Das Bauernhaus der Schweizeralpen

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Mit 8 Bildern.Von WMly Höhn.

Obwohl die Alpen eine « geringfügige Unterbrechung der kugelförmigen Erdgestalt sind, wenn sie mit dem Ganzen der Erde verglichen werden », so verändern sie die Lebensbedingungen bestimmend und ziehen der Besiedelung unüberwindliche Grenzen. Auf dem Raum von fünf Breitengraden werden durch die vertikale Erhebung die Lebens- und Wirtschaftsformen zusammengedrängt, die sich in der Ebene vom 40.80. Breitengrad erstrecken. Die Siedlungsfeindlichkeit der Alpen wird durch die grossartige Durchtalung gemildert. Die Täler legen Bresche an Bresche in das Bollwerk des Hochgebirges. Mit ihren grünen Matten und freundlichen Behausungen sind sie die Oasen der unwohnlichen Fels- und Eiswelt.

I. Bodengestalt und Wirtschaftsweise.

Der natürlichen mediterranen Alpenabgrenzung im Süden entspricht eine klare Scheidung des alpinen Bauernhauses von demjenigen Oberitaliens; der flachen Abdachung im Norden und den Übergängen in der Längenausdehnung eine enge Verwandtschaft mit dem der angrenzenden Gebiete. Die einzelnen Elemente der Oberflächenformen — Berg, Tal, Gehänge und Ebene — eignen sich verschieden zur Haus- und Dorfanlage. Sekundär beeinflusst die Bodengestalt das Bauernhaus wiederum durch das Wirtschaftssystem.

Mannigfache Schwierigkeiten stellt das Gehänge seiner Bearbeitung und Nutzung entgegen. Auf den Schultern muss das Heu vom Älpler eingetragen werden; die Hocheinfahrt und die Tenne werden durch den Weidebetrieb bei der Bergscheune entbehrlich. Die etappenweise Wanderung des Sennen mit seinem Vieh über Maien-, Mittel- und Obersäss oder Unter-, Mittel- und Oberstaffel, in Übereinstimmung mit der Jahreszeit, und wieder zurück, vermeidet die beschwerlichen und gefahrvollen Zu- und Abtransporte von Futter und Dünger zu den hoch gelegenen Gütern.

Die verschiedene Bodengestalt und unterschiedliche Höhenlage der Täler wandeln das alpine Nomadentum des Bergbauern vielfältig ab. Das Hochtal von Davos wird im Mai erst schneefrei; die Maiensäss kommt deshalb hier nicht vor. Ausnahmsweise sind Sommerdörfer unter hoch placierten Winterdörfern gelegen, so Aurigeno unter Dunzio bei Locarno, Soussillon und Niouc unter Chandillon.

Ob diesem vertikalen wirtschaftlichen Einzugsgebiet sind viele Täler verhältnismässig dicht besiedelt, und es liegen die Dörfer im Haupttal auf engem Räume beisammen ( Prätigau, Oberhalbstein ). Hält kein Gewerbe Arbeitskräfte auf dem Talgut zurück, so wandert die ganze Familie oder Bevölkerung mit Haustieren und Fahrhabe hinauf unter die Bergkämme und hinein in die Seitentäler, so weit es grünt. Die mehrfache Erstellung der « Gemächer » oder « Tieyen », wie sie der Walser nennt, zwingt zu grösster Bescheidung des einzelnen Gebäudes. So spiegeln die periodisch bewohnten Siedelungen Maiensäss, Sommer- und Vorwinterdorf das Bild des Taldorfes wider, ins Kleine und Primitive übersetzt. Gemeinsame Erstellung mit den Nachbarn und späteres Nacheinanderwohnen im hochgelegenen « Hüschi » des Schanfiggers, im Rebhäuschen des Anniviarden um Siders verringern die finanzielle Belastung des Einzelnen.

In der Besiedelung des Alpenvorlandes und einiger Talschaften der Hochalpen nach dem System des Einzelhofes liegt « ein von der Not diktiertes Vordringen des Menschen in rauhere, kulturerschwerende Gebiete zugrunde ». Drängt die Höhenentwicklung zur Anlage der Gaden und Behausungen in verschiedenen Stufen, so wird dem von Tobein, Gräben und Rufen gerippe-ähnlich durchfurchten Gelände der Hof in Streusiedlung gerecht. Inmitten seines Grundstückes gelegen, sind vom sporadisch placierten Hof nur kurze Arbeitswege erforderlich. Er wird im Schütze des Waldes an gut besonnte Orte gestellt, die seit Menschengedenken als gesichert gelten können. Lawine und Murgänge fegen Steg und Weg fort; das Haus jedoch ist gesichert auf hohem Bord. Über der Baumgrenze, an des Waldschutzes entblössten Hängen ist der Zusammenschluss der Gehöfte zum Weiler am einzigen Strässchen unverkennbar.

