Neue Bergfahrten in den Schweizeralpen.

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( Fortsetzung. )

Bündneralpen. Piz Miez. Nachtrag.

Zu dem im Januarheft der « Alpen » ( 1928, Seite 22 ) abgedruckten Bericht über die Erstbesteigung schreibt uns am 14. Januar Caspar Schmid ohne nähere Angaben, dass er mit Otto Kellenberg und Max Herold im Sommer 1921 die gleiche Route schon begangen habe. Im 22. Jahresbericht des A.A.C.B.ern erklären W. Jost und Th. Montigel, die von C. Schmid eine Reklamation ebenfalls erhalten hatten, folgendes:

« Dass der Piz Miez schon einmal durch Jäger bestiegen wurde, ergibt sich aus der Literatur. Wir haben aber bemerkt, dass auf dem Gipfel sich kein Zeichen einer früheren Besteigung vorfand. Aus den Mitteilungen des Herrn Schmid ergibt sich gar nichts über die Route, die zur Besteigung benützt wurde. Es bestehen da verschiedene Möglichkeiten. Wenn wir auch auf unserer Route keinerlei Anzeichen einer früheren Besteigung fanden, so heisst das bei dem stark verwitterten Gestein jenes Grates nicht viel. Wir stellen fest, dass in der Literatur bisher die ganze Begehung des Grates Piz Caschleglia-Piz Senteri nicht beschrieben ist, und hielten es deshalb für unsere Pflicht, von dem Spaziergang in unserem Jahresbericht Mitteilung zu machen. Auf besondere Prioritätsansprüche legen wir keinen Wert. » Und am 16. Januar meldete sich Otto Fiedler mit einer neuen Mitteilung:

« Wenn eine Erstbesteigung des Piz Miez überhaupt in Frage kommt, so möchte ich sie doch nachträglich für mich beanspruchen.

Es war im Mai 1920, als ich mit Dr. L. Bosshard mit Ski ins Medel ging. Dort haben wir vom 26.29. Mai fast sämtliche Gipfel der Umgebung gemacht: Valdraus, Gallianera, Vial, Medel, Camadra, ä Speschia, Ufiern, Cristallina, Caschleglia. Am letzten Tage — Bosshard musste abreisen — beging ich Piz Senteri, Piz Miez und Tuor dentre corns allein.

Mit Ski von der Hütte an den untersten westlichen Felssporn des Südgrates des Piz Senteri, wo die Ski abgelegt wurden. Dann leicht über den Südgrat hinauf. Nach halbstündiger Rast Abstieg über den ganzen Grat nach Westen in die Lücke zwischen Senteri und Piz Miez. Umgehung in der Mitte der Südwand, langsam höher ansteigend und schliesslich im obersten Stück hart an der westlichen Kante der Südwand zum Gipfel. 9 Uhr war ich oben, 915 Uhr begann der Abstieg durch ein Couloir, einige Meter südlich des kaum gangbaren Westgrates bis auf die Höhe der Westgratfortsetzung, zu welcher ich leicht hinüberquerte.

Immer über den Grat bis zum steilen Couloir östlich des Tuor dentre cuorns, auf diesen über das ausgesetzte schmale Bändchen mit zwei unangenehmen Spreizschritten und rasch wieder hinunter.

Abstieg durchs Couloir 1055 Uhr und zurück zu den Ski 1120 Uhr, Hütte 1140 Uhr.

Tessineralpen.

Torrente alto, 2806 m ( Torrone della Motta des T. A. ). Erste Begehung des Westgrates. Walter Rebsamen ( allein ), 17. Oktober 1920.

Von Alpe la Motta ( Val d' Osogna ) in nordöstlicher Richtung bis an den Fuss der Südwestwand. Der Einstieg in die Wand erfolgt durch die Ausmündung der vom Gipfel herabziehenden Rinne. Einige steile Rinnen querend wird in nördlicher Richtung der untere Teil der Südwestwand durchklettert und dadurch die Höhe des Westgrates in seinem fast horizontalen Teilstück bei einem, von unten gesehen, auffallend sphynxähnlichen Gratkopf erreicht. Von hier schwingt sich der Westgrat sehr steil empor und trägt in etwa zwei Drittel Höhe einen grossen Gratturm. In luftiger Kletterei, meist über die Gratschneide, gewinnt man den Fuss des grossen Gratturmes, dessen überhängender Gipfelblock das weitere Verfolgen der Gratkante verhindert. Auf schmalem Gesimse mit spärlichen Griffen lässt sich der Gipfelblock auf der Südseite in sehr exponierter Kletterei umgehen und die kleine Scharte hinter dem Turm gewinnen. Von da nimmt die Steilheit des Grates ab und in leichter Kletterei über den Blockgrat selbst wird rasch der Gipfel gewonnen.

Zeiten: zirka 2 Stunden vom Einstieg. Bis und mit dem grossen Gratturm ist der Fels sehr gut. Der Abstieg erfolgte über die vom Gipfel die ganze Südwand hinabziehende steile Rippe. Mitteilung von Walter Rebsamen.

Glarneralpen.

Grosser Teufelsstock, zirka 2960 m. Über den Nordgrat. T. Reichstein, H. Rudi und C. Seiffert. 6. November 1927.

Aus der Scharte zwischen dem grossen und den kleinen Teufelsstöcken werden die steilen, aber gutgriffigen Felsen des Abbruches gerade aufwärts erklettert. Von der erreichten Nordspitze über eine kleine Scharte in wenigen Schritten zum höchsten Punkt. Mitteilung von T. Reichstein.

Claridenstock, 3270 m. Aufstieg über die Nordwand. Als Variante der von O. Hug anno 1922 durchgeführten Ersteigung durch die Nordwand erscheint folgende von Fritz Zimmermann und Emil Rüegg gefundene, von Fritz Zimmermann, H. und J. Simonini und H. Knobel wiederholte Route:

Von der Ingenieurhütte im Vorfrutt an der Klausenstrasse durch das Steintäli an den Fuss der Nordwand. Nun rechts ( westlich ) um den Wandsockel herum und auf die erste Wandstufe hinauf. Der Hugroute weiter folgend über Bänder eine weitere Stufe höher bis zu dem Punkte, wo West- und Ostrippe der Nordwand sich am meisten nähern ( Steinmann ). Nun von Hugs Weg abschwenkend links ( östlich ) hinüber über den Gletscherbach gegen die Ostrippe ( Eisbruch- und Schneelawinengefahr !), über die Rippe steil aufwärts auf ein Band, das zu einem 80 in hohen Felsabsatz direkt unter den Hängegletscher führt. Dieser Absatz muss unter beständig drohendem Eisabbruch in schwieriger Kletterei bezwungen werden, worauf man am Fuss der Eiswand östlich geht und am Ende des Abbruches eine Felskanzel erklettert. Nun auf einem steilen Schneegrat auf den Hänge- gletscher und stufenhackend südlich hinauf auf den Nordostgrat, den man dort betritt, wo der Aufstieg vom Claridenfirn her einmündet. Zeit 9 Stunden, wovon 2 1/2 Rast.

