Die neue Galmihornhütte und ihr Skigebiet

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Von Emil Hess.

Am 11. November 1934 fand im obern Goms eine schlichte Feier zur Einweihung der Galmihorn-Skihütte statt. Der erst vor einigen Jahren gegründete Skiklub Münster hat diese im Laufe des letzten Sommers am Südosthang des Kastlenhorns gebaut. Sie bildet nicht nur eine Unterkunftsmöglichkeit für Skifahrer, sondern ist auch berufen, einen Stützpunkt für Hochgebirgsturen im Jungfraugebiet zu bilden.

Nach eineinhalbstündigem Marsch auf sanft ansteigendem, neuem Wege, der in zwei grossen Schlaufen durch den Bannwald Münster hinaufzieht, Galmihornhütte.

gelangt man zum Käsekeller der Alp Salzgebi, von wo nach einem halbstündigem Aufstieg durch lichte Waldweide die Galmihornhütte erreicht wird. Es ist geplant, den Waldweg im Laufe des neuen Jahres bis auf die erwähnte Alp weiterzubauen, so dass selbst Wagen und Schlitten zur Hütte gelangen können.

Das Dorf Münster liegt in einer Meereshöhe von 1400 m, das neue Skiheim bei 2100 m. Die Abfahrt ins Tal erfolgt auf dem Wege oder durch den lichten Alpenwald.

Das im Chaletstil erbaute Haus thront auf einer sonnigen, sanft geneigten Alpterrasse, unmittelbar über der Waldgrenze. Unvergleichlich ist der Ausblick auf das Goms und die Walliser Alpen von derFurka bis zumMatterhorn. Der Holzbau ruht auf massivem Granitmauerwerk, und wetterharte Steinplatten bilden die Bedachung. Der Besucher findet auf einem stattlichen Grundriss von 8x13 Meter einen geräumigen, sonnigen Saal, freundlich ausgestattet mit den notwendigen Möbeln. Skiraum, Küche und ein Stübchen für den Hüttenwart liegen auf der Nordseite des Erdgeschosses. Im Innern des Hauses führt eine Treppe in das obere Stockwerk, wo ein breiter Gang die Schlafräume trennt. Auf der Vorderseite ein Damen- und ein Herren-gemach mit Matratzenlagern, auf der Hinterseite noch ein weiterer Schlafraum für Herren und daneben ein praktisch eingerichteter Waschraum. So ist für 35 Personen reichlich Platz, wenn nötig, kann der Dachraum noch für Notlager eingerichtet werden. Die Hütte ist das ganze Jahr benutzbar, zu gewissen Zeiten wohnt ein Hüttenwart drin.

Wohl nur ganz wenige kennen das Goms als Skigebiet, und doch bietet es dem Skifahrer, der fern von « abgefahrenen Rutschbahnen » Neuland und die Genüsse dieses edlen Vergnügens in der Einsamkeit sucht, Gelegenheit zu prachtvollen Turen.

Das Goms gehört zu den niederschlagsreichsten Gebieten der Schweiz, so dass die Höhen während 5—6 Monaten mit Schnee bedeckt sind. Im April, oft sogar noch im Mai kann man mit Ski bis ins Dorf Münster fahren, während das untere Goms von Fiesch abwärts schon schneefrei ist.

Das neue Heim dient sowohl dem Anfänger wie dem gemachten Skifahrer als Aufenthaltsort. Der erstere tummelt sich an den sanften Hängen des Kastlen- und Firrenhorns, dem berggewandten Fahrer ist sie Ausgangspunkt für Skihochturen ins Oberaar- und Jungfraugebiet.

Der Skiklub Münster hat den Weg von der Galmihornhütte zur Galmilücke mit Signalstangen kenntlich gemacht, so dass auch bei schlechten Witterungsverhältnissen ein Verirren unmöglich ist.

Der Aufstieg zur Galmilücke macht sich wie folgt ( Siegfriedblatt 490, 1: 50,000 ): Von der Hütte, 2100 m, in nordwestlicher Richtung zur Einsattelung zwischen Kastlenhorn, 2844 m, und Punkt 2653 m. Der Übergang ist gekennzeichnet durch ein Signal: schwarz-weisse Tafel auf schwarz-weiss gestrichenem Eisenständer. Nun zuerst in westlicher und dann in nördlicher Richtung den Hang hinauf zum Übergang nordöstlich von Punkt 3091 m ( Firrenhorn ), wo ein zweites Signal steht. Von hier kurze Abfahrt auf dem Münstergletscher und Aufstieg auf demselben zur Galmilücke, 3305 m. Drittes Signal. Bei umgekehrter Fahrtrichtung erfordert die Gegensteigung vom Münstergletscher zum Übergang nordöstlich des Firrenhorns ungefähr 20 Minuten, die Gegensteigung zur Einsattelung zwischen Kastlenhorn und Punkt 2653 etwa 10 Minuten.

Von der Galmihornhütte aus können folgende lohnende Skituren ausgeführt werden:

1. Münster-Galmihornhütte, 2 Stunden.

2. Galmihornhütte-Münstergletscher-Galmilücke, 5 Stunden.

3. Galmihornhütte-Galmilücke-Oberaarjochhütte, 6 Stunden.

4. Galmihornhütte-Oberaarjoch-Oberaargletscher-Trübtenjoch-Oberwald, 9 bis 10 Stunden.

4. Galmihornhütte- Galmilücke- Galmifirn-Rotloch- Grünhornlücke-Konkordia, 7—8 Stunden.

Vom Aar- oder Jungfraugebiet herkommend, erhält man ungefähr folgende Abfahrtszeiten:

1. Galmilücke-Galmihornhütte-Münster, 2% Stunden.

2. Oberaarjochhütte-Galmilücke-Münster, 3 Stunden.

3. Jungfraujoch-Konkordia-Grünhornlücke-Rotloch-Galmilücke-Münster, 7 bis 8 Stunden. Dieser Übergang bildet die abwechslungsreichste Verbindung vom Jungfrau] och zu einer Bahnstation im Wallis und bietet absolut keine Schwierigkeiten ( Jungfraujoch-Lötschenlücke-Goppenstein 32 km, Jungfraujoch-Aletschgletscher-Eggishorn-Fiesch 22 km, Aletschgletscher-Riederfurka-Mörel 27 km, Jungfraujoch-Münster 25 km ). Sie hat zugleich den grossen Vorteil, auch bei lawinenbrüchigem Schnee ohne Gefahr begangen werden zu können, was besonders für den Abstieg nach Fiesch oder Mörel nicht zutrifft.

Wer sich von Münster oder von Reckingen aus dem Skivergnügen hingeben will, findet auch dort ideale Felder und gute, preiswerte Unterkunft. Von den grössern Skituren seien genannt: Blindental, Ärnengalen, Blindenhorn, Merzenbachschien und andere.

Günstige Fahrtgelegenheit mit der Furkabahn und Ausgabe von stark verbilligten Sportbilletten erleichtern den empfehlenswerten Besuch des obern Gomsertales.

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