Neue Bergfahrten in den Schweizeralpen 1901

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Mont Blanc-Gebiet.

Punta Jolanda ( zweithöchster Gipfel der Dames Anglaises ). 7. August. Der Herzog der Abruzzen mit Lorenzo Croux, Savoie, Petigax und Fenoillet verließen ein Biwak am Fuß des Gipfels auf der Brenvaseite 2900 m hoch gelegen, das sie am Vortage von Courmayeur aus in etwa zehnstündigem Marsche auf nicht besonders schwierigem, aber an einer Stelle durch Steinschlag gefährdetem Wege erreicht hatten, um 6 Uhr morgens und stiegen über Schnee und Felsen längs eines Couloirs, später durch einen schmalen, mit Steinen versperrten Riß empor zu dem Einschnitt zwischen dem höchsten Gipfel und dem zunächst der Aiguille noire de Péteret empor, wo sie um 11 Uhr 30 Min. ankamen. Von hier versuchten sie, den höchsten Gipfel zu erreichen. Croux gelang es, sich bis auf 6 — 5 Meter ihm zu nähern, aber hier, wo die Felsen überhängend waren, scheiterte der Versuch. Obschon Croux sich 2 Stunden lang abmühte, ein Seilende über den Gipfel zu schleudern, gelang dies nicht, und der Versuch mit einer Rakete hätte beinahe ein Unglück herbeigeführt. So begnügte man sich mit dem zweithöchsten, auf der Südostseite gelegenen Gipfel, den man mit einigen Schwierigkeiten um 2½ Uhr erreichte. Der Abstieg von der „ Punta Jolanda " getauften Spitze wurde wegen des starken Windes bald angetreten und auf dem gleichen Wege, mit einer Variante in den Felsen, um das Couloir zu vermeiden, das Biwak und am folgenden Mittag Courmayeur erreicht. R.M. 2 ) 1901, pag. 365.

Mont Blanc über den Südwest- oder Brouillardgrat. Juli. Signori Giuseppe und G. B. Gugliermina mit dem Träger Gius. Brocherel machten diese bedeutende und schwierige Expedition von Courmayeur nach Chamonix in fünf Tagen mit drei Biwaks in der Höhe, eines auf 3900 m, eines auf 4300 m und eines auf dem Gipfel. Auf dem Südwestgrat gaben die Gugliermina dem Punkt 4472 Kurz den Namen Pizzo Luigi Amadeo.

Col de l' Aiguille Verte ( 3782 m ?). 7. Juli. Die nämlichen verließen Chamonix und gelangten unter großen Schwierigkeiten vom Argentière zum Talèfregletscher über den Kamm, welcher die Aiguille Verte von den Droites trennt. R.M. 1901, pag. 246.

Aiguille des Glaciers über den Nordostgrat ( Variante ). 25. Juli. Signorina Maria Mazzuchi, Signori G. J. Mazzuchi und R. Cajrati Crivelli Mesmer mit den Führern L. Croux, C. Ollier, J. Croux und A. Bracherei verließen um drei Uhr die untern Hütten der Allée blanche, erstiegen den Colle dell' Estellette, aber überschritten ihn nicht, sondern umgingen auf der Westseite den Südwestgrat der Aiguille des Glaciers und kamen um 5 Uhr 40 Min. auf den Glacier de l' Allée blanche. Diesen in nördlicher Richtung wieder emporsteigend, erreichten sie leicht um 8 Uhr 20 Min. die tiefste Einsattlung des Grates, welcher die Aiguille de l' Allée blanche mit der Aiguille des Glaciers verbindet. Dann auf die französische Seite übergehend, umgingen sie einen Schneebuckel und kamen an den Fuß des felsigen Nordostgrates der Aiguille des Glaciers. In 25 Minuten stiegen sie über leichte Felsen auf den Kamm dieses Grates, und diesem folgend ( Itinerar der HH. Miney, Dunand etc., 1900 ), erreichten sie über einige Vorgipfel um 11 Uhr 10 Min. die höchste Spitze der Aiguille des Glaciers ( Halte seit dem Aufbruch zusammen 1 Stunde 45 Min. ). Der Abstieg wurde über den gewöhnlichen Grat genommen, welcher zum Glacier des Glaciers hinabführt. Von hier kehrten sie über den Col de la Seigne um 3 Uhr 30 Min. zu den Hütten der Allée blanche zurück. R.M. 1901, pag. 377.

Mont Blanc über den Ostsüdostgrat des Mont Maudit ( Variante ). 22. August. Signori E. Canzio und F. Mondini mit dem jungen Träger Enr. Brocherel stiegen vom Col du Géant den Südwestarm des Glacier du Géant hinauf bis an den Fuß des Sporns 3801 m. Nachdem sie über einen Eishang die Höhe des Ostsüdostgrates des Mont Maudit erstiegen, folgten sie diesem mehrere Türme übersteigend oder umgehend bis zu seinem Ende auf der Nordostschulter des Berges ( cirka 4300 m ). Sie umgingen dann die Nordseite des Berges selbst bis zu seiner Nordwestschulter 4360 m, von wo sie auf den Colle della Brenva 4333 m abstiegen. Nachdem sie hierauf den Mur de la Côte erstiegen, erreichten sie die Spitze des Mont-Blanc um 9 Uhr 55 Min. nach 16 Stunden 25 Min. wirklicher Marschzeit. Sie übernachteten im Observatorium Janssen und stiegen am folgenden Morgen über die Bosses und Grands-Mulets in 5½ Stunden nach Chamonix ab.

Der Ostsüdostgrat des Mont Maudit war vorher nur einmal 1887 von M. v. Kuffner mit Alex. Burgener und Jos. Furrer benutzt worden, welche den Kamm des Ghiacciajo della Brenva beim Col de la Tour Ronde gewannen. R.M. 1901, pag. 410.

Aiguille des Glaciers über die Ostwand. 19. August. Dott. Agost. Ferrari mit dem Führer G. Promeni und dem Träger F. Melica verließen die untern Hütten der Allée blanche um 3 Uhr 30 Min. und erreichten über den Colletto di Estellette und den Ghiacciajo dell' Allée blanche um 7 Uhr die untersten Felsen der Ostwand der Aiguille des Glaciers nach Überschreitung eines leichten Bergschrunds. Über diese Felsen in beinahe gerader Richtung gegen den Gipfel aufsteigend, betraten sie den Südostgrat sehr hoch oben an der Aiguille an einem Punkte etwa 200 Meter oberhalb der Gletscherzunge, welche den Grat gegen die Mitte seiner Länge hin bekleidet. Dem Grat kurze Zeit folgend, betraten sie bald wieder die steile Wand und über sie hinauf den Gipfel um 12 Uhr, nachdem sie in den letzten 50 Metern leicht nach Südosten abgebogen waren. Abstieg über die Südwand auf dem Punkte ihrer größten Höhe. Dieser Weg ist nicht gut, und die Gesellschaft mußte 3 Stunden von einem Couloir ins andere irren. Vom Südfuß der Aiguille erreichten sie Courmayeur in 5 Stunden auf dem gewöhnlichen Wege über den Glacier des Glaciers und den kleinen Col bei Quote 2739 Kurz, im Norden des Col de la Seigne. R.M. 1902, pag. 9.

Aiguille du Fou = Punkt 3502 im Blaitière-Grat. Juli 1901. Monsieur Emile Fontaine mit Joseph und Jean Ravanel. Der höchste Punkt konnte erst nach einem komplizierten Seilmanöver erstiegen werden, welches dem Besteiger erlaubte, sich emporzuziehen, nachdem das Seil solid befestigt war. Die Spitze ist überhängend.

Traversierung vom Petit zum Grand Dru ( Variante ). Der nämliche machte diesen Übergang, indem er von der Scharte zwischen beiden Gipfeln den letzten Eishang des Grand Dru ( Nordwand ) und einen nur 6 Meter hohen, aber sehr schwierigen Kamm erstieg. ( Von der Scharte zum Gipfel 3 Stunden.R.M.. 1902, pag. 91.

La Noire ( 3427 m Kurz ). 18. August. Mr. G. Yeld mit Sylvain und Abel Pession verließen den Col du Géant um 5 Uhr 20 Min. und gingen direkt zum Fuß der Noire, welche sie über die Felsen zur Rechten des großen Couloirs, das in den Ansichten von Westen so auffällig ist, erreichten. Diese Route brachte sie etwas südlich des ersten Turms, dessen Fuß um 7 Uhr 20 Min. erreicht wurde. Es waren 5 solcher Türme zu passieren; der nördlichste, höchste, wurde um 8 Uhr erreicht. Die Kletterei nahe dem Gipfel war nicht leicht, auch sonst erschwerten lose Steine und brüchige Felsen die Besteigung. Beim Abstieg betraten sie kurz vor dem Gletscher das besprochene Couloir für wenige Schritte, was deswegen anging, weil es noch im Schatten lag. Der Col du Géant wurde in etwa 2 Stunden vom Gipfel aus erreicht.

Les Rouges. ( Ohne Namen auf den Karten, im Grat zwischen der Noire und dem Punkt, wo ein schneebedeckter Rücken zum Glacier du Géant hinunterläuft. Der höchste Punkt ist der kleine, doppelköpfige Gipfel zunächst der Vereinigung der erwähnten Rücken. ) August? Die nämlichen stiegen vom Col du Géant ( 4 Uhr 35 Min. ) über den genannten Rücken empor, der senkrecht zur Richtung Aiguille du Géant-La Noire steht, und erreichten den höchsten Punkt zwischen Les Rouges und dem Schneedom unmittelbar unter der Aiguille du Géant ohne Schwierigkeit. Von da gingen sie den Grat abwärts gegen die Rouges zu. Spuren früherer Besteigung. Am Fuß des höchsten Gipfels angekommen, fanden sie die Felswand auf 8—10 Meter überhängend, auch die Ostseite war ungangbar. Daher stiegen die Führer auf der Westseite ab, überwanden die überhängende Stelle durch ein sehr schwieriges Couloir hinaufkletternd und halfen Mr. Yeld an zwei Seilen hinauf ( Abseilen im Abstieg ) Der Gipfel wurde um 8 Uhr 30 Min., der Col du Géant um 11 Uhr 40 Min. erreicht. A.J. Nr. 154, pag. 538.

La Vierge ( 3222 m ) Kurz. 14. August. Mr. G. Yeld mit Sylvain und Abel Pession erstiegen, vom Col du Géant aus einem getretenen Wege folgend, zuerst den Punkt 3435 ( Petit Flambeau Kurz, im Hüttenbuch des Rifugio Torino fälschlich als La Vierge bezeichnet ) und folgten dann, gelegentlich Stufen hauend, dem Grat zur Vierge hinüber. Sie fanden drei aufgestellte Steine auf dem höchsten Punkt, aber eine Besteigung ist nirgends beschrieben. Das letzte Stück Felskletterei am Gipfel war recht interessant. Zeitaufwand 2 Stunden 15 Minuten bei gemächlichem Gehen, Halte inbegriffen. A.J. Nr. 154, pag. 547.

