Neue Bergfahrten in den Schweizer Alpen, 1944-1945

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1944 und 1945, mit Nachträgen«...

Zusammengestell} von Max Oechslm

( Fortsetzung ) 24. Dent Blanche-Viereselsgrat. Erste Winterbegehung. 17. April 1938. Durch Otto Gerecht und Sepp Wechsler.

Erwähnt im « Guide du Skieur dans les Alpes Valaisannes » von Marcel Kurz, Bd. II, 1939, Seite 52.

Nach brieflicher Mitteilung Otto Gerecht, Zürich.

25. Dents du Midi ( Cime de l' Est 3180 m ). Erster Durchstieg der Nordostwand über die Mittelrippe, am 17. Oktober 1943. Durch René Aubert, Pierre Bonnant und André Roch.

Der Grat unterteilt sich in vier Stufen. Die erste Stufe wird auf der Route Breugel-Delez betreten. Man folgt einem sehr steilen Riss aufwärts, auf der linken Seite, dessen Ende sehr exponiert ist; erreicht den Fuss eines grossen Couloirs, steigt aber baldmöglichst über den Felsgrat weiter, durch Kamine, die leicht zu bewältigen sind. Dann rechts durch einen überhängenden Kamin und links hinaus, unter einem senkrechten Wandstück, über senkrechte Felsbänke rechts auf die Höhe der ersten Gratstufe. Ein Grat führt rechts zur zweiten Stufe hinauf, über eine schwierig zu bezwingende Felsnaht zum Grat, der über einen brüchigen, sehr exponierten Felskopf erreicht wird. Die dritte Stufe beginnt mit einem überhängenden, gelben Turm. Durch einen schuttgefüllten Riss nach links bis zum Fuss einer Felswand, eines Felscouloirs, das leicht nach rechts führt und nach oben immer steiler wird. Über eine Reihe schwer zu bewältigender Platten ( Hakensicherung !) erreicht man den Fuss senkrechter Felsbänder von ca. 12 m Höhe, die durch einen Kamin bezwungen werden ( 2 Haken ), der zur letzten, vierten Gratstufe führt. Über einen steil aufsteigenden, grossen Felsturm, der mehr oder weniger über den schärfsten Grat bezwungen wird, bald links, bald rechts, guter Fels und schöne Kletterei ( 1 Haken ). Man erreicht brüchigen Fels eines Grates, der in die obere Scharte der Arête du Jorat führt, ca. 20 m unter dem Gipfel. Der Weiterweg führt nach links in die Südflanke zu einem Couloir, durch das man in fünf Minuten den Gipfel erreicht. Chalets de l' Haut 06 50 Uhr, Col du Merle Blanc 07 50 Uhr, Einstieg 08 30 Uhr, zweite Stufe 09 50 Uhr, dritte Stufe, gelber Turm, 10 35 und 11 00 Uhr, vierte Stufe 12 20 Uhr, Scharte unter dem Gipfel 13 30 Uhr, Gipfel 13 40 Uhr.Nach A. Roch, Jahresbericht A.A.C.Z. 1944/45.

Siehe auch « Die Alpen », 1944, Seiten 321—325, André Roch: « Cime de l' Est des Dents du Midi. » — Diese Besteigung wurde am 2. Juli 1944 durch die Seilschaft Collini, Dittert, Marullaz, de Rham und Weigle wiederholt.

26. Doldenhorn ( 3124 m ). Ostgrat im Abstieg. 17. September 1944. Durch die Seilschaft Adrien und Rose Voillat. Briefliche Mitteilung A. Voillat.

27. Drusenfluh ( 2833 m ). Variante beim Roten Gang der Südwand. Erste Begehung am 23. August 1944 mit fünf Mann der Geb. Mitr. Kp. 220 unter Führung von Lt. Sämi Pulfer.

Das markante rote Band wird wie gewohnt in seiner ganzen Länge durchklettert. Vom Rasenplatz am Ende desselben zuerst noch ca. 2 Seillängen auf der gewöhnlichen Route, dann über schwierigen Fels etwa 2 Seillängen nach rechts in ein Couloir, das sich nach oben zu einem Kamin verengt und im unteren Teil eine Menge grosser Blöcke aufweist. Nach Erkletterung desselben etwas links haltend zu einem kleinen Felsenfenster, das zum Durchschlüpfen nur sehr knappen Raum bietet. Nach wenigen Metern ist der Grat erreicht, über welchen man in leichter Kletterei zum P. 2633 hinaufsteigt. Von dort über den Grat zum Gipfel der Drusenfluh ( 2833 m ).

