Im Schatten der Jorasses

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Gaetano Vogler, Genf

Des öftern erhebt man gegenüber dem Mont Blanc-Massiv den Vorwurf, es sei zu sehr , mit einem zu dichten Netz der ach so hässlichen und doch manchmal so praktischen Seilbahnen überzogen. Eine Klettertour in Chamonix sei zu einem Wettlauf zwischen zwei Gondeln geworden, der Zeitplan richte sich nicht mehr nach dem natürlichen Tagesablauf und der Wetterlage, sondern spiegle lediglich die relative Freiheit, welche einem die Bahn grossmütig zugesteht: 17 Uhr, und ja kein Träumen, die Kabine wartet nicht!

Einzelne Bereiche des Massivs unterliegen dieser Regel glücklicherweise nicht, darunter die Mehrzahl der Routen mit Chamonix als Ausgangs- und Italien als Endpunkt. Routen, die über jene gezackten Kämme führen, die lange Zeit - Reich der Götter oder Dämonen -als unpassierbar galten.

Langsam klettert das Montenvers-Züglein höher, bis es den Gletscher des Mer de Glace erreicht - eine Ladung Touristen mit sich führend, die alle darauf aus sind, eine grandiose Aussicht zu geniessen, vor allem aber, diese auf Zelluloid zu bannen. Beinahe fühlt man sich als Figur eines Romans von Frison-Roche: aus Kletterern werden Bergler, von den einen geachtet, von den andern als verantwortungslose Gesellen verschrien, weil sie Rucksäcke, Pickel und Seile bei sich haben. Man beneidet sie, oder aber man zittert um sie, da man verstanden zu haben glaubt, sie seien unterwegs zu den geheimnisumwitterten Gipfeln der Drus oder der Grandes Jorasses. Und schon, nach einem letzten Erfrischungshalt am Brunnen des Montenvers, steigen sie mit weitausgreifenden Schritten den schmalen Pfad zum Gletscher hinab.

Das Mer de Glace erscheint uns endlos: hinter jeder Windung taucht eine neue auf. Jeder Schritt aber bringt uns dem Abenteuer näher und weitet den Graben zur Zivilisation. Immer eindrücklicher erhebt sich die Barriere, die den gewaltigen Gebirgskessel abschliesst und zu einer Arena gestaltet: die Aiguille de Leschaux, die Petites und die Grandes Jorasses. Kein Gefühl der Angst beschleicht uns. Wir sind ganz einfach glücklich, inmitten der Berge zu sein, glücklich auch, weil sich das Wetter von seiner besten Seite zeigt und wir uns dem gesteckten Ziel gewachsen fühlen. Es geht um die Westwand der Petites Jorasses, eine lange, nicht besonders schwierige Felskletterei, eine ( grande classique ) des Massivs.

Die Leschauxhütte ist zum Bersten voll. Immerhin ergattern wir einen Liegeplatz und fallen in einen genussvollen Schlummer, nachdem die Anwärter für den Walkerpfeiler in tiefer Nacht aufgebrochen sind.

Beim Einstieg am anderen Morgen tauschen wir voll Freude die klobigen Bergschuhe gegen geschmeidige Kletterfinken. Unsere Ausrüstung ist überhaupt sehr leicht, da wir auf Steigeisen verzichtet und nur einen Pickel pro Zweierpartie mitgenommen haben. Die ersten Seillängen verschlingen wir buchstäblich, führen abwechslungsweise und durcheilen so jeweils 80 Meter auf einmal, leicht auf Zehen-und Fingerspitzen über den Fels tanzend. Manchmal klettern wir auch gleichzeitig, in vollkommenem Vertrauen zueinander. Mein Seilgefährte Gérard ist 48, tummelt sich aber noch ganz gerne im 7. Grad. Er gesteht uns, bescheiden wie er ist, er habe in dieser Saison noch nicht manche Tour unternommen, abgesehen etwa vom Nordcouloir der Drus. Im Gegensatz zu vielen Alpinisten seiner Generation, auch solchen grossen Namens, hat er es verstanden, jung zu bleiben und sich neuen Formen des Bergsteigens anzupassen; ich denke da vor allem an das Klettern in Kletterfinken und mit einem Minimum an technischen Hilfsmitteln.

