Neue Bergfahrten in den Schweizer Alpen 1957

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ZUSAMMENGESTELLT VON MAX OECHSLIN

Mit 8 Bildern ( 124-132 ) Wer die nachfolgenden neuen Bergfahrten durchgeht, der wird darin ein Abbild des gegenwärtigen Standes eines Teiles des Alpinismus erkennen. Es werden fast ausschliesslich Kletterwege beschrieben, die ohne technische Hilfsmittel nicht begangen werden können, erste Winterbesteigungen von im Sommer bereits bestiegenen Gipfeln und erstmals durchgeführte Abstiege durch besondere Flanken. Dabei fällt auf, dass es ein, zwei Dutzend Bergsteiger sind, die dieser « Leidenschaft des Kletterns » verfallen sind und jede Gelegenheit benützen, um noch nicht begangene Wege in extremem Kletterfels zu finden. Wer das Felsklettern so hält, wie es Karl Lukan, der Wiener Bergsteiger und Schriftsteller, in seinem lesenswerten Buche « Gelbe Wand am grünen See » beschreibt, der ist zu beneiden. Wer aber in einer Kletterei, die für 150 Meter Grat- oder Wandhöhe an die drei Dutzend Felshaken und eine Anzahl Keile benötigt, eine Bergfahrt sieht, der möge es uns nicht verübeln, wenn wir in solchem Unternehmen lediglich ein Sich-Üben sehen, 1 Die Alpen - 1958 - Les Alpes1 ein Spielen im Fels, wobei dieses Spiel oft genug ein extremes Wagnis ist und einem Spiel mit dem Leben gleichkommt Man wird leicht verlockt, einen Vergleich mit Radfahrern einerseits zu ziehen, die an sonnigem Tag aus der Stadt in die stille Landschaft hinausradeln, um in den Genuss der Schönheiten einer stillen, ruhigen Natur zu gelangen und abends, an Leib und Seele gestärkt, Rückkehr zu halten, und anderseits mit jenen Rennfahrern, die in einer Rundbahn oder auf asphaltierten Strassen und vor so und so vielen Tausenden und Zehntausenden von Zuschauern ihre Strecken abfahren, um einen Siegespreis oder mindestens die « Glorie ihres Namens » zu erreichen. Der Radfahrer gliche dem Bergwanderer, der Rennfahrer einem Teil dieser extremen Kletterer. Hand aufs Herz: würden die extremen Kletterwege auch aufgesucht - in solcher Vielzahl -, wenn es keine Neutourenregistrierung oder noch weniger eine Tagespressemeldung darüber gäbe? -Einer der extremen Kletterkameraden schrieb uns im vergangenen Frühjahr, indem er sich recht impulsiv gegen eine gewisse Zeitungsreportage äusserte: «... Leider gibt es aber auch Bergsteiger, die in grossen Lettern und wo immer möglich mit Photos in den Illustrierten stehen wollen... » Er schildert die Berichterstattung über eine Kletterfahrt, bei der Photos gezeigt wurden, um die Schwierigkeiten dieser besondern Besteigung dem Leser und Beschauer deutlich zu machen, «... die gar nicht von der Route selbst waren! ». Es ist uns ja noch genügend in Erinnerung, wie durch die Reportage eine schon wiederholt durchgeführte Besteigung des Eigers durch die Südflanke zu einer « ersten Winterbesteigung » aufgebauscht wurde, während diese Flanke schon vor sechseinhalb Jahrzehnten, am 7. Januar 1890, bei wirklich winterlichen Verhältnissen und in der Folge wiederholt im Winter durchstiegen worden ist. Es soll damit ganz und gar nicht die sehr grosse Leistung einer spätere Seilschaft herabgemindert werden, wenn sie bereits begangene Führe geht. Es kann sich sogar aus natürlichen Gegebenheiten heraus die Tatsache zeigen, dass eine Jahre zuvor durchgeführte Erstbegehung bei weitem nicht auf solche Schwierigkeiten im Fels und Eis und Schnee stiess, wie sie sich spätere Bergsteigern zeigten. Was gestern in den III. Grad fiel, kann heute im V. liegen, und was vielleicht heute das technische Können eines VI. Grades fordert, kann morgen im IV. stehen! Hat nicht z.B. einer der Bergsteiger, die die Eigernordwand in einem Tage durchstiegen, erklärt, es habe sich hier lediglich um eine Kletterfahrt des IV. Grades gehandelt, während andere Seilschaften - und wohl die meisten - Verhältnisse trafen, die diesen Wanddurchstieg als VI. Grad bezeichnen, ohne dass dabei übertrieben wird.

Wir dürfen das Bergsteigen nicht entwerten, indem wir es auf eine rein technische Spur bringen und vermechanisieren. Das Bergsteigen muss für denjenigen, der es ausübt, ein Aufsteigen zum glückhaften Leben bleiben. Dann kann selbst extremes Klettern ein herrliches Hinaufsteigen sein! Es verliert aber diesen Wert, wenn es zu einer allzusehr vervielfältigten Angelegenheit wird, zu einem blossen Suchen nach Wegen, die noch kein anderer Kletterer gegangen ist, zu einer Leidenschaft des Dranges nach den « letzten Problemen der Alpen ». Wie unsinnig war doch die Behauptung, die in der Tagespresse und in Illustrierten zu lesen war, als der Grand Pilier d' Angle bestiegen wurde, « das letzte grosse Problem am Mont Blanc sei gelöst ». Arme Bergsteigerschaft, wenn sie in diesem gigantischen Massiv der Gletscher und Firne, der Aiguilles und Felsburgen keine Probleme mehr sieht!

Auch müssen wir uns immer wieder dagegen zur Wehr setzen, dass man unsere Berge personifiziert und ihnen gleich einem Kriegsfeind gegenübersteht. Im « Nachrichtenblatt der Sektion Schwaben des DAV » ( das übrigens sehr vorbildlich und lesenswert redigiert ist ) wird z.B. die Tannenspitze-Nordwest-Verschneidung als eine Bergfahrt beschrieben, bei der « eine aalglatte Platte nur mit Hilfe von zwei Haken überlistet » werden konnte und in einem Kamin « ein recht brutales Gelände » getroffen worden sei. Der listige und brutale Mensch übertrage diese Eigen- schaften doch bitte nicht auf den Berg! Denn der Berg steht tatlos dem Menschen gegenüber. Der Mensch geht zum Berg und geht ihn an, nicht der Berg kommt zum Menschen. Der Mensch siegt nicht über den Berg, weil er besonders heikle Stellen auf seinen Führen ( vom Menschen gesuchte Wege und Steige ) überlistete, sondern er siegt über sich selbst, und wenn der Mensch stürzt, so fällt er nicht, weil der Berg ihn von sich warf, sondern einzig und allein, weil der Mensch bestehende Gefahren nicht sah, weil er am Berg versagte. Diese Gedanken äussern wir nicht, um dem grossen Können der Kletterer und ihrer Leistung im extremen Felsen Abtrag zu tun. Ernstes Tun und Handeln haben wir immer geachtet. Aber die junge Generation, die behauptet, wir Alten hätten ihr die Gipfel-Erstbesteigungen « auf den guten Wegen » vorweggenommen, die möge nie vergessen, dass jeder Bergsteiger immer wieder mit seinem eigenen Ich zu Berge steigt. Wir Alten freuen uns an den Taten und Erfolgen der Jungen aufrichtig. Unsere Freude wird aber gehörig abgekühlt, wenn das Bergsteigen zu einer Sensation, zu einem Schausport degradiert wird. Es ist zu schade um das wahrhafte, grosse Bergerlebnis, wenn man es in den Alltag herabziehtAn Neutouren sind bekannt geworden:

Alpstein 1. Stoss Mittagswand.

25. August 1957. Seilschaft Seth Abderhalden und Hanspeter Hürlimann. Erste Begehung des Däumlings, zweiter Westlicher Turm, über den Südpfeiler.

« Aufstieg vom Älpli bis unter die Mittagswand am Stoss ( beim Brunnen ), über die Grashalde zum Einstieg, zwischen dem l.Turm und dem Däumling. Durch einen breiten Riss gerade hinauf, einige Meter rechts über exponierte Platten ( mit Gras leicht bewachsen ), ca. 100 m hoch. Hier beginnt der eigentliche Däumling-Südpfeiler. 15 m hoch hinauf ( 2 H., Ringhaken ), 8 m Quergang nach rechts, stark ausgesetzt ( H. ), und dann ca. 15 m senkrecht empor in einen feinen Riss ( H. ), der abdrängt, zu gutem Standplatz. In einem überhängenden Riss senkrecht aufwärts ( 5 H. ) und nach rechts zu gutem Stand. Knapp an der Pfeilerkante nach links, 8 m über Platten in eine breite Rissverschneidung, auf dem Kopf ( links aussen ) Standplatz. Über feingriffige Platte links hoch, 10 m, zu einem Block und zum Gipfel ( hier wurden 7 Haken getroffen. Abseilhaken ?). » Pfeilerhöhe 250 m, Kletterzeit 5 Stunden, benötigt 25 Haken, 19 stecken gelassen. Schwierigkeitsgrat VI. Nach Mitlg. Kletter-Club Alpstein.

2. Wildhauser Schaf berg.

1. September 1957. Seilschaft Seth Abderhalden und Paul Etter. Erste Begehung der Burst-Westkante am Nassberg.

Kantenhöhe 150 m. Zeit der Erstbegeher 8 Stunden. Schwierigkeitsgrad VI. Geschlagen 33 Haken, 22 steckengelassen. Nach Mitlg. Kletter-Club Alpstein.

3. Dreifaltigkeitstürme.

4. August 1957. Seilschaft Ruedi Solenthaler und Fredy Fässler. Erste Begehung des mittleren Dreifaltigkeitsturmes über die Ostkante. Äusserst exponierte Kletterei, die Hakensicherung erfordert. Zeit der Erstbegeher 2½ Stunden. gr. « Neue Zürcher Zeitung », 6. VIII. 57, Abendausgabe, und R. S., Davos-Platz.

« Einstieg direkt bei der Scharte zwischen dem östlichen und mittleren Turm, dann ca. 1 Seillänge auf der Kante hoch, etwas links haltend in einen Riss, in diesem hinauf und zurück zur Kante; dann weiter über diese bis zu einem glatten Wändchen, die Schlüsselstelle, über diese hinweg und zum Gipfel ». Schwierigkeitsgrad IV, eine Stelle V. Zeit 2¾ Stunden.Mitlg. R. S., Davos-Platz.

4. Bishorn 26. Juli 1957. Seilschaft Maurice Brandt, Adrien und Rose Voillat. Zweite Begehung der Nord-Nordost-Flanke, erster Abstieg.

