Südgrat der Aiguille Noire de Peuterey

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Aiguille Noire de Peuterey1

Zjur Erinnerung an Michel Duport und Philippe Staub, die am 20. August igy8 mit Pierre Vittoz auf der Major-Route abgestürzt sind.

André Liechti, Lutry

Bilder 120 und 121 Zuhinterst in einer Schublade stosse ich auf einen Stapel Monatsbulletins des Club Rambert. Oktober 1967, Nummer 8: Ich nehme dieses Heft und lese nochmals, was ich damals, vor über 10 Jahren, geschrieben habe.

SONNTAG, 9.JULI I 96 7 Eine sanfte, frische Brise weht leise durch die Strassen von Chamonix, und dort oben, unter einem tiefblauen Himmel, geniesst das herrliche 1 10., 11. und 12.Juli 1967.

119 Pierre Vittoz in der Nordwand der Aiguille du Plan l' htm » Philippe Staub 120 Aiguille Noire de Peuterey Photo Michel Duport 121 Die Aiguille Noire de Peuterey, vom Eccles-Biwak aus Photo Philippe Staub Felsmassiv der Aiguilles die letzten Strahlen der Sonne. Aber das prächtige Tagesgestirn hat gar keine Eile, hinter dem Horizont zu versinken. Vielleicht wirft es ein paar verstohlene Blicke auf die hübschen Beine der jungen Mädchen, die in ihren farbenfrohen Minikleidern Leben in die Gassen bringen. « Aber Sie brauchen nicht zu er-röten, Frau Sonne! Sehen Sie nur, wie Pierrot lächelt, wenn eine dieser anmutigen Blumen ihn grüsst. » Pierrot ist kein anderer als Pierre Cretton, der Bergführer, dessen Ruf bestimmt über jeden Zweifel erhaben ist: ein sympathisches Gesicht, aus dem das Lächeln nie zu weichen scheint; der klare Blick eines Menschen, der mit seinem Leben zufrieden ist. An seiner Seite geht René Theytaz, mehr sein Freund als sein Kunde, 4ojahre alt, ein hervorragender Bergsteiger. René ist Mitglied der « Aiglons », des Clubs, dem die Elite der Jurabergsteiger angehört. Die Erfolgsliste dieses ausgewanderten Wallisers ist grossartig, wird er doch im nächsten Jahr seine tausendste Besteigung ( darunter sechs Erstbesteigungen ) feiern können. Michel, der mir gegen-übersitzt, blinzelt mir schelmisch und bedeutungsvoll zu: wir haben uns verstanden. Wir haben Gemeinsamkeiten: ein Bier, das wir geniesserisch miteinander getrunken haben, und dann... ja, dann eine Woche Ferien, während der wir uns an mindestens einen « dicken Brocken » heranwagen wollen. Und dies ist übrigens auch der Grund, weshalb wir das Privileg haben, von Pierrots Erfahrung zu profitieren, ohne unsere Geldbeutel aufschnüren zu müssen; denn Pierrot zieht es in grosser Klugheit vor, eine grosse Begehung mit zwei Seilschaften in AngrifFzu nehmen.

Welchen Berg werden wir uns - sozusagen als Vorspeise - auswählen? Aiguille de I'M, Aiguille du Peigne, Grépon, Eperon Frendo... Rasch wird mir klar, dass niemand Lust auf eine Vorspeise hat, und so liegt unsere « Speisekarte » mit erschreckender Einfachheit vor uns auf dem Tisch: Südgrat der Aiguille Noire de Peuterey.

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122 Passage à ski de fond ( Langlauf ski j de la Galmilücke 123 Descente du Galmigletscher. Face nord du Wassenhorn ( 3446 m ) 124 Traversée du Glacier de Fiesch 125 Descente du Langgletscher, toujours à ski de fond. Au fond, à droite: le Breithorn de Lauterbrunnen Photos Georges Gauthier. Thonun MONTAG, O. JULI I 96 7 Es ist fünf Uhr morgens. Zufrieden, wieder in der Heimat zu sein, schnurrt Renés Wagen Richtung Courmayeur durch den berühmten Mont-Blanc-Tunnel. René schaltet herunter und biegt auf der schmalen Strasse ins Val Veni ein, an dessen Ende unser Ausgangspunkt sein wird.