Doch zurück zu unseren Petites Jorasses, die noch in Morgenschatten getaucht sind. Ein wenig sind wir enttäuscht von den bisher angetroffenen geringen Schwierigkeiten, geniessen es aber andrerseits, so rasch in dieser mächtigen 700-Meter-Wand an Höhe zu gewinnen. Wir müssen unter einem richtigen Wasserfall durch, bevor wir, gegen die Wandmitte zu, mit ein paar Längen schöner Risskletterei belohnt werden. Und schon betreten wir das die Wand halbierende Firnfeld, dann, über die berühmte heikle Traverse, die jedoch in einem nicht sehr steilen Abschnitt verläuft, nähern wir uns der beeindruckenden Nordwand der Grandes Jorasses.

Am Standplatz verweile ich etwas und vertiefe mich in das wilde Durcheinander der Abbruche am Leschaux-Gletscher. Da taucht plötzlich unter mir ein eher ungewöhnlicher Bergsteiger auf. Woher mag der wohl kommen? Weiter unten haben wir ihn jedenfalls nicht gesehen. Je näher er kommt, desto weniger komme ich aus dem Staunen heraus: ein grosser Kerl mit langem Haar, das von einem Stirnband zusammengehalten wird; er ist allein, ohne Seil, und er raucht während des Kletterns in aller Seelenruhe eine Zigarette. Ich kenne aber nur einen Bergsteiger, der ein ebenso glühender Liebhaber des Tabaks wie der grossen Routen ist: Michel Afanassief aus Chamonix.

Wir kennen einander von einer früheren Begegnung im Verdon her. Er wolle oben auf uns warten, um mit unserer Seilschaft zusammen den Abstieg auf den italienischen Gletscher leichter bewerkstelligen zu können. Heute morgen ist er vom Montenvers aufgebrochen und wird trotzdem der erste sein, der die Wand hinter sich lässt. Dies, nachdem er alle Seilschaften überholt hat, die doch frühmorgens von der Hütte aus gestartet sind.

Nach der obligaten Gipfelrast nehmen wir den Abstieg mittels Abseilen in Angriff. Früh schon gelangen wir auf ein grosses, schlecht verfestigtes Schneefeld, das erst noch steiler ist, als wir von oben angenommen haben. Wir befinden uns wieder im Schatten, denn eben haben drohend schwarze Wolken die Sonne eingehüllt. Leider hat sie zuvor genügend Zeit gehabt, mit ihren zerstörerischen Strahlen auf die Firnfelder einzuwirken: die Schneekristalle sind in sich zusammengefallen, und der ganze Hang ist butterweich geworden und rutscht bereits ganz langsam in die weiten trichterförmigen Runsen ab. In einer davon steigen auch wir hinunter. Ein Gewitter liegt in der Luft, die Atmosphäre ist zum Zerreissen gespannt: so sehr uns der Fels Sicherheit gewährt hat, so entschieden verweigert uns jetzt dieser Schnee jegliche Sicherungsmöglichkeit. Schon immer war ich der Meinung, die wirkliche Gefahr im Gebirge drohe von der schlechten Beschaffenheit des Schnees oder des Gesteins, insbesondere auf dem Abstieg. So ist denn meine Liebe zu den Bergen nicht bedingungslos: auch ich hasse faulen Schnee, und noch mehr verabscheue ich brüchigen Fels.

Eine letzte Abseillänge, und wir setzen unseren Fuss endlich wieder auf Fels, unterhalb der Randspalte. Der restliche Abstieg ins Val Ferret erfolgt im Laufschritt, viel zu rasch für meinen Geschmack; aber Michel wird von seiner Frau erwartet, und wir möchten die Möglichkeit nicht verpassen, uns in ihrem alten Renault 4 durch den Mont Blanc-Tunnel nach Chamonix zurückkutschieren zu lassen.

