Protokoll der 22. Delegirtenversammlung des S.A.C

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der

der

XXII. Delegirtenversammlung des S, A. G.

in Villars-sur-Ollon

den 12. September 1885, Abends 5 Uhr 30 Min.

Vorsitzender: Herr Regierungspräsident Grob, Centralpräsident. Anwesend:

Section Aargau:Zofingen: IIH. Fischer-Sigwart. „ Säntis:Kehl in Urnäsch.

„ Basel:Hoffmann-Merian, „ C. Lüscher.

Chronik.

Section Bern:

HH.

Regierungsrath v. Steiger, 77 Francke.

77 Biel:

77 Wartmann.

n Blümlisalp:

— n Burgdorf:

— 77 Oberaargau:

77 Jakob ( Lotzwyl ).

77 Oberland:

77 Hecht.

77 Wildhorn:

77 Rudolf Wehren.

77 Moléson:

77 Bourgknecht, A. Glasson.

77 Genf:

77 Freundler, M. Briquet.

Tödi:

77 Rathsherr Freuler.

77 Ehätia:

— 77 Pilatus:

77 Dr. Hofstetter, Egli.

n Neuenburg:

77 Sottaz, Jean Schelling.

n Mythen:

71 Bettschart.

n St. Gallen:

77 Iwan v. Tschudy, Studer.

77 Alvier:

— 77 Toggenburg:

— 77 Titlis:

77 M. Britschgi.

)7 Gotthard:

77 Becker, Telegrapheninsp.

77 Monte Rosa:

77 de Torrente, Fama.

J7 Diablerets:

77 Prof. Rambert, J. Guex.

77 Roßberg:

n Dändliker in Baar.

77 üto:

77 Fäsi - William, Pfarrer Lavater 77 Bachtel:

77 Bindschädler.

77 Winterthur:

77 Pfarrer Herold, Reinhart.

I. Der Präsident heißt die Abgeordneten willkommen und spricht vorläufig der festgebenden Section den herzlichsten Dank aus.

II. Herr Reinhart von Winterthur und Herr Schelling werden zu Stimmenzählern ernannt.

III. Rechnung von 1S84, genehmigt auf Antrag der Herren Rechnungsrevisoren Schinz und Neuburger.

Einnahmen von 1884.. Fr. 15,291. 60 Ausgaben von 1884.. „ 12,334. 35 Ueberschuß der Einnahmen Fr. 2,957. 25 IV. Vermögen des Club:

am 31. December 1884. Fr. 16,100.31.1883. „ 13,142. 75 Vermehrung des Vermögens Fr. 2,957. 25 V. Der Centralcassier legt einen Ueberblick über den bisherigen Theil des Rechnungsjahres vor.

VI. Zu Rechnungsrevisoren werden gewählt die Herren Sottas in Neuenburg und Hecht in Interlaken.

I. Fest von Ì886. Die Section Winterthur bietet sich als festgebende Section für 1886 an. Die Versammlung nimmt die Proposition zu Händen der Generalversammlung mit Beifall an und schlägt derselben Herrn Pfarrer Herold zum Festpräsidenten vor.

VIII. Preisschrift Baumgartner. Der Präsident referirt darüber und legt den Delegirten den Antrag des Centralcomite's vor:

„ Die Delegirtenversammlung möge es dem Centralcomite anheimgeben, für die ihm am passendsten scheinende Publication zu sorgen. "

Herr Iwan v. Tschudy betont, daß die Schrift Eigenthum des S.A.C. sei, und macht auf die Unterschiede derselben von der Schrift Zsigmondy's aufmerksam; er ist der Meinung, daß einzelne Punkte der letztern bei der Publication benutzt werden sollten.

Die Genehmigung wird dem Centralcomite stillschweigend ertheilt.

IX. Rhonegletscher -Fragen.

a. Publication. Herr Vicepräsident Professor Heim referirt zunächst über die Nothwendigkeit der Publication, dann über die günstige Lage des S.A.C., wie sie durch das Entgegenkommen des eidgenössischen topographischen Bureau und den vortheilliaften Vertrag mit Schmid, Francke & Comp. geschaffen ist. Er stellt den Antrag:

„ Dem Centralcomite ist Vollmacht zu geben, den provisorischen Vertrag mit der Buchhandlung Schmid^ Francke & Comp. endgültig abzuschließen. "

Herr Hoffmann-Merian gibt noch näheren Aufschluß,, wonach die Redactionskosten, soweit sie Herrn Held betreffen, vom topographischem Bureau übernommen werden, und daß Herr Professor Rütimeyer einen großen Theil des Textes gütigst selbst zu übernehmen sich bereit erklärt hat.

