Protokoll der XXIX. Abgeordneten-Versammlung

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der

der

XXIX. Abgeordneten-Versammlung des S.A.C.

abgehalten Montag, den 26. September 1892 in Olten. Morgens 11 Uhr im Saal des Schulhauses.

Der Centralpräsident eröffnet die Versammlung mit einer kurzen Ansprache, worin er die Anwesenden begrüßt und namentlich die Vertreter der neu entstandenen Sektion Unter-Engadin willkommen heißt. Der darauf vorgenommene Appell erzeigt die Anwesenheit folgender Mitglieder des Centralkomite:

Herr Pfarrer Baumgartner, Centralpräsident, „ Dr. jur. F. Michel, Vicepräsident, „ Amtschaffner Flttck, Kassier, „ Dr. med. Körber, Beisitzer, „ Züricher, Sekundarlehrer, Sekretär, und folgender 68 Delegierten, welche 35 Sektionen repräsentierten, nämlich:

Aarau:Herr Erny-Faßler, Aarau.

Zofingen :Pfarrer Egg, Zofingen.

Säntis :Basel:F. Hoffmann-Merian,Prof. Schieß-Gemuseus,C. Lüscher-Streckeisen.

Bern:Dr. Dübi,A. Wäber-Lindt,A. Francke.

Biel:Dr. Bähler,Kunz, Notar.

Blümlisalp:Volz, Optiker, Thun.

Chronik.

Burgdorf: Emmenthal: Oberaargau:

Oberland:

Wildhorn: Moléson: Genevoise:

Herr A. Hug, Direktor des Technikums. Pfarrer Muller, Langnau. R. Luginbühl, Fürsprecher, Langenthal, W. Lanz, Fürsprecher, Herzogenbuchsee. Nationalrath Zurbuchen, Ringgenberg, Staub, Sekundarlehrer, Interlaken. Pfarrer Hürner, Wimmis. J. Répond, Advokat, Freiburg. Bernoud, A. Pictet, Correvon. Oertly-Jenny, J. J. Schießer, H. Streiff.Rzewuski, Dr. Schibier. .'von Salis, Chur, Prof. Bosshard.

Imhof, Serainarlehrer, Schiers.

Dr. Pernisch, Tarasp, Pinösch, Waldhaus Vulpera.

J. Schmied, Luzern.

K. Bindschädler, A. Zimmerli.

Tödi:

Bernina: Davos:

Rhätia:

Scesaplana: Unter-Engadin:

Pilatus:

Neucbâteloise: Chaux-de-Fonds:

Randen: Mythen:

Alvier: St. Gallen:

Toggenburg: Weißenstein:

Tessin: Titlis: Gotthard:

R. Schinz, F. Sandoz.

Jeanneret-Perret, Courvoisier-Gailet, J. W. Saxer.

Bahnmeier, Schaffhausen, Schnezler.

J. Betschart, Ingenieur, Schwyz, R. Benziger.

Dr. Ed. Schärrer, Regierungsrat, J. E. Mettler-Wolff, J. A. Studer-Lenz.

Fr. Grob, Wattwyl, J. Mettler, WTattwyl.

Dr. Walker, Solothurn, W. Forster, Solothurn.

Edm. Schmid, Lugano.

Th. Odermatt, Buochs.

Müller, Förster.

Diablerets: Herr Chavannes, Vevey,Barbey, Lausanne.

Monte Rosa:Dr. Seiler, Zermatt,Fama, Saxon.

Roßberg:Humbert Itten, Zug.

Bachtel :Honegger, Wetzikon,Schaufelberger,Lehmann, Hinweil.

Uto :Dr. E. Walder, Zürich,H. Frick-Lochmann,:

John Syz.

Winterthur:Sulzer-Spiller, Winterthur,E. Moser-Bader, Winterthur, .Becker-Becker, Ennenda.

Verhandlungen:

1.Es entschuldigen ihre Abwesenheit die zwei Mitglieder des Centralkomitee:

Herr Sekundarlehrer Schlosser in Interlaken, „ Pfarrer Straßer in Grindelwald.