Mont Blanc über den Dôme du Goûter ( Variante ). 13. August. HH. C. Bernhard und Carl Gelbmann mit Joseph Chanton und Peter Knubel verließen die Cabane du Dôme um 4 Uhr morgens. Den äußerst zerklüfteten Glacier du Dôme ansteigend zum Ende des Felsgrates, dessen Ausgangspunkt der die Aiguilles grises und den Dôme du Goûter verbindende Felsgrat ist, welcher den Glacier du Dôme in zwei Thäler scheidet. Nachdem sie den Felsgrat überklettert hatten, kamen sie in das zweite Gletscherthal direkt unterhalb des Dôme du Goûter. Nach anstrengendem und schwierigem Anstieg durch die Séracs gewannen sie mittelst einer gefährlichen Eispassage ( oben Séracs, Stein- und Lawinengefahr ) eine steile Felsrippe und nach Erkletterung derselben den Firngrat, welcher die Aiguilles grises mit dem Dôme du Goûter verbindet ( 10 Uhr 35 Min. bis 11 Uhr ). Dôme du Goûter an 12 Uhr, Vallothütte 1 Uhr, Mont Blanc 2 Uhr 30 Min. Die Route Cabane du Dôme bis Dôme du Goûter soll so erst einmal von italienischen Führern gemacht worden sein; sie bietet, abgesehen von den Schwierigkeiten, große Gefahren, denen man durch frühzeitigen Aufbruch zu entgehen trachten muß. Ö.A.Z. 1901, pag. 284/85.

Mont Dolent, par le versant suisse. 21. August. Mr. Julien Gallet mit Abraham Müller und Jules Balley. S.A.C. XXXVII, pag. 3 ff.

Penninische Alpen.

Château des Dames über den Nordwestgrat. 23. August. Messrs. G. J. F. Tomlinson und F. à C. Bergne mit Christian Jossi und Ed. Favret verließen Prarayé, folgten dem Pfad zur Bellaza-Alp, dann die Moräne des Bellazagletschers ( It.K .), welcher an der Nordseite des Château des Dames herunterkommt, flankierend, erreichten sie den Nordwestgrat so ziemlich an seinem Fuße ( 2 Stunden von Prarayé ). Indem sie sich an den Grat hielten, erreichten sie den Gipfel in fernem 2½ Stunden, so den Punkt 3017 It.K. passierend. In der ersten Stunde besteht der Grat aus leichten Felsen, dann folgt loses Geröll, welches zu einem zweiten Felsgrat führt. Dieser wiederum führt zu dem kurzen Schneegrat unmittelbar unter dem Gipfel. A.J. Nr. 155, pag. 45.

Mont Vélan, von der Seite von Ménouve, Variante. 22. Juli. Si Dott. Agost. Ferrari und Ed. Garrone, mit den Führern César Meynet und Giac. Carrel, brachen um 2 Uhr von den Hütten von Molina im Val de Ménouve auf, stiegen über steile Grashalden in nordöstlicher Richtung und über eine Felsbarriere, welche den linken Rand des Gletschers an der Basis der Südwestwand des Vélan bildet. Diesen Gletscher erstiegen sie bis zur Kurve 3240 Siegfr. und griffen, nach Überwindung des mit Schnee gefüllten Bergschrundes, die Felsen an, welche daselbst ein Bollwerk von über 400 Metern bilden, auf dem die Schneekuppel des Vélan aufsitzt. In diesen Felsen, deren Ersteigung 3 Stunden kostete, hielten sie sich bedeutend links vom Couloir, d.h. gegen den Grat hin, welcher sich zum Mont Faudery de Ménouve neigt. Diesen Grat benutzten sie auf einer kurzen Strecke da, wo er in die Kuppel des Vélan einläuft. ( Von Molina in 6 Stunden zum Gipel. ) Abstieg auf dem nämlichen Wege ( 4 Stunden nach Molina ). R.M. 1902, pag. 10.

Monte Rosa ( zusammenhängende Begehung des Hauptkamms von der Punta Gnifetti zum Jägerjoch ). 15./17. August. Emanuel Christa, Hans Pfann und Dr. Fritz Pflaum gingen am ersten Tag von der Station Riffelberg über Betempshütte ( Rast ) und Grenzgletscher ( Rast ) zur Capanna Margherita. 8½ Stunden Marsch. Von hier, 5 Uhr morgens aufbrechend, über Firnhänge und den Hauptgrat zur Zumsteinspitze ( 5 Uhr 35 Min. ), über den Firngrat, teilweise wegen der Wächten in der Westflanke zum Grenzsattel ( 6 Uhr 40 Min. ) und in der Westflanke weiter, dicht unter der Gratschneide, zum Grenzgipfel ( 8 Uhr 30 Min. ). Über den Seitengrat des Hauptkammes Abstecher zur Dufourspitze in 20 Minuten und zurück zum Grenzgipfel ( 9 Uhr 25 Min. bis 9 Uhr 35 Min. ). Abstieg zum Silbersattel sehr schwierig und zeitraubend ( 11 Uhr 45 Min. bis 12 Uhr. ). Über Firnhänge längs des Grates empor zum Nordend ( 12 Uhr 45 Min. ). Sehr schwieriger Abstieg über dessen Nordgrat. Um 8 Uhr 15 Min. Biwak in 4040 Meter Höhe, über dem letzten Gratabbruch. Von hier morgens 6 Uhr aufbrechend, erreichten sie um 10 Uhr 5 Min. das Jägerjoch, bestiegen noch zum Photographieren den südlichen Gipfel des Jägerhorns und erreichten über den Gornergletscher Hotel Riffelalp um 3 Uhr 30 Min. nachmittags. A.A.V.M.., IX. Jahresbericht, pag. 74.

Weißhorn traversiert, mit Abstieg zum Schallijoch. 13. September 1900. Se G. Rey mit Daniel, Antoine und Ange Maquignaz brachen um 4 Uhr 30 Min. von der neuen Weißhornhütte S.A.C. auf und erreichten um 12 Uhr den Gipfel auf dem gewöhnlichen Weg über den Ostgrat. Abstieg über den felsigen Südgrat zum Schallijoch, wo sie um 6½ Uhr ankamen und in den Felsen etwas unterhalb des Joches biwakierten. Am 14. brachen sie um 6 Uhr auf, erreichten über den zerklüfteten Schalliberggletscher die Moräne um 11 Uhr und Randa um 2 Uhr. R.M.

1901, pag. 92.

Zinalrothorn-Weißhorn ( zusammenhängende Begehung des Kammes ). 21./22. August. Emanuel Christa und Hans Pfann brachen um 1 Uhr 25 Min. vormittags vom Trifthotel auf und erstiegen das Zinalrothorn ( 8 Uhr 30 Min. bis 9 Uhr ). Abstieg über dessen Nordgrat und Abfahrt in die dem Mominghorn vorgelagerte Firnmulde ( 10 Uhr 30 Min. ); über den Zackengrat und schließlich in der Westwand auf das Mominghorn ( 12 Uhr mittags ). Über den schwierigen Felsgrat, zuletzt auf der Westseite wegen der Wächte auf den Col de Morning ( 3 Uhr ) und leicht über den Firngrat auf die Momingspitze. Schwierige Überwindung des Felskamms zum Oberschallijoch und mühsamer Anstieg über die Steilhänge zum Schallihorn. Um 5 Uhr 20 Min. Abstieg über den Nordgrat, zuerst auf der Kammlinie, dann kurz vor Punkt 3958 in der Ostflanke absteigend. Bei Anbruch der Nacht Biwak in den Felsen des Schallihorns zunächst dem Schallijoch. Um 8 Uhr morgens Einstieg in den Südwestgrat des Weißhorns. Der erste Gratturm wurde durch einen Riß in der Nordwestwand erstiegen, die übrigen Zacken, mit Ausnahme des großen roten Turms, überklettert. Auf dem Gipfel des Weißhorns 3 Uhr 15 Min. bis 3 Uhr 45 Min. und, auf dem gewöhnlichen Wege absteigend, in der Weißhornhütte um 6 Uhr 45 Min., in Randa um 9 Uhr 15 Min. A.A.V.M.., IX. Jahresbericht, pag. 75/76.

Brunegghorn über den Ostgrat. 23. Juli. Herr Ludwig Becker mit Clemens und Fridolin Perren. Alp. 1901, pag. 132.

Balfrin-Groß BigerhornPunkt 3623 Siegfr.GassiPunkt 3088 Siegfr. ). Traversierung im Abstieg. 5. August 1901. † Walther Flender mit Heinrich Burgener verließen die Fafleralp um 3 Uhr 30 Min. über Halden und Geröll zum Bidergletscher und über die Ostwand auf den Balfrin ( 8 Uhr 40 Min. bis 9 Uhr 5 Min. ), dann über den höhern Nordgipfel desselben zum Großen Bigerhorn ( 9 Uhr 30 Min. bis 10 Uhr ). Jetzt hinab über die Türme des Nordwestgrates ( eine Platte und ein Kamin bieten größere Schwierigkeiten ), bis ein Gendarm von 25 bis 30 Meter Höhe Halt gebot. Sie verließen den Grat und hielten sich in der Westflanke, durch deren sehr brüchige Felsen sie den Punkt 3088 ( von Burgener „ Gässi " genannt ) um 12 Uhr erreichten. Nach einem Aufenthalt von 35 Minuten durch die äußerst steingefährliche Eisrinne und über die endlosen Moränen hinab nach Schweiben und Huteggen ( 2 Uhr 35 Min. ).

Südlenzspitze bis Dürrenhorn. Gratwanderung mit erster Begehung des Nordgrates am Hohberghorn und der Südflanke des Dürrenhorns.

8. August. Die nämlichen und Salomon Burgener ab Domhütte 2 Uhr 15 Min. Durch die Westflanke auf die Südlenzspitze ( 6 Uhr 40 Min. bis 6 Uhr 55 Min. ). Über den Grat zum Nadelhorn ( 8 Uhr 25 Min. ) und zum Stecknadelhorn ( 9 Uhr 53 Min. bis 10 Uhr ). Zwischen beiden Gipfeln eine Rast von 35 Minuten. Weiter zum Hohberghorn ( 10 Uhr 40 Min. bis 11 Uhr 5 Min. ). Über dessen Nordgrat hinab. Brüchige Felsen, die vereist und mit viel Neuschnee bedeckt sind. Dann ein Eisgrat, der Stufenarbeit beanspruchte. Hohbergpaß an 12 Uhr 30 Min. Dürrenhorn 12 Uhr 55 Min. bis 1 Uhr 30 Min. Vom Gipfel in 20 Minuten durch die Felsrinne der Südwand durch leichtes Geröll zum Gletscher. ( Dieser Weg ist nicht identisch mit dem von Mummery-Penhall von 1879, der über den Südwestgrat führt. ) Zuerst über den Gletscher, dann durch die sehr morschen Felsen unterhalb des Südwestgrates und über Trümmerfelder auf dem rechten Ufer bis zur Moräne. Über diese hinab, dann über steile Grashänge, über den Birchbach und Kühbodmen nach Randa, wo sie um 5 Uhr ankamen.