Herr Professor Forel, Mitglied des Gletschercollegiums, hat zunächst den Voten nichts beizufügen,, weist aber noch einmal auf die günstige Lage des-S.A.C. hin.

Herr Freundler hat nicht die Absicht, gegen die Publication der bisherigen Arbeiten aufzutreten. Mithirt fällt Passus 2 und 3 der Genfer Anträge, die wichtigsten Resultate der bisherigen Arbeiten im Jahrbuch zu publiciren, dahin.

Herr Rambert ist hiemit sehr einverstanden, da eine solche Publication im Jahrbuch eine Unmöglichkeit wäre.

Da derzeit kein Antrag gegen denjenigen des-Centralcomite's mehr existirt, so ist der letztere angenommen.

b. Fortsetzung der Arbeiten. Herr Prof. Forel,, im Namen des Gletschercollegiums, gibt einen Ueberblick über die bisherigen Arbeiten des Collegiums und die hohe Wichtigkeit der Aufgabe, sowie über die bisher gewonnenen Resultate, besonders die Karte-des Gletschers. Dann geht er auf die Wichtigkeit der Fortsetzung dieser Arbeiten ein. Während zu Zeiten der Gletscher langsam fließt und daher zurückgeht, rückt er in andern Perioden schneller vor.. Bisher hatten wir eine Periode des Abnehmen »; jetzt treten wir, wie aus gewissen Zeichen zu schließen ist, in eine Periode des Vorrückens ein. Man sollte-diese höchst günstige Gelegenheit nicht ungenützt vorüber gehen lassen.

Chronik.53?

Herr Prof. Heim referirt im Namen des Central-eoniite's. Er betont besonders die Nothwendigkeit,, jetzt, nach Abschluß der Messungen, die Schwankungen beim Fortschreiten des Gletschers zu controliren. Die Kosten bilden keinen besonders großen Posten in den Ausgaben des S.A.C. Neue Fragen sollen nicht in Angriff genommen werden, zudem kann das Centralcomite Garantien bieten, daß das jährliche Maximum von Fr. 1500 nicht überschritten wird.

Herr Freundler vertheidige den Standpunkt, den die Section Genf in ihrem Circular einnimmt. Er sieht in der Fortsetzung der Arbeiten ein Abweichen von dem eigentlichen Zweck des S.A.C. Er bezweifelt die Wichtigkeit der Resultate, die vielleicht auf andere Gletscher keine Anwendung finden. Er befürchtet, nach drei Jahren neue Opfer bringen zu müssen und weist auf die Nothwendigkeit von Führerkursen hin, ebenso von Erstellung neuer und der Erhaltung bestehender Clubhütten. Die bisherigen Opfer sind vollständig genügend 5 die schweizerische naturforschende Gesellschaft würde, ohne Beihülfe des S.A.C., gewiß selbst eingetreten sein.

Herr Prof. Heim erklärt, daß sich das Gletschercollegium mit den drei Jahren zunächst zufrieden erklärt, er hofft auf spätere Hülfe von anderer Seite, die jetzt noch unmöglich ist.

Herr Professor Rambert erinnert daran, daß man immer darauf hinwies, es würden nach Ablauf der ersten sechs Jahre gewisse weitere Maßregeln zu treffen sein. Die Frage ist bei der geringen Ausgabe nicht sehr bedeutend, da jene Summe von Fr. 150O zudem ein Maximum ist, unter welches nach Ansicht des Herrn Rütimeyer die wirkliche Ausgabe bedeutend herabsinken wird. Die Lage ist gar nicht derart, daß sie eine so energische Opposition rechtfertigte. Wenn wir die Sache fallen lassen, so begehen wir einen großen Fehler, der dem S.A.C. nicht zur Ehre gereicht. Die Statuten, wie sie zuerst in deutscher Sprache aufgestellt wurden, rechtfertigen durchaus die Ausgabe. Zudem ist die Arbeit am Rhonegletscher keine einseitig wissenschaftliche, sondern eine eminent topographische und geographische, welche so direct als möglich im Zweck und Interesse des S A. C. liegt. Die Aufmerksamkeit des S.A.C. auf Führercurse und Clubhütten hat keineswegs abgenommen, wie leicht zu beweisen ist, und mit den Führercursen macht man nicht einmal die gehofften Erfahrungen. Für eine Gesellschaft wie der S.A.C. ist die Ausgabe für eine so große wissenschaftliche Arbeit eine bescheidene. Schließlich spricht sich der Redner gegen den von der Section Genf in ihrem Circular angeschlagenen Ton aus.

