Neue Bergfahrten in den Schweizer Alpen

Remarque : Cet article est disponible dans une langue uniquement. Auparavant, les bulletins annuels n'étaient pas traduits.

Zusammengestellt von Max Oechslin

1946 und Nachträge ( Schluss ) 43. Gross Lohner ( 3055 m ). Winterbesteigung am 30. Dezember 1946, durch Stöckli und Brauchli Th.

Die Seilschaft verliess die Engstligenalp um 8 Uhr und stieg auf einer bereits tags zuvor angelegten Spur bis zum Fuss des Südgrates des Gross Lohners. 10 Uhr. Hier wurden die Ski deponiert, ca. 300 m in die Südwand gequert und dann der Aufstieg in der Fallirne durchgeführt. Schneefall des Vortages und die Gratgwächte erschwerten die Besteigung. Der Gipfel wurde 13.30 Uhr erreicht. Abstieg auf der gleichen Route; Skidepot 16.30 Uhr, Engstligenalp 17.30 Uhr.

Nach brieflicher Mitteilung Theo Brauchli, Thun.

44. Lyskamm ( 4538 m ). Winterüberschreitung Felikjoch–Lysjoch, am 6. April 1942, durch Hans Fehlmann, Hans Schmid und Hugo Nünlist.

Die Ski mussten von Joch zu Joch auf dem Rucksack getragen werden. Dauer 6 Stunden. Nach brieflicher Mitteilung Hugo Nünlist, Luzern.

45. Magerrain ( 2527 m ). Erste Begehung der Südwand ( Aufstieg ) und des Ostgrates im Abstieg, im Oktober 1938, durch J. J. Marti und J. Hefti.

Vom Mühlebach-Oberstafel zum Fuss der Südwand; Einstieg durch das auffällige schwarze Band, das bis zum Gipfel verfolgt wird. Zuerst schwieriger, brüchiger Plattenschiefer, dann in der rechten Hälfte flacheres und festeres Gestein. Einstieg bis Gipfel 1 y2 Stunden. Abstieg direkt über den Ostgrat, mittelschwer, % Stunden.

Nach brieflicher Mitteilung R. F. Streiff, Schwanden.

46. Moléson ( 2005 m ). Erstbegehung über den Nordostgrat, am 9. Oktober 1946, durch Louis Wuilloud, Otto Staub, Georges Dessonnaz und Victor Marguet. Vom Chalet de Plan-Francey ( 8 Uhr ) direkt zum Nordostgrat und in der ganzen Länge diesem folgend. Einige schwierige Überhänge raubten viel Zeit. Der Gipfel wurde um 18.30 Uhr erreicht.

« La Liberté », Fryburg, 14. Oktober 1946.

47. Morgcnhorn. Winterbegehung über die Nordflanke und Abstieg über den Ostgrat, am 31. März 1946, durch Hermann Etter und E. Reiss.Blümlisalphütte ab 5.45 Uhr, 7.45 Uhr Gipfel des Morgenhorns, Gipfel ab 8 Uhr, Kanderfirn 17 Uhr.Briefliche Mitteilung Hermann Etter f..

Siehe « Die Alpen », I, 1947, Seiten 58—63.

48. Mythen. Erste Begehung der Ostwand des Vaters, B. September 1946, durch Kurt Messner und Hans Dommann.

Siehe « Die Alpen », 1946, II, Seite 272.

49. .Nordend, Monte Rosa ( P. 3986 m ). Begehung des Sporns der Nordflanke. Siehe « Die Alpen », I, 1945, Seiten 232-238. Genaue Routenbeschreibung in « Berge der Welt », Bd. I, 1946, Seiten 128/129 und Bildtafel 18, aus welcher die beiden Varianten Graham Brown-Graven-Aufdenblatten ( 14. Juli 1933 ) und Vogt-Petrig-Perren ( 11. August 1944 ) genau ersichtlich sind.

