Neue Bergfahrten in den Schweizer Alpen 1948/49

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( FortsetzungZusammengestellt von Max Oechslin

29. Hühnertälihorn ( 3181 m ). Erste Begehung durch die Nordostwand, am 19. September 1948, durch R. Gebus, W. Preiswerk, E. Karrer und S. Tschanz.

Der Zugang erfolgte vom « Bivacco fisso » aus über den Grubengletscher und über den Schneehang, der vom Gletscher zur Wand hinauf und auf der linken Seite gegen Norden greift.

« Den Schlüssel der Besteigung bildet das unterste Wandstück, das sich zuerst 60 m senkrecht aufschwingt. Nach dem Einstieg in die Felsen ( infolge der Randkluft u. U. schwierig ) klettert man vorerst mehr oder weniger in der Fallirne an, bis man nach ca. 40 m an einen senkrechten glatten Aufschwung kommt. Mauerhakensicherung. Von hier exponierter Quergang nach links. Z. T. überhängend und schwer. Griffe tief nehmen! Nach ca. 10 m kann der folgende, ca. 20 m hohe senkrechte Aufschwung erklettert werden. Weiter oben wird die Wand weniger steil und die Kletterei leichter. Man klettert längs einer schwach ausgeprägten Rippe gerade aufwärts. Nachdem der Gipfel sichtbar wird und die Rippe sich steiler nach links gegen den Ostgrat hinüber wendet, quert man leicht ansteigend nach rechts in die Mulde und durch diese über plattige Felsen direkt zum Gipfel. Hütte ab 5.30 Uhr, Einstieg in die Felsen 7.30 Uhr, Gipfel 12.15 Uhr. Ausserordentlich schöne, im unteren Teil schwere Kletterei in solidem Granit. » Mitgeteilt von W. Preiswerk, Riehen-Basel.

30. Hundstein ( 2159 m ). Erste Begehung des Südwestpfeilers, am 6. Juli 1947, durch Ferdi Bürke und Alfred Baumann.

Einstieg: wie bei der Südwandroute. 10 m hoch, dann auf einem Rasenband einige Meter nach links. Über Platten und Wandstufen, immer etwas links haltend, aufwärts. In einem etwa 6 m hohen Kamin empor zu markanter Scharte. Nach links, um einen grossen losen Block absteigend, wird die Südseite verlassen. Überaus schwieriger Quergang links aufwärts zu gutem Stand. Über gut gangbares Gelände in eine Verschneidung, in dieser hoch zum Grat, von wo der Gipfel in leichter Kletterei erreicht wird.

Zeit: 14 Stunden. Schwierigkeitsgrad: 6.

Mitgeteilt vom Kletter-Club Alpstein, Kurt Gurtner, Herisau.

31. Erste Winterbegehung über die Südwand, am 20. März 1946, durch Franz Grubenmann und Kurt Gurtner. Als Ergänzung zur Meldung Nr. 40, Neue Bergfahrten 1946.

32. Jägihorn ( 3416 m ). Erste Begehung durch die Südwand, am 29. Juli 1948, durch die Seilschaft Louis Henchoz, Ernest und Betty Favre, die bereits am 27. Juli 1948 den Grat vom Jägihorn-Südgipfel zum Breitlauihorn traversiert hatte.«Die Alpen » 1948, Chronik, Seite 175.

33. Klein Matterhorn ( 3886 m ). Erste Begehung der Nordostrippe, im August 1948, durch Gino Gandolfo und Bruno Bich. Kletterfahrt des 4.5. Grades.

Nach « Lo Scarpone », Milano, 1. September 1948.

34. Klein Oberälpler ( 3085 m ). Winterbesteigung, am 28. März 1948, durch Fritz Sigrist, Hans-Heiri Spoerry und Ali Szepessy.

Der Aufstieg erfolgte von der Alp Hinterbalm über Brunniboden und nördlich der Punkte 2806 und 3040 gegen die Lücke zwischen Oberalpstock und Klein Oberälpler. Durch eine Schneerinne auf den Südgrat und über diesen zum Gipfel des Klein Oberälplers. Abfahrt vom Gipfel über die sehr steile Nordostwand: « Zuerst ca. 100 m in der Fallirne des Gipfels, dann in die etwas weniger steile Rinne zwischen Hauptgipfel und Nordgipfel hinüberqueren. Direkt unter den untersten Felsen der Nordostflanke horizontal nach Westen zur Lücke zwischen Klein Oberälpler und Bänderstock und durch eine Rinne auf den Regenstaldenfirn. Von da über Stalden zur Stössialp. » — Hinterbalm bis Lücke 3 1/2 Stunden, Lücke bis Gipfel 40 Minuten.

