Schweizerisches Archiv für Volkskunde

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Alfred Tobler: Das Volkslied im Appenzellerlande. Nach mündlicher Überlieferung gesammelt. Schriften der Schweiz. Gesellschaft für Volkskunde, 3. Zürich 1903.

Das Schweizerische Archiv für Volkskunde, das mit 1902 seinen sechsten Jahrgang vollendet, bietet diesmal in seinen vier Heften nur Redaktion.

zwei größere Artikel, die sich auf alpine Gegenstände oder Gegenden beziehen, und auch diese nicht unmittelbar, nämlich: Einige Sagen aus dem St. Galler Oberlande von A. Sprenger ( pag. 136 ff. ) und: Der Alpsegen im Entlebuch von Ernst Büß ( pag. 294 ).

Mehr bietet uns dagegen die ebenfalls mit Unterstützung der Schweiz. Gesellschaft für Volkskunde publizierte Schrift Alfred Toblers über das appenzellerische Volkslied. Die neue Arbeit reiht sich den in diesem Jahrbuch XXVI, pag. 451, XXXV, pag. 354, und XXXVI, pag. 328, besprochenen Publikationen: Kuhreihen oder Kuhreigen, Sang und Klang aus Appenzell, Hans Konrad Frick, ein appenzellischer Volksdichter, an und bringt neben dem ebenfalls 1902 im Selbstverlag des Verfassers erschienenen Büchlein: „ Der Appenzellerwitz " den Charakter des sang- und spottlustigen, aber braven und tüchtigen Bergvolkes nach Text und Ton, Wort und Vers zur Darstellung, wie sie vielleicht nie ein Menschenstamm so eingehend und liebevoll erfahren hat. Nach einer trefflichen Einleitung, in welcher Alfred Tobler, der selbst ein bekannter Sänger ist, darstellt, was das Wesen des ( gesungenen ) Volksliedes ist und wie er zu seiner reichen und doch ( nach seiner Überzeugung ) nicht vollständigen Sammlung gekommen ist, wird der reiche Stoff gegliedert nach Volksliedern, Schnader-hüpfel, Rugguuser, Jodel, Alphorn-Fa-Jodel, Chüedreckerli ( Melklied ), Wiegenlied, Stilisierte Jodler, Zöhlerli, Appenzellischer Jodelabend, Instru-mentenachahmender Jodel, Zauer, Huije und Hujomme, Tanzliedchen, Nachtwächter-Lieder, Alt- und Neujahrsgesang, Sennensprüche und Alpsegen, Löckler und Kuhreihen. Immer wird die Melodie und womöglich in der ältesten Notation beigegeben, was zu interessanten Vergleichen benutzt wird, da T. mit der Musikliteratur genau vertraut ist. Durchaus stimmen wir seinen Schlußwünschen bei, daß diese Lieder vom Volke festgehalten, in ihrer Eigenart gegenüber der drohenden Invasion von Tirol und Kärnten bewahrt und daß auch in andern Kantonen ähnliche Aufzeichnungen stattfinden möchten. Und dazu könnte, glauben wir, der S.A.C. auch Hand bieten, ohne aus seiner Rolle zu fallen. Darüber vielleicht bei einer andern Gelegenheit! Die Toblersche Broschüre, die für Nichtmitglieder der Gesellschaft für Schweiz. Volkskunde brosch. Fr. 2. 50, geb. Fr. 3. 50 kostet, sei allen Freunden der Volkspoesie und -musik bestens empfohlen.

Redaktion.

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