Durch diese Route ist es möglich, über den Roten Gang auf die Drusenfluh zu steigen, ohne auf österreichisches Gebiet hinabsteigen zu müssen, wie dies auf der normalen Route der Fall ist. Dauer der Kletterei vom Einstieg bis P. 2633 ca. 3 y2 Stunden. Schwierig.Briefliche Mitteilung Sämi Pulfer.

28. Eggstock ( 3558 m ). Dammagruppe. Direkter Aufstieg durch das nördliche Eiscouloir, 24. Juni 1945. Durch Arthur Baumgartner, W. Gut und F. Michel.

Vom Weg Göscheneralp—Kehlenalphütte bei ca. 2000 m ü. M. direkt über den Gletscher, dann in südwestlicher Richtung über den Gletscher, der nordwestlich dem Eggstock entspringt und im obern Teil durch eine brüchige Felsrippe in zwei Arme aufgeteilt ist. Über den rechten Gletscherhang ( von unten gesehen ) direkt zum Grat und über denselben zum Gipfel. Vom Kehlengletscher bis Eggstockgipfel muss der Felsen nie betreten werden.

( Gletscherfahrt für Steigeisentechniker! M.Oe. ) Nach brieflicher Mitteilung A. Baumgartner, Zürich.

29. Eggstöeke ( 2450 m ). Glarus. Erste vollständige Überschreitung der drei Gipfel von Ost nach West, am 10. Oktober 1943. Durch Alfred Eberle, Emil Bohlhaider und Paul Schafflützel f- Vom Oberstafel aus: 4 Stunden.

Nach brieflicher Mitteilung Paul Schafflützel f.

30. Vorderer Eggstock ( 2452 m ). Glarus. Erster direkter Durchstieg der Nordwand durch Bergführer Jakob Marti. 3 Stunden.

Nach brieflicher Mitteilung Paul Schafflützel f.

31. Engclhörner-Sattclspitzc. Aufstieg über die Nordostkante und den Nordostgrat, direkt aus dem Ochsental, am 31. Oktober 1943. Durch Emil Kambli, Kaspar Muff und Sepp Wechsler. Sehr schwierig und stark aus-gesetzt.Nach brieflicher Mitteilung Kaspar Muff, Luzern.

32. Engelhörner-Ulriehspitz. Erste Begehung über die Nordwand am 7. August 1943. Durch Sepp Wechsler, Emil Strubli, Kaspar Muff und Willy Rübenstahl.

Siehe « Die Alpen », 1943, Varia 277, und « Die Alpen », 1944, Seiten 344/45.

33. Falkcnturm-Kleiner Spannort. Erste Traversierung, Aufstieg über die Südwand, Abstieg über die Nordwand. 3. Oktober 1937. Durch Otto Gerecht und Sepp Wechsler, Zürich. 4 y2 Stunden. Siehe « Die Alpen », 1941.

Mitteilung O. Gerecht, Zürich.

34. Fählcntürme. Erste Begehung der Südwand am 21. Oktober 1945. Durch Sämi Pulfer und Arnold Duttweiler.

Von der Häderenhütte steigt man in ca. einer halben Stunde nordöstlich am Wildseeli vorbei an den Fuss der Wand. Während des Aufstiegs sieht man ein markantes Couloir, das sich vom Hauptgipfel der Fählentürme in Richtung Fählensee hinabzieht. Unten versperrt ein gewaltiger Turm den Einstieg in dasselbe. Auf der südlichen Seite dieses Turmes befindet sich eine Art Nische mit einem markanten, etwas versteckten Kamin auf der rechten Seite. Nach Erkletterung dieses Kamins erreicht man ein kleines Gesimse, von wo ein Riss hinaufführt zu einem Block. Etwas links haltend, kommt man nach ca. 10 m zu einer Stelle, wo der Fels ganz glatt wird. Ein Haken verhilft zu einem Quergang nach links in einen Riss, durch welchen man bald das oben erwähnte Couloir erreicht. Durch dieses steigt man in leichter Kletterei bis unterhalb des spitzen Gratturms östlich des Hauptgipfels. Der leichtere Weg führt hier zur Scharte und über den Grat zum Gipfel. Die interessantere Route führt nach links hinüber zu einem kleinen Sattel unmittelbar unter dem Gipfelaufbau. Eine Verschneidung gibt hier die Möglichkeit zum Weiterweg. Die Stelle misst eine volle Seillänge und ist wohl die schwierigste der ganzen Route. Sicherungshaken sind hier unumgänglich. Nach Überwindung dieser Stelle in schöner luftiger Kletterei zum Gipfel. 2%—3 Stunden, Einstieg bis Gipfel.