2.Als Stimmenzähler werden bezeichnet die Herren Staub ( Sektion Oberland ), und Correvon ( Sektion Genevoise ).

3.Rechnung pro 1891.

In Abwesenheit der beiden Rechnungsrevisoren verliest der Centralkassier Flück die Rechnung und den Bericht der Revisoren. Darnach betrugen pro 1891:

Die Einnahmen Fr. 25,449. 91 Die Ausgaben„ 18,021. 70 Also Vorschlag pro 1891.... Fr. 7,428. 21 Der Stand des Vermögens beläuft sich auf.. Fr. 41,224. 50.

Die mit Entschuldigung abwesenden Revisoren empfehlen schriftlich die Rechnung zur Genehmigung.

Herr Hoffmann-Merian beanstandet, daß die Revisoren nicht, wie es ihre Pflicht gewesen wäre, einen detaillierten Bericht eingegeben haben. Dies wäre um so nötiger gewesen, als die Rechnung eine wahrhaft skandalöse Erscheinung zeigt, nämlich das Ausbleiben der Mitgliederbeiträge zweier Sektionen, der Sektionen Tessin und Bernina.

Herr Örtly-Jenny entschuldigt den frühern Centralkassier. Das Ausbleiben der betreffenden Beiträge erklärt sich dadurch, daß die Sektion Tessin mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte und Bernina eine noch ganz junge Sektion ist.

Herr Centralkassier Flück theilt mit, daß es schon seit einigen Jahren Gebrauch ist, daß von Seite der Rechnungsrevisoren nur eine kurze Notiz ins Protokoll eingetragen wird. Was die fehlenden Mitgliederbeiträge anbelangt, so ist daran zu erinnern, daß besonders die Sektion Bernina viele auswärtswohnende Mitglieder zählt.

Herr Schmid ( Sektion Tessin ) entschuldigt das Verhalten seiner Sektion. Auch Tessin hat eben viele im ganzen Kanton zerstreut wohnende Mitglieder.

Herr Hoffmann-Merian bemerkt, daß in solchen Fällen eben die Sektionskasse einstehen solle.

Herr Centralkassier Fluch teilt mit, daß übrigens die beiden Sektionen jetzt nachträglich ihren Beitrag berichtigt haben.

Herr Hoffmann-Merian gibt sich zufrieden, wenn das Centralkomitee sich Mühe gibt, in Zukunft solchen Übelständen vorzubeugen.

Der Rechnung selbst wird einstimmig die Genehmigung erteilt.

4.Wahl der Rechnungsrevisoren pro 1892. Es werden gewählt:

a. Als Revisoren:

Herr Nationalrat Bühler in Frutigen ( Sektion Oberland ), „ A. Wäber-Lindt ( Sektion Bern ).

b. Als Suppleanten:

Herr Chavannes in Vevey ( Sektion Diablerets ), „ Krebser in Thun ( Sektion Blümlisalp ).

Auf Antrag des Herrn Mettler- Wolff wird beschlossen, die Revisoren hätten in Zukunft einen detaillierten schriftlichen Bericht einzureichen.

5.Bestimmung des Clubgebietes pro 1893.

Namens des Centralkomitees referiert Herr Sekundarlehrer Züricher. Die Delegiertenversammlung muß sich mit dieser Frage, die eigentlich nur der Generalversammlung zustände, beschäftigen, da die letztjährige Generalversammlung nur für 1892 ein Clubgebiet bestimmt hat. Das Centralkomitee hatte ursprünglich die Absicht, als neues Clubgebiet die Silvrettagruppe vorzuschlagen. Unterhandlungen mit dem eidgenössischen topographischen Bureau ergaben aber, daß für die nächste Zeit an die Herstellung von Karten für diese Gegend nicht gedacht werden könne. Das Centralkomitee proponiert deshalb das Albulagebiet in den im letzten Cirkular näher bezeichneten Grenzen.

Der Centralpräsident verspricht auf einen geäußerten Wunsch, die Frage in Betracht zu ziehen, ob nicht Itinerar und Exkursionskarte vor dem Erscheinen des Jahrbuches publiziert werden könnte.

