Die Liedernenstöcke

Remarque : Cet article est disponible dans une langue uniquement. Auparavant, les bulletins annuels n'étaient pas traduits.

Von Ingenieur J. Bettschart ( Section Mythen ), Schwyz.

Die Liedernenstöcke In dem reichen Gebirgskranze, der in weitem Bogen das liebliche Schwyzerthal umspannt, gewahrt das Auge des Bergfreundes im Südosten drei Zinnen,, die, verschieden in ihrem Aufbau, doch gemeinsamen Charakter tragen. Trotzige, kühne Felsgestalten alle drei, streben sie aus den waldumsäumten, grünen Vorbergen der Stooßalpen hoch in den blauen Aether. Bis weit in den Hochsommer hinein sind ihre stolzen Häupter und steilen Flanken in das todte Weiß des Winters gekleidet, ihre steilen Schutthalden glänzen in grauweißem Schimmer und so bilden die drei Zinnen einen auffallenden Contrast mit dem sommerlichen Schmucke der grünen Alpweiden und dunklen Forste ihrer Vorberge.

Ernst, beinahe düster erhebt sich am östlichen Ende der Gruppe der Blümberg, breitschultrig mit gewaltigem Kopfe, einem aufrechtstehenden Riesen zu vergleichen. Zu seiner Rechten, in der Mitte der Die Liedernen-Stöcke.14S drei, bildet der Schnürstock die gewaltige Bastion einer Felsenfestung. Sie alle aber, in kühnen eleganten Formen, überragt im Westen der Kaiserstock. In scheinbar unnahbaren Flühen erhebt sich diese von Nordwest nach Südost gestreckte Pyramide, jäh und gewaltig ringsum, zur höchsten Spitze der Gruppe.

Diese schwache Schilderung des Eindruckes, den die Liedernen-Stöcke, von Schwyz aus gesehen, auf den Alpenfreund üben, mag erklären, warum ich mich von jeher zu den Bewunderern dieser Berge zähle und es heute versuche, durch den nachfolgenden anspruchslosen Bericht über meine in den Sommern 1884, 1885 und 1887 in dieser Gruppe gemachten Erfahrungen auch in weiteren clubistischen Kreisen Interesse für die Liedernen-Stöcke zu erwecken. Die prachtvolle Aussicht von ihren erhabenen Zinnen wird jeden Besucher für seine Mühe reichlich belohnen.

Orographisches. ( Blatt 399, Muotathal u. Blatt 403, Altdorf des Siegfr. Atl. und Imfeid, Relief-Karte der Centralschweiz. ) Die Liedernen-Stöcke erheben sich südöstlich vom Eiemenstaldenthale, welches sich von West nach Ost, von Sisikon am Vierwaldstättersee bis gegen die Wasserscheide „ auf den Gätschen " ( 1490 m ) zwischen dem Dorfbach und der Muota, hinzieht. Sie bilden die hervorragendsten Spitzen in der südwärts des Riemen-staldenthales sich hinziehenden Bergkette: Buggisgrat am Vierwaldstättersee, Rophaien ( 2082 m ), Dieppen ( 2226 m ), Rosstock ( 2463 » ), Faulen ( 2494 m ) und Achselberg beim Muotathal.

Ihren Namen nehmen die Stöcke von der Lie-dernen-Alp ( 1796™ ), aus welcher sie südöstlich emporsteigen Südwärts der Gruppe ist die Seenalp anzuführen, welche in südwestlicher Richtung gegen den Kinzigkulmpaß ansteigt.

Die von gewaltigen Karrenfeldern ( Blümalpeli ) durchsetzte Nordseite der Liedernen - Stöcke hat weniger steile Böschungsverhältnisse, als ihre Südseite, welche in jähen Flühen und Schutthalden gegen die Seenalp abstürzt.

Die vorherrschende Felsart ist Kalkstein der Kreideformation.

Die westlichste und höchste der drei Spitzen ist der Kaiserstock mit 2517 m; der Schnürstock erreicht 2440 m und die östliche Spitze, der Blümberg, zerfällt in eine südliche und nördliche Spitze mit 2414 m resp. 2376 m Höhe.