Zwei Wochen später komme ich erneut in die Arena von Leschaux. Wieder lasse ich das grosse Schauspiel des Einnachtens auf mich einwirken. Die majestätische Nordwand der Grandes Jorasses schlägt mich in ihren Bann, und in Gedanken erklimme ich sie schon über den Walkerpfeiler, die grosse Kletterfahrt schlechthin. Die Route zeigt einen idealen Wechsel von Fels- und Eispartien, sie fordert uneingeschränkten Einsatz und bietet zugleich genussvolle Kletterei. Ebenso harmonisch vermischen sich solche Erwartungen mit Gedanken der Beglückung und des Zweifels.

Wir übernachten im Freien, denn die Hütte kann unmöglich alle Besucher aufnehmen: Mitte August ist eben das ganze Massiv unweigerlich von Alpinisten überschwemmt. Wir wissen auch, dass die Wand selbst in dieser Nacht viele Leute beherbergt! Der Berg erscheint uns als Wolkenkratzer, in dem bei einbrechender Nacht überall in den ( Zimmern ) der verschiedenen Stockwerke die Lämpchen angehen: die Kletterer richten sich, von der Dunkelheit eingeholt, zum Biwak ein. Das ist bei weitem am besten belegt. Darüber, wo sich die schwierigsten Felspassagen befinden, wirkt alles dunkel; dann kommen die oberen Stockwerke mit ihrer garantiert freien Sicht auf das Tal von Chamonix. Trotz seines grossartigen Ausblicks sind diesem keine Michelin-Sterne zugesprochen worden, da für den entsprechenden Komfort keine Gewähr geboten wird und man insbesondere das Fehlen einer Heizung als geradezu fahrlässig angekreidet hat!

Noch viel weiter oben sind die Sterne. Rund um den matt glänzenden Mond blinken sie am Firmament, kaum zu unterscheiden von den irdischen Lichtlein, als wollten sie uns so die unglaublichen Ausmasse dieser Wand zeigen. Nur die zwei unverkennbaren, aus der Südflanke herüberlappenden Firnfelder deuten den Abschluss der Wand an. Aber vielleicht sind ja diese weissen Flecken nichts weiter als Wölkchen, die irgendwo in einer Wand hängen, die sich bis in unendliche Höhen, über die Himmelskuppel hinaus, erhebt.

Es ist Mitternacht, und da der Schlaf nicht kommen will, entscheiden wir uns für die Tat und brechen gleich auf. So schlagen wir auch den Dämonen der Nacht ein Schnippchen, die uns nur zu oft beim Erwachen bedrängen: die Trägheit, einen wohligen Ort zu verlassen, die Angst vor dem Unbekannten, die Versuchung aufzugeben.

Die Sonne erreicht uns am Fuss der 30-Me-ter-Verschneidung, der ersten schwierigen Felspassage. Wir erleben heute aber nur gerade den Aufgang der Sonne und ihren Untergang. Zwischendurch fallen wir bei ihr in Ungnade, und die Wohltat von Wärme und Licht behält sie der schneebedeckten Südflanke vor.

Wir befinden uns nicht allein hier oben, beileibe nicht! Die Bedingungen in der Walker-Route sind selten wirklich günstig, und so sind Seilschaften aus allen Teilen Europas herbeigeeilt, um die Wand anzugehen, solange die- Die Nordwand der Grandes-Jorasses vom Gipfel der Aig. du Moine ( 3412 m ) aus gesehen. Der Walkerpfeiler zieht sich zum gleichnamigen Punkt empor, d.h. zum linken Gipfel der mächtigen Jorasses-Wand rechts im Bild.

ser milde Sommer 1981 anhält: Franzosen, Deutsche, Engländer, Polen, Tschechen und Schweizer geben sich heute ein Stelldichein in der Nordwand.