Der Vorschlag des Centralkomitees wird einstimmig angenommen.

6. Bestimmung des Festprätidenten für das Jahresfest von 1893.

Auf Antrag der festgebenden Sektion St. Gallen wird einstimmig erwählt:

Herr Regierungsrat Dr. Ed. Scharr er in St. Gallen. Der Centralpräsident begrüßt mit ein paar herzlichen Worten den Gewählten, welcher seinerseits die Wahl verdankt.

7. Periodische Publikationen.

Herr Centralpräsident Baumgartner giebt einen historischen Überblick über die Genesis der Frage. Die Angelegenheit war für das neue Centralkomitee sehr schwierig. Schon die Frage des Umfangs ist bestritten, ebenso die, wie oft die neue Schöpfung erscheinen solle; nicht minder ist der Kostenpunkt zu berücksichtigen. Endlich das Schwierigste: Wie soll sich das neue Organ zu den bestehenden stellen? Wir dürfen auf keinen Fall dem schon Bestehenden Schaden zufügen. Das Centralkomitee hat sein möglichstes in der Frage gethan, von einer Pflichtversäumung kann keine Rede sein, aber seine Vorschläge konnten vor Anfang September nicht mitgeteilt werden, da bis dahin die Firma Schultheß in Zürich eine Publikation ihres Angebotes verweigerte. Sache der Delegiertenversammlung ist es nun, zwischen den beiden vorliegenden Propositionen zu wählen. Das Centralkomitee selbst will in der Sache keinen Antrag stellen. Es wäre zu begrüßen, wenn die Angelegenheit heute erledigt werden könnte.

Herr Dr. Walder begründet die in einem besondern Cirkular vorliegenden Anträge der Sektion Uto. Diese gehen auf Verschiebung der Angelegenheit und Überweisung an eine besondere Kommission. Heute sollen nur die Prinzipien festgesetzt werden. Die neue Zeitschrift hat die Aufgabe, den Kontakt zwischen den einzelnen Sektionen und Mitgliedern zu beleben. Man würde es in Zürich bedauern, wenn die touristischen Mitteilungen wegfielen. Ferner müßte man Gelegenheit haben, seine Meinung über die praktischen Ziele des S.A.C. ( Führerwesen, Clubhütten, Wegmarkierungen etc. ) in dem neuen Blatte niederzulegen. Daran würden sich anschließen: Berichte über Festanlässe, über Zusammenkünfte mit Nachbarsektionen n. dgl.; außerdem natürlich alle offiziellen Publikationen. Eine Schädigung des Jahrbuchs ist bei dieser Stoffver-teilung völlig ausgeschlossen. Der finanzielle Standpunkt ist ein günstiger. Denn es fallen die Kosten für Cirkulare weg, dann wird das Inseraten-wesen Erhebliches eintragen. Man möge doch begreifen, daß die Sektion Uto eine Verbindung mit der Alpenzeitung wünscht, deren weiteres Bestehen durch die Annahme des Angebotes Schmid-Francke unmöglich würde. An einer Verschiebung um ein volles Jahr hänge man nicht, man würde auch Überweisung an eine außerordentliche Delegiertenversammlung oder an das um einige Mitglieder erweiterte Centralkomitee beschließen können. Der Antrag der Sektion Uto lautet:

1 ) Auf die beiden vorliegenden Angebote der Firmen Schmid, Francke & Cie. und Fr. Schultheß wird vorderhand nicht eingetreten, sondern die Angelegenheit an eine Kommission gewiesen. Dieselbe soll bestehen aus einer Abordnung des Centralkomitees, den Redaktoren der bestehenden Zeitschriften ( Jahrbuch, Alpenzeitung, Echo des Alpes ) und eventuell aus einer Anzahl weiterer Mitglieder des S.A.C.

2 ) Die Frage soll nach folgenden Gesichtspunkten geprüft werden:

a. Die neuen Publikationen sollen nicht nur die offiziellen Mitteilungen jeder Art, sondern auch kleinere touristische Aufsätze, sowie Referate über alpine Fragen ( Führerwesen, Clubhütten, Wegmarkierung etc. ) enthalten.

b. Dieselben sollen womöglich durch Vereinbarung mit der „ Schweizer Alpenzeitung " und dem „ Echo des Alpes " geschaffen werden.