Zugänge. Als Zugänge zu den Liedernen-Stöcken sind anzuführen die Wege:

Von Schwyz über den hintern Stooß, Tröliger-boden, Laubgarten, Wannen, Goldplank, Löchern-Alp ( 1678 m ): 5 Stunden 30 Minuten.

Von Muotathal über Hellberg, Plattenweidli, Rothenbalm, Löchern-Alp: 3 Stunden 15 Minuten, und von da über Fährlen nach Liedernen-Alp ( 1796 m ): 1 Stunde 30 Minuten, im Ganzen 4 Stunden 45 Minuten.

Von Sisikon über Riemenstalden, Kirchrüti, Katzenzagel und Fährlen nach Löchern - Alp: 4 Stunden 15 Minuten.

Von Sisikon über Riemenstalden, Käppeliberg, Broholz, Liedernen-Alp: 4 Stunden 30 Minuten.

Von Altdorf über Bürglen, Brugg, Wilerli, Ebnetli, Seletz-Alp, Zurgand, Schöner Kulm, Spielau-üedemen-Alp: 5 Stunden 15 Minuten.

Von Moosbad bei Altorf über untere, mittlere und obere Planzern, vordere Eggberge, Fläschseeli, Zurgand, Schöner Kulm, Spielau, Liedernen-Alp :- 6 Stunden 15 Minuten.

Am bequemsten sind nordwärts die Zugänge von Muotathal, dann Sisikon, südwärts derjenige über Altorf, Bürglen etc.

Unterkunft findet man in freundlicher Weise im Plattenweidli oder in der Löchern-Hütte der Gebr. Föhn aus Muotathal oder beim Liedernen - Hirt auf der Liedernen-Alp, endlich in den Spielau -Alp-hütten ( 1840 » ).

Besteigungen. Nachdem im Jahre 1884 die Section Mythen als engeres Excursionsgebiet die Liedernen-Stöcke bezeichnet hatte, beschloß ich eine Recognoscirung nach dem Blümberg. Trotz verschiedener Nachforschungen hatte ich nämlich keine genaue Auskunft über die Besteigungsverhältnisse erhalten können. Meine Zeit war auf l1! » Tage beschränkt.

Schwyz den 11. August 1884 Nachmittags verlassend, brauchte ich nach dem Muotathal 2 Stunden 15 Minuten, welche Eile durch ein inzwischen ausbrechendes Gewitter veranlaßt wurde. Der Abend war regnerisch, der folgende Morgen aber ganz wolkenlos. Ueber Hellberg, Grindspiaken, Rothenbalm erreichte ich die Alphütte Vor den Löchern in 3 Stunden 20 Min. Der Weg ist meistens gebahnt, leicht zu finden und führt durch Alpen und Weiden. Mit Augustin Föhn 10 verließ ich die Hütte um 11 Uhr 40 Minuten Mittags und erreichte über steile Weiden in südöstlicher Richtung, an Karreneggen, Tisch und Balmhöhle vorbei, in einer Stunde die wilde Schafalp Rupperslaui. Dieses in ca. 2000 m Höhe liegende kleine Hochthal mit seiner spärlichen Vegetation, den nahen Schneefeldern und ringsum steil und wild aufsteigenden Felsen erinnert an die Unwirthlichkeit der Polargegenden. An seiner Südseite führt beim Achselnpaß die Roßkehle in schwindelnder Steilheit direct hinunter nach Seenalp. Diesen Paß links lassend, erreichten wir in westlicher Richtung den ersten Schnee um 1 Uhr, die Firstschneide Punkt 2375 m 1 Uhr 30 Minuten, von wo aus wir in scheinbar senkrechter Tiefe badende Kinder im Seenalpseeli zu bewundern Gelegenheit fanden. Zwanzig Minuten leichter Kletterei und die Südspitze des Blümberges 2414 m war gewonnen.

