Rund ums Eggishorn

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EIN BEITRAG ZUR GESCHICHTE DES ALPINISMUS VON LOUIS SEYLAZ

Aus den heroischen Zeiten des Alpinismus besitzt das Hotel Jungfrau eine kostbare Reliquie, nämlich das erste « Fremdenbuch » aus dem bescheidenen Gasthaus, das Franz Wellig 1856 auf einer Terrasse am Fusse des Eggishorns errichtet hatte. Es ist ein einfaches Heft von etwa fünfzig Seiten, und es befand sich in kläglichem Zustand, bevor es Herr Cathrein, der gegenwärtige Eigentümer des Hotels, ausbessern und frisch binden liess: die Blätter waren lose und zerrissen; von mancher Seite war der untere Teil abgezerrt, die Ränder ganz zerfranst vom Umblättern mit ungeduldigen, achtlosen Fingern ein halbes Jahrhundert hindurch. Aber der brave Handwerker, dem es anvertraut wurde, war nicht gerade ein geschickter Restaurator, und sicher konnte er die Eintragungen in den verschiedenen Sprachen nicht entziffern ( das Englische nimmt immerhin einen überwiegenden Platz ein ). Jedenfalls scheint er die ersten Blätter verwechselt zu haben. Nichtsdestoweniger ist es aber auch so ein einzigartiges Dokument aus den Jahren 1855-1865, die man allgemein als die Zeit der Anfänge des Alpinismus betrachtet.

Zweifellos war das Gebiet schon vorher bekannt und durchreist. Im Jahre 1811 hatten die Brüder Meier aus Aarau auf dem Rückweg von der ersten Jungfraubesteigung den Aletschgletscher überquert und waren am Märjelensee vorbeigekommen Im folgenden Jahr hatte sich deren Sohn und Neffe in den Hütten der Märjelenalp aufgehalten. 1829 erforschte der solothurnische Professor Hugi den Südabhang der Berner Kette. 1839 steigen Agassiz und seine Gefährten, von Zermatt her kommend, zur Bettmeralp auf, um den Aletschgletscher und den Märjelensee zu besuchen, den sie noch als Lac de Méril bezeichnen. Die packende Beschreibung, die Desor I von dieser Landschaft 1 Excursions et séjours dans les glaciers, 1844, S. 118-122.

1 verfasste, verfehlte nicht, die Aufmerksamkeit darauf zu lenken. Die Equipe Agassiz, begleitet von Professor Forbes, kommt 1841 wieder nach Märjelen, um die Jungfrau zu besteigen. Im folgenden Jahr sind es die Berner Gottlieb Studer und Bürki.

Nach Beendigung der Napoleonischen Kriege, als der Friede in Europa wiederhergestellt war, wurde die Schweiz von einer wachsenden Flut von Reisenden überschwemmt. Aber man wagt sich noch nicht an die grossen Gipfel heran. Toepffer bringt die Zickzackreisen auf; man entdeckt die Alpen. Tausende von Touristen, unter ihnen einige fähige Alpinisten, durchwandern die Täler, überschreiten die klassischen Gebirgspässe - die beiden Scheidegg, die Gemmi, die Grimsel, den Monte Morosie besuchen die zugänglichsten Gletscher und, was Besteigungen anbelangt, begnügen sie sich mit den berühmten und leichten Aussichtspunkten: Rigi, Faulhorn, Gornergrat. Auch das Eggishorn fehlt nicht lang auf dem Programm. Es lag an der Route, welche die Reisenden von der Grimsel, der Furka oder dem Nufenen nach Zermatt oder Chamonix führte. Ausser dem Reiz seines Panoramas lockte dieser sehenswerte Märjelensee mit seinen Eisbergen, dann der imposante Aletschgletscher, der leicht zu traversieren war - sogar zu Pferd oder im Tragstuhl -und an dessen rechtem Rand man zur Lusgenalp gelangte, wo bald ein anderes berühmtes Gasthaus, das Hotel Belalp, erbaut wurde.

Ein Zustrom von Touristen bedeutet eine Einnahmenquelle. Das hatte jener unternehmende Oberwalliser, Franz Wellig, begriffen. Geben wir zwei Zeitgenossen die Ehre, uns denselben vorzustellen; zuerst geben wir Leslie Stephen, dem grossen englischen Alpinisten, das Wort1.

« Ich hatte im Sommer 1859 das Vergnügen, im kürzlich erstellten ( 1856 ) Gasthaus Eggishorn seine Bekanntschaft zu machen. Franz Wellig, der Hotelier, war von kleiner Statur aber auffallend lebhaft und allen Anforderungen seines Berufes gewachsen, sei es, dass man ihn um drei Uhr morgens, von einer Tour verspätet zurückkehrend, weckte, sei es, dass er sich bemühte, einen Andrang von Touristen unterzubringen, welcher die Fassungskraft seines bescheidenen Hotels überstieg. Auf jedes Anliegen antwortete er mit derselben geduldigen Freundlichkeit und war immer da, wo man ihn brauchte.

