Neue Bergfahrten in den Schweizer Alpen, 1944-1945

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1944 und 1945, mit Nachträgen

Zusammengestellt von Max Oedislin

( Fortsetzung ) 7. Piz Balzetto ( 2863 m ). Erster Durchstieg der Westwand zum Westgrat am 2. September 1945. Durch die beiden Bergführer Philipp Wieland und Reto Giovanoli, Promontogno.

Einstieg über den Platten nördlich der Albignahütte und durch den von der Hütte aus markant sichtbaren Felsvorsprung und über plattige, griffarme Felsen bis zur Scharte zwischen dem Grossen Gendarmen und dem Westgrat, weiter über den Westgrat bis zum Gipfel, die obern Gendarmen in exponierter Kletterei links umgehend. Nach einer Abseilstelle in die Scharte zwischen den Gipfeln. 8% Stunden: Einstieg bis Scharte. Schwierig bis sehr schwierig.Nach brieflicher Mitteilung Philipp Wieland.

Siehe « Die Alpen », Varia, 1945, S. 255.

8. Piz Beverin ( 3002 m ). Begehung der Nordwand, am 2. August 1942. Durch J. Hajdukiewicz und M. Mischke ( Polnischer Bergklub, Hochschullager Winterthur).Nach brieflicher Mitteilung M. Mischke.

9. Piz Bianco ( 3216 m ). Die Nord-Ost-Wand wurde im Abstieg erstmals am 19./20. September 1943 begangen. Durch L. Cotadze, T. Nowak, J. Pot-kowiak und B. Wahl ( Polnischer Bergklub, Hochschullager Winterthur ).

Nach brieflicher Mitteilung M. Mischke.

10. Bifertenstoek ( 3426 m ). Erstdurchstieg der Westwand, am 30. Juli 1944. Durch Paul Schafflützel t und Karl Brühwiler.

Von der Fridolinshütte durch das Schauffelberger-Couloir zum Bündner Tödi. Abstieg zum Puntegliasgletscher und von hier in gerader Linie durch die Westwand zum Gipfel des Bifertenstockes. Fridolinshütte-Bifertenstock-gipfel 8 Stunden. Der Fels ist stark verwittert.

Nach brieflicher Mitteilung P. Schafflützel f.

11. Bifertenstoek ( 3426 m ). Begehung der Nordwand am 29. August 1943. Durch R. Colczewski, J. Latoszynski und M. Mischke ( Polnischer Bergklub, Hochschullager Winterthur ).

Direkt vom Griesgletscher durch die Wandmitte.

Nach brieflicher Mitteilung M. Mischke.

12. Grosser Bockmattliturm oder Plattenkopf. Erste Begehung über den Ostgrat am 28. Oktober 1945. Durch Christian Hauser, Jak. Krebser und Vitale Züger. Der Aufstieg wird als äusserst schwierig bewertet und erforderte 7 Stunden.

Nach brieflicher. Mitteilung Jak. Krebser, Nieder-Uster.

13. Kleiner Boekmattliturm. Erste Begehung durch die Nordwand am 26. August 1945. Durch Christian Hauser und Jak. Krebser.

Überaus schwierige Kletterei in solidem Kalkfels, exponiert.

Nach brieflicher Mitteilung Jak. Krebser.

14. Brisi. Erstbegehung der Südwand 30. August 1945. Durch Franz Grubenmann und Eugen Stadler.

Einstieg im westlichen Drittel der Wand, ca. 100 m unterhalb der « gelben Platte ». Beim Einstieg etwas links halten, dann direkt durch den Überhang ( mit Hakensicherung ) zur « gelben Platte », dann ca. 40 m horizontal durch einen Quergang bis unter das hier erkenntliche Felsenloch und direkt zu diesem hinauf. Schwierig. Über eine ca. 15 m hohe Platte, ca. 60 m durch einen Quergang nach rechts zu einer Kante oberhalb der « gelben Platte » und über die Kante zum Gipfel. Einstieg bis Gipfel 10 Stunden.

Nach brieflicher Mitteilung Franz Grubenmann.