50. Ortstock ( 2719 m ). Erste vollständige Begehung des Ostgrates, September 1938, durch J. J, Marti und J. Hefti.

Vom Euloch stieg die Seilschaft neben dem grossen, ersten Aufschwung zum Grat und über diesen bis zu den Türmen unterhalb der Einmündung der Guyer-Route ( 428, Glarnerführer ). Noch eine Seillänge über den Grat, dann in die Südseite bis zum ersten Turm, direkt über diesen und die weitern Türme, die teilweise in schwieriger Kletterei, nach Süden ausweichend, bezwungen werden müssen. Der letzte Turm bereitet besondere Schwierigkeiten. Dann auf Route 428 zum Gipfel. Euloch bis Ostgratroute 6 Stunden, davon 4 Stunden für die Überwindung der Türme.

Nach brieflicher Mitteilung R. F. Streif f, Schwanden.

51. Pain de Sucre ( Les Perrons ). Erstbegehung der Nordwestwand, durch R. Coquoz und R. Joris.

Siehe « Die Alpen », 1946, II, Seite 274.

52. Pizzo del Prevat ( 2562 m ). Erste Begehung des Nordostgrates dieses Felszahnes südlich des Passo Campolungo, am 18. Juli 1943, durch A. Magistri, B. Rovagnati und U. Bernasconi.

Prächtige Kletterfahrt in gutem Granit. 5 Stunden.

Siehe nähere Beschreibung in « Die Alpen », 1944, I, Seiten 121—123.

53. Pointe d' Otemma ( 3403 m ). Erstbegehung durch de Nordflanke, am 17. August 1946, durch Frl. Nina Alschwang und Ali Szepessy.

Von der Cabane de Chanrion auf dem Weg zum Glacier de Breney bis unter den Gipfelaufbau, dann durch steilen Firn hinauf bis zur Stelle, wo die Felsen am tiefsten zum Firn herabsteigen. Direkt durch eine schräg aufsteigende Verschneidung, bald links, bald rechts, bis zu einem Plateau. Von hier, rechts haltend, zu einer Rippe, die ca. 10 m unterhalb des Gipfels im Ostgrat endet. 2 y2 Stunden vom Einstieg, bei ca. 2860 m, bis zum Gipfel.

Siehe « Die Alpen », 1946, Varia, Seite 233.

54. Rossfluh ( 2076 m ). Erste Begehung der Nordwand, im September 1941, durch S. Bornhauser und Fr. von der Crone. Einstieg in die Wand ob der Fontanenalp, Ausstieg ca. 4 m rechts der Gipfelkuppe.

Die in den « Alpen », 1946, Varia, Seite 243, gemeldete Durchsteigung der Seilschaft Muff, Gyger und Mai ist somit die 2. Bezwingung der Nordwand; am 15. September 1946.

Briefliche Mitteilung von Dr. S. Bornhauser, Lachen.

55. Roter Turm ( 2004 ), Alpstein. Erste Winterbegehung, am 2. Februar 1946, durch Franz Grubenmann und Kurt Gurtner, über die Westkante, die auch im Winter ziemlich schneefrei ist; Abstieg über den Nordgrat, der im obern Teil stark vereist ist.

Nach brieflicher Mitteilung F. Grubenmann, Herisau.

56. KI. Sattelspitzen ( Gastlosen ). Erste Winterbesteigung, am 10. März 1946, durch Hans Schmid und Paul Macherei.

Siehe « Die Alpen », 1946, I, Seiten 313/314.

57. Salbitschyn-Turm IV ( ca. 2850 m ). Erste Begehung über den West-Südwest-grat der Südwand, am 22. September 1946, durch Henri Stöcklin, René Gebus und Heinrich Dändliker.

Dabei wurde die Westliche Spitze, die sogenannte Flamme, erstmals bestiegen. Der Aufstieg erfolgte von der Hug-Kurz-Route aus über eine äusserst exponierte Kante. Es wurden 3 Haken und 60 m Seil benötigt.