Vorderglärnisch, 2331 m. Aufstieg über die Südwand.

Von Schwändi auf dem Wildheuerweg auf die « Sienen » und hinüber zu den « Gädeli » auf Baumgarten. Von hier durch die Schlucht links vom « Kuchispitz » auf das Band über der Zellbergwand, das beim Aufstieg über die « Schwestern » benutzt wird. Man begeht dieses Band nun aber zuerst nordwestlich, dann westlich bis zu einem Riss, der den Durchstieg der untersten Wandstufe in der grossen Wand unter der « Sonnenblangge » ermöglicht. Weiter über eine zirka 20 m hohe, rasendurchsetzte Stelle sehr steil und exponiert hinauf ( Achtung! brüchiger Fels ) auf ein Grasband oberhalb weisser, auffälliger Platten und diesem entlang westwärts. Nachher wieder nördlich leichter aufwärts auf die « Sonnenblangge » und durch diese hinauf bis zur Verbindung des Südgrätchens mit dem Ostgrat, auf dem der Gipfel direkt erreicht wird. Mitteilungen von H. Knobel.

Bächislock, 2920 m.

1. Von der Glärnischhütte begeht man den Weg zum Kuchenglärnisch bis zu den Kehren zu unterst im « Steintäli », biegt dann aber rechts ab auf ein Schuttband, das an das Gletscherende führt. Man betritt den Gletscher meist links, d.h. rechtsseitig, und hält sich hier, solange derselbe stark zerklüftet ist. Nun aber quert man den Gletscher mit Richtung auf eine Firnzunge, die, ungefähr 500 m vom untern Couloir des Bächistocks entfernt, in die Felsen unter dem « Bächihorn » hinaufleckt. Man gewinnt über diese Zunge ein schmales Kamin, das in grossblockig zerklüftetem Gestein die Felswand zu erklettern gestattet. Oben auf dem Schneefeld des Bächihorns angelangt, steigt man in ziemlich genau östlicher Richtung weiter und erreicht schliesslich den Haupt- ( Nordost- ) Grat des Bächistockes ungefähr dort, wo der alte Weg durch das obere Couloir ausmündet. Diese Route ist nicht schwieriger, aber kürzer als Route a im Glärnischführer, IV. Auflage.

2. Im Abstieg nach Süden durch das grosse Kamin kann man auch, nachdem man die obere Partie bis zum obern Firnband überwunden hat, die folgenden Wandpartien, ungefähr die nämliche Richtung beibehaltend, durchklettern, d.h. man steigt zuerst auf ein weiter unten liegendes Felsband ab, folgt demselben aber nicht, wie in Route b beschrieben, bis hinüber ins « Rod », sondern überwindet wieder eine Wandstufe und hält nochmals nach links, um schliesslich ein breites Schneeband zu erreichen, das nach links auf den südlichen Bächifirn hinausleitet.

Böser Faulen, 2804 m.

Bergführer Hans Kubli benutzt zur Ersteigung dieses Gipfels von der Glärnischhütte aus nicht mehr den « Drecklochweg », sondern ungefähr die Route, welche Dr. Hauser im Abstieg erstmals begangen hat. Man quert von der Hütte die Schuttmoränen des Glärnischfirns, klettert über die « Fahnen » zur Bächialphütte hinunter und begeht nun den Alpweg nach Zeinen resp. bis Zeinenmatt. Nun folgt man dem Weg zur Gassenfurkel durch die sogenannte « Schneerunse », bis man über der plattigen Stelle angelangt ist. Hier biegt man rechts ab in die « Risi » der obersten Gass und gewinnt aus dieser den Nordgrat des Vorgipfels, 2744 m, über den man auf ein kleines Schneefeld ansteigt. Dann ist man zum Ausweichen nach links ( südlich ) gezwungen und umgeht eine folgende Gratpartie auf der Bösbächi-seite. Man erreicht einen weitern Absatz und klettert an diesem über ein brüchiges Wändchen oder besser über eine Felsschneide zur Rechten zum Steinmann auf P. 2744 ( Nordende des Hauptgrates ). Diesem Hauptgrat folgend zum höchsten Punkt. Mitteilungen von Führer Hans Kubli.

Mürtsehen ( Stockgipfel ), 2392 m. E. Attinger und H. Ambühl. 4. September 1927.

1. Variante: Nordwestgrat des Stockgipfels. Vom Felsbalkon der bösen Nase türmt sich ein beinahe lotrechter Grat etwa 50 m auf, in halber Höhe einen kurzen, schmalen, horizontalen Unterbruch erleidend. Dieser Grat scheidet die Westwand des Stockgipfels von der Nordwand. Auf der Nordseite dieses Grates, nahe der Kante, klettert man an kleinen, aber ziemlich guten Griffen bis zum horizontalen Absatz in halber Höhe. Hier geht man etwa 3—4 m ausserordentlich exponiert an spärlichen Griffen in die Westwand hinaus. Man erreicht so das untere Ende eines kaminartigen Risses, den man, in der Mitte etwas leichter, oben aber mit einem Überhang, erklettert. Dieser Kamin führt also, 3—4 m von der Gratkante entfernt, in der Westwand aufwärts, um mit dem Überhang da zu enden, wo der obgenannte Nordwestgrat des Stockes in etwa 50 m Höhe in seinen bisher fast vertikalen Kanten und Flächen abbricht und mit bedeutend weniger Neigung weiter verläuft. Oberhalb des Überhanges wird dieser Nordwestgrat teils über die morsche und verbreiterte Schneide, teils direkt daneben in couloirartigem Riss weiter verfolgt. Kurz vor dem Gipfel, etwa 5 m hohe, senkrechte Wand, die mit guten, aber wenigen Griffen abwärts in einen Ideinen Sattel führt. Von da in wenigen Minuten zum Stockgipfel.