Die Beschreibung lautet:

« De la cabane Topali suivons l' itinéraire 483 du GAV II et atteignons le Schölijoch. Traversons le Schölihorn ( crampons aux pieds ) sur les dalles verglacées de son versant ouest où nous perdons deux heures. A déconseiller! Parvenus au Bruneggjoch suivons l' itinéraire 376 sur le Glacier de Tourtemagne, passons sous le Bisjoch et gagnons le pied de la face à la verticale du sommet La dénivellation de la rimaye au sommet est d' environ 650 m. Dans une neige grasse nous atteignons sans difficultés la base de la guirlande de séracs qui frangent la glace. Ils nous surplombent ou sont verticaux sauf en un point où l' inclinaison est de 67°. En deux longueurs de corde, nous parvenons sur la barre. A présent la clef de la face est dans notre poche! Suit une longue pente de neige dure d' environ 50° avec encore deux rimayes, puis, c' est la pente sommitale. Elle est de glace vive, d' une inclinaison de 58°. Nous la taillons; dans le brouillard et le vent soufflant en tempête, et sous les coulées de neige poudreuse, nous atteignons le sommet à 17 h. 30. Sous les gifles du vent, immédiatement nous descendons nous abriter à la cabane Tracuit. Nous avons mis 16 h. 30 de Topali.

Le lendemain 27 juillet, la même cordée remonte au Bishorn par temps douteux et vent soufflant en tempête. Nous avons trop longtemps hésité et ne quittons le sommet qu' à midi pour descendre la face par notre trace de montée. A peine sommes-nous descendus de cent mètres que le gros mauvais temps se déchaîne! Brouillard, vent soufflant en rafales et emportant dans sa course des vagues de neige aveuglantes. Parfois nous ne voyons plus où nous posons le pied. La descente de la barre de séracs se fait sous les coulées de neige poudreuse, les marches se remplissent à mesure que nous les dégageons. En 6 heures de descente nous arrivons sur le glacier. La tempête et le brouillard continuent de plus belle. Nous descendons sur la cabane Tourtemagne contre la tempête. A la sortie du glacier la nuit est complète. Parvenus sur un escarpement rocheux où nous ne trouvons pas d' issue, à 22 h. nous bivouaquons. Dès que l' aube grise nous permet d' y voir nous trouvons le sentier à 20 m de notre bivouac. Nous sommes au Gässi. En 20 minutes nous atteignons la cabane convoitée que nous ne connaissons pas. Surprise du gardien à notre arrivée... matinale! Il est 4 h.30. « Die Alpen » 1958, Bulletin, Seite 10.

5. Blümlisalp-Rothorn 10. September 1956 ( Nachtrag ). Maurice Brandt, Adrien und Rose Voillat. Erster vollständiger Durchstieg der Nord-Nordost- Wand und erster Abstieg.

« Cette face fut gravie en partie ( par les rochers de droite, puis en sortant au col, et de là au sommet ) le 15 juillet 1875 par H. Löhnert avec Ch.Hari et F. Ogi ( grand-père du gardien à la cabane Blümlisalp ). L' éperon rocheux à gauche fut gravi le 22 août 1914 par St. Castelli, M. Gobbi, B. Mario.

De la rimaye, sur une pente d' une inclinaison moyenne de 48°, nous nous élevons à la verticale du sommet Les conditions de la neige sont bonnes sauf aux 40 derniers mètres, la pente étant un peu plus raide ( 52° ). Le sommet peu couvert est un beau point de vue. Nous nous abritons d' un vent violent derrière des rochers. Beau temps. Redescendons par la même voie. Horaire ( de la rimaye au sommet ): montée 3 h. 30, descente 2 h. 30. « Die Alpen » 1957, Bulletin, Seite 46.

Bockmattli ( Wägital ) 6. Westwand des Grossen Plattenkopfes.

Erste Winterbegehung am 10. März 1957 durch die Seilschaft Seth Abderhalden und Franz Anderrüthi bei sehr winterlichen Verhältnissen. Für die Besteigung der ca. 280 m hohen, äusserst schwierigen Wand wurden 7½ Stunden benötigt. Mitlg. R. Schatz.

7. Direkte Nordwand des Grossen Plattenkopfes.

Zu dieser am 16. September 1956 durchgeführten Besteigung ( siehe Neutourenbericht 1956 « Die Alpen », Heft I/1957, Seite 39, Nr.8 ) erhalten wir noch folgende Routenbeschreibung mitgeteilt:

« Auf der Route Kost, Hauser und Krebser bis zur Stelle, wo der Seilquergang nach links leitet. Die Seilschaft Max Niedermann und Peter Diener stieg vor dem Seilquergang gerade hoch in der von Überhängen durchsetzten Verschneidung und über das diese abschliessende Dach auf eine geneigte Platte zu gutem Sicherungsplatz. Rechts über die hier ansetzende Verschneidung hinauf, über Überhänge, nach 40 m kleiner Terrasse-Stand! Über diese Stufe ins Risskamin und durch dieses über Überhänge und abdrängende Wandstufe zum Sicherungsplatz unter bauchigem Überhang. Unter diesem auf geneigter Platte 2 m links halten, dann über ihn hinweg und links hoch; weiter wieder rechts haltend in freier Kletterei nach 40 m auf eine Terrasse. Wenige Schritte nach links und dann hinauf in Richtung einer kurzen, glatten Verschneidung. Unter dieser guter Standplatz. Die abdrängende Verschneidung hoch und über blockigen Fels geradewegs zum Gipfel. » Höhe der direkt durchstiegenen Wand ca. 220 m. Kletterzeit der Erstbegeher 11 Stunden. Schwierigkeitsgrad VI. Die meisten Haken wurden steckengelassen. Nach Mitlg. Max Niedermann. Siehe auch « Die Alpen » 1957, Bulletin, Seite 107.

7a. Brüggler Erste Durchsteigung der Südwand, 29. September 1957; Seilschaft R. Schutzbach, Julius Hensler und Christian Hauser.

Der Brüggler, 1776 m, erhebt sich zwischen Köpfler und Wageten, Wägital-Schwändital-Gebiet. Mitlg. Ch. H.

8. Brunegghorn 27. Juli 1957. Seilschaft Maurice Brandt, Adrien und Rose Voillat. Zweite Begehung, aber erste vollständige, und erster Abstieg. NNO-Flanke.

Die obere Wandhälfte wurde am 14. August 1925 von E. R. Blanchet mit Bergführer Kaspar Mooser begangen.

Die Seilschaft Brandt-Voillat berichtet:

« De la cabane Topali - d' où l'on voit si bien cette belle face - nous suivons l' itinéraire 392 du GAV II jusque sur le Glacier d' Abberg. Parvenus au pied de la face ( 3200 m env. ), nous traversons facilement la rimaye, puis nous nous élevons obliquement de gauche à droite - en taillant dans la glace vive - dans la direction d' un rognon rocheux ( 3418 m ). L' inclinaison de la pente varie entre 48° et 50°. En 3 heures nous atteignons la grande terrasse oblique. Par l' itinéraire Blanchet en trois nouvelles heures nous parvenons au sommet. Les conditions vont en s' améliorant au fur et mesure que nous prenons de l' altitude. L' inclinaison de cette dernière pente est de 56° en son milieu et de 58° sous le sommet.

Les mêmes, par la même voie, redescendent en 1 h. 30 à la terrasse, et en 2 heures de la terrasse à l' Abberggletscher. Temps assez beau, 19 heures de Topali à Topali. » - « Die Alpen » 1958, Bulletin, Seite 10.

9. Petit Combin 27. März 1957. Die Seilschaft Denis Bertholet, René Marcoz und Hubert Cretton führte den ersten Durchstieg im Winter durch die Nordwand aus. Die Route führte über den Mittelgrat. Zeit 6¼ Stunden vom Einstieg bis Gipfel. Mitlg. in « Le Rhône », Martigny, 29. März 1957, und « Die Alpen », Bulletin, Seite 106.

Grosser Drusenturm ( Rätikon ) ( mit Bild ) 10. Erste Begehung der direkten Südwand durch Seth Abderhalden und Peter Diener, am 28./29. September 1957.

Dr. Rud. Schatz teilt für den Kletter-Club Alpstein über diese Tour mit:

« Die 500 Meter hohe Südwand des Grossen Drusenturmes wird von einer gewaltigen Schlucht durchrissen, in welcher der normale S-Wandaufstieg ( Burgerweg ) hinaufführt. Links ( westlich ) dieser Schlucht zieht sich, leicht vorspringend, eine mächtige Wand in die Höhe, durch welche die neue Route führt. Sie leitet in fast gerader Linie vom Wandvorbau über ein feines, wenig ausgeprägtes Rißsystem in der Wandmitte hinauf bis zu der gut sichtbaren Höhle im letzten Wandviertel, unter einem riesigen Überhang. Die darüber beginnenden Riss-verschneidungen vermitteln den Weiterweg zum Gipfel, den man etwas westlich des Burger-weg-Ausstiegs betritt.

Routenführung: Einstieg derselbe wie für den Burgerweg. Auf den Vorbau hinauf und da, wo der Burgerweg sich nach rechts wendet, gerade empor bis auf den höchsten Punkt des Vorbaus ( Pfeilerkopf ). Beginn der Schwierigkeiten.

Über eine steile, griffarme Wandstufe ( brüchig ) und durch eine Mulde hinauf, dann leicht links haltend über gestufteren Fels bis unter eine Rissverschneidung ( Stand ). Darin einige Meter empor, nachher leicht fallender Quergang nach links, an zwei abgespaltenen Blöcken hangelnd, bis in eine weitere Rissverschneidung. Diese verfolgt man etwa 10 m weit ( Holzkeil ) und weicht dann nach links aus auf eine Kante. Über diese und einen sich anschliessenden feinen Riss schräg nach rechts in die Verschneidung zurück bis zu einem Graspolster unter einem bauchigen Wulst ( schlechter Stand ). Der Überhang wird von einem dünnen Riss durchzogen, der sich später erweitert und in einer Höhle endet. Dieser Riss ermöglicht den Weiterweg. Beim Beginn der Höhle quert man ca. 3 m nach rechts, steigt dann 2 m gerade hoch und wendet sich nun wieder nach links. Über griffarme Platten erreicht man ein überhängendes Kamin. Man umgeht das abdrängendste Stück, indem man sich zuerst rechts hält, bis man ein kleines Podest erreicht. Von dort wieder nach links in das nun ziemlich glatte und enge Kamin und darin hinauf, etwa 15 m, bis zu kleinem Absatz ( Stand ). In der hier beginnenden Rissverschneidung ca. 35 m empor, bis sie in einer muldigen Nische endet ( Stand ). Traverse 10 m nach links, dann gerade hinauf über abdrängende, kleingriffige Wandstufe zu sehr schlechtem Stand. Nun über abdrängenden, brüchigen Fels in einen brüchigen Riss ( mehrere Haken, 1 Holzkeil nötig ), bis man nach 25 m einen guten Stand erreicht ( dieses Wandstück bietet äusserste Schwierigkeiten ).

