Ski- und Klettertouren im Hohen Atlas

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Rutil Steiiiinaiiii-He.vi,'/.üvich Nach einer ruhigen Zwischenlandung in Marseille wurde der Flug übers Mittelmeer ziemlich stürmisch. Jetzt klart das Wetter aber wieder auf, und unter uns sind bald die Lichter von Rabat zu sehen, später auch diejenigen von Casablanca, wo wir etwa um 22 Uhr landen. Vier Taxis stehen für uns bereit, die uns nach El Jadida, etwa Zoo Kilometer weiter im Süden, führen sollen. Wir sind eine bunt zusammengewürfelte Gesellschaft: eine Welschschweizerin, zwei Deutschschweize-rinnen, acht Schweizer und vier bekannte österreichische Alpinisten. Bis anhin kannte man sich nur zum Teil, doch schon jetzt herrscht in der ganzen Gruppe ein gutes Einvernehmen.

Nach längerer Autofahrt tauchen vor uns die Umrisse eines grossen, von Scheinwerfern beleuchteten Hotels auf — wie im Märchen. Selbst das Schwimmbassin und der Pinienwald erstrahlen in hellem Lichterglanz. Es stört uns auch nicht, dass wir nachher in der Dépendance untergebracht werden.

Am nächsten Morgen beginnt die Reise wieder mit den vier Taxis, die wir für die ganze Autofahrt hin und zurück benützen werden. Zunächst werden die Ski, Rucksäcke, Koffer und alles Drum und Dran der 15 Teilnehmer in und auf den Autos verstaut, und los geht die Fahrt ins Landesinnere, wogegen Mittag die Stadtmauern von Marrakech und dahinter die Silhouette der halb orientalischen, halb europäischen Stadt sichtbar werden. Unser Hotel befindet sich an einer belebten Strasse mitten im Stadtkern; geführt wird es von Marokkanern, und Sauberkeit scheint hier nicht unbedingt gross geschrieben zu werden. So gibt es zum Beispiel frische Bettwäsche nur auf speziellen Wunsch. Zum Essen wird uns eine marokkanische Spezialität vorgesetzt -Hammelleberspiessli —, die uns nicht besonders schmecken.

Den Nachmittag verbringen wir in den « Suks », wo in winzigen Läden, zum Teil eher Bretterverschlägen, alles feilgeboten wird, was man sich vorstellen kann, von stark riechenden Küchenkräutern bis zu gedrechselten Holzarbeiten, von buntgefärbter Schafwolle bis zu bestickten Schuhen, von kitschigen Kleidern bis zur farblich gut harmonierenden Tschellaba und die wohl immer wieder am meisten geschätzten marokkanischen Teppiche. Man könnte hier Stunden verweilen!

Edy, Paul, Ruedi und ich versorgen uns am nächsten Morgen auf dem Markt mit frischem Obst, Gewürzen und genügenden Mengen Wein.

In unsern Wagen, die jetzt bis aufs äusserste beladen sind, fahren wir nun dem Atlas entgegen. Am Nachmittag erreichen wir Imlil, ein Bergdorf, wo die Strasse endgültig aufhört. Es wird von Berbern bewohnt und liegt auf c 700 Meter Höhe. Unser Quartier befindet sich in der Hütte des französischen Alpenclubs, einem soliden Steinbau mit genügend Platz für uns alle.

Die ganze männliche Bevölkerung scheint seit Stunden auf unsere Ankunft gewartet zu haben, stehen oder sitzen doch alle in ihren langen Gewändern umher, mit ihren kleinen gehäkelten Käppis auf den Köpfen, und begucken uns neugierig, aber freundlich. Für den Abend haben sie uns eine Überraschung bereit: Wir essen bei ihnen echtes marokkanisches « Gus-gus », ein salzloses Gericht aus Hirse, Kartoffeln, Karotten und Schaffleisch, das ganz mit heissem Schaffett übergössen wird. Wir haben zwar etwas Mühe mit dieser Kost, und ausser einem kleinen Gläschen starken Pfefferminztee, den man uns ganz am Anfang unseres Besuches kredenzt hat, gibt es nun nichts mehr zu trinken, so dass die Hirse trotz allen Würgens nicht recht den Hals hinunterrutschen will. Zurückgekehrt in die Hütte, genehmigt darum jeder noch einen tüchtigen Schluck aus der Schnapsflasche!