3 ) Die Kommission ist beauftragt, der nächsten Delegierten-Versamm-lung bestimmte Anträge vorzulegen.

Herr Dr. Dübi stellt den Standpunkt der Sektion Bern dar. Die Frage ist vor Jahren von der damaligen Redaktion des Jahrbuchs angeregt worden. Als Redaktor des Jahrbuches legt der Sprechende den Gedanken nahe, daß man ja recht vorsichtig sein soll; denn eine Scheidung des Stoffes ist sehr schwierig. Diese wäre bedeutend leichter, wenn das Angebot Schmid-Francke angenommen würde. Auch wäre bei Ausschluß von allem Touristischen für die Alpenzeitung keine Konkurrenz zu befürchten. Das neue Organ soll ein Anzeige-Blatt, Sprechsaal etc. sein und darf den Club nicht zu viel kosten. Eine Verschiebung um ein volles Jahr wäre nicht von Gutem, dagegen ist der Sprechende einverstanden mit dem Antrag der Sektion Uto, die Sache an eine Kommission zu weisen, welche sie aber dann sofort erledigen müßte und deren Aufgabe nicht durch so eng begrenzte Direktiven, wie der Antrag Uto es vorsieht, eingeschränkt werden dürfte. Er schlägt deshalb folgende Abänderungsanträge zum Antrag Uto vor:

1 ) wie Antrag Uto.

2Aufgabe dieser Kommission ist, das Programm der periodischen Publikationen festzustellen und gegenüber dem Gebiete der bisherigen Publikationen ( Jahrbuch, Echo des Alpes, Schweizerische Alpenzeitung ) abzugrenzen. "

3Die Kommission ist beauftragt, dieses Programm mit thunlichster Eile dem Centralkomitee vorzulegen und mit seiner Zustimmung die periodischen Publikationen ins Leben zu rufen, wenn möglich auf 1. Januar 1893. "

Herr Örtly-Jenny: Der Arbeit muß ein exklusiv-offizieller Anstrich gegeben werden. Die Sektion Tödi beantragt Verschiebung der ganzen Sache bis jedenfalls zur nächsten Delegiertenversammlung.

Herr John Syz wünscht dagegen keine Verschiebung, jedenfalls nicht eine solche bis übers Jahr.

Herr Pfarrer Egg stimmt Namens der Sektion Zofingen den Anträgen der Sektion Uto zu. Die neuen Publikationen denkt er sich als Beilagen zum „ Echo des Alpes " und zur „ Schweizerischen Alpenzeitung ", doch so, daß sie auch den Nichtabonnenten dieser Blätter zugestellt würden.

Herr Schmid ( Sektion Tessin ) hält es dagegen für besser, wenn das neue Organ völlig unabhängig von den bisherigen erscheinen würde. Auch er ist für möglichste Beschleunigung der Sache.

