Protokoll der XXVII. Delegirtenversammlung

Hinweis: Questo articolo è disponibile in un'unica lingua. In passato, gli annuari non venivano tradotti.

der

der

XXVII. Delegirtenversammlung des S.A.C.

abgehalten Montag den 13. October 1890 im Schwurgerichtssaal in Baden.

Die Versammlung wird um 10 ¾ Uhr mit Verlesung des Tractandenverzeichnisses eröffnet.

Der Appell ergibt die Anwesenheit von 64 Delegirten, welche 33 Sectionen vertreten, nämlich:

Aargau :Hr. Dr. Heinrich Ganter, Aarau.

Alvier:Professor F. Becker, Zürich.

Bachtel :Lehmann-Ritter, Rüti, Rüegg, Secundarlehrer, Rüti, und Weber-Honegger, Kaufmann, Rüti. Basel:F. Hoffmann-Merian, C. Lüscher-Streckeisen und F. Vischer-Bachofen, Basel.

Bern :Dr. H. Dübi, II. Kœrber und A. Francke, Bern.

Biel :Dr. phil. A. Bähler und Dr. med. Emil Lanz, Biel.

Blümlisalp:Burgdorf:Robert Heiniger, Kaufmann, Burgdorf.

Chaux-de-Fonds: „ E. Jeanneret-Perret und J. U. Saxer, Chaux-de-Fonds. Davos:Hugo Richter und Pfarrer Hauri, Davos.

Diablerets :E. Dutoit, Advocat, Eugène Zschokke und Albert Barbey, Lausanne.

Emmenthal:Pfarrer Müller, Langnau.

Genevoise :A. Bernoud, C. L. Mazel und Alfred Pictet, Genf.

Gotthard:Ingenieur Stocker, Erstfeld.

Chronik.

Moléson:Hr. Xavier Schorderet, notaire, und Gasdirector Heiß, Freiburg.

Monte Rosa: „ Ant. de Torrenté und Charles Fama, Sitten. Mythen :Josef Betschart, Ingenieur, Schwyz.

Neuchâteloise: „ Alexander Perrochet, Professor, und Rud. Schinz, Neuenburg. Oberaargau:Moritz Schmidt-Döbeli und Hermann Hambrecht, Olten. Oberland:Pfarrer Rud. Studer, Ringgenberg, und Eduard Flück, Amtsschreiber, Interlaken. Pilatus:J. Eggermann, Ingenieur, und O. Gelpke, Ingenieur, Luzern.

Randen:Christ. Hößly, Techniker, Feuerthalen.

Rhätia:Fr. v. Salis, Oberingenieur, Dr. E. Killias und Dr. med. Paul Lorenz, Chur.

Roßberg:X. Wetzstein, Apotheker, Zug.

Säntis:Conrad Forster, Director, Herisau.

St. Gallen:C. W. Stein, Apotheker, Joh. Mettler-Wolf und E. W. Bodenmann. St. Gallen. Ticinese :Titlis:Regierungsrath Ferd. Businger, Stans.

Toggenburg: „ Georges Zwikel-Welti, Wattwil, und Jakob Mettler, Neßlau. Tödi :Leonhard Blumer, Engi, N. Leuzinger und Heinrich Streiff, Glarus. Uto:John Syz, H. Lavater-Wegmann und F. H. Fäsi, Zürich.

Weißenstein: „ Dr. med. Aug. Walker und Rob.Walker, Solothurn. Wildhorn:Albert Züricher, Gymnasiallehrer, Bern.

Winterthur:Paul Reinhard-Sulzer und Jakob Weber-Imhoof, Winterthur. Zofingen :Rud. Egg, Pfarrer, und Paul König-Irlet, Zofmgen.

Als Stimmenzähler wurden die Herren Dr. Dübi, Bern, und Paul Reinhard-Sulzer, Winterthur, gewählt.

Rechnungsablage. Die Rechnung pro 1889 ergibt an:

Einnahmen..... Fr. 20,063. 20 Ausgaben..... „ 11,650. 44 somit einen Vorschlag von Fr. 8,412. 76 Das Vermögen beträgt auf 31. December 1889 Fr. 39,755. 03.