Die Tour kann nur bei guten Schneeverhältnissen und keiner Lawinengefahr ausgeführt werden.Nach Mitteilung von Dr. F. Sigrist, Zürich.

Kreuzberge 35. 2. Kreuzberg ( 1972 m ). Südost. Erste Begehung, am 3. Oktober 1943, durch Franz Grubenmann und Walter Bischof.

Einstieg: In der Mitte der Südwand des 2. K. bei einem vorspringenden Felsendach. 2 Seillängen gerade hinauf, Traverse links über eine Platte, schräg rechts hinauf, dann 20 m abseilen in einen Kamin. Teils im Kamin hinauf, über zwei kleine Absätze in eine Nische.Von hier in eine obere Nische, dann 4 m rechts über eine Kante, 20 m überhängend hinauf ( Schlüsselstelle, fast keine Möglichkeit zum Hakenschlagen ), nachher leichter auf einen Grasbalkon. Von diesem Traverse auf den Ostgrat und über diesen zum Gipfel.

Zeit: 9 Stunden. Schwierigkeitsgrad: 6.

36. 4. Kreuzberg. Direkte Nordwand ( 2061 m ). Erste Begehung, am 26. August 1945, durch Ferdi Bürke und Alfred Baumann.

Einstieg: In der Fallirne der markanten Gipfelgratscharte des K. 4. Über eine abdrängende Wandstufe hinauf, links haltend, um eine gutgriffige Kante empor zum Standplatz. Spreizschritt nach rechts, in Verschneidung hinauf zu einem Band. Mit Achselstand über eine glatte Wandstufe zu gutem Stand. ( Überaus schwierig, kurze Haken. ) Weiter über eine gutgriffige Kante in eine Verschneidung und in dieser aufwärts in ein Loch. Ca. 3 m weiter oben erreicht man ein Band, das in leichter Kletterei zum Gipfel führt.

Zeit: 13 Stunden. Schwierigkeitsgrad: 6.

37. 6. Kreuzberg. Südwand ( 2047 m ). Erste Begehung, am 22. September 1946, durch Ferdi Bürke und Alfred Baumann.

Von der Scharte K. 6/K. 7 steigt man auf der Rheintalseite abwärts, dann links hinauf auf den rasenbekleideten Gratausläufer. Über gut gangbaren Fels rechts hinauf bis zur Wandmitte. In Richtung Gipfel über eine abdrängende Wandstelle zu gutem Standplatz. Auf schmalem Band Quergang nach rechts zu grosser, loser Platte; über diese überaus schwierig hinauf auf ein schmales Felsenband, das man nach links verfolgt. Nach ca. 10 m gelangt man in eine Verschneidung; in dieser auf den Gipfel.

Zeit: 8 Stunden. Schwierigkeitsgrad: 6.

38. 8. Kreuzberg. Südwestgrat ( 2059 m ). Erste Begehung, am 28. September 1947, durch Kurt Gurtner und Hermann Sutter.

Einstieg: Am Fusse des Grates. Zwei Seillängen hinauf in eine grosse Nische, nach rechts auf den Grat, über eine glatte Platte ( kurze Haken ) und dann auf dem Grat bis zu einer breiten Terrasse. Auf einer etwas südlich vom Hauptgrat liegenden plattigen Rippe ca. 20 m empor, Spreizschritt nach links in einen Riss und durch diesen auf einen Gratabsatz. An zwei handbreiten Rissen hinauf bis zu einem Überhang, schräg rechts über diesen hinauf zum Standplatz. Durch einen Riss auf den Vorgipfel und von diesem leicht auf den Hauptgipfel des K. 8.

Zeit: 5-6 Stunden. Schwierigkeitsgrad: 5.

35-38. Mitgeteilt vom Kletter-Club Alpstein, Kurt Gurtner, Herisau.

39. Lauterbrunnen-Breithorn ( 3782 m ). Neuer Weg durch die Nordwand, 31. Juli 1949, Ernst Feuz, Zürich, mit Bergführer Emil von Allmen.