Obergabelhorn bis Untergabelhorn. 21. August. † W. Flender mit H. Burgener verließen das Trifthotel um 3 Uhr 30 Min. und waren, ohne das Seil anzulegen, auf dem Gipfel des Obergabelhorns um 8 Uhr 40 Min., einschließlich 45 Minuten Rast. Ab um 9 Uhr 10 Min. über den Südostgrat, dessen Gendarmen sie überkletterten, wobei sie sich dreimal abseilen mußten. Über das Joch, dann den scharfen Schnee- und Eisgrat zum Grand Tourné ( ungefähr 3750 m, ohne Namen und Quote Siegfr., von den Zermatter Führern so genannt, zwischen Mittelgabelhorn = Punkt 3692 Siegfr. und Obergabelhorn ) und über den jetzt folgenden leichten Felsgrat zum Mittelgabelhorn. Schnee und Felsen wechselten ab. Von 1 Uhr 25 Min. bis 2 Uhr 10 Min. Rast. Dann folgten noch zwei kleine, unbenannte Gipfel = Punkt 3438 Siegfr., und über den leichten Grat erreichten sie das Untergabelhorn ( 3 Uhr 15 Min. bis 4 Uhr 25 Min. ). Dann ging es durch die bekannte Schuttrinne nach dem Trifthotel ( 5 Uhr 45 Min. ). Ö.A.Z. 1902, pag. 10/11.

Berner Alpen.

Wildschloss ( Punkt 2706 der Eigerhörnlikette ). 11. Oktober. G. Hasler mit Christian Jossi folgten der Berglihütteroute bis zum Kallitritt ( südlich der Ziffer 2026 Siegfr. ) und wandten sich dann westwärts, indem sie den Kallifirn etwas nördlich von der Eigerhöhle betraten. Obschon sehr zerschrundet, wurde dieser in einer ziemlich geraden Linie gegen den gesuchten Gipfel hin verfolgt, die letzte Viertelstunde in leichter Kletterei über einen steilen Schieferhang ( 5 Stunden von Grindelwald ).

Abschwung ( Kette der Lauteraarhörner ). 13. Oktober. Die nämlichen erreichten den Fuß des Gipfels von der Schwarzegghütte über die Strahlegg in 5¼ Stunden. Das lange Schneecouloir südlich von Ziffer 2490 Siegfr. wurde 1½ Stunden lang verfolgt bis zu einer Art von Paß, welcher den Lauteraargletscher überschaut. Der wohl ausgeprägte Gipfel unmittelbar südlich des A im Worte „ Abschwung ", cirka 3300 Meter, wurde in einer Stunde guten Felskletterns und der Punkt 3143 in 10 Minuten vom Paß erreicht. A.J. Nr. 155, pag. 45.

Grindelwald Dru 1Punkt 3414 Siegfr. im Nordwestgrat des Wetterhorns. 13. Mai. G. Hasler mit Chr. Jossi und Peter Bernet verließen, nach mehreren mißlungenen Versuchen, die Glecksteinhütte um 3 Uhr 15 Min. und folgten zuerst der Route, die man für die Besteigung des Wetterhorns über den Hühnergutzgletscher einschlägt. Sie erreichten den Grat nördlich des Krinnefirns bei Punkt 2867 und folgten ihm zum „ Frühstücksplatz ". Durch tiefen Schnee über den Hühnergutzgletscher watend, kamen sie zuerst zu leichten Felsen und über einen steilen Schneerücken zu einer glatten Felswand, welche, weil schneebedeckt, überschritten werden konnte. Der letzte Teil dieser Traversierung war ziemlich unheimlich. Dann kamen sie zu dem obern von zwei kleinen Schneefeldern, von welchem glatte, senkrechte oder gar überhängende Felsen zu den Einschnitten im darüberliegenden Grate führen. Ein gegen vier Meter langer Leiterpfahl, den sie mit eisernen Nägeln und Seilen befestigten, ermöglichte die Ersteigung der Wand. Zwei schlimme Gendarmen, deren Felsen in sehr schlechtem Zustand waren, mußten überklettert werden, dann waren die Schwierigkeiten zu Ende, und über leichte, schneebedeckte Felsen erreichten sie in 10 Minuten den Gipfel ( 13 Stunden von der Hütte ). Nach einstündigem Aufenthalt Abstieg auf dem nämlichen Wege, nur daß die zwei Gendarmen dadurch vermieden wurden, daß man sich mit an eiserne Nägel gehängten Seilen auf die Schneefelder hinunterließ. In der Hütte waren sie um Mitternacht zurück. Die Schwierigkeit der Besteigung liegt in der Traversierstelle, die ohne Schnee unmöglich ist, und in der Felswand oberhalb der Schneeflächen. A.J. Nr. 153, pag. 466/8.

Finsteraarhorn über die Südwestflanke ( Variante ). 10. Nov. Herr Henry Hoeck mit den Führern Alex. Tännler und K. Moor wurden bei einer Winterbesteigung durch die gefährliche Beschaffenheit des Schnees genötigt, vom „ Frühstücksplatz " auf dem Südwestgratweg, statt des Firn-wegs zum Hugisattel, den vom Gipfel in Westsüdwestrichtung verlaufenden Felsgrat zu benutzen, der sie in schwerer Arbeit ( von 1 Uhr 20 Min. bis 5 Uhr 45 Min. ) auf den Gipfel brachte. Ö.A.Z. 1902, pag. 96.

Engelhörner. ( NB. Im Sommer 1901 sind mehrere bisher unbetretene Punkte der Kette zwischen Rosenlaui und Urbachthal bestiegen worden, die Zeichnung und Nomenklatur der Karte ist sehr unvollständig und erlaubt zur Stunde keine scharfe Identifizierung. Wir begnügen uns daher mit Andeutungen. ) 1. Sattelspitze, südwestlich vom Simelistock. 28. August. Miss Gertrud Bell mit Ulrich und Heinrich Furrer. 2. Gerard-spitze. 31. August. Miss Bell und Messrs. Baiston und Rambold mit U. und H. Furrer und P. Brawand. 3. Vorderspitze, Gertrudspic, Ulrich- spitze und Mittelspitze im Grat zwischen Simelistock und Groß-Engel- horn, Miss Bell und die beiden Furrer.4. Gemsenspitz und Kleines Engelhorn im gleichen Grat. 6. September. Die nämlichen. Alp. 1901, pag. 135 und 145.

Urbachthaler Engelhorn. 16. Juli. HH. Alb. Weber und Nußberger. S.A.C. XXXVII, pag. 355.

Das Kleine Gelmerhorn, Punkt 2606 Siegfr. 9. Juli. HH. Alb. Weber und Tännler. S.A.C. XXXVII, pag. 350.

Westlicher Brunberg ( Grimselgebiet, 2984 m ). 7. Juli. HH. Paul Montandon und Jules Martin. Vom Rätherichsboden durch die Schlucht des bei Stockstege herabkommenden Baches ins vegetationslose Bächlithal und über die Moräne des Bächligletschers zu Punkt 2420 ( 3 Stunden vom Rätherichsboden ). Nun südlich den Seitengletscher hinauf bis zwischen westlichem ( 2984 m ) und östlichem ( 2966 m ) Brunberg. Wenig Spalten. Bei der Höhenkurve ( 2700 m ) ein langer Bergschrund. Ob demselben auf lawinengefährlichem, steilem Schnee nach rechts ( westlich ) traversieren und über eine leichte Felsrippe auf den Nordwestgrat des westlichen Brunbergs: 3 Stunden von Punkt 2420. Nun links ( südlich ), zunächst cirka 50 Meter weniger gute Felsen, dann auf das große, steile, viereckige Firnfeld, das vom felsigen Gipfelgrat herabkommt. Schnee nicht sehr zuverlässig. 50 Minuten Steigens bis zum zweiten Gratturm ( von links gerechnet ). Nun durch ein merkwürdiges, bergschrundartiges Gletscherthälchen beim Turm rechts vorbei auf die Südseite des Gipfelgrates. Es sind im ganzen vier, teilweise unersteigliche Gratzacken, die von ferne wie Würfel aussehen. Der westlichste trägt die mächtige, gegen Westen geneigte Platte, die den höchsten Gipfel bildet. Dem wilden Grat entlang 20 Minuten Granitkletterei, einmal auch ein vereistes Loch, zuletzt mittelst Schulterstand auf den Gipfel. Zeitaufwand vom Rätherichsboden 7 Stunden langsamen Gehens. Sehr schöne Aussicht auf das Gebiet des Unteraargletschers, des Finsteraarhorns und Schreckhorns u. s. w. Wir legten oben zwei bis drei Steine zusammen. Vorsichtiger Abstieg auf gleichem Weg. Bis Punkt 2420 des Bächligletschers 3 Stunden, von dort bis zur Handegg 3½ Stunden.

Die Besteigung des westlichen Brunbergs ( 2984 m ) auf unserm Wege von Norden ist bei gutem Schnee nicht schwierig. Auch von Südosten ( vom Unteraargletscher ), wo alles aper ist, scheint eine Besteigung wenig Schwierigkeiten zu bieten, vielmehr jedoch eine solche von Südwesten — wenn der Gipfel von dieser Seite überhaupt zugänglich ist.

Vom westlichen Brunberg führt ein äußerst wilder Grat auf den östlichen Brunberg ( 2966 m ). Letzterer, eine ungemein kühne Felsenspitze, wurde bisher einmal, am 27. August 1886 von Fr. Monnard und Charles Montandon, bestiegen, resp. traversiert. Vide Jahrbuch XXII, pag. 331, und die Illustration im Jahrbuch XXIV, pag. 144.

Persönliche Mitteilung von Herrn P. Montandon.

Wetterhorn-Mittelhorn-Rosenhorn an einem Tage. ( Kombination. ) 18. August. Dr. E. Panchaud und Jules Martin. Von der Glecksteinhütte aus über Willsgrätli zum Sattel zwischen Wetterhorn und Mittelhorn und von dort auf das Wetterhorn; auf den Sattel zurückgekehrt, bestiegen wir das Mittelhorn. Von hier aus trachteten wir, das Rosenhorn und womöglich gleichen Tages noch Rosenlaui zu erreichen.

Wir stiegen vom Gipfel des Mittelhorns auf dem Ostgrat in die Scharte vor dem großen Gendarm, von der Scharte cirka 40 Meter in die Südflanke, traversierten dann über verrottete, sehr heikle Felsen, uns immer ungefähr in der gleichen Höhe haltend, nach Osten, bis wir zum Felsausläufer gelangten, der, wie die Siegfriedkarte zeigt, nach Süden abzweigt. Über diese Felsen stiegen wir nach Osten hinab zum Grindelwaldfirn und verfolgten dessen obern Rand bis zum ersten westlichen Einschnitt der Doppelscharte ( 3600 m ). Wir umgingen den Felsturm in der Mitte derselben, indem wir, des Eises auf der Südseite wegen, nach Norden abstiegen, von wo aus wir über den dort oft wohl breiten Bergschrund auf den zweiten Einschnitt der Scharte gelangten.

Wir dachten von hier aus das Rosenhorn durch Überkletterung des ganzen Ostgrates desselben zu gewinnen. Die Kletterei ließ sich anfangs auch ganz gut an, bis wir sahen, daß wir auf die Ausführung des Vorhabens verzichten müßten, wenn wir gleichen Tages noch nach Rosenlaui gelangen wollten. Wir gaben daher die Kletterei nach cirka 1 Stunde auf, stiegen zum Grindelwaldgletscher hinab, verfolgten denselben eine Zeit lang seinem Fuße entlang, und machten ( vielleicht von der Scharte nicht mehr als 20 Minuten entfernt, wenn man von derselben den obersten Rand des Gletschers verfolgt ) vom Gletscher aus den Aufstieg zum Gipfel, schräg über die Südflanke des Berges; der Einstieg in die Felsen war schwierig. Wir erreichten, unsern Weg über Rosenegg und durch den Wettelkessel nehmend, die Dossenhütte und in der Nacht Rosenlauibad.