15. Bristenstock ( 3074 m ). Erste Winterbegehung am 19. April 1943. Durch Otto Gerecht, Walter Gut, Hannes Huss, R.M.eyer, E. Schulthess, F. Wörndle und Jul. Zimmermann.

Der Aufstieg erfolgte über Schilt-Haglisberg zum Stäfeli und bis zum Firn, der zwischen dem Nordost- und Nordwestgrat liegt. Die Ski wurden im obersten Firndreieck deponiert.Tour nur bei schneearmen Wintern ratsam. Grosse Lawinengefahr! M. Oe.).Nach brieflicher Mitteilung Otto Gerecht.

16. Brunnitaler Weißstöckli ( 2409 m ). Erster Durchstieg der Nordwand am 4. Juli 1942. Durch Otto Gerecht und Ferd. Wörndle. Siehe « Die Alpen », 1942, Varia, Seite 266.

17. Combin de Corbassière ( 3718 m ). Neue Route, 26. Juli 1944, im Abstieg. Durch A. Szepessy und H. Reber.

« Vom Gipfel folgt man dem Westgrat gegen die Aiguilles de Boveyre zu ( unbenannt im T. A. ) bis zu einem grossen, aus dem Schnee hervorstehenden Block, P. 3622. Südlich dieses Blockes führt ein zuerst sehr schmales Kamin auf das in der neuen Karte gut angegebene Schneefeld. Man steigt, leicht rechts haltend, über dieses Schneefeld ab, kommt in einen grossen Trichter und in ein sehr steiles Couloir, das bei ca. 3220 m den Glacier de Boveyre erreicht. Rechts am Gletscher entlang und über die grosse Moräne bis zu den Hütten von Bevyre-dessus. Ca. 10 Stunden von der Cabane de Panossière bis Bourg-St-Pierre. Die Route kann bei viel Neuschnee oder Eis sehr schwierig sein, vielleicht unausführbar. »A. Szepessy, Jahresbericht des A.A.C.Z., 1944/1945.

Siehe auch « Die Alpen », 1945, Varia, Seite 171.

18. Petit Combin ( 3671 ). Mit Ski über den NNW-Grat am 9. Mai 1945. Durch A. Tissières, Ruedi Schmid und M. Sieber.

Von der Cabane Brunet, 2070 m, Alpe de la Lyse, über Plan de Sery und Route 68, später Route 66 ( Marcel Kurz, Skiführer der Walliser Alpen, Bd. I ) zum Glacier de Sery und Felssporn des NNW-Grates ( P. 2760 ). Von hier statt dem Grat folgend, der wegen der Steilheit nicht erlaubt, mit Ski begangen zu werden, durch die westlich dem Grat liegende Gletschereinsenkung, nur einmal den Grat zur Überwindung des Eisabbruches benützend, bis Höhe 3150 m, wo die Ski abgeschnallt werden müssen und der Grat über Fels erreicht wird. Über diesen zum Gipfel auf ziemlich steilem Eisgrat. ( Ski auf dem Rucksack.Cabane Brunet ab 06 00 Uhr, Gipfel 14 30 Uhr.

Nach Bericht Ruedi Schmid, Jahresbericht des A.A.C.Z., 1944/1945.

19. Combin de Zessettaz ( 4078 m ). Erster Durchstieg der Ostwand am 19. August 1943.Durch René Fellay und Machoud. Siehe « Die Alpen », 1945, Seiten 305—309.

20. Culand ( 2792 m ). Erste Begehung des Nordwestgrates am 23. August 1943. Durch R. und J. C. Stehli und Pierre Vittoz.

Der Aufstieg führte über die bekannte Route der Borna bis ca. 2200 m, dann nach rechts bis zu einem frischen Felsabbruch von 8-10 m Höhe. Ob diesem folgen ca. auf 200 m Länge plattige Felsstufen, die sich, je höher man kommt, um so mehr aufrichten und schwierige Kletterei bieten. Man folgt dem Grat bis zu einem tiefen Einschnitt, der unter einer Felsstufe endet. Durch einen Kamin ist diese zu überwinden, worauf ein Überhang folgt, der eine kurze Umgehung fordert. Man erreicht den Grat wieder ca. 10 Minuten nordöstlich des Gipfels. Ca. 6 Stunden.