Man verlässt den Stand nach links und gewinnt etwas leichteren Fels. Bald wieder leicht rechts haltend steigt man über eine Rippe hinüber zu einer schluchtartigen, schuttigen Rinne. Darin empor zu einer Höhle ( Biwak der Erstbegeher ).

Das Dach der Höhle wird von einem dünnen Riss durchzogen, der den weiteren Aufstieg vermittelt ( sehr stark überhängend, 3 Holzkeile von 9 cm nötig ). Bald erweitert sich der Riss zu einem engen Kamin und schliesslich zur Schlucht, deren Abschluss jene bereits in der Übersicht erwähnte markante Höhle bildet ( guter Biwakplatz ). Man verlässt die Höhle nach rechts über eine kurze, brüchige Stufe und betritt nun eine schuttige Terrasse, immer noch unter dem gewaltigen Höhlendach, welches ganz links eine Bresche aufweist. Durch diese am Anfang überhängend hinauf ( 3 Haken, 2 Holzkeile ), um die Ecke und nach einigen Metern zu Stand am Beginn einer Rissreihe, die sich mit kurzen Unterbrechungen bis zum Gipfel hinaufzieht. Man benützt diese jedoch nicht, sondern wendet sich vorerst nach links, bis man gutgestuften Fels erreicht und nun, wieder rechts haltend, aufsteigt zu kleinem Absatz am Rande der Verschneidung ( guter Stand ). Ein Sporn teilt hier die Verschneidung in zwei Risse. Man wählt den linken, grauen Riss ( kleingriffig, abdrängend, äusserst schwierig ) und verfolgt ihn bis an sein Ende. Ein kurzes Band leitet nach rechts in die nunmehr gut ausgeprägte Riss-verschmelzung, welche später zum Kamin wird. Darin hinauf und nach 1 ½ Seillängen zum Gipfel. » « Wandhöhe 500 m. Reine Kletterzeit 17 Stunden. Schwierigkeit VI A3. Etwa 20 Haken steckengelassen. Empfehlenswert ist, etwa 6 Holzkeile verschiedener Grossen mitzunehmen. »-Nach Mitlg. Kletter-Club Alpstein.

Fava ( Berner Alpen ) Die Seilschaft Maurice Brandt, Adrien und Rose Voillat hat anfangs September 1957 am Fava folgende Erstbegehungen durchgeführt:

11. Nord-Nordwest- Wand.

« De l' Hotel Tsanfleuron par Les Cloujons, le Sex Rouge sur le sentier qui mène à Derborence. Puis nous suivons l' arête et traversons Tête Noire pour atteindre le pied de la paroi. Nous nous élevons verticalement de 40 m environ ( un passage de IV sup .), puis traversons en opposition à droite sous un surplomb ( 20 m ); ensuite nous nous élevons directement au sommet ( IV inf. ). Hauteur de la paroi environ 150 m, trois pitons d' assurance. Rocher généralement de bonne qualité, toutefois par endroit délité. Belle région déserte. » - « Les Alpes » 1958, Bulletin, page 10.

12. Süd-Südwest-Grat.

« Suivre la crête très aérienne tout au long. La dalle bleue près du sommet se passe soit en opposition - attention au rocher encore délitésoit les pieds sur les petits vires côté NW et les mains sur la crête. « Les Alpes » 1958, Bulletin, page 12.

13. Nordflanke.

« Départ du Sanetsch. Deux heures de varappe, pitons pour l' assurage seulement, qualité de la roche: bonne. Ascension recommandable. Descente par l' arête SW, aérienne, et non facile, contrairement aux indications du guide de Dübi. » - « Les Alpes » 1957, Bulletin, page 237.

14. FlSISTOCK Erste Begehung der Nordwand am 25. September 1955, zweite ( Variante ) am 3. August 1956. Seilschaft Hans Hari ( Kandersteg ) und Hellmuth Stoller, Variante: Hans Hari und Frau Bourn ( Virginia, USA ).

« Von der Doldenhornhütte über die Plattenschüsse zum Fuss der Nord wand. Einstieg links neben der grossen Schlucht, über anfangs leichte Felsen in eine Verschneidung, längs dieser zu einem Riss, diesen hinauf bis zu einem Felskopf ( rechts ). Über eine Wasserrinne queren in einen brüchigen Kamin, durch diesen bis auf ein Felssims und weiter hoch, bald links, bald rechts der Wasserrinne entlang bis unter ein Wandstück, das vom Wasser überronnen wird. Hier ca. 10 m nach links queren und dann steil hinauf zum Schuttband. Diese Strecke vom Fuss bis zum Schuttband ist dem Steinschlag sehr ausgesetzt. Man folgt dem Schuttband horizontal nach links bis zu einer tiefen Felsrinne, durchquert diese auf handbreiter Felsleiste, folgt einem schmalen Felsband um die Felsecke zu einem Geröllband, auf dem meistens bis spät in den Sommer hinein noch Schnee liegt. Man folgt diesem der Wand nach, unter einem grossen Überhang durch, bis die Wand die Senkrechte verliert und zurückneigt. Hier vereinigen sich die « erste Route » und die « Variante ». Von hier über glatte, griffarme Plattenfelsen ( von Flechten stark bewachsen ) hinauf zu einem Band, über dieses in einem Couloir hoch, dann rechts, einem schmalen Felswulst folgend auf einen Felsabsatz. Über leichtere Felsen bis ans obere Ende der Wand und in eine grosse Mulde über den Vorgipfelaufschwung. Die Route führt durch den äusserst brüchigen Felsen bis unter einen Überhang, hier nach links um eine Kante und hinauf zum Vorgipfel und von diesem direkt zum Gipfel des Fisistocks. » Die zweite Variante wählt den Einstieg auf der östlichen Seite der Wand, links der Felsschlucht, in die der Biberggletscher mündet. Man folgt den Felsstufen gerade hinauf, links haltend, zu einem Riss, längs diesem hinauf, schwierig, zu einem Felsband und über dieses nach rechts zur Route der Erstbegeher.

Für Route 1: 5 Haken geschlagen, 2 zurückgelassen. Wandhöhe ca. 570 m, Zeit der Erstbegeher 7 Stunden. Schwierigkeitsgrad V. Nach Mitlg. Hellmuth Stoller, Hasli-Frutigen.

15. Fulen ( Kaiserstockgruppe ) 10. Februar 1957, Seilschaft Franz Anderrüthi und Gottlieb Strässle, erste Winterbegehung der Südwand auf der Südwand-Pfeilerroute, die am 27. Oktober 1946 von Kaspar Muff und Martin Mai erstmals erklettert wurde.

Man steigt von der Lidernenhütte oder vom Kinzigpass her zur Roßstocklücke. Skidepot in der Scharte östlich der Lücke. Über die erste Winterbegehung berichtet Gottlieb Strässle ( Luzern ): « Der unterste, sehr brüchige Pfeileraufschwung war in der Anstiegslinie stark vereist und, weil Neuschnee und Schneeabbrüche der vorhergehenden Nacht sie bedeckten, zu gefährlich zu begehen. Die Seilschaft stieg deshalb auf dem vereisten Südwandband zum Pfeilerfuss ab, wobei über eine Bandstufe abgeseilt werden musste. Die Schlüsselstelle war schneefrei. Beim Aufstieg über den Pfeiler überraschte sie ein bis in die Abendstunden andauernder Schneesturm, der das Klettern sehr erschwerte. Abstieg über den Westgrat und die Nordflanke und zum Skidepot zurück. Mit den Ski bis Lidernenhütte gute Abfahrt. » - Einstieg ins Band: 09.30, Südwand-Pfeiler 10.30, Gipfel 15.30, Skidepot 16.40. Nach Mitgl. Gottfried Strässle, Luzern.

S HÖHLENSTOCK ( Uri ) 7. August 1957, Seilschaft Seth Abderhalden und Franz Anderrüthi, erste Begehung der Nordwand.

Eine vom Firnband bis zum Gipfel reichende senkrechte und ungegliederte Felspartie teilt die Nordwand des Höhlenstocks, der auch Wiss Stöckli genannt wird ( 2903 m ), in eine östliche und eine westliche Hälfte. Die Erstbegeher folgten nachgenannter Route:

« Von der Brunnialp ( Schächental ), teils auf Pfadspuren, zum Firnband, 1 ½ Stunden. Einstieg in der linken Wandseite, in der Fallinie des Gipfels. Wo der Schnee am höchsten hinauf-griff, wurde nach links über Platten in eine Verschneidung gestiegen, die auf der rechten Seite von Überhängen flankiert ist. Über Platten aufwärts zu überhängendem Kamin, 150 m vom Einstieg entfernt. 15 m nach links auf einem Band und zu einem Kamin, lose Blöcke, und weiter längs kurzem Riss, rechts haltend, zu kleinem Pfeiler. Senkrecht hinauf zu grossem Schuttband. Von hier 40 m nach links queren und durch ein markantes Kamin 50 m hinauf zu einem Standplatz. Hier wird die senkrechte, ungegliederte Felsflucht, welche die Wand teilt, nach rechts überklettert, man steigt und quert eine Seillänge bis an den Fuss der rechten Rissverschneidung, durch diese hoch bis an die Kante und über diese auf kleinen Pfeiler ( 5 Haken ). Von diesem, weiter nach rechts haltend, aufwärts, 20 m um die Kante ( am Kantenende H. ) und Queren der glatten Platten nach rechts und leichter hinauf zu kleinem Stand ( 1 H. ). Durch flache Rinne nach rechts auf kleinen Pfeilerkopf. Hier wird die westliche Wandhälfte erreicht, die gut gegliedert ist. Auf leichterem Fels einige Seillängen gerade hinauf bis in die Gipfelschlucht, durch diese hoch ( 3 H., im obern Teil liegt meistens Schnee ), bis sich eine Rinne nach rechts zum Westgipfel zieht ( Standhaken ). Von da nach links durch eine Rinne über brüchigen Fels direkt zum Gipfelsteinmann. » Wandhöhe 850 m, Zeit der Erstbegeher 13 Stunden. 11 Haken steckengelassen, benötigt 31, zur Sicherung. Schwierigkeitsgrad V. Nach Mitlg. Franz Anderrüthi, Schwyz.

17. Hundstein Februar 1957. Seilschaft Max Niedermann und Albert Wagner. Erste Winterbegehung der Südverschneidung. Mitlg. Max Niedermann.

18. Jägerhorn ( Monte Rosa ) Am 2. April 1957 hat die italienische Seilschaft Gallarate und Varese von der Capanna Belloni aus die erste Winterbegehung der Ostwand durchgeführt. Sie benötigte 8 ½ Stunden von der Hütte zum Gipfel. Diverse Zeitungsmeldungen.

Jägihorn ( Bietschtal ) 19. 12. August 1956 ( Nachtrag ), Seilschaft Charles Steinmann und Edi Keusen, erste Begehung des Ostgrates, der sich weit ins Bietschtal vorschiebt und mit steilen Platten auf etwa 2000 m gegen den hintern Talgrund abfällt. Das tiefeingegrabene Bachbett trennt seine linke Flanke von den Hängen des Rämi.

