Der Ararat (5165 m)

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Hans Keller, Bern

Schweizer Bergsteiger haben an der Erforschung und Besteigung des Grossen Ararat teilgenommen. Der erste war der legendäre Zermatter Führer Rudolf Taugwalder.

Die im Osten aufgehende Sonne wirft den Araratschatten deutlich in den westlich vom Berg liegenden Dunst'Sein Name findet sich sogar in der Parrotspitze im Monte Rosa-Massiv verewigt.

Schon Marco Polo und andere frühe Asienforscher haben der Arche Noah und ihrem angeblichen Landeplatz auf dem Gipfel des Ararat immer wieder ihre Referenz erwiesen, und dies zu einer Zeit, da die Hochgebirge Asiens, aber auch die europäischen Alpen noch kaum bekannt waren. So blieb während Jahrhunderten das Interesse an der mysteriösen Legende von der Arche ungebrochen.

Sowohl der Grosse, ganz auf türkischem Boden liegende Ararat, als auch der wenige Kilometer südöstlich davon sich befindende, nur knapp 4000 Meter hohe und teilweise bereits zum Iran gehörende Kleine Ararat sind, wie mehrere andere Gipfel in diesem Raum, erloschene Vulkane.

Seit dem Altertum wurde - vor allem von weit hergereisten Geographen -versucht, den Ararat zu besteigen, was nicht erstaunt, war doch im früheren Armenien eine Besteigung des heiligen Gipfels sogar verboten. Erst nach zahlreichen Misserfolgen ist es, soweit sich dies heute nachweisen lässt, dem an der Universität Dorpat ( Estland ) lehrenden Physikprofessor Friedrich Parrot, der vorher in den Schweizer Alpen Erfahrungen sammelte \ gelungen, am 27. September 1829 zum Gipfel des Grossen Ararat vorzudringen. Parrot erreichte sein Ziel über die Nordwestflanke und beschrieb diesen Erfolg in dem von ihm 1840 in Berlin herausgegebenen Buch

Als erster Schweizer stand der legendäre Zermatter Bergführer Rudolf Taugwalder ( 1867-1953 ) auf dem Grossen Ararat. Allerdings hat Taugwalder seine Erinnerungen sehr viel später ( im Alter von 70 Jahren ) handschriftlich festzuhalten begonnen. Im bekannten Buch des Verlages Orell Füssli von 1936 ( Schweizer Bergführer erzählen ), äusserte er sich dann wie folgt dazu:

Mühe, den beiden so grundverschiedenen englischen Bergsteigern die für ein solches Unternehmen erforderliche Disziplin beizubringen.

Taugwalder hat sich aber auf dieser Expedition ausgezeichnet bewährt, wie Lynch wiederholt festhielt. So schrieb er auf S. 167 seines oben zitierten Buches: Offenbar war es weitgehend Taugwalder zu verdanken, dass das Unternehmen schliesslich erfolgreich endete. Nach der Besteigung des Gipfels erklärte Lynch Taugwalder, er hätte nie geglaubt, dass dieser in einer ihm völlig fremden Umgebung ( unser Mitbürger verfügte über keinerlei russische oder türkische Sprachkenntnisse wie Lynch ) den Gipfel so sicher fände, wie wenn er den Berg bereits in seiner Schweizer Heimat als Kind kennengelernt hätte2.

Kurdischer Älpler in einem Nomadenlager am Südwesthang des Ararat, auf ca. 2600 m Meereshöhe Einige Jahre nach Taugwalder hat dann auch der Zürcher Wissenschafter H. Abeljanz ( 1896 ) den Gipfel des Ararat erreicht. Schon 1897 folgte ihm der Basler Geologieprofessor Dr. A. Oswald, der im Jahrbuch 1898/99 des Schweizer Alpen-Clubs, und später auch in Deutschland, den USA und England über seine geologischen Arbeiten am Ararat berichtete. Leider war Oswalds Expedition überschattet durch die Ermordung eines seiner Begleiter durch einen der für seinen Schutz verantwortlichen Begleitsoldaten...

Mit Louis Seylaz, Ehrenmitglied des SAC und von 1945 bis 1955 Redaktor der ALPEN, bestieg ein prominenter Westschweizer Bergsteiger 1910 den Ararat. Sein 1911 im Verlag Hachette publizierter Bericht wurde in den ALPEN ( QH IV/ 73 ) veröffentlicht und von Eduard Imhof als ( Kleinod unseres alpinen Schrifttums ) gelobt. Seylaz ist ein Opfer seiner Liebe zu den Bergen geworden; am 29. Oktober 1963 stürzte er in den Waadtländer Alpen zu Tode.

Junge Kurdin am Herdfeuer vor der Nomadensiedlung auf 2800 m über Meer, wo die Schafherden im Sommerhalbjahr von Lager zu Lager ziehen Mit der ( Schweizerischen naturwissenschaftlichen Expedition ) von 1912 besuchten, unter der Führung des Zürcher Professors M. Rikli, nicht weniger als 35 Forscher und Begleiter die Kaukasusländer und Hocharmenien; unter ihnen befasste sich der Alpinist Carl Seelig später intensiv mit der Berichterstattung über den Ararat. 14 Mitglieder der Gruppe Rikli erreichten am 3. September 1912 in Begleitung des armenischen Bischofs Meshrop den Gipfel, wo sie eine Schweizer Fahne hissten.