Er rühmte sich, den Aufstieg zum Hotel von Fiesch her in einer Stunde zu bewältigen, was für jene Zeit als sehr schnell galt, wenigstens für mich, der probierte, diesen Rekord zu erreichen 2. John Birkbeck ( Vater ) hatte Freundschaft mit ihm geschlossen und ihn für den Winter nach Settle ( Schottland ) als Maître d' hôtel in Dienst genommen, um ihm Gelegenheit zu geben, Englisch zu lernen. Das Resultat war dann, dass Wellig ein komisches Durcheinander von Schweizerdeutsch, Englisch und Französisch sprach.

Birkbeck hatte ihm für den Bau des Hotels Eggishorn Geld vorgestreckt. So sass Birkbeck natürlich oben am Tisch, und wir hatten fast den Eindruck, dessen Gäste zu sein. Birkbeck trug auch zum Bau des Hotels Belalp ( 1860 ) finanziell bei1. » Und nun unser Landsmann Heinrich Dübi aus Bern:

« Franz Wellig war ein drolliger aber sehr aktiver kleiner Mann, welcher mit dem jungen Anfänger, der ich damals war, einiges Mitleid hatte ( es war im Jahre 1866; Dübi 1848 geboren ). Seine Augen blitzten schelmisch, wenn er erzählte, wie der junge Prinz von Joinville bei seinem Aufenthalt im Eggishorn sich in der Nacht heimlich aus dem Hotel schlich, nach Fiesch hinunter eilte, um ein Liebchen aufzusuchen, und wieder heraufstieg, um vor der Morgendämmerung in seinem Zimmer zu sein. Das Hotel wurde 1871 von Emil Kathrein, dem Schwager von Alexander 1 Alpine Journal 1890, S. 279.

2 L. Stephen galt als der schnellste Gänger - the fleetest foot - seiner Zeit.

Seiler, bei dem er seine Lehre gemacht hatte, käuflich übernommen Er war damals erst 25 Jahre alt1. » Wellig war nicht nur ein ausgezeichneter Hotelier, er war auch ein guter Kaufmann, wie folgender Hinweis zeigt: « Wellig, dessen Hotel alles Lob verdient und der an sich ein guter Kerl ist, handelt nicht ganz anständig, wenn er Leute wie Bortis und J. Bennen für die Saison als Hotelpersonal in Dienst nimmt und sie dann zu einer von ihm festgesetzten und einkassierten, übersetzten Taxe den Touristen als Führer aufdrängt 2. » ( Diese Taxe betrug 50 Franken für jeden, während Simond und Croz aus Chamonix, die beiden persönlichen Führer der Brüder Mathews, 8 Franken im Tag erhielten. ) Diese Kritik ist bestätigt durch John Tyndall, welcher erklärt, dass die Preise, die Wellig für die Führer verlange, geradezu abschreckend seien 3.

Die Schweizer sind relativ schwach vertreten in der grossen Zahl von Touristen, welche sich in den Jahren 1856-1867 im Fremdenbuch des Hotels eingetragen haben. Die ersten Namen, denen wir begegnen - unter dem Datum des 12. Juli 1856 -, sind Paul Privat, Professor in Genf, mit den Studenten W. de Luc und Wm. Barbey. Im folgenden Jahr ( am 5. August 1857 ) kommen Louis Rambert, Student in Lausanne, und Jean Muret auf dem Rückweg von einer Reise in den Tessin am Eggishorn vorbei. Louis Rambert ( 1839-1919 ), ein jüngerer Bruder von Eugène Rambert, hat einen guten Teil seiner Karriere in Konstantinopel als Verwaltungspräsident der türkischen Tabakgesellschaft gemacht. Auch der Schriftsteller Eugène Rambert besuchte später, 1866, das Eggishorn.

27. August. Julius Seiler und Ernst Guglielminetti. Letzterer war der Vater ( oder der Onkel ) des Dr. Guglielminetti, des Erfinders der Strassenasphaltierung, welcher unter dem Namen Dr. Goudron berühmt geworden ist. Sein Vater war von Domo d' Ossola gekommen und hatte sich in Brig niedergelassen, wo er die erst dreizehnjährige Louise Furrer heiratete, eine Verwandte der Familien Escher und Perrig 4. Ein anderer Seiler, Alexander, der berühmte Hotelier von Zermatt, kam im Jahre 1861, sich die Gegend anzusehen.

10. Juli 1860. L. Maquet, H. Brocher und L. Bastian, alle aus Genf, nehmen Reisende, die nach Grindelwald gehen, in Schutz: der Hotelier vom « Adler » hat sie abscheulich übervorteiltEinige Tage später eine andere Lausanner Partie: Allenspach, Buchhändler, Bertholet, Prof., und Pey-tregnet, von der Furka her kommend.

Im Juli 1861 ist das Pensionat Béraneck aus Lausanne eingetragen, dasselbe, in welches 10 Jahre später Emil Javelle als junger Lehrer eintrat und von wo aus er wahrscheinlich seine ersten alpinistischen Versuche unternahm.