Wir zählen zwar nicht zu den Langsamsten, aber Überholmanöver lohnen sich nicht. Es ist eher unangenehm, sich an einer heiklen Stelle zu dritt an der Spitze zu befinden, mit sechs Seilen zwischen den Beinen und einem einzigen Haken als Sicherung! Also tut man besser daran, ruhig Blut zu wahren, sich zu entspannen und geduldig am Standplatz zu warten. Anderseits ist es aber nicht einfach, sich mitten in einer grossen Wand zum Nichtstun verurteilt zu sehen, um so weniger als man weiss, wie sehr all die vereisten Quergänge den Erfolg eines wetterbedingten Rückzugs in Frage stellen würden.

Wir haben abgemacht, dass ich Spezialist für Eis und kombiniertes Gelände sein werde. Dank diesem schmeichelhaften Etikett ist es mir vergönnt, die Faszination der Eisbänder des ersten Drittels zu entdecken. Die Kehrseite der Medaille besteht in der undankbaren Rolle des Nachkletternden, der sich mit dem schweren Sack über die reinen Felspartien hochmüht. Mein Gefährte Jean ist eben weniger vertraut als ich mit dem Hochgebirge und den Schuhen mit steifer Sohle, und da habe ich mich erweichen lassen. Jean überwindet somit als erster und in Kletterfinken die berühmtesten Stellen im Fels: die 30- und die 75-Meter-Verschneidung, die Schwarzen Platten, das Rote Kamin.

Ich schaue Jeannot gerne beim Klettern zu: seine Bewegungen sind flüssig und sicher, vor allem aber kommt er unheimlich schnell voran; sein Stil ist effizient, und ohne Zögern zieht er sich auch einmal an einem Haken hoch, wenn ihm eine Stelle nicht auf Anhieb gelingt. Werden die Griffe kleiner, greift er immer wieder in den unvermeidlichen Magne-siumsack. Bestimmt ist er der einzige, der einen solchen in diese kalte Wand mitgebracht hat, wo das Schwitzen wahrhaftig nicht hinderlich ist. Ich muss beifügen, dass Jeannot von Beruf Gipser ist!

Plötzlich fällt mir auf, wie ich mich recht gut zurechtfinde und mir das Klettern sogar Vergnügen bereitet, trotz meinem starren Schuhwerk und dem hochgepackten Rucksack, der mich zu unzähligen Verrenkungen zwingt, wenn ich den nächsten Stand erspähen möchte. Ich finde das schöne Gefühl wieder, nur die Schuhspitze auf ein Trittchen oder eine winzige Leiste zu setzen, aber auch - und ich schäme mich, es zu gestehen - die Erleichterung, mich an einem Haken hochziehen zu dürfen.

Wir haben abgemacht, künstliche Stellen nicht frei ( Rotpunkt ) begehen zu wollen. So sehr ich völlig freie Kletterei an einer sonnenbeschienenen Wand in leichtem Tenue und ohne Rucksack auch liebe, so sehr verbiete ich es mir hier, unter enormem Kräfteverschleiss, mit der Grazie eines Elephanten und der Geschwindigkeit einer Schildkröte - übrigens trage ich ja gleich ihr mein auf dem Buckel mit - eine Stelle ohne Hilfsmittel zu meistern. Da ziehe ich es doch vor, von den Haken Gebrauch zu machen. Sie finden sich hier übrigens nicht in so katastrophal grosser Zahl, wie man dies immer wieder behauptet hat. Sie sind auch nicht störender als auf anderen Routen des Mont Blanc-Massivs. Und in Anbetracht der Traglasten und der Kletterausrüstung sind sie gar oft willkommen.

Die Schwarzen Platten erweisen sich zwar nicht als extrem schwierig, aber immerhin als heikel - auf dieser Höhe und in dieser eindrücklichen Umgebung. In einer Kalkwand am Mittelmeer würden sie wohl kaum erwähnt, aber hier, in Zweidrittelhöhe einer mehr als 1000 Meter aufragenden schattig-kalten Wand, fordert eine solche Stelle Überlegung und Vorsicht. Deshalb erklettern wir sie denn mit kleinen Schrittchen.