NEUE BERGFAHRTEN IN DEN SCHWEIZER ALPEN « Von der Hug-Kurz-Route aus steigt man so weit unten wie möglich über die Sekundärrippe, überquert die Rinne und steigt über Grasbänder in das linke Couloir des Turmes IV ein. Das Couloir wird bis zu den überhängenden Felsblöcken bestiegen. Von hier traversiert man auf einem schmalen Band in der senkrechten Wand ca. 7 m nach links. Dann geht es, einem Riss folgend, bis über die Felsblöcke und von da nochmals über einen Felsblock rechts auf einen guten Standplatz. Von hier weiter in das 2 m höher beginnende Kamin ( nur mit Schulterstand möglich, sehr heikel ) und über die letzten Felsen zur Scharte zwischen der westlichsten und mittleren Gipfelspitze. Eine überdachte Wand wird links mit guten Griffen erklommen. Dann rechts nördlich einige Meter einem auffallenden Riss nach bis an den letzten Aufschwung, welcher sitzlings, nach links auf der scharfen Kante sehr exponiert, bezwungen wird. Die Route darf als sehr schwer bezeichnet werden. Im Abstieg kann die ganze Wand ca. 100 m mit Abseilen bewältigt werden ( 60 m Seil ). » Nach brieflicher Mitteilung H. Dändliker, Basel.

Siehe auch « Die Alpen », 1947.

58. Schafscheuelie ( Muesplankstock ), Meiental. Begehung der 17 ( von 18 ) Gendarmen des Schafscheuche-Grates am 30. Mai 1946 durch D. Gianova und W. Rübenstahl, Luzern. Kletterfahrt mit verschiedenen Schwierigkeiten.

59. Schallihorn ( 3978 m ). Ostsüdostgrat. Begehung durch G. de Rham, H. Whitney und D. Bach im August 1939. Variante.

Von der Weisshornhütte auf der ordentlichen Route ( 358 ) gegen Schallijoch bis auf die Schulter, welche meistens eingeschneit ist, unter Punkt 3222, zum Fuss des Ostsüdostgrates und über den Grat bis zum Gipfel. Erstmals begangen im August 1933 durch J. W. Alexander und H. Whitney.

Nach brieflicher Mitteilung G. de Rham, Lausanne.

60. Scheibe ( 2152 m ). Erste Winterbegehung, 17. Dezember 1945, Seilschaft nicht genannt.

Von den Sennhütten der Alp Bunfalweid zur Richisalp, durch die Ostflanke des Hahnen ( grosse Lawinengefahr ) zur Scheibe. Rückfahrt auf gleichem Wege.

Siehe Klubnachrichten Sektion Oberhasli, Nrn. 6—9, 1946.

61. Schcienberg ( 2609 m ). Erste Begehung der Südwand, im Oktober 1942, durch J. J. Marti und J. Hef ti.

Von der Ortstaffelhütte der Alp Oberfrittern zum ausgeprägten Couloir in der Gipfelfallinie. Der Einstieg erfolgte durch einen Riss in der östlichen Begrenzungswand, ca. 50 m hoch hinauf, bis unter einem Überhang ein Quergang zum Fuss des Couloirs hinüberleitet ( schwer bis sehr schwer !). Aufstieg durch das Couloir bis zum obersten Wanddrittel, verlässt dieses und steigt schräg links aufwärts bis zu einem grossen Rasenband unter den Gipfelfelsen, die durch einen seichten Riss durchstiegen werden, direkt zum Gipfel. Einstieg bis Gipfel: 6 Stunden.

Nach brieflicher Mitteilung R. F. Streift, Schwanden.

Siehe « Neue Bergfahrten », Nr. 65, « Die Alpen », 1946.

62. Scbienhorn ( 3807 m ). Erster Aufstieg durch die Nordwand, am 4. August 1946, durch Pierre Desaules und Eric Fink.

Aufstieg von der Hollandia-Hütte zum Gipfel 10 Stunden; auf dem Abstieg wurde die Seilschaft in der Sattellücke von der Nacht überrascht und musste hier biwakieren.