Hr. Schinz, Neuenburg, als Rechnungsrevisor, referirt über die Rechnung, findet dieselbe in Ordnung und empfiehlt Genehmigung und Verdankung derselben an Hrn. Centralcassier Hösli. Die Rechnung wird einstimmig genehmigt und verdankt.

Chronik.

Als Rechnungsrevisoren pro 1890 werden gewählt die Herren E. Courvoisier, Chaux-de-Fonds, und E. W. Bodenmann, St. Gallen; als Suppleanten die Herren J. Mettler-Wolf, St. Gallen, und E. Dutoit, Lausanne.

Antrag des Centralcomite betreffend Errichtung einer Centralbibliothek. Hr. Vicepräsident Dr. Buß, Glarus, referirt Namens des Centralcomite und empfiehlt Eintreten auf den vom Centralcomite vorgelegten Vertrag mit der Stadtbibliothek Zürich, betreffend Uebernahme der Bibliothek. Der Redner führt unter Anderm aus: Es ist ein wesentliches Stück Arbeit des S.A.C., die Alpenwelt auch allen denen bekannt zu machen, die nicht im Stande sind, selbst in die Berge hinauf zu kommen. Dieses Ziel kann theilweise erreicht werden durch Sammlung der Litteratur und Schaffung einer Möglichkeit für die Freunde der Alpenwelt, dieselbe zu benutzen. Die jetzigen Bibliotheken der Sectionen und des Centralcomite sind dem großen Publikum unzugänglich. Wer z.B. eine alpine Frage bearbeiten will, dem fehlt das Material, er muß es in allen Himmelsrichtungen zusammensuchen. Es hat eine Bibliothek des S.A.C. bestanden, allein es wurde 1877 in Glarus der unglückliche Beschluß gefaßt, dieselbe zu vertheilen. Die vorhandene Litteratur ließe sich mit bescheidenen Mitteln sammeln. Damit die neu zu schaffende Bibliothek Jedermann zugänglich wird, muß sie am richtigsten mit einer großen öffentlichen Bibliothek verbunden werden. Es entstehen auf diese Weise für den S.A.C. auch viel geringere Kosten, als wenn die Bibliothek für sich errichtet würde. Der Centralbibliothek würden einverleibt die Publicationen des S.A.C., die durch den Tauschverkehr erhaltenen Werke, ferner diejenigen Werke, die vom S.A.C. alljährlich angekauft würden. Zu diesem Behufe müßte ein Credit von Fr. 500 bis Fr. 1000 ausgesetzt werden.

Hr. Hoffmann-Merian, Basel, empfiehlt Nichteintreten auf die Vorschläge des Centralcomite. Die Auslagen und Schwierigkeiten, die eine Centralbibliothek nach sich zieht, sind zu groß, ja größer, als man glaubt. Eine jährliche Ausgabe für Neuanschaffungen und sonstige Kosten, welche die Bibliothek verursacht, im Betrage von Fr. 500 würde niemals genügen. Die Centralbibliothek würde nur selten benützt. Die jetzt bestehenden Bibliotheken der Sectionen werden sogar von den eigenen Mitgliedern nur äußerst selten benützt. Es würde vollständig genügen, wenn das Centralcomite alle Jahre ein oder zwei Mal ein Verzeichniß der eingegangenen Bücher und Karten den Sectionen zusenden würde, damit die Mitglieder dieselben allenfalls benutzen können.

Mit 39 gegen 22 Stimmen wird indessen beschlossen, auf die Vorlage einzutreten. Es folgt artikelweise Berathung des Vertragsentwurfes mit der Stadtbibliothek Zürich.

Hr. Hoffmann-Merian, Basel, will dem Lemma a im Ingreß des Vertrages folgende Fassung geben:

„ Das Centralcomite des S.A.C. übergibt die zur Zeit besitzenden Bücher, Broschüren, Karten, Panoramen etc. einer Stadtbibliothek, die Jedermann leicht zugänglich ist. "

Chronik.

Hr. Vicepräsident Dr. Buß, Glarus, bekämpft den Antrag. Mit Annahme desselben würde die Bibliothek überhaupt wieder in Frage gestellt.

