Platte wieder, umgeht einen weitern kleinen Absturz auf der Nordseite, überschreitet den Grat und klettert in den steilen Platten der Südflanke soweit als möglich empor. Es wird dann in das südlich vom Grate gelegene Couloir eingestiegen und dessen Rand auf zirka 50 m. gefolgt. Sobald es die Felsen ermöglichen, benützt man diese wieder, klettert erst direkt aufwärts ( zirka 30 m .) und gelangt mittelst einer kurzen Traverse unter den tiefsten Punkt der Gwächte zwischen Damma- und Schneestock.

Das Durchschlagen der Gwächte kostete lange Zeit; überhaupt waren die Schneeverhältnisse, sowohl auf dem Gletscher als auch in den Felsen sehr ungünstig, und so sind die nachfolgenden, bei weitem zu großen Zeiten erklärlich.

Dammastäfeli ab 2 Uhr 30 Min.; Bergschrund 8 Uhr; Einstieg in die Felsen des Grates zirka 10 Uhr; Gwächte zirka 4 Uhr 30 Min.; Hauptkamm Damma-Schneestock 5 Uhr 30 Min.

Blaubergstöckc. Erste Längstraversierung des mittleren und östlichen Blaubergstockes ( Gratübergang ). 6. Juli 1902. Dr. B. v. Wyß, Fr. Weber, V. de Beauclair. Von der Alpligenlücke nördlich dem westlichen Blaubergstock entlang zum Fuß des Nordwestgrates und durch ein Schnee- couloir zum Sattel zwischen der Nordwestzacke und dem mittleren Blaubergstock. Dann direkt über den Nordwestgrat zum Gipfel des letzteren. Von diesem absteigend erst etwas links, dann rechts dicht unterm Ostgrat zur Lücke. Dann in die Südflanke schräg abwärts traversierend und über einen 4 m. hohen senkrechten Felsabsatz durch einen Riß hinab auf ein horizontales, schneebedecktes Felsband, von welchem aus man mit einigen Schwierigkeiten wieder den Grat und über denselben den Gipfel erreicht. Vom Gipfel erst über den Ostgrat, dann über Schneehänge auf der Nordflanke zum Blauberggletscher. ( Letzterer der Weg der ersten Ersteiger P. und Ch. Montandon. ) Mittaglücke ( zirka 2750 m ), zwischen Mittagstock und Spitzberg ( Punkt 2936 ). Erste Überschreitung. 21. September 1902. E. Labhardt, Alb. Weber und Dr. Schetty. Der Südabsturz der Mittaglücke ist eine steile, von mehreren Bändern durchzogene zirka 300 m. hohe Wand, welche in ihren untersten 50 m. senkrecht in eine Geröllhalde abfällt. Sie stiegen nach mehrfachem Suchen nach einem praktischen Abstieg von der tiefsten Lücke auf das mittlere Band ( ohne nennenswerte Schwierigkeiten ) und verfolgten dasselbe nach rechts bis zu einer vorspringenden Felsecke, wo das Band aufhört, unmittelbar über der untersten genannten senkrechten Felsstufe. Diese Felsecke überklettert man mittelst Steigbaum und gelangt auf der andern Seite über Platten in eine kurze Rinne, welche dann ohne Schwierigkeiten auf die Geröllhalde hinabführt. Die Überkletterung der genannten Felsnase ist der Schlüsselpunkt für die Begehung der Wand, welche sonst in ihrer untersten Stufe ohne Abseilen nicht zu machen ist.

Bei Kenntnis des Weges dürften zum Abstieg 20 Minuten bis eine halbe Stunde füglich ausreichen. Die Mittaglücke ist auch geeignet als Zugang für die Besteigungen von Spitzberg und Mittagstock.

Hornfellistoclc ( Punkt 3172 der südlichen Sustenhörner ). Neue Traversierung. 29. Juni 1902. R. Helbling und B. Martin. Vom „ Bergsee " ( zirka 2360 m ) auf der Terrasse in den südlichen Hängen des Punkt 3164 ( Schynstock, s. Jahresbericht A.A.C.Z. 1901, pag. 25 ) in nordnordwestlicher Richtung ansteigend um den westlichen Fuß des Punkt 3164 herum in das Couloir zwischen diesem und dem Südgipfel des Hornfellistockes ( d.h. Punkt 3172 ). Dieser Südgipfel hat keine Höhenquote, ist aber auf der Karte deutlich gezeichnet. Die erste Besteigung durch Herrn Schuster fand durch dieses Couloir bis zum Grat und über diesen ( der Südgipfel wurde traversiert ) statt. Sie überwanden darin bloß die erste Wandstufe, stiegen in die nördlich gelegenen Felsen und umgingen von hier auf einem Schuttbande den Südgipfel in der Westflanke. Etwas absteigend gelangten sie an den Fuß des in die Lücke zwischen beiden Gipfeln emporführenden Couloirs, benützten die südlichen begrenzenden Felsen, durchquerten es zirka 30 m. unter dem Grat nach Norden ansteigend und erreichten so den Hauptkamm wenig südlich des Gipfels.

Der Abstieg wurde über den Südwestgrat des Gipfels bewerkstelligt. Sie hielten sich zuerst etwas südlich desselben in dem mit Schutt bedeckten, nicht sehr steilen Abhang, gewannen aber bald den Grat selbst, der sie ein wenig in seine Nordflanke drängte. Sobald als möglich kletterten sie auf den Grat zurück, folgten ihm bis zu der Stelle, wo von Süden eine kleine Schneezunge weit heraufsteigt ( zirka 2800 m ), stiegen gegen diese ab und waren genötigt, zuletzt über eine steile Platte abzuseilen. Von hier direkter Abstieg zur hintern Röthe.

Zeiten: Bergsee ab 8 Uhr 30 Min., erstes Couloir 9 Uhr 30 Min., zweites ( nördliches ) Couloir 10 Uhr 10 Min., Gipfel an 11 Uhr, ab 1 Uhr 10 Min., Göscheneralp 4 Uhr.

Sustenspite ( 2931 m ), erster Abstieg nach Süden. 18. August 1902.