Nach Zeitungsnotiz und « Die Alpen », Varia, 1946, Seite 232.

63. Sefinenhorn ( 2976 m ). Erste Begehung ( vermutlich ), am 29. September 1946, durch W. Gerber, A. Krähenbühl und Fred Müller.

Mit Sefinenhorn ist der Gipfel P. 2976 m des Nordostgrates der Vorderen Bütlassen bezeichnet.

*a ) Über die Nordflanke und den Westgrat:

Von der Boganggenalp folgt man dem Sefinenfurkeweg bis zu den letzten Kehren unter der Lücke.Von hier über steile Schnee- und Schutthänge in südöstlicher Richtung zum Gipfelaufbau. Der weitere Aufstieg vollzieht sich durch die enge Rinne, welche ca. 100 m östlich des grossen Couloirs zwischen Sefinenhorn und Bütlassen die senkrechten Felsen durchfurcht. Auf diese Weise gelangt man auf den Westgrat, der bis zum Gipfel erklettert wird. 4% Std. von der Boganggenalp. Mittelschwer, brüchiger Fels.

b ) Ostgrat ( im Abstieg ):

Vom Gipfel folgt man dem Grat, wobei die verschiedenen Steilstufen umgangen werden können, bis zum grossen Abbruch, der durch zweimaliges Abseilen überwunden wird ( 15 und 20 m ). Im Aufstieg bietet diese Stelle erhebliche Schwierigkeiten. » Nach Bericht Fred Müller, Jahresbericht 1946 des A.A.C.B.

64. Sirtenturm ( Schächental ), 2300 m. Erste Begehung über den Westgrat, 30. Mai 1946, durch Dr. R. Herzog und Eugen Maier ( Altdorf ).

Der Aufstieg erfolgte vom Gamperstock her über den Sirtenstock. Der Turm wurde bisher über den Ostgrat, nach Aufstieg durch das westliche Couloir, Südseite des Turmes, bezwungen und erstmals am 29. April 1913 durch B. Lauterburg und E. Schaub bestiegen.

65. Stockhorn ( 2193 m ). Erstbegehung durch die Nordwand « in der Direkten », 1941, durch Ph. Bührer, M. Morel und A. Voillat.

Siehe « Die Alpen », 1946, I, Seiten 257—262.

66. Kleine Sulzfluh ( 2706 m ). Erster Durchstieg der Westwand, am 27. August 1946, durch Neumann und Fleming.

Der Einstieg erfolgte nördlich der Route 60 k des Rätikon-Führers ( siehe Seite 265 ). Die Seilschaft folgte dem nach links weisenden hellem Felsen, wobei im obern Drittel der Wand ein ca. 3 m hoher Überhang als die Schlüsselstelle bezeichnet wird. Die Kletterfahrt wird als schwer, bis sehr schwer be-wertet.Nach brieflicher Mitteilung W. Fg.

Siehe « Die Alpen », Varia, 1946, Seiten 242/243.

67. Piz Timun ( 3210 m ). Erste Winterüberschreitung von Nord nach Süd, am 23. Dezember 1940, durch die Seilschaft T. E. Müller, Georg Weber und Dr. P. Stein.

Alp Emet ab um 8.45 Uhr, Aufstieg durch das Val d' Emet bis Curtviglia, dann mit Steigeisen zu Fuss steil hinauf zu P. 2510, mit den Ski weiter auf den Timungletscher und über diesen zum Fuss des Nordgrates. Ab hier Ski auf den Rucksack; mit Steigeisen über den Grat zum Gipfel, der um 14.10 Uhr erreicht wurde. 15.10 Uhr Gipfel ab, über den Südgrat gegen Passo di Sterla bis P. 2828 m, steil in die Ostflanke und durch diese, ein steiles, vereistes Couloir benützend, in südlicher Richtung gegen Passo di Sterla zum Hang. Mit Ski Richtung P. 2516 m und hinab zur Alp Erebella im Val di Lei, P. 1871 m; Aufstieg durchs Val di Lei zur Alp Mulacetto, 1930 m, die 20.15 Uhr erreicht wurde.Nach brieflicher Mitteilung T. E. Müller, Bern.