Mit 43 gegen 15 Stimmen wird der Antrag der Section Basel verworfen und Lemma a der Vorlage angenommen.

Ehe in der Weiterberathung fortgefahren wird, erörtert Hr. Vicepräsident Dr. Buß, Glarus, noch kurz die Geschichte der Entstehung des Vertrages.

Hr. Centralpräsident Gallati eröffnet, daß die Section Burgdorf zu Art. 1 des Vertrages den Antrag stellt, es möchten den Mitgliedern des S.A.C. die Kataloge unentgeltlich zugestellt werden.

Das Centralcomite hält diesen Antrag für überflüssig, weil es selbstverständlich sei, daß den Mitgliedern des S.A.C. die Kataloge unentgeltlich übermittelt würden. Die Section Burgdorf äußert einen Wunsch, dahingehend, es möchten beim Bezug der Bücher die Mitglieder des S.A.C. vor dem übrigen Publikum den Vorzug haben. Das Centralcomite betrachtet die Erfüllung dieses Wunsches als selbstverständlich. Im Fernern beantragt die Section Burgdorf, daß im Falle der Auflösung des S.A.C. die Generalversammlung darüber entscheide, wohin die Bibliothek kommen solle, statt daß sie der Stadtbibliothek zufalle, mit der man den Vertrag abschließe. Die Versammlung hält es für überflüssig, eine solche Bestimmung aufzustellen.

Auf Antrag des Hrn. Bodenmann, St. Gallen, wird einstimmig be schlossen, den jährlichen Kredit von Neuanschaffungen im Betrage von Fr. 500 bis Fr. 1000 im Vertrage genau auszusetzen. Im Uebrigen wird der Vertrag genehmigt.

Hr. Dr. Dübi, Bern, bemerkt im Auftrage der Stadtbibliothek Bern, daß diese unter den gleichen Bedingungen wie Zürich bereit wäre, die Bibliothek des S.A.C. zu übernehmen. Mit 32 gegen 31 Stimmen wird jedoch beschlossen, den Vertrag mit der Stadtbibliothek Zürich abzuschließen.

Antrag des Centralcomite betreffend Anstellung eines ständigen Centralsecretärs.

Hr. Fäsy, Zürich, stellt den Antrag, daß dieses Tractandum verschoben werde bis nach Behandlung des Tractandum 9, da dasselbe jedenfalls eine längere Discussion veranlassen werde. Der Antrag wird angenommen.

Nun folgt der Antrag des Centralcomite betreffend Herausgabe periodischer Publicationen des S.A.C. außer dem Jahrbuch. Derselbe lautet:

„ Die Abgeordnetenversammlung wolle beschließen:

a. Es wird grundsätzlich die Herausgabe periodischer Publicationen außer dem Jahrbuch beschlossen.

b. Das Centralcomite wird ermächtigt, für vorläufige Ausführung dieses Beschlusses auf 1. Januar 1891 zu sorgen, sei es durch Herausgabe eines selbständigen Monatsbülletins, sei es durch Chronik.

bezügliche Vereinbarung mit der Redaction der „ Schweizer Alpenzeitung". c. Das Centralcomite wird beauftragt, über die definitive Gestaltung dieser Publicationen der nächsten Abgeordnetenversammlung Bericht und Antrag vorzulegen. "

Hr. Syz, Zürich, hält den vorliegenden Antrag für etwas unbestimmt. Er glaubt, es wäre am richtigsten, wenn das Centralcomite sich mit den Redactionen der „ Alpenzeitung " und des „ Echo des Alpes " in Verbindung setze, um sich mit denselben zu vereinbaren, wie die Frage wohl am besten gelöst werde. Er stellt daher Namens der Section Uto folgenden Antrag:

Lit. b soll heißen:

„ Das Centralcomite wird ermächtigt, für Ausführung dieses Beschlusses auf 1. Januar 1891 zu sorgen, und zwar wo möglich durch bezügliche Vereinbarung mit den Redactionen der „ Schweizer Alpenzeitung " und des „ Echo des Alpes ".