Und hier die Unterschrift des unbeschreiblichen Griolet! Es lohnt sich, den Wortlaut seiner Eintragung wiederzugeben: 6 septembre ( 1861 ). Ernest Griolet, propriétaire de la Bella Tola, nouveau Righi du Valais, dans lequel il y a un nouveau ( sic ) hôtel confortable à St-Luc. Il s' occupe de faire construire au sommet un phare ( Leuchtturm ) et un hôtel marin.

1 Alpine Journal 1917, S. 252.

2 Peaks, Passes and Glaciers I, S. 200 ( Anm. ).

3 Hours of Exercise in the Alpes, S. 143.

4 Cf. W. Kämpfen, Le Dr Goudron.

Erwähnen wir noch den Besuch von Pfarrer Ch. Monastier aus Lausanne am 22.Juli 1865. Im November 1863 hatte Charles Monastier, damals stud.theol ., an der Gründungssitzung für die Section des Diablerets des SAC teilgenommen und sprach am nächsten Tag bei Tisch davon. Eine seiner alten Tanten, die immer gerne das ganze Haus regierte, nahm ihn leidenschaftlich ins Gebet: « Charles, tu n' iras jamais sur ces montagnes pour te faire tuer. Promets-le tout de suite. » Der gutmütige junge Student versprach es, um seine Ruhe zu haben. So war er dann während mehr als 60 Jahren ein treuer und diensteifriger Clubist, ohne je irgendeine Besteigung zu unternehmen. Der Ausflug zum Hotel Eggishorn war nur ein Spaziergang.

Im übrigen gilt dasselbe für fast alle Schweizer die zwischen 1856 und 1868 das Hotel Eggishorn aufsuchen. Es sind Touristen, keine Kletterer und keineswegs begierig, die Freuden und Gefahren des Abenteuers kennenzulernen, worin sie sich scharf von den britischen Besuchern unterscheiden, welche von ganz anderem Geist beseelt sind. Es gibt wenige Ausnahmen. Eine davon ist Edmund von Fellenberg, welcher, nachdem er von der Wengernalp her, über den Guggigletscher und das Silberhorn, die Jungfrau zum drittenmal bestiegen hat, am 14. August 1867 im Hotel anlangt.

Der hervorragendste jedoch ist der Genfer François Thioly, ein eigentlicher Pionier des schweizerischen Alpinismus. Er kam im Juli 1862 zum erstenmal zum Eggishorn, um die Jungfrau zu besteigen, welche in diesem Jahr schwierige Bedingungen aufwies. Seine Karawane hatte den Bergschrund unter dem Rottalsattel nicht überschreiten können, und so erreichte sie den Gipfel erst 2 Uhr nachmittags 1. Da er auf dem Rückweg die Faulberggrotte schon von Tyndall und seinen Führern besetzt fand, musste Thioly mit seinen Gefährten beim Märjelensee biwakieren und kam erst am Morgen ins Hotel zurück.

Es ist bezeichnend, dass Tyndalls Name unter diesem Datum im Fremdenbuch nicht figuriert: einer seiner Träger war unterhalb des Faulbergs in eine Spalte gestürzt und musste verletzt ins Hotel zurückgebracht werden. Ohne Zweifel wollte nun Tyndall die Niederlage seiner Tour nicht bekannt werden lassen.

Thioly kam im folgenden Jahr wieder zum Eggishorn, um das Finsteraarhorn zu besteigen, und wieder im Jahre 1864, mit dem Ziel Aletschhorn ( 11.13. September ). Das schlechte Wetter liess aber diese Expedition scheitern.

Diese Handvoll Schweizer findet sich, wie verloren, weit verstreut über die Seiten dieses Heftes, auf denen anderseits die Namen fast aller britischen Kletterer jener Epoche, die als goldenes Zeitalter des Alpinismus bezeichnet wird, eingetragen sind. Eine dieser Eintragungen ist von historischer Bedeutung, nämlich diejenige von S. Kennedy, welcher am 13.August 1857 mit den Brüdern St-John und William Mathews, F. Hardy und Ellis das Finsteraarhorn bestieg. Während der Fahrt und nach der Rückkehr ins Hotel wurde die schon ein paar Wochen vorher aufgegriffene Idee zur Gründung des Alpine Club studiert und diskutiert.