Das Tal ist seinen Bewohnern die Welt. Die Bergkämme ziehen enge Grenzen. Der jenseitige Berghang steigt wie eine Wand vom Talbach zu den Höhen auf. Das Wasser hat mit tiefen Rinnen das Gehänge vertikal aufgeteilt. Der Talboden, die ausgezackten Lichtungen des Waldes, die baumlosen Weiden sind bis unter die Schutthalden durch die baumschwarzen Würfel von Heustadel oder Barge, Stall und einfachem Wohngemach belebt. Auf abschüssige Bodenrippen gestellt, mit hohem talseitigen und bergseitig in der Halde versinkenden Giebel ordnet sich das Gebirgshaus in den urwüchsigen Talraum ein. Die Firste sind den Wasserzügen gleich gerichtet, und dem bewegten Verlauf der Gewässer so folgend, richtet sich der Hauskörper nach der betonten Gliederung der grossartigen Natur.

Der eigenwillige sporadische Einhof charakterisiert den landwirtschaftlichen Eigen- oder Privatbesitz. So entspricht der grossen Gebäudezahl auf den Alpen in Ausser- und Innerrhoden die Einzelalpung. « Die grossen Alpen sind in Alprechte ( Hüttenrechte ) gegliedert, deren jedes einen selbständigen Betrieb aufweist, nur die Weide ist gemeinsam und weist daher keine Binnen-hagung auf. » Eine grossartige Hüttenstadt ist auf dem Urnerboden ( Allmend ), wo 250 einstöckige Hütten in 16 Gruppen auf ca. 6,25 km Entfernung einzeln bewirtschaftet werden. Der genossenschaftliche Betrieb erweist sich aus naheliegenden Gründen ökonomischer, und es hat sich deshalb die überlieferte Markgenossenschaft als kollektive Wirtschaft in den Alpen stärker durchsetzen und behaupten können als in der Ebene. Wenige grosse Stallungen kennzeichnen diese Alpen, in denen nur primitive Schlafstätten für die Angestellten vorhanden sind.

In den breiten Alpenlängstälern, dem Rhone-, oberen Inn-, dem Vorderrheintal sowie im Tessin sind die Gehöfte wie im Mittelland zum Dorf vereint.

Lage und Boden sind im Unterengadin dem Ackerbau günstig, der Ackerbau mit seiner intensiven Bodenbearbeitung verknüpft den Bauern enger mit seinem Boden als den mit dem Vieh Wirtschaftenden; der Ackerbau macht sesshaft. In alter Zeit hatte die Siedlung im Dorfe besonders gewichtige Vorteile und wurde während Jahrhunderten durch eine entwickelte Gemeindegesetzgebung ( Flurzwang, Dreizelgensystem ) aufrechterhalten.

Im Acker- und Weinbaugebiet liegt die Dorfflur ursprünglich frei von Häusern. Werden die baumlosen Matten des Hochtales von Davos, noch im Gebiet der Streusiedlung gelegen, vom Einzelhof anmutig belebt, so erscheint hingegen das breite Tal jenseits des Bergkammes, das Engadin, verlassen. Der Bauer wohnt im Dorfe und hat weite Wege zu seinem Feld zurückzulegen, er führt das Heu gleich bei der Ernte zum « Platz ». Über die Niederung des Talbodens erhöht, auf kulturfähigen Schwemmkegeln und auf Terrassen, die der Sonne zugewandt sind, findet man in den südlichen Talschaften der Alpen das vom häuserfreien Feld umgebene Dorf.

II. Klima.

Dank seiner gut ausgebauten Behausung vermag sich der Mensch der Unbill des Klimas zu entziehen und in unwirtlichen Bergzonen dem harten und langen Winter zu trotzen. Um hinreichend zu schützen, muss das Haus-ganze extrem starken Naturgewalten standhalten können. Die Hauskonstruk-tion vor allem wird ausser der Raumanlage entscheidend beeinflusst. Vom Klima ist auch das Vorhandensein des organischen Baumaterials, des Holzes, abhängig, wodurch eine weitere sekundäre Beinflussung eintritt.

Im Bergwinter werden die durch die Bodenerhebung veränderten Klimafaktoren besonders gut ersichtlich. Die Temperaturabnahme und die Zunahme des Niederschlages mit der Höhe wird am grossen Schneefall und an der mächtigen und lange lagernden Schneedecke offenbar.

Das « läge » Dach ist bezeichnend für die Physiognomik des alpinen Hauses. Das Abgleiten des Schnees vom Dache würde die Personen gefährden, einen hinderlichen Schneewall um das Haus aufschütten und die Dachdeckung beschädigen. Eine geringe Dachneigung aber von ca. 25°, die rauhe Schindeldeckung mit Querlattung und Steinbeschwerung verhindern das lawinen-gleiche Abrutschen des Schnees vollends.