Im gleichen Sinne äußert sich Hr. Reinhard, Winterthur.

Hr. Pictet, Genf, Redactor des „ Echo des Alpes ", bemerkt, die Redaction des „ Echo " sei recht gerne bereit, in Unterhandlungen betreffend die periodischen Publicationen des S.A.C. einzutreten.

Hr. Francke, Bern, stellt den Antrag, das Centralcomite sei zu beauftragen, in Verbindung mit den Redactionen der bestehenden Alpenzeitungen ein Programm aufzustellen betreffend eine periodische Publication des S.A.C. und dasselbe einer nächsten Delegirtenversammlung oder einem heute extra zu wählenden Ausschuß zur Berathung und endgültigen Feststellung vorzulegen.

Hr. Pfarrer Egg, Zofingen, steht zu dem Antrag des Hrn. Syz.

Hr. Vicepräsident Dr. Buß, Glarus, ist damit einverstanden, daß das Centralcomite beauftragt werde, auf die nächste Versammlung eine Vorlage auf Grund der gewalteten Discussion auszuarbeiten. Es sei daher lit. b des Antrages des Centralcomite fallen zu lassen und lit. a und c anzunehmen.

Hr. Stein, St. Gallen, ist mit Hrn. Dr. Buß einverstanden, will aber heute definitiv beschließen, daß die zu schaffende Publication unentgeltlich den Mitgliedern des S.A.C. zukommen solle.

Die Herren Francke und Syz ziehen ihre Anträge zu Gunsten desjenigen des Hrn. Dr. Buß zurück.

Der Antrag des Hrn. Stein findet in der Weise seine Erledigung, daß das Centralcomite erklärt, es werde denselben bei definitiver Ausarbeitung des Programmes in Betracht ziehen.

Der Antrag von Dr. Buß wird hierauf ohne Widerspruch angenommen und lautet daher der Beschluß:

a. Es wird grundsätzlich die Herausgabe periodischer Publicationen außer dem Jahrbuch beschlossen.

b. Das Centralcomite wird beauftragt, über die definitive Gestaltung dieser Publicationen der nächsten Abgeordnetenversammlung Bericht und Antrag vorzulegen.

Betreifend das Jahrbuch sind folgende zwei Anträge gestellt worden: a. Antrag der Section Winterthur:

„ Es möge in Zukunft der Redaction des Jahrbuches ein wesentlich größerer Credit als bis anhin für die künstlerische Ausstattung des Jahrbuches eingeräumt werden ." b. Antrag der Section Biel:

„ Das Centralcomite wird beauftragt, dafür zu sorgen, daß das Jahrbuch des S.A.C. von jetzt an in größerem Format, ähnlich demjenigen anderer Vereine, erscheint, und daß besonders auf gediegene, den neuen Methoden entsprechende illustrative Ausstattung mehr als bisher gehalten werde. Auch dürfte das Jahrbuch, wie in den ersten Jahrgängen, mehr einschlägige wissenschaftliche Arbeiten bringen. "

Hr. Centralcassier Hösli bemerkt, es sei nicht der Fehler des Centralcomite, wenn das Jahrbuch nicht besser ausgestattet sei. Die Redaction habe allein über die Ausstattung des Jahrbuches zu verfügen. Ihr stehe aber genug Geld zur Verfügung 1 ).

Hr. Weber, Winterthur, bemerkt, der Antrag der Section Winterthur bilde keinen Vorwurf gegen die Redaction des Jahrbuches. Derselbe solle nur eine Mahnung dafür sein, daß man darnach trachte, mit der Publication fortwährend auf der Höhe der Zeit zu stehen.

Hr. Dr. Bähler, Biel, empfiehlt den Antrag der Section Biel zur Annahme.

Hr. Dr. Dübi, Bern, bemerkt, wenn das Jahrbuch hie und da namentlich mit wissenschaftlichen Arbeiten zu wenig ausgestattet sei, so liege der Grund darin, daß es am Stoff fehle. Immerhin sei es recht, wenn man der Redaction empfehle, für mehr wissenschaftliche Arbeiten besorgt zu sein. Mit einer Vergrößerung des Formates ist Redner einverstanden.