Endlich ist der Tag angebrochen, an dem es in die Berge geht. Wir steigen zur Louis-Neldner-Hütte auf ( 3207 m ). Mit viel Lärm und aus- Clochetons, Biginussen 3Louis-Meldner-Hütte ( 320J m ) Photos Ruth Steinmann-Hess, Zürich drucksvollem Gestikulieren verladen die Berber unser Gepäck auf ihre Maultiere - der Anstieg kann beginnen. Vorerst ist die Vegetation recht üppig, das Gras steht zu dieser Jahreszeit schon 20 Zentimeter hoch, und viele Nussbäume säumen den Pfad. Mit steigender Höhe wird die Landschaft karger: Grosse Fels- und Geröllmassen aus rötlichem Gestein türmen sich nach jeder Wegbiegung vor uns auf. Bald sind auch Disteln und vereinzelte Grasbüschel das einzige Grün, und nach der nächsten Wegbiegung sieht man sogar Schnee! Sobald die Maultiere die Schneegrenze erreicht haben, ist es vorbei mit dem bequemen, gemütlichen Transportmittel. Von hier aus laden die Berber unser Gepäck auf ihren eigenen Rücken; in schlechten Schuhen, teils sogar barfuss tragen sie unsere Ski und Rucksäcke, Proviantkisten und Weinharasse durch den Schnee, und zwar mit einer ganz besonderen Methode: Fast so beladen wie ihre Maultiere, rennen sie bergan, setzen sich nach kurzer Anstrengung zur Ver-schnauf- und Palaverpause hin. Spurten - verschnaufen spurten verschnaufen ,und so geht 's bis zur Hütte.Vor uns steht ein Steinbau mit Wellblechdach: unsere Behausung für die nächsten neun Tage. Ebenerdig liegt der Wohn-, Ess- und Küchenraum. Es gibt weder Kocher noch Pfannen; alles muss hergeschleppt werden. Über die Holzleiter gelangt man ins obere Stockwerk, wo zwei Reihen Matratzen liegen. Jeder sucht sich einen Platz und richtet sich möglichst bequem ein. Der erste Morgen in unserer Hütte ist kalt. Nebelschwaden ziehen umher. Man weiss noch nicht, ob das Wetter gut wird. Unsere Österreicher wollen gleich auf den Dschebel Tubkai ( 4165 m, Djebel Toubkal ), den höchsten Berg Nordafrikas. Der Rest der Gruppe macht sich auf zum Ras N'Uanukrim ( 4083 m. Ouanoukrim ), Der Schnee ist sehr hart gefroren, und wir sind froh, nicht nur Felle, sondern auch Harsteisen dabeizuhaben. Bei der Ankunft auf dem Pass ( etwa drei Stunden ) werden wir von heftigem Wind empfangen. Er heult und orgelt. Ganze Wolkenfelder jagen, von der Wucht des Windes angetrieben, in die Tiefe, dann führen sie wieder einen Hexentanz um uns herum auf. Es ist nicht sehr wirtlich hier oben. Wir lehnen uns an den Fels und genehmigen einen kleinen Imbiss. Selbst « Cohn-Bendith », unser Basler Revolutionär, ist infolge der Kälte ausnahmsweise still. Weiter, nur weiter! Ski und Rucksack lassen wir zurück, seilen uns an und machen uns auf das letzte Stück Weges zum Gipfel, den man über einen leichten Felsgrat erreicht. Kurzfristig reisst der Nebel wieder auf und gibt die herrliche Aussicht ins Tal frei. Die Gipfelrast ist den Umständen entsprechend: kurz. Fast sofort nehmen wir den Abstieg unter die Füsse. Nochmals eine kurze Rast auf dem Pass, dann... auf die Bretter und -hinein ins Vergnügen! Der Schnee ist zwar nicht weich, aber recht griffig geworden. Platz zum Schwingen gibt es mehr als genug. Etwas tiefer wird es sogar leicht sulzig. Vom altgewohnten Kristiania bis zum Luftkissenschwung, alles kann man hier anwenden in diesem idealen Gelände. Nur zu schnell sind wir wieder unten, wo rasch Tee gekocht wird für die durstigen Seelen.