Der Ausblick von unserem Standpunkte zeigte sofort, daß der Blümberg aus zwei Spitzen, einer südlichen und einer nördlichen, beide durch einen mit wild zerklüfteten Karren-bedeckten, mäßig breiten Kamm verbunden, besteht. Diese nördliche Spitze verdeckt der südlichen die Aussicht gegen Nordwesten. Wie ein riesiges Kastell mit senkrechten Mauern und Thürmen ragt diese Spitze in prächtigen Formen aus den Karren des Hauptkammes.

Trotzdem an der Südwestseite dieser Burg bald ein Kamin entdeckt war, durch das hinaufzukommen möglich schien, und mein Begleiter behauptete, es sei noch Niemand oben gewesen, mußte für heute wegen der knapp zugemessenen Zeit darauf verzichtet werden.

Nachdem wir die einen großen Theil der Nordost-, Central- und Südwest-Schweiz umfassende Aussicht bewundert, verließen wir die Südspitze um 2 Uhr 35 Minuten Nachmittags; in einer Stunde erreichten wir die gastliche Löchern-Hütte.Von dort eilte ich allein in 1 Stunde 20 Minuten nach Riemenstalden und von da in 50 Minuten nach Sisikon, rechtzeitig den letzten Gotthardzug erhaschend. Abends 7 Uhr saß ich in Schwyz beim wohlverdienten Bier.

Ein Jahr später, den 20. August, war ich wieder auf der Wanderung mit dem Ziel Blümberg-Nordspitze. Diesmal wählte ich den directen Anstieg: Schwyz, Kehlenberg, Hinterer Stooß, Karren, Bawangli, Trö-ligerboden, Laubgarten, Wannen, Goldplank, Vor den Löchern. Der Weg führt über die schönsten schwyzerischen Alpweiden und gewährt von Bawangli aus prächtige Ausblicke auf die Liedernen - Stöcke, vor Allem auf die Blümberg-Nordspitze.

Den. 21. August, Morgens nach 7 Uhr, verließ ich die freundliche Löchern-Hütte unter Begleitung des Sennen Georg Anton Föhn und des kletterkundigen Toni Suter. Die Südspitze des Blümberges erreichten wir in zwei Stunden. Das erst schöne Wetter hatte sich da oben verschlimmert, kalte Nebel ( -j- 6° R ) umwogten die wilden Karrenfelder und verdeckten zeitweise die benachbarten Spitzen. Nach kurzer Rast brachen wir circa 10 Uhr gegen die Nordspitze auf. Ein halbstündiger Marsch über die rauhen Karren des Verbindungskammes und wir

standen am steilen Kamin der Südwestfelsen unseres Zieles. Eine leichte Kletterei von fünf Minuten brachte uns durch das etwa 30m hohe Kamin auf das Plateau der Nordspitze, wie meine Begleiter behaupteten, als die Ersten.

Die Spitze besteht aus ungemein wilden Karren, ist von Süd nach Nord mäßig geneigt und mißt in der Längsrichtung von Nordwest nach Südost vielleicht 120 m bei ungefähr 50 m Breite.Von der Aussicht war Nichts zu sehen, da der Nebel sich allmälig zum Schneegestöber gestaltete.

Nach Erbauung von Steinmännern an beiden Enden der Spitze brauchten wir beim Abstieg im dichtesten Schneegestöber bis Rupperslaui 55 Minuten. Dort begrüßte, uns zunächst Sonnenschein, später ein Gewitter und nach halbstündigem Marsche barg die gastliche Löchern-Hütte die eingeweichten Bergsteiger. Doch war ja das Problem der Ersteigung der Nordspitze des Blümberges gelöst; zum vollen Gelingen mangelte nur mehr der Genuß der Aussicht von der interessanten Spitze.

Die Heimfahrt erfolgte andern Tages bei günstigem Wetter über Liedernen-Alp, mit Abstieg gegen Seenalp beim Liedernen-Plankli neben dem Faulen ( 2 Stunden ), Hinter Seenalp, Kinzigkulmpaß ( 1 Stunde 16 Minuten ), nach Spiringen im Schächenthal ( 2 Stunden ) und Altorf ( 1 Stunde 30 Minuten ).