O. Fischer, H. Mettler und O. Wyßbrod. Vom Gipfel über die Südwand zur ersten tiefen Gratscharte. Ein gewaltiger Gratzacken würde hier bei weiterem Vordringen nach Süden zu einer weiten Umgehung nach Westen nötigen. Von hier Abstieg südöstlich durch ein enges, steiles Couloir, dessen eine Seite von steilen, glatten Platten gebildet wird, während die andere eine überhängende, bröcklige Wand darstellt. Wegen knietiefem Neuschnee ziemlich mühsam und schwierig. Über einen breiten Bergschrund auf den Kalchtalfirn; 2 Stunden vom Gipfel.

Kühplanhenstock ( 3223 m ). I. Gratübergang vom Winterberg her. 30. Juli 1902. Dr. Fr. Grob mit Führer J. Zgraggen. Aufstieg von der Voralphütte durch das Couloir am Winterberg bis zum Grat und über den Grat, meist etwas links haltend, teilweise auf schmalen Bändern, leicht hinüber zum Gipfel des Kühplankenstockes.

Murmelplankstock ( 2862 m ). Neuer Aufstieg von Süden. Juli 1902. Dr. E. Amberg mit Träger J. M. Indergand. Von der Alp Oberblatti längs des den Murmelplankstock und die Kanzelfluh verbindenden Grates, dann in die Südwand, über dieselbe in eine Lücke im Westgrat und über diesen zur Spitze. Abstieg in die Lücke und von dieser durch ein Couloir nach Norden auf den Firn.

Breitplankstock ( Punkt 2823 der Bäehlistöcke ), erste Ersteigung. 31. Mai 1902. P. Bühl, IT. Schneebeli, H. und J. Öchslin. Von Färnigen über Rüti auf dem rechten Ufer des Seebaches zur Seewenalp ( S'/a Stunden ). Überschreiten des Baches. Der schlechten Schneeverhältnisse wegen in unschwieriger, anregender Kletterei über den Grat der Felsköpfe auf der rechten Seite des tiefen Grabens, der sich direkt gegen Punkt 2823 zieht. Bis auf die Moräne 2 Stunden. Von da durchs Hauptcouloir in leichter Kletterei in 1 Stunde auf den Gipfel. ( Leichter und sicherer rechts über den Grat. ) Rückkehr auf gleichem Weg bis auf die Moräne. Dann Abfahrt durchs große, unten enger werdende Hauptcouloir zum Seewenalpsee und zurück nach Färnigen ( 4 Stunden ). Bei bessern Schneeverhältnissen oder im Herbst läßt sich der Zeitaufwand erheblich kürzen.

Spütsplanlcstock ( Punkt 2875 der Bäehlistöcke ), erste Ersteigung, 1. Juni 1902. P. Bühl, H. Schneebeli, J. Öchslin. Bis über die Moräne auf gleichem Weg wie oben, von Färnigen 4 Stunden. Bis zu den ersten Felsköpfen nach rechts traversierend, über diese wegen Lawinengefahr auf die obere Terrasse emporkletternd, dann Traverse bis zum Hauptcouloir, teils in diesem, teils daneben in nicht schwieriger Kletterei auf den dominierenden Gipfel. Beim Abstieg auf wenig verschiedenem Wege nach Ritti; Wassen in 3 Stunden. Tour sehr empfehlenswert. A.A.C.Z. 1902, pag. 13 — 18.

Glarner Alpen.

Sonnigwichel, neuer Aufstieg von Westen ( durch das Gipfelcouloir ). Juli 1902. A. Oukhtomsky und E. Burkhardt. Von der Rhonahütte ( ab zirka 3 Uhr ) über die Pörtlialpen und den sclmneeerfüllten Schuttkessel unterm Mattenberg-Sonnigwichelgrat in das Hauptcouloir, das aus der Scharte zwischen Süd- und Nordgipfel herabführt. In etwa halber Höhe mußten wegen schlechten Schnees die nicht sehr schwierigen, aber stellenweise nassen und vereisten Felsen zur Rechten ( südliche Randfelsen ) genommen werden; mit Annäherung an die Scharte werden die beidseitigen Couloirwände glatt und ungangbar, die obersten 50 m. sind daher im Couloirgru nde zu überwinden, der gewöhnlich mit blankem Eis gefüllt ist. über zwei kleine Felsabsätze gelangt man zum letzten, zirka 27 m. hohen Kamin, der unten sehr eng ( ohne Rucksack zu passieren ) und vereist ist und sich nach zirka 10-12 m. etwas erweitert; hier nach links in die nördlichen Wandfelsen, einige Meter schwierige und exponierte Kletterei, unsicher infolge sehr losen, morschen Gesteins und feinen Schuttes, der Griffe und Tritte bedeckt; der oberste Teil des Kamins ist durch einen losen Block gesperrt, auch die obersten Felsblöcke sind wacklig. Von der Scharte aus auf dem gewöhnlichen Weg zum Hauptgipfel ( an zirka 11 Uhr ). Abstieg auf der üblichen Route. Im Vergleich zu der neuen Anstiegsroute sind die Traversen in der Ostflanke sehr leicht.

Rüchen, neuer Anstieg von Südosten ( Pörtlilücke ). 29. Juni 1902. P. Schucan und W. Bühlmann. Von der Rhonahütte durchs Pörtlital und dicht unter Punkt 2371 durch auf den Südostgrat des Rüchen, zirka 100 m. über der Pörtlilücke; den Grat nach Norden überschreitend und seinem Fuß entlang bis gegen Punkt 2793, durch ein Schneecouloir links hinauf in die Gratscharte zunächst nordöstlich vom Gipfel und aus dieser auf den Gipfel von Norden.