Der Bericht über diese Fahrt von Rev. J. F. Hardy gibt uns einen Begriff davon, was für eine Bedeutung zu jener Zeit dem Kapitel Verpflegung zukam: « Wir gingen in die Küche hinunter, um die Verpflegung zusammenzustellen. Viel Wein, eine Flasche Cognac - und leichtfertigerweise fügten wir eine zweite hinzu -, Hammelbraten, Kalbsbraten, Schinken, Würste, Käse, Brot, Feigen, ge- 1 Siehe«Die Alpen », August 1949.

trocknete Trauben wurden zu einem Haufen geschichtet, mit dem man eine Armee hätte ernähren können; das Ganze belief sich auf 74 Fr. Im Laufe des Morgens fanden dann die Führer, es sei noch „ ein wenig Brot und Fleisch " nötig, und damit stieg die Rechnung auf einmal auf 114 Fr., woraus ich schliessen musste, dass das Wort „ ein wenig " nicht ganz das gleiche bedeutet, wie unser französisches „ un peu ", und ich glaube, dass es nicht schwierig wäre zu beweisen, dass mit dem Ausdruck „ Brot und Fleisch " gerade so gut Getränke als Esswaren gemeint sein können x. » Lassen wir nun die bemerkenswertesten Gäste des Eggishorns an uns vorüberziehen: 6.7. September 1856. Mr. und Mrs. Harry Cole. Letztere ist die Autorin eines Buches in der Art, wie sie Toepffer verfasst hat: A Lady's Tour round Monte Rosa ( 1859 ). Sie kommt 1858 wieder zum Eggishorn mit ihrem Verleger W. Longman A. C. und meldet, dass sich am 29. August der Märjelensee vollständig entleert habe.

4.6. August 1856. John Birkbeck, G. Joad und Charles Hudson, von Grindelwald kommend. Keine Routenangabe; vermutlich Grimsel-Oberaarjoch und Fieschgletscher. Die Kette der Berner Oberländer ist zu dieser Zeit noch nicht direkt überstiegen worden. Rev. Hudson, der die erste Mont-Blanc-Besteigung von St. Gervais her ausführte, fand am 14. Juli 1865 am Matterhorn den Tod.

29. August. Rev. J. L. Davies und Vaugham Hawkins. Letzterer begleitete Tyndall bei dessen erstem Versuch am italienischen Grat des Matterhorns im Jahre 1860.

Am O. Juli 1858 begegnet man zum erstenmal dem Namen John Tyndalls, der von da an mit manchem kürzeren und längeren Aufenthalt eingetragen ist, bevor er sich auf Belalp, auf der rechten Seite des Aletschgletschers, etablierte.

Eine ausführliche Eintragung ( nicht datiert, ca. 10. August ) aus der Feder von John Birkbeck beschreibt die erste Traversierung Eggishorn-Grindelwald:

« Freitag, 6. August ( 1858 ) habe ich in Begleitung von Rev. Ch. Hudson und G. Joad dieses Hotel verlassen in der Absicht, die Gipfelkette bis nach Grindelwald zu traversieren. Soviel wir wussten, ist diese Passage noch nie durchgeführt worden; aber wir zweifelten nicht an deren Möglichkeit, denn die Routen zur Jungfrau von hier aus und von Grindelwald her treffen sich auf dem oberen Firn des grossen Aletschgletschers, und die beiden Flanken des Übergangs waren bekannt. Wir hatten Melchior Anderegg als Führer, und wir rechneten damit, dass er den Weg kenne, da er ihn schon einmal von der Berner Seite her erklommen hatte. Wir beabsichtigten, auf der Schulter des Mönchs so hoch als möglich zu biwakieren und die Tour lieber auf zwei Tagesleistungen zu verteilen, als sie auf einmal zu bewältigen. Wir nahmen deshalb vom Hotel vier Männer mit, um ein grosses Zelt, das Holz und das nötige Material zu transportieren. Die Karawane war vervollständigt durch meinen Führer Victoire ( sic ) Tairraz aus Chamonix und den persönlichen Diener Ch. Hudsons, Th. James, einen ausgezeichneten Bergsteiger.

Aufbruch vom Hotel 8 Uhr; Märjelensee 9 Uhr 30; um 11 Uhr 30 passierten wir die Felsen des Faulbergs, wo sich die Grotte befindet, die zur Besteigung der Jungfrau häufig benützt wird. Um 2 Uhr 30 erreichten wir die Höhe des Trugbergs und stiegen über den Gletscherarm zwischen Mönch und Fieschergrat hinauf. Hier begannen die Träger aufzubegehren, und obwohl Melchior aus Gefälligkeit eine ihrer Traglasten übernahm, hatten wir Mühe, sie bis zum Biwak zu bringen. Es gibt auf dieser Strecke zahlreiche Spalten, und eine Stunde lang mussten wir das Seil benützen. Um 5 Uhr errichteten wir unser Zelt auf dem Schnee etwa 70 m unter dem Joch. Die ganze Nacht hörte das Trommeln der Hagelschlossen auf dem Zeltdach nicht auf.