Dieses Satteldach mit seinem im Vergleich zum Hausdach des Mittellandes geringen Gefälle lässt den Hauskörper dominieren. Ausserdem wird es durch seine einfache Dachkonstruktion, als binderloses reines Pfetten-dach, zum « Wandhaus ». Noch sind bei einfachen Hütten die Brettschindeln direkt auf die Pfetten ( ohne Sparren und Schalung ) gelegt.

Bei unveränderten alten Bauten sitzt das Satteldach lose auf dem Wohngeschoss, wodurch ein offener Dachraum entsteht, der besonders beim Massiv-hause auffällig ist. Gladbach veröffentlicht ein Engadinerhaus aus Bergün mit offenem Bundwerk, ähnlich dem oberdeutschen Bauernhause. Bei verschalten oder gemauerten Giebelfeldern sind die Lucken etwa rauchgeschwärzt. Diese Dachraumöffnungen haben jedoch ihre Berechtigung auch dann, wenn im Hause das Kamin vorhanden ist, wird doch durch die intensive Unterlüftung einem vorzeitigen Abschmelzen des aufliegenden Schnees bei geheiztem Hause begegnet und das Schwitzwasser der Dachdeckung aufgetrocknet. Der Schnee schützt auf diesem « Kaltdache » wie eine Isolation die Räume des Hauses vor der Auskühlung und hindert das Verwittern der Dachdeckung. So bleibt er gleich lange wie in der Natur auf dem Boden auch auf dem Dache liegen. Schattseitige Dachflächen oder schattig gelegene Dächer erweisen sich dauerhafter als sonnig gelegene, die dem Wechsel des Gefrierens und Auftauens unterworfen sind. Das beträchtliche Schneegewicht ist beim Blockbau für den Fugenschluss erwünscht.

Bei diesem überlieferten Kaltdach ist der Dachraum unbewohnt. Die Dachfläche wird von keinen Ausbauten durchbrochen und ist ohne Kehle und Leistbruch der Garant dafür, bei Stürmen dicht zu schliessen.

Die Räume des Bergbauernhauses sind niedrig; Türen und Fenster sind klein. Aussen- und Innentüren von nur 1,50 m lichter Durchgangshöhe sind gut zu durchschreiten, weil die Türschwellen bis 0,30 m hoch sind. Im Sapün werden grosse Kammern von einem einzigen Fenster, durch das man kaum den Kopf zwängen kann, erhellt. Ist das Reihenfenster beim Bauernhaus der Voralpen, besonders im Appenzell, vorzufinden, so hat das Haus-gewerbe des Berner Oberlandes einer bessern Erhellung gerufen und dem Reihenfenster Eingang verschafft. Eine geringere Fensterfläche ist für das Wohnhaus in den Bergen angebracht, fällt doch ( nach Götz, Arosa ) während eines klaren Wintertages dieselbe Lichtmenge ein wie im Hochsommer, trotz der verschiedenen Tagesdauer, und es ist die Abkühlung eine grössere geworden.

Die Temperaturdifferenzen zwischen der besonnten und schattigen Seite eines Hauses in den Alpen sind beträchtliche und betragen zuweilen über 30°. Deshalb befindet sich die Haustüre auf der Sonnenseite; führt sie doch oft in die Küche, und es weist die der Sonne abgewandte Hausseite wenig Fenster auf.

An Halden in südlicher Ausstellung ist lokal und vorübergehend tropische Strahlung möglich. Des Nachts vermag der kalte Bergwind abzufliessen, weshalb eine südliche Hanglage von altersher zur Siedlung bevorzugt wird. Die dünne Luft bewirkt gleich einer fehlenden Schutzhülle eine beträchtliche Ausstrahlung und Abkühlung des Bodens; daher rührt die Verschiedenheit der Vegetation in Nord- und Südlage.

Die starke Sonnenstrahlung in den Bergen bewirkt beim Holzhause jene schwarze Patina, die als natürliche « Ankohlung » das Holz vorzüglich konserviert. Das intensive Licht verleiht auch dem nicht unmittelbar von den Sonnenstrahlen getroffenen Holze eine warme Tönung.

Im kurzen Bergsommer reifen die Feldfrüchte und das Getreide kaum aus. Auf Heinzen ( Heinzenberg ) wird das Heu der Bodenfeuchtigkeit entzogen und luftgetrocknet; an den grossen Histen des Bündner Oberlandes und in der Leventina ist das Getreide vor dem vermehrten Niederschlag der Alpen unter eigenen Dächern geschützt. Die Laube und die Loggia am Hause dienen gleichen Zwecken und nützen ausser den vorgenannten Klimafaktoren die Wärmestrahlung der Wand. Das Haus im Tessin ist auf seiner Südseite und die Gebirgsscheune etwa allseitig ganz von Trockengestellen umzogen. Sichert in einfacher Ausbildung ein Holm die Laube, so wird dieses wichtige Bauglied des alpinen Bauernhauses durch eine reiche, zierliche Brüstung besonders im Berner Oberland betont. Von der an der Wand aufsteigenden Sonnenwärme werden in Malans und Fideris Früchte im Giebel auf waagrecht ausschiebbaren Brettern getrocknet. In Zug trifft man Klebdächer zum gleichen Zweck gerichtet.