2. Variante ( E. Attinger, H. Ambühl und H. Bosshard ) im Stockgipfel-aufstieg: Man begeht das böse Band bis zum Einstieg ins Gipfelcouloir, steigt von da noch zirka 20 m im Couloir aufwärts, um dann die steile, im Sinne des Aufstieges rechte Wand des Couloirs senkrecht aufwärts zu erklettern. Über einige Schrofen gelangt man vom Couloir an die harte Wand, die mittels zweier fast vertikaler Risse ( oder knapp daneben ) in sehr schöner Kletterei genommen wird. Man gewinnt wiederum den Nordwestgrat des Stockes, ungefähr in der Mitte seines weniger geneigten oberen Stückes, und verfolgt denselben bis zum Gipfel. ( Diese Route kann sehr erleichtert werden, indem man die Wand nicht durch die beiden Risse, sondern nördlich davon erklettert; die Kletterei wird aber dadurch auch bedeutend weniger anziehend. ) Im Wandteil Steinschlaggefahr.

Beide neuen Wege vermeiden das dem Kletterer kaum Interesse bietende Gipfelcouloir. Mitteilung von E. Attinger.

Urneralpen.

Slotzigen ( Westgipfel ), etwa 2480 m. Erste Besteigung direkt über den Südgrat von P. 2237 m und Abstieg über den Nordwestgrat. H. Alfred Sommer. Oktober 1926.

Von P 2237 nordöstlich zum Südgrat, welcher hier gleich stark abfällt. Nun nordöstlich etwas unterhalb desselben einem Band folgend. In einem Kamin, diesen benützend auf den Grat. Der Grat wird nun verfolgt bis zu einem grossen, senkrechten Abbruch ( Steinmann ). Nun durch einen Kamin zirka 7 m hinauf und dann westlich in die Felsen ( Grasband ) wieder auf den Grat. Auf diesem weiter, über einen Gratzacken zirka 5 m absteigend, in eine Scharte, kurz darauf, einen Gendarm überkletternd ( Steinmann ), wird der Grat von neuem sehr steil. Eine schmale Kante benützend, erreicht man direkt den höchsten Punkt, 2480 m. Die Kletterei ist teilweise exponiert, aber nicht schwierig, da der Fels sehr solid ist. Landschaftlich sehr schön. Alp Furt bis Gipfel etwa 2 1/2 Stunden.

Der Abstieg vom Gipfel erfolgte über den Nordwestgrat. Dieser Weg wurde wahrscheinlich von den Erstbesteigern benützt.

Vom Gipfel durch einen Kamin in die Nordostflanke bis etwa 10 m unterhalb des schmalen Grateinschnittes des Nordgrates. Von da steigt man exponiert auf den nördlichen Gratzacken, um dann von demselben, zuerst eine scharfe, aber kurze Kante benützend, auf ein breites, rasendurchsetztes Gratstück zu gelangen; dieses verfolgend, zuletzt über Felsen und Geröll in eine breite Einsattelung des Grates Stotzigen-Grüntalstock. Abstieg 10 Minuten, Aufstieg 20 Minuten von der Lücke.

Stotzigen ( Ostgipfel ), etwa 2475 m. Erste Besteigung von Westen. H. Alfred Sommer. Oktober 1926.

Vom Hauptgipfel, welcher etwa 5 m höher ist, steigt man östlich in eine tiefe Scharte ab. Von da, einen kleinen Riss benützend, gelangt man mühsam über eine grosse Platte, die, nach aussen gewölbt, senkrecht abbricht, direkt auf den Gipfel ( Steinmann ). Die Platte ist stark exponiert; im obern Teil befinden sich jedoch für die Finger einige Risse.

Grünlalstock, etwa 2400 m. Erste Besteigung und Überschreitung Südost-Nordwest. H. Alfred Sommer. Oktober 1926.

Von der Lücke östlich des Grüntalstockes erreicht man den Grat, indem man zuerst in die Nordwand einsteigt, um den ersten senkrechten Absturz zu umgehen. Nun immer den Grat verfolgen, der weiter oben messerscharf wird und äusserst gefährlich zu begchen ist, da der ganze Aufbau aus losen Steinen besteht. Das oberste, zirka 10 m fast horizontale Gratstück erfordert äusserste Vorsicht. Die Wände stürzen hier auf beide Seiten senkrecht ab. Der Gipfel befindet sich weiter nordwestlich ( Steinmann ).

Der Abstieg erfolgt zuerst über den Grat, dann verfolgt man ein Felsband wenig nördlich unterhalb der Gratkante bis zu Ende, worauf man durch einen Riss den Grat wieder erreicht. Derselbe beginnt nun steil nach Norden abzufallen. Kleine Risse, Kamine und Bändchen benützend, gelangt man über grosse, lose Felsabsätze schwierig und gefährlich auf den Grat, der zum Jakobiger führt.

Grüntalstock, zirka 2400 m. Erste Begehung der Nordwand. H. Alfred Sommer. Oktober 1926.

Der Einstieg erfolgt in der Fallinie des nördlichsten Punktes des obersten Gratstückes über eine Platte von 20 Meter, indem man die teilweise grasdurchsetzte, brüchige Wand leicht schräg und direkt zum höchsten Punkt begeht. Kurz vor Erreichen des Grates durch einen senkrechten Kamin hinauf auf ein Felsband und zum Gipfel. ( Siehe Abstieg vom Gipfel über den Nordnordwestgrat. ) Der Abstieg erfolgte auf gleichem Weg, doch unter Benützung eines Abseilringes, der sich am Ende des Felsbandes oberhalb des Kamins befindet. Wegen des sehr losen Gesteines ist dieser Weg nicht ohne Gefahr und teilweise schwierig. Mitteilungen von H. Sommer.

Dammastock, 3633 m. Über den ganzen Ostgrat des Nordgipfels. W. Diethelm, M. Zander und H. Tanner. 20. August 1922.

Von der Dammahütte ( Moosstock ) auf dem Dammapassweg bis zum Beginn der Schneekehle. Links der steinschlägigen Rinne über den Bergschrund, Stufenarbeit bis zu den ersten Platten. Rechts durch die Rinne in die Felsen des Nordgipfelostgrates. Nun auf der Nordseite des Grates hinan, nach etwa 100 Meter direkt auf dem Grat ( Gwächten !), bis sich die Route mit der über die Schneekehle vereinigt. Mitteilung von W. Diethelm.