Briefliche Mitteilung von Sämi Pulfer, St. Gallen.

35. Vorderer Feldschyn ( 2910 m ). Erste Begehung des Nordgrates am 18. Juli 1943.Durch Otto Gerecht, Fritz Niedermann und Hans Wegmüller. Im Urnerführer, Bd. II, ist vermerkt, dass der Grat von Moses Gamma und Peter Mattli begangen worden sei. Moses Gamma sagt aber aus, dass eine vollständige Begehung des Grates durch sie als Strahler ( Kristallsucher ) nicht erfolgt sei.

Der lange, zerrissene Grat hat grosse Ähnlichkeit mit der Bügeleisenkante der Pizzi Gemelli im Bergeil. Göscheneralp bis Gipfel ca. 8 Stunden.

Nach brieflicher Mitteilung Otto Gerecht, Zürich.

36. Fründcnhorn ( 3367 m ). Erste Begehung durch die Südwand, am 20. August 1944. Durch Edwin Krähenbühl f und Hans Wyttenbach t- Einstieg über dem Hängegletscherchen am Fusse der Südwand, das auf der Route 132 ( des Hochgebirgsführers durch die Berner Alpen, Bd. II, Seite 77 ) von der Fründenhornhütte aus erreicht wird, oder vom Gasterntal her über den Alpetligletscher. Der Einstieg befindet sich in der Fallirne des Fründenhorn-gipfels und wird über einen steilen Firnhang erreicht. Gutgestufte, bräunliche Felsen führen, leicht links haltend, an eine graue, senkrechte Wand, die in einer 30 m hohen Verschneidung überwunden wird ( sehr schwierig ). Weniger steile, abwärts geschichtete und teilweise lose Plattenschüsse führen unter Umgehung eines grossen, auffallend gelben und dreieckigen Turmes auf ein Grätchen. Über dieses in gutgriffigem Gestein exponiert 30 m gerade hinauf auf ein Schuttband, das ca. 20 m bis zu einem grossen Couloir nach links verfolgt wird. Dann das Couloir steil hinauf und über abschüssige Schrofen zur Schlusswand, die leicht links ausholend angegangen wird und über gut gestufte Felsen auf den Gipfel leitet. Hängegletscher bis Gipfel 1 % Stunden. Steinschlag, sehr schwierig.

Nach dem Kurzbericht von Hans Wyttenbach f im 39. Jahresbericht des A.A.C.B., 1944, und « Die Alpen », 1945.

37. Gleckhorn ( 2451 m ). Neue Routen: Vergleiche Bündnerführer, Band VII, Rätikon.

Zu Route 27 f. Der Einstieg in die Südostwand kann auch direkt auf dem Gleckkamm erfolgen. Man erreicht, der Gratkante folgend bis zur Wand, nach leichter Kletterei die obere Edelweisspleise ( abschüssiges Grasband in ungefähr halber Höhe zwischen Gleckkamm und Gleckhornspitze ). Von hier etwas rechts haltend gelangt man ca. 80 m unter der Spitze auf den Nordostgrat. 1 Stunde.

Variante: Von der obern Edelweisspleise direkt in die Südwestwand und auf Route 27 e zum Gipfel oder weiter schrägabwärts zur tiefen Furka.

Neue Route 27 g. Einstieg beim Auslauf der obern Gamseck ca. 100 m unter dem Einstieg zu Route 27 e. Zuerst über steile Rasenbänder empor und dann leicht nach links haltend auf grosses Grasband mitten in der Wand. Weiter gerade empor zu einem grossen Felskopf. Umgehung auf der rechten oder linken Seite und nach Westen zur tiefen Furka.