« Die Nordwand des Lauterbrunnen-Breithorns fusst auf zwei mächtigen Felspfeilern, zwischen denen sich ein Gletscher bis an die Wand emporschwingt. Dieser Gletschertrichter fängt die Lawinen und den Steinschlag an der 1100 m hohen, breiten Nordwand auf.

Der Einstieg erfolgte über den rechten Felspfeiler über Gneisfelsen gut griffig und leicht bis zu einem vom Gletschertrichter schräg nach rechts führenden Schneeband. Hier beginnt eine Kalkzone, die aber keine grosse Steilheit aufweist und zuerst rechts, dann links haltend überwunden werden kann. Nun beginnt der markante, weit ins Land hinausleuchtende Eisschild. Dieser wurde schräg nach links überwunden und dort, wo der mittlere Eiswulst sich mit den Felsen verbindet, wieder verlassen. Nun folgt eine schöne Kletterei über gute, griffige Felsbastionen. Da, wo sich die Rippe gegen den Westgipfel senkrecht auftürmt, wird die Kletterei noch genussreicher. Sehr schwere Stellen hat es keine. Eine hundert Meter hohe, steile Eisflanke, mit Steinen gespickt, verlangt sorgfältige Eisarbeit bis zur nächsten östlichen Rippe, über die schöne Kletterei weiter zum Westgipfel führt.

Einstieg am Breithorngletscher bei 2500 m, Neue Landeskarte, 5 Uhr. Gipfel 13.30 Uhr, 3782 m. Wandhöhe bis zum Gipfel 1282 m in 8 1/2 Stunden inkl. 1 1/2 Stunden Rast.

Der Abstieg erfolgte über den Westgrat zur Wetterlücke und über einen ausgeprägten Felskopf im Breithorngletscher zum Oberhornsee.

Es handelt sich um eine genussreiche Tour, die ohne technische Hilfsmittel begangen werden kann.

Mitgeteilt durch E. Feuz, Zürich. Siehe auch « Sport », Zürich, 24. August 1949.

40. Lonzahörner ( 3560 m ).

« Im Hochgebirgsführer durch die Berner Alpen, Bd. III, 3. Aufl., möchte ich für später eine kleine Berichtigung anbringen. Es betrifft Route 107 c zum Ostgipfel 3520 der Lonzahörner, Seite 111. Der Name meines Begleiters ist Jos. Imseng nicht Zurseng. Der Irrtum entstand im Jahresbericht AACB 1934 und wurde von Redaktor Jenni in den ,Alpen'nicht korrigiert. Der Text im Führer ist richtig punkto Routenbeschreibung, aber die Skizze Seite 107, Nr. 22, stimmt nicht. Wir sind allerdings in der Fallirne von P. 3520 eingestiegen, weiter oben aber, im Sinne des Aufstiegs nach links unter einem roten Abbruch durchgeklettert, so dass wir in einer Gratscharte zwischen P. 3547 und 3520 landeten. Die Scharte ist näher bei P. 3547, und dieser liesse sich von der Scharte aus leicht ersteigen. Ob man auf diese Weise ohne Schlosserei zum Ostgipfel gelangen könnte, entzieht sich meiner Erinnerung.

Eine interessante Angabe fand ich bei Route 105 zum Mittelgipfel 3547 der Lonzahörner. 1897 fand Joh. Kalbermatten 8 m unter dem Gipfel ein zerrissenes Seil, das nach dem Beichfirn hinunterhing. Ich weiss nun nicht, ob im ,Echo'1908, Seiten 452-454, Vermutungen betreffend dieses Seiles angegeben sind. Am 16. Juli 1895 verschwanden im Lötschentale die zwei Bergsteiger Benecke und Cohen. Nachdem sie frühmorgens vom Hotel Nesthorn in Ried aufbrachen, wurden sie zuletzt von einem Bauern in Blatten gesehen. Trotz allen Suchaktionen im grossen Umfang blieben sie verschollen. Die zwei waren sehr schnelle trainierte Gänger, und es ist wohl möglich, dass sie an diesem Tage den Beichpass und von dort die Lonzahörner machten, wobei dann beim Abstieg vom Mittelgipfel ein Unglück passierte. Wenn die beiden dort über die Wand auf den Beichfirn stürzten, so sind sie in den riesigen Schründen verschwunden. Joh. Kalbermatten wäre wohl imstande gewesen, diese Möglichkeit einzuschätzen, denn er war mit andern Führern an den Suchaktionen beteiligt.»Mitgeteilt von Rudolf Schärer, Bern.

