Neue Bergfahrten in den Schweizer Alpen

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Zusammengestellt von Max Oechslin

1946 und Nachträge, „ Die Chronik der Neuen Bergfahrten ist nicht immer leicht nachzuführen, denn einmal gehen die Meldungen nur « stückweise » ein, und sodann sind vielfach die Angaben so allgemein gehalten, dass eine Nachprüfung äusserst schwierig ist. Die scharfe Trennung von Erstbesteigung ( wenn noch nie eines Menschen Fuss zuvor den betreffenden Gipfel betreten hat ) und in Erstbegehung ( wenn es sich um eine neue Route auf einen bereits früher bezwungenen Gipfel handelt ) hat sich bereits gut eingelebt. Von einer Variante einer Route wollen wir dann sprechen, wenn in bereits begangenem Gebiet eine bessere oder abweichende Route gefunden wird, die dann erwähnenswert ist, wenn sie noch nie betreten wurde. 1. Alperschcllihorn ( 3045 m ). Erste Winterbegehung am 2. Januar 1938, durch die Seilschaft T. E. Müller, Curt Meyer und Emil Klaiber.

Von der Cufercalhütte ( 9.45 Uhr ) Aufstieg über Furcla Lai pintsch und Furcla dil Lai grand und unter der Westflanke der Pizzas d' Annarosa, durch den Sattel zwischen Alperschellihorn und P. d' Annarosa ( 2596 m, 11.30 Uhr ), den Nordhang zum Nordostgrat ( Skidepot ) und über den Grat ( Steigeisen !) zum Gipfel ( 13.30 Uhr ). Abstieg auf der gleichen Route.

Nach brieflicher Mitteilung E. T. Müller, Bern. Siehe « Die Alpen r, 1938, I, Seiten 174/175.

2. Alpgnoferstock ( 2763 m ). Erste Begehung der Westgipfel-Südwand, am 17. Oktober 1943, durch F. Wörndle und H. Huss. Routenbeschreibung in « Berge der Welt », Bd. I, 1946, Seiten 195—200.

3. Alphubel ( 4206 m ).

a ) Erste Begehung über den Westgrat, am 27. Juli 1945, durch Ed. Wyss, Alf. Lerjen und P. Mooser. Routenbeschreibung in « Berge der Welt », I, 1946, Seite 130.

b ) Erste Begehung über die Westrippe, am 3. August 1946, durch Ed. Wyss und Alphonse Lerjen.

Aufstieg von der Täschalphütte über den Rotgrat zum ersten Becken des Weingartengletschers; von hier direkt zur Westrippe. Um deren Kamm zu erreichen, muss man über eine Schneezunge und durch ein sehr steiles Schneecouloir, rechts, zur Flanke der Rippe gelangen und durch Risse und Kamine den Kamm gewinnen. Es besteht auch die Möglichkeit, links durch ein Felsencouloir vom Fuss der Rippe direkt anzusteigen, doch dürfte diese Route schwieriger und zeitraubender sein. Die Rippe wird rasch schwierig. Auf ca. 3700 m ist ein erster Gendarm direkt zu überwinden, wo von exponierter Stelle aus ein Seilwurf zu dessen Spitze nötig ist: Der Erste am Seil muss mit Schulterstand auf dem zweiten Mann, der zudem mit ausgestrecktem Arm mit dem Pickel eine Fußstütze für den Vordermann zu schaffen hat, die nötige Höhe gewinnen, um den Seilwurf durchzuführen. Gelingt dieser Wurf nicht, so muss der Gendarm links vermittels feiner Risse umgangen werden. Hinter dem Gendarm wird der Grat zur « Rasierklinge ». Ein zweiter Gendarm muss rechts umgangen werden vermittels sehr exponierter Risse, direkt oberhalb des grossen Einstiegcouloirs. Der dritte Gendarm, der Grosse Gendarm, kann direkt überklettert werden, aber nicht ohne Sicherungshaken. Der nachfolgende Grat besteht aus frei aufstehenden Platten, gegen Süden gerichtet; sie müssen teils überklettert, teils rechts vermittels sehr exponierter Traversen umklettert werden. Schwierigste Partie der Route. Dann folgt eine sehr steile Kletterstrecke, aber in gutem Fels, ähnlich demjenigen des Teufelsgrates. Weiter über Blöcke des linken Grates bis zu einer Schneekuppe, nahe dem Westgrat und über diesen zum Nordgipfel.