Edys Verdienst ist es, dass wir hier oben essen wie die Fürsten. Er ist nicht nur unser Leiter, sondern auch ein ausgezeichneter Koch. Paul und ich betätigen uns als Assistenten. Die Suppe wird mit Weisswein zubereitet, Bratwürste mit Zwie-belringen auf feinen Bohnen folgen, und zum Nachtisch gibt 's Fruchtsalat, selbstverständlich auch Kaffee und « Guezli », von denen wir einen Vorrat haben, der sicher einen Monat reichen würde.

Strahlend schönes Wetter empfängt uns am nächsten Morgen. Also, auf zum Tubkai! Um 8 Uhr herum verlassen wir die Hütte und machen uns an den Aufstieg. Gleich das erste Stück ist sehr steil, so dass wir es vorziehen, die Ski zu tragen. Der Wind bläst auch heute ganz beachtlich, und wir sind froh, die Steilpartie nach anderthalb Stunden hinter uns zu haben. Jetzt wird das Gelände flacher; im Windschatten eines grossen Felsblocks setzen wir uns zur ersten Rast. Hunger hat niemand, nur Durst. Bald geht 's wieder weiter, jetzt auf Fellen und Harsteisen. Wir kommen gut voran. Nach weiteren zweieinhalb Stunden sind wir im Sattel: vor uns der Tubkai, blankgefegt vom ewigen Wind. Hier lassen wir die Ski zurück und steigen zu Fuss noch etwa eine Stunde bis zum Gipfel auf. Der Berg besteht aus messerscharfem, eisenhaltigem Geröll, das bei jedem Schritt unter den Füssen nachgibt, so dass man nach und nach trotz des kalten, steifen Windes zum Schwitzen kommt. Auf unsere Schuhe dürfte dieser Fels auch nicht gerade positiv wirken, was sich gleich nach der Strapaze feststellen lässt. Sie sind arg zerschunden! Vom Gipfel aus habe man eine Aussicht bis in die Sahara, hat man uns gesagt, und tatsächlich, heute sieht man sie! Lange geniessen wir ihren Anblick allerdings nicht, denn die Kälte treibt uns auch hier wieder hinunter, zumal eine herrliche Abfahrt über die leicht sulzigen Hänge und im letzten Steilstück bis zur Hütte auf uns wartet.

Zum Nachtessen kocht uns Edy heute eine feine Suppe mit Rahm, Rippli und Sauerkraut mit einem Schuss Weisswein. Und das Dessert: halbierte Pfirsiche!