41. Lyskamm ( 4530 m ). Überschreitung von Ost nach West mit Ski, am 19. Mai 1948, durch Fritz Luchsinger und Willy Uttendoppler.

« Um 4 Uhr verlassen wir bei Vollmond die Capanna Margherita, in der wir die Nacht verbrachten. Beim Lysjoch werden die Sommerski gebastet, und um 5.15 Uhr nehmen wir den Ostgrat des Lyskamms in Angriff. Der Grat ist hart gefroren, er zeigt nur eine geringe Vergwächtung; die Steigeisen greifen gut an. Ein bissig kalter und äusserst heftiger Wind ( Bise ) begleitet uns bis zum Ostgipfel, den wir um 7.10 Uhr betreten. Infolge der allzugrossen Kälte halten wir nur 5 Minuten Rast, um gleich über den Verbindungsgrat zum Westgipfel aufzubrechen. Hier herrschen zum Teil hochwinterliche Verhältnisse; bis zu den Knien waten wir teilweise im Pulverschnee. Den Westgipfel erreichen wir um 8.45 Uhr und steigen infolge des immer heftiger werdenden Windes gleich gegen das Feiligjoch ab, wo wir um 9.15 Uhr ankommen. Nach der Besteigung des Kastor fahren wir direkt zur Bétempshütte ab, die wir um 11.30 Uhr erreichen.»Mitgeteilt von Fritz Luchsinger, Bern.

42. Marwies ( Alpstein ) ( 2059 m ). Erste Begehung der Nordostkante, am 21. August 1944, durch Franz Grubenmann, Walter Bischof und Richard Ebneter. Einstieg: Gatter beim Gloggerenweg. Links durch Föhren aufwärts bis zum Fuss der Kante und direkt über diese bis zum Gipfel. Teilweise brüchig. 2-3 Stunden.

Mitgeteilt vom Kletter-Club Alpstein, Kurt Gurtner, Herisau.

43. Mattenberg ( 2729 m ). Erste Begehung über den Westgrat, am 9. November 1948, durch Hans Rein und Leni Merk.

Der Zugang erfolgte von der Waldialp über steile Weiden und durch eine Rinne zum Fuss des Westgrates. Der erste Aufschwung muss rechts über Platten umgangen werden. Dann durch eine Rinne zur Gratscharte, die auch vom Pörtlital aus ( Kote 1920 ) zu erreichen ist. Dann direkt über den Grat, der zahlreiche Türme besitzt, bis zum Gipfel. Treschhütte-Gipfel: 5 Stunden.

Nach Mitteilung von Hans Rein, Zürich.

44. Mattcrhorn ( 4505 m ).

a ) Erste Winterbesteigung über den Zmuttgrat ( von der Hörnlihütte aus ), durch Henri Masson, Paris, und Edmund Petrig, Zermatt, am 25. März 1948.

Zweite Winterbesteigung über den Zmuttgrat, am 16./17. April 1949, durch Martial Perrenoud und René Vallotton. Siehe « Die Alpen » 1949, I, Seite 359, II, Seite 90.

b ) Erste Winterbesteigung über den Furggengrat, Ostern 1948, durch Jean Fuchs und R.M.onty ( Raymond Monney ). « Die Alpen », 1948, Seiten 206 - 209, und « Berge der Welt », Bd. IV.

cErste Winterbesteigung durch die Westwand, 16.18. April 1949, durch Raymond Monney et Jean Fuchs. Siehe « Die Alpen » 1949, I, Seite 359, II, Seite 90.

45. Piz Mitgel ( 3160 m ). Erster Durchstieg der Ostwand, 10. Juli 1949, durch die Seilschaft Gebrüder Reiss ( Ernst, Stefan und Walter ).

Der Einstieg in die Ostwand erfolgte um 10 1/2 Uhr, wobei nach Überwindung eines kurzen Schneecouloirs nach links in die Wand gestiegen und in fast senkrechtem Aufstieg bis unter den südlichsten Gipfel vorgedrungen wurde, dann, nach rechts haltend, zum Grat im Sattel zwischen Süd- und Mittelgipfel und über den Grat zum Nord- und Hauptgipfel. Zeit: 3 Stunden.