Bristemtock. neuer Anstieg von Süden. 29. Juni 1902. P. Schucan und W. Bühlmann. Vom Rücken über Punkt 2793 und den ganzen Grat bis zur letzten Zacke vor der mit 2600 quotierten Lücke. Das Gratstück von hier zum Endpunkt des Bristenstocksüdgrates ( zirka 160 m. nordwestlich vom Punkt 2600 ) wurde umgangen, da der Abstieg in die Lücke durch den vielen, den steilen Platten aufliegenden Neuschnee sehr gefährdet war und der Aufstieg aus der Lücke über die glatte Platten- wand sehr unsicher erschien. Abstieg über den Grat nach Osten, dann direkt nördlich ans untere Ende des Felsgrates, der vom Südgratende in östlicher Richtung herabführt; dicht nördlich dieses Seitengrates wieder empor auf den Südgrat, der nahe dem Endpunkt erreicht wurde.Von hier weg über den ganzen Grat ( stets auf der Grathöhe ) zum Gipfel. Ruchen-Bristenstock 7 Stunden inklusive 1/2 Stunde Rast; der große Zeitbedarf war zum Teil durch den sehr schlechten Schnee bedingt.

Weitcnalpstoclc, erste Besteigung und Traversierung des Hauptgipfels ( Nordgipfel ). 13. Juli 1902. P. Schucan und Fr. Weber. Von Culma im Etzlital erst auf dem Weitenalpweg, dann östlich davon auf den von kleinen Felsabsätzen unterbrochenen Rasenhängen ansteigend in die Mulde zwischen Nordwest- und Südwestgrat des Weitenalpstockes; hier von der Rinderbodenhütte in nordöstlicher Richtung über alte Moränen und schließlich über plattige, nicht besonders steile Felsen auf den Nordwestgrat. ( Die Stelle, wo man den Grat betritt, befindet sich direkt oberhalb eines mächtigen, nach Nordwest überhängenden Felszahnes. ) Der Grat ist von Anfang an gehörig zerrissen und bietet anregende Kletterei; er wurde ziemlich genau verfolgt bis zu der Stelle, wo sich der letzte Gipfelaufbau plötzlich steil emporschwingt. Ein glatter Abbruch drängt hier auf kurze Zeit in die Nordostflanke des Grates hinaus; über unangenehme Platten steil wieder hinauf in die kleine Lücke oberhalb des Absturzes, dann direkt über den Grat zum Nordgipfel ( 4 Stunden nach Betreten des Grates ). Der Nordgipfel liegt zirka 230 m. direkt nördlich von dem mit 3009 m. quotierten Südgipfel, und überragt diesen um mindestens 6 m ., wie durch Visieren nach dem Piz del Maler 2793 m. konstatiert werden konnte. Eine zirka 40 m. tiefe Scharte und ein anscheinend ziemlich schwieriger Grat trennen den Hauptgipfel von dem bisher allein bestiegenen Südgipfel. Abstieg über den Nordostgrat bis kurz vor Punkt 2890, wo ein Absturz zum Verlassen des Kammes zwingt. In genau nördlicher Richtung die Nordwestwand hinunter bis zirka 100 m. über dem Firn ( äußerst loses Gestein bei großer Steilheitdann schräg links abwärts über Felsen mit spärlichen Griffen auf eine hoch hinaufreichende Firnzunge ( 31/* Stunden vom Gipfel ). Nun wieder nördlich über Firn auf die Moränen hinunter. Abstieg ins Etzlital via Seilenerstafel und Feimes.

Oberalpstock Nordgipfel ( 3286 m ), erste Besteigung über die Westwand und den Westgrat. 27. Juli 1902. P. Schucan und Fr. Weber. Von Feimes im Etzlital ( 21/* Stunden von Amsteg; Heulager ) über Sellener-stafel und Oberalphüttchen in ostsüdöstlicher Richtung über Moränenschutt und Firn zum Fuß der Wand bei zirka 2580 ( 21/ì Stunden ).

Die Gliederung der Westwand des Oberalpstock » ist in der topographischen Karte ( S.A. ) zum Teil unrichtig wiedergegeben: der die Kantonsgenze bildende Wasserscheidegrat biegt nicht nach Südost in der Richtung zum Hauptgipfel um, sondern verläuft in westöstlicher Richtung-direkt zum Punkt 3286 ( Nordgipfel ), wo er sich mit dem Tscharrengrat vereinigt; in etwa halber Höhe zwischen dem annähernd horizontalen Teil des Grenzgrates und dem Nordgipfel ( auf der Karte zirka 550 in. westlich von diesem ) wird eine Scharte im Grat westlich durch einen jäh aufragenden spitzen Zahn begrenzt; aus dieser Scharte, die vom obersten Teil des Strimgletschers sehr leicht zu erreichen ist ( der Firn reicht bis wenige Meter unter den Grat hinauf ), zieht sich ein ziemlich breites Couloir in westnordwestlicher Richtung nach der Schneezunge zwischen den beiden Felsvorsprüngen im südlichen Teil des Oberalpfirns hinunter; zirka 20 m. nördlich unter der Gratlücke mündet in dieses Couloir eine enge plattige Felsrinne ein, die ( schon von weitem sehr auffallend ) genau parallel zum Hauptgrat verläuft und sich nach oben verflacht und gabelt; von dem spitzen Gratzahn aus hingegen senkt sich ein selbständiges Couloir in genau westlicher Richtung steil auf ein breites Schuttband nieder.

Zunächst wurde in der letztgenannten Rinne emporgestiegen bis auf den spitzen Gratzacken am obern Ende, dann in die Scharte abgestiegen und in das zweiterwähnte Couloir hinübertraversiert, durch welches in zirka 3100 m. Höhe der Westgrat wiederum erreicht und nun bis zum Nordgipfel 3286 in. verfolgt wurde, bisweilen unter Ausweichen auf die Nordseite des Grates ( so auch vor einem zirka 12 m. hohen Überhang ), da die Südwand in glatten Platten jäh abfällt. Der Aufstieg vom Fuß der Wand zum Nordgipfel erforderte ò1/i Stunden strenge Kletterei ohne erhebliche Schwierigkeiten. A.A.C.Z. 1902, pag. 18 — 20.