Variante: Vom grossen Felskopf in östlicher Richtung ansteigend auf Route 27 e oder 27 d zum Gipfel.

( Route 27 g Ch. Kuoni, L. Lipp und H. Schnell am 4. August 1940. ) Neue Route 27 h. Vom Schwarzbrunnentobel nach Westen über ein grosses Schuttkar zu einer weitvorspringenden Felskante und ca. 300 m hinauf bis zur sogenannten Gemsfreiheit ( sehr steile Grasbänder unter der Steilwand des Schwarzhornes ). Nun etwa 80 m wieder absteigend und nach Westen schräg aufwärts auf eine grosse Graszunge und weiter zum Fläscherfürkli. Schwierig bis sehr schwierig. Nur bei ganz trockenem Fels im Spätsommer. ( Erstbegehung H. Schnell 2. August 1942. ) Briefliche Mitteilung Hans Schnell, Thusis.

38. Gletscherhorn ( 3982 m ). Erste Begehung über die Nordrippe am 29. August 1945. Durch Hermann Etter und Ernst Reiss.

Von der Rottalhütte durch das Gletscherbecken und die markante Firn-runse zur rechten Wandhälfte des Gletscherhorns. Über die Nordrippe, ca. 600 m, zum Felsende ( kleiner Steinmann errichtet ). Von hier über eine Eiskante, ca. 90 m, zu einer Querspalte und durch diese auf den obern Hängegletscher, über diesen zum westlichen Gratende und zum Gletscherhorngipfel.

Rottalhütte ab 03 00 Uhr, Gletscherhorngipfel 15 30 Uhr. Die Route Weizenbach und Gefährten geht durch die östliche Wandhälfte, die Route der Seilschaft Jaun-Etter-Reiss liegt ca. in der Mitte zwischen der Route Weizenbach und der oben beschriebenen und wich im obersten Teilstück nach Osten auf den Ostgrat aus. Nach brieflicher Mitteilung Ernst Reiss, Unterbach.

Siehe auch a Sport », Zürich, Nr. 10, 25. Januar 1946.

39. Vorder Grauspitz ( 2601 m ). Neue Route: Vergleiche Bündnerführer, Bd. VII, Rätikon.

Neue Route 29 e. Über den Westgrat. Diese Route ist schon mehrfach begangen worden. Vom Falknisspitz zuerst in nordöstlicher Richtung über den anfänglich breiten Gratrücken über Felsblöcke und grosse Steinplatten zu den ersten, auf beide Seiten steil abfallenden Gratzacken. Diese können in abwechslungsreicher, jedoch exponierter Kletterei direkt überklettert oder auf der Nordseite umgangen werden. Die Zacken sind meist stark zerklüftet und bestehen aus losem, selten ganz griffsicherem Gestein. Besonders die letzte grosse Gipfelpyramide, der grosse Samiklaus, bietet gerade darum Schwierigkeiten beim Aufstieg über den Westgrat, weil das Gestein hier ganz unzuverlässig und faul ist. Er ist jedoch auf der Nordseite durch einen schuttbedeckten, tiefeingeschnit- tenen Kamin ohne grosse Schwierigkeit zu umgehen. Der letzte Aufstieg zum Grauspitz kann ebenfalls direkt über die Westkante von der Gratscharte zwischen Grauspitz und Samiklaus erfolgen. Es lohnt sich zwar auch hier eine kleine Abweichung in die Nordseite, um durch einen kurzen Kamin auf die Spitze zu gelangen.

Die umgekehrte Ausführung dieser Route vom Grauspitz zum Falknisspitz ist bedeutend schwieriger.

Die Beschreibung unter Vorder Grauspitz, wonach der Felsgrat zwischen Falknis und Grauspitz bis heute unbezwungen sei, fällt demnach dahin.

Briefliche Mitteilung Hans Schnell, Thusis.

40. Hausstock ( 3160 m ). Erste Begehung der Nordostflanke am 15. Juli 1936. Durch die Bergführer Jak. Marti und Jak. Hefti. Alpeli bis Gipfel: 3 Std.