Wir sind Glückspilze! Auch heute lacht die Sonne. Trotzdem entschliessen wir uns zu faulenzen. Nach dem gemütlichen Frühstück setzen wir uns vor die Hütte und lassen es uns Wohlsein. Nur die vier Österreicher und Erwin aus Bern müssen ihre überschüssige Kraft auf einer Tour loswerden. Wir übrigen sind am Abend vor lauter Nichtstun so faul, dass wir uns noch früher als sonst in die Schlafsäcke verkriechen. Tags darauf zieht die ganze Gruppe demselben Ziel entgegen: nämlich zum Akiud N'Bu Imrhas ( 4030 m ). Der Anstieg verläuft über herrliche, breite Schneefelder, und während wir in gemütlichem « Tramp » unsere Spur ziehen, eilen unsere zwei Hofphotographen Erich und Ernst voraus, um ja alles möglichst von allen Seiten auf die Platte zu bannen. Unermüdlich wird geknipst, werden Filme gewechselt, wird ein- und wieder ausgepackt... Diese Tour kann bis ganz hinauf mit Ski gemacht werden. Oben ist das Gelände allerdings sehr steil. Heute wird es gar nicht richtig hell. Der Sturm heult um die Hütte und reisst fast das Dach weg. Dicke Nebelschwaden verhüllen die Aussicht, so dass wir nach dem ausgiebigen Frühstück wieder in die Schlafsäcke schlüpfen. Der nächste Morgen begrüsst uns mit Sonnenschein. Der Nebel liegt etwas tiefer als die Hütte. Wenn er nur drunten bleibt! Wir machen uns an den Anstieg, diesmal über die Schneefelder Richtung « Gigi-Couloir », das wir selbst so genannt haben, ein enges Couloir zwischen zwei Felsrücken, das sich zum Kurzschwingen herrlich eignet. Nach diesem Engpass wird das Gelände wieder offener; oben auf dem Pass gibt 's eine kurze Rast. Mostbröckli, Tee, Schokolade und Obst werden vor der Schlusskletterei genehmigt, dann wieder die Ski und Rucksäcke verstaut, und wir seilen uns an. Die meisten von uns machen sich bereit zum Anstieg nach links; Anita, Erich und ich sind fasziniert von den Clochetons, drei kirchturmar-tigen Felstürmen zu unserer Rechten. Also auf! Der erste ist leicht zu ersteigen; er liegt bald hinter oder, besser gesagt, unter uns. Am zweiten gibt es ein Kamin, das uns ganz ordentlich den Schweiss aus den Poren treibt; dafür bläst oben ein rauher, kalter Wind, weshalb wir die Mütze tiefer ins Gesicht ziehen und froh sind über unsere doppelten Handschuhe, die wir zwischen jedem « Kletterakt » immer wieder schnell anziehen. Um den dritten Turm zu ersteigen, reicht unsere Zeit leider nicht mehr; unsere Kameraden sind bereits an der Abfahrt. Die Kälte setzt uns zu, und wir beeilen uns, zu den Ski zu kommen.

Die Abfahrt ist sehr steil, wird nach und nach breit ausladend. Schnell sind wir beim « Gigi-Couloir », auf das wir uns den ganzen Tag schon gefreut haben. Herrlich, durch diese schmale Rinne zu schwingen! Nur allzu rasch kommt die Hütte in Sicht. Heute gibt 's Gemüsesuppe, Zunge an Sauce madère mit Kapern, dazu Kartoffelstock. Natürlich machen wir uns mit Heisshunger ans Essen und verschmähen auch nicht einen Teller Rum-creme und den Kaffee. Der zweitletzte Tag ist angebrochen. Heute wollen fast alle nur skifahren. Doch Erich, Ernst und ich haben Lust zur Eroberung eines Turmes. Wir ziehen los, hinauf zum Tadat. Der Anstieg ist mühsam, denn ausgerechnet heute hat sich der Schnee in tiefen Matsch verwandelt, weshalb wir bald die Ski an einer geschützten Ecke deponieren und uns zu Fuss an den schmalen, steilen Aufstieg machen. Aber auch so ist es nicht bequem; man sinkt oft bis zu den Knien ein. Bald brennt uns die Sonne auf den Rücken, bald bläst wieder ein kalter Wind vom Sattel herunter. Gegen Mittag stehen wir dann aber doch am Fuss unseres Kletterturmes, dessen Besteigung nicht zu schwierig ist, so dass wir uns gleich noch an den nächsten, den Biginussen ( 4002 m, Biguinoussen ), heranwagen. Zum letztenmal geniessen wir die prachtvolle Aussicht über die nordafrikanischen Berge - ein unvergesslicher Anblick. Der Abstieg zu Fuss geht leider nicht so bequem wie sonst. Selbst die letzte Strecke mit den Brettern an den Füssen ist kein Vergnügen, da der Schnee wirklich viel zu weich ist. Als wir dann endlich bei der Hütte ankommen, dringt uns schon von weitem ein herrlicher Duft in die Nase: Mit Heisshunger machen wir uns hinter die Spaghetti Bolognese. Nur zu rasch ist der letzte Morgen in unserer Louis-Neldner-Hütte angebrochen. Einige unternehmen noch eine Skitour, die bis zum Mittag beendet sein muss, andere steigen bereits am Vormittag ab nach Imlil. Die Berber kommen uns mit strahlenden Gesichtern entgegen und begrüssen uns mit der rechten Hand auf der Brust. Wir überlassen ihnen den Rest unseres Proviantes, worüber sie sich sehr freuen. Mit einiger Mühe, aber doch bestimmt lehnen wir eine neue Einladung zum « Gus-gus » ab; statt dessen kochen wir ein letztes Mal selbst.