Ausgang von der Alphütte im Bietschi oder von der - auch von Schafen benützten - Höhle im Jägisand, von wo ein Pfad zum Rämistafel führt.

« Links halten, Bäche oberhalb der Schlucht überschreiten; bis zu einem Couloir ansteigen unterhalb einem breiten grauen Felsband, durch das der Ostgrat auf 2350 m erreicht wird. Ca. 3 ½ Stunden vom Jägisand. Wenig oberhalb beginnt das Klettern am ersten Gratturm, der, wenig rechts haltend, über solidem, schwierigem Fels erstiegen wird ( 1 ½ Stunden ). Es folgt ein leichter Abstieg in die Scharte vor dem zweiten Turm, der direkte Aufstieg über den Grat zum Turm II ( ca. 2730 m, 45 Minuten ). Es schliesst ein kurzer Abstieg an, dann ein längeres, schwach ansteigendes Gratstück, dem ein glatter Steilaufschwung folgt, von ca. 10 m Höhe, der links überwunden wird, kleine Griffe, sehr schwierig. Steiler Aufstieg auf Turm III ( ca. 2890 m, l¾ Stunden ). Ein einfacher Abstieg führt auf ein Schuttband, das mit einer Sekundärrippe die Verbindung zum Gipfelgrat herstellt. Von hier durch eine breite Rinne gerade hinauf, dann, etwas rechts haltend, zum sehr steilen Grat. Über diesen zwei sehr schwierige Seillängen hinauf ( eine Stelle extrem schwierigbis zur obersten Gratschulter vor der 50 m hohen Gipfel wand, deren Durchsteigung aber etwas leichter als die vorgehende Gratpartie ist, wobei man etwas links hält und den Gipfel ( 3080 m ) in luftiger Kletterei erreicht ( vom 3. Turm bis Gipfel 2¼ Stunden, sehr schwierig ). Schöne Kletterfahrt in solidem Urgestein. » Zeit für die Erstbegeher 10 ½ Stunden. Nach Mitlg. Ed. Keusen, Bern.

20. 24. Juni 1956 ( Nachtrag ), Seilschaft Charles Steinmann und Edi Keusen, erste Begehung des Südgrates.

« Du glacier au col situé entre le Jägihorn et le Grosshorn, suivre la route décrite dans le Guide des Alpes Bernoises ( tome III ), sous chiffre 58 b.

Du col, contourner un premier ressaut sur la gauche pour se porter au pied du second que l'on gravit par l' arête. Puis se dresse un gendarme; descendre de quelques mètres sur le versant Bietschtal, rejoindre un couloir d' environ 12 m, le suivre jusque sur l' arête. Traverser celle-ci et par le versant Jjolital aller au col se trouvant sous un grand ressaut. Escalader celui-ci verticalement sur une quinzaine de mètres ( 2 pitons, 4e degré ), puis viennent 15 m plus faciles. Le ressaut sommital est escalade légèrement sur le versant Bietschtal: exposé, très bon rocher. Depuis le col, 2 h. 15 min.

Du sommet sud, pour se rendre au sommet nord, suivre l' arête jusqu' au pied du dernier ressaut. Escalader ce dernier de face sur quelques mètres, puis continuer la progression sur le versant Bietschtal en suivant un couloir qui conduit à une arête. Suivre celle-ci jusqu'au sommet; 45 min., avec passages difficiles et exposés. Très belle varappe.

Nous avons ensuite continué par l' arête nord et avons ainsi réalisé la traversée sud-nord du Jägihorn. » - Nach Mitlg. Charles Steinmann.

Dieses Jägihorn ist nicht mit dem weiter nordöstlich, zwischen Bietschhorn und Breithorn stehenden Jägihorn des Südgrates des Breitlauihorns zu verwechseln, welches im Juli 1948 von L. M. Henchoz, Betti und Ernst Favre überschritten wurde ( « Alpen » 1949, Neutourenbericht Nr. 32 ).

Kaiserstock ( Uri ) 21. 18. August 1957, Seilschaft Ruedi Hauke und Franz Anderrüthi, erste Begehung der Nordostwand.

« Der Einstieg befindet sich am rechten Ende des gelbroten Felsüberhanges, der ca.50 m hoch ist. Über kleingliedrigen Fels, rechts haltend, zu kleinem Überhang ( 1 Haken ), über diesen durch eine kurze Verschneidung hinweg zu einem Querband hinauf. Weiter durch eine Verschneidung nach links und über leichter werdenden Fels zur Gipfelwand und direkt durch diese zum Gipfel. » Wandhöhe ca. 200 m, Zeit der Erstbegeher 1 ½ Stunden, Schwierigkeitsgrad III und IV, eine Stelle V.

tp'-y:1U1^ 22. Gleicher Tag, gleiche Seilschaft, erste Begehung der direkten Südwestwand.

« Einstieg in der Fallirne des Gipfels. Über Platten senkrecht hinauf durch eine wenig ausgeprägte Verschneidung ( 3 H. ) zu kleiner Höhle ( Stand-H. ). Mehrere Meter hoch und dann auf kleinem Felsband ca. 10 m nach rechts queren ( H. ). Im kleinen Riss senkrecht hinauf, 15 m ( H. ), dann nach links in der grossen Gipfelverschneidung empor ( 3 H. ) und zuletzt auf der linken Verschneidungskante zum Gipfel. Alle 9 Haken steckengelassen. » - Der von Gerecht und Wechsler begangene Südwandweg befindet sich weiter östlich dieser beschriebenen Route.

Wandhöhe 160 m, Kletterzeit 2½ Stunden. Schwierigkeitsgrad V. Nach Mitlg. Franz Anderrüthi, Schwyz.

23. KlNGSPITZ-NORDPFEILER 25. August 1957, Seilschaft Max Niedermann und Franz Anderrüthi. Erste Begehung des Nordpfeilers.

Den Fuss des Nordpfeilers erreicht man auf der Nordostwandroute, der man bis zum ersten Trichter folgt, um dann, rechts haltend, über Stufen in die rechte, nördliche Flanke des Pfeilers zu gelangen. Oder man quert über die sog. Ochsenplatte und die anschliessenden Felsbänder unter dem Kastor zum Pfeilerfuss. Die Routenführung wird von den Erstbegehern wie folgt angegeben:

« Über Plattenstufen auf der rechten Seite des Pfeilers hinauf bis unter eine brüchige, überhängende Felsbarriere. Über steile Platten ( Haken ) in einen Riss nahe der Pfeilerkante queren, diesen in freier Kletterei hinauf bis zu gutem Standplatz. Einen weitern hier ansetzenden Riss ca. 20 m hoch, dann kurze Traverse nach links und um die Pfeilerkante zu Standplatz. Auf dieser linken Seite des Pfeilers ca. 12 m hinauf auf eine Schulter ( H. ) und über diese ca. 15 m in die rechte Flanke queren ( H. ) auf einen Absatz als Standplatz. Über Stufen zu einem kleinen Riss, an diesem hoch und dann leicht links haltend in eine Rinne, welche zu einem 30 m hohen Riss leitet, der sich oben zu einem Kamin erweitert. Darüber Standplatz. Weiter rechts hochhaltend unter einer Verschneidung querend zu einer kurzen, abdrängenden Stufe und über diese zu einem Stand. Durch kurzen Kamin hoch zu schuttigen Stufen, welche rechts zu einer Riss-Verschneidung hinauf leiten, die auf dem Gipfelgrat endet. Verglichen mit der Nordostwandroute hat die Nordpfeilerroute einzelne schwierigere Stellen. » Pfeilerhöhe ca. 500 m.

Kletterzeit der Erstbegeher ca. 9 Stunden. Schwierigkeitsgrad V, einzelne Stellen VI, mitunter Partien III-IV. Nach Mitlg. Max Niedermann.

24. Kirchlispitze ( Rätikon ) 31. Mai 1957, Seilschaft Max Niedermann und Toni Hiebeier, erste Begehung der Südwand Wandhöhe 300 m, guter Fels für freies Klettern. Zeit der Erstbegeher 5 Stunden. Schwierigkeitsgrad bis IV, einzelne Stellen V, eine Stelle V+. Nach Mitlg. Albert Wagner, Krummenau.

25. Lauchernstock ( Obwalden ) 13. Oktober 1957, Seilschaft Kurt Grüter und Franz Anderrüthi, erste Durchsteigung der Südwand.

Die Südwand wird in der Wandmitte von einem grossen Band durchzogen, das vom Gross Planggen bis zum Ostgrat sich hinzieht. Durch den untern Wandteil führen drei Verschnei- düngen, wovon die mittlere in halber Höhe durch ein ausgeprägtes Dach abgeschlossen wird. Der gewählte Aufstieg führt durch diese Verschneidung.

« Zugang von der Rugghubelhütte des SAC ,'A Stunde, über Schrofen, rechts haltend, zur Verschneidung aufsteigend. Durch diese hinauf bis unter das Dach, zwei Seillängen. Links das Dach übersteigen ( 2 Haken ) auf kleinen Standplatz ( H. ), Quergang nach links, 4 m, und durch die Verschneidung hinauf bis zum grossen Band. Man folgt diesem bis zur Gipfelfall-linie.Von hier zieht sich weniger steile Felspartie nach links aufwärts, über die man aufsteigt, bis sie senkrecht wird ( rechts 1 H.)- Zuerst gerade hoch, dann kurz nach links queren und wieder hinauf ( 1 H. ) und nach links zu Stand ( 1 H. ). Von hier senkrecht hinauf über rötlichen Fels auf ein Band und dieses 20 m nach links queren und die hier beginnende Verschneidung hinauf bis zum Gipfel. » Wandhöhe 300 m, Zeit der Erstbegeher 10 Stunden. 34 Haken gebraucht, die Hälfte steckengelassen. Schwierigkeitsgrad V, einzelne Stellen VI. Nach Mitlg. Franz Anderrüthi, Schwyz.

26. LONZAHÖRNER 15. August 1957, Pierre Desaules ( Alleingang ), direkter Durchstieg in der Nordwand.

Pierre Desaules wählte nicht die im August 1936 von Ulrich Süd und Kurt Loëb begangene Route über den Distliggletscher und die Nordwandrippe ( Route 104 a des Hochgebirgsführers durch die Berner Alpen ), sondern einen Aufstieg, der durch die westliche Wandhälfte führt. Er hatte schon 1947 mit Eric Fink eine Variante zur Route 104 a gefunden ( 1046 ), die im obersten Teil in die Route der Erstbegeher übergeht und über die Felsrippe zum Gipfelgrat leitet. Die neue Führe beginnt in der Gletschermulde des westlichen Distliggletschers und geht über die Rippe zum Gipfelgrat-P.3560 m. Nach Jean-Roger Rebierreim « L' Express », Neuchâtel, 23. 6. 57.

