Vorrede

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Mit dem vorliegenden Bande, dem 58sten der Reihe, endet das Jahrbuch des Schweizer Alpenclub seinen Lebenslauf und geht zu seiner Ruhe ein. Nach den von der Abgeordnetenversammlung am 24./25. November 1923 in Bern aufgestellten Satzungen werden Jahrbuch, Alpina und Echo des Alpes aufgegeben und durch eine einzige, mehrsprachige und allen Mitgliedern des S.A.C. gemeinsame Monatsschrift ersetzt, deren erstes Heft im Januar 1925 herauskommen wird.

Was das Jahrbuch in seinen 60 Jahren, die gewiss nicht alle köstlich, wenn auch nicht eitel Mühe und Arbeit waren, vollbracht hat, um dem Ziele näher zu kommen, welches seinen Gründern vorschwebte, dies mag die Zukunft, die ja der Vergangenheit Richterin ist, entscheiden. Auch scheint es für einen abtretenden Schriftleiter, der in so vielen Vorreden seine Leser auf das nächste Mal zu vertrösten hatte, um sich ihre Gunst zu erhalten, nicht rätlich, einem wohl oder übel abgetanen Lebenswerke eine Nachrede zu halten, die zu berichtigen er keine Gelegenheit mehr findet. Nur eine Betrachtung sei mir gestattet.

Wie dafür gesorgt ist, dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen, so darf man sich auch dessen getrösten, dass gesunde Bäume auch im Alter noch verpflanzt werden dürfen und Fuss fassen, wenn nur der Wurzelballen geschont wird. Wenn ich z.B. daran denke, dass die Fragen, welche L. Rütimeyer im I. Bande des Jahrbuchs über die « Bevölkerung der Alpen » aufgeworfen hat, nach 60 Jahren noch eines Bearbeiters von seiner Meisterschaft bedürften, um endgültig gelöst zu werden, oder dass die von Forel begründeten « Rapports sur les variations périodiques des glaciers des Alpes Suisses » heute wie vor 44 Jahren von der wissenschaftlich geschulten Lesewelt mit jährlich wiederkehrender Spannung erwartet werden, so meine ich, dass die Herausgeber der neuen Zeitschrift des S.A.C. noch für lange genug Werg an ihrer Kunkel haben werden.

VIIIVorrede.

Wie dem auch sei, die Bürde, die ich vor 32 Jahren nicht leichten Herzens, aber mit jugendlichem Wagemut übernommen habe, ist von meinen alten Schultern genommen. Ich danke den 11 verschiedenen Zentralkomitees, unter deren Aufsicht ich meine Arbeit zu tun hatte, für ihr Wohlwollen, allen Gönnern und Kritikern für ihre fördernde Beurteilung des mir anvertrauten Werkes. Vor allem aber danke ich herzlich meinen lieben Mitarbeitern, welche zum Teil seit Jahrzehnten in der uneigennützigsten Weise ihr Bestes getan haben, um unserem Jahrbuch seinen glänzenden Ruf zu erhalten und zu mehren.

Und nun lege ich die Feder nieder mit dem Stossseufzer jenes ungenannten Schreibers, welcher um das Jahr 1498 im Almageller Mess-buch unter die letzte der von ihm berichteten Wundertaten der heiligen Barbara, der Helferin in unserer letzten Not, in italienischer Kursive die " Worte setzte:

Finis hujus legendae adest feliciter.

Bern, am Heinrichstage 1924.

Dr. Heinrich Dübi.

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