M. Alfred Pictet ( section Genevoise ) a tâché de savoir, avant de venir à cette assemblée, quelle était l' opinion des sections romandes sur cette question de la fondation d' un nouvel organe périodique du Club alpin suisse, qui l' intéresse particulièrement en sa qualité de rédacteur de l' Echo des Alpes. Il a correspondu à ce sujet avec le Comité central le printemps dernier. Il regrette un peu que le Comité central ne se soit pas adressé directement aux sections romandes pour connaître leur opinion, parce que cela aurait écarté de lui la responsabilité d' une absence d' ar avec ces sections. La section Diablerets a seule formulé, pour le cas où cet organe aurait eu son siège dans les sections romandes, quelques desiderata ( comme par ex. celui que le nouvel organe n' eût pas son siège dans le même endroit que l' Echo des Alpes ) qui lui ont paru fort justes et qu' il aurait voulu pouvoir discuter la veille avec les délégués romands. Il en donne lecture, mais l' opinion qui prévaut évidemment dans l' assemblée et qui est aussi la sienne et ailleurs, que le nouvel organe doit paraître dans les sections suisses-allemandes, empêche naturellement la prise en considération de ces desiderata. Il regrette aussi qu' on ait dit dans la circulaire du Comité central, où il est question du nouveau périodique, que cette idée n' avait pas trouvé d' écho dans les sections romandes. Elle en a trouvé au contraire beaucoup. Seulement, ces sections n' ont pas voulu que ce nouveau périodique risquât de se fusionner avec l' Echo des Alpes ou d' être la cause d' un changement quelconque dans l' organisation et le mode de paraître de celui-ci. Quant à lui, maintenant qu' il en connaît le plan, il est tout à fait sympathique à la nouvelle création qui répond à un besoin réel, si elle sait se maintenir en première ligne dans son caractère de moniteur officiel du S.A.C. Il espère que son apparition ne fera aucun tort, non seulement à l' Echo des Alpes, dont la position est assurée par les engagements des sections romandes, mais aussi à la Schweizer Alpen-Zeitung, qu' il apprécie fort et qui lui est souvent très utile par les informations qu' elle lui procure. L' introduction dans le nouveau journal d' une partie littéraire ( ou scientifique ) est une autre question qui doit être examinée attentivement. Il ne serait naturellement pas dans l' intérêt de l' Echo des Alpes que cette partie fût développée. Les travaux scientifiques resteront probablement réservés au Jahrbuch, car l' Echo a bien de la peine à développer cette branche. Le journal devant paraître dans les deux langues, M. P. recommande d' être soigneux dans le choix du traducteur en langue française. Lui-même ne peut avoir quoi que ce soit à faire avec ce journal pour la partie française, l' Echo prenant déjà tout son temps, mais, si on veut bien l' admettre à faire partie de la commission qui s' occupera de son organisation, il est tout à la disposition du Comité central.

Herr Sandoz verlangt Auskunft über einige Unklarheiten in der französischen Übersetzung des Cirkulars.

Herr Hoffmann-Merian. Die Sektion Basel hat die Sache den Delegierten überlassen, ihm scheinen die Anträge Dübi's die annehm-barsten. Die Kommission muß aber aus so wenig Köpfen als möglich bestehen.

Herr Schieß ( Sektion Basel ) wünscht von Herrn Dr. Dilbi Auskunft über die Art und Weise, wie er sich die Arbeit der Kommission denke.

Herr Dr. Dübi. Die Kommission soll die Sache durchberaten und dem Centralkomitee vorlegen, das freie Hand zur definitiven Entscheidung haben solle.

Herr Sartdoz beantragt Namens der Sektion Neuenburg, die Sache schon heute zu erledigen und die Propositionen der Firma Schmid, Francke & Cie. anzunehmen.

Herr Centralpräsident Baumgartner weist darauf hin, wie nah verwandt im Grunde die Anträge der Sektion Uto und des Herrn Dr. Dübi seien, und fordert die Antragsteller auf, sich auf einen gemeinschaftlichen Antrag zu vereinigen.

Herr Dr. Walder erklärt sich bereit die Anträge des Herrn Dr. Dübi anzunehmen unter der Bedingung, daß auch Alinea 2 des Vorschlages Uto mit aufgenommen werde, d.h. der Kommission ihre Aufgabe genau vorgezeichnet werde.

Herr Dr. Dübi hält dagegen an der ursprünglichen Form seines Antrages fest. Der Kommission soll keine Wegleitung gegeben werden.

In der Abstimmung wird zuerst eventuell der Antrag Dübi gegenüber dem Antrag der Sektion Uto mit 36 gegen 15 Stimmen, sodann ebenfalls eventuell der Antrag Dübi gegenüber dem Antrag der Sektion Tödi mit 38 gegen 9 Stimmen angenommen.

In der definitiven Abstimmung siegt sodann der Antrag Dübi mit 48 Stimmen über den Antrag der Sektion Neuenburg, der Ì0 Stimmen auf sich vereinigt.

Auf Antrag Wäbers wird hierauf der Beschluß gefaßt, daß die Kommission vom Centralkomitee zu ernennen sei.