27. Meiggelenstock ( Uri ) 4. August 1957, Seilschaft Sepp Jnwyler und Fridolin Haider, Begehung der Südwand. Wandhöhe ca. 200 m, Kletterzeit 5 Stunden, Schwierigkeitsgrad IV bis V, 2 Seillängen VI A2-A3. ( Genauere Routenführung wurde nicht mitgeteilt. Wir vermuten, dass Durchstiege schon von Urner Jägern ausgeführt wurden, denn vor Jahrzehnten war dies ein von Gemsen gut besetztes Gebiet. ) 28. Mont Blanc de Moming 8. September 1957, Seilschaft Maurice Brandt, Adrien und Rose Voillat. Erste Besteigung im Auf- und Abstieg des Eperon de Moming.

« Du pied du versant E du Mont Blanc de Moming nous traversons le Glacier de Moming ( itinéraires 354 et 349 du GAV ) pour gagner le pied de l' éperon. Cet éperon se situe à mi-chemin environ entre la face nord du Rothorn de Zinal et la face nord de la Pointe nord de Moming. Il relie le Glacier de Moming à la Terrasse de Moming, qui, elle, s' étend de l' Epaule du Rothorn de Zinal au pied du Col de Moming. Cette immense vire glaciaire fut parcourue à ski par Koni Brunner, Ruedi Schmid et Ali Szepessy le ler avril 1945 de l' Epaule du Rothorn au Glacier de Moming, puis - aussi à ski - par Mme Behrens, Otto Furrer et Alexander Graven le 15 juin 1945, de l' Epaule du Rothorn au Col de Moming.

Un couloir de neige... ou glace! descend entre deux lèvres rocheuses au coin de l' éperon. C' est la voie que nous choisissons, supposant ( gâtés que nous sommes ) trouver très probable- ment les excellentes conditions de neige que nous venons d' avoir au Blanc. Deux longueurs de corde, et... déjà nous grimpons sur les rochers de droite. Tout le couloir est en glace « verre de bouteille » recouverte de quelques centimètres de neige fraîche. Très mauvaises conditions de fin de saison. C' est dur, et surtout très long à tailler. Nous n'en sortirons pas avant la nuit. Comme c' est notre troisième tentative, nous persévérons néanmoins. Sur les rochers, en partie recouverts de glace, nous varappons les crampons aux pieds. Ils sont par ailleurs très utiles quand l' éperon est tout en glace. Les rochers permettant l' assurage, nous limitons les marches à leur grandeur minimum, parfois seulement elles ne reçoivent que deux pointes de crampons. L' inclinaison moyenne de l' éperon est de 54°, mais entre les rochers, nous mesurons sur certaines pentes une inclinaison maximum de 68°. La longueur de la pente est d' environ 400 m. Six heures après avoir passé la rimaye nous débouchons sur la Terrasse de Moming. Une neige profonde nous oblige à un travail de charrue pour faire la trace.Vu ces conditions, nous décidons de redescendre par le couloir de l' éperon. En 2 h. 30 nous atteignons la rimaye. Retraversant le Glacier de Moming nous montons à l' arête du Blanc ( par l' itinéraire 354 du GAV ), où nous débouchons à la nuit. Sous un ciel constellé, puis par un magnifique clair de lune, nous suivons l' aérienne crête de neige qui mène au pied du Rothorn de Zinal. Une trace nous ramène à la Forcle. C' est à 23 heures que nous arrivons à la cabane du Mountet, soit 20 heures après l' avoir quittée. » - « Les Alpes » 1958, Bulletin, page 12.

29. Mont Durand 9. September 1957. Seilschaft Maurice Brandt, Adrien und Rose Voillat. Erste Begehung der Nord-Nordwest-Wand im Abstieg.

« Du sommet nous descendons directement sur la terrasse. Puis nous longeons la barre de séracs en descendant direction ouest. Parvenus à l' endroit où elle n' est plus verticale - donc, plus de risques de chutes de séracs - nous descendons verticalement la pente, puis des cheminées jusqu' au glacier. L' inclinaison de la pente de neige varie entre 57° à 59°, et la longueur de la pente ( des séracs à la rimaye ) est de 660 m. Dénivellation de la rimaye au sommet, environ 550 m. » - « Les Alpes » 1958, Bulletin, page 10.

30. Montorbon 1. September 1956. Seilschaft Maurice Brandt, Adrien und Rose Voillat. Erste Begehung der Nord-Nordwest- Wand.

« De La Fava nous suivons la crête en direction SE jusqu' au pied de la paroi. Sous un léger surplomb, à droite, chevaucher un feuillet, puis s' élever verticalement à gauche pour atteindre une vire inclinée. De là, escalader des fissures, puis une cheminée se dirigeant légèrement à gauche ( celle de droite est très délitée près du sommet ) A la sortie de la cheminée, par du rocher délité ( 10 m ) on gagne le sommet La hauteur de cette paroi est d' environ 80 m et les difficultés du IV inf. Le retour est facile en passant par Torgneu, Pointet, La Pierre, et Glarey. » - « Les Alpes » 1958, Bulletin, page 12.

31. MÜRTSCHENSTOCK 30. September 1956 ( Nachtrag ). Seilschaft Armin Steiner und Karl Geigenmüller, erster Durchstieg der Westwand des Mürtschen-Faulen.

Die Route führt ziemlich in der Fallirne durch die Wand. Einstieg bei einem Felsvorbau am Fuss der Wand und von da gerade hinauf.

Wandhöhe ca. 750 m, Kletterzeit der Erstbegeher 12 Stunden, einige Sicherungshaken sind nötig, Schwierigkeitsgrad V.

Wie uns a.CP Mathias Jenny, Glarus, mitteilt, wurde diese Route wiederholt versucht, das Ziel aber nicht erreicht, da die Kletterfahrt halbwegs abgebrochen werden musste und meistens in die sog. « Fynnroute » ausgewichen wurde ( Clubführer, Route 144 ). Nach Mitlg. Karl Geigenmüller, Winterthur.

Grosser Mythen 32. 31. März 1957, Seilschaft Franz Anderrüthi und Kurt Grüter, erste Begehung der Gelben Westwand.

« Auf dem Weg zum „ Gelben Wändli " bis zu den beiden markanten Tannen. Ungefähr 10 m links davon befindet sich ein grosser, von der Wand abstehender Felsblock. Hier wird eingestiegen und einer gelbroten Verschneidung gefolgt bis zu einem Stand ( Haken ). Ca. 4 m gerade empor, dann nach links in eine seichte Mulde; von da Quergang nach rechts ( H. ) zu schlechtem Stand. Senkrecht hinauf, dann über einen überhängenden Wulst ( H. ) und Quergang nach links ( H. ) und auf einem aufwärtssteigenden Band wieder nach rechts. Über rasendurchsetzten Steilfels auf ein grosses Band und zum obern Ende der Wand. » Kletterzeit der Erstbegeher 7 Stunden, 4 Seillängen ( ca. 160 m ), Schwierigkeitsgrad bis VI. Vermehrte Hakensicherung und Holzkeile sind empfehlenswert. Nach Mitlg. Bergsteigergruppe Alpina, Luzern.

33. 27. Oktober 1957. Seilschaft Kurt Rüegg und Franz Anderrüthi. Erster direkter Durchstieg der Südwand des Weissnollens.

« Einstieg beim Nollenbrünneli, 5 m links beim kleinen Felsvorbau. Direkt hinauf zu einem rechts befindlichen Haken. Die stark abdrängende Wand zwingt linkszuhalten, über kurze Platte und durch eine Verschneidung ( H. ) zu kleinem Standplatz ( H. ). Eine Seillänge leicht rechts haltend hinauf, um eine Felsecke zu schlechtem Stand ( Ringhaken ). Gerade empor und links durch die Wand zu einer Rinne, drei Seillängen hoch auf die linke Gipfelkante und über diese zum Nollengipfel. » Wandhöhe 150 m, Zeit der Erstbegeher 6 Stunden, Haken 12, Schwierigkeitsgrad erste Seillänge bis VI, nachher IV. Nach Mitlg. Franz Anderrüthi, Schwyz.

34. 3. Februar 1957, Seilschaft Gottlieb Strässle und Franz Anderrüthi, erste Winterbegehung der direkten Westwand, bei guten Verhältnissen. Abstieg über den Geißstockriss. Nach Mitlg. Franz Anderrüthi, Schwyz.

35. 28. April 1957, Seilschaft Kurt Grüter und Franz Anderrüthi, erste Begehung der Geißstock-Südostwand.

« Die Südostwand des Geißstockes wird in der Mitte von einer gut sichtbaren Verschneidung durchzogen, die von der Wandmitte bis zum obern Rand führt. Ca. 15 m rechts der Fallinie dieser Verschneidung befindet sich der Einstieg, über steile Felsstufen zu Standplatz ( Ringhaken ) hinauf und durch eine wenig ausgeprägte Verschneidung ( in deren Mitte ein kleiner Ahorn steht ) zu grossem Querband ( Haken ). Ca. 8 m nach links und senkrecht empor, dann nach links queren ( 2 H. ) und hinauf zu einem Stand ( H. ). Von hier das ansteigende Band ( Unterbrechungsstelle ) nach rechts ca. 20 m und höher zu einem Stand ( 2 H. ). 3 m nach rechts queren ( H. ) und 10 m hoch zu Standplatz ( 2 H. ), durch die rechts beginnende Ver- schneidung bis unter ein Dach empor, nach rechts queren und gerade hoch, über eine glatte Platte, nach links aufwärts queren, durch kurze Verschneidung empor und rechts zu spärlichem Stand ( 16+2 H ). Über geneigtem Fels 15 m hoch zu Stand ( 2 H. ), über die gelbroten Felsen hinauf ( 6 H. ) nach links in die grosse Rissverschneidung und hinauf ( 40 m ) zu einem Stand ( H. und Block zur Sicherung ). Durch einen Kamin und die Rissverschneidung empor bis zu deren Ende, über glatte Platten nach rechts zu Stand ( Haken und Keile im Riss nicht alle zuverlässig !). Nach links aufwärts zur Kante und über diese ( 2 H. ) auf den Geißstock. Alle Haken und Keile steckengelassen. » Wandhöhe 250 m, Kletterzeit 15 ½ Stunden, Schwierigkeitsgrad VI und a II bis a III. Nach Mitlg. Franz Anderrüthi ( Schwyz ).

36. Petit Mont Collon 30. Juni 1957. Seilschaft Maurice Brandt, Adrien und Rose Voillat. Erster Abstieg durch die Nordwand. Aufstieg 4 Stunden, anschliessend Abstieg in 3 Stunden. Wandhöhe 400 m, 56° 58° Neigung. « Die Alpen » 1957, Seite 180.

37. Ruchenfensterturm ( Windgällengruppe ).

31. März 1957, Seilschaft Eugen Bender und Albin Schelbert. Erste Winterbegehung durch die Südflanke. Im Sommer wurde diese Besteigung bisher viermal ausgeführt. Albin Schelbert hat sie auch im Sommer begangen und bezeichnet die Winterfahrt als ganz bedeutend schwieriger ( Route 465 des Clubführers Urner Alpen ).