Nach Mitteilung von Ernst Reiss, Unterbach.

46. Mitre de l' Evêque ( 3672 m ). Besteigung über die Westkante des Nordgipfels.

« Diese Westkante ist besonders in der oberen Hälfte der Westwand dieser Spitze scharf ausgeprägt und bildet einen der interessantesten Kletterwege auf diesen Gipfel. Man steigt von Westen her in das schmale und steile Schneecouloir zwischen Nord- und Südgipfel ein, verlässt es aber rasch wieder auf seiner Nordseite, um in die brüchige Westwand, immer leicht nördlich haltend, hinaufzutraversieren. Man erreicht so ( etwa in halber Höhe der Westwand ) die ausgeprägter werdende Westkante, die auf der Spitze des Nordgipfels endet. Diese Kante gibt zum Teil recht feine Fingerarbeit in oft starker Exponiertheit. Immer aber vollzieht sich diese Arbeit in hartem, solidem, steilem Urgestein.

Dieser Weg ist der Westwandroute ( Route 729 des'Guide des Alpes Valaisannes ', Volume 1 ) bei weitem vorzuziehen. Sie ist sogar wahrscheinlich die beste Kletterei an diesem Gipfel, abgesehen vielleicht von der Ostgratroute der Südspitze ( Route 730 ). » Mitgeteilt von Dr. E. Attinger, Stein a. Rh.

47. Nordend-Monte Rosa ( 4612 m ). Durchsteigung der Nordwand, am 16. August 1939, durch Augusto Pala, Macugnaga.

Einstieg zur Felsinsel, ca. 150 m westlich des Gipfels des Grand Fillar ( 3678 m ), Biwakplatz vom 15. August 1939 von Pedelli und Caccianotti ( Novara ); alleiniger Aufstieg am 16. August 1939 über die Randkluft, im Westen direkt am Felssporn ( 3703 m ). « Hier wird der Schnee- und Eishang plötzlich sehr steil. Nach einem kurzen, direkten Aufstieg wandte ich mich leicht rechts einem rötlichen Felsband zu. Es sind durch Wasser tief zerfressene Gneisplatten, die den Händen gute Griffe geben — soweit sie nicht vereist sind! Ich nützte sie nach Möglichkeit aus, um dem Eise und dem Stufenschlagen zu entgehen. Ich traversierte schräg nach rechts weiter ( W ), bis ich zu einer Stelle kam, die aus blankem, mich hemmendem Eis bestand. Dann musste ich einen Schneehang hinauf und ein Couloir aus grünlichem Eis erklettern, in dem das Stufenschlagen äusserst anstrengend war. Nach einer halben Stunde angespannter Arbeit mit dem Pickel konnte ich links aussteigen und die äusserste Zunge des Gletschers, der vom Firn herunterfliesst, traversieren. Ich wanderte diese Zunge, die sich zwischen zwei Überhängen hinzog, hinauf und gelangte endlich auf den weiten Rücken des Nordwestens des Nordends. Eine Stunde später stand ich auf der Spitze des Nordends... » — Einstieg bis Gipfel: 4 Stunden. Nach « Berge der Welt », Bd. IV, Seiten 190/191.

48. Monte Rosa-Signalkuppe ( 4561 m ). Erste Winterbesteigung über den Signalgrat, Winter 1947/48, durch Ottavio Festa und Adolfo Vecchietti.

« Berge der Welt », Bd. IV.

49. Monte Rosa-Ludwigshöhe ( 4344 m ). Begehung der Südwand, Valsesiano-flanke, am 24. Juli 1949, durch Adolfo Vecchietti und Ovidio Raiteri.

« Rivista Mensile CAI », Jahrg. 68, Heft 9/10.

50. Moor ( Alpstein ) ( 2346 m ). Erste Begehung der Südwand, am 10. Oktober 1948, durch Alfred Eberle und Sepp Bolt.

« Einstieg: Auf dem Höchstpunkt des Grasgrates, der sich von der'Tristen'bis an die Wand zieht. Der Einstieg ist äusserst schwierig. 30 m über losen Fels unter eine gelbe Platte. 20 m durch lose Risse, dann, rechts haltend, 20 m leichtere Kletterei, wieder nach links zum Standplatz. Über feingriffige Platten in gut sichtbare Nische halten. Weiter in einem Kamin, der nach ca. 10-15 m in eine Platte ausläuft. Überaus schwere Traverse nach links über eine Platte. Dann auf gut begehbarem Band links abwärts, ca. 30 m. In der Fallirne eine Seillänge aufwärts ( mittelschwer ). Auf einem Band 50-60 m nach rechts bis zu einem schuttbedeckten Platz. Ca. 40 m links haltend aufwärts, dann über Rasen zum Gipfel.