BingelspitzeGlaserhorn, zweiter Gratübergang mit neuem Anstieg zum Ostgrat des Glaserhorns. 25. August. HH. Hugo Rhomberg, Karl Huber und Viktor Sohn. Aufbruch um 4 Uhr 30 Min. von der Schräalp Wiesli, Ringelspitze 9 Uhr 8 Min. bis 10 Uhr 30 Min. Aus der Ringelspitzlücke traversierten sie, wie ihre Vorgänger ( R. Helbling und G. Litscher, 18. September 1898 ), auf der Nordseite des Grates über Schnee und brüchigen Fels nach Westen. Kurz vor Erreichung der Verrucanofelsen des Glaserhorns konnten sie wieder die Gratschneide benützen. Dann schritten sie der Nordseite des Glaserhorns entlang bis zu einem etwa 3 in. hohen Pfeiler, von dem aus sie direkt über die äußerst steile Wand in teilweise sehr schwieriger, ausgesetzter Kletterei die kleine Scharte östlich des Vorgipfels und leicht den letzteren ( Steinmann gebaut ) erreichten. Über den Grat nach Westen absteigend, gelangten sie dann leicht in die letzte große Gratscharte, in welcher ihre Vorgänger den Grat betreten hatten, und nach kurzer prächtiger Kletterei gewannen sie 1 Uhr 30 Min. die Spitze des Glaserhorns. Abstieg auf dem Grat gegen Piz da Sterls und über diesen zur Alpe Snaüns. A.A.V.M.. 1904; pag. 32, und Alp. 1903, pag. 180.

Vorderer Eggstock, Variante. 16. November 1902. HH. F. Schneider und Imhoff. Alp. 1903, pag. 14.

Glarner Vorab, erste Besteigung direkt über die Nordwand. 28. Juni. Herr Karl Frey mit Mathias Zentner. Alp. 1903, pag. 133 und 134.

Teufelsstöcke, Erstbesteigung der nördlichen Gipfelreihe. HH. E. Schaufelbcrger und Ad. Flumscr. Alp. 1903, pag. 167.

Mättlenstock. 22. August. HH. F. Sulzberger, E. Schaufelbergcr und A. IJlmann. Alp. 1903, pag. 167.

Bifertenstock, direkter Aufstieg von der Obern Frisallücke über den Südgrat. 27. Juni 1902. HH. Th. v. Fellenberg, W. Schaufeiberger, Imhoff, Möschlin und F. Sulzberger. Alp. 1903, pag. 180.

Bifertenstock, neue Route über die Nordwand. 5. August. G. A. Guyer mit Chr. Zippert.

Viz Tumbif Nordgipfel, direkte Ersteigung aus der Val Frisai. 8. August. Die nämlichen. Alp. 1903, pag. 167 und 168.

Thuralpen.

Fünfter Kreuzberg ( Säntisgruppe ). 11. Juli. Herr Hans Bilbi. Alp. 1903, pag. 143.

Rhätikon.

Seekopf am Lünersee ( 2699 m ) ( in den Karten fälschlich Zinnen -kopf genannt, erste Ersteigung über die Ostwand, erster Abstieg über den Westgrat ). 21. September. HH. Hugo Rhomberg und Viktor Sohm. Vom Fuße der Ostwand, die man direkt hinter der Douglashütte, über Rasen aufsteigend, in etwa 45 Minuten erreicht, wandten sie sich der die Wand südlich begrenzenden schluchtartigen Rinne zu und durchstiegen dieselbe, zuerst in ihrem linken Ast, bis etwa 60 m. unterhalb ihres oberen Endes. Hier rechts in die Felsen der Ostwand. Seichte Rinne links, senkrechte Stufe, Band rechts und Wandl. Dann über eine große Schutthalde, immer rechts haltend, zu einer auffallenden Einkerbung einer Felsrippe.Von hier durch einen senkrechten engen Kamin ( sehr hübsche Kletterstelle ) auf die nächst höhere Rippe, die links zu einer markanten Scharte führt. Nun eine große tiefe Rinne überschreitend, wieder rechts haltend, in den steilen Schrofen der Wand empor, dann links zu einer etwa 30 m. hohen, sehr steilen, engen Rinne, die auf den Südgrat mündet. Infolge Oberwächtung war der Ausstieg aus derselben sehr schwierig. Leicht über den Grat zum Gipfel. Zeit erfordernis von der Hütte 3 Stunden. Den Westgrat, der einige sehr schmale, aber nirgends besonders schwierige Stellen hat — eine 3 m. hohe senkrechte Stufe ist die schwierigste Stelle —, verfolgten sie direkt bis zum Fuße des Zirmenkopfes ( Punkt 2812 der Karte ) 2 Stunden 45 Min. und stiegen dann zur Totenalpe ab. Die Tour ist sehr interessant und kann über den Punkt 2812 bis auf die Scesaplana fortgesetzt werden. A.A.V.M.. 1904, pag. 52 und 53.

Eirchlispitsen ( 2541, 2555, 2429 m ), erste Besteigung direkt vom Cavelljoch aus und Überschreitung sämtlicher Gipfel, ( i. Juli 1902.