Hr. Hoffmann-Merian, Basel, bekämpft die Aenderung des Formates. Es wäre Schade, wenn die zukünftigen Bände größer aussehen, als die bisherigen. Mit den übrigen Anträgen erklärt er sich einverstanden.

Hr. Francke, Bern, spricht für das größere Format, das jetzige sei etwas engbrüstig. Die künstlerischen Effecte leiden darunter.

Hr. Rüegg, Section Bachtel, spricht Namens derselben dem Redactor des Jahrbuches Anerkennung und Dank für seine bisherige Thätigkeit Chronik.

aus. Bezüglich des Formates beantragt Redner, beim Alten zu bleiben. Mit einer bessern Ausstattung sei er einverstanden.

Hr. Professor Becker, Zürich ( Vertreter der Section Alvier ), findet, es müsse unbedingt mit dem alten Format abgefahren werden. Die Illustrationen fallen zu klein aus. Er hält indessen dafür, es sei Sache des Centralcomite und des Redactors, zu bestimmen, welches Format das Jahrbuch haben solle.

Mit 28 gegen 24 Stimmen wird nach Antrag Becker beschlossen, betreffend Format nichts zu beschließen, sondern dies dem Centralcomite und dem Redactor des Jahrbuches zu überlassen.

Die übrigen Anträge der Sectionen Biel und Winterthur werden einstimmig angenommen.

Rhonegletschervermessung. Das Centralcomite stellt den Antrag, es sei an die Kosten des Abschlusses der Rhonegletschervermessungen für die Jahre 1890, 1891 und 1892 noch ein Beitrag von je Fr. 400 aus der Centralcasse zu verabfolgen.

Hr. Centralpräsident Gallati begründet kurz den Antrag des Centralcomite und ertheilt das Wort dem auf Einladung hin erschienenen Präsidenten des Gletscher-Collegiums, Hrn. Professor Rütimeyer von Basel. Derselbe führt aus, es seien zwei unvorhergesehene Ereignisse eingetreten, welche die Vollendung der Vermessungen nicht früher ermöglicht haben, nämlich die Gotthardbefestigung und das Vorrücken des Gletschers. Die erstere hat den Arbeiten einzelne tüchtige Leute entzogen, das letztere hat eine ganz neue Situation geschaffen. Es ist nun eine Ehrensache für den S.A.C., daß er den gewünschten Beitrag leistet und damit das Seinige zur Vollendung der interessanten und wichtigen Arbeit beiträgt. Weil die Sachlage jetzt eine neue ist gegenüber früher, darf der S.A.C. füglich die in Villars gefaßten Beschlüsse wieder ändern. Der Redner verweist auf die vorliegenden Karten, die den Werth der Vermessungen veranschaulichen. Die Rhonegletschervermessung wird für den S.A.C. ein Werk bilden, das noch länger in Erinnerung bleibt, als manches andere Werk desselben. Das treffliche Referat wurde mit lebhaftem Beifall aufgenommen.

Hr. Mazel, Genf, weist hin auf den Beschluß der Versammlung von Villars, wonach ausdrücklich festgestellt wurde, daß in Zukunft nichts mehr an die Kosten der Rhonegletschervermessung aus den Mitteln des S.A.C. geleistet werden soll. Er beantragt Festhalten an jenen Beschlüssen und Abweisung des Antrages des Centralcomite.

Hr. Gelpke, Luzern, begreift die Opposition, allein man sollte die unangenehmen Erinnerungen vergessen, welche man mit der Rhonegletscher-frage gemacht. Die Sache ist wichtig und werthvoll. Auch hat die naturforschende Gesellschaft einmal gezeigt, daß auch sie mit der That eintreten will. Den kleinen Beitrag von Fr. 400 für drei Jahre dürfte der S.A.C. füglich leisten.

Hr. Pictet, Redactor des „ Echo des Alpes ", Genf, bemerkt, er übernehme in seiner Eigenschaft als Redactor des „ Echo des Alpes " keine Verantwortlichkeit für den Inhalt der Schrift des Hrn. Binet, der die weitern Beiträge an die Kosten der Rhonegletschervermessung bekämpfte.