68. Tschingelhörncr. Erste Traversierung am 29. August 1915 durch Dr. Armin Müller ( Zürich ) und J. Wyss ( Wetzikon ). Am Schluss der Fahrt, kurz oberhalb des Segnespass, stürzten die beiden Bergsteiger bei dieser Erst-traversierung der 7 Tschingelhörner ab.

Die unter Nr. 69, « Die Alpen », 1946, Seite 350, bekanntgegebene Ost-West-Überschreitung ist demnach die 2. Begehung.

Mündliche Mitteilung A. W. W., der Augenzeuge des Unglückes war. Siehe Jahrbuch 1914—1915, Seite 311.

69. Grosses Tsehinjjelhorn ( 2853 m ). Variante auf der Nordseite, Juni 1946, durch J. J. Marti und J. Hefti.

Beim Verlassen des sog. « Ofen » ( Glarnerführer, Route 593 ) hält man ca. 200 m horizontal nach links ( unterhalb des im Siegfriedatlas mit Ofen bezeichneten Vorsprunges ). Von hier leitet ein kurzer Kamin auf ein Band hinab, das mehr oder weniger ausgeprägt durch die Nordflanke der Hörner bis unter das Grosse Tschingelhorn führt. Unterbrüche gestalten die Begehung dieses Bandes mittelschwer bis schwierig. Wo sich das Band in der Nordwand des Grossen Tschingelhorns verliert, steigt man rechts durch eine Rinne in die Scharte südwestlich des Gipfels und von da auf der Route 576 zum Gipfel. Martinsmaadhütte bis Gipfel: 5 Stunden.

Nach brieflicher Mitteilung R. F. Streiff, Schwanden.

70. Gross Wannchorn ( 3906 m ). Winter-Traversierung von Osten nach Süden, Pfingsten 1944, durch die Seilschaft T. E. Müller und Max Lenherr. Von der Finsteraarhornhütte auf der Route 338 a ( Clubführer Berner Alpen, Bd. IV ) zum Gipfel, 3% Stunden; Gipfel ab 8.05 Uhr über den Südgrat auf Route 339 zum Wannehornsattel, Sommerski auf dem Rucksack ( Lücke zwischen Gross und Klein Wannehorn ), 2 Stunden. Abfahrt über den Wannehorngletscher in den Sattel nördlich P. 3354 des Grates Klein Wannehorn zum Strahlgrat ( alte Bezeichnung: Senfspitzc ). Über den Nordgrat zur Spitze und über den vereisten Südgrat bis zum Gletscher auf der Südostseite und Abfahrt nach Galtjiner und zur Märjelenalp. Sattel bis Gletscher südlich Senfspitze 2% Stunden; Skiabfahrt bis Märjelenalp % Stunde.

Nach brieflicher Mitteilung T. E. Müller, Bern. Siehe « Die Alpen », 1945, I, Seiten 71—76.

71. Wcisshorn ( 4512 m ). Traversierung besonderer Art; am 2. und 3. September 1936, durch G. de Rham und Rodolphe Tissières.

Von der Cabane du Mountet zur Epaule Momingspitze ( 3968 ), Col de Morning, Momingspitze Nord ( 3867 ), Oberes Schallijoch, Schallihorn ( 3978 ), Schallijoch ( Biwak ), Schalligrat, Weisshorn ( 4512 ), Nordgrat, Bieshorn ( 4161 ), Col de Tracuit und Tracuit.

Nach brieflicher Mitteilung G. de Rham, Lausanne.