HH. Viktor Sohm und Frite Eyth verließen Brand um 4 Uhr früh und erreichten um 9 Uhr 12 Min. das Cavelljoch ( Rast bis 9 Uhr 30 Min. ). Die nächsten Gratausläufer umgingen sie auf der Südseite, indem sie in östlicher Richtung über einen steilen Geröllhang anstiegen, von dem sie bald, nach Norden abschwenkend, in eine Rinne gelangten, die nach Osten bis fast zur Höhe der westlichen Erhebung des Kirchlispitzkammes hinaufzieht. Durch einen kurzen, senkrechten Kamin gelangten sie ( nach links ) auf den Grat und mit wenigen Schritten auf den erwähnten Gratgipfel ( 10 Uhr 24 Min. bis 10 Uhr 50 Min. ). Nach leichter Kletterei wurde um 11 Uhr 37 Min. der eigentliche Westgipfel ( 2541 m ) betreten. Ab 12 Uhr; leicht und bequem weiter zum Westgrat der mittleren, höchsten Spitze. Derselbe beginnt mit einem ausgebauchten Wandl, das von rechts nach links überklettert wird. Dann kurzer Quergang in die Westflanke des Grates und gerade empor in eine Scharte. Nun auf einen erkerartigen vorstehenden Block hinauf und nach links über eine steile Platte auf die Gratschneide. Das folgende horizontale Gratstück ist sehr schmal und außerordentlich brüchig, darin ein etwa 3 m. hoher Abbruch, über den man auf eine wagrechte Platte gelangt. Hier querten sie auf schmalem horizontalem Schuttband in die Südflanke und kletterten über die sehr steile und brüchige Wand, unmittelbar westlich von einer markanten Rippe, direkt auf den Grat ( Reitgrat ). Nach Überkletterung eines mannshohen Höckers stiegen sie auf schmalem Schuttband in die Nordwand ab, querten, mehrere Rippen überschreitend, etwa 8-10 m. unter der Gratschneide nach Osten, stiegen leicht wieder zu derselben empor und erreichten über sie rasch die höchste Kirchlispitze ( 2555 in ) um 2 Uhr 40 Min. Nach längerem Aufenthalt stiegen sie über den Verbindungsgrat nach dem Ostgipfel 2429 m. ( 4 Uhr 17 Min. ) und zum Verrajoche ab. Den Steilabbruch am Westgrat des Ostgipfels erkletterten sie durch den hübschen Riß links. Dieser Aufstieg vom Cavelljoch hat besondern Wert für die aus der Schweiz Kommenden. Die gebrauchten Zeiten könnten bedeutend gekürzt werden.

Sporcrturm, Punkt 2413 der Schweizerkarte. 7. Juli 1902. Die nämlichen erkletterten, nachdem sie den Kleinen Turm von Westen erreicht und von da aus auch die beiden Großen Türme erstiegen hatten, den Punkt 2413 von Süden durch die Ostflanke, in welcher ein senkrechter Riß schwierig zu durchklettern ist, worauf leicht die Spitze gewonnen wird. Ö.A.Z. 1903, pag. 165/66.

Ferwallgrrnppe.

Albonkopf ( 2655 mKaltenberg ( 2900 in ), erste Gratüberschreitung. September 1902. Herr Fritz Eyth mit J. Rusch.

Kuchenspilze ( 3170 m ), erste Ersteigung über den Ostgrat, und Fasulwand ( Punkt 2912 ). 2. August 1902. HH. Karl Huber und Viktor Sohm verließen die Darmstädterhütte um 4 Uhr 20 Min. früh, verfolgten 10 Minuten lang den Kuchenjochsteig, querten hierauf in südlicher Richtung die Stirnmoräne des Kuchenferners und stiegen über dessen östlichen Rand, später zwischen Fels und Firn, öfters die Felsen zur Linken benutzend, zum südöstlichen Ende des Ferners ( 1 Stunde ). Hier erstiegen sie über ein knieförmig nach Norden vorgeschobenes Bollwerk den Ostgrat zu einer Scharte, zu welcher auch eine breite steile Schneerinne vom Ferner herauf führt ( 1 Stunde ). Von der Scharte aus erklommen sie die ihr westlich angelagerte Terrasse und stiegen an deren Südende um eine Ecke zuerst über plattige Felsen, dann durch kurze Rinnen und leichte Stufen auf der Südseite des Grates zu seiner Schneide empor. In hübscher Kletterei geht es dann immer auf dem Grate bis zur Spitze ( l1/* Stunden ). Von der Kuchenspitze stiegen sie auf dem gewöhnlichen Weg nach Süden ab und querten am Südfuß des Ostgrates den Punkt 2912 der Alpenvereinskarte, für welchen der Name Fasulwand vorgeschlagen wird, westlich bis etwa zur Ziffer 2 der Karte. Hier klommen sie über das steile, rasendurchsetzte Geschröfe auf den Grat und verfolgten denselben bis auf den markanten, turmartigen Zacken, der von Süden erklettert werden muß. Nach Errichtung eines Steinmännchens kehrten sie rasch auf gleichem Wege zurück und stiegen ins Fasultal ab.

Kuchcnspitsc ( erste Besteigung und Überschreitung der zwei westlichsten Gipfel; erste Begehung des ganzen Westgrates, erste Längsüberschreitung von West nach Ost und erster Abstieg über den Ostgrat ). 3. September. Herr Viktor Solini verließ die Konstanzerhütte früh 4 Uhr 30 Min. allein. Auf dem Kuchenjochsteig bis etwa 2460 m. und in dieser Höhe Quergang südlich zu dem großen Wasserfalle, der aus dem großen Kar zwischen Kuchenspitze und Fasulwand lierabkommt. Über gute Bänder durch die wasserüberronnenen, steilen Platten. Am Fuß des Westgrates der Kuchenspitze 6 Uhr 30 Min. bis 6 Uhr 45 Min. Rast. Nun zu einem langen breiten Bande hinauf und über dasselbe wieder absteigend nach Norden gegen die steile Runse auf der Nordwestseite des Grates. Vor dieser Runse über eine Felsrippe steil hinauf, sie bald verlassend auf ein schmales Band, das dem untern Band parallel auf die Südseite des Grates zieht. Es führt nach einer Unterbrechung durch einen 3 m. hohen Absturz zu gut kletterbaren Felsen. Über diese leicht auf die Gratschneide, auf dieser mit kurzen Abweichungen zunächst weiter, dann in der Südflanke des Grates auf schmalen Bändern querend zu einer sehr steilen Plattenrinne, durch welche wieder der Gratrücken erklettert wurde. Über diesen bis zum Aufschwung der plattigen Gipfelfelsen und links ausweichend über rauheren Fels zum Punkt 3105 ( 10 Uhr ). Beim Übergang zum nächsten Gipfel nach wenigen Schritten auf dem Ostgrate in die Südwand, wo Abseilstelle, dann über leichtere Bänder und Stufen in die Scharte auf der Westseite des dritten Gipfels und ( in Strümpfen ) über die steilen Platten auf diesen. Weiter, ähnlich wie bei Gipfel vier, auf der Südseite hinab und Quergang zur folgenden Gratscharte. Nun nochmals nach Süden ausweichend, dann stets auf dem Grate ( schwieriger Steilabbruch ) zum zweiten Gipfel und über den von hier an oft begangenen Grat zum Hauptgipfel ( 11 Uhr 30 Min. ). Um 12 Uhr ab über den -Ostgrat zur Darmstädterhütte. Ö.A.Z. 1903, pag. 236.

