Jahrbuch der russischen Bergforschergesellschaft

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pro 1906. Redaktion A. K. von Meck in Moskau, B. Afanass-jewskii peredlok 15.

Die rückläufige Bewegung, welche das mit so vielen Opfern und so viel Tatkraft ins Leben getretene russische Jahrbuch bereits in der letzten Nummer aufgewiesen hat, mußte leider fortgesetzt werden — offenbar aus Reminiszenz an die jüngsten Ereignisse auf dem Kriegstheater in der Mandschurei. Daß das Format ungefähr wenig unter die Größe unseres Jahrbuches reduziert wurde, ist zwar nur etwas Äußer-liches; schlimmer erscheint es im Interesse der Erforschung des Gebirgs und der Bergvölker, daß aus dem ureigensten Gebiet der Russen, aus dem Kaukasus, fast nichts geboten wird. Den Löwenanteil des Inhalts, 100 von den 192 Seiten, nimmt ein Aufsatz von N. W. Poggenpohl weg: Bergtouren im Tirol, Sommer 1906. Die beigegebenen, nicht übertrieben fein ausgeführten Illustrationen sind ein wenig aufs Gruselnmachen berechnet: das harmlose Zuckerhütl konkurriert an Steilheit mit dem Wetterhorngipfel; die unschuldige Wildspitze läßt den Walliser Weißhorngipfel und der Spaziergang auf den Kesselkogl das Erklimmen des Matterhorns hinter sich! Die vielen dem Winklerturm gewidmeten Bilder zeigen uns ihn teils seinem Bruder in Pisa an Schrägheit ähnlich, teils kleben die Menschlein dran wie die Eidechsen an der Mauer. Immerhin dürfte der Verfasser mit der hübschen Beschreibung seiner Touren, namentlich auf Langkofel und Winklerturm, anregend auf sein Publikum wirken; ebenso wird der 51 Seiten lange Auszug aus dem Werke des Herzogs der Abruzzen über die St. Eliasbergbesteigung in dem einst russischen Alaska die Russen interessieren. Bei dem durch die Kriegszeiten erklärlichen Mangel an Expeditionen im Kaukasus wären vielleicht einige Abhandlungen am Platze und von seiten der damals kaum überanstrengten Moskauer Professoren doch wohl erhältlich gewesen. Den kurzen Rest des Buches füllen hauptsächlich die Beiträge des unermüdlichen Redaktors: besonders die Vereinschronik und Bibliographie. Ersterer ist zu entnehmen, daß der Mitgliederbestand ungefähr gleich geblieben ( 135 ). Mit den Finanzen steht es nicht gut, und die Ausgabe des Jahrbuches war nur dank der pekuniären Opferwilligkeit einer Anzahl Mitglieder, die treu zur Sache halten, möglich. Hoffen wir, daß das nächste Jahrbuch uns wieder erfreulichere Berichte bringe.Dr. G. Täuber.

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