In Graubünden und im Wallis sind die Holzwände von einem schmalen Dachüberstand geschützt. Selbst bei den sehr hohen Häusern des Eringertales ist der Giebelvorsprung viel geringer als im Berner Oberland. Die gesteigerte Verdunstung verhindert bei den dem Regen ausgesetzten Holzteilen ein Faulen, so dass die Schindeldächer lange halten.

Die ausstrahlende Hauswand verursacht in dem umgebenden Schnee auf ihrer Sonnenseite apere Gruben, welche in altem Schnee eine Breite von 50 bis 120 cm erreichen können. Arbeitet der Wind auf der Schattenseite eine erosive Hohlkehle heraus, so entsteht bei den einsamsten Hütten ein schneefreier Umgang. Die mechanische Wirkung des Windes wird mit der Höhe stärker, so dass die Untersicht grosser Dachvorsprünge durch aneinander gelegte Sparren oder Verschalung gesichert wird.

Die Ansiedelungen können dem Schattenwurf der Berge im engen Tal nicht ausweichen, suchen jedoch innerhalb der gegebenen Verhältnisse die sonnenlosen Wochen und Monate durch die Wahl des Standortes abzukürzen. Sprechende Benennungen der Kulturlandschaft weisen auf ihre Lage und Exposition hin. Angesichts des kleinen Bergbauernhauses ermisst man die Bedeutung der Sonnenwende nach dem langen Winter für unsere Vorfahren, welche ihnen den Anbruch der Zeit verhiess, in der sie einen guten Teil ihrer Tätigkeit aus der Enge des Hauses ins Freie verlegen konnten.

III. Holz- und Steinbau, Ein- und Vielzweckhaus.

Das Haus des Engadins und des Tessins ist ein Steinbau; das Gotthardhaus ist zur Hälfte in Holz und Stein erstellt. Das Landenhaus, im Voralpengebiet vom Boden- bis Genfersee, im Berner Oberland und im Prätigau verbreitet, ist ein Holzhaus, als Block- oder Ständerbau konstruiert. Das Vorkommen guter lagerhafter Bruchsteine oder geradschäftiger starker Hölzer war die Veranlassung zum Bauen in Holz oder Stein. Die Fachwerkwand ist in den Alpen nicht geeignet und kommt hier nicht vor. Beim Engadinerhaus ist im Gegensatz zum Landenhaus Wohnteil, Stall und Scheune unter einer First vereint. Dieses Bauernhaus im kompakt gesammelten Engadiner-dorfe ist folgerichtig auch ein Vielzweckhaus.

Entsprechend ist die sporadische Siedlung in den nördlichen Talschaften Bündens zum Paarhof, im Wallis zum Vielhof ( Wohnhaus, Scheune, Speicher, Backhaus ) aufgeteilt worden. Zwingende Umstände müssen zu diesen in Erstellung und Unterhalt kostspieligeren Einzweckbauten, die auf 2000 m über der Baumgrenze liegen und heute noch in der überlieferten Weise erstellt werden, die Veranlassung sein. Holzhäuser kommen im Mittelland als grosse Vielzweckbauten ( Berner Dreisässenhaus ) vor, ihre grosse Brennbarkeit ist in den vom Föhn bestrichenen Gebieten ( Walliser Dorfbrände ) mit ein Grund zur Gehöftbildung. Bei Bedrohung durch Lawinen, Wildbäche, Stürme und Erdschlipfe ist es beim Einzweckbau wahrscheinlich, dass einzelne Gebäude verschont bleiben. In der charakteristischen Vervielfachung des Wohnhauses, horizontal im Prätigau und vertikal im Wallis, wird die Ausbau-möglichkeit des Einzweckhauses ausgeschöpft und in der Nutzung von Haus und Stall durch verschiedene Geschlechter der Aufwand für den einzelnen verringert.

Die Entscheidung darüber, ob Ein- oder Vielzweckbau die entwickeltere Hausform darstellt, dürfte schwer zu entscheiden sein. Wohntechnisch ist der reine Wohnbau der Westalpen, mit allseitig belichtbaren und von der Stallung nicht beeinträchtigten Wohnräumen höher zu werten; beim grösseren Vielzweckbau der Ostalpen erkennt man hingegen eine entwickelte Konstruktion in den gewölbten Räumen und in den weitgespannten Dach-gebinden.

IV. Die Haustypen.

Am Hauskubus des Engadinerhausesgelangt der Steinbau zur vollen Geltung. Bucklige, gewölbte Wände verraten das Gefüge der Massivwand. Tiefe Fensterleibungen und nach oben mit Anzug gemauerte Hausseiten weisen die Wanddicke. Der derbe Sgraffito unterstreicht die Plastik des Körpers. Den ungleichen Räumen entsprechen unregelmässige Fenster. Die hausbackene Verputztechnik und einzelne kräftige Gitter vollenden trotzdem die Hausansicht harmonisch zum Ganzen.