Silvrettagruppe.

Schwarzkopf, erste Besteigung über den Nordgrat ( vom Vernelasattel aus ). 20. August 1902. HH. P. Schucan und G. Egger. Vom Vernelasattel zunächst über kleinere Absätze und Zacken zu einem markanten Felszahn, zirka 30 m. über dem Sattel, ziemlich genau der Kante nach. Der folgende jähe Abbruch wird schräg rechts aufwärts erklettert, dann auf kurze Strecke wieder die Schneide verfolgt; ein mächtiger, überhängender Block zwingt hierauf zum Verlassen derselben. Auf einem schmalen Gesimse zirka 5 m. in die Ostwand horizontal traversierend, gelangt man an das untere Ende eines Kamins, der hier in der glatten Wand ausläuft; durch denselben steil und exponiert mit minimen Griffen wieder auf den Grat, dessen oberster Teil nun leicht begehbar ist. Das Gipfelplateau wird an seiner nördlichsten Ecke betreten und der höchste Punkt jetzt ohne weitere Mühe erreicht. Zeitbedarf: Vernelasattelgipf el Vji Stunde. A.A.C.Z. 1902, pag. 20.

Verstanclahorn ( Variante ). 10. September 1902. HH. Viktor Sohm und Karl Huber erkletterten den Gipfel vom Vernelasattel direkt über den Südgrat. Ö.A.Z. 1903, pag. IG7.

Groß-Seehorn ( vollständige Begehung des Westgrates ). 9. September 1902. HH. Viktor Sohm und Karl Huber stiegen von der Silvrettahütte über den Mittelgrat ( Punkt 2719 ) zur Seehörnerscharte ( Punkt 2858 ) auf, dann direkt über den Westgrat bis kurz unter den Gipfel, wo sie nach rechts auf ein Schuttband anstiegen. Anschließend an dasselbe führt eine kurze Rinne zum Gipfelgrat, über den man mit wenigen Schritten nach links die Spitze erreicht.

Qroß-Litzner. Teilweise neuer Anstieg von Nordosten. 9. September 1902.Die nämlichen stiegen aus der Scharte zwischen Groß-Seehorn und Groß-Litzner über den Firn zur ersten Gratstufe. Dann kurzer Quergang rechts und über guten Fels zu einer Rinne, die nach links auf die erste Stufe leitet. Leicht weiter zum Fuß der zweiten Stufe. Nun über eine kurze geneigte Vorstufe zu dem senkrechten Riß, zu dem man sich durch das glatte Gemäuer hinaufarbeitet. Leichte Stufen führen von der zweiten Terrasse zu einem kaminartigen, glattwandigen Spalt; man klettert an der Kante seiner Außenseite empor, überschreitet ihn und erreicht dann ganz leicht über den Grat die Spitze. Ö.A.Z.

1903, pag. 167.

Qroß-Lttener. Neuer Abstieg über die Südwand. 16. Juli. Dr. Hermann Lossen, Dr. K. und O. Mugler. Vom Gipfel aus, dem Westgrat folgend, zirka 60 m. hinab bis zum Schuttfleck unter dem ersten Gratabsatz; von hier aus führt ein 20 m. langer schräger Riß in die Südwand zu einem Rasenpolsterband, das nach 15—20 m. an einem zweiten Riß endigt, der wie der erste schräg östlich sich hinabzieht zu einem dem oberen parallel laufenden Grasband, das zuerst ab- und dann aufwärts zu einem deutlich vorspringenden Kopfe verfolgt wird, von wo aus ein leichter Quergang zur sogenannten ersten Terrasse am Ostgrate führt. Der Abstieg quert somit in zwei durch Risse verbundenen Bändern die ganze Südwand und erlaubt, eine Traversierung ohne großen Zeit-und Höhenverlust auszuführen. ( Abstieg nach Glötterferner-Klostertal; schwierig .) l1/« Stunde ab Gipfel zur ersten Terrasse.

Bieltalerspüze. Erste Ersteigung über den Ostgrat, neuer Abstieg über die Südostwand. 17. Juli. Die nämlichen. Der erste Gratabbruch nach der Bielerscharte wurde auf einem schmalen Bande umgangen, hierauf über den Grat der Gipfel in 1/2 Stunde erreicht. Abstieg über Südgrat ( zirka 50 m. diesem folgend ) und Querung der Südostwand auf brüchigen Felsleisten bis zum Bande unter dem ersten Gratabbruch. ( Abstieg nicht leicht wegen des brüchigen Gesteins. ) A.A.V.M.. 1904, pag. 60/61.

Vesulspitze, erste Besteigung über den Südgrat ' ). 23. August 1902. Dr. W. Paulcke.

Gonsbleißspitze, erste Besteigung über den Südgrat. 25. August 1902. Dr. W. PaulcJce mit Träger J. Lechleitner.

Buckelspitzen, Ost-, Mittel- und " Westgipfel, erste Ersteigung und Traversierung. 30. August 1902. Die nämlichen.

Punkt 2780 Siegfr., erste Ersteigung.? August. Dr. W. Paulcke mit Träger Fuchs. A.A.C.Z. 1902, pag. 22/23.

Berninagruppe.

Punkt 3198 It.K.. ( Punta Seriori ) und Pizzo Badile, erste Überschreitung und erste Ersteigung des Badile über den Ostgrat. Datum? Giovanni Ellensohn mit Bartolo Sertori. Von der Punta Sertori kommend verfolgt man das erste leichte und beinahe ebene Stück des Kammes gegen den Badile hin. Wo er schwieriger wird und anfängt, sich gegen den letztern aufzuschwingen, biegt man ab und vollendet die Ersteigung über die Nordflanke des Kammes. Unsichere Blöcke und glatte Platten über einem Ungeheuern Absturz machen hier das Klettern weniger schwierig als gefährlich. Die Höhe des Kammes wird wenige Minuten vor dem Gipfel wieder erreicht und über den breiten Rücken leicht der Steinmann erreicht ( 1 Stunde vom Fuß der Punta Sertori weg ). R.M. 1904, pag. 16.

