Vorwort

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Das zweiundzwanzigste Jahrbuch des 8. A. C, welches die Eedaction hiemit dem Club übergibt, ist in der Bogenzahl etwas schwächer, als die meisten seiner Vorgänger. Es kommt dies nicht etwa davon her, daß zu wenig Material eingesendet wurde, sondern daher, daß nicht alles Eingesendete für das Jahrbuch paßte und daß manches Passende zu spät eingesendet wurde, um noch verwendet werden zu können. Es ist eben nicht Alles, was eine Sectionssitzung ausfüllt und im engen Kreise mit Beifall aufgenommen wird, deshalb von vornherein für das Jahrbuch geeignet. Manches, was für die Section neu ist, ist im Jahrbuch schon mehrfach zur Behandlung gekommen und Manches kann, dank dem lebendigen Vortrage oder dem persönlichen Interesse, das ein enger Kreis von Bekannten und Freunden dem Vortragenden entgegenbringt, in der Section gute Aufnahme finden, ohne Vili deshalb für den weiteren Kreis des Gesammtclnbs Interesse zu bieten.

Daß, wenn das Jahrbuch rechtzeitig erscheinen soll, auch die Beiträge rechtzeitig eingesendet werden müssen, versteht sich eigentlich von selbst, kann aber nach bisheriger Erfahrung den Clubgenossen nicht oft und nicht nachdrücklich genug in Erinnerung gebracht werden. Es ist bei der althergebrachten und im Ganzen praktischen Eintheilung des Jahrbuches unmöglich, z.B. die ausführliche Schilderung einer Bergfahrt noch zu verwenden, wenn der Druck der Abhandlungen bereits begonnen hat, und einen größeren Bericht durch den Rothstift zu einer kleinen Mittheilung 2u-stutzen zu lassen, damit sind meistens die Autoren ebenso wenig zufrieden, wie es der Redaction erwünscht ist, den Rothstift allzu ausgiebig handhaben zu müssen.

Die Termine für die Einsendung sind seit Jahren ungefähr dieselben: 1. bis höchstens 10. Januar für Alles, was das Clubgebiet und die artistischen Beigaben betrifft, 1. Februar für Freie Fahrten und Abhandlungen, 1. März für Kleinere Mittheilungen. Beiträgen, welche nach diesen Terminen eingesandt werden, kann, auch wenn sie an sich für das Jahrbuch durchaus geeignet wären, die Aufnahme nicht bestimmt zugesagt werden.

Im Ferneren ist es nothwendig, daß die Arbeiten für den Text in druckfertigem Zustande, leserlich auf nur einseitig beschriebenen, mit breitem Rande ver- IX sehenen Blättern eingesendet werden. Es kommt nicht selten vor, daß der oder jener Clubgenosse ein eng-geschriebenes, unleserliches, viele Bogen starkes Brouillon einsendet, mit dem freundlichen Bemerken, die Redaction werde daraus schon herausschälen, was für das Jahrbuch verwendbar sei. So schmeichelhaft ein solches Zutrauen ist, so wird es doch jede Redaction entschieden vorziehen, dieser zeitraubenden und recht undankbaren Aufgabe enthoben zu sein und die Manuskripte in der Fassung zu erhalten, die dem Autor die passendste erscheint; denn ob nachher der zutrauensvolle Autor mit der Handhabung des Rothstifts ganz einverstanden ist, das ist zum Mindesten fraglich.