Salbitschyn, 2989 m. Variante zur Ostgratroute. C. Mettler und Frl. J. A. Waldburger. 16. Juni 1927.

In der im Urnerführer erwähnten Schneerinne steigt man nur wenig an und verlässt dieselbe wieder, um südlich ansteigend über ein kurzes Felscouloir den Ostgrat bei einer schmalen Scharte zu gewinnen. Von hier, etwas links haltend, zirka 30 m schwierig empor. Nun in gut gangbaren Felsen ohne weitere Schwierigkeiten immer östlich, etwas unterhalb der Gratkante ansteigend, bis zu dem kurzen, horizontalen Gratstück ( Vereinigung mit Route Hugo Müller ). Vom Einstieg 1—1 1/2 Stunden.

Diese Variante über den unteren Teil des Ostgrates dürfte Bedeutung haben, da dieselbe die steinschlaggefährliche Rinne vermeidet und der Zeitaufwand bei Vereisung der Rinne nicht grösser ist.

Mitteilung von C. Mettler.

Salbittunn II, zirka 2800 m. Erste Erkletterung von der Hornfellirinne her. Hugo und August Müller und Ferdinand Wörnli. 18. Juli 1926. Genaue Beschreibung in « Die Alpen » 1927, S. 256.

Berneralpen.

Nördliche Jägihörner ( zirka 3500 m; zwischen Jägihorn, 3510 m, und Breitlauihorn, 3663 m ). Erste Besteigung. D. Chervet und M. Etienne. 31. August 1926.

Diese drei vergessenen, bisher ungetauften Spitzen ( ein gutes Bild davon im S.A.C.J.ahrbuch XXXI, 1895/96, S. 96 ) überschritten wir von Norden NEUE BERGFAHRTEN IN DEN SCHWEIZERALPEN.nach Süden. Der Fels, faul in der Westflanke, ist ausgezeichnet auf dem Grat und bietet stellenweise sehr schöne Kletterei in gutgriffigem Granit; weitaus interessanter als an seinem benachbarten Breitlauihorn. ( Leicht erreichbar von der Baltschiederklause. ) Von der Baltschiederklause kommend, bogen wir kurz vor Erreichen des Südgrates des Breitlauihorns nach Osten ab. Überhängende Platten drängten uns vom Nordgrat des nördlichsten der drei Gipfel in die Westflanke ( Vorsicht wegen losen Blöcken ), so dass wir den ersten Gipfel von Süden gewannen. Ein Riss ( schwer ) in der Ostflanke leitet zur senkrecht eingeschnittenen Lücke zwischen den zwei nördlichen Gipfeln. Von dort wurde der Grat nicht mehr verlassen bis zum Nordfuss des P. 3510. Durch ein Fels- und Schneecouloir hinunter auf den äussern Baltschiederfirn. Dauer der Kletterei zirka 3 1/2 Stunden. D. Chervet im 21. Jahresbericht des A.A.C.B.ern, 1926.

Fusshörner ( Aletschgebiet ), Türme III, IV und V. Erste Besteigung. O.A. Hug mit G. Übersax. 30. Juli 1927. Traversierung sämtlicher drei Gipfel von Süd nach Norden, in der Richtung V—III, mit anschliessender Überschreitung der drei Gipfel des II. Turmes.

Turm VIII. Erste Begehung bis zum dritten Sattel nördlich, 30 m unterhalb des Gipfels. O. A. Hug, allein. 24. Juli 1927.

Turm IX. Erste Besteigung über Westwand und Nordgrat. O. A. Hug und H. Lauper. 2. August 1927.

Turm XIII. Erste Besteigung über die Westwand: O. A. Hug, allein. 19. Juli 1927.

Ausführlicher Bericht folgt in den « Alpen ».

Jungfrau, 4166 m. 1. Erste Begehung über den Rotbrettgrat von der Rotbrettlücke her. Ernst und Eduard Gertsch und Führer Fritz Fuchs. 24. August 1926. Genaue Beschreibung in « Die Alpen » 1927, S. 208 f.

2. Erste Begehung über die Nordwestflanke, Klein-Silberhorn und Nordwand des Gipfelstockes. P. v. Schumacher und Hans Lauper. 12. September 1926. Genaue Beschreibung in « Die Alpen » 1927, S. 210 f.

3. Erste Ersteigung über die Rottalwand. Ernst Gertsch und Führer Fritz Fuchs. 6. November 1927.

Die Kletterei begann westlich vom Beginn des Rottalcouloirs und führte über die zu dieser Jahreszeit ungewöhnlich trockene und ruhige, 1400 m hohe Felswand zu einem Punkte, ziemlich genau halbwegs Hochfirn-Rottalsattel. Von hier in sehr schwieriger Zickzackkletterei direkt südlich zum Gipfel. Zeit 11 1/2 Stunden von der Rottalhütte.

Finsteraarhorn, 4275 m. Erste Begehung des ganzen Südwestgrates von der Gemsenlücke zum Gipfel. O. A. Hug, F. Übersax, O. P. Schwarz, R. Wyss. 4. August 1927.

Der Grat steigt in einem dachgiebelähnlichen Plattenschuss sehr steil aus der Gemslücke ( Rothornsattel, zirka 3360 m ) auf, erhebt sich sachte auf einen ersten, markanten Gratgipfel 3597 m, senkt sich als jäher Schneehang in eine tiefe Scharte nordwärts dieser Erhebung, schwingt sich über weitere drei stark hervortretende, durch tiefe Lücken und lange, sehr stark zerhackte Gratsegmente getrennte Haupttürme auf zirka 3800 m, folgt jetzt etwa 200 m weit der vergwächteten Schneide des jähen Firnhanges, welcher knapp südlich des Studerjochs den Studerfirn erreicht, und schwingt sich hierauf plötzlich zum Vorgipfel, etwa 4100 m, auf. Die üblichen Aufstiege über den Südostgrat erfolgen über die Westflanke zu dieser Firnschneide, fallen von da an mit unserem Weg über den Vorgipfel zusammen. Ein sehr scharfer, mässig steiler, schartiger Grat führt an den Fuss der bekannten Platte am Südfuss des Hauptgipfels. Man traversiert sie nach links in ein enges Couloir ( fixes Hanfseil ), ersteigt dieses in seiner linken Wand auf ein letztes, kurzes Nebengrätlein, das leicht zum Hauptgipfel führt, 4275 m.

