Steigeisen System Wanner

Alpinisten, welche gewohnt sind, auf ihren Touren Steigeisen zu gebrauchen, und Alle, welche ein Interesse an dieser Frage nehmen, erlaubt sich der Unterzeichnete auf ein seit mehreren Jahren besonders bei Genfer-, aber auch bei deutsch - schweizerischen und einigen englischen Clubisten in Gebrauch stehendes, noch wenig bekanntes System aufmerksam zu machen.

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Die Vortheile dieses Systems sind folgende:

1. Sehr schnelles Anlegen und Entfernen der Eisen, auch an Stellen mit beschränktem Spielraum. ( Dieselben werden in den hinten am Absatz des Schuhes festangebrachten flachen„Ring"ein gehängt, nach vorn umgekippt, an die Sohle angedrückt und hernach der Riemen, der das Eisen vorn am Fuß festhält, über dem Schuh zusammengezogen. Erforderliche Zeit zum Anbringen der Eisen ungefähr 1 bis la Minuten. )

2. Dieselben sind sehr leicht, Gewicht je nach Größe circa ½ kg. das Paar, Riemen inbegriffen.

3. Sie sind viel bequemer einzupacken, als die Steigeisen österreichischer Systeme.

Was dieselben hauptsächlich von letzteren unterscheidet, ist, daß sie kein Gelenk haben, währenddem die besseren österreichischen Steigeisen mit ein bis zwei Gelenken versehen sind. Ich habe zu verschiedenen Malen beide Systeme gebraucht, und stimme in den Grenzen meiner allerdings nicht sehr langen Erfahrung den Genfer Kollegen bei, wenn sie ein solches Gelenk nicht als nothwendig erachten und dasselbe nie vermißt haben. Ist es ja doch bei einem guten Bergschuh eine Hauptsache, daß die Stelle zwischen Absatz und Vordersohle recht fest und unbiegsam sei, und eine Nothwendigkeit beim Gebrauch von Steigeisen, mit dem ganzen Fuß aufzutreten. Wozu dann noch ein Gelenk an diesen, übrigens in ganz geringem Maße federnden Eisen? Die Herren Wanner frères, Terrassière, Genf, verfertigen diese Steigeisen in vorzüglicher Qualität zum Preise von circa Fr. 14 das Paar; behufs Anpassen ist es angezeigt, beide Bergschuhe, wenn möglich neu genagelt, einzusenden. Der kleine, hinten am Absatz mit Schrauben befestigte flache „ King " ist in keiner Weise hinderlich, und es lassen sich die Zacken der Steigeisen, je nach individuellen Wünschen, in einer Spitze, statt in einer Schneide, auslaufend herstellen und auch anders vertheilen oder vermehren.

Was den Gebrauch von Steigeisen im Allgemeinen anbelangt, so ist es außer Frage, daß dieselben in zahlreichen Fällen ( auf aperem, geneigtem Eise, steilen, hart gefrornen Schneehalden, beim Stehen in Eisstufen — wobei die Sicherheit wesentlich erhöht wird und viel kleinere Stufen gehauen werden können, als es sonst nöthig gewesen wäre — im Winter auf gefrornen Grashalden u. s. f. ) von großem Nutzen sind. Nachdem mein Bruder und ich solche nun während zwei bis drei Jahren gebraucht haben, möchten wir sie nicht mehr missen, und nehmen solche bei Hochtouren mit, sobald Aussicht ist, dieselben gebrauchen zu können, und es mit dem sonstigen Umfang und Gewicht unseres Gepäckes vereinbar ist.

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