Zeit Windgällenhütte AACZ bis Gipfel 10 ½ Stunden. Nach Mitlg. Albin Schelbert ( Basel ).

38. Ruchennadel ( Windgällengruppe ) 2. September 1957. Seilschaft Eugen Bender und Albin Schelbert. Erste Begehung der Südwand.

« In der Fallinie steigt man senkrecht über gestufte Felsen und erreicht nach ca. 150 m Höhe eine Rinne, steigt durch diese nach links auf die mittlere Rippe, über diese und ein senkrechtes Türmchen in die folgende Scharte.Von hier nach links queren zu einem Riss, der nach rechts hinaufführt und direkt in die Gipfelfelsen leitet und durch diese zum Gipfel. ( Im untern Drittel hatten die Erstbegeher heftigen Steinschlag, da im obern Wandteil loser, nach aussen abwärtsgerichteter Fels ansteht. ) » Einstieg bei Routen 468 bis 474 Clubführer Urner Alpen.

Wandhöhe ca. 500 m, Kletterzeit 4 Stunden, Schwierigkeitsgrad IV. Nach Mitlg. Albin Schelbert ( Basel ).

39. Ruchigrat ( Glarus ) 6. Juli 1957, Seilschaft Hans Frommenwiler und Bergführer Jakob Schiesser. Erstbegehung der Ostwand. Mitlg. David Schiesser, Nidfurn ( GL ).

Salbitschijen 40. Südpfeiler des Hauptgipfels.

Erstbegehung am 23.September 1956. ( Nachtrag. Siehe Neutourenbericht 1956, Nr. 33, « Die Alpen » 1957, I. Vierteljahresheft, Seite 44. ) Wir erhalten betreffend die Routenführung von der Seilschaft Max Niedermann und Peter Diener noch folgende Mitteilung:

« Einstieg in die ausgewaschene Verschneidung, die in der Fallirne des Pfeilers hinaufführt. Durch diese Verschneidung hoch, bis sie sich nach zwei Seillängen zu einer Schlucht weitet und nach einer weitern Seillänge zu einem Kamin sich schliesst. Nach dem Kamin in der breiten Schlucht aufwärts, bis sich diese am eigentlichen Fuss des Südpfeilers gabelt. Eine Seillänge in der linken Schlucht hoch, dann über Risse, Platten und Verschneidungen in dem Südwesten zugekehrten Wandteil hinauf, meist hart an der Pfeilerkante, nach fünf Seillängen auf den schneidenartigen Rücken des Pfeilers. Über diesen erreicht man nach einer Seillänge den Ausstieg des Südgrates. » Wandhöhe 450 m. Kletterzeit der Erstbegeher 7 Stunden. Schwierigkeitsgrad: einige Seillängen V obere Grenze, im weitern IV bis V, in der Felsschlucht II bis III. Nach Mitlg. Max Niedermann.

41. Turm III.

1. August 1957. Seilschaft Sepp Inwyler und Fridolin Haider. Erste Begehung der Südwand.

« Durch einen breiten Riss ( durch den Wandfuss ) zum eigentlichen Einstieg, der unmittelbar unter dem auffallenden, die halbe Wand durchziehenden Riss liegt. Über eine senkrechte Stufe und 2-3 m im Riss selbst ( Haken ). Von hier fallender Quergang nach links in eine Rissverschneidung. Durch diese aufwärts bis in den breiten, senkrechten Riss ( VI, Al ). An der rechten Begrenzungswand aufwärts bis zu einer Nische und über einen kleinen Überhang in eine glatte Verschneidung. Mit Holzkeilen, z.T. mit Haken darin aufwärts ( VI, A2 ) bis zu schlecht sitzendem Ringhaken. Von hier kurze, äusserst schwierige Querung nach links zu gutem Standplatz. Einige Meter gerade hinauf. Dann quert man wieder nach rechts in einen breiten Riss. Auf der linken Begrenzungswand desselben empor und dann wieder im Riss selbst, bis dieser unter einem Überhang endet. Schräg rechts aufwärts in ein Rißsystem, diesem folgend zu abschüssigem Stand, über grasbesetzte Risse und Stufen hinauf zu einem Band. Querung nach links in eine senkrechte Doppelverschneidung. Im rechten Winkel ca. 50 m empor ( VI, A2/A3 ), dann Querung in den linken Winkel und dann weiter durch die Doppelverschneidung, die immer enger wird und in einem Dachüberhang endet. Nach rechts hinauf und in der freien Wand senkrecht empor bis zu einem feinen Querriss ( VI, A2/A3 ). Querung nach links und hinein in den Riss, den man bis zu seinem Ende verfolgt. Standplatz! Mit Schulterstand in einen senkrechten Riss. Zuerst mit Hakenhilfe, dann in freier Kletterei zum Gipfel des Turmes. » Wandhöhe ca. 300 m. Zeit der Erstbegeher 10 Stunden. Schwierigkeitsgrad VI, A2 bis A3. Die Haken und Holzkeile wurden steckengelassen. Nach Mitlg. Adolf Inwyler ( Luzern ).

Im Gebiet des Salbitschijens haben sich auch in diesem Jahr wieder starke Verwitterungen und Steinschlag gezeigt, so dass immer wieder damit gerechnet werden muss, dass bisher begangene und beschriebene Kletterwege namhaften Änderungen unterworfen sind.

42. Schafstöckli ( Schwyz ).

18. August 1957. Seilschaft Roger Schutzbach und Julius Heusler. Erste Begehung der Westkante - hinter dem namenlosen Turm -, die eine Höhe von ca. 200 m aufweist und wegen des brüchigen Gesteins bisher gemieden wurde. Nach Mitlg. Christian Hauser ( Siebnen-Gal-genen SZ ).

Schere ( Churfìrsten ) 1./2. September 1957, Seilschaft Hans Frommenwiler und Viktor Willi. Erste Begehung des Westpfeilers.

« Westlich des letzten der eigentlichen Churfirsten, des Selun, zieht sich ein grasbewachsener Kamm bis zum Gipfel der Schere, deren Südabsturz den Abschluss der grossen Churfirsten-wände bildet. Dieser Absturz besteht aus zwei durch eine tiefe Schlucht getrennte Pfeiler von über 500 Meter Höhe; es sind wohl die höchsten Flanken der Churfirstensüdseite und gleichzeitig die steilsten. Der linke, westliche der beiden Pfeiler wurde 1957 in 20 Stunden durchstiegen, nachdem die untere Wandhälfte schon früher vorbereitet worden war. » Schwierigkeitsgrad VI. Mitlg. Kletter-Club Alpstein.

44. Scheienfluh ( Rätikon ) 9., 10. und 11. Juni 1957. Seilschaft Max Niedermann und Peter Diener. Erste Begehung der Südwestwand.

Die unter dem Namen Scheienwand bekannte Südwestwand der Scheienfluh zeigt in ihrer Mitte eine riesige Verschneidung, welche die obern zwei Drittel der Wand durchzieht. Den untersten Drittel nimmt ein Pfeiler ein, dessen Kopf etwas links der Wandverschneidung steht.

« Die linke, westwärts zugekehrte Wand dieses Pfeilers wird von einem Riss durchzogen. Man steigt einige Meter auf grasigen Schrofen hinauf, quert dann in brüchigem Fels in den Riss, klettert diesen hoch und gelangt auf eine schuttige Rampe, die unter einem Überhang endet. Standplatz. Nach Überwindung des Überhanges einige Meter hoch, dann rechts um die Kante in die offene Wand, an kleinen Rissen empor in eine kurze, gelbe Verschneidung, diese hinauf zu einer weitern Verschneidung, die sich bald zu einem Riss verengt, der in den Stufen des Pfeilerkopfes ausläuft. Auf der Höhe des Pfeilerkopfes erster Biwakplatz der Erstbegeher. Vom Pfeilerkopf über Stufen rechts hochklettern, um die Kante in die linke Wand der Verschneidung, die Flanke queren und im Grund der Verschneidung zu Stand. Nun in drei Seillängen die grösstenteils abdrängende Verschneidung hinauf, bis unter einen etwa 4 m herausstehenden Überhang, über diesen hinweg auf ein kleines Band und zu einem Standplatz, zweiter Biwakplatz. Von hier einige Meter rechts hoch, um eine Kante und weiter ca. 5 m in die linke Wand einer Felsschlucht hinüberqueren, bis zu einem mit zwei Holzkeilen versehenen Abseilhaken. An diesem etwa 25-30 m schräg in die Schlucht abseilen, dann in dieser 50 m hochsteigen, bis diese sich ins Berginnere verliert. Durch ein enges Loch gelangt man wieder in die offene Wand. Die stark abdrängende Wandflucht ( eine Seillänge ) gerade hochklettern und Traverse nach links über herausdrängende Platte bis unter einen Überhang, über diesen hinauf, noch 3-4 m schwierig hoch bis auf geneigtere Felsstufen und hinauf zum Gipfel. » Die Seilschaft bezeichnet diese Fahrt als mit den schwersten Dolomitenrouten vergleichbar. Diese Südwestwand hatte bisher zahlreichen Begehungsversuchen anerkannt guter in- und ausländischer Seilschaften getrotzt und wurde als nicht erkletterbar bezeichnet.

Wandhöhe 350 m. Kletterzeit der Erstbegeher 26 Stunden, zusätzlich zwei Biwaks. ( Total 51 Stunden. ) Schwierigkeitsgrad VI obere Grenze, technische Schwierigkeiten A3. Es sind immer wieder äusserst schwere und gewagte Freiklettereien notwendig sowie schwere Hakenarbeit. Nach Mitlg. Max Niedermann ( Winterthur ).

Die Alpen - 1958 - Les Alpes17 45. Schwarzhörner-Sattelhorn Nachtrag: Erste Begehung am 24.Oktober 1954. Seilschaft Bergführer Hans Hari ( Kandersteg ) und Hellmuth Stoller.

Der Schwarzhörnergrat führt von der Westseite zum Sattelhorn, P. 2296. In der Landeskarte wird P.2376 als « Sattelhorn » bezeichnet, während die Einheimischen P.2296 diesen Namen geben und den Grat zwischen P. 2296 und 2202 Giesenengrat nennen, anschliessend der Rüedrichsgrat.