Das Engadinerhaus unterscheidet sich durch die Fluranlage in der Firstrichtung vom ähnlich aussehenden Vielzweckhaus Tirols und Oberbayerns, wie dem Gotthard- und Landenhaus der Westalpen. In der Giebelseite der Strasse befinden sich die Hauseingänge: das Engadinerhaus hat ausgesprochene Giebelfront. Durch ein Portal betritt man den mächtigen Sulèr oder Pierten, der Windfang, Tenne, Korridor in einem darstellt. Hier rollt der kleine Heuwagen durch auf den angrenzenden Heuboden über den Ställen; auf der einen Längsseite, einige Stufen über dem Sulèr, liegen Stüva, Küche und Chaminade ( Vorratskammer ). Es überrascht im Steinhaus die behagliche holzgefütterte Stube.Vom Erker aus sieht man mühelos strassauf und -ab. Ein zentral gelegener Ofen heizt durch seine aufsteigende Wärme einen zweiten und sogar dritten Raum. Der Wohntrakt ist zweistöckig und dreimal quer-geteilt. Vom Ökonomiegebäude zweiseitig umschlossen, richtet er sich nach der Strasse, wenn die Besonnung dadurch auch benachteiligt ist. In Raum-teilung und -anzahl sowie in der Anordnung der Kreuzstöcke stimmt der Wohnteil des Engadinerhauses mit dem Einfachhause des Prätigaus überein, so dass angesichts dieser Wohnhausorganisation und der umfangreichen Holzverwendung älterer Engadinerhäuser eine Beeinflussung von diesem nördlich gelegenen Haustyp wahrscheinlich sein könnte.

Unmittelbar neben der Sulèrpforte führt eine kurze Rampe zum Curt, der unter dem Sulèr, behäbig wie dieser, angelegt ist, längsseitig zu den Kellern und stirnseitig zu den Ställen führt, Geräte aller Art und selbst den Dunghaufen beherbergt. Zwischen Curt und Sulèr stellt eine Treppe die innere Verbindung her. Ist das Trinkwasser ins Haus geleitet, so bietet das Engadinerhaus bei der üblichen Selbstversorgung dem Bergbauern alles Nötige. Im höchstbewohnten Tal Europas mit der kältesten Ortschaft der Schweiz ( Bevers weist jährlich 200 Frosttage auf ) gewährt dieser Haustyp dem Enga-dinerbauern Schutz und Schirm und seinem Gewerbe während der langen Winter betriebliche Erleichterungen.

Der Tessin gehört trotz seiner tiefen Senke von 200 m zu den Alpen. Schroff, ohne Unterbrechung durch Terrassen streben die Berge, die blossen Felsen weisend, hinan. Die Häuser scharen sich in Gruppen zu Weilern und Dörfchen in der Nähe der Quellen. Hoch- und turmähnlich, auf kleiner Standfläche lehnt sich das massive Tessinerhaus mit ein und zwei Geschossen an die jähen Felsen.

Im Verzasca- und Calancatal ist das Tessiner Bauernhaus vielfach ein-räumig. Beim mehrräumigen Hause ist die ebenerdige Küche der hauptsächliche Aufenthaltsraum während des Tages und dient wie im Einraumhaus oft als Schlafraum. Wie das erste Geschoss vom Küchenraum eingenommen wird, so weisen die obern Stockwerke einen einzigen grössern Raum und eine einfache Ausstattung auf. In geschickter Weise werden die Treppen zu diesen Kammern als Aussentreppen an den steilen Berghang, an seine Stützmauern, frei an der Wand auskragend oder in Loggien verlegt. Wie die Treppen, so ist der Korridor nicht ins Haus einbezogen und umzieht die Hausseiten der Höfe im Sottocenere als Loggia. Über der gewöhnlich einzigen Schlafkammer ist der Dachraum unter dem steinplattengedeckten Satteldach offen und wird als Speicher gebraucht. Eindrücklich ist der aussen sichtbare Kaminzug in der Giebelseite der Tessinerhäuser ganzer Dörfer. Wie die Räume in diesem mediterranen Klima ursprünglich, ohne innere Verbindung und Verknüpfung aufeinandergestellt sind, so erscheint das Hausäussere einfach und klar. Die Bodenform drängte zu verschiedener Anordnung von Treppe, Loggia und des Baukörpers selbst. Obschon das Ganze in schwerem Steinmaterial ausgeführt ist, entbehrt es nicht der Leichtigkeit und bekundet eine geschickte Steinbearbeitung. Der Weinstock windet sich am krummen Kastanienholz der Loggia empor, beschattet das granitene Gemäuer und bereichert das schlichte Tessinerhaus reizvoll.