Der erste Anstieg nächst der Gemslücke erfolgt am besten durch einen engen Riss ziemlich rechts in den Platten ( ungefähr 20 m hoch ). Ein 20—30 m langer Quergang nach links auf sehr schmaler Leiste und dann etliche Klimmzüge führen auf den zunächst breitrückigen, grobplattigen Grat. Die Route weiter zu beschreiben, erübrigt sich. Sie folgt — einen einzigen besonders glatten Turm ausgenommen, der in der Ostflanke umgangen wird — der äusserst abwechslungsreichen, nirgends allzu schweren, aber langen, sehr viel Ausdauer und gutes Wetter verlangenden Zackenreihe des 3 1/2 km langen und von 3360 m auf 4275 m ansteigenden Grates.

Zeiten: Finsteraarhornhütte ab 300 Uhr Gemsenlücke ab 500 » Punkt 3597 ab 7 » Gipfel vor dem Schneegrat ab. 1215 » Vorgipfe11515 » Gipfel an1730 » Unterwegs wurde viel photographiert. Das Tempo war massig schnell. Die Tur ist bei guten Verhältnissen zu empfehlen.

R. Wyss im 22. Jahresbericht des A.A.C.B.ern.

Eiger, 3975 m. Über das Hörnli. S. Matsukata und S. Uramatsu ( Japaner ) mit Führern Emil Steuri und Samuel Brawand. 7. August 1927. Ein eingehender Bericht von S. Brawand folgt.

Trümmelzahn ( oder Chemigupf, Gantrischgruppe ), 1984 m. Erste Ersteigung über die Nordostwand. D. Chervet und A. Gassmann. 15. Mai 1927.

Die Erstersteiger des Trümmelzahns machten in dieser Wand einen Versuch, der jedoch misslang ( A.A.C.B.ern, Jahresbericht IV, und « Alpina », 1909, Seite 204 ). Beim Abstieg über die Wand, der durch Abseilen ermöglicht wird, konnte ich mich jedoch von ihrer Begehbarkeit überzeugen.

Durch ein Gras- und Felscouloir auf den Grat Trümmelzahn-Holzers-fluh. Den ersten scharfen Grataufschwung erklimmt man unmittelbar links der Kante, weiter oben auf der Kante selbst. Dann leicht an den Fuss der eigentlichen Wand. Links über ein Band und durch den ersten, glatten Kamin hinauf zu einer kleinen Plattform. Mit Schulterstand in einen nach links aufwärts ziehenden Riss, den man bis zu seinem Ende verfolgt. Den letzten Aufschwung umgeht man in der Nordwestwand. Sehr schwierige Kletterei.

D. Chervet im 22. Jahresbericht des A.A.C.B.ern.

Freiburgeralpen.

Le Capucin ( bei der Dent de Ruth ). Erste Besteigung über die Südwestkante. C. Grunder, D. Chervet und E. Krall. 17. Juli 1926.

Dieser Felsklotz wird durch eine tiefe, etwa 6 m breite Spalte vom Bergkörper getrennt, deren Überbrückung mit einer Leiter früher den Anstieg über die Südostseite ermöglichte.

Die Südwestkante endigt im untern Teil mit einem Überhang, den wir mit Hilfe einer aus Leiterresten zusammengestellten, 8 m hohen Stange überwanden, dann durch ein Rissystem auf den Südwestgrat gelangten, von wo uns leichte Felsen zum Gipfel führten.

Clocheton de Rachevi. Erste Besteigung. C. Grunder und D. Chervet. 19. Juli 1926.

Diese kühne Nadel wurde von O. Fahrni ( S.A.C. Blümlisalp, persönliche Mitteilung an P. Montandon ) anlässlich der Überschreitung Amelier-Rachevi umgangen. Wir bestiegen sie über die Südkante, Abstieg durch Abseilen. 21. Jahresbericht des A.A.C.B.ern, 1926.

Walliseralpen.

Dent Jaune ( Dents du Midi ). Erste Ersteigung vom Glacier de Plan Neve. Ernst Weber und Führer Flotron. 16. Juli 1927.

Vom Col de la Dent Jaune schrägan durch die Wand, zuletzt direkt gradan zum Gipfel.

Perron I de Valloreine ( Aiguille de Van oder richtiger Aiguille Devant ). Über die Nordwestwand. E. R. Blanchet mit Kaspar Mooser. 21. September 1927. Von den Chalets d' Emosson betrachtet, ein kleiner Dru. Ausgezeichneter Fels, mit ganz kleinen Griffen, enorme Steilheit. Die Besteigungslinie ( mit Ausnahme einer rechtwinkligen Biegung nach links auf halber Höhe ) führt schnurgerade gegen zwei Felsen ( die Eselohren ), welche man vom Fuss der Wand aus für den Gipfel hält. In Wirklichkeit sind es noch etwa 20 m von den « Eselohren » zum Gipfel. Öfters überhängende Stellen. Bloss die letzten 20 m sind wenig steil und sehr leicht. Es ist wohl die schönste Kletterpartie, die ich kenne. Mitteilung von E. R. Blanchet.

Cloeher de la llebarma ( ob Finhaut ). Erster Abstieg über die Nordwand. E. R. Blanchet, mit Baronin Ch. von t'Serclaes. Oktober 1927.

Zweimaliges Abseilen über 14 und 15 m hohe Überhänge. Gelegentlich dieser hübschen Kletterpartie wurde der ganze Westgrat der Rebarmakette ausgekundschaftet. Einige interessante Türme. Leichte, anregende Kletterei. ( Wird im Bulletin du Club Alpin Beige noch beschrieben. ) Zinareffien, Nordwestgipfel, 3307 m ( Arolla ). Erste Begehung des Westgrates. A. Gassmann und H. R. Gassmann. 8. August 1927.

In Arolla ist nichts bekannt über eine Begehung dieses Grates. Auch in der Literatur fand ich keine Angaben, obschon diese Route weit sicherer und interessanter ist als diejenige durch die Südwand, die wir im Abstieg begingen ( 803, Kurz ). Vom Col de Tsenareffien ( s. Kurz !) etwas absteigend, an den Fuss des etwas plattigen und hier sehr breiten Grates. Teilweise durch Risse und einen kurzen breiten Kamin verhältnismässig leicht hinauf. Zu oberst ein sehr leichter Schutt- und Blockgrat. Zeit: Arolla—Gipfel 4 Stunden. A. Gassmann im 22. Jahresbericht des A.A.C.B.ern.