Dasselbe gilt, mutatis mutandis, auch von den Sectionsberichten. Manche Sectionen senden dieselben einfach so ein, wie sie als Jahresberichte das Traktandum einer Sitzung gebildet haben, d.h. mit einer Menge von Details, die für Niemand ausserhalb der Section Interesse haben und einen sehr mangelhaften Ersatz für die als bekannt weggelassenen, praktisch wichtigen Angaben über Zusammensetzung des Vorstandes, Zeit und Ort der Sitzungen u. s. w. bieten. Eine Section hat für dieses Jahrbuch einen Bericht eingesendet, der ohne den Rothstift des Hrn. Central-sekretärs mehr als einen Bogen des Jahrbuches in Anspruch genommen hätte! Nun zählt der Club 32 Sectionen, und die Bogenzahl des Jahrbuches soll vertragsmäßig 38 nicht übersteigen. Die anderen Theile der Chronik nehmen durchschnittlich 3 Bogen in Anspruch. Es ist leicht auszurechnen, daß, wenn alle Sectionen so detaillirte Berichte einsenden wollten, die Chronik des S.A.C. das ganze Jahrbuch in Anspruch nähme und für alles Andere nichts übrig bliebe. Die Sectionsberichte für das Jahrbuch sollten enthalten: die Zusammensetzung des Vorstandes, Zahl, Zeit und Ort der Sitzungen, Angabe der wichtigsten Traktanden, der ( ausgeführten ) Sectionsausflüge und der bedeutenderen Einzeltouren, Berichte über Clubhütten, specielle Sectionsaufgaben etc., all' dies in knapper, präciser Form und übersichtlicher Anordnung. Namentlich bei der Aufzählung der Einzeltouren sollten alle gewöhnlichen Touristenberge und Pässe, die auf gebahntem Wege erreichbar sind, weggelassen werden. Es versteht sich doch wohl von selbst, daß jedes Mitglied des S.A.C., soweit es ihm Zeit und Kräfte erlauben, Spaziergänge in den Alpen macht, und daß neben einigen hundert oder tausend anderen Touristen auch Herr X, Mitglied der Section Y des S.A.C., den Eigi oder den Gornergrat bestiegen, die Furka oder den Malojapaß Uberschrittten hat, braucht doch nicht als clubistische Leistung urbi et orbi im Berichte verkündet zu werden! Ein besonderes Verdienst könnten sich ferner die HH. Sectionsberichterstatter damit erwerben, daß sie alle Namen, Personen wie Orts-bezeiclmungen, möglichst deutlich schreiben würden.

XI Es ist wirklich weder dem Centralsekretär, welcher die Redaction der Sectionsberichte besorgt, noch dem Redactor, dem die Schlußrevision obliegt, zuzumuthen, jeweilen zur Entzifferung der Namen das Mitgliederverzeichniß oder alle möglichen Karten, Reisehandbücher u. s. w. nachzuschlagen. Was für den einzelnen Berichterstatter eine kleine Mühe ist, wird zur großen, wenn es mit 32, der Zahl unserer Sectionen, multiplicirt werden muß.

Es ergeht deshalb an alle Clubgenossen, welche am Jahrbuche mitarbeiten wollen, die dringende Mahnung, ihre Beiträge in druckfertigem Zustande und rechtzeitig einsenden zu wollen. Bei dem erfreulichen Gedeihen, das die Publicationen der anderen Alpenvereine zeigen, ist es doppelt nothwendig, daß der S.A.C., um nicht überflügelt zu werden, alle seine Kräfte anspanne. Namentlich ist zu wünschen, daß auch die romanischen Sectionen sich wieder eifriger am Jahrbuche, als dem gemeinsamen Organ des ganzen Clubs, betheiligen. Wenn das Jahrbuch mehr und mehr zum Organ der deutschen Sectionen wird, worüber sich Niemand so sehr beklagt, als unsere welschen Clubgenossen, so ist daran gewiß nicht mangelndes Entgegenkommen oder gleichgültige Aufnahme von Seiten der bisherigen Redaction schuld, sondern das Vorurtheil vieler Mitglieder der romanischen Sectionen. Wie der S.A.C. zweisprachig ist, muß auch das Jahrbuch zweisprachig sein, XII wenn es das wirkliche Organ des Gesammtclubs sein soll.

Zum Schlüsse fühlt sich die Eedaction verpflichtet, allen Mitarbeitern am 22. Jahrbuche, sowie dem Centralcomite und dem eidgenössischen Stabsbüreau, durch dessen Entgegenkommen die Erstellung der diesem Jahrbuche beigelegten Karte möglich wurde, ihren besten Dank auszusprechen und ihnen wie dem Gesammtclub das Jahrbuch auch für die Zukunft wärmstens zur werkthätigen Unterstützung zu empfehlen.

Bern, im Mai 1887.

A. Wäber.

I

Clubg'ebiet.

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