W. A. B. Coolidge : The Alps in Nature and History

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With map, illustrations and diagrams. London, Methuen & Co., 1908. Price 7 sh. 6 d.

Mit diesem „ Methuenbook " ( XX und 440 Seiten 8°, 14 ganzseitige Phototypien, 7 Kartenumrißzeichnungen, 1 Generalübersichtskarte der Alpen ) hat der unermüdliche Gelehrte, der bald nach Erscheinen seines Werkes zum Doctor phil. honoris causa der Universität Bern ernannt worden ist, ein Zwischenwerk und eine Überleitung geschaffen von seinem 1904 erschienenen „ Simler ", in welchem er die Geschichte des Alpinismus von den ersten Anfängen bis 1600 in monumentalen Zügen festlegte und in einer als zweibändiges Werk projektierten Fortsetzung dieser Geschichte bis auf unsre Tage resp. bis zur Gründung des Englischen Alpenclubs im Jahre 1857. Wenn in dem erstgenannten Buch neben den „ Origines de l' Alpinisme " die Geschichte der Alpen als solche und der in ihnen wohnenden Völker nur eine Nebenrolle spielte und dies naturgemäß in dem noch ausstehenden Werke, wo das Bergsteigen in seiner intensiven Betätigung zur Darstellung kommen soll, noch mehr der Fall sein wird, so kommen dagegen in dem Buche von 1908 die Alpen in ihrer Natur und ihrer Geschichte, die Siedelungen von Menschen, Tieren und Pflanzen in den Alpen und die historischen Umwälzungen und Wandelungen, die Fragen nach Eroberung, Handel und Verkehr, welche sich an die großen historischen Alpenpässe knüpfen, zur eingehenden Darstellung; außerdem natürlich auch die Besteigungsgeschichte der wichtigsten Hochgipfel im gesamten Bereich der Alpenkette vom Mittelmeer bis zum Wienerwald, aber mehr nur in flüchtigen Zügen und ergänzt durch tabellarische Zusammenstellung der Gipfel nach dem Datum ihrer ersten Besteigung ( in Appendix II ) als in der systematischen Weise, wie dies im „ Simler " geschehen ist. Ausführlich dagegen behandelt ist die politische Geschichte der Alpen, welcher die Hauptarbeit und der Hauptinhalt des Buches gewidmet ist. Daneben werden, nach einer Begriffserklärung des Wortes „ Alpen ", welche für englische Leser — und solche sind durchwegs vorausgesetzt — etwas ausführlicher ausfallen mußte, als dies für uns nötig gewesen wäre, in Kapitel II die „ pastures of the Alps " beschrieben, d.h. das, was bei uns und wohl auch anderswo „ Alpen " geheißen hat, bevor man daran dachte, das aus der Fremde stammende Wort von dem kulturfähigen Vorland der Täler und Hügel auf das unfruchtbare Gebiet der Hochregion zu übertragen. Dann folgt bei Coolidge in Kapitel III die Schilderung dieser Schnee- und Eisregion selbst. Kapitel IV „ Alpine Flowers " ist von George Yeld beigesteuert, den wir bisher nur als tüchtigen Bergsteiger und alpinen Redaktor schätzten, Kapitel V „ Some beasts and birds of the Alps " von Howard V. Knox. Kapitel VI ( dieses und alle folgenden sind ausschließlich von Coolidge selbst bearbeitet, nur daß ihm für Kapitel VII und VIII sein Freund Dr. R. L. Poole in Oxford hülfreiche Hand geboten hat ) bespricht die Bevölkerung der Alpen nach den Gesichtspunkten der politischen Verbindungen, der Sprachen und Religionen. Kapitel VII bringt uns die politische Geschichte der Alpen. Zunächst die allgemeine Geschichte bis 1033, dem Datum des Übergangs der burgundischen Königskrone, welcher die westlichen Alpenländer zugehörten, an Kaiser Conrad II. Dann die Spezialgeschichten der Westalpen ( das Haus Savoyen, die Dauphins von Vienne, die Provence ); der Zentralalpen ( A. Der Kampf mit Mailand: das Val d' Ossola, Bellinzona, Locamo und Lugano, Veltlin. B. Der Kampf gegen den Norden: Wallis und Bern, Uri, Graubündender Ostalpen ( die Okkupation durch die Habsburger in den verschiedenen Phasen dieser Familie, mit Anschluß der Ereignisse in den Habsburgischen Alpenländern im Zeitalter Napoleons I. und der Geschichte des bayrischen Hochlandes ). In jedem Abschnitt werden die sogenannten Political Peaks, Grenzgipfel oder solche, an welche sich besondere geschichtliche Ereignisse knüpfen, besonders besprochen, desgleichen im einleitenden Abschnitt die Sarazenen-frage. Kapitel VIII enthält die großen historischen Pässe der Alpen. Mit Kapitel IX kehrt der Autor zu dem zweiten Teil seiner Aufgabe, der Geschichte des Bergsteigens, zurück und bespricht zunächst die Erschließung der Hochalpen bis Ende 1865 ( erste Ersteigung des Matterhorns ). Kapitel X enthält eine mit großer Sachkenntnis und stark subjektiver Färbung geschriebene Geschichte des „ Modernen Bergsteigens in den Hochalpen ". Kapitel XI handelt von den „ Bergführern ". Kapitel XII schildert unter dem Titel „ A Years'Round in the Alps " Grindelwald, die gegenwärtige Residenz von Dr. Coolidge, im Laufe der vier Jahreszeiten. Kapitel XIII gibt eine Einteilung des ganzen Alpengebietes nach den drei Hauptkategorien: West-, Zentral- und Ostalpen in der aus Ball bekannten Teilung, und ( auf diese verteilt ) 20 Gruppen. Nach dieser Anordnung und unter beständiger Bezugnahme auf sie werden dann in Appendix I die hauptsächlichsten Gipfel und Pässe in den Alpen, nach ihren Höhen abgestuft, aufgezählt. Appendix II habe ich schon erwähnt. Eine knappe Liste der Hauptwerke, welche über die Alpen als Ganzes handeln, und ein genauer Index schließen das Buch ab, das ebenso instruktiv als amüsant ist. Die beigegebenen Bilder sind außerordentlich gut gewählt, zum Teil Aufnahmen von der größten Seltenheit, ein Wert, der durch eine sehr eingehende Beschreibung der Bilder pag. XIII—XIX noch wesentlich erhöht wird. In Summa wiederum eine vortreffliche Gabe und eine qualitative Bereicherung der alpinen Litteratur.BedaMon.

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