Im Gras glitzern kleine Tautropfen. Die Sonne wischt die letzten Spuren von Schlaf aus unsern Augen. Ich strecke meine Nase in die Luft, sauge die frische Luft ein paarmal tief in meine Lungen und betrachte den Südgrat, der rund zweitausend Meter über uns stolz aus dem pastellfarbenen Hintergrund heraussticht. Ich habe ein wenig Angst, denn - lachen Sie nicht - er erinnert mich an eine schöne Frau mit grausamem und verächtlichem Blick.

Ich gebiete meiner Phantasie Schweigen. Nahrungsmittel und Material müssen möglichst zu gleichen Teilen aufgeteilt werden, und dann heisst es marschieren, aufsteigen, klettern. Wir dürfen keine Zeit verlieren; ein langer und beschwerlicher Tag steht uns bevor; doch was bedeutet schon Müdigkeit angesichts des berauschenden Gefühls beim Aufstieg und des Glücksgefühls der Beschaulichkeit.

Zuerst folgen wir einem Fusspfad, der sich durch eine wilde Gegend schlängelt und schliesslich in den Felsen verliert. Wir stehen am Fusse einer Art hoher Mauer aus mehreren ockerfarbigen Platten, über die sich zwei spiegelnde Wasserfälle ergiessen. Wir beginnen zu klettern, bald mit Hilfe natürlicher Haltepunkte, bald mit aus dem Fels gehauenen Stufen. Schon brennt die Sonne heiss auf meinen Nacken, und der Schweiss rinnt in dünnen Bächen in meine Augen. Dann erreichen wir die kleine Holzhütte, die sich schutzsuchend an die Aiguille Noire klammert. Pierrot bringt uns das Hüttenbuch. Ich kann ein leichtes Stolzgefühl nicht unterdrücken, währenddem ich schreibe: Michel Duport, André Liechti, Club Rambert, CAS Les Diablerets, Lausanne. Wir stillen unsern Hunger mit einer Bouillon und ein paar Früchten und Biskuits. Vor uns liegt noch eine 126 Muni la Schera: Station météo et instruments de mesure 127 L' écologie, un problème à creuser...

128 Aspect automnal de la pelouse. Au fond, le massif de l' Ortler 129 Hobby ou travail?

Photos Pierre Gallano, Neuchâtrl knappe Stunde Marsch über einen kleinen Gletscher, den Fauteuil des Allemands, und dann wird der Angriff auf diese elegante Granitspitze beginnen können.

Wie schön und imposant er ist, dieser Südgrat, der nach mehreren erfolglosen Versuchen seit 1913 am 26-/27. August 1930 zum erstenmal bezwungen worden ist. Geben wir das Wort dem Führer Vallot: »Die Aiguille Noire de Peuterey ist ein wunderbarer Felsobelisk, eine der schönsten Nadeln der Alpen. Der Südgrat, der sich auf beinahe tausend Meter in mehreren schlanken Türmen erhebt, stellt eine der schönsten Klettertouren in den Alpen dar, und mit Recht eine der berühmtesten; eine grosse, elegante und anspruchsvolle Besteigung in ausgezeichnetem Fels. » Um 11.30 Uhr stehen wir am Fuss. Der Höhenmesser zeigt 2660 Meter an. Von unserm Auto aus sind wir bereits 1160 Meter aufgestiegen. Unsere trockenen Kehlen verlangen nach etwas Trinkbarem; nur allzu gern leisten wir diesem Aufruf Folge. Nachdem wir unsere Seilgurten, an denen Karabiner, Felshaken und Hammer befestigt werden, umgelegt haben, seilen wir uns zu zweit im Abstand von 35 Metern an. Die Seilschaft Pierrot/René wird vorausgehen, Michel und ich werden folgen, wobei mir die Aufgabe zufällt, das Material zu bergen. Mein Herz schlägt etwas schneller. Endlich werde ich diesen Südgrat « anfassen ». Mein Blick schweift prüfend über die blaue Himmelskuppel, aber nur meine Phantasie könnte irgendwo eine Wolke entdecken. Wir sind bereit, der Fels ist warm, der Tanz kann beginnen.