Das Gotthardhaus birgt im talseitig gezimmerten Hausteil die Stube und bergseitig den gemauerten Küchenstock. Dieser Haustyp, längshalb in Block- und Steinbau ausgeführt, ist neben dem Holzhaus in den nördlichen Talschaften Graubündens und des Reusstales, wie im Gebiete des Steinbaues, den oberen Tessin- und mittleren Wallisertälern, als eine Übergangsform zwischen Holz- und Steinbau, mit dem Gotthard als Zentrum verbreitet. Es erfährt regionale Wandlungen, so dass ( nach Brockmann-Jerosch ) ein Walliser, Urner und Bündner Gotthardhaus zu unterscheiden sind.

Für den Küchenstock mit seinem offenen Herdfeuer und gezwungenermassen in den Berg eingegraben sind Mauern vorzuziehen. Die wärmehaltende Holzkonstruktion hingegen ist für die Stube erwünscht. Mit Holzwänden,fussboden und -decke ist dieser Wohnraum in hohen Lagen gesünder als der gemauerte des Tessinerhauses. Konstruktiv gestattet die vertikale Halbierung in Block- und Steinbau nur eine unvollkommene Verbindung, führt doch das Schwinden der aus liegenden Stämmen bestehenden Blockwand im Laufe der Zeit unvermeidlich zum Klaffen zwischen Holz- und Steinbau. Wohl wird beim hohen Walliser Gotthardhaus « zuerst der mehrstöckige Holzblock errichtet, der dann 2-3 Jahre stehen bleibt, damit das Holz abdorren und sich setzen kann»J ). Aber selbst altes Holz schwindet erfahrungsgemäss doch. Stebler weiss denn vom Krachen alter Holzbauten dieser Art zu berichten, dass man nachts darob erwache 2 ). Ohne diesen vorerwähnten Nachteil ist die im Goms vorkommende Bauweise, wo ein ( vorspringender ) Holzstock über ein- und zweigeschossigem Mauerwerk errichtet ist.

Das zweiräumige kleine Gotthardhaus vermag nur einfachen Verhältnissen auf temporär bezogenen Weiden zu genügen. Zweistöckige Gotthardhäuser sind im Bündner Oberland und in der Leventina von zwei und im Wallis von vier Familien bewohnt. Grössere Walliserfamilien verfügen nur über Küche, Stube und eine kleine von der Stube abgeteilte Kammer, die zusammen nur eine halbe Geschossfläche einnehmen. Ausgeprägt ist besonders das Walliser Gotthardhaus des Eringertales. In La Sage und Les Haudères baut der Anniviarde sein Wohnhaus drei- und vierstöckig auf der kleinen dreiräumigen Grundfläche. Am gemauerten Küchenteil führen leiternsteile Stiegen auf Lauben, von denen der einzelne Stock zugänglich ist.

Im Nikolaitale ist das Haus verbreitert worden, dass auf einem Stockwerk zwei- und drei Familien wohnen, und ist zugleich mehrstöckig. Das Walliser Gotthardhaus ist als grosses bäuerliches Mehrfamilienhaus entwickelt worden, wie es kein anderer Bauernhaustyp mehr aufzuweisen hat. Ohne in Berührung mit den Nachbarn zu kommen, gelangt der Walliser auf beiden Traufseiten zum « Umgang » seiner Wohnung.

Die ausgesprochene Höhenentwicklung des Walliser Gotthardhauses erinnert an das benachbarte Tessinerhaus. Die geringen Erwerbsmöglichkeiten dieser Täler zwingen zum billigen Hochbauen. Tritt Wohnungsbedarf ein, so wird das Wohnhaus nachträglich um eine Wohnung aufgestockt, was billiger als ein Einzelwohnbau zu stehen kommt. Aussenstiege und Aussengang verringern den umbauten Raum und damit die Baukosten um ein weiteres. Als besonders überlegt ist die Anordnung der Stiegen zu den hochgelegenen Geschossen auf den massiven Hausteil im Hinblick auf die häufigen Dorfbrände des Wallis zu erkennen. Ob das Phänomen der Temperaturumkehr mit der Höhe bei diesen Turmbauten mitspricht, wäre der Prüfung wert, soll doch nach dem Altmeister der Klimatologie, J. Hann, in den Ostalpen das Sprichwort vorkommen: Wohnt man im Winter höher um einen Stock, so wird es wärmer um einen Rock.

DAS BAUERNHAUS DER SCHWEIZERALPEN.

Das Bauernhaus der Voralpen und in den nördlichen Talschaften Graubündens ist ein Holzbau und wird als Landenhaus bezeichnet. In diesem grossen Verbreitungsgebiet erfährt diese Hausform Veränderungen, charakteristisch ist jedoch die Lage der Haustür in der Traufwand und damit die Begehbarkeit quer zur Firstrichtung.