Nach brieflicher Mitteilung Paul Schafflützel f.

41. Dent d' Hérens ( 4180 m ). 9. Begehung der Nordwand, Route Weizenbach, am 17. Juli 1945. Durch J. Hajdukiewicz und M. Mischke ( Polnischer Bergklub, Hochschullager Winterthur).Briefliche Mitteilung M. Mischke.

42. Höhlenstock ( 2908 m ).

Entgegen unserer Meldung ( « Die Alpen », 1944, Neue Bergfahrten in den Schweizer Alpen, Nr. 20 ) wurde der Westgrat im Abstieg erstmals durch Felix Tarin mit Otto Künzel im August 1935 begangen, während im Aufstieg der Grat erstmals von Otto Gerecht mit Emil Meier am 26. Juli 1941 bezwungen wurde, also ohne Tarin und Künzel.

43. Hoher Turm ( 2669 m ). Glattalp. Erster Durchstieg der Südwand, 26. August 1945. Durch Heinrich Truttmann und Hermann Kohler.

Der Einstieg erfolgte in den Platten in der Fallirne unter dem Gipfel. Der erste Drittel der Wand ist ohne besondere Sicherungen zu bewältigen, während der oberste Teil unter dem Gipfel Hakensicherung erforderte; exponierte und in der obern Hälfte schwierige Kletterei.

Nach brieflicher Mitteilung Oskar Truttmann, Schwyz.

44. Hoher Turm ( 2669 m ). Erste Begehung des Nordostgrates vom Flätschstock her, am 4. August 1944. Durch Sepp Schwyter und Jos. Staub.

Nach brieflicher Mitteilung Paul Schafflützel f.

45. Jungfrau ( 4166 m ). Erster Durchstieg der Nordwand am 23. Juli 1945. Durch Bergführer Otto von Allmen und Karl Schlunegger, Wengen.

Von Jungfraujoch wurde um 05 00 Uhr aufgebrochen, über den Gletscherabbruch links zum Kühlauigletscher abgestiegen, um auf der Guggiroute hinter dem Schneehorn hindurch den Fuss der Nordwand zu erreichen und senkrecht unter den Gipfel einzusteigen, 08 00 Uhr. Der Anstieg erfolgte über eine ca. 30 m hohe Eiswand zu einer markanten Felsrippe, dann dieser folgend bis in die Wandmitte. Der Weiterweg führte mehr oder weniger in der Fallirne durch die griffarme, glatte Felswand. Der Gipfel wurde um 14 00 Uhr erreicht.

Die Nordwand ist über die Nordwestkante erstmals am 12. September 1926 durch Hans Lauper t und P. v. Schuhmacher bestiegen worden.

Nach « Der Bund », Nr. 350, 30. Juli 1945 und « N. Z. Z. », 29. Juli 1945, Nr. 1157.

46. Kilchlistock ( 3114 m ). Ersteigung über die Südkante am 7. Oktober 1945. Durch Hermann Etter und Ernst Reiss.

Von Guttannen durch das Rotlauitobel und über die Rotlauialp zum Fuss der Felsen der Südflanke, wo eine steile Schneerunse sich zum tiefsten Punkt -.'-a »; zwischen Kilchlistock ( 3114 ) und Punkt 3085 hinaufzieht. Über massig steilen Fels einige Seillängen aufwärts bis zu einem Schneefeld, das direkt unter der Südkante sich breitet. Von hier über die Kante auf ca. 600 m Länge bis zum Gipfel. Freie, z.T. luftige Kletterei. Grat 4 Stunden, Guttannen–Gipfel: 7 Stunden.Nach brieflicher Mitteilung Herrn. Etter, Kallnach.

47. Kreuzberg III. Begehung der Nordwand, 1. Juli 1945. Durch Franz Grubenmann und Eugen Stadler.

Die Nordwand wird durch eine Scharte in zwei Teile geteilt. Der Einstieg befindet sich ca. in der Mitte des östlichen Wandteiles. Durch einen nach rechts weisenden Riss zu einem Überhang, über diesen zu einem weitern, ca. 30 m langen Riss zu einem Absatz und über einige weitere Felsstufen, rechts haltend, direkt zum Gipfel. Nach brieflicher Mitteilung Kurt Gurtner, Herisau.