Der Anmarsch erfolgt am ratsamsten von Kandergrund aus über Ruteni zur Schlafegg. Skihütte des Skiclubs Kandergrund. Von da 1 Stunde bis zum Einstieg zum Schwarzhörnergrat, sehr guter Pfad bis etwa eine Viertelstunde unterhalb Weg Sattelwanne-Sattelhorn. Man verlässt diesen Weg und geht rechts aufwärts, quert den Graben auf einem Felsrücken unter dem ersten Schwarzhornturm, unter diesem durch zum südlichen Fuss. « Anfangs über leichtere Felsen, der Kante entlang hinauf in ein Couloir, durch dieses und dann nach rechts wieder auf die Kante. Man folgt dem Grat auf die Spitze des ersten Turmes, über eine scharfe Felsschneide ca. 30 m abwärts in die Scharte vor dem zweiten Turm. Von dieser, leicht links haltend, eine Seillänge hoch auf einen Standplatz, dann 2 m nach links und hinauf zu einem Sicherungsplatz. Über die Gratkante auf flechtenbewachsenen Felsen auf die Spitze des zweiten Turmes, von welchem auf dessen Südseite 2 x 40 m in die Scharte vor dem dritten Turm abgeseilt wird. Über kurzen Grat zum dritten Turm und über dessen Nordgrat zur Spitze und in die dritte Scharte hinauf und direkt zur Wand des Sattelhorns. Über losen Fels ca. 60 m hoch zu kleinem Sicherungsplatz, ca. 6 m nach rechts und dann 20 m senkrecht hinauf unter einen Überhang, wo eine Nische für den Sichernden gut Platz bietet. Von hier wird nach links zum Grat gequert und über den Grat die Spitze des Sattelhorns erreicht. 3 Haken geschlagen und steckengelassen. » Höhe vom Fuss des Schwarzhörnergrats bis Sattelhorn 300 m. Kletterzeit 5 Stunden. Schwierigkeitsgrad V bis VI. Nach Mitlg. Hellm. Stoller.

Grosser Simelistock 46. 1. September 1957. Seilschaft Franz Anderrüthi und Max Niedermann. Erste Begehung der rechten Flanke der Nordwand, die durch zwei Plattenfluchten in die rechte, dem Kleinen Simelistock zugewandte Seite und die linke Seite geteilt wird. Die begangene Route mündet ca. 120 m unter dem Gipfel im sogenannten Leubnerriss. Durchgehend schöne, freie Kletterei, die vereinzelt Standhakensicherung verlangt. Wandhöhe ca. 400 m. Nach Mitlg. Max Niedermann.

47. 17. März 1957. Seilschaft Sepp Meier und Max Eiselin. Erste Winterbegehung auf der « Leubner-Route ». Von der Engelhornhütte bis zum Gipfel 8 Stunden. Nach Mitlg. Max Eiselin ( Kriens, LU ).

48. Weisse Frau 7. Juli 1957. Seilschaft René Theytaz, Adrien und Rose Voillat. Erster Abstieg durch die Nordwand.

Aufstieg und Abstieg am selben Tag, bei schönem Wetter, bei Schwarzeis unter leichter Schneedecke, Pulverschnee bis Naßschnee. Wandhöhe ca. 270 m, Länge 420 m, Neigung im Mittel 51°, unter dem Gipfel 54°. « Die Alpen » 1957, Bulletin, Seite 46.

Spilauerstock ( Kaiserstockgruppe ) 49. Südwand des Hauptgipfels.

8. September 1957. Seilschaft Hermann Koller und Franz Anderrüthi. Erste Begehung der Südwand.

« Zugang von der Lidernenhütte SAC auf dem normalen Weg des Spilauerstocks bis zum letzten Gipfelaufschwung, rechts durch die Lücke und durch ein Couloir zum Fuss der Südwand absteigend. Diese kann auch vom Kinzigpass aus erreicht werden.

Wo die Grashalde am höchsten hinaufgreift, in der Fallinie der auffallend gelben Dächer und Überhänge der Wand, zieht sich eine Verschneidung herab. Unter derselben befindet sich der Einstieg. Hier durch eine Rinne hinauf, über einen kleinen Überhang ( 2 H. ), zwei Seillängen empor, dann rechts auf ein Band ( Standplatz, Haken ). 15 m weiter nach rechts und hinauf in die oben erwähnte Verschneidung. 8 m hinauf zu abgespaltener Felsplatte, Stand ( 2 H. ). Durch die Verschneidung weiter zu kleinem Überhang ( 1 H. ), dann bis zu einem grössern Überhang ( 1 H. ), von hier nach rechts schräg abwärts queren, ca. 8 m, dann gerade hinauf ( 2 H. ) in die Verschneidung oberhalb des Überhangs. Standplatz ( 2 H. ). Durch die Verschneidung weiter ( Holzkeile ) bis unter das gelbe Dach, unter diesem nach links ( 4 H. ) bis an dessen Ende, dann 8 m links hinauf zu Stand ( 2 H. ), durch den linken Riss und senkrecht über heikle Platten zum Gipfel. » Wandhöhe ca. 220 m. Zeit der Erstbegeher 7 Stunden. Schwierigkeitsgrad V, einzelne Stellen VI. 16 Haken und die Holzkeile steckengelassen. Nach Mitlg. Franz Anderrüthi ( Schwyz ).

50. Südwand des Westgipfels.

17. November 1957. Seilschaft Franz Anderrüthi und Ruedi Hauke. Erster Durchstieg der Südwand des Westgipfels.

« Von Biel oder der Lidernenhütte zum Fusse der Wand ( ca. l½ Stunden ). Der Einstieg befindet sich unterhalb des Risses, der die ganze Südwand durchzieht ( Steinmann am Einstieg ). Ca. 10 m gerade hoch, leicht links haltend in den Riss, denselben hinauf ( 1 Haken ) und dann leicht rechts zu Stand ( 1 H. ). Quergang nach rechts ca. 5 m, über die glatte Platte empor ( 2 H. ), unter dem Dach 10 m Quergang nach rechts zu Stand ( 1 H. ). Die ansetzende Rissverschneidung 10 m hoch ( 2 H. ), leicht nach links zu kleinem Köpfli, die senkrechte Rampe nach rechts übersteigen ( 2 H. ). Queren nach rechts zu kleinem Tannli, oberhalb Stand. Gerade hoch bis unter das Dach ( 1 H. ). Queren nach links ( 1 H. ), dann gerade empor ( 2 H. ), leicht rechts haltend, hoch zu Stand ( 2 H. ). In der gelben Verschneidung hoch ( 1 H. ), rechts zu kleinem Köpfli ( 1 H. ), wieder in die Verschneidung zurück und diese hoch ( 1 H. ) zu gutem Stand ( 1H. ). Durch den engen Kamin auf die Scharte und über den Grat zum Gipfel. » Wandhöhe ca. 200 m. Kletterzeit der Erstbegeher 6 Stunden. Schwierigkeitsgrad V, einzelne Passagen VI. 25 Haken verwendet, 20 steckengelassen. Nach Mitlg. Kletter-Club Alpstein.

51. Strahlhorn ( Bietschhorn-Hauptkette ) 14. Juli 1957. Seilschaft Charles Steinmann und Eduard Keusen. Erste Begehung des Ostgrates. « Vom Kühmattboden im Jjolital über die Moräne und am rechten Gletscherrand entlang unter dem grossen Absturz des Strahlhorn-Ostgrates durch bis ca. 2800 m. ( Im Spätsommer können hier grosse Schrunde den Weg versperren, und man beschreitet besser einen Bogen gegen die Gletschermitte, um erst oberhalb des Abbruches hieher zu gelangen. ) 2 Stunden. Nun über die Randkluft auf plattigem Fels gegen das Couloir, das sich von der Einsattelung zwischen Strahlhorn und Hohgleifen herunterzieht. Wenige Meter darin empor und über eine Steilstufe auf die Rippe, welche den Ausläufer des Ostgrates bildet. In mittelschwerer Kletterei hinauf, bis man über eine Rinne und zu einem Quergang auf schmalem Band nach links auf den Grat gelangen kann. 3 Seillängen schwierig empor unter einen Überhang. Eine abgespaltene Platte vermittelt den Weiterweg. Über dieselbe etwas in die Nordseite und an kleinen, aber soliden Tritten wieder auf den Grat, sehr schwierig. In schöner Kletterei weiter über plattigen Fels. Dann neigt sich der Grat allmählich zurück. Es folgen noch einige Aufschwünge und ein kleiner Turm, welchen man auch umgehen kann. Hierauf über einen Schneesattel und ein Firnfeld auf den Gipfel, 3 Stunden von der Randkluft. Vom Gipfel ist es möglich, in 1 % Stunde auf das Wannehorn zu traversieren und dann leicht über die Wanne ins Jjolital abzusteigen. » - Nach Mitlg. Eduard Keusen ( Bern ).

52. Studerhorn 16./17. September 1956. ( Nachtrag. ) Seilschaft Maurice Brandt, Adrien und Rose Voillat. Zweite Begehung und erster Abstieg durch die Nordwand.

« Cette face d' une inclinaison moyenne de 51° fut gravie par la même voie le ler août 1940 par Pierre Bonnant et Loulou Boulaz; mais ils venaient de la cabane Strahlegg par le Finsteraarjoch.

De la cabane Lauteraar ( 2392 m ), nous descendons sur le glacier ( 2280 m ), remontons celui-ci en traversant de nombreuses moraines sur 7,5 km pour atteindre en 4 heures la rimaye ( 3040 m ). Un pont aérien, à la verticale du sommet, nous facilite le passage. Les conditions sont médiocres et empirent à mesure que nous prenons de l' altitude. Sous un bourrelet de glace, présentant une pente de 66°, nous trouvons les conditions les plus pénibles que nous ayons jamais rencontrées. En traversant à droite, la pente est légèrement moins raide ( 64° ). Les conditions, par contre, ne s' améliorent pas! Une carapace de glace, extrêmement dure à tailler, mais élastique par surcroît, recouvre une couche de neige poudreuse, recouvrant elle-même la glace vive. Le piolet rebondit sur le blindage comme si nous taillions dans du pneu. Après ce passage, le diamètre du manche du piolet a diminué de passé ½ cm, il faudra le changer. Sur les glaciers et montagnes environnants, le soleil resplendit, alors que nous n' en aurons pas un seul rayon de toute la journée. A cette saison il ne parvient plus à lécher la face trop raide.

Il est 19 heures quand, au crépuscule, nous émergeons au sommet. Avec des pierres plates, rapidement, nous aménageons un emplacement pour la nuit, que nous passons relativement bien sans notre sac de bivouac.

Au petit matin, quand nous sortons, brouillard; tout est recouvert de givre. Une éclaircie suffit pour nous décider à descendre par la même voie. En 4 h. 30 nous faisons cette descente jusqu' à la rimaye, alors que nous avons mis 10 h. 15 pour la montée.

Sous un beau et chaud soleil nous redescendons les 11,5 km de glacier jusqu' au lac du Grimsel où une barque à moteur nous attend pour nous conduire à l' Hospice. Cette descente nous paraît préférable à la remontée au Finsteraarjoch, puis à la longue descente sur Grindelwald. » - « Les Alpes » 1957, Bulletin, page 46.

53. Tannenspitz ( Engelhörner ) 30. September 1956 ( Nachtrag ). Seilschaft Heinz Denzler und Kurt Grüter. Erste Begehung der Nordwand durch die Grosse Verschneidung.

