Charles Gos : Près des névés et des glaciers

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Ouvrage illustré de douze dessins à la plume par Albert Gos. Préface de Guido Hey. Paris, Librairie Fischbacher, 1912. Prix 3 wa.

Das ist ein außerordentlich liebenswürdiges Buch eines jungen Alpinisten und angehenden alpinen Schriftstellers, der sich Javelle zum Muster genommen hat. Dies ist ein hoher Ehrgeiz und ein rühmliches Ziel, das freilich nur durch fortgesetzte Arbeit und ernsteste Selbstprüfung in allem, was man tut und schreibt, zu erreichen sein wird. Aber Charles Gos scheint mit seinem warmen Herzen und seinem feinen Gefühl für Natur- und Kunstschönheit auf dem rechten Wege, wenn er etwas vermeidet, nämlich in kleinen Novelletten den sentimentalen Zug ins Unwahre zu steigern. Dieser Gefahr scheint er mir in einigen der als „ Récits " bezeichneten kleinen Skizzen nicht entgangen zu sein; deswegen diese wohlmeinende Warnung. Die in dieser Sammlung vereinigten „ Eindrücke " sind zum Teil in der „ Gazette de Lausanne ", im „ Eclair ", im „ Echo des Alpes " und in der „ Montagne " erschienen. Nicht alle haben ihre Heimat „ bei den Firnen und den Gletschern ". Denn man wüßte in der Tat nicht, was ein „ Sämann " dort zu suchen hätte. Und auch das von dem Verfasser Tryptique ( sic! einem Pariser Korrektor hätte dieser Schnitzer nicht durchlaufen sollen ) genannte mystische Dreigespräch zwischen dem Abend, der Arbeit und dem Schweigen hat wenig Beziehung zum Gebirge. Auch sonst streift die Beimengung musikalischer und malerischer Elemente zu den poetischen — die Familie Gos ist, wie man weiß, in allen drei Richtungen begabt und tätig —, die sich in Titeln wie Hymne à la montagne, Lumière, Adagio doloroso, Aube und der gezierten Sprache in den so bezeichneten Stücken äußert, ans Barocke. Auch diese etwas spielerische Neigung sollte an der Richtschnur Javellescher Geistesklarheit und Stilreinheit gebändigt und gelenkt werden, bevor sie ausartet. Andere Stücke aber, die sich auf das einfache Leben einfacher Leute auf dem Land und auf der Alpe beziehen, sind von echter Frische und darum wohltuend. Blasiert ist jedenfalls unser Schriftsteller nicht und seine Liebe zu den Bergen ist aufrichtig. Hier findet er auch seine besten Töne in dem das Buch eröffnenden „ In Memoriam " an Javelle, in den „ Lettres de Zermatt ", die zu den „ Impressions " gehören, in dem Croquis: „ Deux vieux Guides ", in vier der „ Haute Montagne " angehörenden Skizzen: Dans la brume, les chamois, un bivouac, le Cervin de Zmutt, und ganz besonders in den Profils de Grimpeurs genannten biographischen Skizzen von Henriette d' Angeville, dem Abbé Amé Gorret und Edward Whymper. Den Schluß macht eine erstmals am 14. Januar 1907 in der „ Gazette de Lausanne " abgedruckte Diatribe gegen die projektierte Matterhornbahn, den Ascenseur au Cervin. Diese, wie überhaupt die Schwärmerei für diesen Gipfel, dem auch mehrere der hübschen Federzeichnungen von Albert Gos, dem Bruder des Verfassers, dienen, haben Charles Gos die Zuneigung von Guido Rey eingetragen. Und auch wir können uns, wenn auch mit der Zurückhaltung unseres kritischeren Alters, der warmen Empfehlung, die Rey dem Buche seines jungen Freundes auf den Weg mitgibt, anschließen.

Redaktion.

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