Nach brieflicher Mitteilung Pierre Vittoz, Lausanne.

21. Dammastock ( 3633 m ). Erste Winterbegehung durch die Ostwand am 21. Februar 1943. Durch Otto Gerecht, Marcel Chappot, Herrn. Wäffler und Jul. Zimmermann.

Mit den Ski von der Dammahütte bis zum Fuss der Wand, Skidepot. Auf der Route 24 dz des Urnerführers auf den Nordgipfel und über den Grat zum Hauptgipfel. Abstieg durch das Couloir zwischen den beiden Gipfeln und zurück zum Skidepot. Dammahütte bis Gipfel 5 Stunden.

Nach brieflicher Mitteilung Otto Gerecht, Zürich.

22. Dammazwillinge ( 3265 m Ostgipfel und 3262 m Westgipfel ). Traversierung über den Grat vom Oberen Gletscherjoch über die beiden Zwillinge bis zum Tiefenstock. 13. Juli 1941. Durch Otto Gerecht, A. Grendelmeier und Emil Meier.

Der Aufstieg vom Oberen Gletscherjoch auf den östlichen Dammazwilling und die totale Begehung des Grates bis zum Tiefenstock wurden in dieser Richtung durch die vorgenannte Seilschaft erstmals ausgeführt.

Erste Begehung des Grates in der entgegengesetzten Richtung Nordgrat-Westgipfel-Ostgipfel-Oberes Gletschjoch durch eine Gruppe von 12 Bergsteigern 1940. Siehe: Marcel Chappot, Dammazwillinge, « Die Alpen », 1941, Seiten92—94.

23. Dent Blanche ( 4357 m ). Erster Aufstieg durch den Grand Couloir der Westflanke. Am 3. August 1944. Durch Robert Gréloz, André Roch und Jean Weigle. Abgang von der Cabane Rossier um 03 30 Uhr, Traversierung der Flanke zur Dent-Blanche-Westwand noch im Dämmern der Nacht, über den Gletscher hinab zum Fuss der Westwand. Einstieg um 05 00 Uhr, über einen Schneehang, der nach oben an Steilheit zunimmt, über Felsplatten und durch Couloirs bis zu einer Stelle, die durch einen Felsvorsprung gesperrt ist. Rechts längs einer Naht senkrecht hinauf zu einer ca. 20 m hohen Felswand, die einen Vorsprung zeigt, rechts neben einer eisgefüllten Kehle. Man steigt auf einen Gendarmen von 3 m Höhe zum Fuss des Vorsprunges und überwindet diesen über einen Überhang. Dann vermittels « Seilmanövers » ca. 15 Meter leicht links in die Tiefe der Kehle ( 10 Haken, 3 zurückgelassen ) auf eine von den Lawinen geglättete Stufe. ( Vorangehender 35 Minuten, ganze Seilschaft 11/z Stunden ). Von hier über einen glatten Grat, dann durch einen sehr steilen Schneehang zum « Grand Couloir », das man direkt bezwingt, bald links, bald rechts, über heikle Platten, Firn und Eis. Gegen das Ende wird das Couloir weniger gleichmässig, und ca. 100 m unter dem Gipfel findet man erste Sicherung vor allfälligem Steinschlag. Über Felsstufen erreicht man die Arête de Ferpècle, der man bis zur Höhe folgt. Gipfel 12 40 Uhr, d.h. 9 Stunden und 10 Minuten nach Abgang von der Cabane Rossier und 7 Stunden 40 Minuten für die Strecke Einstieg bis Gipfel mit ca. 800 m Höhenunterschied. Eine rasche Begehung des Couloirs ist notwendig, um dem Steinschlag zu entgehen, der einsetzt, sobald die Sonne die Flanke erreicht.

Nach André Roch, Jahresbericht des A.A.C.Z. 1944/45.

( Fortsetzung folgt )

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