Dent Perroe, 3680 m ( Arolla ). Variante über Südrippe. A. Gassmann und H. R. Gassmann. 10. August 1927.

Zirka auf 3400 m bogen wir rechts vom Südwestgrat ab, stiegen 1 1/2 Seillängen durch einen Kamin hinauf, querten wieder nach rechts ein breites, plattiges Couloir und folgten dann einem seichten Riss halbrechts hinauf. Wo er zu steil wird, muss man etwas rechts exponiert über einen Überhang hinauf und auf die Höhe der Südrippe. Diese Rippe ist von Arolla aus gut sichtbar. Man folgt nun der Grathöhe. Ein zirka 6 m hoher Block wird schwierig mit Hilfe kleiner Risse überklettert. Dann etwas links und durch eine Rinne oder, links davon, über schwierige, glatte Felsen hinauf, bis man wieder auf die normale Route trifft. Diese Variante ist schwieriger aber interessanter als der gewöhnliche Weg und bietet schöne Einblicke in die Südwand. A. Gassmann im 22. Jahresbericht des A.A.C.B.ern.

Pigne d' Arolla, 3801 m. Erste Ersteigung direkt vom obern Zigiorenove-gletscher. R. L. G. Irving, H. A. Haworth und G. S. P. Heywood. 13. August 1926. Alpine Journal 238, S. 314.

Eveque, 3716 m. Erste Ersteigung über Südsüdostwand. Stuart Jenkins und Führer Bournissin. 26. Juli 1927.

Pointe de Zinal, 3806 m. Direkt über die Nordwand ( Mountet ). E. R. Blanchet und C. Mooser. 3. Juli 1926.

Die ungefähr 600 m hohe Wand ist bis auf die letzten 70 m vereist. 650 Uhr Angriff genau in der Axe der Gipfelfallinie. Zuerst Eisarbeit. Der anfangs jähe Hang bietet später keine Schwierigkeiten mehr und wird immer weniger steil. Auf der Höhe des Col de Zinal und Col Durand ist die Neigung gering, und auf durchaus leichtem Boden rückt man rasch vor. 930 Uhr. Nun richtet sich der Eishang wieder auf ( Schrund ) bis zu der Mauer der Schlussfelsen, die nur schwer zu betreten ist. Um 10 Uhr Angriff auf die jähen, vereisten Felsen. 1114 Uhr auf dem Vorgipfel und 10 Minuten später auf der Spitze. Nach Mitteilung von E. R. Blanchet.

Punta Margherita, 3902 m ( Grandes Murailles ). Erste Überschreitung des Cors-Margheritagrates. Aldo Bonacossa, S. Matteoda und G. Albertini. 24. August 1926.

Punta Lioy, 3823 m ( Grandes Murailles ). Erste Begehung des Nordgrates im Auf- und Abstieg. Aldo Bonacossa, P. Zianetti und S. Albertini. 31. Juli bis 1. August 1926. Annuario 1924/26, Club. Alp. Accad. Ital., S. 23.

Brunegghorn, 3846 m. Über die Westwand. E. R. Blanchet und C. Mooser. 27. Juli 1926.

Links begrenzt durch den Nordwestgrat, rechts durch den Südsüdwestgrat, erreicht die Wand eine Höhe von etwa 250 m. Bei den sehr günstigen Schneeverhältnissen dieses Jahres gelang die Ersteigung der Wand in einer Stunde ohne Stufenhacken, nur mit Steigeisen. Mitteilung von E. R. Blanchet.

Riffelhorn-Nordwand, 2931 m. Variante von E. R. Blanchet und Kaspar Mooser. September 1927.

Richtig abgeseilt wird in der Zermattergegend nicht oder kaum. Von Interesse dürfte es daher für Turisten und Führer sein, zu vernehmen, dass die lange Folge von senkrechten Kaminen, welche in der Riffelhornnordwand -(etwas südlich vom « Seewege » ) einen direkten schwarzen Strich bilden, die beste Übungsgelegenheit bietet. Im September 1927 entfernten K. Mooser und ich die losen Blöcke, die diese neue Route gefährdeten. Drei Seilringe wurden angebracht und dadurch ein rasches Abseilen, ein sicheres Nachziehen des Seiles ermöglicht. Die letzte der Abseilstellen beträgt etwa 18 m, ist senkrecht und teilweise überhängend. Ausgezeichnete Vorübung für schwere Chamonix-Aiguilles. Auch eine angenehme Abwechslung in den « Trostturen » bei unsicherem Wetter in den Zermatterbergen. Selbstredend müssen nach dem Winter die Seilringe aufmerksam geprüft werden.

Mitteilung von E. R. Blanchet.

Breithorn, 4171 m. Erste Ersteigung direkt über die Nordostwand 1 ). F. Bachschmidt, Fritz Rigele und W. Weizenbach. 1. August 1926.

In der unteren Hälfte der Breithorn-Nordwestwand ist ein steiler, zer-schründeter Gletscher eingelagert, der beiderseits von mächtig vortretenden Felsrippen begrenzt wird. Die obere Wandpartie besteht aus einer Plattenwand, die von hängenden Seraks gekrönt wird. Der Aufstieg vollzieht sich zunächst über den eingangs erwähnten, steilen Gletscher und wendet sich dann gegen das obere Ende der nordöstlichen Begrenzungsrippe.Von hier vermitteln steile, links der prallen Gipfelwand eingelagerte Eisfelder und ein anschliessender Felsgürtel den Durchstieg zum Gipfel.

Von der Gandegghütte hinab zum unteren Theodulgletscher. Man überschreitet ihn annähernd horizontal gegen den Fuss der Wand. Eine von P. 3688 nach Norden vorspringende Felsrippe wird an ihrem unteren Ende umgangen und hierauf etwa 300 m über steiles Gletschergehänge in der Gipfellinie angestiegen. Hierauf wendet man sich nach links gegen die Mündung eines steilen Eiscouloirs, das bei den Eisfeldern im linken Wandteil seinen Ausgang nimmt und nach rechts abwärts gegen den Fusspunkt der Gipfelwand streicht. Kurz vor Erreichen des Couloirs durch den hier ansetzenden Felsgürtel in schwerer Kletterei empor bis zu seinem oberen Rande. Über massig steile Firn- und Eishänge empor gegen einen Bergschrund, nach dessen schwieriger Überwindung man das untere der beiden im östlichen Teil der Gipfelwand eingelagerten Eisfelder betritt. In seiner Mittellinie sehr steil empor gegen eine schwach aus dem Eise tretende Felspartie. Nach deren Überwindung betritt man das obere Eisfeld, welches man schräg links ansteigend überschreitet. Der folgende, gestufte Wandgürtel leitet ohne wesentliche Schwierigkeiten auf die Firnkalotte des Breithorns.