Nach Bericht Dr. E. W iss, Jahresbericht 1946 des A.A.C.B.

Siehe « Die Alpen », 1946, I, 67—70.

4. Pizzas d' Annarosa ( 3002 m ). Erste Winterbegehung am 2. Januar 1938, durch T. E. Müller, Curt Meyer und Emil Klaiber.

Vom Sattel zwischen Alperschellihorn und P. d' Annarosa ( P. 2596 m ) in den westlichen Hang des P. d' A. bis zum Skidepot ( Lawinengefahr !). Mit Steigeisen durch das grosse Couloir bis unter die Felsen, wo das Couloir scharf nach Norden abbiegt. In östlicher Richtung über Felsen und den Grat zum Gipfel. Skidepot bis Gipfel: 1 % Stunde. Abstieg auf gleicher Route. 1 Stunde; Skidepot bis Cufercalhütte 2 Stunden.

Nach brieflicher Mitteilung T. E. Müller, Bern.

Siehe « Die Alpen », 1938, I, Seiten 175/176.

5. Aijjuille de l' Amône ( 3587 m ). Ernte Traversierung der Aiguille de l' Amône und des Mont Dolent, am 1. August 1946, durch die Seilschaft Willy Preiswerk, Dr. Otto Zumstein, Huldreich Heuberger und Dr. Ernst Hodel. Von der Cabane Dufour ( 3 Uhr ) aus über den Glacier de la Neuvaz und im ersten Teil durch den langen Schnee- und Eishang, den die Seilschaft Gréloz-Roch im Sommer 1935 in der ganzen Länge durchstieg; dann über den linken, östlichen Begrenzungsfelsen, quer über eine ( von der Hütte aus gut sichtbare ) Schnee- und Eisrippe durch den Eishang bis zur Felswand unterhalb der viergipfligen Pointe de Fouly. Durch die Wand bis zur Gratkante in der Höhe der östlichen Spitze der Pointe de Fouly, über diese und den Nordgrat der Aiguille de l' Amône zum Gipfel ( 10 Uhr ). Über den Nordostgrat und durch die Ostwand der Aiguille de l' Amône zur Brèche de l' Amône, den Nordgrat des Mont Dolent, dessen Gipfel um 16 Uhr erreicht wurde. Abstieg auf der Normalroute über Süd-Südostgrat und Glacier de Pré de Bar zum Col Ferret.

Nach brieflicher Mitteilung Dr. E. Hodel, Birsfelden. Siehe « Die Alpen », Varia 1946, Seite 293, und 1947, Mai.

6. Aiguille « l' Argentière ( 3905 m ). Erste vollständige Überschreitung des Nordostgrates, am 13. August 1944, durch R. Dittert und Fr. Marullaz.

Von der Cabane de Saleinaz über den Glacier de Saleinaz zum Fuss des Nordostgrates der Aiguille d' Argentière und über diesen zum Gipfel.

Siehe « Die Alpen », 1944, I, Seiten 377—380, und « Berge der Welt », Bd. I, 1946, Seite 122.

Eine Überschreitung von der Aiguille d' Argentière bis zum Tour Noir wurde am 3. Juli 1942 von Jean M. Gros und René Coquoz ausgeführt.

Siehe « Berge der Welt », Bd. I, 1946, Seite 122.

7. Aiguille Dibona. Erste Winterbegehung, Dezember 1945, durch G. Livanos und R. Laveyssière.

Siehe « Die Alpen », 1946, II, Seite 36.

8. Aiguille du Plan. Erste Begehung über die Westwand, 25. Juli 1946, durch André Roch und Robert Gréloz.

Siehe « Die Alpen », 1946, II, Seite 233.

9. Argentine.

Beschreibung zahlreicher Kletterfahrten ( Les Bons Gazons, Route Gebrüder Müller, Ohrenrinne und Braune Wand, Cheval Blanc, Grosse Rinne ) durch Georges de Rham in « Berge der Welt », Bd. I, 1946, Seiten 67—83, Bildtafeln 5—7.

10. Baltsehiederstoekhorn ( 3212 m ). Verschiedene Erstbesteigungen und neue Routen: Südgrat mit Türmen 1 und 5. 17. Juni 1945, durch R. Aubert, A. Collini, R. Dittert, R. Lambert, F. Marullaz, G. de Rham, C. Thévenaz, A. Tissières und J. Wciglé.