1 Peaks, Passes and Glaciers, S. 201.

Morgens 5 Uhr war das Wetter trüb, und es blies ein scharfer Wind mit Schneeböen. Die Träger warteten ungeduldig auf das Zeichen zur Umkehr. Gegen 7 Uhr zeigte sich jedoch eine Aufhellung, und wir entschlossen uns, den Weg vorläufig fortzusetzen. Das Joch erreicht eine Höhe von 3500 bis 3650 m; nach der Dufourkarte liegt es nur 396 m tiefer als der Mönch. Melchior war ziemlich sicher, den Weg zu finden, und wir entschlossen uns, den Abstieg nach Grindelwald zu versuchen. Nach zehn Minuten hob sich die Nebeldecke und gab die Sicht auf den unteren Gletscher frei. Während der ersten zwei Stunden ging es steil abwärts. Der Spalten wegen lösten wir uns erst vom Seil, als wir auf diesem Gletscher ankamen. Der Schnee war günstig; wir mussten keine einzige Stufe schlagen. Dauer der Fahrt: 5½ Stunden vom Biwak bis zum Gasthaus. » Die Saison 1859 beginnt schon am 16. Juni mit der ersten Besteigung des Aletschhorns durch F. Tuckett vom Eggishorn aus. ( Siehe « Die Alpen », Dezember 1957. ) Einige Wochen später, am 7.(8. ) August, ist in der feinen Handschrift Leslie Stephens ein Bericht über eine andere grosse Alpentraversierung eingetragen, nämlich diejenige über das Eigerjoch. Die Partie besteht aus L. Stephen, W. und S. Mathews mit den Führern Ulrich Lauener, B. Croz und Michel Charlet:

« Am 6.(7. ) August brachen wir in Wengernalp auf und erreichten nach Traversierung des serak-reichen Gletscherbruchs durch ein Schneetälchen auf der rechten Seite des Eigergletschers ( linker Rand ) den mühsamen Firn und die unteren Hänge des Mönchs. Dieser Weg führte uns ins obere Becken des Eigergletschers am Fuss des Grates, der Eiger und Mönch verbindet. Ganz nahe beim Mönch befindet sich an der tiefsten Stelle des Grates der Übergang. Um 10 Uhr 25 kamen wir an diesem Punkt an und stellten fest, dass er gerade über dem Gletscher liegt, der zum Stiereck abfällt ( unterer Grindelwaldgletscher ). Die Wand ist so abschüssig, dass man unmöglich über sie absteigen kann; auch der Grat, der zum Mönch führt, schien uns ebenso unpassierbar. Wir waren gezwungen, wieder ins Schneetälchen abzusteigen und den Grat näher dem Mönch anzugreifen. Dieser Hang, mit sehr hartem Firn bedeckt, erforderte das Hacken von gegen 700 Stufen, was uns nicht weniger als 6 Stunden Arbeit kostete, da wir keinen guten Pickel besassen. Abends 5 Uhr erreichten wir den Grat. Wir stiegen auf der andern Seite etwas in den Abhang hinab, folgten einem Felsband und erreichten an dessen Ende endlich einen andern Übergang, gerade am NE-Fuss des Mönchs. Von da führten uns leichte Schneehänge auf die Firnfelder, welche Stiereck- und Aletschgletscher verbinden ( Obermönchjoch ). Wir beschleunigten unseren Abstieg, um die Grotte am Faulberg vor Nachteinbruch zu erreichen. Aber die Dunkelheit überfiel uns vorher, und wir verbrachten eine sehr schlechte Nacht in den Felsen des Kranzbergs. » Im Juli 1860 besucht eine in den Annalen des Alpinismus berühmte Familie das Hotel. Es handelt sich um Mr. Walker A. C. mit seiner Tochter Lucy und Horace Walker. Am 7. Juli übernachtet die Familie mit C. E. Mathews beim Faulberg, um am nächsten Tag die Jungfrau zu besteigen. Es ist der erste weibliche Versuch an diesem Berg. Unglücklicherweise brachen die Führer mit ihrer Partie schon eine halbe Stunde nach Mitternacht auf, und so musste das junge Mädchen, vom langen, monotonen Marsch in Kälte und Dunkelheit auf dem Rottalsattel ermüdet, aufgeben. Sie holte die Jungfraubesteigung dann im Jahre 1865 nach, nachdem sie 1862 das Finsteraarhorn bestiegen hatte.1 Die Familie Walker kam, wie auch Tyndall, fast jedes Jahr wieder ins Gasthaus Eggishorn.

9. August 1860. John Tyndall und F. Vaughan Hawkins gelingt die erste Überschreitung des Lauitors ( 3700 m ). Dieses schwierige Joch, welches das Rottal mit dem Aletschgletscher verbindet, 1 Miss Lucy Walker war die erste Frau, die das Matterhorn bestieg, im Juli 1871, begleitet von ihrem Vater und ihrem Bruder.

bewältigen sie in einem fast ununterbrochenen Tagesmarsch von 18 Stunden, von Lauterbrunnen bis Eggishorn. Der Aufstieg durch das Couloir zum Lauitor erforderte 7 Stunden Arbeit.