34. Jahresbericht des Akadem. Alpenvereins München, 1925/26.

Breithorn, 4171 m. Erste Ersteigung über die Westwand. E. R. Blanchet und C. Mooser. 16. August 1926. Genaue Beschreibung des Anstieges in « Die Alpen » 1927, S. 67 f., mit Zeichnung.

E. R. Blanchet schreibt uns dazu: « L' Alpine Journal ( n° 234, p. 34 ) relate une tentative anterieure. Le 17 juillet 1911 M. R. W. Lloyd, avec les guides Joseph Pollinger et Franz Imboden, attaqua cette meme face ouest. Parvenue très haut, tout pres du mur de glace vertical et même surplombant qui couronne cette face — ce mur n' est autre que la tranche occidentale de la calotte glaciaire du sommet —, la caravane s' engagea sur la droite, en direction sud, dans une traversee très ardue des rochers superieurs. Un couloir infranchissable arreta les grimpeurs. Au-dessus, le mur de glace surplombait à tel point qu' il eût d' ailleurs barre la route. Très près du but, M. Lloyd dut rebrousser. La descente presenta d' extremes difficultes, sous la menace constante de chutes de glace.

Si la caravane Blanchet-Mooser parvint à passer, c' est que le mur de glace, en 1926, offrait un point faible, par suite, sans doute, d' un ecroulement partiel. » Lyskamm, 4538 m. Wegänderung durch die Nordwand. Wilhelm Weizenbach und Rudolf Wolter. 8. August 1925.

Die vom Ostgipfel in die Nordwand steil hinabstürzende Felsrippe war vereist. Daher wurde die Eiswand zur Linken, die oben zur Rinne wird, durchstiegen. Stufenhauen nur an den steilsten Stellen. Durchschnittliche Neigung 56 °. Jahresbericht 1924/25, Akadem. Alpenverein Berlin.

Lyskamm-Westgipfel, 4478 m. Über die Nordostflanke. E. R. Blanchet mit Kaspar Mooser und Träger Joseph Aufdenblatten ( beide aus Täsch ). 5. August 1927.

Die Höhe dieser Wand beträgt ungefähr 700 m. Sie hat eine Durchschnittssteigung von 55 °. Nirgends wurden Felsen betreten. Zwei leichte Bergschründe am Fusse ( 625 Uhr ). Auf zwei Drittel Höhe ungefähr Traversierung nach rechts ( westlich ), um einen herzförmigen Eisbruch ( Gletscherabbruch ) zu überwinden. Diese Querung von etwa 30 m kostete eine Stunde anstrengender Pickelarbeit. Dann wieder geradewegs hinauf. Nach einer mässig steilen Stelle ( zirka 30steigt die Wand wieder bedenklich. Gipfelgrat: 11 35 Uhr. Dann, dem Grat nach rechts folgend, in einer Viertelstunde zum Gipfel. Mit Ausnahme der Traversierung der bösen Stellen ( Schlüssel der Besteigung ) überall ausgezeichneter Schnee. Bei aperem Eis wäre die Besteigung enorm lang, wenn nicht unmöglich. Bild mit Itinerar siehe Alpine Journal 1927, November, Seite 314. Mitteilung von E. R. Blanchet.

Lyskamm-Ostgipfel, 4538 m. Erste vollständige Begehung über den Nasograt. M. L. und A. Lercoz, G. Mehr und Träger A. Peccoz von Gressoney. 15. September 1926. Riv. Mens. 1927, S. 115.

Punta Giordani, 4055 m ( Monte Rosa ). Erste Ersteigung über die Ostwand. L. und M. Resegotti. 24. August 1926. Riv. Mens. 1927, S. 182.

Punta Giordani, 4055 m. Neuer Abstieg nach Südwesten. Hans Käser. 26. August 1926. Nachrichten der Sektion Austria 1926, Folge 10.

Zumsteinspitze, 4573 m. Erstbesteigung der Westwand. E. R. Rlanchet mit Kaspar Mooser und Träger Joseph Aufdenblatten. 30. August 1927. Höhe dieser Flanke 300—350 m. Noch steiler schien sie uns als die Nordostwand des Lyskamm. Anfangs blankes Eis ( wohl 130 m Höhe ). Am Fusse dieser Eiswand leichter Bergschrund ( 730 Uhr ). Dann sehr steile Felsen, deren Anfang nach zweistündiger Hackarbeit erreicht wurde. Eine Rinne in der Felswand wurde unter grösster Steinschlaggefahr verfolgt. Anfangs schwer, bald leicht und leichter. Den Felsen folgt ein kleiner Firnhang ( Gipfelkuppe ), der dank ausgezeichneten Schnees in fünf Minuten erstiegen wurde. Gipfel an 1220 Uhr. Es ist unbedingt ratsam, mit der Felsrinne fertig zu werden, bevor die Sonne diese Flanke bescheint. Eine Nachmittagsbesteigung ist ausgeschlossen. Mitteilung von E. R. Blanchet.

Strahlhorn, 4191 m. Erste Besteigung über den Südostgrat. A. Daglio, A. Frisoni, A. Sabbadini und E. Stagno. 7. September 1925. Riv. Mens. 1927, S. 51.

Feekopf, 3912 m. Erste Winterbegehung des Südostgrates und zugleich erste Winterüberschreitung. Peter Hardegg, Hermann Hörlin, Erwin Schneider. 17. März 1927.

Das Feejoch wurde auf Ski erreicht. Von da zu Fuss bei guten Verhältnissen und ohne wesentliche Schwierigkeiten in 45 Minuten zum Gipfel. Weiter zum Alphubeljoch.

Täschhorn, 4498 m. Zweite Winterbesteigung; erste über Feegletscher-Mischabeljoch. Peter Hardegg, Hermann Hörlin, Erwin Schneider. 19. März 1927.

Marcel Kurz und Führer Josef Knubel erstiegen das Täschhorn erstmalig im Februar 1920 von der Täschalpe aus über den Weingartengletscher und den oberen Teil des Mischabelgrates.