* ) Anm. der Red. Über diese und die folgenden Touren Dr. Paulckes in diesem zu wenig bekannten Gebiete sind leider seit 1902 bis heute keine Details publiziert worden, wenigstens in der mir zugänglichen Literatur nicht.

Pizzo Ligoncio ( 3032 m It.K. über die Nordwestwand ). 12. April. S'Theod .Dietz, Franz Kuelp und Hermann Rauch von der Capanna Volta bis zur Höhe der Bocchetta d' Arnasco zwischen der Val dei Ratti und der Val Ligoncio. Von da direkt über die Nordwestwand hinauf, welche sehr steil in die Val Ligoncio abfällt. Steile Felsen führen zuerst zu einem vorspringenden Winkel, welcher zur Linken sich erhebt. Von hier führt eine Rinne zu einer etwa 15 m. hohen Platte ( schwierig ), nach deren Überwindung in wenigen Minuten der gewöhnliche Weg und kurz darauf die Spitze erreicht wird. R.M. 1903, pag. 16/17.

Piz Tschierva über die Südwestwand. 12. August. M. Aug. Reynier mit Christ. Klucker verfolgten von der Tschiervahütte aus ungefähr eine Stunde lang den Weg zum Piz Morteratsch, dann hielten sie sich links, westlich, zum Fuß eines Seitengrates rötlicher Felsen, welchen sie fast bis zum obern Ende verfolgten; sie verließen ihn, traversierten in schräger Richtung die Wand und erreichten den Gipfel direkt in 3 Stunden von der Tschiervahütte ( l1/« Stunde vom Fuß des rötlichen Felsens ). Keine Schwierigkeiten, das Seil wurde nicht angelegt. Bull. 1903, pag. 277/78.

Ofenpassgruppe.

Cima di Capra. 14. August. Sr. avv. Rinaldo Piazzi mit Pietro Minaldi. Von Livigno durch die Valle Tresenda und von da direkt über den Gletscher auf die Corna di Capra und von da auf die höhere Spitze Punkt 3128 It.K ., auf welcher kein Steinmann gefunden wurde und für welche der obgenannte Name vorgeschlagen wird.

Punta dell'Acqua ( 3129 m ). 17. August. Die nämlichen erstiegen von Livigno aus zuerst die Corna Brusadella ( 2430 m ), dann die Cima di Foppel ( 3065 m ) und über den Grat weiter die Punta dell'Acqua, welche in zwei Wänden abfällt, einer steilen, aber unschwer zu ersteigenden in die italienische Valle Tranzera und einer überhängenden in die schweizerische Valle dell'Acqua.

Pizzo di Campo ( 3296 m It.K.. ). 19. August, Die nämlichen. Von Livigno durch die Valle del Vago und direkt über den Kamm, welcher die Valle Nera von der Valletta trennt, auf den nördlichsten Punkt der Cima di Campo, der auf der Karte J. G. M. mit 3296 m. quotiert, aber ohne Namen ist. Die Ersteiger fanden keine Spuren früheren Besuches und schlagen vor, ihren Gipfel Pizzo di Campo und den schon früher bestiegenen Punkt 3302 der It.K.. Sasso di Campo zu nennen. R.M. 1904, pag. 23.

Piz Mezaun. Erste Ersteigung von Norden, neuer Abstieg nach Nordwesten. 20. Juli. Gebhard Guyer mit Zippert. Von Madulein rechts des Inns etwa 5 Minuten abwärts, dann auf einem Fußwege südöstlich gegen den bewaldeten Rücken zwischen Val Pscheides und Val Greva. Über diesen durch Hochwald pfadlos empor. Von der Waldgrenze ( zirka 2200 m ), die Val Greva oben querend, östlich zum Beginn der Nordnordwestrippe. Einstieg zirka 2400 m. Sie verfolgten nun in leichter Kletterei die Gratrippe, bis sie in einer Höhe von zirka 2525 m. in der Wand ausläuft. Über plattige Felsen emporkletternd gelangten sie zu einem Bande, das links zum Abbruch des Nordgrates führt, verfolgten dasselbe jedoch nicht, sondern stiegen am Anfang durch eine schräg rechts führende plattige Verschneidung und über gutgriffige Felsen zirka 25 m. hoch zu einem markanten Bande empor, das links zur Kante leitet. Nun direkt hinauf über plattiges Terrain, dann links einer senkrechten gelben Wand durch einen plattigen Riß und weiter durch einen schwierigen, zirka 10 m. hohen Kamin empor. Eine Blockrinne führt zu einer senkrechten Wand hinauf. Hier Traverse nach links zum Grat. Nach Querung der ersten Rippe zu der Kante der zweiten zirka 20 m. steil empor, damit über dem Abbruch des Nordgrates ( zirka 2740 m ). Über den nun breiten Grat, der in den oberen Partien beidseitig von Schutthalden begrenzt ist, zu dem zirka 50 m. hohen senkrechten Gipfelabbruch. Dieser wurde von Zippert sehr schwierig direkt erklettert, von Herrn Guyer rechts umgangen. Gebrauchte Zeit 4]/i Stunden. Beim Abstieg wurde der Westgrat bis zirka 2750 m. verfolgt, dann stiegen sie durch eine markante Rinne ab, die sich westlich gegen Madulcin hin abzieht. Bei einem Abbruch in zirka 2150 m. Höhe verließen sie das Couloir nach links und stiegen den Rücken westlich von Val Pscheides zur Ebene von Madulein ab. Piz Mezaun bis Madulein 5/* Stunden. A.A.V.M.. 1904, pag. 61 — 62.