20. August 1860. J. Kent Stone von der Universität Harvard ( USA ) hat die Jungfrau mit dem Führer P. M. Simond aus Chamonix bestiegen. Als echter Amerikaner ist er stolz, einen Rekord aufgestellt zu haben ( Abmarsch vom Faulberg 02 Uhr 30—Gipfel 8 Uhr 00, im Hotel zurück 15 Uhr 45 ). « Ich glaube, dass unsere Besteigung die schnellste ist, die bis heute gemacht worden ist. » Diese Eintragung hatte natürlich die Randbemerkung eines Spassvogels zur Folge: « Don't doubt it: Yankees are the fastest nation going. » 19. Juli 1862. Noch eine grosse, prächtige Traverse: die Erstbesteigung des Jungfraujochs. Es war eine imposante Karawane, sechs Engländer mit sechs Oberländer Führern, von denen einer eine zehn Meter lange Leiter mit sich führte, um die Spalten des Guggigletschers zu überschreiten. Der Pass wurde von der Wengernalp her um 8 Uhr 30 erreicht. W. Moore und B. George stiegen zum Eggishorn ab, während Leslie Stephen und drei andere Gefährten den Weg übers Mönchsjoch nahmen und am gleichen Abend nach Grindelwald zurückkehrten.

Am 31.Juli wird das Hotel um 2 Uhr früh geweckt durch L. Stephen und seine Gefährten, F. Hardy und A. Morgan. Sie sind vom Kastensteiner-Biwak ( Grindelwald ) aufgebrochen und haben das Fiescherhorn bestiegen. Auf dem Abstieg vom schlechten Wetter überrascht, haben sie sich im Schneesturm verirrt.

1863 Am 4. August holt Prof. Tyndall seine Jungfraubesteigung nach.

Vom 10.14. August führt St.Winkworth seine Frau aufs Aletschhorn und auf die Jungfrau. Es ist die erste Besteigung dieser Gipfel durch eine Frau.

Es muss hier erwähnt werden, dass Rev. H. Jones in jenem stolzen Gefühl der Überlegenheit, welches damals gewissen Briten eigen war - die Haltung Tyndalls Thioly gegenüber ist ein weiteres Beispiel dafür -, an der Table d' hôte im Hotel über die Schweizer spottete, die es den Engländern gleichtun wollten und ihrerseits einen Alpenclub zu gründen wagten.

1864 Die Saison wird durch F. F. Tuckett eröffnet, welcher eine neue, klassisch gewordene Passage zum erstenmal ausführt ( Beichpass ): vom Lötschental über den Distelgletscher zum Beichgrat und über den Oberaletschgletscher ins Becken des Aletschgletschers hinab.

C. August. Wieder Leslie Stephen, begleitet von R. S. Macdonald und C. Grove: « Von Lauterbrunnen her hier angekommen Das Dorf um 1 Uhr 15 verlassen in der Absicht, der Route Professor Tyndalls folgend zum Lauenentor ( Lauitor ) zu gelangen. Da wir jedoch ein vom Rottalsattel ins Rottal herabführendes Couloir gewahrten, haben wir uns entschlossen, dasselbe zu benützen, und nach viereinhalbstündiger Kletterei über Schnee und Fels sind wir 11 Uhr 45 zum Sattel gelangt, von wo wir noch zur Jungfrau aufstiegen. Abends 7 Uhr 15 im Hotel angekommen » - Wir haben vor allem die Namen der englischen Kletterer hervorgehoben, welche etwas Neues in dieser Region unternommen haben. Aber es gibt noch Dutzende andere, ebenso wichtige und berühmte Vertreter des britischen Alpinismus: J. F. Hardy, Th. W. Hinchliff, W. Longman, J. L. Da vies, Adams Reilly, C. H. Pilkington; die Brüder Parker, die den ersten ernsthaften Versuch am Matterhorn von der Zermatter Seite aus wagten; Th. Philpott, Lord Fr. Douglas, eines der Opfer der Katastrophe am Matterhorn im Jahre 1865. Ed.Whymper ist 1860 im Gasthaus Eggishorn gewesen, aber am gleichen Abend nach Fiesch hinuntergestiegen. Sein Name ist erwähnt beim Versuch vom 13.Juni 1865, mit H. Hawker A.C. eine neue Lauterbrunnen—Eggishorn-Route über das Ebnefluhjoch zu finden. Die Escalades dans les Alpes widmen diesem missglückten Versuch nur eine Linie, aber Whympers Tagebuch ist ausführlicher: da sie den Grat nicht erreichen konnten, kamen sie nach einem Tagesmarsch von 19 Stunden wieder in Lauterbrunnen an. Am folgenden Morgen überstieg Whymper den Petersgrat, um im Turtmanntal seinen bevorzugten Führer Michel Croz aufzusuchen.

Im Jahre 1871 erscheint zum erstenmal B. Coolidge, begleitet von seiner Tante, Miss Brevoort; 1874 F.A. Mummery.

Wir beendigen nun unsere Rundschau der alpinen Heldentaten, die auf dem Eggishorn basieren. Sie zeigt uns den Unternehmungsgeist, die Dynamik, die Begeisterung der beiden Pioniere dieser Epoche.

