Wilhelm Paulcke: Der Skilauf

Hinweis: Questo articolo è disponibile in un'unica lingua. In passato, gli annuari non venivano tradotti.

81 Abbildungen im Text und als Beilagen. Vierte, in Verbindung mit dem Akademischen Skiclub München neubearbeitete und erweiterte Auflage. Freiburg i. Br. Fr. Wagnersche Universitätsbuchhandlung. 1908. Preis: broschiert M. 3, gebunden M. 3. 80.

Die vierte Auflage von Paulckes geschätztem Buch bringt manches-Neue. Die Bearbeitung der skitechnischen Kapitel besorgten Mitglieder des A. S. C. München, und auch für die Zukunft hat letzterer Verein sich verpflichtet, das Werk der Entwicklung des Skilaufs entsprechend weiter zu führen. Das größte Kapitel ist sinngemäß dem Sprunglauf gewidmet, dazu zeigen ein halbes Dutzend flotte Bilder den mehr oder weniger hohen Flug menschlichen Könnens. Das prächtige „ Slalom-fahren " dagegen hätte etwas mehr Würdigung finden dürfen.

Und nun zu des Verfassers eigentlicher Domäne, dem Hochgebirge und seinen Gefahren. Lese ich Paulckes klassische Abhandlung über Lawinengefahr, dann überkommt mich jenes undefinierbare Gefühl, das den Alpenwanderer im Bereich der Lawine erfaßt. Unruhe, Hast, Erkenntnis der Ohnmacht menschlicher Kreatur der allgewaltigen Natur gegenüber. Lawinen, jene lauernden weißen Ungeheuer, von denen der Volksmund sagt, das laut gesprochene Wort reiche hin, sie aufzuschrecken.

Zum Inhalt selbst will ich keine Glossen machen, dazu ist meine Feder nicht berufen. Ich erwähne nur, daß der Verfasser, abweichend von der herkömmlichen Einteilung ( Staub- und Grundlawinen ), zwischen Alt- und Neuschneelawinen unterscheidet, eine Einteilung, die neue Blicke über Entstehung und Wirkung eröffnet und die in ähnlicher Form schon 1574 von Josias Simler gegeben wurde. Schneeschild und Schneebrett sind so definiert, daß über deren Wesen keine Zweifel mehr bestehen können. Photographische Reproduktionen und schematische Zeichnungen ergänzen den Text in wirkungsvoller Weise.

Altmeister Paulckes Worte sind eine ernste Mahnung und den Saumseligen ein Memento mori. Die junge Skigeneration darf ihm dafür dankbar sein.Hans Dübi.

Feedback