Unsere Zeiten waren: Ab Glecksteinhütte 1 Uhr 55 Min.; Sattel 6 Uhr 10 Min. ( inklusive 50 Minuten Halt ); Wetterhorn 6 Uhr 40 Min.; Mittelhorn 8 Uhr 25 Min., ab 8 Uhr 50; Südgrat 10 Uhr 15 Min.; Scharte 3600 11 Uhr 30 Min., ab 11 Uhr 50 Min.; Rosenhorn 2 Uhr.

Persönliche Mitteilung von Dr. E. Panchaud.

Unterwaldner Alpen.

Bächlistock ( 3012 m ). Erste Ersteigung von Norden. 29. September. HH. G. A. Guyer, E. und H. Wortmann. Von Punkt 3001 südöstlich des Zwächten dem Kamm entlang bis zu Punkt 2946, einer scharfen, den Kamm nur wenig überragenden Felserhebung. Diese wurde östlich umgangen, indem man auf den Bächlifirn abstieg und von dort durch eine steile Rinne den Grat südlich von Punkt 2946 wieder erreichte. Nun größtenteils dem Grat entlang, zuletzt, auf der Westseite traversierend, zu einer kleinen Scharte und von dort über die steile Nordseite nicht leicht zum Gipfel des Bächlistock. Von Punkt 3001 an vermutlich neue Tour.

Persönliche Mitteilung von Herrn Guyer.

Urner Alpen.

Nördliches Maasplankjoch ( ungefähr 3360 m, direkt nördlich vom Maasplankstock ). 19. Juli. Mr. Legh S. Powell mit Heinrich Zurflüh gingen von der Trifthütte über den Arm des Triftgletschers, welcher zwischen den westlichen Ausläufern der Tierberge und des Maasplankstockes liegt, bis zu einem kurzen und leichten Couloir nahe dem Ende des breiten westlichen Ausläufers des Maasplankstockes ( 40 Minuten ). Diesen Ausläufer erstiegen sie nun bis zur Wasserscheide ( 1 Stunde 40 Minuten ) ohne Schwierigkeiten und ohne Gebrauch des Seiles. Wenig links, d.h. nördlich von dem erreichten Punkt der Wasserscheide, führen zwei steile und ununterbrochene Couloirs auf den Kehlengletscher hinunter. Sie folgten dem nördlichen, welches sehr steil war und viel Vorsicht verlangte. Abstieg bis zum Bergschrund 1 Stunde 20 Minuten. Das andere Ende des Kehlengletschers wurde in 35 Minuten leicht erreicht und das Hotel Dammagletscher auf der Göscheneralp in 1½ Stunden mehr. Marschzeit 6½ Stunden, zwei kurze Halte eingerechnet. A.J., Nr. 154, pag. 539.

Spitzberg ( 2936 m ), der ausgesprochenste Gipfel in der Kette der Spitzberge. 30. Juni. Dr. R. v. Wyß, allein. Route: Auf Alpwegen nach Roßmettlen, dann westlich über sanft ansteigende Geröllhalden in die tiefste Lücke östlich von Punkt 2852, von hier über den Grat in südwestlicher Richtung in un schwieriger Kletterei, mit Umgehung einiger Zacken, bis zum Gipfel. Abstieg über leichte Felsen und ein Schneecouloir in der Nordwestflanke, kurze Traverse zur Mittaglücke.Von hier nach vergeblichem Versuch, einen gangbaren Weg über den glatten Absturz nach Süden zu finden, leichter Abstieg nach Norden ins Göschenerthal; in der Höhe von 2200 bis 2000 m sind einige Felsabstürze zu vermeiden.

Zeiten: Andermatt bis Lücke 4 Stunden; Lücke bis Gipfel 1 Stunde; Abstieg zur Mittaglücke ¾ Stunden; Mittaglücke bis Göschenen 3 Stunden.

Galenstock, über Südostwand und Südgrat. 29. September. Dr. R. v. Wyß und Max v. Wyß. Von der Furka nördlich auf den Siedelengletscher, dem westlichen Rande des Felsspornes, der den Gletscher in zwei Buchten teilt, entlang auf die Höhe desselben, von hier auf deutlich ausgesprochenen Schneerücken in nordwestlicher Richtung gegen diejenige Rippe in der Südostwand des Galenstockes, die die Fortsetzung des erwähnten Felsspornes bildet und auf der Karte nicht genügend hervortritt. Diese Rippe wurde im ganzen verfolgt. Bald nach dem Einstieg wird ein fünf Meter hohes Wändchen erklettert, hierauf leichte Strecke bis zu einem rötlichen Gratabbruch, dieser wurde links umgangen, ein plattiger Absatz und ein enges Couloir führten auf die Höhe des Gratabbruches, von da eine luftige kurze Kletterei über den Kamm der Rippe, hierauf über einen Schneesattel zum Südgrat des Galehstocks, wo eine in Frühsommer jedenfalls mächtige Schneewächte durchschlagen werden muß, von hier auf gewöhnlichem Wege zum Gipfel.

Zeiten: Furka bis zur Höhe des Felssporns im Siedelengletscher 2 Stunden 25 Min.; Felssporn bis zum Südgrat des Galenstockes 2 Stunden; von hier zum Gipfel 40 Minuten; Abstieg zur Furka über Rhonegletscher 2½ Stunden.

Mütterlishorn ( 3063 m ), über Südostgrat. 12. Oktober. Dr. R. v. Wyß, V. de Beauclair und Hermann Seiler. Von Andermatt auf der Straße bis Steinberg ( kurz vor Realp ), auf kleinem Steg über die Reuß, auf kleinen Alpwegen zur Rainbordalp, in das Thälchen zwischen Südostgrat und Ostgrat des Mütterlishorn, durch tiefen Neuschnee in einem breiten Couloir auf die Höhe des Südostgrates. Der Gratrticken wurde verfolgt bis zu einigen scharf abgeschnittenen Granittürmen am Vereinigungspunkt des Ost- und Südostgrates, die zu einer Umgehung nach rechts zwangen. Nach kurzer Traverse wurde der Grat wieder erreicht, dicht am Fuße des Gipfelaufbaues. Der unzugängliche Gipfelblock wurde in interessanter Kletterei durch einen von gewaltigen Blöcken gebildeten Tunnel rechts umgangen, unweit davon befindet sich der etwas niedrigere Steinmann; von da Abstieg über Nordgrat, Westflanke, östlicher Seitenarm des Alpiglengletschers zur Göscheneralp.

Zeiten: Steinberg bis Gipfel 9 Stunden ( von 2400 Meter an tiefer Neuschnee ); Gipfel bis Göscheneralp 3¾ Stunden ( letzter Hang im Dunkeln ohne Laterne ).

Persönliche Mitteilung von Dr. R. von Wyß.

Punkt 3203 in der Kette der Sustenhörner. 21. April. R. Helbling und H. Pfister. Von der Voralphütte bei reichlichem und schlechtem Schnee bis zum Fuß des ersten Couloirs und von Punkt 3203. Hier ab 8 Uhr 40 Min., im Sattel des Couloirs Rast von 10 Uhr 10 Min. bis 10 Uhr 25 Min. Das Couloir ist ziemlich steil. Vom Sattel einige Schritte abwärts auf die Westflanke, dann über die steilen, ziemlich festen und apern Felsen derselben hinauf und zuletzt über den Nordgrat zur Spitze. Hier Rast von 11 Uhr 10 Min. bis 11 Uhr 45 Min. Abstieg über den Südgrat, dann in das Felscouloir, welches die Südflanke schräg nach dem Sattel des ersten Couloirs südlich von Punkt 3203 durchzieht. Felsen teilweise brüchig; durch genanntes Couloir auf den Brunnenfirn und zur Voralplücke, an 2 Uhr 10 Minuten.

Als Paß von der Voralphütte nach der Sustenlimmi ist bereits die tiefste Lücke zwischen Punkt 3203 und Punkt 3215 benutzt worden. Man passiert hierbei das zweite Couloir südlich von Punkt 3203; indessen sind auch die Sättel oberhalb des ersten Südcouloirs und des ersten Nordcouloirs als Pässe überschreitbar.

Punkt 3164, Siegfr. Schynstock. Neue Traversierung. 22. April. R. Helbling und H. Pfister. Von der Voralphütte über den Brunnenfirn und den Stockgletscher in die Lücke südöstlich des Schynstock ( d.h. nordöstlich Schyn 2820 Siegfr. ). Ab Hütte 1¾ Uhr, Lücke 5½ Uhr bis 6½ Uhr. Über den Südostgrat, der noch stark vereist und verschneit war, auf den Gipfel 8½ Uhr bis 9½ Uhr. Im Abstieg zunächst dem Nordwestgrat entlang, dann in die Westflanke und in das Couloir, welches südlich neben dem großen Couloir hinabführt. Einstieg in das letztere erst im untersten Teil möglich. Abseilen! Durch das große Couloir hinab und um die Südwand des Gipfelbaues herum, dann hinab zum Bergsee und zur Göscheneralp.

Gletschhorn ( 3307 m ). Erste Begehung des West- und Ostgrates. Erste Traversierung in dieser Richtung. 12. Juli 1901. V. de Beauclair und R. Helbling. Vom Wirtshaus „ Tiefengletsch " an der Furkastraße über den Alpetlistock und den Tiefengletscher und zuletzt durch ein breites und mäßig steiles Couloir auf das Obere Gletschjoch ( Lücke zwisc hen Tiefenstock und Gletschhorn ). Ab Tiefengletsch 4 Uhr 20 Min., Alpetlistock 5 Uhr 40 Min. bis 5 Uhr 55 Min., Gletschjoch 7 Uhr 35 Min. bis 7 Uhr 55 Min. Von hier zunächst auf die Grathöhe ziemlich leicht; nach einer Stunde Klettern wird ein gewaltiger Gratabsturz sichtbar und hinter diesem der Gipfel; man klettert an diesem 30 bis 40 Meter an seiner Kulmination empor. Hier wehrten plattige Abstürze ein weiteres leichtes Fortkommen. Wir traversierten daher auf einem Band in die Nordflanke hinein, so weit, bis wir durch ein Couloir den Hauptkamm wieder erreichen konnten, und zwar östlich von der Zacke, welche den Absturz krönte.Von nun an blieben wir auf der Grathöhe, auch die letzte Spitze machte trotz exponiertem Aussehen geringe Mühe. Gipfel an 10 Uhr 25 Min., ab 11 Uhr 30 Min. Durch ein Couloir in der Ostwand des Gipfelbaues hinunter und dann links hinüber auf den Ostgrat. Dieser zunächst gut gangbar, einige Zacken an der Südflanke umgangen; in der Nähe eines auffallenden schwarzen Turmes waren wir gezwungen, in die Nordwand abzusteigen und über gefährliche Schuttbänder, halb noch vereist und verschneit, und über faule Felsen in die Lücke östlich dieses schwarzen Turmes zu traversieren; allein auch die roten Gendarmen östlich dieser Lücke waren nicht zu überklettern, und abermals waren wir genötigt, in die Nordwand hinein zu traversieren, bis wir durch eine verschneite Rinne östlich der glattwandigen Zacken wieder auf den Hauptkamm gelangen konnten. Diese Traversen in die Nordwand waren sehr zeitraubend und unangenehm; wahrscheinlich sind sie leicht bei ausgeaperter Wand. Von nun an war der Grat leicht bis zum untern Gletschjoch. Dort an 5 Uhr ( auf dem Ostgrat 1 Stunde Rast ). Vom Gletschjoch stiegen wir im diagonalen Couloir ab bis auf den Tiefengletscher. Dieses Couloir ist uns in unangenehmster Erinnerung. Stein-schlaggefährlich, miserables Gestein, Schnee und Eis in reicher Abwechslung. Auf dem Tiefengletscher erst um 8 Uhr 15 Min. Besser ist es, man verfolgt das Couloir nur halb und steigt dann über eine kleine Wandstufe östlich auf das große Schneefeld, welches vom Joch aus gesehen wird, in südöstlicher Richtung über das Schneefeld, zuletzt einige Platten bis zum Tiefengletscher.