48. Kleine Lauteraarhörner. Erste Gesamtüberschreitung vom Sattel nordwestlich der Lauteraarhörner bis zum Kleinen Lauteraarsattel in der SO—NW-Richtung. Am 12./13. August 1940. Durch Otto Gerecht und Ferd. Wörndle.Nach brieflicher Mitteilung Otto Gerecht, Zürich.

49. Lenzspitze ( 4300 m ). Erster Abstieg über die Ostwand durch E. Fischer ( Dottikon ) und Bergführer H. Zurbriggen ( Saas ). August 1944.

Notiz in « Die Alpen », 1944, Varia, S. 222 und 245.

50. Klcinloliner ( 2591 m ). Erste Winterbegehung am 23. Dezember 1945. Durch zwei Seilschaften Brauchli-Stöckli und Müller-Spycher.

Von der Eisigalp über Metsch bis zur Obern Bonderalp, wo infolge schlechter Schneeverhältnisse die Ski deponiert werden mussten. Querung des Westhanges der Bonderspitze bis zum Einstieg in den Nordgrat des Kleinlohner. ( Bei günstigen Schneeverhältnissen wird es möglich sein, bis hierher mit den Ski aufzusteigen und hernach lohnende Abfahrt gegen Adelboden zu halten. ) Aufstieg über den Nordgrat auf der üblichen Route zum Gipfel des Klein-lohners, Rückkehr auf gleichem Weg. Es wurde starke Vereisung der Felsen angetroffen.Nach brieflicher Mitteilung Gottfr. Spycher, Thun.

51. Mättlenstöcke ( 2808 m ). Begehung des nördlichen Mättlenstockes und des Nordgrates des südlichen Mättlenstockes. Am 16. September 1945. Durch Jakob Hefti und Ruedi Schmid.

Ab Erbsalp um 07 00 Uhr, Leiterberg 10 00 Uhr ( nördlicher Eckpfeiler des Grates, der vom Richetlipass aus erreicht wird, 2671 m. Den andern Eckpfeiler der Gruppe bildet der südliche Mättlenstock ). Anfänglich wird der Grat durch unangenehme Schieferplatten gebildet, dann aber folgt ein einigermassen solider Kalk. Einige Gendarmen müssen teilweise exponiert überklettert werden, den letzten kann man westlich umgehen. Immer auf dem Grat bleibend, erreicht man nach ca. 1 Stunde den eigentlichen Gipfelaufbau des nördlichen Mättlenstockes, ca. 2770 m. Ein sehr steiles, ca. 20 m hohes Wändchen ( das mit Hilfe von 3 Haken überwunden wurde ) führt auf den Gipfel. Der Verbindungsgrat zum südlichen Mättlenstock wird anfänglich durch eine Reihe steiler, sehr scharfer Gendarmen gebildet, die überklettert werden müssen. Erst die zwei letzten, südlichen, kann man westlich umgehen, um dann, einige Meter abseilend, die Scharte vor dem Gipfelaufbau des südlichen Mättlenstockes zu erreichen. Ein steiler, kleingriffiger Grat führt zum Gipfel, 2808 m.-14 00 Uhr. Exponierte, z.T. schwierige Kletterfahrt.

Nach Ruedi Schmid, Jahresbericht des A.A.C.Z., 1944/45.

52. Mättlenstoek ( 2808 m ). Erste Begehung des Südgrates am 11. August 1943 durch Bergführer Jakob Hefti. Mättlenfurkel bis Gipfel: 1 Stunde.

Nach brieflicher Mitteilung Paul Schafflützel f.

53. Pizzo di Mezzogiorno ( 2705 m ). Erste Begehung des Nordostgrates am 20. August 1944. Durch Werner Wittwer.

Von der Hütte bei P. 1629 in der Val Cramosino in ca. 1 % Stunden über den Weg zur Bocchetta di Cramosino, P. 2587; dann nach rechts über steile Grashänge gegen den Verbindungsgrat Mezzogiorno—Poncione di Piategno und über den Nordostgrat direkt zum Gipfel des Pizzo di Mezzogiorno; ca. 1 % Stunden. Nach brieflicher Mitteilung Werner Wittwer, Zürich.

( Fortsetzung folgt )

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