H. Ferrand: Les Montagnes de la Grande Chartreuse

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Ouvrage orné de 165 gravures imprimées en phototypie. Alexandre G-ratier & Cie. Grenoble 1899. Vorzugspreis für Clubisten 20 Fr.

Auch dieses Werk ist, wie das eben besprochene, eine willkommene Bereicherung der alpinen Prachtlitteratur, wenn auch natürlich der uns ferner liegende Gegenstand das Interesse für schweizerische und deutsche Leser etwas abschwächt. Herr Ferrand, der früher wertvolle Beiträge auch an dieses Jahrbuch geliefert hat, ist ein Kenner verschiedener zum Teil weit auseinanderliegender Alpengebiete; aber es scheint, daß er keine Region so in das Herz geschlossen hat, wie die Berge der Grande Chartreuse, die für ihn Heimatgefühle und Jugenderinnerungen von bleibender Kraft enthalten. So hat er ihnen mit diesem Werke ein monu-mentum pietatis gesetzt, das auch auf den Eindruck machen muß, der diese Berge oder das berühmte Kartäuser-Kloster nie gesehen hat. Herr Ferrand verfügt über Kenntnisse mancherlei Art, und so hat er den gewiß nicht leichten Plan gefaßt und durchgeführt, die Berge der Grande Chartreuse zu gleicher Zeit geognostisch, hydro-, topographisch und historisch zu behandeln und dazwischen noch Bemerkungen über das wirtschaftliche und kulturelle Leben der Bewohner und die Bedeutung der dort ansässigen Mönche einzuflechten. Dem Kenner der Gegend wird die summarische Inhaltsangabe einen Begriff des behandelten Stoffes geben. Die Kapitelüberschriften heißen: Les Eaux, Le Guiers vif et le Guiers mort, d' Entremont, Les Echelles, Saint-Laurent-du-Pont, Saint-Pierre-de-Chartreuse, Voiron et Grenoble, Le couvent de la Grande Chartreuse. Die Darstellung ist überaus eingehend und verrät jahrelange Beobachtung und Vertrautheit mit jeder Falte des Gebirges und jedem Thalwinkel, aber die Geschicklichkeit des Verfassers in der Verbindung der oben genannten wissenschaftlichen Gesichtspunkte ist so groß, daß die Ermüdung beim Lesen weniger schnell aufkommt, als eine gewisse Monotonie in den Bergformen erwarten ließe. Zur Belebung des Textes tragen ungemein bei die wohl meist von Herrn Ferrand selbst aufgenommenen und aus- gewählten 165 gravures en phototypie. Es ist alles hier vertreten, Landschaft, Architektur, Genre, Historie und dekorative Motive. Die Bilder, alle in Genf bei der S. A. D. A. G. erstellt und sämtlich sehr gelungen, sind mit dem auf Prachtpapier opulent gedruckten Text verbunden, was für die Lektüre und den Salontisch sich gut ausnimmt und nur gelegentlich einen gewissen Zwang verrät, die ästhetisch gewählte Illustration unterzubringen. Es ist z.B. nicht ganz logisch, wenn die „ den obern Teil des Thales von Grésivaudan wie eine Riesensäge begleitenden Bergzüge " ( Text ) illustriert werden durch zwei Geißen auf einem Felsen ( Vignette ) oder das „ panorama merveilleux sur le lac du Bourget " am Rand von einer strickenden alten Bäuerin begleitet ist; noch bedenklicher macht es sich, wenn neben der Kapitelüberschrift: Règle des Chartreux eine Vignette mit einer Kollektion der bekannten Liqueurflaschen dieses Namens prangt. Aber an sich sind diese Bilder und Bildchen, so namentlich einige Kinderscenen, reizend, und ich möchte sie nicht missen.

Redaktion.

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