Durch eine Serie von Spalten, Felsbändern und kleinen Couloirs, die nicht eigentlich schwierig sind, aber doch volle Aufmerksamkeit erfordern, erreichen wir die Gratkante. Zu unserer Linken liegt eine schlanke Pyramide, die Gamba-Spitze, die allein schon eine schöne Klettertour darstellen muss. Wir halten einen Moment inne, um unsern Durst zu löschen und uns etwas auszuruhen. Aber wir dürfen keine Zeit verlieren, wenn wir an der Welzenbach-Spitze biwakieren wollen, am ersten Turm des Grates, der 1926 erstmals bezwungen worden ist. Eine schöne Kletterei beginnt, die nur selten den Schwierigkeitsgrad IV + übersteigt. Unsere Sohlen haften auf den Unebenheiten des Granits, unsere Finger gleiten den Felsschlitzen entlang, klammern sich in den kleinen Rissen fest, krallen sich an den beinahe spiegelglatten Felsplatten an, und so steigen wir auf, mit angespannten Muskeln und einem unsagbaren Glücksgefühl im Herzen. Michel vor mir meistert alle Schwierigkeiten mit katzenhafter Geschicklichkeit. Ich spreche nicht oder nur sehr wenig. Ich fürchte, die ergreifende Stille mit einer Banalität oder einem Scherz zu zerstören. Von Zeit zu Zeit dringt ein kristallklarer Ton an unser Ohr, wenn Pierrot einen Felshaken einschlägt; ich darf nicht vergessen, ihn wieder zu entfernen. Manchmal muss ich mich dazu entschliessen, den « Nagel » im Fels zu lassen, nachdem ich während gut fünf Minuten mit aller Kraft und in allen Richtungen daran gezerrt und gerüttelt habe.Vielleicht will der Berg ein Andenken an unsern Besuch behalten. Aber die Minuten vergehen, die Stunden verrinnen, und die Sonne, die noch vor kurzem auf uns niedergebrannt hat, sinkt tiefer und tiefer. Der Gipfel der Welzenbach-Spitze ist nicht mehr fern. Vier Längen weiter haben wir ihn erreicht. Es ist kurz vor i8 Uhr. Wir beschliessen, den Biwakplatz vorzubereiten. Dort unten, 1600 Meter unter uns, steht unser Wagen schon im Schatten, ein kleiner, lächerlicher Punkt. Wir packen unsere Biwakausrüstung aus den Rucksäcken: Daunenjacken, Strumpfhosen, Nylonkleider, Handschuhe, Kappen.

Das kleine Gasrechaud funktioniert bereits und schmilzt den Schnee. Bis Mitternacht befeuchten wir unsere ausgetrockneten Kehlen mit Bouillon, Kaffee und Tee. Abwechslungsweise auf der kleinen Plattform stehend oder in einer kleinen Felsnische liegend, erlebe ich das wunderbare Schauspiel der Nacht mit. Von Zeit zu Zeit höre ich das Anreiben eines Streichholzes, und ich erkenne in seinem schwachen Schein das Gesicht von Michel, der sich eine Zigarette anzündet. Ich denke an nichts, ich träume nicht. Ich nehme die verzaubernde Stille in mir auf und betrachte den Himmel, der ebenfalls nicht schläft: blinkende Positionslampen eines Flugzeugs, das fernen Ländern zufliegt, leuchtende Bahn eines Satelliten, der unaufhörlich die Erde umkreist, blinkende Sterne. Und da ist auch der Mond, ein rundes Auge, das mit einem weichen Blick auf die Erde niederstarrt. Ich denke an eine Mutter, die sich über ihr schlafendes Kind beugt. Der Kopf von Michel ruht immer schwerer auf meiner Schulter: er schläft. Ich werde versuchen, es ihm gleichzutun.