Zwei Jahre verflossen, und wieder im August, diesmal am 25., reiste ich in 's Muotathal, um bei besserem Wetter den Blümberg zum dritten Mal zu besuchen, dann aber auch den Kaiserstock zu be- grüßen. Und der Wettergott hielt Wort, kein Wölkchen störte unsere Pläne.

Mit Augustin Föhn übernachtete ich im Plattenweidli, einer sehr bequemen Sommerwohnung der Familie Föhn, zwei Stunden oberhalb Muotathal.

Den 26. August 1887 verließen wir früh vor 5 Uhr unser freundliches Berghäuschen. Frühstück gab 's in der allzeitig ( während des Hochsommers ) gastfreundlich geöffneten Löchern-Hütte. Nach einstündiger Rast stiegen wir, 7 Uhr, in bekannter Richtung gegen den Blümberg. Mit dem schönen Wetter war auch unser kritischer Sinn erwacht und da fanden wir auf Blatt 399, Muotathal, daß zu lesen ist, statt „ Hanslispitz ", Rupperslauispitz. Wo der Hanslispitz zu suchen ist, entzog sich einstweilen meiner Nachforschung.

Die südliche Spitze des Blümberges erreichten wir 10 Uhr, die Nordspitze vor 11 Uhr Mittags. Diesmal war der Berg mit 50om tiefem Neuschnee bedeckt, was bei den messerscharfen Rissen und Spalten der Karren Vorsicht gebot und das Vorrücken verlangsamte. Die Aussicht von beiden Spitzen lag heute unverschleiert in herrlicher Beleuchtung vor dem entzückten Blicke.

Gegen Südwesten wird dieselbe nur wenig durch den nahen Schnürstock und den wilden Kaiserstock beschränkt. Ist das Panorama von der Südspitze freier gegen die Ost- und Centralalpen, so wird dasselbe von der Nordspitze durch den herrlichen Ausblick gegen Norden und Westen wesentlich ergänzt, wenn nicht übertroffen. Ich führe da an: Titlis, Urirothstock, Pilatus, Luzern, Rigi, das schöne Schwyzerthal mit den Mythen. Fern ab im Osten der Sentis, Grau-bündnerberge, gerade gegenüber Tödi, Clariden, Scheerhorn, Düßistock u. s. w., eine durch Umfang und Details selten schöne Rundschau. Lange bewunderten wir die Schönheit der Berge.

Abends 5 Uhr brachte uns ein 2112stündiger Abstieg zum Hauptquartier Löchern-Hütte.

Den nächsten Morgen verließen wir unter Zuzug des als Kletterer bewährten Toni Suter die Löchern Alp gegen 7 Uhr und steuerten dem Kaiserstock zu. Nach unserm Plane wollten wir denselben möglichst hoch bei seinen nach Nordwesten gerichteten Ausläufern, gegenüber dem Schnürlispitz, angehen. Dies erwies sich aber in der Folge als irrig, da wir zunächst zu tief in die Karrenlabyrinthe des Blümalpeli geriethen, dabei viel Zeit und Geduld verloren und schließlich durch die Schutthalden der Südseite des Kaiserstockes veranlaßt wurden, eine Strecke weit in die hintere Liedernen - Alp abzusteigen. Dabei verloren wir wenigstens eine halbe Stunde. Allfälligen Nachfolgern ist daher zu empfehlen, weiter unten, etwa in der Höhe 1830 m, außerhalb der Karrenwelt die Fährlenalp zu traversiren und hart beim erwähnten Schnürlispitz die Liedernen-Alp zu erreichen.

Einzig unser Toni blieb der zuerst eingeschlagenen Route getreu, und es war ziemlich schwindlig, zuzusehen, wie derselbe die zerklüfteten Schrofen und Stürze der Südfelsen traversirte, uns Beschauern auf der Liedernen-Alp gerechte Sorgniß für Mann und — Tornister ( mit dem unersetzlichen Imbiß ) erweckend. Doch Toni hielt, was er versprochen, wir kamen nach ihm zur Kaiserstocklücke, 11 Uhr 10 Minuten Mittags. Bis dahin war außer sengendem Sonnenbrand weiter keine Schwierigkeit als Riesen und Karren und der letzte steile Anstieg zu überwinden gewesen.