8. Clubhütten am Plattje und Stockje.

Herr Centralpräsident Baumgartner berichtet über die Vorgeschichte der beiden Hütten, über die Schwierigkeiten, die sich in der Gemeinde Zermatt bildeten, namentlich im Betreff von Abtretung des Baugrundes und Bewirtschaftung der Hütten. Das Centralkomitee hatte die rechtliche Basis zu schaffen, ferner die technischen Grundlagen, die Auswahl des richtigen Platzes und endlich die finanzielle Seite zu erwägen.

Der erste Punkt hat anfangs viele Bedenken hervorgerufen. Unterstützt von Herrn Seiler hat das Centralkomitee Unterhandlungen mit der Gemeinde Zermatt eröffnet. Diese rückten anfangs sehr langsam vor und erst einer persönlichen Anwesenheit des Centralpräsidenten in Zermatt gelang es, einen Vertrag zu Stande zu bringen. Dieser Vertrag bietet alles, was überhaupt zu erreichen war. Was das Technische anbetrifft, so hat sich das Centralkomitee an Herrn J. Becker-Becker in Ennenda gewandt. Dieser hat es übernommen, die Pläne auszuarbeiten und zusammen mit Herrn Schießer die Baustellen zu inspizieren. Dies ist geschehen und der Inspektionsbericht der beiden Herren, sowie Herrn Beckers Plan zur Hütte am Plattje ( Betempshütte ) liegen vor. Die Ausgaben für die Betempshütte werden cirka 8000 Fr. betragen. Dazu ist aber das Legat des Herrn Bétemps von 3200 Fr. vorhanden. Die Sektion Monte Rosa gibt etwa 500 Fr., die Regierung von Wallis wird auch etwas leisten. Es ist also mit dem verhältnismäßig kleinen Opfer von cirk 4000 Fr. am Monte Rosa eine gute solide Hütte zu erstellen. Da zudem ein ausnehmend günstiger Platz vorhanden ist, beantragt das Centralkomitee die Erstellung der Hütte sofort in Angriff zu nehmen.

Was dagegen die Stockjehütte anbelangt, so ist bis jetzt noch keine Baustelle gefunden, welche absolute Sicherheit böte. Das Centralkomitee stellt es deshalb der Versammlung anheim, ob sie schon jetzt den Bau der Hütte beschließen oder die Sache noch um ein Jahr verschieben wolle.

Herr Dr. Seiler, Zermatt: Es liegt im Interesse des Clubs, wenn auf dem Plattje am Monte Rosa eine stattliche Hütte errichtet wird, zumal da wir hinter Italien nicht zurückbleiben dürfen. Die Hütte wird eine der besuchtesten der ganzen Alpen werden. Die Hütte am Stockje wird weniger gebraucht werden, doch ist auch sie ein wichtiger Ausgangspunkt. Auch hier ist aber auf alle Fälle eine gute Hütte von nöten.

Herr Frick ( Sektion Uto ) fragt, ob nicht ein Beitrag der Hoteliers in Zermatt erhältlich wäre, ferner ob nicht Erstellung der Hütten im Wallis möglich sei, da der devisierte Preis etwas hoch scheine. Die Sektion Uto hat bei Gelegenheit dieser Beratung die letzten Publikationen des S.A.C. besprochen und dabei die Bemerkung gemacht, daß die Festschrift punkto Druck, Heften etc. viel zu wünschen übrig ließ und daß die „ Schrift Becker " inhaltlich einen zu einseitigen Standpunkt vertrete.

Herr Centralpräsident Baumgartner giebt einige Aufschlüsse: Herr Seiler hilft nach Kräften mit. Von einer Erstellung der Hütten im Wallis hat man von Anfang an abgesehen, da man nur das Beste wollte und sich deshalb gleich an Herrn Becker wandte.

Herr Hoffmann-Merian berichtet, wie seiner Zeit die Sektion Basel die Stockjehütte renovierte. Damals kostete es höchstens 4000 Fr. Die neue Berechnung betrage cirka 5000 Fr. mehr; denn so hoch werde die Sache schließlich kommen. Transport von Material und Arbeitern von Glarus her verteuern alles unnötig. Ein Antrag wird nicht gestellt, aber der Sprechende richtet die Bitte an das Centralkomitee, unnütze Ausgaben zu vermeiden.