Der Prototyp des Landenhauses ist das Bündner Landenhaus. Ob der mehrfachen Anlage der Hofstätte des Bauern in St. Antönien und im obern Schanfigg ist es hier am bescheidensten. In zwei Stockwerken liegen BÜNDNER -LH. BERNER. LH.3NNERSCHVEIZER - LH.

LANDENHÄUSER St = Stube, N-St = Nebenstube, K = Küche, Sp = Spense, L = Laube.

Masstab 1:400.

je drei Räume nebeneinander. Durch die Haustüre auf der Südseite tritt man in die Küche, wo in der gegenüberliegenden Ecke ein Feuer brennt, das in diesem Holzbau von drei Seitenmauern und einem weiten Rauchfang umschlossen wird. An diesem zentralen Räume liegt talseits die Stube, in der man nach drei Seiten auf den Berghang gegenüber, talein- und talauswärts sieht. Bergwärts befindet sich die dunkle Spense, und es führen einige Stufen unter einem Falladen zum gemauerten Kellergelass. Unmittelbar neben der Haustüre leitet die Stiege zum Mittelraum des Obergeschosses, der Gang und Geräteraum ist. Von den beiden Kammern dient die talwärts gelegene DAS BAUERNHAUS DER SCHWEIZERALPEN.

als Schlafraum und der bergseitige als Speicher. Die Aussentüre öffnet sich auf die schattig gelegene Laube mit dem Abort.

Auf Davos und im Prätigau 1 ) vermag dieses einraumbreite Haus bei längerer Wohndauer den Ansprüchen des Bauern nicht zu genügen. Um ein halbes Haus zum Anderthalbhaus verbreitert, enthält es ebenerdig ausser Küche, Stube und Spense die Nebenstube, Vorhus ( Windfang ) und einen Kellerraum. Dann trifft man als weitere Entwicklung den durchgehenden Gang, wo der Stubenofen vom Gang beheizt wird und die Küche hangwärts ENGADINERHAUS TESSINE R H AUS WALLISER-GOTTWARDHAUS St = Stube, K = Küche, Ch = Chaminade, Su = Sulèr, T = Tenne, L = Laube.

Masstab 1: 400.

rückt. Ausser dem meist zu findenden Anderthalbhaus kommt im Prätigau das Doppelhaus, das Zweieinhalb- und sogar Vierfachhaus neben den Spiel-arten1sowie 1 + y2 + 1 vor. Mit den zwei Stubenfenstern und dem in der Mitte darüber gelegenen Kammerfenster ist die Einheit und mit zwei Einzelfenstern übereinander das Halbhaus noch beim vorgemauerten und beim verputzten Hause auf Davos leicht erkenntlich.

A. Ludwig, Wohnhaus und Stall im Prätigau. Im S.A.C.J.ahrbuch 1893/1894.

Die Einheit eines solchen von einigen Familien bewohnten Mehrfach-hauses ist mit geringeren Kosten zu errichten, wozu die teuren, dezentralisierten Einzweckbauten den Bauern drängen. Wie das Wohnhaus, so wird auch der Gaden doppelt und dreifach erstellt. Der Häusergruppe und dem Dorf verhilft die Durchführung der Bauten nach der bewährten Norm oder einem Vielfachen davon, ohne Beeinträchtigung der Schönheit des Einzel-baues, zur Klarheit und Einheit des Ganzen.

Zum Unterschied vom Prätigauer Landenhaus, dessen Giebelseite schmal ist, präsentiert sich das Berner Oberländer Landenhaus als ein breit-gelagertes. Ein ganzes Band von Fenstern, schattenwerfende Übersetzungen der Giebelfront, kräftige geschnitzte Friese und Lauben auf Trauf- und Giebelseite betonen das Gelagerte des Hauses, das im Grundriss ein Rechteck darstellt, über dessen Breitseite der Giebel errichtet ist. Ein Doppelhaus ist die Regel, wobei jede Haushaltung eine Stube und Nebenstube besitzt, die in der Giebelseite sich befinden. Bis drei Familien wohnen im zweigeschossigen Hause nebeneinander. Über Holzstege und Laube gelangt man im hochgelegenen und unterkellerten Wohngeschoss zuerst in den Gang mit der Treppe und zur Rauchküche, welche beiden Räume hinter den Stuben liegen. Im Simmental und im Saanenland zieht der Rauch durch den weiten konischen Bretterkamin ab. Gleich einem Fenster wird diese spärliche Belichtung der schwarzen Küche des Nachts durch eine Klappe geschlossen. Durch seinen überquellenden, der massigen Holzarchitektur gemässen Schmuck fand das Berner Oberländer Landenhaus als erstes der Bauernhäuser grosse Beachtung.

Das Innerschweizerische Landenhaus entspricht in seiner Anlage dem Berner Oberländer Bauernhaus, seine Giebelseite ist jedoch nicht so breit. Das kleine Bauernhaus Unterwaldens ist zierlich wie ein Speicher, das habliche Haus ragt auf getünchtem Sockel mehrstöckig empor. Die kleinere Nebenstube besitzt weniger Kreuzstöcke als die grössere Stube. Mit dem « ge-tatschten » Dache sieht dieses Landenhaus bäuerlich bescheiden und anmutig aus.