Siehe « Berge der Welt », Bd. I, 1946, Seiten 142—144 und Bildtafel 24.

11. Baltschicderhörncr ( 3229 und 3201 m ). Erste Überschreitung von der Baltschiederlücke bis zur Gredetschlücke, am 5. August 1945, durch G. de Rham und Jean Weiglé.

Dabei gelang der Seilpartie der Aufstieg auf den Gratturm, von dem man sich bei der Begehung Süd-Nord jeweils abseilt. Die unter Nr. 3 und 17 unter « Neue Bergfahrten » ( « Die Alpen », 1944 ) publizierten Routen wurden im Sinne Süd—Nord durchgeführt.Nach brieflicher Mitteilung G. de Rham.

Siehe « Berge der Welt », Bd. I, 1946, Seite 150, und Kartenskizze Seite 145.

NEUE BERGFAHRTEN IN DEN SCHWEIZER ALPEN 12. Bietschhorn ( 3953 m ). Itinerarien betreffend diverse Routen: Südostgrat ( Zweitbegehung am 30. Juli 1943, durch André Roch, Alfr. Tissières, Gabrieli Chevalley und G. de Rham ). Erstbegehung der Südwestwand, 17. August 1945, durch Edouard und Pierre Desaules.

Siehe « Berge der Welt », Bd. I,1946, Seiten 144-148 und Bildtafeln 25—28.

13. Breitlauihorn ( 3663 m ). Erstdurchstieg des Osthanges, am 12. Juli 1945, durch Alfred und Otto Amstad.

Die Seilschaft stieg das steile Schneecouloir hinauf, das zur Scharte nördlich des Gipfels führt, querte dann in der untern Hälfte zur Felsrippe, die bis links neben den Gipfel hinaufsteigt, und über diese zum Gipfel.

Siehe « Berge der Welt », Bd. I, 1946, Seite 150 und Tafel 21.

14. Cime de l' Est ( 3180 m ) ( Dent-du-Midi-Gruppe ). Über die Mittelrippe der Nordostflanke.

Siehe « Die Alpen », 1946, I, Seiten 247—250.

15. Grand Combin ( 4314 m ). Erste Durchsteigung der Ostwand, am 5. August 1941, durch Ruedi Schmid und Ali Szepessy.

Vom Biwak auf 3110 m Höhe auf den westlichen Felsterrassen der Tour de Boussine stieg die Seilschaft zum obersten Gletscherkessel des Glacier du Mont Durand, rechts unter den Felsköpfen der Verbindung Grand Combin-Combin de Zessetta vorbei und direkt in die Eiswand, welche zur Ostwand des Grand Combin führt, und durch diese zum Gipfel.

Siehe « Die Alpen », Varia 1946, Seiten 233/234.

Abstieg vom Grand Combin über den Col du Croissant zum Glacier du Croissant, den oben erwähnten Gletscherkessel. Gleiche Seilschaft ( Schmid und Szepessy ).

16. Dent Blanche ( 4364 m ). Zweite Begehung des Nordgrates, am 2. August 1943, durch Georges de Rham, Gabriel Chevalley, Alfred Tissières und André Roch. Die Seilschaft folgte den Routen W. Kropf ( Abstieg ) und Richards ( Aufstieg ). André Roch gibt folgende Routenbeschreibung:

Vom Col de la Dent Blanche ohne besondere Schwierigkeiten über brüchigen Fels des Nordgrates bis zu einem senkrechten Wandstück von 10-15 m Höhe. Über dieses, zuerst links, dann wieder rechts und über Plattenschüsse ( die am 2. August 1943 stark vereist waren und nur mit Hakensicherung überwunden werden konnten ) bis zu einer Wandtraverse, an deren Fuss man rechts etwas ausweicht, bis zu einem zerklüfteten Kamin, das gegen die Nordwestrippe führt und im obern Teil überhängt. Man klettert auf der rechten Aussenseite des Kamins, steigt zur Nordwestrippe in die Südwestflanke auf weitaus-ragende Platten. Von hier steigt man ca. 20 m durch die Westflanke über glatte Felsen zu einer zweiten Scharte ( die von den Erstbegehern ebenfalls betreten wurde. Wahrscheinlich wäre eine günstigere Aufstiegsmöglichkeit direkt über die Nordwestrippe von der ersten zur zweiten Scharte zu finden ). Hier befindet sich die Schlüsselstelle des Grates: « L' escalade se fait exactement sur un angle dièdre convexe qui est le prolongement de l' arête nord-ouest venant d' en haut, par ressaut vertical d' une trentaine de mètres qui, au premier abord, paraît impossible à gravir. » — Von der Scharte oberhalb dieser Strecke etwas rechts abwärts auf eine kleine Plattform des Grates, der hier zu einem rundlichen Turm sich aufbäumt. Die überhängende Stelle kann überwunden werden, indem ca. auf Brusthöhe der Pickel horizontal in einen Spalt gesteckt wird und so als Tritt verwendet werden kann. Ein Handgriff, schwer zu finden, rechts, und ein schiefer Absatz links, als Fußstütze, ermöglichen die Überwindung dieser Stelle. Dann rechts durch eine Rinne ( Hakensicherung, zurückgelassen ) zu einem überhängenden Kamin ( in welchem ein Haken der Erstbegeher zu treffen ist ). Durch den Kamin, schwierig, und rittlings über die Kopffelsen rechts zu Rinnen, schwierig, aber weniger steil, zu einer ca. 15 m höher befindlichen Nische, wohin die Säcke nachgezogen werden können und Sicherung möglich ist ( mühsam ). Diese Partie ist dem Steinschlag stark ausgesetzt und sollte vor 14 Uhr überschritten werden. Vermittels Rinnen und zweier Rippen gewinnt man wieder den Grat, dann über diesen direkt höher, etwas rechts und direkt durch wechselnden Fels zum Gipfel. Bricolla ab 1.55 Uhr; Col de la Dent Blanche 5.05-5.40 Uhr; Fuss des ersten Aufschwungs 8 Uhr; Nordwestrippen 12.30 Uhr; Schlüsselstelle-Fuss 13.45 Uhr; Grat oberhalb der Schlüsselstelle 16.15 Uhr; Gipfel 18-18.20 Uhr; Cabane Rossier 20.15 Uhr.Nach brieflicher Mitteilung G. de Rham, Lausanne.

17. Dents des Bouquetins ( 3365, 3690, 3848, 3783 m ). Erste Traversierung von Süd nach Nord, am 2. September 1940, durch Georges de Rham und Alfred Tissières.

Von der Cabane Bertol gegen den Col de Bertol und durch die Ostflanke in der Richtung der Pointe de la Crête du Plan, dann rechts durch eine Lücke südlich dieses Punktes ( ca. 5-10 Minuten vom Col de Bertol ), von der aus die gute Möglichkeit besteht, über Firn und Geröll gegen den Glacier d' Arolla abzusteigen. Über den Gletscher zum Plateau und links gegen den Felskopf P. 3097, wieder rechts durch die Firnflanke zur Grenzgrathöhe und von hier nordwärts über den Grat der Dents des Bouquetins zurück zur Cabane Bertol. Die Tour wurde seither mehrmals wiederholt.

Nach brieflicher Mitteilung G. de Rham, Lausanne.

Traversierung vom Col du Mont Brulé bis Nordgipfel der Dents des Bouquetins, ausgeführt von Alfred Tissières und Daniel Bach, September 1943. Plan Bertol ab 4 Uhr, Col du Mont Brulé 6.30 Uhr, Brèche 11 Uhr, Hauptgipfel 16.30 Uhr, Cabane Bertol 22.30 Uhr.

Nach brieflicher Mitteilung G. de Rham, Lausanne.

18. Dent d' Hérens ( 4180 m ).

a ) Erste Winterbesteigung über die Finchroute, am 26. April 1943, durch H. Wäffler und J. Zimmermann.