Tiefenstock,. Erste Begehung des Nordgrates. 8. August. H. Biehly, R. Helbling und Alb. Weber. Vom Tiefenstock über Blöcke und leichte Felsen bis ins untere Winterjoch. Ohne jede Schwierigkeit.

Vorderer Rhonestock ( ca. 3580 m ). Erste Besteigung und Traversierung Südgrat bis Westgrat. 8. August. H. Biehly, R. Helbling und Alb. Weber. Zwischen Tiefenstock und Rhonestock wird der sonst äußerst einförmige Kamm der Winterberge plötzlich felsig und stark gegliedert. Zwischen dem oberen Winterjoch ( Winterjoch Siegfr. ), unmittelbar südlich des Rhonestockes, und dem unteru Winterjoch nördlich des Tiefenstockes verläuft ein scharfer, äußerst zackenreicher Grat, der in zwei kühnen Gipfelbildungen kulminiert. Wir halten den Namen Vorderer Rhonestock für diesen sowohl auf Göschenerseite wie vom Ehonegletscher her wohl individualisierten Gipfel für passend. Wir verließen das untere Gletschjoch, um zunächst die niedrige Zacke, welche zwischen den beiden Depressionspunkten dieses Joches liegt, zu umgehen; trotz Neuschnee und Vereisung war dies leicht auf der Westseite zu machen; von der nördlichen Lücke am nun folgenden Absturz hinauf bis zu steilen Platten; hier führte uns ein Band in die Westflanke, und über diese schräg aufwärts steigend gewannen wir wieder den Hauptkamm oberhalb dieses großen Absturzes. Eine Strecke weit war nun der Grat leicht, bis er zur letzten Spitze sich aufschwingt. Diese erklommen wir direkt auf der Südroute, kurz unter dem Gipfel war eine böse Platte und Überhang nur dadurch zu bewältigen, daß ich an der exponierten Stelle auf die Schultern Webers mich stellte.Vom Tiefenstockgipfel 3 Stunden, wobei aber der Neuschnee in den Felsen zu berücksichtigen ist. Von diesem Gipfel über den Nordgrat hinab bis zur ersten Scharte; von hier aber erwies sich der nördliche Hauptkamm ungangbar; auch an eine Umgehung der Zacken, welche sechs an der Zahl mit wachsender Höhe denselben krönen ( Nordzacke ebenfalls cirka 3580 m hoch ), war nicht zu denken. In den Platten der Westflanke hätte man viel zu viel absteigen müssen, und auf der vielleicht gangbaren Ostflanke lag zu viel Neuschnee. Wir traversierten daher über ein leichtes Band auf den Westgrat, welcher direkt von der Spitze nach dem Rhonefirn abfällt. Vom Hauptkamm etwas südlich fällt ein zweiter Westgrat ab, zwischen beiden liegt ein Firncouloir. Wir benutzten den ersten Westgrat bis in seinen untersten Teil, ohne Schwierigkeiten zu finden, leicht vermittelte dann das Couloir den Übergang auf den Firn. Ab Spitze 1 Uhr 40 Min., Lücke 2 Uhr, Gletscher 4 Uhr 15 Min.

Eggstock ( 3556 m ). Erste Ersteigung über den Nordostgrat. 22. Juli 1900. Roh. Helbling, F. Jakob, David Ries und N. Spœrry. Vom Kehlengletscher bei Punkt 2163 den Gletscher südlich der Moosplanke ( Punkt 2708 ) hinauf; dann kletterten wir am Rand der Felsen längs dem Gletscher hinauf, worauf ohne Schwierigkeiten der Grat erreicht wurde. Auch dieser war zunächst, wenn auch steil, ganz leicht. Kurz bevor der Grat in den gewaltigen Gipfelkamm mündet, wird er von mehreren Zacken gekrönt, welche auf der Nordseite umgangen wurden; dann vermittelte eine steile Firn- und Eishalde den Übergang in die Ostgipfelwand. Die Kante dieser mit der Nordwand bildet die Fortsetzung des begangenen Grates. Diese Kante ist steil und die Felsen schlecht. Kurz vor Erreichen des Hauptkammes traversierten wir nach Süden in ein kurzes Felscouloir, durch dieses hinauf erreichten wir die Kante wieder, kurz vor ihrer Vereinigung mit dem Hauptkamm. Nur unbedeutende Gwächtenbildung. Der Gipfel liegt etwa 100 Meter südlich dieser Stelle. Der Abstieg geschah in Nebel und zuletzt ausgiebigem Regen nach der Furka. Der Nordostgrat des Eggstockes kostete uns cirka 10 Stunden, allein wir waren alle absolut nicht trainiert, sicher kann man die Zeit um die Hälfte kürzen; denn hier ist wohl der leichteste Übergang über die Winterberge.

Gotthardgruppe.

Wytenwasserstock. Erste Besteigung über die Westwand und den Westgrat. Erste Traversierung. 30. Juni. R. Helbling und E. Martin. Von der Wytenwasserlücke ( bei Punkt 2855 südöstlich Leckihorn Siegfr. ) über Firn an den Fuß der Westwand, Einstieg in die Felsen, wo der Firn am höchsten in die Wand hinaufragt. Der Bergschrund war noch notdürftig passierbar; bei noch mehr zurückgeschmolzenem Firn wohl kaum mehr passierbar. Die ersten 20 Meter der Wand schwierig und zudem schlechter Felsen; nachher leichter, wenn auch exponiert. Ein ganz leichtes Couloir durchzieht diese Wand nach dem Westgrat und endet an einem Steilabfall des Vereinigungspunktes von Westgrat und Nordwestgrat. Wir kletterten an der orographisch rechten Seite des Couloirs hinauf bis an den Steilabfall und traversierten den Bändchen entlang und über einige Platten nach dem Westgrat; über diesen eine kurze Strecke, dann einige Schritte über ein Band horizontal in die Südwand, dann hinauf durch eine Rinne auf den Hauptkamm und über diesen leicht an die Gipfelzacke. Nach den oben gefundenen Karten wäre unsere Besteigung die vierte überhaupt. Auf dem gewöhnlichen Weg über den Ostgrat ganz leicht nach dem Schneegipfel des Wytenwasserstockes ( cirka 3020 m ), eigentlicher Vereinigungspunkt der Wasserscheiden des Gotthards. Diesen Punkt hatte ich schon 21. April 1895 über den Kamm vom Cavannapaß und Hühnerstock her bestiegen, als Abstieg benutzten wir das große Couloir südlich „ e " des Wortes Hühnerstock Siegfr. nach dem Lago Sabione; diesmal stiegen wir nördlich über Blöcke und Schneehalden unterhalb des Hühnerstock nach dem flachen Wytenwasser-gletscher.

Vorderes Muttenhorn ( 3103 mMittleres Muttenhorn ( 3026 mHinteres Muttenhorn ( 3063 m ). Gratwanderung. 14. Juli. R. Helbling allein. Diese Tour ist in der Litteratur nirgends erwähnt und nach Erkundigungen bei Führern nicht bekannt. Hinteres Muttenhorn ( 3063 m ) soll einmal bestiegen worden sein.

Von der Furka zum Gratschluchtgletscher und über den Nordgrat auf den ziemlich häufig besuchten Gipfel des Vordem Muttenhorn. ( Bei Punkt 2955 war eine Traverse in die Westflanke des Nordgrates nötig. ) Der leichteste Weg ist wohl der Ostgrat vom Muttengletscher her. Vom Gipfel leicht über den Südgrat in die erste Lücke, dann stets auf der Kammhöhe über Punkt 2982 auf das Mittlere Muttenhorn ( 3026 m ). Dieses fällt nach Süden in steilem Absturz ab, den ich von der Lücke nach Punkt 3026 in der Westflanke umging, leicht dann von der Lücke des Punktes 3026 in die Lücke bei Punkt 2948. Hier verließ ich, infolge starken Nebels mangelhaft orientiert, den Hauptkamm, dessen Gangbarkeit mir zweifelhaft war, ich traversierte schräg hinauf nach dem Westgrat über Firn. Bergschrund noch gut überbrückt, die folgenden Felsen, wenn auch noch verschneit, nicht schwer. Gipfelkamm über Punkt 3063 bis Punkt 2947 ganz leicht, trotz wackeligen Blöcken; von der Lücke bei Punkt 2947 ( westlicher Muttenpaß; östlicher zwischen Punkt 2951 und Leckihorn ) nach dem Muttengletscher, diesen traversiert nach dem Anfang der großen rechtsseitigen Moräne und auf dieser zur Muttenalp. Ich hatte die Furka um 7 Uhr verlassen und traf trotz nebeligem Wetter schon um 3½ Uhr in Realp ein. Von Punkt 3113 bis Punkt 3063 2 Stunden nötig. Auf der ganzen Tour keine schweren Stellen. Der Hauptkamm ist, wie ich nachträglich sehen konnte, auch von Punkt 2948 bis Punkt 3063 gangbar. ( Aus dem Jahresbericht des A.A.C.Z. pro 1901/1902. ) Glarner Alpen.

Ringelspitze. Erste Besteigung über die Nordwand von Panäraalp. 23. September 1900. R. Helblinq mit Führer F. W. Sprecher. Von der Panäraalp auf den Augstberg ( 2316 m ), und dann kletterten wir diesem Kamm, welcher auch in die Nordwand des Ringelberges fortsetzt, entlang, ohne irgendwo größere Schwierigkeiten zu treffen; etwas oberhalb der halben Höhe der Wand stießen wir auf eine Steilstufe, welche hier den ganzen Absturz der Nordwand, von Osten nach Westen ziemlich horizontal streichend, durchsetzt. Ein Versuch meinerseits, denselben direkt zu forcieren, mißlang, worauf ich der Route des Führers folgte, welcher unter dem Absturz nach Osten traversiert hatte, bis ein Couloir, zu Zeiten wohl steinschlägig, ziemlich leicht auf die obere Stufe der Wand führte. Hier waren gar keine Schwierigkeiten mehr, wir stiegen an in der Richtung nach der Firnkante, welche direkt nach Norden vom Ringelfirn her abfällt. Vereisung heischte eine ziemlich lange Stufenreihe. Als diese Kante hinter uns war, betraten wir das Plateau des Ringelfirnes und damit längst begangenes Terrain.