Chronik.

Hr. Hößli, Schaffhausen, findet, es sei eine Ehrensache für den S.A.C., den Antrag des Centralcomite anzunehmen. Man solle nicht sagen können, früher sei der Rhonegletscher zurückgegangen, der S.A.C. aber vorwärts, jetzt hingegen gehe der S.A.C. zurück und der Gletscher vorwärts.

Mit 56 gegen 5 Stimmen wird der Antrag des Centralcomite zum Beschluß erhoben.

Namens des Centralcomite referirt sodann Hr. Oertly-Jenny über die Angelegenheit Führertarife.

Die letztjährige Delegirtenversammlung hat beschlossen, es solle das Centralcomite ein Verzeichniß der bestehenden Führertarife anfertigen und den Mitgliedern des S.A.C. zukommen lassen. Das Centralcomite hat die Sectionen um Einsendung solcher Tarife ersucht; es sind aber nur sehr wenige eingegangen, ein Beweis, daß für die Angelegenheit sehr wenig Sinn vorhanden ist.

Redner stellt den Antrag, die Versammlung möge der Sache keine weitere Folge geben. Etwas Ersprießliches würde so wie so dabei nicht herauskommen.

Die Versammlung ist einstimmig mit dem Antrag Oertly-Jenny einverstanden.

Nun folgt der Antrag der Section Uto betreffend die Führerversicherung. Derselbe lautet:

„ a. Der Beitrag aus der Centralcassa an die Fiihrerversicherungsprämie wird auf 5 ‰ der Versicherungssumme erhöht. b. Das Centralcomite wird eingeladen, dahin zu wirken, daß die Sectionen der Führerversicherung größere Aufmerksamkeit schenken und die Führer zu möglichst vollzähligem Eintritt in die Unfallversicherung veranlassen. "

Das Centralcomite empfiehlt Annahme dieses Antrages in folgender Fassung:

1. Die Centralcassa zahlt an die Führerversicherung 5‰.

2. Die Anmeldung zur Versicherung hat durch eine Section des S.A.C. zu geschehen.

3. Den Sectionen steht es frei, einen solchen Antrag entgegenzunehmen oder abzulehnen.

4. Die anmeldende Section haftet für pünktliche Einzahlung des aufden Führer fallenden Prämienantheils.

5. Der versicherte Führer erhält ein auf seinen Namen lautendes Abzeichen mit den Initialen des S.A.C.

Nach einem empfehlenden Votum des Hrn. Fäsy, Zürich, wird auf Grund des Antrages des Centralcomite Eintreten beschlossen.

Alinea 1 wird ohne Opposition angenommen. Zu Alinea 2 bemerkt Hr. Weber, Winterthur, in einzelnen Kantonen nehmen sich die Regierungen ausschließlich des Führerwesens an. Es sei daher nicht durchführbar, wenn man von den dortigen Sectionen verlange, daß die Anmeldung der Versicherung durch sie zu geschehen habe.

Chronik.

Hr. Torrenté, Sitten, erörtert die im Kanton Wallis bestehenden Verhältnisse, wo die Regierung ausschließlich sich des Führerwesens angenommen hat.

Hr. Oertly-Jenny, Glarus, bemerkt, die Anträge des Centralcomite bilden ein wohldurchdachtes Ganzes. Die Punkte 3 und 4 stehen mit Punkt 2 in directem Zusammenhang. Nach Punkt 3 ist keine Section verpflichtet, die Anmeldung einer Versicherung anzunehmen. Es ist also für diejenigen Sectionen gesorgt, denen das Führerwesen durch die Regierungen genommen ist.

Hr. Weber, Winterthur, befürchtet, daß das in Alinea 5 vorgesehene Abzeichen auch unwürdigen Führern zukommen könnte.

Hr. Studer, Section Oberland, beantragt Streichung des Alinea 4, wonach die Sectionen für die Prämienzahlungen haften sollen.

Hr. Centralcassier Hösli tritt jedoch für diesen Punkt ein. Man muß die Gewißheit haben, daß die Führer auch wirklich versichert sind. Die Sectionscassiere können ja von den Führern ihren Antheil an der Prämie zuerst erlegen lassen, bevor sie die Anmeldung dem Centralcomite eingeben.