Herr Hoffmann-Merian findet, das Finanzielle spiele « ine viel zu große Rolle. Die Fr. 1500 bedeuten auf die drei Jahre zusammen Fr. 1. 80 per Kopf. Für Hüttenbauten und Reparaturen haben wir in elf Jahren Fr. 30,000 ausgegeben, für Ausstellungen Fr. 5600; an der Landesausstellung in Zürich waren die Rhone-gletscherkarten gerade das Monumentalste. An Mitteln mangelte es nie; denn wenn man in drei Jahren durch Reduction des Jahresbeitrages von Fr. 5 auf 4 ungefähr Fr. 7000 weniger einnahm, so wuchs doch die Einnahme um circa Fr. 2000. Das Vermögen des Club hat trotz der Rhonegletschersubvention zugenommen. Der D. u. Oe. A. V. hat uns ersucht, ihnen einen Vertreter zu schicken, der über diese Vermessungen einen Vortrag halten sollte; es wäre der Ehre des S.A.C. unwürdig, jetzt aufzuhören.

Herr Pfarrer Herold beantragt, 9 des Vertrages zu streichen und statt dessen ausdrücklich zu bestimmen, daß nach drei Jahren die Betheiligung des S.A.C. an den Arbeiten am Rhonegletscher ihr Ende finden solle. Dieser Antrag hat die Meinung, den Frieden im Club wieder herzustellen und weitere Differenzen zu verhindern.

Herr Bourgkuecht fürchtet, die Sache werde nie ein Ende finden, und der 8. A. C. werde sich durch einen zustimmenden Beschluß auf Jahrzehnte hinaus binden. Er kommt nochmals auf die Clubhüttenfrage zurück. Auch den Antrag Herold hält er nicht für genügend, da der Club auch so die Hände nicht frei haben werde.

Es wird Schluß beantragt. Die Abstimmung ergibt 19 Stimmen für Schluß, 10 dagegen.

Der Eeferent Herr Forel erhält noch das Wort zu der Erklärung, daß die Arbeiten auf keinem andern Gletscher erneuert werden sollen, und daß das festgestellte Budget vollständig genügt.

Herr Fischer-Sigwart erklärt, daß er nicht stimmen werde.

Abstimmung.

1 ) Eventuelle Abstimmung: Ist, im Falle der Annahme des Vertrages, Ziffer 9 zu streichen, oder ist der Antrag Winterthur einzusetzen?

20 Stimmen sind für den Antrag Winterthur, 7 dagegen.

2 ) Hauptabstimmung. Für den so bereinigten Antrag des Centralcomite's ergeben sich 26 Stimmen ( von 34 ).

Ziffer 9 hat jetzt den Wortlaut: „ Es wird jetzt schon ausdrücklich bestimmt, daß mit dem, was unter 1 und 2 festgesetzt ist, die Leistungen des S.A.C. für die Vermessung des Rhonegletschers ihr Ende finden sollen. "

3 ) Ziffer 4 des Antrages Genf.

a.Der erste Theil betreffend Führercurse wird abgelehnt.

b.Der zweite Theil betreffend Clubhütten wird mit 24 Stimmen angenommen. Derselbe lautet: „ Das Centralcomite wird eingeladen, den Umbau und die Instandstellung der Clubhütten zu beschleunigen. "

4 ) Auf Antrag von Herrn Herold wird das Gletschercollegium auf weitere drei Jahre bestätigt.

X. Anträge der Sectionen.

1Section Biel. Das Centralcomite beantragt, die Motion Biel aufzunehmen, welche lautet: „ Das Centralcomite ist eingeladen, zu untersuchen, welche Hütten und auf welche Weise dieselben mit Holz zu versorgen sind. " Dagegen ist der Section Biel das Eecht abzusprechen, von sich aus einen Zusatz zur Hüttenordnung aufzustellen. Der Antrag wird angenommen.

2 ) Section Mythen beantragt: „ Es möge die Versammlung beschließen, die Section Mythen in ihrem Bestreben für den Wiederaufbau der Hütte auf dem großen Mythen und der Verlegung auch des obern Theils des Weges von der Nord- auf die Ostseite des Berges zu unterstützen und hiefür einen einmaligen Beitrag von wenigstens Fr. 500 zu verabfolgen. Dagegen verpflichtet sich die Section Mythen, strenge Contrôle über den Unterhalt und die preiswürdige Verpflegung von Touristen in der neu projectirten Schutzhütte zu halten. "

Der Antrag wird dem Centralcomite überwiesen.

Herr Freundler drückt sein Bedauern darüber aus, daß in der Rhonegletscherangelegenlieit so rasch Schluß beantragt worden ist. Der Präsident gibt eine Rechts-belehrung über parlamentarischen Usus.

Das Protokoll wird verlesen und genehmigt.

Ende der Sitzung 10 Uhr 30 Minuten.

Der Präsident: J. E. Grob, Regierungspräsident.

Der Secretär: Dr, G. Finsler.

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