Die Faulbergunterkunft Das Hotel am Fusse des Eggishorns war die bequemste und nächstgelegene Basis für die Besteigung mehrerer hoher Gipfel des Berner Oberlandes: Jungfrau, Mönch, Finsteraarhorn. 1865 wurden diese Gipfel noch von der Grindelwald-Seite her als unnahbar betrachtet. Abgesehen von der ausserordentlichen Leistung von sechs Jägern im Jahre 1828 weiss man nur von einer nicht ernst zu nehmenden Expedition der Prinzessin Kolkoff im Jahre 1855 ( siehe « Die Alpen », Januar 1956 ). Aber der Weg vom Hotel bis zum Fusse der Jungfrau oder des Finsteraarhorns ist lang. Deshalb biwakierten die meisten Karawanen in der Faulberggrotte in den Felsen auf der linken Seite des Aletschgletschers, etwa einen Kilometer talwärts von der heutigen Konkordiahütte. Die ersten Siegfriedkarten bezeichnen die Stelle als Ehemal. Clubhütte.

Dieser grottenartige Unterschlupf war ohne Zweifel den Jägern bekannt. Wir wissen nicht, welches die ersten Touristen waren, die darin übernachteten. Die Partie Agassiz-Desor-Forbes nächtigte bei ihrer Jungfraubesteigung im Jahre 1841 in den Alphütten zu Märjelen. Der Bericht Desors erwähnt keine Faulberggrotte; ebenso Gottlieb Studer und F. Bürki 1842 nicht. Die erste Erwähnung, die mir bekannt ist, findet sich im Bericht von J. F. Hardy über seine Finsteraarhornbesteigung vom 13. August 1857.

« Ungefähr 8 km vom Märjelensee bilden die Felsen am linken Ufer des Gletschers einen Kessel gleich einem kleinen Amphitheater. Wenn man hineinsteigt und die Felsen zur Linken erklettert, wird man in etwa 50 m Höhe zwei Spalten finden. Dies ist der einzige Unterschlupf, den die Natur in dieser Region bietet. Die grössere der beiden Grotten ist weit genug, um fünf bis sechs Personen aufzunehmen - bequem, möchte ich fast sagen. Aber eine Unannehmlichkeit weist sie auf... nämlich das Wasser, das herabtropft, den ganzen Tag, drip, drip, drip - platsch, platsch, platsch, den ganzen Tag - und unglücklicherweise auch die ganze Nacht, ohne jede Möglichkeit, das Geräusch abzustellen. Es geht, solange man wach ist, aber wenn man schläft... Ach was! Man schläft nie in dieser Höhle. Gerade im Augenblick, da das Bewusstsein entschwinden möchte, ein schweres Pluffund man ist wacher als je \ » Im folgenden Jahr ( 1858 ) gibt John Tyndall ein freundlicheres Bild davon:

« Nichts Malerischeres als der Anblick unserer Höhle, bevor wir uns schlafen legten! Das Feuer flackerte mit letztem Purpurschein. Ich sass auf einer Steinplatte daneben, und über die Gestalt von Bennen, der davor kauerte, huschte aufflammend und wieder verschwindend der rötliche Schein. Mein Kochapparat, Fernrohr und Feldstecher, Hafersack, Weinfässchen und Kürbisflaschen, die Pickel: alles lag zerstreut herum... Die Grotte war behaglich; genügend Heu, um die Härte der Felsunterlage zu mildern, und - wenigstens mein Platz - war angenehm lauwarm und geschützt 2. » 1 Peaks, Passes and Glaciers, S. 203 2 J. Tyndall, Ascent of the Finsteraarhorn.