Diese Route ist nur bei aperer Nordwand zu empfehlen, im Frühsommer wahrscheinlich sehr steinschlägig und lawinengefährlich; bei günstigen Verhältnissen aber ist sie der kürzeste und schönste Weg auf den Ringel von Vättis aus. Mit Führer Sprecher, der den Weg nun kennt, wird für einen guten Bergsteiger von Panäraalp ( 1858 m ) aus ( obere Hütte ist abgebrannt ) die Ringelspitze in vier Stunden erreichbar sein. ( Aus dem Jahresbericht des A.A.C.Z. pro 1901/1902. ) Satzmartinhorn von Valtirsch-Piltschina aus. 7. Juli. Acht Mitglieder der Sektion Piz Sol mit Joseph Sprecher und Robert Pfiffner. Alp. 1901, pag. 96.

Piz Frisai über die Südostwand und den Südgrat. 27. Juli. Herren Dr. E. Imhof und A. Ludwig. S.A.C. XXXVII, pag. 68 ff.

Ruchi. Erster Gratübergang vom Muttenstock. 10. August. Herren G. A. Guyer und Eugen Wortmann.

Scheibe ( 3084 m ) bei der Muttseehütte. 12. August. Die nämlichen. Alp. 1901, pag. 135.

Piz Ceviroles ( 3028 m ). 10. August. Gebhard A. Guyer und Eugen Wortmann. Von der Einsattelung zwischen Muttenberg und Muttenstock in östlicher Richtung über Geröll und Felsen unschwierig auf den vom Muttenstock südlich ziehenden Kamm und, diesen nach Süden verfolgend, zu Punkt 3028, den wir nach dem nahen Gletscher Piz Ceviroles nannten. 55 Minuten vom Sattel. A.A.V.M.., IX. Jahresbericht, pag. 69.

Adulaalpen.

Cima Fornei über den Ostgrat. 16. Juli. Mr. J. H. Doncaster mit Maurice und Joseph Gaspoz verfolgten den ganzen Grat von der Bocca di Fornei bis zum Gipfel. Sie fanden die Felsen ungewöhnlich solid für die Gegend.

Kirchalphorn über den Westgrat. 22. Juli. Die nämlichen verließen die Kanalalp um 4 Uhr 50 Min. morgens und stiegen über Gras- und Schneehängen ostwärts empor. Über den östlich vom Rothorn liegenden Gletscher erreichten sie den namenlosen Paß zwischen diesem und dem St. Lorenzhorn um 7 Uhr 30 Min. Sie überschritten die weite Schneemulde des Fanellagletschers zum Fuß des Südwestrückens des Kirchalphorns, über welchen sie den Gipfel um 9 Uhr 15 Min. erreichten. Einige Traversierstellen auf dem Grat boten Gelegenheit zu hübscher Kletterei, und die Felsen sind für die Gegend gut und fest. A.J. Nr. 155, pag. 25 und 28.

Piz Por ( 3033 m, höchster Punkt der Surettahörner ). 12. August. Messrs. J. J. Withers und R. J. G. Mayor mit Adolf Andenmatten und Franz Zurbriggen verließen Inner-Ferrera um 4 Uhr 50 Min. morgens und erreichten die Hütten in Val d' Emet um 5 Uhr 50 Min.; von hier bogen sie nach Westen ab und stiegen allmählich über Gras und steinige Hänge, bis ( um 7 Uhr 30 Min. ) ein Seitenrücken erreicht war, nämlich der von der Südostflanke des Berges zu der Flanke im Südwesten des Gipfels. Nach einer Stunde Halt wurde dieser Rücken über Fels und Schnee verfolgt bis zu dem Vereinigungspunkt mit dem Berge selbst, welcher nun gerade aufwärts zur Höhe des Rückens erklettert wurde. Hier verfolgte man die Felsen des sehr steilen Rückens in nordöstlicher Richtung bis zum Gipfel ( 2½ Stunden von dem erwähnten Haltplatz ). Der Abstieg wurde zum Surettagletscher und auf dem gewöhnlichen Wege über diesen nach Mutalla Sura und Inner-Ferrera genommen, welches um 3 Uhr 50 Min. nachmittags erreicht wurde.

Pizzo Stella ( über den Nordostgrat mit Abstieg über die Nordostflanke ). 20. August. Die nämlichen verließen Cresta im Avers um 3 Uhr morgens und erreichten die Hütten von Plan del Nido im Val di Lei um 7 Uhr morgens. Diese um 8 Uhr wieder verlassend, überschritten sie den Bach in südlicher Richtung und begannen, die steilen Halden zu ersteigen, welche den Nordostgrat des Berges bilden. Nachdem sie die Höhe des Rückens erreicht, folgten sie diesem in seiner ganzen Länge, zuerst über lose Steine und schließlich über den sehr steilen Felsgrat zum Gipfel, welcher um 11 Uhr erreicht wurde. Um 12 Uhr 15 Min. diesen verlassend, folgten sie einige Minuten dem Nordostgrat und stiegen dann über den Gletscher ab, welcher auf der Nordostflanke des Berges liegt. Den Gletscher verließen sieStunden vom Gipfel weg ) auf seiner rechten Seite und erreichten auf dem im Aufstieg gebrauchten Wege Cresta ( nach vielen Halten ) um 7 Uhr 30 Min. abends. A.J. Nr. 155, pag. 45/46.

Piz Julier über die Westwand. 1. September 1900. Dr. Wilhelm v. Frerichs. Aus dem Val Julier über einen steilen Geröllhang in das block- und schneegefüllte Kar, das gegen die Julierwestwand emporzieht. Ein vereister Schneehang führt zu den Felsen, die ungefähr unter dem Gipfel betreten werden. Das Gestein ist plattig und griffarm. Bänder, durch plattige Stufen getrennt, vermitteln das Weiterkommen. An einem markanten, höhlenartigen Überhang vorbei, schräg links ( nördlich ) aufwärts, durch eine schiefe, kaminartige, von einem Block überdachte Rinne. Oben über Plattenwände und durch eine glatte, exponierte Verschneidung empor und schräg rechts über steile, griffarme Platten zum Gipfelgrat nördlich des Gipfels. Über einen Absatz in wenigen Minuten zum Gipfel ( 1¾ Stunden vom Einstieg ). Der Weg ist in seinen unteren Partien steingefährlich. A.A.V.M.., VIII. Jahresbericht, pag. 76.

Berninagruppe.

Punta Voila ( Valle dei Ratti, cirka 2850 m ). 4. Juni 1900. Si avv. Michele Chiesa und A. Andina und Giulio Clerici mit den Führern Battista und Pasquale Oreggioni bestiegen, nachdem sie den Ort für die Voltahütte der Sektion Como C.A.I. bestimmt hatten, einen im Hintergrund der Valle dei Ratti oberhalb der Alp Talamucca, im Osten des Manduino gelegenen Felszahn ( 3 Stunden vom Hüttenplatz aus in guter Kletterei ), dem sie den Namen des großen Naturforschers von Corno gaben.

Passo della Vedretta ( von den Bagni di Masino in die Valle dei Ratti ), cirka 2750 m. Si avv. A. Andina und Dott. Rod. Ferrari mit dem Führer Giovanni Ferrari stiegen von den Bädern zur Alp Ligoncio hinauf, bogen dort links ab in der Richtung auf eine deutlich ausgeprägte Einsenkung im Grenzkamm, ziemlich östlich vom Ligoncio. In 5 Stunden starken Steigens und nachdem ein kurzer, aber sehr steiler Gletscher und eine weite Mulde überwunden waren, erreichten sie die besagte Einsenkung und konstatierten, daß ein nicht ganz leichter Abstieg in die Valle dei Ratti möglich sei. Auf dieser Thalseite stiegen sie aber nicht direkt ab, sondern querten zuerst nach rechts hin zu einer tief eingeschnittenen Scharte, bedeutend mehr westlich von dem zuerst erreichten Paß. Diese Scharte korrespondierte mit der Valle dei Ratti durch ein tiefes und steiles Couloir und bot nach der Val Ligoncio die Möglichkeit eines Abstiegs auf den untern Teil des im Aufstieg passierten Gletschers vermittelst eines bequemen Bandes und weiter über eine Klippenreihe.

Der so ausgekundschaftete zweite Weg wurde am 7. September begangen von Dott. J. Scudolanzoni mit seiner zehnjährigen Tochter Emilia und dem Führer Giov. Fiorelli. Erst gegen Mittag unter den Felsen des Ligoncio angekommen, erreichten sie die Bocchetta ( cirka 2800 m hoch ), indem sie vom Gletscher rechts abbogen über ein steiles Couloir, Felsen, zuletzt das Band ansteigend. Der Abstieg zur Capanna Volta erforderte über steile Trümmerhalden wenig mehr als eine Stunde. R.M. 1900, pag. 326/27.

Punta Corno ( cirka 2860 m, zwischen Manduin und Punta Volta ). 29. Juni. S'Italo und Guido Bernasconi und Luigi Barazzoni mit dem Führer Giov. Fiorelli stiegen nachts von Verceja durch die Valle dei Ratti hinauf, waren 4½ Uhr morgens oberhalb der Alp Talamucca und um 5½ Uhr am Eingang des breiten Thales zwischen Manduino und Punta Volta, wo sie über eine Stunde rasteten. Um 6¾ Uhr setzten sie sich wieder in Bewegung und waren bald am Fuß der Südwestwand der Punta Como. Die Ersteigung derselben forderte die größte Kletterfähigkeit des Führers, und mehrere Stellen schienen anfangs unüberwindlich. Auf der Höhe des Gipfelgrates in der Lücke zwischen den beiden höchsten Punkten angelangt, stiegen sie auf der andern Seite, die der Hütte gegenüberliegt, etwas ab und erreichten über sehr schmale Bänder im Zickzack wieder den Hauptgrat und über diesen leicht um 11 Uhr den Gipfel. Nach kurzem Aufenthalt stiegen sie über die der Hütte gegenüberliegende Wand ab, indem sie sich zweimal, um Zeit zu sparen, je 30 Meter abseilten und so auf ein breites Band gelangten, das sie in die Lücke zwischen Punta Como und Punta Volta brachte, von wo aus sie die letztere erstiegen ( zweite Besteigung ) und durch ein leichtes Couloir zu Thal stiegen. Ankunft in der Capanna Volta um 4½ Uhr nach ungefähr 19 Stunden fast ununterbrochenen Marsches und Kletterns. R.M. 1901, pag. 279/83.

