Christnacht im Gebirge

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Das wisst Ihr nicht, Ihr Leute,, wie das war, Wenn über das Gebirg die Christnacht kam, Wenn jeder Firn ein heiliger Altar, Vom Schein des Mondes weiss brannte wundersam, Wenn dann am Himmel, dunkel wie ein Mar, Stern neben Stern schweigsam sein Plätzlein nahm Und Glanz trug zu des Mondes sanftrem Licht Und Blüte schien, wie sie aus Waldmoos bricht.

Im Schnee begraben lag das hohe Tal. Auf jeder Hütte Dach ein Bett aus Flaum. Die Gassen tief und drin verweht und schmal Ein Pfad, für einen Fuss nur eben Raum. Aus kleinen, trüben Fensterscheiben stahl Sich rote Glut, als wagte sie sich kaum Hinaus in den gewaltgen Glanz der Nacht, Die Zauber friedlich, Andacht stumm gemacht.

Dann aber hoch vom Kirchturm überm Ort Brach eine Glocke auf zur Wanderung, Die zweite flog ihr nach, zog sie mit fort, Die dritte, vierte kam in Sang und Schwung, Bis dass nun hier und hier und dort und dort Erzwohllaut war und Lied und Anbetung, Und Lehnenwald und Fels und Gletscherhang Vom frommen Christnachtläuten wiederklang.

Im Dorf jedoch, aus jeder Hütte trat Ein Mann, ein Weib, ein Kind und stieg bergan, Bis sich ein ganzer Zug zusammentat, Dem Kirchlein auf dem Hügel sich zu nahn, Und Einfalt noch um Glück das Christkind bat. Der harsche Bergwind hielt den Atem an. Die Sterne flammten wie noch nie im Jahr. Ihr wisst nicht, wie das schön und seltsam war.

Ernst Zahn.

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