Unser Landmann Thioly hat 1862 und 1863 anlässlich seiner Besteigung der Jungfrau und des Finsteraarhorns in der Faulberggrotte genächtigt: « Zwei gesprungene Töpfe und ein schlechter Kochkessel, das ist alles, was wir dort vorfanden », und im folgenden Jahr: « Diese kalte und feuchte Grotte macht jeden Schlaf unmöglich... Als wir das Küchengeschirr in Ordnung gebracht hatten, verliessen wir den Unterschlupf, der bald in eine bequemere Hütte umgewandelt werden wird, dank den Anstrengungen des englischen Alpenclubs. » Die erhoffte Umwandlung, das heisst der Bau einer Hütte, muss dann am Ende der Saison 1864 verwirklicht worden sein. Als erster erwähnt sie N. H. Hawker unter dem Datum vom 28. Juni 1865: « Wir sind Mr Wellig sehr dankbar, ein so luxuriöses Gebäude, wie diese neue Faulberghütte, erstellt zu haben, wo ich als erster übernachtete. Sie bietet jede Bequemlichkeit, und wer darin schläft, wird doppelt dankbar sein, wenn er an die Unannehmlichkeiten und das Aussehen des elenden Loches denkt, das mit dem Namen „ Grotte " beehrt worden ist und das jetzt ganz mit Schnee gefüllt ist. » Das Alpine Journal vom März 1865 enthält folgende Notiz, welche den Eindruck eines eigentlichen « Communiqués » macht: « M. Wellig, der Besitzer des Hotels Jungfrau am Eggishorn hat eine sehr gute Hütte gebaut auf den Felsen etwas unterhalb der alten Grotte ( d.h. näher beim Gletscher ), welche bis heute der einzige Unterstand für Alpinisten war bei Gipfelbesteigungen und Passagen, zu welchen der Aletschgletscher den Zugang bildet. Die Hütte gewährt sechs Personen bequem Aufenthalt. Sie ist mit Herd und Pfannen ausgerüstet, mit Tassen und anderen Geräten, mit sieben Decken und Stroh in Menge. » Sechs Plätze sind wenig. Manche heutigen Alpinisten haben das zu ihrem Leidwesen erfahren in den Refuges du Fauteuil des Allemands oder de la Fourche. Bei ihrer Überschreitung der Jungfrau vom Rottal aus erreichen der bernische Professor Chr.Th. Aeby und M. Ober aus Interlaken mit drei Führern am Abend des 22. August 1871 die Faulberghütte und finden sie zum grössten Teil besetzt. Man räumt ihnen jedoch Platz ein: « Eine warme Mahlzeit machte alles gut; die nassen Kleider wurden vor dem Feuer aufgehängt. » Am andern Morgen steigen sie zum Eggishorn ab, um sich zu verproviantieren und wieder zur Faulberghütte auf, wo « die Hoffnung, nun allein zu sein, getäuscht wurde wir mussten das Quartier mit andern Reisenden teilen. Wir verliessen es vor der Morgendämmerung um so lieber, als durch die offene Türe eine frische Morgenbrise bis zu uns herein wehte 1 ».

Im Jahre 1874 erscheinen neue Wünsche:

« Die Faulberghütte scheint mir, was Sauberkeit und Ausrüstung anbelangt, zufriedenstellend, ist aber reparaturbedürftig. Diese Unterkunft, die, wenigstens zum grossen Teil, englischen Geldmitteln zu verdanken ist, steht ausschliesslich unter der Obhut des Alpine Clubs. Es lohnte sich vielleicht, den Bau einer neuen Hütte ins Auge zu fassen, für welche man wahrscheinlich eine vorteilhaftere Lage finden könnte, höher am Rande des Aletschgletschers gelegen 2. » Dieser neue Standort liegt auf der Höhe des Konkordiaplatzes, wo seit 1876 die Hütte des Schweizer Alpenclubs und der Pavillon Cathrein stehen. Die Faulberghütte ist am 27. Juli 1876 noch einmal erwähnt als Ausgangspunkt für die Besteigung der Jungfrau. Sie hat also 20 Jahre gedient und Hunderten, sogar Tausenden von Touristen und Alpinisten Obdach gewährt. Es ist zweifellos, dass zu jener Zeit, da es eine Photographie in den Bergen noch kaum gab, wo aber jedermann noch den Bleistift zu führen verstand, Landschaft und Hütte oft skizziert und gezeichnet worden sind. Aber 1 La Suisse illustrée, Bern 1872, S. 240.

2 Alpine Journal, August 1874, S. 164.

die einzige Darstellung, die ich trotz zahlreicher Aufrufe und Nachforschungen ausfindig machen konnte, ist die Vignette, die dem Bericht von Professor Aeby in der Suisse illustrée von 1872 beigegeben ist ( Redaktor war damals Juste Olivier ). Die Zeichnung ist von ( Gustave ) Roux signiert, der an der Tour nicht teilnahm. Wenn sie nicht - was nicht unmöglich aber unwahrscheinlich ist -die Kopie einer Photo oder nach einer Skizze Prof. Aebis ausgeführt ist, so wäre es ein Phantasiebild, das kaum ganz der Wirklichkeit entsprechen dürfte.

Es musste etwas Besseres gefunden werden. Vor einem Jahr konnte ich dann « Heureka » rufen, als ich auf eine unerwartete Tatsache stiess: Zwischen 1875 und 1890 war ein deutscher Photograph namens Julius Beck ( er war Mitglied der Sektion Bern SAC ) in den Alpen umher gereist und hatte unzählige Aufnahmen gemacht, welche er mit Katalogen zum Kaufe anbot: Hochgebirgsansichten, Photographie nach der Natur. In einer dieser Broschüren findet sich unter Nr. 285 die Angabe: Die alte Faulberghütte, 2740 m. Die Foto existierte also, und es könnten noch Abzüge vorhanden sein. Aber wo war ein solcher aufzutreiben? Nichts im Alpinen Museum in Bern, weder im Schweizerischen Topographischen Büro noch in den Sammlungen der Technischen Hochschule in Zürich! Nach geduldigem Nachforschen und dank der Gefälligkeit des Sekretärs der Sektion Bern erfuhr ich, dass diese Sektion eine solche Photographie besitze und sie mir gerne anvertrauen wolle. Aber welche Fälschung deckt sie auf! Der Leser mag nach der vergrösserten Kopie, die wir reproduzieren1, selbst urteilen.

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