72. Kleines Wellhorn ( 2688 m ). Erste Begehung über den Westgrat, am 27. Juli 1946, durch Edwin Krähenbühl, Willy Roth und Emil von Allmen. « Von der Schönbühlhütte auf dem Weglein des gewöhnlichen Wellhorn- aufstieges in den ersten Geröllkessel. In der tiefsten Einbuchtung nach links über grasdurchsetzte Rinnen hinauf zu einem schwach ausgeprägten Grat, der in vertikaler Linie zum ersten Felsbollwerk führt. Über einen Plattenschuss zu einer ausgeprägten Kanzel und einem anschliessenden Grätchen, das sich in der Gipfelwand verliert. Zwei Seillängen in der Fallirne empor bis zu einem ersten wulstartigen Aufschwung. Scharf links um die Kante herum wird ein kleines, loses Gesimse erreicht. Ein Spreizschritt führt exponiert auf einen wenig tiefer liegenden Tritt in der steilen Wand. Von hier äusserst schwierig hinauf auf einen kleinen Stand. Eine diagonale Rinne wird vermittelst Mauerhaken und Schulterstand bis zum zweiten Wulst verfolgt. Erneuter Schulterstand und links über den Überhang empor in eine zweite Rinne, die bis zu einem eingeklemmten Riegel verfolgt wird. Dieser wird schwierig erklettert. Oberhalb des Riegels vermittelt dieselbe Rinne den weitern Aufstieg bis zu einem Quergang, der an ein etwa 15 m hohes, äusserst kleingriffiges Wandstück führt. Über diese hinauf zu einem heiklen Quergang nach links. Über gut gestufte Felsen bei abnehmender Neigung zum Gipfel. Die Route ist sehr bis äusserst schwierig und verlangt vielerorts Mauerhakensicherung. » Nach W. Roth, von R. P. im Jahresbericht 1946 des A.A.C.B. Briefliche Mitteilung E. Krähenbühl f.

Siehe auch « Sport », 15. November 1946.

73. Wetterhorn ( 3708 m ).

a ) Nordostwand ( siehe « Neutouren », « Die Alpen », 1946, Nr. 74 ), Nordflanke und Westkante. Erstbegehung am 24. Juni 1945 durch Edwin Krähenbühl und Jakob Pargätzi ( « Neutouren », 1946, Nr. 75 ). Routenbeschreibungen in « Berge der Welt », Bd. I, 1946, Seiten 190/191, Bildtafeln 32/33.

Siehe « Die Alpen », 1946, I, Seiten 230—232.

b ) Aufstieg über die Nordwest flanke, am B. Juli 1945, durch Hans Inäbnit, Rose Voillat und Adrien Voillat.

Der Aufstieg führte über die Westgratroute bis zum Hühnergutzgletscher, diesem entlang bis senkrecht unter den Gipfel zum Einstieg in die Nordwestflanke, der über den Gletscherschrund zu einem sehr steilen Schneehang führt. Bald links, bald rechts haltend zu einer vereisten Kehle ( Eishakensicherung ), diese senkrecht hinauf zum Gipfel. Glecksteinhütte bis Gipfel 9 Stunden. Nach brieflicher Mitteilung A. Voillat, Damphreux.

74. Grosse Windgälle ( 3192 m ). Begehung des Westgrates von der Windgällenlücke über Schwarzstock, Rothorn und Westkante bis Gipfel, am 5. August 1945, durch Peter und Martin Christoffel.

Es wird vermutet, dass schon Felix Tarin diese Gratwanderung gemacht hat. Aufzeichnungen liegen aber nicht vor.

Die Seilschaft Gebrüder Christoffel führte am 24. Juni 1945 auch eine Besteigung der Nordwestwand der Grossen Windgälle durch.

Nach brieflicher Mitteilung Peter Christoffel, Basel.

Siehe « Sport », 7. September 1945.

75. Zinalrothorn ( 4223 m ).

a ) Variante Südostgrat, 12. August 1944, durch G. de Rham, Gabriel Chevalley und Alfred Tissières.

