Otto Landolt

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Von Paul Hilber.

Seitdem Alexander Calarne in Genf persönlich die Initiative zur künstlerischen Eroberung der Gebirgslandschaft um den Vierwaldstättersee ergriffen hatte, ist es in Künstlerkreisen der Innerschweiz nie mehr ganz stille geworden im Suchen der Motive dieser vielgestaltigen Landschaft. Und doch wundert man sich, dass die Künstler eher eine Zurückhaltung zeigen vor der heroischen Gewalt der Berge, die jäh zum See absteigen. Es mag die unstete und dramatisch bewegte Lebendigkeit der theatralisch sich verhüllenden und dann wieder firnklar sich bietenden Atmosphäre um den See schon manchen Künstler zur Verzweiflung gebracht haben, der um ernste Eroberung dieser Landschaft bemüht war.

Otto Landolt ist einer jener innerschweizerischen Landschaftsmaler, der sich, vom Wechsel dieser Stimmungen nicht beirren lässt. Zwar ist das Hochgebirge nicht seine besondere Liebhaberei. Er setzt sich meist an ein stilles Wasser, ein Seeufer oder an einen Forellenbach und erhascht die Stimmung mit seiner gewandten Temperatechnik. Meist wählt er für diese landschaftlichen « Stilleben » ein mittleres oder kleineres Format. Wie er aber an einem Wintertag auf Rigifirst sass, packte ihn die föhnig dunkle Stimmung des Bürgenstockes, und er warf sie diesmal in grösserem Bildausmass auf die Leinwand. Das Kunstmuseum Luzern hat denn auch diesen ausdrucksvollen « Landolt » sich zu sichern gewusst, in der Meinung, dass gerade diese ungewohnte Art des landschaftlichen Erlebnisses unserer Berge eine Beachtung verdient.

Der Künstler ist am 7. März 1889 in Luzern geboren, durchlief Primar-und Sekundarschule der Stadt, um vorerst eine Architektenlehrzeit zu absolvieren. Dann fand er den Weg zur Kunstgewerbeschule unter der Direktion Weingartners, der seine Schüler praktisch an seinen grossen Fassadenmalereien im Geiste Holbeins mitwirken liess, während Professor Bachmann mehr das intimere Auge des Künstlers zu bilden verstand. Später zog es den jungen Künstler nach Köln, wo er neben dem Besuch der dortigen Kunstgewerbeschule schon eifrig den Selbsterhaltungstrieb auszuwirken hatte. Gelegentliche Studienreisen nach Paris, Belgien und Italien erweiterten den Gesichtskreis des Künstlers, der aber seiner persönlichen Eigenart immer treu blieb.

War er früher ein eifriger Bergsteiger, so wendet er sich heute in nicht minder jugendlichem Eifer der weidmännischen Abwechslung zu, streift gerne durch die Wälder und Äcker, wo sein Künstlerauge sich für neue Bilder Anregung holt.

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