Zeit: 14 Stunden. Schwierigkeitsgrad: 6. » Mitgeteilt vom Kletter-Club Alpstein, Kurt Gurtner, Herisau.

51. Oeschinenhorn ( 3486 m ). Alleinbegehung der Westwand am 8. August 1949 durch Ed. Wunderlich, Bern.

Der Zugang erfolgte von der Fründenhütte über den Oeschinengletscher zur untersten, gelben Wandstufe. Im drittenRiss 40 m senkrecht hinauf, sehr schwierig; weitere 40 m leichter zu einem Felskopf, von dem eine Schutthalde ca. 150 m höher führt ( Band, das sich quer durch die ganze Wand zieht und zum Nordgrat leitet ). Durch die obere Wandstufe über eine Rippe; schwierig aber steinschlagfrei. Einer schwarzen Platte muss man ca. 20 m nach rechts ausweichen. Dann über die schwarze Felskante, ca. 40 m senkrecht hinauf, sehr schwierig, und direkt in die Felsmulde unter dem Gipfel, die etwa 150 m weit über auswärts gerichtete Platten direkt durchstiegen werden muss und bei Vereisung sehr schwierig sein dürfte.

Nach Mitteilung von Ed. Wunderlich, Bern.

52. Pointe de Mourty ( 3163 m ). Erste Besteigung mit Ski, am 28. April 1948, anlässlich des hochalpinen Tourenleiterkurses SAC, unter Führung von H. Badoux, Montreux.Mitgeteilt vom CC Biel.

53. Rienzenstock-Ostgrat ( 2964 m ).

« Infolge der relativ niedrigen Lage der Treschhütte ( 1500 m ) bedingen die Touren auf die knappen Dreitausendergipfel, die das Fellital umgeben, meist eine Überwindung von etwa 1400 m Höhendifferenz. Diese Tatsache lässt es natürlich erscheinen, dass der Alpinist, besonders bei den mühsameren dieser Touren mit Standort Treschhütte ( zu diesen mühsameren gehört auch der Rienzenstock über den Nordgrat ), gerne einen relativ kurzen Rückweg vom Gipfel wählt. Dies war auch der Grund, warum der Unterzeichnete mit Nikiaus Kohler ( Willigen bei Meiringen ) den Ostgrat des Rienzenstockes zum Abstieg wählte. Weil diese Route auch in der letzten Auflage des Urner Führers nicht aufgeführt ist, und sie andererseits den einzigen relativ kurzen und vernünftigen Abstieg ins Fellital darstellt ( der Abstieg nach Nordosten ist zumindest un- schön, und der Südostgrat hat den Nachteil, dass man zum Schluss über die steinschlägige Ostwand dieses Grates auf den Bächifirn absteigen muss ), so möchte ich sie hier kurz skizzieren: Der vom Gipfel ziemlich genau ostwärts absteigende Grat gleicht einer verkleinerten Ausgabe des Eggstock-Nordostgrates in der Dammakette. Der Abstieg vollzieht sich mehr oder weniger auf dem Scheitel dieser sehr ausgeprägten Felsrippe, ist im gesamten etwas weniger anspruchsvoll und sehr viel kürzer als der Nordgrat und dabei nicht uninteressant. Der grosse Vorteil dieser Route liegt darin, dass man nach Überschreitung etwa der oberen Dreiviertel des Grates relativ leicht über die Südwand desselben auf den Bächifirn hinuntergelangen kann, einen kleinen Gletscher, der zwischen die Ostgrate von Rienzen- und Bächistock eingelagert ist. Der Bächifirn hat die richtige Neigung, um uns eine ununterbrochene und mühelose Abfahrt von mehreren hundert Höhenmetern zu erlauben, ein Umstand, der eine bedeutende und hochwillkommene Verkürzung der langen Route ( Treschhütte-Nordgrat-Gipfel-Ostgrat-Treschhütte ) ermöglicht. » Mitgeteilt von E. Attinger, Stein a. Rhein.