Hr. Weber, Winterthur, erklärt sich mit der erhaltenen Auskunft für befriedigt, worauf die Alinea 2, 3 und 5 ohne Opposition genehmigt werden; ebenso wird Alinea 4 mit großer Mehrheit gegenüber dem Antrag Studer auf Streichung angenommen.

Hr. Fäsy, Zürich, gibt seiner besondern Freude über den Beschluß Ausdruck.

Kreditbegehren des Centralcomite für Neuerstellung der Schamellahütte. Die Hütte befindet sich laut Inspectionsbericht der Herren Oertly-Jenny und J. J. Schießer, Glarus, in einem sehr schlechten Zustand. Ihr Zusammensturz wird bald erfolgen. Das Centralcomite hält daher einen Neubau für nothwendig und wünscht einen Credit bis auf Fr. 4000.

Hr. Hoffmann-Merian, Basel, findet, das Bestehen der Hütte sei durchaus kein Bedürfniß. Es sei Schade für jeden Rappen, den man an dieselbe verwende.Von Seewis aus könne man ja mit Leichtigkeit die Scesaplana in einem Tage besteigen. Er beantragt, die Schamellahütte eingehen zu lassen.

Hr. Salis, Chur, ist nicht der Ansicht des Vorredners, hält aber den Credit für zu hoch. Nothwendig ist kein Neubau, sondern nur eine Reparatur. Die Umfassungsmauern müssen wieder hergestellt werden. Dies kann mit Fr. 1000 geschehen.

Hr. Oertly-Jenny vertritt neuerdings den Antrag des Centralcomite. Es sei ein Neubau absolut nothwendig. Das Centralcomite gedenkt eine Holzhütte zu erstellen und dieselbe bewirthschaften zu lassen. Dadurch wird dafür Sorge getragen, daß die Hütte in gutem Zustande bleibt.

Hr. Dr. Walker, Section Weißenstein, hält den Credit bis auf Fr. 4000 auch für zu hoch.

Hr. Hoffmann-Merian, Basel, zieht seinen Antrag zu Gunsten desjenigen des Hrn. Salis zurück.

Chronik.

Mit 33 gegen 22 Stimmen wird nach Antrag Salis ein Credit von Fr. 1000 für Reparatur der Hütte bewilligt.

Die Section Tödi stellt folgenden Antrag:

„ Das Centralcomite wird eingeladen, für die im Jahre 1891 stattfindende Abgeordnetenversammlung Bericht und Antrag zu bringen, in welcher Weise die Clubhütten in einem besseren Zustande zu erhalten sind. "

Hr. Leonhard Blumer, Engi ( Glarus ), begründet denselben mit dem Hinweis darauf, daß viele Hütten sich in schlechtem Zustande befinden und Abhülfe absolut nöthig sei.

Das Centralcomite ist mit dem Antrag einverstanden, worauf er einstimmig angenommen wird.

Zur Uebernahme des Clubfestes pro i89i hat sich einzig die Section Zofingen gemeldet. Einstimmig wird ihr das Fest zugetheilt. Als Festpräsident wird einhellig Hr. Pfarrer Egg gewählt. Derselbe dankt Namens der Section und des Städtchens Zofingen für die denselben gewordene Ehre. Die Section Zofingen werde zwar nicht ein großartiges, aber ein recht gemüthliches Fest bieten.

Unter allgemeiner Zustimmung wird das Traktandum Centralsecretär auf nächstes Jahr verschoben.

Schließlich wird unter allseitigem Beifall dem Hrn. Redactor Wäber in Bern seine ausgezeichnete Thätigkeit als Redactor des Jahrbuches bestens verdankt, und Hr. Wäber ersucht, die Redaction neuerdings fortzuführen.

Das Protokoll wird verlesen und genehmigt.

Schluß der Versammlung 2 Uhr.

Im Namen des Centralcomite des S, A. C.,

Der Präsident:

Gallati.

Der Secretär: Edwin Hanser.

Feedback