In der Regen- und Hagelzone am Alpenfuss weicht das Brettschindel-dach des Tätschhauses dem Ziegeldach, das steil, ungefähr 45°, geneigt ist und dessen Flächen im First einen rechten Winkel bilden. Die Nähe der Dachhäuser des Mittellandes, der Walmdächer des Aargaus und des Emmentales ist von Einfluss. Bis fünffach schützen die Klebdächli der hohen Giebelseiten Holzwerk und Fenster. Die Pultdächli sind gleichsam Reste des Walmes, ohne wie dieser den Dachraum stark zu verdunkeln.

Zum Wohnstock über dem mächtigen Keller führt eine Freitreppe unter der Laube gedeckt hinan. Holz- und Steinsäulchen im bäuerlichen Barock stützen die Laube auf die Eingangsplatte ab, handwerklich gearbeitete Geländer zieren den Eingang und verleihen dem Eintritt ins Haus etwas Gehobenes, wie auch der Ausblick vom Wohngeschoss durch eine grosse Fensterfläche befreit ist. Der Gang, belichtet durch ein und zwei Fenster neben der Haustüre, erschliesst das Haus quer zur First auf kürzestem Wege. Ein gerader, geländerloser Treppenlauf verbindet mit den drei Kammern des ersten Geschosses. Niedrige, verschalte Lauben auf beiden Traufseiten sind als Stapelräume und zum Trocknen brauchbar. Im zweiten Obergeschoss haben nurmehr zwei Kammern Platz. Die abgeschrägten Räume neben den Schlafräumen werden durch Ausschnitte der Giebelfront belichtet und belüftet. Wohllautend klingen die kräftigen Horizontalen der Klebdächli mit den aufsteigenden Dachflächen zusammen. Die Zwischenwandvorstösse tragen die Dächli und weisen damit die klare Aufteilung des sich verjüngenden Dachraumes.

Das Appenzeller Landenhaus auf « schönen Böden » und baumlosen, gegen den Alpstein ansteigenden Kämmen richtet sich nach Südosten. Der Gruss der ersten Morgensonne blinkt in die Stuben. Der grössere Dachüberstand auf der Fensterfrontseite betont die Richtung des nach einer Seite geöffneten Hauses. Ausserdem springt die Traufwand als Windschirm vor die fenster-reiche Seite. Die Holzwand eignet sich besser zur Auflösung in Fenster als die Massivwand und wird in den vielfachen Fensterbändern auf Pfostenbreite reduziert. Sind die Fenster mit Zugläden verschlossen, so ist es kaum zu erkennen, wo sich in den getäfelten Fassaden die Kreuzstöcke befinden. In der verschindelten Wetterseite sind die wenigen kleinen Fenster mit Wetter-schilden wie das Haus und im Sturz mit dem vorgezogenen Schindelschirm, dem « Abwurf », geschützt. Der Giebelvorsprung dieser Seite ist klein und der grosse südseitige durch eine Reihe von aneinander gelegten Sparren gegen die allseitig angreifenden Windkräfte gesichert. Die Schieberli der Fenster und die Zugläden sind bei Stürmen leicht zu bewegen. Am geschlossenen Hause fehlen die Lauben, Haus und Scheune sind in diesem Gebiet starker Niederschläge zusammengebaut, die winkelrecht zueinander gerichteten Dachflächen scheiden die Gebäude äusserlich.

Das Jurahaus ist dem Engadinerhaus ähnlich. Das Haus des schweizerischen Mittellandes gleicht dem der Alpen weniger, währenddem die Gebirgsdörfer verschiedener Kontinente einander näherstehen. Engste Bindungen zu Plastik und Sphäre eines Landes zeichnen das Bauernhaus aus. Es ist der Landschaft nicht schlechthin « angepasst », die exogenen Kräfte und Faktoren sind wegleitend von Anbeginn. Jedes Element des Bauernhauses ist der Willkür entzogen und der grossen Gestaltung gewollt und bewusst eingefügt.

Auf dem steinigen harten Grund der Alpen ist im Bauernhaus der Raum zwischen den vier Wänden und dem einfachen Satteldach knapp und enthält nur das Notwendige. Trotz der Missgunst der Zeiten und aller Unbill der Umwelt strahlt von ihm bei grösster Einfachheit eine beglückende Kultur aus.

Mit einer Ausnahme, dem Engadinerhaus, liegen in den Schweizeralpen Wohnung und Stall unter gesonderten Dächern. Vorteilhaft hebt sich das Bauernhaus der Schweizeralpen durch sein hygienisches Wohnen und seine freie Lage inmitten der eigenen abgegrenzten Matten vom Bauernhaus des Mittellandes und ausserschweizerischer Gebiete ab.

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