Punta Corno über den Südwestgrat. 29. Juni. Si Dott. Italo Scudolanzoni, Ing. Enr. Mariant, Dott. Tom. Porta und der junge Cam. Savonelli mit den Führern Guis. Bonazzola und G. B. Oreggioni verließen um 10 Uhr 30 Min. morgens die Capanna Volta, wo sie morgens um 8 Uhr von einem Nachtlager in der Mitte der Valle dei Ratti angekommen waren, und stiegen über unbequeme „ Ganden " in das Thälchen hinauf, das im Süden von den zerrissenen Wänden des Manduino und im Osten von der Punta Volta gebildet wird, die als Felssporn von Norden nach Süden sich darin vorschiebt. Am Fuß der ersten Felsen angekommen, trachteten sie danach, eine deutlich als Furke markierte Einsenkung im Grat zwischen Manduin und Punta Corno zu erreichen, von welcher aus sie hofften, auf der Val Codera-Seite sich dem Gipfel zu nähern. Zuletzt über bequeme Bänder, dann durch ein steiles, hier und da von Grasplanken unterbrochenes Couloir, erstiegen sie in einstündiger Kletterei den im Volksmund Bocchetta del Sereno genannten Einschnitt. Von diesem stiegen sie über zwei Felsabsätze auf den Firnhang der Nordseite ab und erreichten über diesen und große Blöcke um 2 Uhr den Gipfel.

Pizzo Torretta ( cirka 2780 m ). 21. Juli. Die nämlichen, ohne Mariani und Porta, erstiegen im Nebel diesen in der Kette der Punta Clerici gelegenen Punkt aus Versehen anstatt der gesuchten Punta Magnaghi. Zeiterfordernis von der Capanna Volta aus 3 Stunden. Die Kletterei war schwieriger als bei der eben geschilderten Ersteigung der Punta Como. Sie stiegen vermittelst eines kurzen und steilen Couloirs in die Felsen ein, passierten, auf deren Kammhöhe angekommen, auf die Seite von Val Codera, erstiegen einen unbenannten Punkt ( An. 2700 m, vielleicht eine der Punte Clerici, siehe unten ), umgingen, auf die Südseite zurückgekehrt, zwei weitere Spitzen, und erstiegen durch eine steile Rinne den höchsten Gipfel, 2780 m, in der Gruppe, welche nach Norden auf die Punkte Punta Magnaghi, Corno und Manduino folgt.

Punte Clerici ( cirka 2850 m ) in der Kette zwischen Pizzo Ligoncio und Punta Magnaghi. 20. Juli. Si Emilio Martinelli und Gius. Lavezzari erstiegen im Nebel und bei ganz schlechtem Wetter zwei Gipfel dieser Felskette. Zugang: Aus dem Hintergrund der Valle dei Ratti über das einzige und daher nicht zu verfehlende Couloir, das man erreicht, wenn man von der Capanna Volta den senkrechten Wänden der Ponte Corno und Magnaghi folgt. Das Couloir war nur an einer Stelle schwierig und führte in eine Scharte, die die Val Codera überschaut. Von der Scharte wandten sie sich links, erstiegen einen ersten Gipfel, der zwar gefährlich, aber wegen der guten Griffe nicht schwierig war. Hierauf umgingen sie zwei Gipfel oder besser Grattürme, den einen auf der Seite von Val Codera, den andern auf der Seite von Val dei Ratti, und erstiegen den letzten Punkt dieses Gratabschnittes, den sie für den höchsten hielten. Ein Lüften des Nebels zeigte, daß der vorhergehende Felsturm noch höher sei; so kehrten sie in die verlassene Scharte zurück und erstiegen und markierten auch diesen. Abstieg auf der nämlichen Seite. Zeitaufwand von der Capanna Volta 3½ Stunden.

Punta Magnaghi ( cirka 2750 m ). 4. August. Si Guido Bernaseoni und Emilio Martinelli erreichten von der Eisenbahnstation Dubino aus um 3 Uhr 30 Min. die Alp Talamucca, um 6 Uhr die Furkel zwischen Punta Corno und Manduin, stiegen auf der Seite von Val Codera ein wenig ab, traversierten die Gand hinter der Punta Como und gelangten so in das Thal zwischen diesem Gipfel und der Magnaghi. Hier stiegen sie durch den einzig möglichen Weg, ein steiles Schneecouloir, ab und erreichten den Fuß der absolut senkrechten Felswände des letztgenannten; Gipfels. Durch ein schmales Couloir, das in einen Kamin sich verengte, gelang es ihnen, die Felsrippe zu ersteigen, welche sich von der Punta Magnaghi nach Val Codera absenkt. Dieser Rippe folgten sie, oft über die Schneide selbst reitend, bis sie nach schwerer Arbeit um 10 Uhr 30 Min. den Gipfel erreichten. Den Abstieg nahmen sie rechts und links, bisweilen auf der Schneide selbst sich haltend, längs der schmalen First auf die Einsattlung zwischen Punta Magnaghi und Punta Corno und mit beständigen Seilmanövern von Band zu Band über die überhängende Wand der Valle dei Ratti hinunter, bis ein breiteres Band ihnen gestattete, unterhalb der Furkel zwischen Punta Volta und Punta Como zu kommen, wo sie erst um 4 Uhr anlangten. Der weitere Abstieg nach Verceja, wo sie um 1 Uhr nachts ankamen, war sehr ermüdend. Es wird empfohlen, die Punta Magnaghi nicht ohne Führer zu besteigen. R.M. 1901, pag. 278,88.

Punta Fiorelli = Punkt 2401 It.K. in der Kette, welche von den Cime del Calvo zum Sasso Medaccio oberhalb der Bäder von Masino streicht. 19. August. Camillo Savonelli mit dem Führer Giovanni Fiorelli verließ um 6 Uhr morgens die Bäder und stieg die Valle di Merdarola hinauf bis an den Fuß der Granitwand des gesuchten Gipfels. Die Wand selbst besteht aus unzugänglichen Platten, sie folgten deshalb dem Fuß der Pyramide, um durch ein leichtes Couloir die rechte Kante zu erreichen. Von der ersten Einsattlung kamen sie um 8½ Uhr, nachdem sie vermittelst eines Bandes die Platten der Nordseite traversiert, auf den ziemlich zerrissenen Westkamm und, dessen Türme überkletternd oder umgehend, nach 1½ Stunden aufregender Gymnastik um 10 Uhr auf den Gipfel, für welchen der junge Bergsteiger den Namen seines Führers vorschlägt. Den Abstieg nahmen sie mit großer Vorsicht bis zum Sattel auf dem gleichen Wege, dann durch ein Couloir der Nordwand hinunter in die Valle del Ligoncio und nach Masino zurück. R.M. 1901, pag. 378/79.

Piz Materdell über den Ostgrat. 19. Juli. Julius Weidmann mit Christian Zuan verließen früh um 3 Uhr 15 Min. Sils-Maria und stiegen über die Weiden von Grevasalvas zum Sattel zwischen Piz Lagrèv und Materdell empor. Ankunft dort um 6 Uhr 40 Min. Nach einer halbstündigen Rast wurde der Ostgrat in Angriff genommen; da die Steilheit der Felsen beträchtlich ist, verbanden sie sich durch das Seil. Rasch war der unterste Absatz des Grates erklettert und damit begannen die eigentlichen Schwierigkeiten; der Grat zieht sich auf eine Strecke von cirka 50 Meter beinahe eben hin, ist aber äußerst scharf, und da das Gestein ( Granit und Serpentin ) sehr brüchig ist, war größte Vorsicht am Platze. Bis zu dieser Stelle waren sie schon vor zwei Jahren vorgedrungen, wie eine da zurückgelassene Karte bewies. Nun ging 's wieder steil empor, über meist brüchige Felsen, zum Ostgipfel, der nur wenig niedriger ist als der Hauptgipfel, von diesem aber durch einen cirka 150 Meter langen Felsgrat und eine tiefe Scharte getrennt. Auf dem Ostgipfel machten sie eine halbe Stunde Halt; keine Spuren ließen erkennen, daß er je erstiegen worden war — sie bauten zum Zeichen der Ersteigung einen Steinmann, in den die Karten deponiert wurden. Um 9 Uhr 50 Min. betraten sie den Grat, der sich, anfangs eben, dann aber jäh sich senkend, in die Scharte hinüberzieht. Dieses Stück des Weges ist das schwierigste, da der Grat häufig so schmal ist, daß man nur kriechend oder reitend darauf vorwärts gelangen konnte; auch machte das Umgehen oder Überklettern einiger Felsköpfe viel Mühe. Um 11 Uhr endlich standen sie in der Scharte, wo sie wieder einen Steinmann errichteten. Von da weg auf den Hauptgipfel, der sich etwa noch 60 Meter über der Scharte erhebt, boten sich keine wesentlichen Schwierigkeiten mehr, und um 11 Uhr 50 Min. betraten sie die Spitze des Materdell. Um 1 Uhr 30 Min. Abstieg auf dem gewöhnlichen Weg über den Westgrat und später die Alpen von Grevasalvas nach Plann da Ley an der Straße Maloja-Sils, auf der sie in drei Viertelstunden Sils-Maria erreichten.Bund " vom 1./2. August 1901.

Piz Prievlusa traversiert. 1. September. Dr. E. Kingscote und Mr. Alexander mit den Führern Schocker und Platz verließen die Tschiervahütte um 2 Uhr 20 Min. und erreichten den Prievlusasattel um 4 Uhr 10 Min., den Gipfel um 10 Uhr. Der Abstieg über die Felsen wurde um 11 Uhr angetreten und die Bovalhütte um 4 Uhr 30 Min. erreicht. Sehr interesante Besteigung. A.J. Nr. 154, pag. 539.

Piz d' Arlas über den Nordostgrat. Juli 1900. Dr. Wilhelm v. Fre-vichs. Von der Scharte zwischen Piz Surlej und Piz d' Arias über den Nordostgrat empor, die erste Steilstufe links ( östlich ) umgehend zu einem weiteren Absatz. Unter diesem die Westwand querend zu einem schmalen, steilen Eiscouloir, das auf steiler Platte ausläuft. In Stufen empor und über Platten und brüchigen Fels zur Grathöhe, die in zahlreiche Zacken aufgelöst ist. Über diese zu einer kleinen Einsenkung und jenseits leicht zum Gipfel. 1¼ Stunde von der Scharte. A.A.V.M.., VIII. Jahresbericht, pag. 77.

Ofenpassgruppe.

Pizzo del Teo über die Südostflanke. 3. September. Dott. Vittorio Ronchetti mit dem Führer Luigi Compagnoni verließen um 5 Uhr die Casina di Malghera und stiegen das öde Thälchen von Sperella hinan. Ihre Absicht war, die Furkel im Nordwesten der Quote 2775 It.K. zu erreichen und von da direkt über den Grat oder auf der Seite gegen Val die Sacco an den Fuß des letzten Felskegels des Teo vorzudringen. Aber beim Signal 2775 angekommen, sahen sie, daß beides nicht angehe. Sie stiegen deshalb wieder ins Sperellathälchen ab und begaben sich zu der Furkel im Nordosten der Quote 2886, wohin sie über ein langweiliges Gand und ein interessanteres Couloir gelangten. Von dort stiegen sie wieder über Gand und Geröll in die Vallone di Teo ab und überschritten den im Siegfr. verzeichneten Gletscher, der, weil schneefrei, ziemlich Hackarbeit verlangte.Vom Gletscher aus gewannen sie die Einsattlung im Norden der Quote 2878, wo der Kamm beginnt, der direkt zum Pizzo Teo führt. Diesen Kamm stiegen sie empor, bald über die messerscharfe Schneide, bald über die glatten Platten und Bänder der Westwand, immer mit dem Blick auf die 500 Meter tiefer liegenden Seelein. Auf der letzten Strecke mußten sie mehrere Wandstufen und Kamine bewältigen, auch etwa vom Kamm in die Ostwand ausbiegen, aber um 10 Uhr 30 Min. standen sie auf der Spitze, wo sie in der Gipfelflasche nur zwei Karten vorfanden, eine von Freshfield und Konsorten vom 28. Juli 1866 und eine der HH. Lardelli vom 31. August 1901. Zum Abstieg benutzten sie den gleichen Weg bis zur Furkel im Norden der Quote 2878, von wo sie direkt und leicht ins Val di Sacco abstiegen und um 3 Uhr in der Casina di Malghera zurück waren.

