Aus vergilbten Hüttenbuchseiten der Dossenhütte

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svonM.D»rifl ( Langenthal ) Am 26./27. September 1898 führten 3 Mitglieder der Sektion Oberaargau mit 2 Führern Vermessung und genaue Bestimmung eines neuen Hüttenplatzes durch, und in der Zeit vom 5. bis 15. Juni 1899 bewerkstelligte man vom Rosenlaui her den Transport des erforderlichen Baumaterials. Diese neue ( dritte ) Dossenhütte wurde am 6. August 1899 eingeweiht unter Beteiligung von 22 Mann von der hüttebesitzenden Sektion, 6 Gästen nebst Baumeister, Zimmermann, 13 Führern und Trägern aus dem Oberhasli. Hüttenbucheintrag: « Die gesamten Kosten betrugen mit Inbegriff der Unkosten während des Baues und der Einweihung sowie mit etwelchen Wegverbesserungen am Gletscherhubel und an der Dossenwand im ganzen Fr. 6750, welche Summe folgendermassen beschafft wurde:

Centralcasse des SAC3300. Academ. Alpenclub Zürich200. Gemeinnützige Gesellschaft Meiringen. .200. Besitzer des Rosenlauibades400. in Natura geliefert230. Sektion Oberaargau2620. total 6950. » Ein zehnstrophiger Trinkspruch gibt uns Kunde von dem freudigen Tag und sagt in der siebenten Strophe:

« Die Dossenhütte möge dauern. So lang die .Hasli'Jungfrau stellt. So lang an Gstellihornes Mauern Die Gemse froh spazieren geht. » 15. Juli 1900: « Wellhorn und tags darauf Rosenhorn, Aufstieg Nordostgrat: Hans König, stud, jur., SAC Bern, Paul König, stud.h.um. ( abgestürzt am Lyskamm/Grenzgletscher 1902 ), Egon von Steiger ( abgestürzt am Balmhorn 10. 6. 03 ), P. Baumgartner, Bern. » — Die eingeklammerten Notizen stammen von einem Besucher aus dem Jahre 1904. Fein säuberlich sind die beiden eingeschlagenen Routen Wellhorn und Rosenhorn im Hüttenbuch von einem der Teilnehmer skizziert worden und der Klubführer Berner Alpen führt den von obiger Seilschaft unternommenen Rosenhorn-NO-Aufstieg speziell an.

21. Oktober 1900. Aus einem fünf strophigen Gedicht eine Kostprobe:

« Man baut nun Bahnen auf die höchsten Bergesspitzen, Doch sollten nur die Krüppel dürfen hineinsitzen. Wozu besitzen wir denn starke Beine? Zum Wagenfähren brauchte man ja keine. » Da hat also einer schon vor 50 Jahren den « Sitztourismus » gegeisselt!

22. August 1902: « Auf dem Weg nach Rosenlaui mit einem Engländer und Führer Sarn. Brawand von Grindelwald, welche mit einem zweiten Engländer und dem Führer Fritz Bohren zu Ysch in Grindelwald auf der Spitze des Wetterhorns Mittwoch Vormittag 914 Uhr durch Blitzschlag getötet wurden. R. I. P. sig. Gottfr. Beck. » 25.27. August. Umfangreiche Suchaktion ohne Erfolg. Die Chronik « Alpine Unglücksfälle » des Jahrbuches 1902 gibt uns darüber Auskunft, dass die vier Leichen dann am 19. und 22. September desselben Jahres nach weiterem langem Suchen aufgefunden wurden. Pfarrer Gottfried Strasser in Grindelwald befasste sich daraufhin in einer besonderen Gedenkschrift mit dieser furchtbaren Katastrophe.

28. Juli 1904: « Dr. C. Täuber, Section Uto & Lägern SAC, Val. A. Fynn, London, Fritz Amatter, Grindelwald, von Meiringen gekommen, nachmittags auf Dossenhorn gewesen, morgen Wetterhörner beabsichtigt und über Lauteraarsattel nach Pavillon Dollfus. » — Der Klubführer erwähnt, dass diese Partie am 29. Juli vom Wetterhorn her Mittel- und Rosenhorn überschritt, mit Abgang in der Dossenhütte 1% Uhr morgens und 1 Uhr mittags auf dem Gipfel des Rosenhorns eintraf.

15. März 1905: « Mit Alex Taennler & Kasp. Moor über die Dossenwand in 12 Stunden von Meiringen hier herauf Ski benutzt bis 2000 m, dann noch stückweise auf dem Schneefeld unter den Felsen. 16. + 17. März Schneesturm, dann Abstieg nach Rosenlaui. Henry Hoek, Sekt. Davos SAC. » — Dies wären also vermutlich die ersten Ski, welche auf Dossen Einzug hielten.

Nebst den Episoden, die sich in und um eine Schutzhütte abspielten, wollte ich mit der gegenwärtigen Studie auch einen gewissen Wandel im Alpinismus aufzeigen. Die Bücher einer jeden der älteren SAC-Hütten mögen übrigens analoge Fundgruben bedeuten. Was hier ans Tageslicht gehoben wurde, soll uns ferner zu bedenken geben, mit welcher Begeisterung unsere Pioniere Bergfahrten unternahmen. Noch sei darauf hingewiesen, dass das Klubhütten-Album des SAC das Erbauungsjahr der Dossenhütte mit 1899 nennt. Dies kann indessen nur für den jetzigen dritten Bau gelten. Die obigen Hüttenbuchauszüge wie auch die Ausgabe 1880 des SAC-Jahrbuches weisen eindeutig auf das Jahr 1879 zurück. Sie ist somit eine der ältesten unserer Hütten — in Reihenfolge der Erstellungsjahre die zehnte.

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