Von der Schönbühlhütte ( 4 Uhr ) über den obern Zmuttgletscher bis zu Punkt 3130, westlich der Nordflanke, Nordwestgrat. Ski auf dem Rucksack. Aufstieg über den Grat und den Hang zur Finchterrasse ( 9.30 Uhr ). « Nach anderthalb Stunden am Fuss des Hanges, der, zwischen der Schulter und dem Steilaufschwung des Gipfels, die Terrasse mit dem waagrechten Teil des Ostgrates verbindet. Dieser Hang beginnt mit einem steilen Stück, das die Seilschaft vereist vorfindet. Sie steckt die Ski ein und geht weiter hinauf. Nach einigen Seillängen wird der Hang etwas weniger steil und das Eis verwandelt sich in Harsch, der den Aufstieg sehr ermüdend macht. Um 13 Uhr ist der Anfang des Eishanges erreicht, der zur Schulter des Ostgrates führt. Zwei volle Stunden sind nötig, um diesen exponierten Hang zu überwinden. Um 15.30 Uhr ist die Schulter erreicht ( 4060 m ). Hier Umkehr. » Nach Bericht Hermann Wäffler in « Berge der Welt », Bd. I, 1946, Seiten 123/134.

b ) Erste Winterbesteigung, am 21. und 23. April 1946, durch Otto Gerecht, Hans Rein und Hannes Huss.

Aufstieg über den Ostgrat. Derselbe wurde am 21. April westlich des Col de Tournanche um 6.30 Uhr betreten und überstiegen bis unterhalb der Pointe Blanche; um 20.30 Uhr Biwak. Der Weiteraufstieg erfolgte am 22. April bei Neu Schneefall. Die Pointe Blanche ( 3890 m ) wurde um 9.30 Uhr überstiegen und der Gipfel der Dent d' Hérens um 17.30 Uhr nach mühsamer Arbeit in Eis und Schnee erreicht. Der Abstieg erfolgte über die Westflanke, wo um 21 Uhr wegen Eisabbrüchen und Dunkelheit auf dem Westgrat das zweite Biwak bezogen werden musste. Der Abstieg zum Skidepot im Tiefenmatt-kessel erfolgte am 23. April. Rückkehr zur Schönbühlhütte.

Siehe « Die Alpen », Varia, 1946, Seite 128, und Zeitungsnotiz « Sport », 17. Mai 1946.

c ) Neunte Besteigung durch die Nordflanke, am 19. Juli 1945, durch J. Hajdukiewicz und M. Mischke ( der Bergsteigergruppe des polnischen Hoch-schullagers in Winterthur ).

Siehe Beschreibung in « Berge der Welt », Bd. I, 1946, Seite 124.

19. Dent de Ruth ( 2236 m ). Erste Begehung ( vermutlich ) über den Südsädwest-sporn, am 14. Oktober 1945, durch Armin Baltzer und W. Diehl.

« Vom grasigen Einstieg am Fusse des Sporns über drei markante Aufschwünge, von denen der 1. und 3. in der westlichen Flanke und der mittlere ( auffälliger Überhang ) direkt erstiegen wurden, in die Scharte vor der glatten, senkrechten Wand des Gipfelauf baus. Horizontaler Geländerquergang ( Seilwurf ) nach rechts auf schmales, grasiges Band. Von dessen östlichem Ende steil nach rechts hinauf und um die Kante in ein tief eingeschnittenes Kamin-system, welches auf den Gipfelgrat oberhalb der senkrechten Wand zurückführt. Über den Grat leicht zu Vorgipfel und Gipfel.

4 Std. Interessante, schwierige Kletterei in gutem Fels, event. Haken. » Nach Bericht Armin Baltzer, Jahresbericht 1946 des A.A.C.B.

20. Denti della Vecchia ( 1492 m ). Erste Besteigung des Spigolone, 1946, durch A. Magistri und V. Bernasconi. Äusserst schwierige Kletterei, benötigte 16 Mauerhaken und 4 Stunden.

Siehe « Berge der Welt », Bd. I, 1946, Seite 216.

21. Doldenhorn ( 3660 m ). Durchstieg der Nordwand, am 30. Juni 1946, durch Ernst Reiss und Hermann Etter f- Routenbeschreibung und Bild im « Sport », 11. Oktober 1946, von Hermann Etter f.

22. Mont Dolent ( 3820 m ). Erste Begehung der Ostwand, am 12. Juli 1942, durch Loulou Boulaz und Pierre Bonnant.

Über den Glacier du Dolent und rechts an der Felsrippe, Punkt 3026, bis unter die Ostwand und über die Ostrippe zum Gipfel.

Siehe Notiz in « Berge der Welt », I, 1946, Seite 123, und Bild Tafel 8.

23. Mont Durand ( 3744 m ). Erste Begehung der Nordflanke, am 27. Juni 1942, durch Pierre Bonnant, René Caloz und Loulou Boulaz.