DIENSTAG, I I. JULI I967 Vier Uhr früh. Die beissende Kälte weckt mich. Das Rascheln des Nylonzeltes von René unter mir durchbricht die Stille. Mit klagender Stimme verlangt Pierrot nach einem heissen Getränk. Die blaue Flamme des Gaskochers umschmeichelt den Kochtopf, den Michel, ein dienstbarer Geist, für seine Herren mit Schnee gefüllt hat. Das Himmelsgewölbe über uns ist noch schwarz, aber in der Ferne steigt die Sonne bereits langsam über den Gipfeln der Walliser Alpen empor. Ohne Zögern steigt der glühende Ball immer höher. Vis-à-vis erhebt sich die italienische Seite des Mont Blanc. Darunter gähnt der Gletscher von Freiney mit all seinen klaffenden Spalten.

Ich denke einen Augenblick lang an den Leidensweg von Bonatti und seinen Freunden während der Tragödie am Freiney-Pfeiler. Alles scheint bei schönem Wetter ohne grosse Probleme; das Paradies der Berge verwandelt sich aber in eine unbarmherzige Hölle, wenn die Blitze ihre mörderischen Pfeile aussenden, wenn der Donner grollt, wenn eine erfrischende Brise sich in wütende Böen verwandelt und ein Schneesturm tobt.

Aber das Glück ist mit uns. Die ersten Sonnenstrahlen erwärmen unsere klammen Glieder. Wir halten diesen herrlichen Moment mit unsern Kameras im Bild fest und nehmen dann das Frühstück ein, bestehend aus Trockenfleisch, Käse und Biskuits. Um sieben Uhr verlassen wir unser « Schlafzimmer », angeseilt, den Sack auf dem Rücken. Wir seilen uns 25 Meter ab und erreichen die Weizenbach-Brendel-Spalte, von wo aus wir resolut die grossen Schwierigkeiten der Route angehen. Michel fühlt sich nervös. Wir haben zuviel Kaffee getrunken. Aber das ist rasch vergessen ob der Konzentration, welche die Passagen mit einem Schwierigkeitsgrad von V oder V + erfordern. Der Rausch erreicht seinen Höhepunkt, als ich an kleinsten Griffen hänge und einen Blick nach unten wage. Wie schön dieser Grat ist, eine herrliche Reihe von schlanken Spitzen, die sich ins Unendliche aufschwingen! Welche Reinheit der Linien, welche Harmonie der FormenDer Rucksack lastet immer schwerer auf meinen Schultern, mein Rücken schmerzt, und mein pappiger Mund versucht vergeblich etwas Feuchtigkeit aus meiner Kehle zu gewinnen. Dennoch bin ich ausserordentlich glücklich. Auch Michel klagt über Durst, der immer unerträglicher wird. Unsere Flaschen sind leer, und wir schieben den Zeitpunkt immer weiter hinaus, wo wir gierig ins saftige Fruchtfleisch der letzten zwei Grapefruits beissen werden. Eine überhängende Passage, eine schräge Verschneidung, Risse, stark geneigte Felsplatten, Schwierigkeitsgrad V und V +, und schliesslich der Gipfel der Brendel-Spitze, wo wir auf Pierrot und René stossen, die ihren letzten Schluck Tee für uns aufgespart haben. Erlösung -eine kurze Erholung - ein himmlischer Genuss. Eine kleine weisse Wolke zieht über uns dahin.