Punta di Bugorale ( 3093 m ). 5. September. Die nämlichen verließen um 6 Uhr die Capanna Dosdè, stiegen die Trümmerhalden gegen Val Cantone di Dosdè hinab, dann wieder die Vedretta ( Gletscher ) di Saoseo hinauf. Sie strebten nach dem Passo di Dngorale ( 3043 m ), wurden aber durch den Nebel und das Terrain zu viel nach rechts gegen Punkt 3093 gedrängt. Der Aufstieg in der Wand war schwierig und gefährlich; endlich erreichten sie über steile Kamine den Nordgrat cirka 20 Meter unterhalb des Gipfels. Um 9½ Uhr ( 3½ Stunden von der Hütte ) waren sie oben und stiegen im Schneetreiben gleich wieder bis zu dem Punkte ab, wo sie den Grat betreten hatten. Erst über sehr steile, glatte und gefährliche Platten, dann durch ein Couloir hinunter kamen sie in 1½ Stunden auf die Vedretta di Dugorale und durch Val Campo in 3 Stunden nach Passolascio ( Poschiavo ).

Cima di Piazzi über den Nordgletscher. 8. September. Die nämlichen erreichten, nach einem durch falsche Angabe veranlaßten unnützen Abstecher auf den Passo di Verva, um 9½ Uhr ( Aufbruch von der Capanna di Dosdè um 5 Uhr ) über die Furkel im Süden des Corno delle Pecore, ein böses Couloir und eine Moräne, die Vedretta di Piazzi, die sie auf ihrem westlichen Arme nahe den Felsen, welche sie vom Ost-arme trennen, attakierten. Die Gletscherzunge, der erste Gletschersturz und die erste Eisterrasse waren leicht zu überwinden, mehr Schwierigkeiten machte der zweite und dritte Eissturz. Nachdem sie die dritte Gletscherterrasse nach links hin traversiert hatten, gelangten sie auf einen ziemlich steilen und schmalen Kamm, der in nördlicher Richtung herabkommt. Diesen verfolgten sie auf Stufen bis 100 Meter unterhalb des Gipfels, wo sie es ratsam fanden, etwas nach links abzusteigen und die von Spalten durchzogene Wand anzusteigen. 50 Meter unter dem Gipfel verlangte der Bergschrund noch Umwege und die Benützung einer bedenklichen Brücke. Um 2 Uhr 30 Min. waren sie auf der Sehneehaube des höchsten Punktes, die sie bald mit dem von einem gewaltigen Steinmann gekrönten Felsgipfel vertauschten. Der Abstieg auf einem der gewöhnlichen Wege wurde um 4 Uhr angetreten. Um 8 Uhr waren sie in Eita, um 11 Uhr nachts in Grosio. R.M. 1901, pag. 437/45.

Silvrettagruppe.

Fluchthorn. Traversierung der drei Gipfel. 21. September 1900. H. Cranz und Führer Ignaz Lorenz II. Das große südliche Fluchthorn wurde von der Jamthalhütte aus über den Kronengletscher, das mittlere ( Rennerspitze ) vom großen her auf dem gewöhnlichen Wege über den Grat erreicht. Der erste große Absturz im Nordgrat des Mittelgipfels wurde in der dem Jamthale zugekehrten, steilen und brüchigen Nord- westwand umgangen, ebenso auf der Jamthalseite die zwei abenteuerlich gestalteten Gratthürme nahe der Scharte.Von letzterer wurde das nördliche Fluchthorn mühelos über seinen Südgrat erstiegen. Abstieg zum unteren Fluchthorngletscher westlich von der großen, von der Scharte zwischen Nord- und Mittelgipfel herabziehenden Rinne. Die beiden folgenden Tage wurden benützt, um die touristisch noch nicht ausgeführte Überschreitung des Hinteren Satzgrates von der Scharte zwischen dem Rauhen Kopf und dem höchsten Satzgratkopf, sowie die Gratwanderung über die Henneberg spitze von der Gentschelscharte und die Ersteigung der südlich dieser Scharte sich erhebenden Gentschelspitze durchzuführen. M. D. Ö.A.V. 1901, pag. 271.

Rhätikon.

Mittagspitze im Zimbakamm. ( Erste Ersteigung über die Ostwand. ) 27. Juli 1900. Hans Kissenberth, Wilhelm Kissenberth, Karl Lässer. Von der Gavalina-Alpe über Alpenweiden und Geröll an den Fuß des Berges. Eine etwa 20 Meter hohe, sehr steile, schwach ausgeprägte Plattenrinne vermittelte den Einstieg. Dann war eine außerordentlich steile Graswand zu überwinden. In schwieriger Kletterei wandten sie sich hierauf nach rechts, bis sie ein unter überhängenden Felsen schief aufwärts, anfangs nach rechts hinziehendes Grasband erreichten. Nach dessen Überwindung mühsam weiter zu einem durch einen Block halb versperrten Kamin. Unter dem Block empor bis zu einer 6 Meter langen, ziemlich geneigten, nur ganz dürftige Griffe bietenden Platte. Über diese hinan und dann leicht über gut gestuften Fels zum Gipfel. Zeitdauer 2 Stunden von der Gavalina-Alpe aus. Die Tour bietet fast durchwegs bedeutende Schwierigkeiten. Der Abstieg geschah über die Westseite. A.A.V.M.., VIII. Jahresbericht, p. 46.

Ferwallgruppe.

Küchelspitze ( 3144 m ), über den Ostgrat. 20. August 1900. Adolf Schulze und Gustav Schulze. Darmstädter Hütte ab 5 Uhr, Raubejöchl 6 Uhr, Küchelspitze 7 Uhr 40 Min. ( inkl. Rast ). Der Aufstieg wurde durchweg am Grat bewerkstelligt und bietet keine Schwierigkeiten.

Kuchenspitze ( 3170 m ). Abstieg über die Nordwand. 20. August 1900. Adolf Schulze und Gustav Schulze. Etwa 200 bis 300 Meter westlich des Kuchenjoches durchzieht eine große Rinne, die oben in Eishalden verläuft, die Nordwand. Man hält sich anfangs links der Rinne aufwärts, steigt jedoch bald, da die Felsen ungangbar werden, über eine Platte in dieselbe ein. Der folgende wasserüberronnene Absturz der Rinne wurde etwas rechts über eine schwere Wandstufe umgangen. Eine wenig-geneigte schneebedeckte Partie würde nun ein leichtes Zurückkehren in die anfangs schneeerfüllte Rinne gestatten, die sich jedoch bald als ungangbar erweist. Man wendet sich deshalb weiter rechts einer seichten, rissartigen Verschneidung zu, die parallel der großen Rinne die Platten bis zu den oberen Eishalden durchzieht. Nach links, oberhalb der Rinne, querend gewinnt man nun über Eis die nördlichste, scharf eingerissene Scharte des Kuchenspitzkammes. Eine Gratüberschreitung von hier über die verschiedenen Gipfel bis zum Hauptgipfel der Kuchenspitze dürfte möglich sein. Sie umgingen jedoch wegen Zeitmangel die ersten beiden Gipfeltürme auf der Moosthalseite. Zu diesem Zwecke steigt man etwas ab und erreicht über Eis und Fels eine sehr unangenehme Plattentraverse, die zu einem schmalen Bande führt. Auf demselben erreicht man leicht wieder den Kamm und über den vorletzten Gipfel hinweg den ( südlichsten ) Hauptgipfel. Der Aufstieg Darmstädterhütte-Kuchenjoch-Kuchenspitze erfordert cirka 7 Stunden. A.A.V.M.., VIII. Jahresbericht, pag. 72.

Seehopf ( 3063 m ), über den Westgrat. 21. August 1900. Adolf Schulze und Gustav Schuhe. Der Aufstieg erfolgt anfangs kurz unter der Gratschneide auf dessen südlicher Flanke. Der Abbruch des Vorgipfels wurde durch einen sehr schwierigen aber kurzen Kamin überwunden. Von hier wurde der Grat bis zum Hauptgipfel verfolgt; der dazwischen liegende Turm ist jedoch auf der linken Seite besser zu umgehen. Darmstädterhütte ab 7 Uhr 30 Min., Doppelseescharte 9 Uhr bis 9 Uhr 45 Min., Südlicher Vorgipfel 10 Uhr 50 Min. bis 11 Uhr 15 Min., Hauptgipfel 11 Uhr 30 Min. A.A.V.M.., VIII. Jahresbericht, pag. 73.

Seekopf, über die Nordwand. 21. Juli. HH. Viktor Sohm, G. Herold und Dr. Besl. Der Erstgenannte stieg von der Darmstädterhütte ( ab 5 Uhr früh ) zum Schneidjöchl empor ( 6½ Uhr ) und verfolgte den zum Fuß der Nordwand führenden Grat bis zu der Stelle, wo er, schmäler und plattiger werdend, sich steil aufschwingt und querte hier nach rechts in eine steile, ziemlich breite Rinne, die aus der Tiefe des Einstieges des bisherigen Weges heraufzieht. In dieser Rinne bis zu ihrem Ende hinauf und noch etwa 6 Meter weiter in gleicher Richtung zum Fuße einer steilen Wand. Hier etwa 4 Meter in der Fallirne des Gipfels empor, dann auf schwach ansteigendem guten Felsgesimse nach rechts um eine Ecke, in eine zweite sehr steile Rinne, die zu einem horizontalen, breiten Schuttbande leitet. An dessen östlichem Ende über eine plattige Verschneidung mit guten Griffen zu einer Scharte nordöstlich des Gipfels und mit wenigen Schritten leicht zu diesem. Von der Hütte zur Spitze 2 Stunden, ausschließlich einer Stunde Wartens auf die andern am Schneidjöchl.

Herr Sohm stieg auf dem gleichen Wege ab, traf nach 20 Minuten auf die beiden andern, die mit Verspätung wegen Nebels von St. Anton heraufkamen und wiederholte mit ihnen die Besteigung über die Nordwand. Abstieg über den Südgipfel und über den Westgrat zum Seejöchl und zur Darmstädterhütte zurück.

Östliche Faselfadspitze ( Westwand ). 21. Juli. G. Herold allein auf neuem Weg durch den langen, schwierigen Kamin der Westwand. Ö.A.Z., 1902, pag. 11.

Säntisgruppe.

VII. Kreuzberg, 15. Juli 1900. C. Egloff und G. Thorna. S.A.C. XXVII, pag. 102—104.

Churfirstenkette.

Punkt 2081 im Vorder-Leistkamm und neuer Abstieg zwischen Schere und Wart. 11. August. Richard Schweizer und Meyer. Alp. 1901, pag. 132—133.

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