« Von der Engelhornhütte auf dem Rosenlauiweg zum Plattenschuss der Tannenspitze, ca. 5 Minuten. Der Einstieg befindet sich ca. 10 m rechts unter der markanten Verschneidung, wo das Kar am höchsten zur Wand hinaufgreift. Etwa 20 m über leichten Fels gerade hinauf zu gutem Standplatz. Ca. 10 m Quergang nach links in kleine Verschneidung, diese empor, dann links absteigend zu geräumigem Band. Im Riss ob dem Band hoch, bis er nach rechts verlassen werden muss. Über glatte Platten - sehr schwierig - zu kleinem Stand. Weiter nach rechts über Platten in die Grosse Verschneidung, die nun in ihrer ganzen Höhe verfolgt wird ( ungefähr in der Mitte wird sie kaminartig erweitert ), teilweise mittels Holzkeilen, bis unter den ersten Überhang. Dieser wird - sehr schwierig - in einem schmalen Riss erklettert. Dann folgt ein weiterer Riss, der nach ca. 15 m auf ein Band führt. Guter Stand. Am linken, obern Ende des Bandes wird der zweite Überhang erreicht, der direkt überklettert wird, während der dritte, folgende Überhang nach links um eine Ecke umgangen wird. In einer Verschneidung unter einem grossen Dach empor, bis sich diese zu einer Felsschlucht erweitert, die auf ein schmales Band führt. Nach einer Rechtstraversierung von ca. 8 m gerade hinauf zum Westgrat und über diesen zum Gipfel. » Wandhöhe ca. 250 m. Zeit der Erstbegeher 8 Stunden. Schwierigkeitsgrad V, teilweise VI. Mehrere Haken und Holzkeile notwendig, meistens freies Klettern. Nach Mitlg. Max Eiselin ( Kriens, LU ), Bergsteigergruppe Alpina.

54. Trident ( Aiguilles Dorées ) 8. September 1957. Seilschaft J.P. Corbaz, François Jéquier, Yves Dunant und Etienne Nusslé. Neue Begehung der Nordwand des Trident. Wandhöhe ca. 200 m; neue Führe 50 bis 100 m rechts der Route der Gebrüder Charlet und auf der rechten Seite des Pfeilers, der die Nordflanke teilt.

« C' est une superbe escalade TD sup ., très libre, dans un rocher excellent. Les difficultés sont continues, mais les relais sont en général confortables. Comparée à la face W de l' Aiguille Purtscheller, elle présente des passages plus athlétiques et plus délicats, elle est plus extérieure et plus soutenue. Lors de la première ascension, le fond du dièdre terminal était occupé par une coulée de glace qui recouvrait probablement une fissure; il est possible que celle-ci ménage une escalade plus facile que les parois qui sont très lisses. Toutefois le passage doit être rarement sec en raison de sa mauvaise exposition. L' ascension a nécessité 15 pitons d' assurance ou de progression dont 2 sur coins de bois et 7 pitons de relais. Horaire de la première: 7 heures.

L' attaque se trouve à l' aplomb d' une dalle triangulaire fendue d' une fissure coudée. Gravir un court feuillet détaché ( IV ) qui se poursuit par une fissure ( un passage de V ) jusqu' à un relais au pied de la dalle précitée. Sur la droite, rejoindre la base de la fissure coudée que l'on gravit ( V sup., 2 pitons sur coins de bois ). De son extrémité, traverser facilement en montant sur la gauche pour rejoindre la base d' un mur que l'on surmonte ( IV sup .) pour aboutir à une large vire. Immédiatement au-dessus, escalader un petit dièdre gris situé à l' aplomb d' une énorme lame détachée, appuyer à gauche par deux fissures parallèles, franchir le surplomb qui les couronne pour se rétablir sur une courte vire ( V, 2 pitons ). De l' extrémité gauche de la vire, traverser en s' élevant d' abord légèrement, puis horizontalement 4 à 5 m ( V, 1 pitons' élever droit par des fissures et des dalles sur une quinzaine de mètres pour déboucher dans une zone de gros blocs que l'on remonte en direction d' un dièdre oblique situé à droite de l' éperon qui soutient le sommet Gravir ce dièdre ( V, 1 piton ) et un autre dièdre qui fait suite ( IV sup., 1 piton ), continuer jusqu' à la base d' un nouveau dièdre. L' escalader, en sortir sur la gauche ( V, 1 piton ), de là en quelques mètres à un bon relais au pied de la fissure qui mène au dièdre terminal. Gravir cette fissure ( V sup .), en sortir droite et rejoindre un mauvais relais à la base du dièdre. Le gravir ( V et V sup. sur 25 m, avec un court passage de VI, 6 pitons ), traverser à son sommet sur la gauche et gagner en quelques mètres la vaste plate-forme à droite du monolithe sommital. » - « Les Alpes » 1957, Bulletin, pages 237 und 265.

55. Untertalstock 25. Mai 1957. Seilschaft Paul Burckhardt und Paul Müller, Bergführer. Erster Durchstieg der Ostwand. Schöne, aber schwere Kletterroute. Mitlg. Paul Müller, Steffisburg.

56. Wannehorn 4. August 1957. Seilschaft Charles Steinemann und Eduard Keusen. Erste Begehung der Ostwandrippe.

« Vom Kühmattboden im Jjolital auf Wegspuren über die rechte Seitenmoräne hinauf. Gegen den Abbruch des Jjoligletschers verflacht sie sich. Hier nach links über Geröll und Firn zu der steil aufstrebenden Rippe ansteigen, ca. 2550 m ( unter dem Wort Wannehorn in der LK).Über die Randspalte und auf gut gestuftem Fels 3 Seillängen empor. Die Rippe tritt nun scharfkantig, beinahe senkrecht hervor. In ihrer linken Flanke findet man über grasbesetzte Bänder und Stufen gute Anstiegsmöglichkeiten, wobei ein Kamin von ca. 5 m zu überwinden ist, schwierig. Bald wird aber die Flanke plattiger und steiler. Man betritt nun die etwas weniger abweisende Rippe. In schöner, abwechslungsreicher Kletterei wird der Grat verfolgt. Der Ausstieg aus einer Verschneidung auf eine Platte ist schwierig. Allmählich nimmt die Neigung ab. Ein plattiger Aufschwung, der sich in einer scharfen, luftigen Kante fortsetzt, wird an feinen Griffen erklommen. Nach 3 Seillängen über die Kante kommt ein Gesteinswechsel ( kristalliner Schiefer ). Man steht vor dem letzten Wanddrittel. Die Rippe setzt sich als überhängendes Felsblatt fort. Das Couloir zur Rechten hinauf, bis man nach rechts auf einen plattigen Rücken gedrängt wird. Mit Hilfe von Haken wird etwas absteigend ein weiteres Couloir traversiert, das dann an kleinen Griffen nach rechts hinauf verlassen wird, um eine grosse Schutterrasse zu erreichen. Über diese nach links aufwärts gegen die Rippe zurück bis an den Fuss des Couloirs rechts derselben. ( Hier haben wir ca.2½ Stunden verloren, indem wir durch das Couloir aufstiegen und vergeblich an der überhängenden Gipfelwand einen Weg suchten. ) Dann etwas nach links in eine parallele Verschneidung. In dieser empor, bis man auf schmalem Bande absteigend die Rippe erreichen kann. Sie setzt hier zu ihren letzten steilen Aufschwüngen an. Auf kleinen,aber festen Tritten wird ein wandartiges Stück überwunden. Über einen plattigen Wulst wieder in eine Verschneidung, sehr schwierig und ausgesetzt, Haken. Die Schwierigkeiten nehmen nun ab, und nach 3 Seillängen steht man auf dem Südostgrat, wenig unter dem Gipfel. » Zeit der Erstbegeher 10 Stunden, ab Einstieg bis Gipfel. Schwierigkeitsgrad VI. Solides Urgestein.

57. Wetterhorn 23. September 1956 ( Nachtrag ). Seilschaft Maurice Brandt, Adrien und Rose Voillat. Erster Abstieg durch die West-Nordwest-Wand.

« Cette face fut gravie partiellement ( sortie sur l' arête nord ) le 10 août 1878 par J. Baumann, E. Foster et F. Vernon avec les guides C. Inäbnit, P. Egger, H. Baumann et fils. Elle fut gravie intégralement le 8 juillet 1945 par Hans Inäbnit, mon épouse et moi.

De la cabane Gleckstein, par le glacier du Hühnerputz au pied de la face. Les mauvaises conditions nous décident à monter par l' arête nord partiellement enneigée ou verglacée. Nous arrivons au sommet 10 heures après avoir quitté la cabane.

Immédiatement nous entreprenons la descente par notre voie de montée, sauf le ressaut sommital actuellement rocheux. De nombreux rappels nous déposent, 4 h. 30 plus tard, sur le glacier. Cette face a une inclinaison moyenne de 49° et, si l'on reste dans la partie ouest neigeuse, l' inclinaison maximum est de 52° à droite du dernier ressaut.

Sur nos traces du matin, ou plutôt sur ce qu' il en reste, car il a fait très chaud, nous traversons le glacier, puis sa grande rimaye, pour arriver à 19 heures avec la nuit à la brèche de l' arête ouest. Ne retrouvant plus le passage dans la nuit, nous descendons, en plusieurs rappels, verticalement sur le glacier der Krinnen. Un surplomb passé dans le noir sera la plus forte sensation de la journée, car nous craignons que nos cordes soient trop courtes et nous laissent dans le vide. C' est par un magnifique clair de lune que nous atteignons à 23 heures la cabane déserte. »-«Les Alpes » 1957, Bulletin, page 47.

58. Wichelschijen ( Uri ) 22. September 1957. Seilschaft Eugen Bender und Albin Schelbert. Erste Besteigung des IV. Turms des Wichelschijens über die Nordkante.

« Ein kurzes Stück klettert man direkt über die Kante, dann auf der rechten Seite bis in die Scharte; es folgt ein grosser Kamin mit brüchigem Fels und zwei Klemmblöcken, Schwierigkeitsgrad V+. Oben verflacht sich die Kante und leitet über leichtem und guten Granit zum Gipfel. » - Anschliessend Überschreitung des Sonnig-Wicheis ( Süd- und Nordgipfel ). Nach Mitlg. Albin Schelbert ( Basel ).

NB. Zur allgemeinen Orientierung diene, dass die Erstbegehungen jeweils im Monatsbulletin unter « Neutouren—Ascensions nouvelles » kurz gemeldet werden und die ausführlichen Routenbeschreibungen in der Zusammenfassung der « Neuen Bergfahrten », für das abgelaufene Jahr, im ersten Vierteljahresheft erscheinen. Wir bitten, Neutouren, möglichst mit Photobeilage und ausführlicher Routenbeschreibung, den Redaktoren zuzustellen ( Dr. Max Oechslin, Altdorf, Uri, oder Prof. E. Pidoux, 5 ch. de Boston, Lausanne.

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