Durch eine steile Felsrinne gewannen wir die Lücke selbst 11 Uhr 15 Minuten Mittags. Von da aus sieht die weitere Partie des Anstieges wenig tröstlich, eher bös aus, also zunächst Stärkung aus dem auf nicht gewöhnlichem Wege erschienenen Ranzen Toni's.

Um 1kl Uhr wurde, nicht ohne Hinweis auf die vielen in jüngster Zeit passirten Unfälle ab Seite der biedern Muotathaler, das Seil umgebunden; das Alphorn, sein Lieblingsinstrument, baumelte auf Augustins Rücken und der Aufstieg von der Lücke begann.

Die Lücke mag die Cote 2100™ erreichen und besteht aus einem schmalen, etwas abschüssigen Felsgrat. Gegen Nordwest ist sie begrenzt durch den kleinen Kaiserstock ( 2169 m ), nach Südosten ist der Kaiserstock selbst durch den vorstehenden Felsgrat, über welchen der Anstieg zu nehmen ist, verdeckt.

Die nun beginnende Kletterei in anfänglich östlicher Richtung ist weder schwierig noch schwindlig. Bald steht man aber vor dem Haupthinderniß. Es ist dies ein kaum meterbreiter Felsgrat, der mit ca. 50° Steigung in südöstlicher Richtung auf den eigent- liehen Rücken des Berges führt. Links fällt der Blick auf die Karrenwildnisse des Blümalpelis, reehts in schwindelnder Tiefe liegt die Liedernen-Alp. Nach 7 Minuten vom Verlassen der Lücke standen wir auf dem behäbig breiten, bequem gegen Südosten ansteigenden Hauptgrate. Den Steinmann der Spitze erreichten wir ohne weitere Fährlichkeit gegen 1 Uhr Mittags.

Die Aussicht ist eine der schönsten der Centralschweiz. Kühn und stolz erhebt sich der Kaiserstock, seinem Namen gemäß, hoch über seine Nachbarn. Neben den herrlichen Blicken in das Flachland ist namentlich die Aussicht auf die Hochalpen ergreifend schön. Berg reiht sich an Berg, vom Sentis bis zu den Riesen des Berneroberlandes.

Nach mit Alphornmusik gewürztem, leider kargem Trunke begann der Abstieg. Um 1 Uhr 35 Minuten standen wir wieder heil in der Lücke, erkletterten in 10 Minuten den kleinen Kaiserstock, von dessen bequem mit Rasen bekleidetem kleinen Plateau vor Allem der imposante Südabfall des Titlis auffällt. Sehr schön präsentiren sich auch Schloßberg und Spannörter.

In wilder Größe liegt hart zu Füßen das von den drei Liedernen-Stöcken umspannte Amphitheater des Blümalpelis, ein Chaos von Felstrümmern und scharfen Karren, durchzogen von winzigen, grünen Oasen fetter Schafweide. Unendlich zerrissen und zernagt erscheinen von hier aus die Bastionen ähnlichen Flanken des Schnürstockes, in langgestreckten, imposanten Formen der Blümberg.

Nachdem noch für später ein Besuch des Schnürstockes von der Südwestseite in Aussicht genommen war, begann der Abstieg. Bald passirten wir zum dritten Mal die Lücke und stiegen über steile Firnfelder auf der Nordseite hinunter in das Karren-labyrinth des Blümalpelis.

Glücklicher als am Morgen, trafen wir eine diese Karrenwüste von Süd nach Nord beinahe fortlaufend durchschneidende natürliche Gasse, in welcher wir die abenteuerlichen Gebilde der Karren in einer Stunde durchquerten. Abends 5 Uhr erreichten wir die Löchern-Hütte und nach wohlverdienter Pause schied ich von den freundlichen Aelplern.

Nach zweistündigem Marsche erreichten wir in bester Stimmung Muotathal.

Feedback