Wir benutzten die Britanniahütte als Ausgangspunkt: Über das Egginerjoch zum Feegletscher. Dieser wird leicht ansteigend gequert bis zum Fusse einer vom Alphubel gegen die Lange Fluh herabziehenden Felsbarre. Eine ausgesetzte, von rechts nach links aufwärts ziehende Schneerinne, die zweite oberhalb P. 2991 ( Ski mussten getragen werden ), führte durch die Felsen in die Mulde unterhalb des Mischabeljoches. Die Ski wurden in der Mulde wieder benutzt und dann am Bergschrund zurückgelassen. Über einen steilen Schneehang zum Mischabeljoch, weiter über den langen Südostgrat zum Gipfel. Zurück denselben Weg. Mondschein ist für die Tur dringend erwünscht.

Zeiten: Ab Britanniahütte 420 Uhr früh, ab Mischabeljoch 11 Uhr, Gipfel 340 Uhr nachmittags, an Britanniahütte 1240 Uhr nachts. Rasten insgesamt 2 Stunden. 24. Jahresbericht des A.A.V.B.erlin.

Rauthorn, 3269 m ( Mattwaldhorngruppe ). Erste Ersteigung über den Ostgrat.

H. A. Havorth und E. R. G. Irving. 27. August 1925. Alpine Journal 1925, S. 367. Monte Leone, 3558 m. Neuer Anstieg über die Nordwand. E. Bozzi und R. Roggia. 24. Juli 1926. Riv. Mens. 1927, S. 345.

A propos de la face ouest de la Zumsteinspitze. Par E. R. Blanchet.

On trouve, page 94 du volume III du Guide des Alpes Valaisannes ( édition française ), au sujet de la Zumsteinspitze: 3, par le NW:

« MM. Georges Dorn et Fritz Reichert, le 27 août 1901. R.M. 1901, 412/13.

Arrivant par l' itinéraire du Grenzsattel un peu au-dessous du milieu de l' arête qui relie le « Sattel » à la Pointe Dufour ( arête ouest de cette dernière ), on tire à droite, vers le SE, et on gravit en taillant „ la paroi raide et brillante qui monte droit au sommet ". » Pour qui n' a pas lu l' article original de la Rivista Mensile, les lignes ci-dessus peuvent donner lieu de croire que cet itinéraire et celui de 1927 sont analogues ou voisins.

Il convient de donner ici la traduction rigoureuse de l' article de la Rivista Mensile, et d' en souligner, au propre et au figuré, les différences d' avec le texte du Guide des Alpes Valaisannes.

C' est avec intention que je traduis littéralement, au plus grand préjudice d' une traduction littéraire. 11 importe de serrer le texte original du plus près possible.

« Vers les 22 heures, nous arrivâmes à la cabane Bétemps et nous eûmes la chance d' en être les uniques occupants. Le temps empira et comme vers minuit nous jetâmes un coup d' œil au dehors, il neigeait joyeusement avec un froid intense. A midi nous quittâmes la cabane et suivîmes en le remontant le Grenzgletscher d' une longueur éternelle, brassant une neige fatigante, et qui le devenait de plus en plus, au fur et à mesure que nous nous élevions. Sous la cime de la Pointe Dufour nous nous tournâmes vers le Grenzsallel ou ColZumslein et ensuite, taillant des degrés, nous nous élevâmes par la rapide et luisante paroi de glace, directement à la cime de la Zumstein, que nous joignîmes au milieu de la tempête la plus terrible, et comme il neigeait fortement. Nous voici là-haut au milieu du brouillard et à la tombée de la nuit, presque emportés par l' ouragan, nous efforçant de lire nos cartes et notre boussole qui devaient nous montrer la route de la Pointe Gnifetti. L' ouragan était presque plus fort que nous-mêmes, et il était temps que nous arrivions, à 11 heures de la nuit, sous le toit hospitalier de la cabane Marguerite.

Signé Giuseppe Dorn ( avec M. Reichert de Strasbourg ). » 1° M. Giuseppe ( Joseph ) Dorn ( et non pas Georges ) n'a pas publié cette course comme une « première ».

2° Un départ à midi de Bétemps par une neige molle, de plus en plus fatigante à brasser, exclut absolument l' ascension de la face ouest de la Zumstein: à elle seule, en de bonnes conditions, elle nous prit 4 h. 50 min.

Une escalade tardive exposerait en outre les grimpeurs à des chutes de pierres constantes. On remarquera aussi que M. Dorn ne parle pas des rochers qui constituent la moitié de cette face. On ne peut les franchir que dans un couloir direct.

3° M. Dorn dit: « Sous la cime de la Pointe Dufour, nous nous tournâmes vers le Grenzsallel. » Or, dans le Guide des Alpes Valaisannes, il est dit: « Arrivant par l' itinéraire du Grenzsattel un peu au-dessous du milieu de l' arête qui relie le ,,Sattel " à la pointe Dufour ( arête ouest de cette dernière ), on tire à droite, vers le sud-est. » Sur l' atlas Siegfried, le milieu entre le Sattel et la Pointe Dufour tombe sur la lettre F de Dufour. De ce point, une marche au sud-est conduit exactement au pied de la face ouest de la Zumstein, juste au point où nous l' avons attaquée en 1927.

La Rivista Mensile, en revanche, dit ceci: « Sous la cime de la Pointe Dufour, nous nous tournâmes vers le Grenzsattel. » Cette direction est à angle droit avec celle que l'on doit déduire de la lecture du Guide.

Il est à présumer que la cordée Dorn-Reichert, dans la crainte de l' ouragan, évita la crête de l' arête du Grenzsattel à la Zumstein, et la longea de près, pour aboutir, à la grande calotte de glace ( souvent « enneigée » ) qui coiffe la Zumstein. Le vent furieux avait sans doute empêché la neige fraîche d' y demeurer, d' où la nécessité de tailler des marches.

La nuit, surtout par la tempête, tombe tôt le 27 août. Jamais caravane, si admirablement entraînée soit-elle, ne pourrait, avec la neige fraîche « de plus en plus fatigante », parvenir de Bétemps, quitté à midi, au sommet de la Zumstein à la nuit en escaladant la face ouest, très dangereuse, difficile: elle nous parut, par un temps superbe, incomparablement plus sérieuse que la face NE du Lyskamm.

P.S. La cordée Dorn-Reichert était une cordée hors-ligne. Les « sans-guides » ont à leur actif des ascensions magnifiques et formidables et, certes, ils eussent été capables de passer où nous sommes passés, mais ni ce jour-là, ni à cette heure tardive.

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