Sektion Chaux-de-Fonds S. A. C

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Geschichte der Sektion Rhätia S.A.C. 1864—1904. Chur 1904.

Aus dern Jahresbericht des Akademischen Alpenvereins München, der eine auserwählte Bergsteigergilde bildet, habe ich oben in den neuen Besteigungen ili den Schweizeralpen eine Reihe von Auszügen gebracht. Der Rest des Heftes enthält außer den Vereinsnachrichten noch manches Wissenswerte, wie die Nekrologe für Joseph Enzensperger und Emil Diehl, zwei hervorragende Bergsteiger und Mitglieder des A.A.V.M ., die beide auf exotischen Expeditionen, der erste in der Antarktis, der zweite in Deutsch Ostafrika der Tücke des Klimas erlagen. Es sieht in der Tat aus, als ob „ das Bergsteigen in jener strengsten Richtung nicht dazu angetan sei, für anstrengende Tätigkeit unter ungewohnten Klimaten vorzubereiten ". Aber das sollte eben eine Warnung gegen diese „ strengste Richtung " sein. Daß auch ohne diese viel geleistet werden kann, zeigt der „ Allgemeine Tourenbericht über die Tätigkeit der Mitglieder auf alpinem Gebiet in der Zeit vom 1. November 1902 bis 31. Oktober 1903 ", bearbeitet von Karl Leuchs nach einem Programm, das ich der Beachtung derer empfehle, welche solche Tourenberichte zusammenzustellen oder zu kontrollieren haben. Amüsiert hat mich darin der Satz: „ Sogenannte erste touristische Ersteigungen werden nicht als neue Touren aufgeführt. " Die neuen Touren der Mitglieder bewegten sich, außer in den Schweizeralpen ( siehe oben pag. 333 ff. ) besonders in den Ostalpen, speziell den Dolomiten und im Kaukasus und werden mit ausführlichen Itinerarien beschrieben, sind deshalb sehr gut zu brauchen und ersparen mir, weil sie rechtzeitig erscheinen, viel Arbeit.

Das von dem rechtzeitig Erscheinen gilt nicht von der Publikation des Ahadcmischeìi Alpenclubs Zürich, die sonst auch viel gutes enthält. Die Anordnung ist die nämliche wie bei den Münchner Akademikern, die offenbar als Muster gedient haben. Auf den Abschnitt Tourenverzeichnis, dessen Regeln etwas von den Münchnern abweichen, d.h. noch strenger sind, und die am Schluß in einer interessanten Statistik zusammengestellt werden, folgen die neuen Touren des Jahres 1902 in den Walliser Alpen, Urner Alpen ( siehe oben pag. 327 ff. ), Glarner Alpen, Silvretta- und Samnaungruppe, Salzburger Kalkalpen und ein Anhang über die zweite Besteigung des Hinter Feldschyn. Daneben nehmen der Jahresbericht des Vorstandes und der des Htittenbaukomitees den breitesten Raum ein. Mit Genugtuung durfte der'A.A.C.Z. im August 1903 die schöne neue Mischabelhütte am Fuß der Lenzspitze bei Saas-Fee einweihen, ein wohlgelungenes und verdienstliches Werk, das die Herren aber doch nicht veranlassen sollte, andere Leistungen zu gering einzuschätzen.

Die Sektion Würzburg des D. & Ö.A.V. hat im Jahre 1903 die Edelhiitte im Zillertal bedeutend vergrößert. Sie betreibt außerdem die Vernagthütte im Ötztal und weist ein stattliches Tourenverzeichnis ihrer Mitglieder, namentlich in den Ostalpen, auf. Die Geselligkeit wurde in der hergebrachten Weise gepflegt, wovon das Festgedicht von Dr. Wilhelm Zipperer und die illustrierte Einladungskarte zum Alpenvereinskränzchen Zeugnis ablegen. Unter den Vereinsnachrichten steht leider auch der Tod eines Mitgliedes, Herrn Fritz Greis, durch Absturz an der Parseierspitze.