Im Gegensatz zur Westwand der Petites Jorasses, und obwohl wir auch jetzt eine homogene Seilschaft bilden, klettern wir im Verlauf dieser Besteigung nie gleichzeitig. Ich glaube sogar, dass es die einzige Hochgebirgstour ist, wo ich immer wieder ganze Seillängen bin. Die Route ist einfach anspruchsvoll, und wirklich nur wenige Stellen können als leicht eingestuft werden.

Mit Bewunderung denken wir an Ricardo Cassin, der den Pfeiler bereits in den dreissiger Jahren eröffnet hat ( vom 4. bis 6. August 1938; Red. ). Überhaupt beeindrucken mich die Taten der , vollbracht zu einer Zeit, wo das Material oft ungenügend und die Rettungsmöglichkeiten prekär waren, immer wieder von neuem. Dies, selbst wenn die heutigen Kletterer technisch weit schwierigere Routen erschliessen.

Die Zwangsaufenthalte an den Standplätzen sind unserem Fortkommen nicht förderlich ge- Das am Walkerpfeiler: Frühmorgens in der ersten Seillänge nach dem Biwak.

wesen, und so überrascht uns die Dämmerung bereits im Dreieckfirnfeld, auf 4000 Metern Höhe, und nicht auf dem Abstieg, wie wir gehofft haben. Endlich zeigt sich die Sonne noch einmal, aber nur, um uns gute Nacht zu wünschen. Eine wie Nacht - wir werden ja sehen! Wir haben nämlich den Fehler begangen, ins Rote Kamin einzusteigen, anstatt uns im Firnfeld einen Biwakplatz herauszuhauen.

Da sind wir also mitten in einem eisüberzogenen Kamin voll loser Steine, in dunkler Nacht, ohne Stirnlampe ( die Batterien haben schon während des Anmarsches den Geist aufgegeben ), und festgemacht an zwei wenig vertrauenerweckenden Haken.

Jede Nacht hat ein Ende, und die wohltuenden Sonnenstrahlen des anbrechenden Tages erlösen uns aus der Starre und verhelfen uns zu einem flotten Start. Unser Frühstück: blauer Himmel und orange Felsen.

Doch bald hat uns der Schatten wieder. Wir sind praktisch allein; der Menschenhaufen vom Vortag hat sich auf wunderbare Weise zerstreut. Die Schnellsten sind wohl schon auf dem Abstieg zur Boccalattehütte in der Westflanke, während die Langsameren wahrscheinlich weit unter uns weiterklettern. Wir geniessen in vollen Zügen die Schönheit der Bergwelt. Jegliche Nervenspannung weicht, jetzt wo der Gipfel zum Greifen nahe ist. Die Höhe ruft uns aber in Erinnerung, dass sie hier Königin bleibt, betreten wir doch völlig ausser Atem die Gipfelwächte.

Mit einem Schlag öffnet sich vor uns der Blick auf die Walliser Alpen und den Mont Blanc, einen der wenigen Gipfel, die uns noch überragen. Ein paar Sprünge hinab in die Südflanke, und wir finden endlich Wärme und Nahrung. Die Proviantreste reichen allerdings nicht aus, um unseren Hunger zu stillen, und nachdem wir zwei Tage lang nur ab und zu etwas zum Knabbern gehabt haben, träumen wir von einer richtigen warmen Mahlzeit.

Noch ist es aber zu früh, in unserer Aufmerksamkeit nachzulassen, liegt doch noch der Abstieg vor uns. Eine gute Spur weist uns den Weg. Die Route ist abwechslungsreich, teils felsig, teils schneebedeckt, manchmal angenehm, dann wieder gefährlich, auf jeden Fall aber lang. Mit ihren 2800 Metern Höhenunterschied beansprucht sie den Rest des Tages, und erst bei Einbruch der Dunkelheit erreichen wir das Val Ferret. Hier wollen wir unverzüglich unser Talent als Autostopper erproben, um unter dem Mont Blanc durch zurückzufahren.

Aus dem französischsprachigen Teil. Übersetzt von Ch. Rohr, Bern

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