Piz Madlein. Traversierung und Abstieg nach Osten.? August 1902. Herr Heinrich Kranz mit Clemens Widmoser gelangten von Skarl aus, die etwas westlich vom Hauptgipfel herabziehende tiefeingeschnittene Rinne traversierend, ebenso eine in kurzem Abstand ihr parallel ( nach rechts ) folgende, am ( orographisch ) linken Rande der zweiten fast ganz über Grasflechten, bei den letzten 50 m. über gut gestufte Felsen ohne Schwierigkeit direkt auf den Gipfel. Um so schwerer gestaltete sich der Abstieg gegen Osten über den Kamm der Paraits Sesvenna ( erste vollständige Begehung ). Der Abstieg vom Grat geschah durch die breite Schlucht westlich vom Piz Cornet. M. D. Ü. A. V. 1903, pag. 13.

Piz Nüylia, Traversierung, und Piz Foraz über den Ostgrat. 12. August. Die nämlichen erkletterten von der Furcla Miglia aus, welche einen Übergang zur Ofenstraße durch die weglose Val Nüglia vermittelt, zunächst einen auf der Siegfriedkarte nicht benannten Gipfel von 3005 m. Höhe, der in Skarl Piz Nüglia heißt, über die Gratkante ganz einfach; dagegen verursachte der Abstieg nach Westen große Mühe ( langer seichter Riß, kleine schräge Schuttterrasse, Gratnadel und morsches Gestein ). Ein harmloser Grat zieht sich weiter zur Furcla Foraz, von welcher aus der Piz Foraz über den groben splitterigen Schotter des Ostgrates leicht in einer halben Stunde überwunden wurde. M. D. O. A. V. 1903, pag. 14.

Piz Graß ( Punkt 3044 der Exkursionskarte S.A.C. 1899 ), zwischen Piz Murtarus und Piz dell'Acqua. 15. August. Die nämlichen erreichten vom H. Fuorn aus die Schafweiden nordöstlich vom Piz Murtarus, überschritten sie in südlicher Richtung, überstiegen in etwa 2800 m. Höhe den östlich ziehenden Grenzkamm, querten auf einem Schuttband zwei in die Südflanke des Kammes eingebettete Buchten und ihre Trennungsrippe in eine dritte Schlucht; in deren Plattengassen stiegen sie aufwärts, bis sie in einer Gratscharte in die Val dell'Acqua hinabschauen konnten. Von hier erreichten sie leicht den nur noch 15 m. hohen Gipfelkopf, und ebenso einen etwas niedrigeren Nebengipfel, der ganz auf italienischem Gebiet liegt. Von der Gratscharte durch ein System von Eisrinnen mit brüchigen Felsrändern und schließlich ein Schneefeld in die Val dell'Acqua hinab und nach dem Ofenpaß zurück. M. D. Ö.A.V. 1904, pag. 30.

Pis Foraz, neuer Abstieg.? August 1902. Herr Ernst Pühn mit Führer. Ö.A.Z. 1903, pag. 46.

Paß zwischen Piz Plavna dadaint und Piz délias Plattas von Val Plavna nach Val Sampuoir. 24. August. Mr. J. J. Withers mit Adolf Andenmatten und Andreas Anthamatten verließen Tarasp um 3 Uhr früh und gingen durch Val Plavna hinauf bis gegenüber der Öffnung, die westlich nach Pischa dadora hinaufführte ( 5 Uhr ). Hier wendeten sie sich links auf dem linken Ufer des von Pischa dadora kommenden Baches, stiegen über Gras hinauf, kreuzten den Bach zu einem Grasboden unterhalb eines Wasserfalls ( 5 Uhr 45 Min. bis fi Uhr ), durch Geröll zum Fuß eines Couloirs, das vom Nordwestrücken des Piz Plavna dadaint herabkommt. Erst im Couloir, dann wegen Steingefahr, in den schwierigen Felsen der Westseite des Couloirs empor zu einem Schneecouloir, rechts von der Aufstieglinie gelegen. Stufenschlagend dieses Couloir hinan, bis es in einen Seitenrücken endete, der von der Front des Berges herabkam ( 8 Uhr ). Hier wurde etwa 30 m. nach Westen traversiert; dann über schwierige Platten emporgeklettert in ein zweites Schneecouloir, das ebenfalls in einem Seitenrücken endete ( 9 Uhr 30 Min. ). Dieser wurde über steile und brüchige Felsen erstiegen, bis der Haupt-nordwestgrat des Berges erreicht wurde ( 11 Uhr ), ziemlich südöstlich und höher als die tiefste Einsattlung zwischen den obgenannten zwei Gipfeln. In 20 Minuten stiegen sie über leichte Felsen zu dem südlich gelegenen Gletscher ab, umgingen den obersten Teil der Val Sampuoir, stiegen zu dem Col zwischen Piz Laschadurella und Punkt 3050 empor, querten die Val Flur und waren um 5 Uhr abends im Ofen-Wirtshaus.

Cima di Piazzi von Norden. 28. August. Die nämlichen verließen die Hütten von Elia in Val Borone um 2 Uhr 30 Min. morgens und verfolgten einen Pfad auf der Ostseite des Tales bis oberhalb der Moräne an der Ostseite des östlichem der zwei Gletscher, welche hier herabkommen ( 3 Uhr 30 Min. ). Sie überschritten den Bach, erstiegen die Moräne, verfolgten deren Kamm und leichte Felsen auf der Ostseite der von der Cima herabkommenden Gletscher, bis das Eis oberhalb seiner Séracs erreicht wurde. Der ( Nord)gletscher wurde in südwestlicher Richtung traversiert und Stufen geschlagen über Eishalden zu einem Plateau unter einem großen Eisfall. Dieses Plateau wurde verfolgt in südwestlicher Richtung an dem Eisfall vorbei ( 6 Uhr 30 Min. ). Gerade westlich hinter dem Eisfall wandten sie sich nach Südosten, dann nach Süden über mäßige Hänge, zuletzt unter einer sehr schönen Eisklippe, bis sie den Kamm des Schneerückens erreichten, welcher nordnordwestlich vom Gipfel herunterkommt und die zwei Gletscher scheidet ( 7 Uhr ). Über diesen mäßig geneigten Schneerücken direkt in Stufen hinauf zum Gipfel ( 8 Uhr 5 Min. ). Abstieg auf dem gewöhnlichen Wege zur Casa d' Eita ( 11 Ulir 45 Min. ). A.J., Nr. 162, pag. 563 — 564.Redaktion.

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