Zuerst auf der Route E. R. Blanchet und C. Mooser ( 30. Juli 1928 ). Von der Trift auf dem üblichen Weg zum Schneegrat, über guten Granitfels in der Richtung der Kanzel und über den Grat, auf demselben oder leicht auf der Südwestseite bis zu einer Schneezunge dieser Flanke, wo ein Felsvorsprung zu einer Umgehung in der Ostflanke zwingt; durch eine unregelmässige Verwerfung eben durch zu einem Felsriegel am Fuss eines Kamins, durch diesen und, wo er überhängend wird, rechts umgehend und zum Grat, auf diesem und in der Südwestseite bis direkt unter den Felskopf der Kanzel. Von hier, statt wieder abwärts gegen den Ostgrat und Gipfel ( Route Blanchet-Mooser ), nach links über eine luftige Felspartie unter dem Überhang durch und in die Route Blanchet-Mooser rechts der Kanzel über den Rippen der Westflanke. Route, die Blanchet vorgeschlagen hat. Hakensicherung ist nicht notwendig. Biwak Trift ab 4 Uhr, Verlassen der ordentlichen Route 9.30 Uhr. Ob Kanzel in der Route zurück 11.30 Uhr, Gipfel 11.40 Uhr. Nach brieflicher Mitteilung G. de Rham, Lausanne. Siehe auch « Berge der Welt », I, 1946, Seiten 125/126. b ) Routenitinerarien siehe Bildtafeln in « Berge der Welt », Bd. I, 1946, Seiten 9 und 12. Ostwand: Routen Blanchet-Mooser, Gréloz-Roch-Schmid, Robertson-Young-Knubel-Pollinger. Nordwand: Routen Bou-laz-Bonnant, Behrens-Furrer- Graven, Brunner-Szepessy-Schmid. Zermatter Flanke: übliche Route, Kanzelgratroute, Ostwandroute Gréloz-Roch-Schmid 1945. Siehe « Die Alpen », 1946, I, Seiten 193—200.

Nachträge 3. Alphubel.

Bei dieser Besteigung soll es sich nach einer Mitteilung von Ing. Marcel Kurz nicht um den Westgrat handeln, der zum Punkt 4206 führt ( genannt Rotgrat, der schon 1889 überschritten wurde; siehe Walliserführer III b, Route 464 ), sondern um Westgrat und Westrippe zu Punkt 4116, der Nordgipfel des Alphubels. 15. Dent Blanche.

Es handelt sich um die dritte Begehung des Nordgrates, die zweite im Aufstieg.Nach Mitteilung Ingenieur Marcel Kurz.

33. Galenstock ( 3581 m ).

Erste Winterüberschreitung. Es soll heissen: Aufstieg über die Ostwand, vom Tiefengletscher her, zum Gipfel 3581 m, Abstieg über den Nordostgrat zum Tiefensattel und von hier mit den Ski über den Rhone-Firn und zur Trifthütte. 36. Gredetschhörnli ( 3662 m ).

Die Routen über den Südostgrat ( Nr. 17, Seite 144, Die Alpen 1944 ) und Südgrat ( Nr. 18, Seite 144, Die Alpen 1944, und Nr. 36 a, Seite 262, Die Alpen 1947 ) sind identisch. Die Seilschaft Conrad Beck, Max Besson und August Wenzinger bezwang diesen Grat im Juli 1936 als erste. Die Begehung Josef Imseng und Andreas Seiler ist eine zweite Begehung ( wohl eine Variante! Oe. ), wobei der Aufstieg von der Baltschiederklause zur Baltschiederlücke, Punkt 3213 ( neue Landeskarte ), erfolgte und von hier zum Südostgrat und zum Gipfel.

Nach Mitteilung W. v. Bergen, Bern.

Wir bitten, Meldungen über Neutouren in den Schweizer Alpen der Redaktion der « Alpen » mitzuteilen, mit kurzer Routenbeschreibung und wenn möglich unter Beilage von Routenskizzen und Routenaufnahmen.

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