Einstieg um 5 Uhr am Fuss der Wand, Bergschrund. Über fast senkrechte, aus glatten Platten aufgebaute Felsen, nahezu 200 m hinauf, über einen Steilhang und durch ein vereistes Kamin, dem nach ca. 20 m links ausgewichen werden muss; über brüchige Felsen und durch zwei weitere Kamine zu plattigem Steilhang, von Glatteis bedeckt. Links haltend Aufstieg über diesen zum Eisabbruch und zu einer Felsrippe, die links am Eisbruch höher führt; dann durch steile Eisrinne in den Gipfelhang und zum Gipfel, 11 Uhr. Siehe Bericht « Berge der Welt », Bd. I, 1946, Seiten 100—102.

24. Drusenfluh ( 2829 m ). Neuer Aufstieg durch die Südwand, am 28. August 1946, durch Neumann und Stauning.

Route westlich des sog. Pfeilerweges durch die südwestlich gerichtete Wandfluh. Sehr schwierige Kletterfahrt. Nach brieflicher Mitteilung W. Fg. Siehe « Die Alpen », Varia 1946, Seiten 242/243.

25. Düssistock ( 3259 m ). Winterbesteigung, am 31. März 1946, durch O. Lienhard und F. Sigrist.

« Von der Alp Hinterbalm im Brunnital nach Waltersfirren und von hier über steile Schneefelder zu P. 2134 und weiter in östlicher Richtung bis auf ca. 2450 m. Dann in Richtung auf P. 2618 und von dort auf den Südgrat des Kleinen Düssi 3133, wo dieser steiler anzusteigen beginnt. Darauf dem leichten Grat entlang über den Kleinen Düssi gegen den Hauptgipfel. Wo der flache Grat gegen diesen ansteigt, werden die Ski deponiert. Von da in 10 Min. zum Gipfel. Vom Skidepot über das Schneefeld am Westhang zwischen Hauptgipfel und Kleinem Düssi hinunter zu der steilen Rinne, die oben trichterförmig beginnt und in südwestlicher Richtung auf die unteren Firnhänge hinunterführt ( Route 25 Urner Alpen, Bd. I ). Vom Fusse der Rinne je nach Schneeverhältnissen entweder gegen den Schattigen Düssi oder südlich des Lämmer-baches zur Düssialp und hinunter nach Hinterbalm. Die Durchführung der Tour verlangt günstige Schneeverhältnisse und ist nur guten Fahrern zu empfehlen.»Briefliche Mitteilung von F. Sigrist, Zürich.

26. Piz d' Eia ( 3340 m ). Erste Winterbegehung über den Südpfeiler, am 26./27. Dezember 1946, durch Ernst Reiss, Stefan Reiss und Hannes Huss.

Die Seilschaft stieg von der Elahütte über die Elascharte zum Einstieg und errichtete da ihr Skidepot. Der Aufstieg erfolgte direkt über den Südpfeiler. Ca. 200 m unter den Gipfel musste ein Biwak bezogen werden; anderntags konnte der Gipfel bei schönstem Wetter bestiegen und der Abstieg durch das Grosse Couloir ( zwischen Haupt- und Westgipfel ) einige Seillängen tief bewältigt werden; dann Queren zum Westgrat und über diesen zum Fuss und zurück zum Skidepot.Nach brieflicher Mitteilung Hannes Huss.

Siehe « Die Alpen », Varia, Februar 1947.

Engelhörner 27. Ulrichspitze ( 2636 m ). Erstbegehung über die Westkante, am 23. Juli 1946, durch Edwin Krähenbühl und Emil von Allmen.

Über die Route 27 ( Engelhornführer ) bis zum Ruppspitz. « In der herwärts der Spitze gelegenen Rinne und weiter oben über deren rechtes Begren-zungsgrätchen wird ein rasendurchsetztes Band gewonnen, welches horizontal nach links führt. Hier geht die gewöhnliche Westwandroute über ein sich oben verlierendes Grätchen weiter. Jenseits dieses Grätchens steigt man ungefähr 200 m am Fuss einer senkrechten Wand entlang ab und erreicht so den Beginn der Westkante.Vom Simelisattelweg her dürfte diese Stelle auch in kürzerer Zeit erreichbar sein, indem man die Vorderspitz-Westkante quert.