Herr Bernoud ( Sektion Genf ) will sich der Erstellung solcher Hütten nicht widersetzen, nur dürfen es keine Luxusbauten werden.

Herr J. Becker-Becker rechtfertigt die von ihm aufgestellten Pläne. Was die Beschaffung des Holzes in Glarus betrifft, so ist daran zu er- innern, daß sich dasselbe zu Hüttenbauten besser eignet als das Walliser und vor allem, daß ja eine Imprägnierung des Holzes nur in der Fabrik von Linthal möglich ist. Eine schlechte Hütte zu bauen, darauf würde der Sprechende nie eingehen.

Herr Schießer ( Sektion Tödi ): Bauen wir etwas Rechtes, etwas Solides. Jetzt ist es an der Zeit, die gemachten Erfahrungen zu verwerten.

Herr Centralpräsident Baumgartner verspricht, daß das Centralkomitee sein möglichstes thun werde, um ökonomisch zu sein.

In der darauf folgenden Abstimmung wird die Erstellung der Betempshütte nach Antrag des Centralkomitees mit 5 gegen 3 Stimmen beschlossen.

Herr Répond spricht im Namen der Sektion Moléson, welche die Aufsicht über die Stockjehütte übernehmen will. Sie wird das nur thun, wenn die Hütte groß und gut gebaut und durch einen ständigen Hüttenwart bewohnt wird. Es ist zu bedenken, daß man zum erstenmal dem Centralkomitee eine Hütte zu erstellen aufgiebt. Soll man da knauserig sein und nicht vielmehr das nötige Geld gern abgeben? Die Delegierten Becker und Schießer verdienen Dank für die gewissenhafte Erfüllung ihrer Aufgabe.

Herr Dr. Seiler teilt mit, daß die Gemeinde Zermatt die Bewirtschaftung der Hütte schon gestatten werde.

Es wird hierauf beschlossen, die definitive Beschlußfassung über den Bau der Stockjehütte nochmals zu verschieben und inzwischen eine nochmalige Untersuchung des Platzes vorzunehmen.

9.Erhöhung des Beitrages an Führerkurse.

Herr Centralpräsident Baumgartner begründet den im Cirkular vorliegenden Antrag des Centralkomitees, welchem von der Sektion Tödi folgender Abänderungsantrag gegenüber gestellt wird:

Die Centralkasse leistet, wenn obigen Bedingungen entsprochen ist, einen Beitrag von Fr. iO—Ì5 für jeden Führer oder zum Führer ernannten Aspiranten, der am Kurse teilnimmt. Der Beitrag soll indessen Fr. 500 im, Maximum nicht übersteigen.

Herr Dr. Setier beantragt, die Worte „ zu Führern ernannten Aspiranten " zu ersetzen durch „ Führer-Aspiranten ".

Dieser Antrag wird jedoch verworfen.

Hierauf wird der Antrag der Sektion Tödi mit großem Mehr gegenüber dem Antrag des Centralkomitees angenommen.

10.Eintragung des S.A.C. ins Handelsregister.

Herr Dr. Michel, Vizepräsident, begründet den Antrag des Centralkomitees. Der S.A.C. ist ein Verein mit idealen Zwecken. Zur Erwerbung der juristischen Persönlichkeit muß ein solcher im Handelsregister Chronik.43$ eingetragen sein, dazu ist nötig, daß in den Statuten Sitz und Stellvertretung angegeben werde. Das Centralkomitee beantragt deshalb folgende Zusätze zu den Statuten:

1 ) Zu 1: Sitz des S.A.C. ist Bern.

2 ) Zu 9:

Das Centralkomitee vertritt den S.A.C. im Verkehr mit dritten Personen und vor Gericht. Zur Zeichnung namens des S.A.C. sind die Unterschriften des Präsidenten und des Sekretärs, beziehungsweise deren Stellvertreter, erforderlich.