Der damalige NZZ-Redaktor Willi Bierbaum, eines der Teammitglieder Riklis, orientierte in den Spalten seiner Zeitung sowie in seinem Buch ( Streifzüge im Kaukasus und Hocharmenien ) ausführlich über diese denkwürdige Expedition, die auch eine reiche wissenschaftliche Ernte nach Hause brachte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erschwerten die politischen Spannungen zwischen Ankara und Moskau die Bewilligung zum Betreten der türkisch-sowjetischen Grenzzone und damit zum Ararat. Selbst harmlose Bergsteiger, besonders solche aus dem westlichen Ausland, wurden von sowjetischer Seite mit Misstrauen betrachtet und der Spionage verdächtigt. 1954 gelang es endlich, wieder Zutritt zum Ararat zu erhalten. Und dies vor allem wegen der ausgezeichneten fachlichen Kontakte, über die Professor Eduard Imhof als Berater der türkischen Landestopographie verfügte. Zu der von Eduard Imhof persönlich geführten Schweizer Gruppe gehörten u.a. der bekannte Zürcher Kulturgeograph und Schriftsteller Professor Emil Egli sowie der Verfasser dieses Berichtes ( auf Grund seines mehrjährigen Aufenthaltes an unserer Botschaft in Ankara ). Emil Eglis grossartiger Expeditionsbericht in der vom 6. November 1954 ( Der Berg Ararat ) hat damals weitherum Aufsehen erregt, besonders sein Hinweis:

Über die Diäterfahrungen am Ararat hat der Verfasser dieses Artikels im ( Journal ) der Schweizerischen Stiftung für Alpine Forschungen Nr.4/1955 berichtet. In der Oktobernummer 1955 der Zeitschrift ( Du> schliesslich erschien die grossartige Farbphotographie des Araratschattens in einem weiteren Text von Eduard Imhof.

1955 hat sodann der bereits erwähnte schweizerische Geologe Professor Dr. M. Blumenthal, der längere Zeit als Wissenschafter in der Türkei wirkte, den Ararat in Begleitung eines schweizerischen und eines türkischen Mitarbeiters bestiegen, worüber in den ALPEN ( QH H/58 ) ein ausführlicher Bericht aus der Feder Blumenthals erschien. Dieser amüsierte sich darin auch über die neuerdings aus Sensationsgier unternommenen Versuche zur Besteigung des biblischen Berges. Zu dieser Sorte zählte er u.a. auch ein Buch, das unter dem Titel ( J'ai trouvé l' arche de Noé> 1956 in einem französischen Verlag erschien und wobei jedem verkauften Exemplar ein kleines Stück Holz als ( fragment authentique de l' Arche> beigelegt wurde...

Unter den Expeditionen jüngeren Datums sei noch jene Schweizer Gruppe erwähnt, die unter der Führung von Bergführer M. Stein-brüchel aus Männedorf 1968 auf den Ararat gelangte. In seinem Bericht im QH III/69 der ALPEN sagte Steinbrüchel u.a.: ( Man glaubt auf dem Gipfel der Welt zu stehen und fühlt sich in Himmelsnähe. ) Aber auch er hat samt seinen Begleitern ( drei Frauen und 11 Männer ) den Gipfel wegen der Kälte rasch verlassen.Eine ( Studienreise ) nannte der Genfer Geologe Jean Sesiano schliesslich seine samt Gattin und drei Töchtern 1982 unternommene Fahrt durch die an die Sowjetunion, Iran und den Irak grenzenden Regionen Ostanatoliens. Die Reise erfolgte per Jeep und erreichte alle sportlichen und wissenschaftlichen Ziele, darunter auch einige Gipfel wie den 4600 Meter hohen Süphan ( mit Steigeisen und entscheidender Hilfe kurdischer Nomaden ) und den 3500 Meter hohen Tendürk. Aber das Hauptziel, der Ararat, wurde trotz mehrerer Versuche nicht erobert, sondern, wie Sesiano in seinem Bericht im QH III/83 der ALPEN andeutete, auf später verschoben. Auch Sesiano äussert sich kritisch über die in Ostanatolien sichtbar werdenden Anzeichen des Massentourismus.

Heute offerieren nun sogar westeuropäische Agenturen Reisen zum oder gar auf den Ararat. Dagegen ist nichts einzuwenden, sofern die erforderlichen Vorbereitungen mit der nötigen Sorgfalt und Gründlichkeit getroffen werden und zuverlässige lokale Helfer, vor allem für die von Kurden mit ihren Herden und Hunden besiedelten Regionen über 3000 Meter, zur Verfügung stehen. Dass die Umgebung des Ararat aber auch heute keine Zone für harmlose Spazierfahrten ist, ergibt sich aus der Lektüre der Tagespresse mit ihren Berichten über die Reise- und Transportkalami-täten an der dauernd mit Lastwagen verstopften Überlandstrasse von Ostanatolien ins benachbarte Nord-Iran.

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