In der Frühe sind alle Berber vor der Hütte versammelt; wir haben ihnen Kleidungsstücke versprochen, auf die sie nun warten. Die Verteilung ist etwas heikel, gibt es doch einige, die sich durch grosse Beredsamkeit auszeichnen, indem sie es verstehen, mit traurigen Augen, viel Gerede und Gesten zu erklären, warum gerade sie und nur sie dieses oder jenes Kleidungsstück unbedingt haben müssen. So bleiben Après-Ski-Schuhe, Kletterhosen, Pullover, Trainer, Mützen, Handschuhe usw. zur weiteren Verwendung bei den Berbern. Besonders Schuhe sind beliebt, denn die meisten Einheimischen besitzen überhaupt keine.

Gegen io Uhr fahren unsere Taxis vor: Die Rückreise nach Marrakech beginnt, wo wir diesmal zwei Tage verweilen wollen; vorher aber, auf halbem Weg, machen wir in einem netten Hotel Station. Eine Schweizer Reisegesellschaft ist eben dabei, sich mit Cola und Tee zu erfrischen. Mit Interesse betrachten sie unser für die marokkanische Landschaft etwas ungewöhnliches Gepäck, ja ihre Neugier ist so gross, dass sie uns auszufragen beginnen, ob man da skifahren könne und wo. Edy zeigt auf die Berge, die man noch gut sieht, und erklärt, dass wir dort einige Viertausender bestiegen hätten, worauf eine Dame wissen will, ob wir denn einen einheimischen Führer gehabt hätten. Das nicht, meinte Edy, wir hätten einen Schweizer. Das scheint ihr nun doch zuviel. Das sei aber gefährlich, unverantwortlich. Ein Schweizer kenne die Berge hier nicht, könne also niemals zuverlässig sein. Darauf meint Edy beruhigend: « Aber was denken Sie! Es ist gar nicht so gefährlich; auf der ganzen Tour haben wir nicht mehr als drei Personen verloren ». Über dieses Intermezzo lachten wir nachher hinterhältig und ausgiebig.

Zurück in Marrakech, bleibt uns genug Zeit für Besichtigungen, Medina, Kutubia, Glaui-Palast, Dscheema-el Fna, Suks...

Am dritten Morgen reisen wir weiter nach Safi, einer Ortschaft, die durch ihre alten Töpfereien bekannt geworden ist. Glasierte, bemalte oder rohe Töpfe werden feilgeboten, das heisst: Ein letztes Mal werden unsere Geldbeutel für Souvenirs strapaziert.

Die Küstenstrasse zwischen Safi und El Jadida liegt eingebettet in eine herrlich schöne Land- schaft. Bald fährt man hoch oben über ein karges, steiniges Plateau mit spärlicher Vegetation; ab und zu taucht eine Baumgruppe auf, die wohl ihr Leben einer unterirdischen Quelle verdankt. Links, unter dem Rand der Steilklippe, branden die Wellen des tiefblauen Atlantiks unermüdlich an die Felsen; dann wieder liegt das Land so tief wie das Meer. Verträumte Buchten und nur ganz selten ein Haus bieten sich unseren Blicken. In einer besonders schönen Bucht liegt das von Franzosen geführte Restaurant, in dem wir heute speisen. Natürlich gibt es Meerspezialitäten: Austern, Meerschnecken, Meerigel, Muscheln und saftige Langusten, die ganz köstlich munden. Die schöne Landschaft, das gute Essen und der spritzige Wein bewirken, dass man am liebsten noch lange hier verweilen möchte. Aber leider endet auch dieser Nachmittag. Die kurze Fahrt im Taxi bringt uns noch bis El Jadida, wo wir die letzte Nacht verbringen. 6 Uhr morgens: Regen! Der Abschied fällt uns dadurch leichter. Zwischen uns und dem Flughafen Casablanca liegt noch eine zweistündige Fahrt. Unsere Gedanken aber wandern zurück in den Hohen Atlas, von dem man hier schon nichts mehr sieht. Schön waren sie, unsere Ski- und Klettertouren, unvergesslich schön!

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