Der erste Steilaufschwung wird in seinem untern Teil in gutgriffigem Gestein direkt erklettert. Es folgt eine Zone verwitterten Plattengesteins, welches den weitern Aufstieg heikel gestaltet. Im letzten Drittel des Aufschwungs hält man sich einige Meter links der Kante in einem Kamin. Bevor NEUE BERGFAHRTEN IN DEN SCHWEIZER ALPEN dieser zum Grat zurückführt, quert man schwierig in eine Rinne. Nach einer guten Seillänge erreicht man den ersten Gratabsatz. Der überhängende Wulst am Ende eines schräg rechts aufwärts führenden Bandes kann nicht direkt überwunden werden. Nach einigen Metern Abstieg wird die Kante an ihrer linken Seite äusserst exponiert erklettert ( kurze Haken notwendig ). Ein grosser vorstehender Block wird in der Nordflanke umgangen. Durch einen Riss wieder zurück auf den Grat. Dann über einen vom Grat durch eine Scharte getrennten Zahn an die nächste Felsstufe, die direkt überwunden wird. Ein mittelschweres Gratstück führt zur nächsten schwierigen Stelle empor. Diese wird wiederum in der Nordflanke umgangen. Das folgende Wändchen leitet zu dem flachen Band hinauf, wo die Westwandroute von rechts her die Kante erreicht. Hier verliert sich die Kante in die senkrechte Wand. Noch zwei Seillängen in der Gipfelfallinie empor, dann heikel nach rechts queren bis zur Erreichung des Südgrates der Ulrichspitze ca. 20 m oberhalb des Turmes. Auf Weg 36 ( Engelhornführer ) zum Gipfel. Die Route weist sehr grosse Schwierigkeiten auf und verlangt Mauerhakensicherung. » Nach Beschreibung von Edwin Krähenbühl t, von R. P. Jahresbericht 1946 des A.A.C.B.

Siehe auch « Sport », 16. August 1946.

28. Tannenspitze ( 2255 m ). Erstbegehung über die Nordost flanke und den Ostgrat, am 24. Juli 1946, durch Edwin Krähenbühl und Emil v. Allmen.

« In der schluchtartigen Rinne, die sich vom Graspass herabzieht ( nach Regen oft ein Bach ), oder besser links davon über schlüpfrige Felsen zu einer überhängenden Stufe hinauf. Vermittelst Pendelquergangs wird in die Rinne zur Rechten gequert. In der Schlucht ohne grössere Schwierigkeiten höher, bis sie senkrecht zur grossen Mulde am Fusse der Engelburg ansetzt. Hier wird sie nach rechts verlassen und über rasendurchsetzte Felsen wird ein nicht sehr steiler Kamin gewonnen, der verfolgt wird, bis er überdacht nach links abbiegt. Über die nördlichen Begrenzungsfelsen wird ein geneigtes Band erreicht. In der Folge über ein kleingriffiges Wändchen äusserst schwierig empor. Der anfänglich benützte Kamin setzt sich weiter links fort und führt nach ungefähr einer Seillänge an eine senkrechte Wandzone. Links aufwärts leitet ein schwach ausgeprägter Kamin zu einer vom Ochsental aus gut sichtbaren Verschneidung, deren beide Seitenwände in der Schnittlinie eine Spalte aufweisen. Vermittelst Holzpflöcken und Mauerhaken darin etwa zwei Drittel empor, dann Spreizschritt in einen Riss. Über einen senkrechten Absatz und ein Wändchen wird schräg rechts aufwärts eine Höhle erreicht. Diese Stelle wurde schon früher von links her erreicht. Ein feuchtes Couloir führt zu hellem, rauhem Fels, und mit Hilfe von zwei schon vorhandenen Mauerhaken wird die folgende Schwierigkeit überwunden. Ein kleines Sekundärgrätchen zur Rechten wird verfolgt, bis es in einem Felskopf endet. Links ansteigend über einen Plattenschuss und durch einen Riss wird der scharfe Ostgrat wenige Seillängen unter dem Gipfel gewonnen. Dem Grat entlang zum Gipfel. Der Aufstieg ist sehr, teilweise äusserst schwierig. Schlechtes, abwärtsgeschichtetes Gestein. » Nach Beschreibung von Edwin Krähenbühl t, von R. P. Jahresbericht 1946 des A.A.C.B.

Siehe auch « Sport », 6. September 1946.Fortsetzung folgt )

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