Der Erwerb der juristischen Persönlichkeit und damit der selbständigen Vermögensfähigkeit ist für den S.A.C. sehr zu wünschen.

Herr Hoffmann-Merian benützt die Gelegenheit, um den eingerissenen Übelstand zu rügen, daß man so oft den „ Schweizer Alpenclub " mit der falschen Benennung „ Schweizerischer Alpenclub " bezeichne.

Herr Betschart ( Sektion Mythen ) beantragt, unterstützt von Herrn Syz ( Sektion Uto ), folgende Fassung von 1:

Der Sitz des S.A.C. ist im Hauptort des Kantons, in dem das jeweilige Centralkomitee seinen Sitz hat.

Herr Dr. Scherrer ( St. Gallen ) bekämpft letzteren Antrag, da ein sicherer Gerichtsstand absolut nötig sei. Er wird hierin von Herrn Zurbuchen unterstützt.

In der Abstimmung über 1 wird der Antrag des Centralkomitees gegenüber dem Antrag des Herrn Betschart mit 42 gegen Ì2 Stimmen gut geheißen und hierauf der ganze Antrag des Cmtralkomitées einstimmig angenommen.

11. Referat des Herrn Nationalrat Zurbuchen ( Sektion Ober-land/ über eine eventuelle Bundesinitiative zum Schutz der Naturschönheiten des Schweizerlandes.

Nach einer einläßlichen gediegenen Erörterung über die Materie kommt der Sprechende zu folgenden Thesen:

1 ) Es ist eine nationale Pflicht, für die Integrität der Naturschönlieiten des Landes einzustehen.

2 ) Es ist deshalb zu begrüßen, daß das Centralkomitee die vorwürfige Frage vor das Forum des S.A.C. gebracht hat.

3 ) Die Prüfung derselben führt zum Kesultat, daß aus den zur Zeit geltenden Staatsverfassungen und Gesetzen genügender Schutz gegen Verunstaltung und Vernichtung von Naturschönheiten sich nicht ableiten läßt.

4 ) Zum wirksamen Schutz für Erhaltung derselben sollte eine sachbezügliche, grundlegende Bestimmung in die Bundesverfassung aufgenommen werden.

5 ) Dieses kann bewerkstelligt werden:

a. Auf dem Wege der Motionsstellung in der Bundesversammlung.

b. Durch das Mittel der Volksinitiative.

c. Durch beides vereint.

6Der S.A.C. ( allfällig in Verbindung mit den Verkehrs-, Ver-schonerungs- und Gemeinnützigen Vereinen in der Schweiz ) ist das geeignete Organ, die schwebende Frage an Hand zu nehmen und zum gewünschten Ziele zu führen.

Herr Centralpräsident Baumgartner verdankt das ausgezeichnete Referat aufs wärmste.

Es wird beschlossen, Herrn Nationalral Zurbuchen zu ersuchen, die Motion in der Bundesversammlung zu stellen. Das Centralkomitee verspricht, es solle die Frage der Initiative weiter geprüft, aber aucit nichts ohne vorhergehende Einvernahme der Sektionen und ihrer Ansichten vorgekehrt werden.

12. Die übrigen Traktanden, nämlich:

1 Motion der Sektionen Roßberg und Zofingen, betreffend Schutz des Edelweiß.

2Die Motion der Sektion Wildhorn, betreffend Verbot des rauchlosen Pulvers bei der Gemsjagd.

3 Motion der Sektion Mythen betreff möglichst vollständige Zustellung der Litteratur der auswärtigen Alpenvereine an die Sektionsbibliotheken.

4 Motion der Sektion Mythen betreff Anhandnahme von Maßregeln zur Verhinderung einer mißbräuchlichen Benutzung des Namens S.A.C. von seiten fremder Firmen, werden wegen vorgerückter Zeit nicht mehr behandelt, sondern dem Centralkomitee zu Bericht und Antrag an die nächste Delegiertenversammlung überwiesen.

Schluß der Sitzung 4 Uhr.

Im Namen des Centralkomitee des S. A. 0,,

Der Präsident: H.i Baumgartner, Pfarrer.

Der Sekretär: Â. Züricher.

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