Das Bulletin der Sektion Chaux-de-Fonds S.A.C. für 1902 ist mir leider zu spät zugekommen, um im Jahrbuch XXXVIII, wohin es eigentlich gehört, besprochen zu werden. Ich hole es daher hier nach. Es enthält als Offizielles den Rapport de l' année 1902, den Kassabericht für die nämliche Zeit, die Berichte über die Sektionstouren von 1902, den Bericht über das Jahresbankett ( mit dem dabei vorgetragenen Toast aux Alpes und einem hübschen Gedicht von Dr. Gonset, betitelt: Le servant de Valsorey ), die Liste der Einzeltouren der Mitglieder im Jahre 1902, das Exkursionsprogramm für 1903, die Mitgliederliste und Anzeigen. Touristisches: Eine hübsch geschriebene Erzählung der Touren, welche MM L Courvoisier, Haas und Georges Gallet vom 8. 22. August 1902 in der Mont Blanc-Gruppe unternommen haben ( Tour Noir, Aiguille du Chardonnet mit Illustration, de Lognan au Montanvert, Grands Charmoz, Grandes Jorasses ) ferner die Beschreibung der course de section à la Wilde Frau und ein Artikel über die Witterung im Neuenburger Jura während der Jahre 1887-1902 von M. et Mme J. Gallet. Dieses sympathische Bergsteigerpaar konnte während dieser Periode mehrmals auch im Mai konstatieren, daß „ il pleut, il pleut, bergère. Aber leider habe ich die beiden mit dem getreuen Abraham Müller auch im Juli 1903 tropfnaß vom Kistenpaß her in Brigels einrücken sehen.

Die Sektion Rhätia S.A.C. feierte ihr 40jähriges Bestehen nicht nur wie andere Sektionen durch ein Bankett mit Erinnerungsaufführungen, sondern sie hat auf diesen Anlaß hin durch den Kantonsarchivar Herrn Meisser eine Denkschrift verfassen lassen und als hübsch ausgestattete Broschüre herausgegeben. Wenn man denkt, daß zu den Gründern dieser Sektion Männer wie Coaz, Killias, Lorentz, A. v. Planta, Theobald und Jan Colani gehörten, so kann man denken, daß diese Chronik namentlich in den ersten Jahrzehnten eine äußerst interessante sein muß. Die Hütten der Sektion sind in moderner Zeichnung nach Art der Künstler-lithographien abgebildet zur Illustrierung verwendet. Das gibt den Bildern etwas poetisch Primitives, was namentlich zu den altern Typen der Mortel-, Boval-, Ala- und Zapporthütte trefflich paßt, aber vielleicht von den modernen Besuchern dieser Hütten weniger genossen wird als von den Beschauern der Festschrift. Hierin wird die Sektion in den zweiten 40 Jahren wohl Wandel schaffen, wenn 's sein muß auf Kosten der primitiven Poesie.

Ich benutze diese Rezension über alpine Vereinspublikationen zu ein paar Anhängen über in Zeitungen Erschienenes, dem ich sonst aus Gründen der Selbsterhaltung aus dem Wege gehe. So enthalten die Nm. 1 — 5 der Sonntagsbeilagen zum St. Galler Tagblatt einen bisher unbekannten Aufsatz aus Weilenmanns Nachlaß: „ In den Dolomiten vor 40 Jahren ", mit orientierender Vorbemerkung von A. Ludwig. Das Manuskript Weilenmanns beschreibt einen Versuch auf die Marmolata im Jahr 1862, die Vorbemerkung gibt uns erschöpfende Auskunft über den literarischen Nachlaß Weilenmanns und die von ihm gemachten Kopien Studerscher Manuskripte über gemeinsame Reisen. Beides ist recht interessant und die Publikation dankenswert. Auf einem andern Gebiet bewegt sich der Aufsatz in Nr. 45 und 46 der Schweizerischen Militärzeitung von 1903: Voransbesfimmung des Zeitaufioandes für Märsche mit Hülfe der Siegfried-Jcarte, von B. Alioth. Da die Übungsbeispiele u.a. auch Storeggpaß und Chamossaire behandeln, empfiehlt sich die Lektüre und das Ausprobieren der hier gegebenen Formeln auch für Clubisten und Leiter von Sektionstouren.Redaktion.

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