Wir müssen weitergehen, unsere Schuhsohlen auf die schönen Granitplatten des fünften Turms abstützen, immer höher aufsteigen zu jenem Gipfel, der sich in gleichem Masse, wie wir näherkommen, immer weiter zu entfernen scheint. Die Schlüsselstelle fordert uns wütend heraus, doch Pierrot behält einen klaren Kopf und überwindet die schwierige Passage, währenddem ich es auf meiner Steigleiter mit einem Krampf zu tun bekomme, der sich offenbar einen Spass daraus macht, einen Muskel meines rechten Beins in kleine Knötchen zu verwandeln. Nach einer kur- zen Seitenpassage erreichen wir den Grat und erklimmen den Gipfel des Turmes. Der Höhenmesser zeigt 3580 Meter an.

Noch zweihundert Meter sind zu überwinden, durch Kamine und nicht besonders anstrengende Risse. Gegen 16 Uhr betreten wir den Gipfel der Pointe Blich ( 3780 m ), eine der zwei Spitzen der Aiguille Noire de Peuterey. Nach einem fünfzehn-stündigen Aufstieg ist unsere berauschende Kletterei zu Ende. Kaum ein Wort, aber vier sprechende Blicke. Ausserdem wären wir kaum in der Lage, unsern von Durst ausgetrockneten Kehlen lange Reden entströmen zu lassen.

Jetzt gilt es wieder abzusteigen, und zwar so weit wie nur möglich, auch wenn wir nicht um ein zweites Biwak herumkommen. Wir wollten ohne Halt vorwärtskommen, einen Tag gewinnen, indem wir die erste Nacht nicht in der Hütte verbrachten. Doch nun rächt sich dieser Plan damit, dass wir eine weitere Nacht am Berg verbringen müssen. Aber das Wetter ist immer noch gleich schön. Wir haben noch genügend Nahrungsmittel und Brennstoff Nach einer Traverse über breite Felsbänder erreichen wir den Abstiegsweg, den Südostgrat, über welchen Lord Wentworth zusammen mit Emile Rey und J.B. Blich am 5. August 1877 zum erstenmal die Aiguille Noire bezwungen hat. Grosse « Steinmänner » erleichtern den Abstieg, und wir verlieren rasch an Höhe. Gegen 18 Uhr erreichen wir einen guten Lagerplatz, den wir uns möglichst bequem herrichten. Ich bin froh, endlich meinen Rucksack abstellen zu können, denn meine Rückenschmer-zen werden allmählich unerträglich.

Wieder hat uns die Nacht in ihren schwarzen Mantel eingehüllt. Auf dem Rücken liegend, eine Zigarette im Mundwinkel und Michels Kopf auf meiner Seite liege ich da; ich sinne nicht, ich denke. Ist dies die Müdigkeit? Ich denke an jene, die mich lieben. Ich denke an meine Eltern, die ungeduldig darauf warten, dass ihr einziger Sohn von « dort oben » zurückkehrt. Ich denke an das Mädchen, das ich liebe und das den Himmel an-fleht, mich zu beschützen. Ich träume...

MITTWOCH, 12.JULI 1967 Ein neuer Tag, ein neues Erwachen. Das Wetter ist immer noch schön. Wir haben kein Gas mehr, und die paar Metatabletten, die ich zuunterst aus meinem Rucksack ausgrabe, reichen kaum aus, um ein wenig lauwarmen Tee zu bereiten. Wir setzen den heiklen Abstieg fort, über sandige Felsbänder, wo der kleinste Fehler fatale Folgen haben kann. Meine Nerven sind aufs äusserste gespannt. Ich sichere Michel, so gut ich kann; vorsichtig klettert er über die lockern Steine nach unten. Ein letztes, langes Couloir, das wir mit Hilfe eines Geländers überwinden - und wir stehen auf den Wiesenhängen der Voralpen. Weiter unten beschleunigt ein vielversprechendes, silbern glänzendes Netz von Rinnsalen unsern Abstieg. Erst als ich meinen Kopf ins eiskalte Wasser tauche, werde ich mir bewusst, dass die Tour zu Ende ist, dass sich ein Traum oder zumindest eine geheime Hoffnung erfüllt hat.

Der to., 11. und 12.Juli 1967 waren Tage vollkommenen Glücks, inniger Freundschaft und berauschender Kletterei.

Übersetzung Dieter W. Portmann

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