54. Rimpfischhorn ( 4203 m ). Erste Begehung des Südostgrates der Süd-Südost-flanke ( ratsam als Mittelrippe der Süd-Südostwand bezeichnet ), am 18. August 1948, durch Leonardo De Minerbi und Giuseppe Oberto, Träger aus Macugnaga ).

Die Seilschaft stieg von der Capanna E. Sella des CAI über Neu-Weiss-tor, querte den obern Weissgratfirn und zum Adlergletscher hinüber und stieg östlich des Adlerpasses in die Süd-Südwestwand ein. Der eigentliche Südostgrat, der direkt von der Adlerpasshöhe aufsteigt, wurde bereits vor 1878 bezwungen durch A. und A. C. Slee, mit zwei Führern; 1878 wurde der Grat durch G. F. Cobb mit Führern ebenfalls bezwungen. Siehe « Walliser Führer », Route 382 ( Bd. III, 6, 1937. ) Aus « Lo Scarpone », Milano, vom 16. November 1948.

55. Ritzlihorn-Erlengrat ( 3282 m ). Die in der « Alpinen Chronik », Seite 220, 1949, gemeldete vierte Begehung wurde von der Seilschaft Otto Gerecht, Emil Meier, Hannes Huss und Gottlieb Strässle durchgeführt.

Mitgeteilt von G. St., Luzern.

56. Rotstock ( Gemsfayer ) ( 2471 m ). Erste Überschreitung vom Ostgipfel bis zum Hergensattel, am 25. September 1949, durch Jak. Hefti, This Vögeli, Armin Blumer und Robert F. Streift.

Die Seilschaft folgte dem Kammverlauf. Der erste senkrechte Absatz nach dem Ostgipfel lässt sich mittelschwer wenige Meter rechts ( Nordseite ) überwinden. Die folgenden, sehr brüchigen, braun-verwitterten Grattürme werden überklettert bis zum abfallenden Gratstück aus hellem Kalk, das keine besonderen Schwierigkeiten bietet, bis zum Hergensattel. 1 1/2 Stunden.

Mitgeteilt von Robert F. Streiff, Zürich.

57. Salbitschyn ( 2989 m ). Erste Begehung der Südwestwand von Turm I, am 27. Juni 1948, durch W. Wehrli, K. Graf und W. Wyssmann.

« Von der Hornfellirinne aus zum Fusse des Turms I. In der Nordwand wird das Grasband längs der Gratkante ca. 20 m verfolgt ( siehe Route 625 des Urner Führers 1939 ), dann durch die Verschneidung rechts aufwärts zum Grat. Die Südwestwand wird traversiert bis Plattenschüsse den Weiterweg versperren. 10 m auf ein Grasgesimse abseilen; von da aus in mehr oder weniger schwerer Kletterei, leicht rechts haltend, hinauf bis zu den Grasterrassen * ).

In einem Quergang nach links bis zur Rinne, die sich steil emporzieht. Diese 60-70 m hohe Rinne wird in teils sehr schwieriger Kletterei bezwungen. Mauerhaken unerlässlich. Etwas rechts vom Ausgang der Rinne befindet sich die markante, weithin sichtbare rote Platte.Von der Platte aus in leichter Kletterei hinauf bis unter die Gipfelblöcke. Das Endstück wird durch einen Riss rechts empor mühsam erklettert. Für den Durchstieg der Wand in teils sehr schwerer Kletterei benötigten wir 9 Std. » Nach Mitteilung von W. Wehrli, Aarau.

Diese ca. 200 m hohe Wand wurde bereits im Sommer 1946 von der Seilschaft Albert MüllerRütti ) und Werner Zimmermann ( Basel ) zu bezwingen versucht, wobei sie wegen eines Unwetters und stürmischer Biwaknacht auf der Grasterrasse ( in der Wand Mittedie Besteigung aufgeben und umkehren musste.Nach Mitteilung von Hch. Dändliker, Basel.

Im Sommer 1947 ist in der Nordflanke des Turmes I ein grosser Felsabsturz erfolgt, der diese Wand für Aufstiege wohl endgültig blockieren dürfte.

58. Winterbegehung des Salbitzahns und des Salbitsüdgrates, am 14. März 1948, durch Arnold und Richard Keller. Die Ski wurden am Fuss des Ostgrates zurückgelassen.Mitgeteilt von R. Keller, Winterthur.

( Schluss folgt )

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